Bell und Harry

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Jane Gardam

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Beschreibung

Ein wundervoller Sommerroman - Ferien auf Saltkrokan in Yorkshire

London ist laut und anstrengend, die Batemans sehnen sich nach Ruhe und haben sich für den Sommer auf dem Land in Yorkshire eingemietet. Vor allem der Vater, ein nervöser Journalist, hofft auf Entspannung in der bäuerlichen Umgebung. Hier trifft sein kleiner Sohn Harry auf Bell, den jüngsten Sohn der Vermieter, und eine tiefe Jungenfreundschaft beginnt. Sommer für Sommer und mit jedem gemeinsam erlebten Abenteuer wird diese Freundschaft erneuert, so unterschiedlich die Sphären, in denen sie mit ihren Familien leben, auch sind.

Lange nicht mehr hat es eine so hell leuchtende Feriengeschichte gegeben, die die Spannung zwischen Stadt- und Landmenschen mit so viel Weisheit und Humor einfängt.

Jane Gardam, geboren 1928 in North Yorkshire, schrieb ihr erstes Buch, »A Long Way from Verona«, im Alter von vierzig Jahren und gewann damit den Phoenix Award. Als einzige Schriftstellerin wurde sie zweimal mit dem Whitbread/Costa Prize ausgezeichnet. Mit »God on the Rocks« war sie 1978 für den Booker Prize nominiert, mit »Old Filth« stand sie auf der Shortlist des Orange Prize, und mit »Last Friends« auf der Shortlist des Folio Prize 2013. Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature und lebt in East Kent.

Jonas Minthe, geboren 1989, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und steht derzeit im Ernst Deutsch Theater in Hamburg auf der Bühne. Außerdem ist er in zahlreichen TV-Produktionen wie »Morden im Norden« oder »Tatort« zu sehen.

Marion Martienzen, geboren 1953, besuchte die Londoner Schauspielschule Arts Educational Ltd. Sie ist in TV- und Kino-Produktionen zu sehen und steht neben Engagements an verschiedenen Theatern auch regelmäßig als Sängerin auf der Bühne. Ihre Stimme ist zudem aus Filmen, Hörspielen und Hörbüchern bekannt. Sie las u. a. die Bestseller von Anja Jonuleit.

Muriel Bielenberg, geboren 1994, studierte bis 2018 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Sie stand bereits im Thalia Theater und im Schauspielhaus Hamburg auf der Bühne und wirkte in Fernsehserien wie »Inga Lindström«, »Die Jungen Ärzte« und »Heldt« mit.

Produktdetails

Medium CD
Sprecher Jonas Minthe, Marion Martienzen, Muriel Bielenberg
Spieldauer 315 Minuten
Erscheinungsdatum 31.05.2019
Verlag Hörbuch Hamburg
Hörtyp Lesung
Übersetzer Isabel Bogdan
Sprache Deutsch
EAN 9783957131560

Kundenbewertungen

Durchschnitt
76 Bewertungen
Übersicht
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31
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0

Das hohle Land
von dear_fearn aus Dresden am 29.09.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Wer beschließt, dieses Buch zu lesen, sollte keinen Abenteuerroman zweier Freunde wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn erwarten. Was dieser Roman von Jane Gardam verspricht und hält, ist pure Entschleunigung, aber mehr als nur eine Sommergeschichte. Die Familie Bateman pachtet das Haus Light Trees während der Ferienmonate von... Wer beschließt, dieses Buch zu lesen, sollte keinen Abenteuerroman zweier Freunde wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn erwarten. Was dieser Roman von Jane Gardam verspricht und hält, ist pure Entschleunigung, aber mehr als nur eine Sommergeschichte. Die Familie Bateman pachtet das Haus Light Trees während der Ferienmonate von der Familie Teesdale, die im benachbarten Haus wohnen. Benachbart im weitesten Sinne, da es im ländlichen Gebiet von Feldern, Wiesen und Moor umgeben ist. Die Häuser stehen auf dem sogenannten "hohlen Land", da es im Untergrund vom Bergbau zerfurcht ist, der jedoch eingestellt wurde. Harry Bateman und Bell Teesdale trennen ein paar Jahre Altersunterschied, aber das hält sie nicht davon ab, Freunde zu werden und gemeinsam die Umgebung unsicher zu machen. Dabei stellen sie einige abenteuerliche Dinge an und die gewonnene Freundschaft begleitet sie ein Leben lang. Die Familie Bateman, eigentlich Londoner und den Dorfbewohnern anfangs suspekt, bringen sich nach anfänglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken gut in die Gemeinde ein und sind bald immer herzlich willkommen, gehören dazu. Anders als erwartet beschreibt Jane Gardam nicht nur einen Sommer, sondern viele Sommer, auch Winter, mit großen Zeitsprüngen dazwischen. Dabei lernt der Leser in der Kürze des Buchs nicht nur die beiden Jungen, sondern auch Familienmitglieder, Nachbarn und verschrobene Gestalten aus der Umgebung kennen. Als Leser fliegt man nur so durch die Jahre. Was dem Leser aber in Erinnerungen bleibt, ist die anhaltende Freundschaft der beiden Jungen, ihre Ausflüge in die Natur, ihr jugendlicher Leichtsinn und die dörflich-ländlichen Charaktere, die liebenswürdiger nicht sein könnten. Im Nachhinein bin ich an Astrid-Lindgren-Idylle und den Löwenzahnwein von Ray Bradbury erinnert.

Hollowland
von einer Kundin/einem Kunden am 29.07.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Bell Teesdale ist acht Jahre alt und lebt in einem kleinen Dorf in North Yorkshire, im „Hollow Land“, dem hohlen Land, wie es genannt wird, weil es unzählige alte Bergwerksstollen unterirdisch durchpflügen. Bells Vater hat eine Farm, die noch gut läuft, aber er hat auch schon die Zeichen der neuen Zeit erkannt und vermietet eine... Bell Teesdale ist acht Jahre alt und lebt in einem kleinen Dorf in North Yorkshire, im „Hollow Land“, dem hohlen Land, wie es genannt wird, weil es unzählige alte Bergwerksstollen unterirdisch durchpflügen. Bells Vater hat eine Farm, die noch gut läuft, aber er hat auch schon die Zeichen der neuen Zeit erkannt und vermietet eines der Farmhäuser an eine Familie aus London, die dort ihre Sommerferien verbringen möchte. Immer mehr dieser „Städter“ kommen von weit her, um dem Lärm und der Hektik in der Großstadt zu entkommen. Es zieht sie mittlerweile nicht nur in die klassische Ferienregion des Lake Districts, sondern eben auch ins Hollow Land, das etwas östlich davon liegt. Es wird nirgends explizit erwähnt, aber es müssen die Fünfziger oder Sechziger Jahre sein, in denen der kleine Bell zum ersten Mal auf den etwas jüngeren Harry Bateman trifft, der mit seinen Eltern und dem älteren Bruder nebst einer Reihe von Freunden nun für viele Jahre Feriengast der Teesdales sein wird. Beinahe sieht es zunächst so aus, als ob es bei diesem einen Mal bleiben würde, steht doch ausgerechnet zum Beginn der Ferien die Heuernte an, eine recht lautstarke Angelegenheit, die im Angesicht drohenden Regens Tag und Nacht durchgezogen werden muss. Nichts für die strapazierten Großstadtnerven des schreibenden Journalistenvaters. Doch die Wogen können geglättet werden und wir werden in insgesamt neun lose miteinander verknüpften Geschichten die Teesdales und ihre Sommergäste bis ins Jahr 1990 begleiten. Besonders die beiden Jungen werden dicke Freunde und machen zusammen die Gegend unsicher. Für Harry ist die Gegend mit ihren Hochmooren und Bergen und der ländlichen Szenerie das Paradies. Da gibt es den Großvater, der unzählige Geschichten zu erzählen weiß, den Schornsteinfeger Kendal, die „Eier-Hexe“, das fahrende Volk und Jimmie Meccer, der Tag für Tag in seinem Schuppen an der Dorfstraße sitzt. Und da ist die raue Landschaft, die Jane Gardam in fast impressionistischen Bildern beschreibt, die Tiere, die Weiden, der weite Himmel. Trotz allem wird hier von keinem Idyll erzählt. Das Leben auf dem Land ist auch hart und anstrengend, und Konflikte zwischen Dorfmenschen und Städtern bleiben nicht aus. Die Autorin schlägt einen außerordentlich freundlichen Ton an, leicht, aber nie süßlich und mit dem für Gardam typischen subtilen britischen Humor. Auch wenn er hier nicht ganz so funkelt wie bei der Old-Filth-Trilogie, mit der die 1928 geborene Jane Gardam spät, aber zum Glück nicht zu spät auch hier bei uns bekannt geworden ist. Die neun Geschichten sind chronologisch angeordnet, aber nur lose miteinander verbunden. In der ersten erzählt Bell selbst von seiner Begegnung mit Harry. Bis auf die letzte, sind danach alle in der personalen Perspektive erzählt. Sie erzählen in unregelmäßigen Zeitsprüngen von einem Angelausflug im strömenden Regen, einer beinahe schief gegangenen Expedition in einen unterirdischen Stollen und einem Fahrrad-Eis-Ausflug, von der Eier-Hexe und ihrer alten Mutter und wie Jimmy Meccer auf dem Pferdemarkt in Appleby unerwartet reich wurde. Am Ende sind die Jungen im Teenageralter, bevor die letzte Geschichte einen großen Sprung in die Zukunft macht. 1990 (das Buch erschien erstmals 1981) ist nichts mehr so, wie es einst war. Eine Ölkrise, Kriegsangst, Immobilienspekulanten – aber die Teesdales und Batemans sind sich noch verbunden. So herrlich leicht und wunderbar mir die ersten acht Geschichten gefallen haben, so unpassend und fast ein wenig peinlich empfand ich diese letzte. Und das nicht nur, weil die Zukunftsvisionen der Jane Gardam sich als unzutreffend erwiesen haben. Der Ton wechselt, irgendwie stimmt er für mich nicht mehr. Insgesamt stört das den positiven Gesamteindruck des Buches aber nur wenig. Eine leise, heitere, aber nicht seichte Geschichte, die sicher auch gut als Jugendbuch funktioniert. In der Sparte Kinderbuch hat Jane Gardam dafür auch einst den renommierten Whitbread Award erhalten. Schön, dass sie jetzt auch für uns deutsche Leser*innen zur Verfügung steht.

Kindheitserinnerungen
von einer Kundin/einem Kunden am 21.07.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Mit "Bell und Harry" hat der Hanser-Verlag nun eines der frühen Werke von Jane Gardam in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Und so angenehm ihr Schreibstil auch hier schon erscheint, so merkt man dem Buch die Kinderschuhe sprichwörtlich noch an. Dass das Buch zu seiner Zeit eine bekannte Auszeichnung in der Rubrik Kinderbuch ... Mit "Bell und Harry" hat der Hanser-Verlag nun eines der frühen Werke von Jane Gardam in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Und so angenehm ihr Schreibstil auch hier schon erscheint, so merkt man dem Buch die Kinderschuhe sprichwörtlich noch an. Dass das Buch zu seiner Zeit eine bekannte Auszeichnung in der Rubrik Kinderbuch gewonnen hat, sagt meiner Meinung nach viel aus. Die Geschichte erzählt episodenhaft von der Freundschaft zweier sehr verschiedener Jungen. Ab dem ersten Sommer, in dem Harry mit seiner Familie aus London den Hof Light Trees von Bells Familie gepachtet hat, kann man beobachten, wie sich die Großstädter immer mehr an das Landleben und seine Eigenheiten gewöhnen und wie die beiden familien über die Jahre zusammenwachsen. Die Geschichte ist ruhig erzählt, enthält aber trotzdem einen feinen versteckten Humor, der lange nachklingt. Durch die kurz gehaltenen Sätze und die recht einfache Wortwahl passt die Einordnung als Kinderbuch aber auch sehr gut. Fazit: Ich empfand das Buch als sehr angenehmen Wohlfühlroman, der mich an meine eigenen Kindheitserlebnisse auf dem Land erinnert hat. Ich würd jedem eine solche Freundschaft wie die von Bell und Harry wünschen.


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