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Der Geschmack von Lebertran

Eine Kindheit in den 50er-Jahren

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Taschenbuch
Das Kind wird in den 50ern geboren: Die Schrecken des Krieges verblassen, das Wirtschaftswunder blüht. Paradiesische Jahre, um groß zu werden. Doch es ist nicht nur die Zeit von Sonntagsgroschen, Fleißkärtchen und Häschenschule, sondern auch von Prüderie und Heuchelei. Der Schein der Wirtschaftswundergesellschaft wird mit allen Mitteln bewahrt. Und so stößt das Kind immer wieder auf Verbote und Tabus. Es gerät mit Nonnen aneinander und muss demütigende Erziehungsmaßnahmen über sich ergehen lassen.
Eine Kindheit, die nicht nur nach Karamellbonbons und Salmiakpastillen schmeckt.
Portrait
Cornelia Ertmer, geboren 1953 in Recklinghausen, lebt und schreibt, zumindest zeitweise, in ihrer Wahlheimat Dortmund.
Den Wunsch zu schreiben hatte sie schon früh. Doch ließen ihr die Familie mit drei Kindern und der Beruf als Lehrerin für Deutsch, praktische Philosophie und Darstellen und Gestalten an einer Gesamtschule in OWL wenig Freiraum.
Seit sie im Ruhestand ist, findet sie die Muße, ihre Kreativität im Schreiben zu realisieren.
Die Geschichtensammlung „Der Geschmack von Lebertran“ ist ihre erste literarische Veröffentlichung als Autorin. Ein Roman ist in Arbeit.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 180
Erscheinungsdatum 19.11.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-942672-63-4
Verlag OCM
Maße (L/B/H) 19/11,8/1,7 cm
Gewicht 202 g
Auflage 1
Buch (Taschenbuch)
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ein interessanter Rückblick
von Jörg Häusler aus Holzwickede am 30.04.2019

Das Buch beschreibt in kurzen Geschichten Episoden aus der Entwicklung eines Mädchens in den 1950er-Jahren. Dieses Mädchen ist namenlos und wird im Buch immer nur als „das Kind“ beschrieben. Hier ließe sich trefflich mutmaßen, warum die Autorin dieses Mittel gewählt hat, anstatt z.B. die Ich-Form zu wählen. Denn auch sie ist ... Das Buch beschreibt in kurzen Geschichten Episoden aus der Entwicklung eines Mädchens in den 1950er-Jahren. Dieses Mädchen ist namenlos und wird im Buch immer nur als „das Kind“ beschrieben. Hier ließe sich trefflich mutmaßen, warum die Autorin dieses Mittel gewählt hat, anstatt z.B. die Ich-Form zu wählen. Denn auch sie ist ein Kind der 50er und es ist daher davon auszugehen, dass das Buch schon wesentliche autobiographische Züge trägt. Die Episoden, die die Autorin hier niedergeschrieben hat, geben einen sehr guten Einblick in die damaligen Lebensumstände und auch den moralischen Wertekompass dieser Zeit gibt sie sehr anschaulich und treffend wieder. Als Kind der 1970er, das in einem relativ konservativen Elternhaus aufgewachsen ist, habe ich beim Lesen festgestellt, dass sich zwischen diesen beiden Jahrzehnten nicht unbedingt sehr viel geändert hat, zumindest nach meinen Erfahrungen. Insofern war das Buch ein Stück weit für mich eine Zeitreise zurück in meine Kindheit, wenn man z.B. den Verlauf eines typischen Sonntags verfolgt. In einem sehr flüssigen Schreibstil, in dem ich bisweilen die wörtliche Rede in Form der „Gänsefüßchen“ vermisst habe, wird das Buch durchaus zu einem kurzweiligen Lesevergnügen. Doch ich denke, „DER GESCHMACK VON LEBERTRAN“ sollte nicht unbedingt nur dazu dienen. Vielmehr ist es für mein Empfinden ein Buch, das man nach jeder Geschichte gerne einmal zur Seite legen kann. Sei es, um in eigenen Erinnerungen zu schwelgen, oder um sich vor Augen zu halten, unter welchen Lebensumständen die eigenen Eltern und/oder Großeltern herangewachsen sind. Vielleicht schafft das der nachfolgenden Generation auch noch ein wenig zusätzliches Verständnis für die vorhergehende. Aufgelockert wird das Buch zudem durch diverse Listen mit Sprüchen, Werbeslogans und einigen mehr oder weniger schmackhaften Gerichten. Aus meiner Sicht hat Cornelia Ertmer hier ein sehr schönes Stück gelebte Geschichte niedergeschrieben, das ein Generationen übergreifendes Publikum verdient hat.


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