Warenkorb

Stella

Roman

Weitere Formate

gebundene Ausgabe
Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: "Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt." Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht – über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe.
Rezension
"Von Daniel Kehlmann stammt der Satz, dass ein Roman besonders gut sein müsse, wenn er den Holocaust zum Gegenstand hat. Dies sei ein literarische, aber mehr noch eine moralische Verpflichtung eines jeden Autors. Takis Würger wird diesem Anspruch in seinem neuen Roman 'Stella' gerecht. Leise, glaubwürdig und ja, auch schonungslos, aber an keiner Stelle unempathisch, effekthascherisch oder gar reißerisch erzählt der Schriftsteller und Spiegel-Reporter die Geschichte der jüdischen 'Greiferin' Stella Goldschlag, der Unfassbares angetan wurde und die dann anderen Menschen selbst Unfassbares angetan hat." Philipp Peyman Engel, Jüdische Allgemeine, 16.01.19
Portrait
Takis Würger, geboren 1985, hat an der Henri-Nannen-Journalistenschule das Schreiben gelernt und Ideengeschichte in Cambridge studiert. Er arbeitet als Redakteur für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. 2017 erschien sein Debütroman "Der Club", der mit dem Debütpreis der lit.Cologne ausgezeichnet wurde und für den aspekte-Literaturpreis nominiert war, 2019 bei Hanser sein Roman "Stella". Takis Würger lebt in Berlin.
… weiterlesen
  • Artikelbild-0
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 11.01.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-25993-5
Verlag Hanser
Maße (L/B/H) 21,1/13,2/2,2 cm
Gewicht 329 g
Verkaufsrang 11122
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00
22,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Ihr Feedback ist anonym. Wir nutzen es, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kundenservice wenden.

Jetzt 5-fache Prämienmeilen für jeden vollen Euro sammeln



Kundenbewertungen

Durchschnitt
209 Bewertungen
Übersicht
121
45
24
16
3

Verrate die Anderen, um die Deinen zu retten
von Mareike Kollenbrandt aus Titz am 01.09.2019

Ein beeindruckender Roman vor dem schrecklichen Hintergrund des 2. Weltkrieges. Friedrich verlässt sein bis dahin sicheres Heimatland, die Schweiz, um nach Berlin zu reisen. Hier will er vorerst bleiben, um eine Zeichenschule zu besuchen und dann eventuell weiter zu ziehen Richtung Istanbul , wo sein Vater bereits lebt. Doch ... Ein beeindruckender Roman vor dem schrecklichen Hintergrund des 2. Weltkrieges. Friedrich verlässt sein bis dahin sicheres Heimatland, die Schweiz, um nach Berlin zu reisen. Hier will er vorerst bleiben, um eine Zeichenschule zu besuchen und dann eventuell weiter zu ziehen Richtung Istanbul , wo sein Vater bereits lebt. Doch dann lernt er Kristin kennen, eine Frau, die ihn nachhaltig beeindruckt, aber so schwierig einzufangen ist wie das Sonnenlicht. Sie verbringen eine aufregende Zeit und können sich einbilden, dass der Krieg weit weg ist. Doch dann ändert sich alles. Kristin ist nicht Kristin und außerdem noch Jüdin. Eine Jüdin, die sich auf einen grauenvollen Pakt mit der Gestapo eingelassen hat, um ihre Familie zu retten. Doch im 2. Weltkrieg muss sich niemand an Absprachen halten und selbst seinen besten Freuden darf man nicht vertrauen. Eine Geschichte, die auf tatsächlichen Begebenheiten beruht

Gewissensfrage
von einer Kundin/einem Kunden aus Ilsenburg am 11.07.2019

Stella ist ein Roman, der sehr gegensätzliche Gefühle auslöst, weil er sich intensiv mit augenscheinlichen Widersprüchen, die während des Zweiten Weltkrieges nebeneinander existiert haben, beschäftigt. Darüber hinaus offenbart der Roman die Abgründe des Menschseins. Am Beispiel der Stella zeigt er, zu welchen Handlungen Menschen... Stella ist ein Roman, der sehr gegensätzliche Gefühle auslöst, weil er sich intensiv mit augenscheinlichen Widersprüchen, die während des Zweiten Weltkrieges nebeneinander existiert haben, beschäftigt. Darüber hinaus offenbart der Roman die Abgründe des Menschseins. Am Beispiel der Stella zeigt er, zu welchen Handlungen Menschen fähig sind, um Drohpotential der eigenen Person oder dem eigenen Umfeld gegenüber abzuwenden, wenn die Bedrohung nur groß genug ist. Takis Würger zwingt den Leser, sich mit dem eigenen Gewissen auseinander zu setzen, indem er geschickt die Frage nach dem Richtig oder Falsch aufwirft, ohne sie konkret zu stellen. Takis Würger beginnt jedes Kapitel mit Schlagzeilen, die so aus einer Tageszeitung entnommen sein könnten und skizziert somit den historischen Hintergrund seiner Geschichte. Darin finden neben aktuellen Kriegsnachrichten und immer neuen Einschränkungen für Juden auch die Gewinner von Goldenen Schallplatten und den Oscars, sowie frisch geborene, heute berühmte Persönlichkeiten Erwähnung. Sehr passend darin, aber mehr als denkwürdig, habe ich die eingestreuten zehn Gebote für jeden Nationalsozialisten empfunden. Trotz der jeweiligen Kapiteleinleitung würde der Leser zunächst inhaltlich gar nicht richtig merken, um welches Thema es tatsächlich geht, wären da nicht die Auszüge aus den Protokollen des sowjetischen Militärtribunals. Anfangs nimmt man eigentlich nur die entspannte Atmosphäre der Kunstschule und die Leichtigkeit der Nachtclub-Szene wahr. Mit der Zeit entwickelt sich dann ein Störgefühl gegen so viel Frohsinn und diesen überschwänglichen Genuss, wo doch weltweit der Krieg tobt. Darf man so etwas überhaupt? Dann kippt die Stimmung des Romans. Überschwänglichkeit weicht Entsetzen. Ich wurde nun regelrecht hineinkatapultiert in die unmögliche Situation der Stella. Wie sie damit umgeht, ist für mich gleichzeitig abstoßend wie auch nachvollziehbar. Bis zu dem Zeitpunkt, wo mir letztlich klar wurde, wie viele Andere Stella auf dem Gewissen hat, mochte ich sie sehr gern. Ich konnte sie als Aktmodell ebensogut leiden wie als Sängerin. Auch innerhalb ihrer Beziehung mit dem schüchternen Schweizer, Friedrich, ist sie mir richtig ans Herz gewachsen. Sogar als ich mitbekam, was sie aus ihrer Zwangslage im Hintergrund tut, hatte ich noch Verständnis für Stella. Erst kurz vor dem Ende hat sich meine Sympathie vollständig aufgelöst. Warum meine Gefühlslage nicht eindeutiger ausgefallen ist bzw. meine Sympathie sich nicht schon früher verflüchtigt hat, wie es gemäß unserer heutigen historischen Bildung politisch korrekt gewesen wäre, kann ich gar nicht sagen. Ich bin hier ehrlich auch im Nachhinein nicht in der Lage, zu beurteilen, ab wann genau Stellas Handeln als falsch zu bewerten ist. Wer soll auch entscheiden, welches von zwei Menschenleben erhalten werden soll, wenn nur eines überleben darf? Insgesamt hat mir die Aufbereitung des umrissenen Ausschnitts der Gesellschaft als ein Bestandteil im Rahmen der Judenverfolgung extrem gut gefallen. Sie bewegt, lässt einen nachdenklich werden und am eigenen Gewissen zweifeln. Am ausschlaggebendsten für mich war jedoch, dass sie die Bewertung der Sachlage dem Leser überlässt. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

Die Sache mit der Wahrheit
von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 25.06.2019

„Hast du mal Hibiskus blühen sehen?“ […] „So ist die Wahrheit, Junge, wie Hibiskus. Irgendwann wirst du es sehen. In Ägypten findest du ganze Gärten. Wunderschön da. Ganze Gärten findest du. Und der Hibiskus blüht in tausend verschiedenen Arten.“ (S. 25) Über „Stella“ von Takis Würger ist dieses Jahr schon eine hitzige Diskussi... „Hast du mal Hibiskus blühen sehen?“ […] „So ist die Wahrheit, Junge, wie Hibiskus. Irgendwann wirst du es sehen. In Ägypten findest du ganze Gärten. Wunderschön da. Ganze Gärten findest du. Und der Hibiskus blüht in tausend verschiedenen Arten.“ (S. 25) Über „Stella“ von Takis Würger ist dieses Jahr schon eine hitzige Diskussion entbrannt…Ob Takis Würger genau diese Diskussion anfachen wollte, weiß ich nicht. Aber nach Ende der (kurzen) Lektüre kann ich sagen: mich hat er nicht für sich gewonnen. Verpackt in eine fiktive Liebesgeschichte erfährt der Leser von der realen Stella Goldschlag – einer „Greiferin“ der Nazis, die (Mit-)Juden denunziert, verraten und so dem NS-Regime ausgeliefert hat. Und das „nur“, weil sie sich und ihre Eltern vor der eigenen Deportation schützen wollte. Ja, über das im letzten Satz in Gänsefüßchen gesetzte nur kann man sicher auch diskutieren. Keiner von uns weiß letztlich, was wir selber tun würden, um unser Leben und das unserer Lieben zu retten. Aber hier geht es nicht um die Frage „Darf die das?“, sondern schlicht und ergreifend darum, warum Takis Würger es nicht geschafft hat, mich mit seinem Roman abzuholen. Das Einzige, was er geschafft hat, ist, dass ich mich in geraumer Zeit weiter mit Stella Goldschlag befassen werde. Der fiktive Friedrich (Sohn reicher Eltern aus der Schweiz) kommt 1942 nach Berlin, um sich von den Gerüchten über die (Ab-)Transporte selbst ein Bild zu machen. Vorher erfährt der Leser von seinem (tragischen) Leben als Kind, warum er eine Narbe im Gesicht hat und farbenblind ist. So weit so gähn. Hat man schon oft in besser verpackten Geschichten zu lesen bekommen. Aber irgendwie muss man ja den Bogen zu dem naiven 20-jährigen schlagen. In Berlin trifft er auf Kristin aka Stella und einen mir von vornherein unglaublich unsympathischen SS-Schergen namens Tristan von Appen, der mir mit seiner Attitüde (schön, reich und „Ich genieße das Leben, auch wenn Krieg ist.“) ziemlich auf die Nerven ging. Vielleicht wollte Takis Würger mit seinen (fiktiven) Charakteren genau das Erreichen: alle Schichten der (damaligen) deutschen Gesellschaft aufzeigen: Menschen, die blind vor Liebe oder Naivität ihre Augen (zwar nicht) vor dem offensichtlichen verschließen, dennoch aber wenig bis gar nichts unternehmen (ein zärtliches „Das muss aufhören.“ ist hier eindeutig zu wenig!!!) sowie schmierig-schleimige Anzugträger, die nur sich selbst lieben…Trotzdem oder gerade deswegen: nein, mit Reißbrett-Charakteren kriegt man mich nicht. Die Original-Zitate aus den Prozessakten gegen Stella Goldschlag sind für sich gesehen durchaus interessant, machen auf mich aber eher den Eindruck, als wenn sie lieb- und ziellos ohne Bezug zum Text einfach der Authentizität wegen abgedruckt wurden. Wie man neben historisch interessante (und für mich neue) Informationen wie „Die 10 Gebote für jeden Nationalsozialisten des Dr. Josef Goebbels“ banale und völlig uninteressante Dinge wie Fußballergebnisse stellen kann, ist mir schleierhaft und hat mich bei der Lektüre zunehmend geärgert. Nur für die historisch wertvollen und wirklich interessanten Informationen gibt es von mir 2* - mehr kann ich beim besten Willen nicht geben.


FAQ