Symphonie des Todes / Eve Dallas Bd.12

Roman

Eve Dallas Band 12

J.D. Robb

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Beschreibung

Die andere Seite der Nora Roberts: gefährlich, rasant, romantisch!
In einem New Yorker Luxushotel wird ein Zimmermädchen brutal ermordet. Unter Verdacht: Der Profikiller Yost. Doch wer heuert einen Killer für eine harmlose Angestellte an?

+++Der Tatort+++ Die Suite 4602 im luxuriösen Palace Hotel in New York City.
+++Das Mordopfer+++ Darlene French, ein Zimmermädchen.
+++Die Tatwaffe+++ Ein dünner Silberdraht.
+++Der Tatverdächtige+++ Sylvester Yost, ein Profikiller.
+++Sein Markenzeichen+++ Er hört Musik, wenn er mordet.
+++Die Ermittlerin+++ Lieutenant Eve Dallas und ihr 12. Fall.
Der 12. Fall für Lieutnant Eve Dallas - und ihr packendster!

"Diese Serie macht süchtig!"

J. D. Robb ist das Pseudonym der international höchst erfolgreichen Autorin Nora Roberts. Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren und veröffentlichte 1981 ihren ersten Roman. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von 500 Millionen Exemplaren überschritten. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 527
Erscheinungsdatum 12.03.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-36333-9
Verlag Blanvalet
Maße (L/B/H) 18,5/11,8/4,3 cm
Gewicht 420 g
Originaltitel Betrayal in Death (Death 12)
Übersetzer Uta Hege
Verkaufsrang 19078

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Synphonie des Todes
von einer Kundin/einem Kunden aus Gummersbach am 20.10.2020

Sehr gut und spannend gemacht, wie alle Krimis von Robb mit Eve Dallas und Rourke. Spannend bis zur letzten Seite, zwischendurch aber auch mal humorvoll und nie langweilig.

Robb
von einer Kundin/einem Kunden aus Wettmannstätten am 08.10.2017

Wie jedes Buch toll!! Bin gerade beim Lesen und total fasziniert

12. Band der Eve-Dallas-Reihe
von Kerstin Stutzke aus Berlin am 20.05.2012

Eve Dallas nimmt an einem offiziellen Empfang teil, den ihr Mann gibt. Begeistert ist sie nicht, sie hasst geradezu solche öffentlichen Auftritte, aber was macht Frau nicht alles aus Liebe. Stilecht findet dieser Empfang natürlich in einem von Roarkes Hotels statt, dem Palace Hotel. Noch während des Empfanges, wird in Suite 4602... Eve Dallas nimmt an einem offiziellen Empfang teil, den ihr Mann gibt. Begeistert ist sie nicht, sie hasst geradezu solche öffentlichen Auftritte, aber was macht Frau nicht alles aus Liebe. Stilecht findet dieser Empfang natürlich in einem von Roarkes Hotels statt, dem Palace Hotel. Noch während des Empfanges, wird in Suite 4602, dessen Bewohner als James Priory eingecheckt hat, das 22-jährige Zimmermädchen Darlene French erst gewürgt, dann verprügelt, anschließend vergewaltigt und zum Schluss mit einem Silberdraht stranguliert. Eve Dallas übernimmt noch vor Ort den Fall. Schnell steht fest, dass es sich bei dem Täter im Sylvester Yost handelt, einen Profikiller, der bereits seit mehr als 20 Jahren nach dieser Methode mordend durch die Welt zieht. Bis dato ist es noch keiner Behörde gelungen, den Profikiller zu stellen und ihm endgültig das Handwerk zu legen. Roarke und Eve sind geschockt, dass ein solcher Mord in einem der sichersten Hotels der Welt, dass auf Grund einer Auktionsveranstaltung auch noch übermäßig Sicherheitspersonal und Polizei aufzuweisen hat, gesehen kann. Eve sucht nach dem Motiv. Wer heuert einen Profikiller an, der unter 2 Millionen Dollar keinen Auftrag annimmt, um ein einfaches Zimmermädchen zu ermorden? Liegt das Motiv in Roarkes Vergangenheit? Roarke, der das Verbrechen unbedingt gesühnt sehen will, steht seiner Frau bei den Ermittlungen mehr als einmal hilfreich zur Seite. Doch gerade während die Ermittlungen laufen, taucht Michael Connelly im Palace Hotel auf. Er ist ein alter Freund und Weggefährte Roarkes, sodass dieser ihn umgehend in sein Haus einlädt. Eve ist nicht wirklich begeistert, zumal Michael, im Gegensatz zu Roarke, noch immer kein wirklich gesetzestreuer Bürger ist. Doch ihrem Mann zu liebe arrangiert sie sich mit der Situation. Eve, die alle Hände voll mit den Ermittlungen zu tun hat, bekommt es plötzlich mit dem FBI zu tun. Die Special Agents James Jacoby und Karen Stowe beanspruchen den Fall für sich, da Yost ein weltweit agierender Killer ist. Doch so leicht lässt sich Eve den Fall nicht aus den Händen nehmen, denn ihr geht es nicht um Prestige, ihr geht es um die Opfer. Dann wird ein weiterer Angestellter Roarkes ermordet. Jonah Talbot, der in einem von Roarkes Printmedien arbeitetet wurde nach der gleichen Vorgehensweise wie Darlene French ermordet, doch Jonah war für Roarke mehr als nur ein Angestellter, er war ein Freund. Sylvester Yost zieht die Schlinge um Roarke und Eve immer enger und noch immer scheint nicht klar, wer von den Morden profitiert. Mittlerweile muss ich gestehen, ich bin absolut Eve-Dalls-süchtig, ich möchte mir gar nicht ausmalen, was ich machen soll, wenn ich, was die Buchreihe angeht, auf dem aktuellen Stand angekommen bin. Auch dieser Band lebt wieder durch seine Protagonisten Eve Dallas und Roarke, wobei wir in diesem Band mehr über Roarkes nicht ganz so rühmliche Vergangenheit erfahren. Leider vermochte mich der Schreibstil in diesem Band nicht so zu fesseln, wie ich es gewohnt war, schlimmer noch, zwischendrin tauchten doch tatsächlich einige kleiner Längen auf. Auch hat mir hier der verbale Schlagabtausch zwischen Eve und Roarke gefehlt.


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  • Prolog
    Ein Mensch wurde ermordet.

    Hinter den mit Sichtblenden versehenen Fenstern und sechsundvierzig Etagen unterhalb des Raumes, in dem ihn der Tod ereilte, ging das Leben weiter. L¿end, hektisch, blind f¿r das, was gleichzeitig geschah.
    Am sch¿nsten war New York an einem milden Maiabend wie diesem, wenn sich ein Meer von Blumen aus den Steintr¿gen und den St¿en der H¿ler entlang der breiten Hauptstra¿n ergoss. Fast wurde der Gestank der Abgase der Autos und der Flugzeuge, die wie stets die Fahrbahnen und Flugschneisen verstopften, von ihrem s¿¿n Duft verdr¿t.
    Fu¿¿er marschierten eilig die Gehwege entlang, schlenderten gem¿lich an den Schaufenstern vorbei oder lehnten sich, w¿end sie sich von einem Gleitband transportieren lie¿n, gem¿tlich irgendwo an. Kaum jemand trug eine Jacke oder einen Mantel, so dass man allerorten Hemden, Blusen und vor allem die neonfarbenen T-Shirts, die im Fr¿hjahr 2059 ein echter Renner waren, sah.
    An den Schwebegrills wurden modische Getr¿e in denselben grellen Farbt¿nen verkauft, und der Geruch gegrillter Sojaburger stieg in den blauen Abendhimmel auf.
    Viele junge Leute nutzten das letzte Tageslicht und tobten sich mit B¿en, Reifen oder St¿cken auf den Sportpl¿en aus.
    In den Kinos um den Times Square war kaum etwas los, denn die Kunden hielten sich an diesem wunderbaren Abend lieber auf den Stra¿n auf. Anders war es in den Sex-Shops und den Clubs, denn gerade diese Jahreszeit rief in vielen Spa¿an solchen Dingen wach.
    Luftbusse karrten Kunden in die Sky Mall, das hochgelegene Einkaufszentrum, und Werbeflieger kreuzten ¿ber den Stra¿n und sonderten, um noch mehr Kundschaft in die L¿n zu bekommen, einen nicht endenden Strom von mehr oder minder flotten Spr¿chen ab.
    Kauf und du wirst gl¿cklich. Und morgen? Kaufst du einfach wieder irgendetwas ein.
    Paare sa¿n vor dem Aperitif oder vor gef¿llten Tellern an den Tischen vor den Restaurants, schmiedeten fr¿hlich Pl¿ f¿r den weiteren Verlauf des Abends, unterhielten sich ¿ber das wunderbare Wetter oder tauschten sich ¿ber die Erlebnisse des Tages aus.
    Das Leben in der Stadt erstrahlte in seiner ganzen Sch¿nheit, w¿end hoch ¿ber den K¿pfen der unz¿igen gesch¿igen, gut gelaunten Menschen das Grauen des Todes Einzug hielt.
    Er kannte nicht mal ihren Namen. Doch es war ihm v¿llig egal, wie ihre Mutter sie gerufen hatte, als sie zappelnd auf die Welt gekommen war. Und es k¿mmerte ihn noch viel weniger, welchen Namen sie mitnehmen w¿rde, wenn sie diese Welt ebenso zappelnd wieder verlie¿
    Es ging alleine darum, dass sie da war. Zur rechten Zeit am rechten Ort.
    Sie hatte die Suite 4602 betreten, w¿end sie auf ihrer abendlichen Runde durch die Zimmer dieses Stockwerkes gewesen war. Er hatte bereits seit dem Nachmittag auf sie gewartet und wurde durch ihr p¿nktliches Erscheinen f¿r seine Geduld belohnt.
    Sie trug die adrette schwarze Uniform und das h¿bsche wei¿ Sch¿rzchen eines Zimmerm¿hens des eleganten Palace Hotel und hatte sich das gl¿end braune Haar, wie von einer Angestellten des besten Hotels der ganzen Stadt erwartet wurde, mit einer schlichten schwarzen Spange ordentlich im Nacken zusammen gesteckt.
    Zu seiner Freude war sie jung und h¿bsch. Doch h¿e er sein Werk auch dann wie geplant verrichtet, wenn sie neunzig Jahre alt gewesen w¿ und h¿lich wie die Nacht finster.
    Aufgrund der Tatsache jedoch, dass sie jung und mit ihren roten Wangen und den dunklen Augen durchaus attraktiv zu nennen war, w¿rde seine Arbeit f¿r ihn ein regelrechter Genuss.
    Nat¿rlich hatte sie geklingelt. Zweimal, mit der erforderlichen kurzen Pause. Und diese Pause hatte er genutzt und sich lautlos in dem gro¿n Schlafzimmerschrank versteckt.
    Als sie schlie¿ich die T¿r mit ihrem Generalschl¿ssel ge¿ffnet hatte, hatte sie vorschriftsm¿g gerufen.
    ¿Ich komme, um das Bett zu machen.¿ Dabei hatte sie den gleichm¿tigen Singsang an den Tag gelegt, mit dem sich die meisten Zimmerm¿hen in R¿en meldeten, in denen nur selten jemand war.
    Zu erst ging sie durchs Schlafzimmer ins Bad, um die Handt¿cher, die der Bewohner der Suite, der sich unter dem Namen James Priory eingetragen hatte, seit seiner Ankunft vielleicht bereits benutzt hatte, durch frische zu ersetzen.
    W¿end sie das Bad aufr¿te, sang sie eine muntere kleine Melodie. Geh du nur fr¿hlich deiner Arbeit nach, dachte er an seinem Platz im Schrank. Das t¿ er gleich n¿ich ebenso.
    Er wartete, bis sie zur¿ckkam und die benutzten Handt¿cher, um sie sp¿r mit hinauszunehmen, auf den Boden warf. Wartete, bis sie ans Bett getreten und mit dem Aufschlagen der leuchtend blauen Tagesdecke fertig war.
    Sie war stolz auf ihre Arbeit, merkte er, als er sie die linke Stoffecke sorgf¿ig zu einem langen Dreieck falten sah.
    Tja, das war er genauso.
    Er bewegte sich blitzschnell. Kaum nahm sie aus dem Augenwinkel eine verschwommene Bewegung wahr, hatte er sie auch schon erreicht. Sie schrie gellend auf, doch ihr lang gezogener Schrei drang ¿ber das schallisolierte Zimmer nicht hinaus.
    Er wollte, dass sie schrie. Dadurch k¿ er in Stimmung.
    Sie schlug verzweifelt um sich und streckte eine Hand nach dem Piepser in der Sch¿rzentasche aus. Er aber drehte ihr einfach den Arm hinter den R¿cken, bis ihr Schrei vor lauter Schmerz erstarb und sie nur noch zu einem leisen Wimmern in der Lage war.
    ¿Das kann ich nicht zulassen.¿ Er nahm ihr den Piepser ab und warf ihn achtlos fort. ¿Das, was gleich passieren wird, wird dir nicht gefallen¿, erkl¿e er ihr freundlich. ¿Aber mir wird es gefallen, und das ist das Einzige, was z¿t.¿
    Er legte einen Arm um ihren Hals und hob die zierliche, kaum f¿nfzig Kilo schwere, junge Frau m¿helos in die H¿he, bis sie halb erstickt erschlafft in sich zusammensank.
    Er hatte f¿r den Notfall eine Spritze mit einem starken Beruhigungsmittel eingesteckt, doch die w¿rde er nicht brauchen bei einer derart winzigen Person.
    Als er sie wieder los lie¿und sie kraftlos auf die Knie sank, rieb er sich die H¿e und sah sie mit einem strahlenden L¿eln an.
    ¿Musik an¿, befahl er mit gut gelaunter Stimme und sofort tosten die von ihm zuvor einprogrammierten gewaltigen Kl¿e einer Arie aus der Oper Carmen durch den Raum.
    Einfach prachtvoll, dachte er und atmete, als k¿nne er dadurch die Noten in sich aufsaugen, so tief wie m¿glich ein.
    ¿Und jetzt machen wir uns am besten an die Arbeit.¿
    Pfeifend pr¿gelte er auf sie ein. Summend vergewaltigte er sie. Und als er sie erw¿rgt hatte, sang er aus vollem Hals die Carmen-Arie mit.

    Der Tod hatte zahlreiche Facetten, und der gewaltsame Tod sogar noch mehr. Es war ihr Job, diese Facetten zu durchleuchten, bis sie auf den Kern des Ganzen stie¿
    Ob ein Mord in hei¿m Zorn oder v¿llig kaltbl¿tig begangen wurde, war ihr dabei egal. Sie diente den Toten, und sie hatte einen Eid geschworen, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, um daf¿r zu sorgen, dass dem Opfer Gerechtigkeit widerfuhr.
    Heute Abend allerdings hatte Lieutenant Eve Dallas von der New Yorker Polizei Dienstausweis, Dienstwaffe sowie Handy in einem eleganten, kleinen Seident¿hchen, das sie als l¿erlich frivol und ¿erst unpraktisch empfand, versteckt.
    Statt wie gewohnt in Lederjacke, Hemd und Jeans war ihr langer, schlanker K¿rper in ein weich schimmerndes, apricotfarbenes, im R¿cken geradezu dramatisch tief ausgeschnittenes Abendkleid geh¿llt. Kleine Diamanten glitzerten an ihrem Hals, an ihren Ohrl¿chen, in die sie sich vor kurzem in einem Augenblick der Schw¿e hatte L¿cher stechen lassen, und ¿ was ihr besonders peinlich war ¿ in ihrem kurz geschnittenen braunen Haar.
    Einzig ihre braunen Augen wiesen sie auch weiterhin als Polizistin aus. Sie sah sich in dem eleganten Ballsaal um, lie¿den Blick ¿ber die G¿e wandern und dachte dabei ¿ber die von ihrem Mann getroffenen Sicherheitsvorkehrungen nach.
    Die in die kunstvoll vergipsten Decken eingelassenen ¿erwachungskameras boten einen vollst¿igen ¿erblick ¿ber den gesamten Saal. Scanner pr¿ften unauff¿ig, ob ein Gast oder ein Angestellter irgendwelche Waffen bei sich trug. Und mindestens die H¿te der schwarz befrackten Kellner, die sich mit Tabletts voller Getr¿e durch die Menge schoben, hatte eine Ausbildung als Leibw¿ter oder im Nahkampf absolviert.
    Nur geladene G¿e fanden heute Abend Einlass, und das Siegel auf den Einladungen wurde an den Eingangst¿ren sorgf¿ig gepr¿ft.
    Vorsicht war dringend geboten, denn es wurden Schmuckst¿cke, Kunstwerke und Kleider mit einem gesch¿ten Gesamtwert von f¿nfhundertachtundsiebzig Millionen Dollar im Ballsaal ausgestellt.
    Jedes dieser St¿cke ruhte an einem Platz, an dem es besonders vorteilhaft zur Geltung kam, und war durch ein auf Bewegung, Licht, Gewicht und W¿e eingestelltes individuelles Sensorfeld gesch¿tzt. Falls irgendwer versuchen w¿rde, einen dieser Gegenst¿e nur zu ber¿hren, g¿ es sofort ohrenbet¿enden Alarm, alle T¿ren gingen zu, und der private Wachdienst w¿rde umgehend durch ein handverlesenes Eliteteam der New Yorker Polizei verst¿t.
    Eves Meinung nach war eine solche Ausstellung an einem derart gro¿n, derart ¿ffentlichen Ort geradezu idiotisch, weil sie allzu viele Menschen in Versuchung f¿hren k¿nnte, selbst wenn die Inszenierung wirklich gelungen war.
    Aber was sollte man von jemandem wie Roarke auch anderes erwarten?
    ¿Nun, Lieutenant?¿ Die am¿sierte Stimme mit dem melodi¿sen, leichten irischen Akzent lenkte ihren Blick zur¿ck auf ihren Mann.
    Obgleich Roarke nat¿rlich nicht nur durch seine Stimme die Aufmerksamkeit fast aller Frauen automatisch auf sich zog.
    Er hatte s¿ndhaft blaue Augen und ein Gesicht, das Gott an einem seiner besten Tage pers¿nlich gemei¿lt zu haben schien. Als er sie jetzt betrachtete, verzog er seinen Dichtermund, der ihrer Meinung nach einfach zum Anbei¿n war, zu einem leichten L¿eln, zog eine dunkle Braue in die H¿he und strich mit seinen langen Fingern besitzergreifend ¿ber ihren nackten Arm.
    Seit fast einem Jahr waren sie beide Mann und Frau, doch wenn er sie so beil¿ig und gleichzeitig intim ber¿hrte, fing ihr Puls noch genauso an zu rasen wie am allerersten Tag.
    ¿Nette Feier¿, meinte sie, und sein L¿eln dehnte sich zu einem umwerfenden Grinsen aus.
    ¿Ja, nicht wahr?¿ Die Hand auf ihrem Arm, sah er sich zufrieden um.
    Seine rabenschwarzen Haare fielen ihm fast bis auf die Schultern, wodurch er, wie sie fand, das Aussehen eines wilden irischen Kriegsf¿rsten bekam. Und mit seinem hoch gewachsenen, straffen, muskul¿sen K¿rper in dem eleganten schwarzen Anzug bot er einen Anblick, der nicht nur ihr, sondern ebenfalls einer Gro¿ahl der anderen Frauen regelrecht den Atem nahm. H¿e Eve zu Eifersucht geneigt, h¿e sie gleich einigen der anwesenden Damen kr¿ig in den Hintern treten m¿ssen wegen der feurigen beziehungsweise sehns¿chtigen Blicke, die ihr Gatte von ihnen zugeworfen bekam.
    ¿Bist du mit den von uns getroffenen Sicherheitsvorkehrungen zufrieden?¿, fragte er sie l¿elnd.
    ¿Dass du diese Ausstellung im Ballsaal eines Hotels organisierst, finde ich, egal, ob der Ballsaal dir geh¿rt, nach wie vor in h¿chstem Ma¿riskant. Schlie¿ich ist das Zeug, das hier herumliegt, mehrere hundert Millionen Dollar wert.¿
    Er zuckte leicht zusammen. ¿Zeug ist nicht unbedingt das Wort, mit dem all diese Dinge nach unseren Bem¿hungen, Werbung f¿r die Auktion zu machen, bezeichnet werden sollten. Die Kunstwerke, die Schmuckst¿cke und Souvenirs, die Magda Lane im Verlauf ihrer Karriere zusammengetragen hat, sind so ziemlich das Feinste, was jemals zur Versteigerung geboten worden ist.¿
    ¿Und sie streicht daf¿r sicher jede Menge Kohle ein.¿
    ¿Das will ich doch wohl hoffen, denn daf¿r, dass mein Unternehmen die Ausstellung und die Auktion organisiert und auch die Verantwortung f¿r die Sicherheit des Ganzen ¿bernimmt, kriegt es ein ordentliches St¿ck von diesem Kuchen ab.¿
    W¿end er sich nun selbst aufmerksam im Ballsaal umschaute, hatte er dabei den gleichen k¿hlen, durchdringenden Blick wie seine Frau, obwohl er alles andere als ein Polizist war.
    ¿Ihr Name allein wird daf¿r sorgen, dass die Leute f¿r die Gegenst¿e hoch bieten. Ich glaube, wir k¿nnen davon ausgehen, dass am Schluss das Doppelte des tats¿lichen Werts all dieser St¿cke erzielt werden wird.¿
    Wahnsinn, dachte Eve. Absoluter Wahnsinn. ¿Du denkst, dass die Leute eine halbe Milliarde f¿r Sachen lockermachen werden, die jemand anderem geh¿ren?¿
    ¿Das ist nur eine vorsichtige Sch¿ung, bei der der Sentimentalit¿faktor nicht mitgerechnet ist.¿
    ¿Meine G¿te!¿ Sie sch¿ttelte den Kopf. ¿Dabei ist das alles doch nur irgendwelcher alter Plunder.¿ Dann aber hob sie entschuldigend eine Hand. ¿Ich hatte kurz vergessen, dass der Typ, mit dem ich gerade rede, der K¿nig alten Plunders ist.¿
    ¿Danke vielmals f¿r das Kompliment.¿ Dass er selber einen Teil dieses Plunders f¿r sich und seine Frau ersteigern wollte, erz¿te er ihr vielleicht erst mal besser nicht.
    Er hob einen Finger, und im Handumdrehen tauchte ein befrackter Kellner mit einem Tablett voll gef¿llter Champagnerfl¿ten vor ihm auf. Roarke nahm zwei der Gl¿r und reichte eins der beiden Eve. ¿Falls du damit fertig bist, die von mir getroffenen Sicherheitsvorkehrungen zu pr¿fen, k¿nntest du dich jetzt eventuell schlichtweg am¿sieren.¿
    ¿Wer sagt denn, dass ich das nicht l¿st schon tue?¿ Schlie¿ich war sie nicht als Polizistin hier, sondern als Roarkes Frau. Was hie¿ dass sie gezwungen war, sich unter die G¿eschar zu mischen und die gr¿¿e Qual ¿ber sich ergehen zu lassen, die es in ihren Augen gab: Smalltalk mit irgendwelchen Leuten, mit denen es wahrhaftig nichts zu reden gab.
    Da er sie genauestens kannte, hob er ihre Hand an seine Lippen und erkl¿e beeindruckt: ¿Du bist wirklich gut zu mir.¿
    ¿Wollen wir hoffen, dass du das nicht so schnell vergisst. Also gut.¿ Sie nahm einen kr¿igenden Schluck aus ihrem Glas. ¿Wem wirfst du mich zum Fra¿vor?¿
    ¿Ich denke, wir sollten mit der Hauptperson beginnen. Lass mich dir Magda vorstellen. Sie wird dir gefallen.¿
    ¿Eine Schauspielerin¿, grummelte Eve erbost.
    ¿Es ist h¿lich, wenn man Vorurteile hat. Und auf jeden Fall ist Magda Lane viel mehr als eine blo¿ Schauspielerin¿, erkl¿e er und bahnte sich einen Weg durch das Gedr¿e auf die gro¿ Mimin zu. ¿Sie ist eine Legende. Sie ist seit f¿nfzig Jahren im Gesch¿ und hat jeden neuen Trend, jeden neuen Stil, jede Ver¿erung in ihrem Metier nicht nur schadlos ¿berstanden, sondern positiv genutzt. Daf¿r reicht Talent allein nicht aus. Daf¿r braucht man R¿ckgrat, und davon hat sie eindeutig jede Menge.¿
    Eve hatte ihren Gatten niemals zuvor derart schw¿erisch erlebt, und so erkl¿e sie l¿elnd: ¿Du scheinst ein echter Fan von ihr zu sein.¿
    ¿Und ob. Als ich als Kind in Dublin lebte, gab es einen Abend, an dem ich von der Stra¿ verschwinden musste, weil ich ein paar geklaute Brieftaschen und andere Kleinigkeiten in der Tasche hatte und mir die Polizei dicht auf den Fersen war.¿
    ¿Typisch Stra¿ng¿re.¿ Sie verzog tadelnd ihren vollen, ungeschminkten Mund.
    ¿Tja, vielleicht, auf jeden Fall bin ich in einem Kino abgetaucht. Ich war zirka acht und war der festen ¿erzeugung, dass ich mich bei dem Drama, das gerade geboten wurde, zu Tode langweilen w¿rde, aber dann sa¿ich im Dunkeln und sah zum ersten Mal Magda Lane als Pamela in Pride¿s Fall.¿
    Er zeigte auf ein mit unz¿igen eisig blau glitzernden Steinen besetztes, ausladendes, strahlend wei¿s Ballkleid. Die Droiden-Replik der Mimin, die es trug, drehte sich elegant im Kreis, machte einen grazi¿sen Knicks und hielt sich dabei einen leuchtend wei¿n F¿er vors Gesicht.
    ¿Wie zum Teufel hat sie sich in diesem Ding bewegt?¿, ¿berlegte Eve. ¿Sieht aus, als ob es mindestens eine Tonne wiegt.¿
    Er fing an zu lachen. Typisch Eve, dass sie nur die unpraktische, nicht aber die glamour¿se Seite dieses Kleides sah. ¿Wie man mir erz¿t hat, wiegt das Kleid tats¿lich beinahe drei¿g Pfund. Sie hat offenkundig bereits damals jede Menge R¿ckgrat gehabt. Auf alle F¿e trug sie dieses Kleid, als ich sie zum ersten Mal im Kino sah. Und w¿end dieser Stunde verga¿ich total, wo ich war, wer ich war, dass ich einen B¿nhunger hatte und dass mir zu Hause Pr¿gel drohen w¿rden, falls nach Meinung meines Alten nicht gen¿gend Geld in den geklauten Brieftaschen zu finden war. Sie zog mich v¿llig in ihren Bann.¿
    Eine St¿rung ihrer Unterhaltung verhinderte er dadurch, dass er l¿ig winkte oder freundlich l¿elte, wenn jemand nach ihm rief. ¿In jenem Sommer habe ich mir Pride¿s Fall noch vier Mal angesehen und sogar daf¿r bezahlt. Na ja, zu mindest einmal habe ich brav eine Eintrittskarte gekauft. Und auch sp¿r habe ich mir stets, wenn ich der Wirklichkeit entfliehen wollte, irgendwelche Filme, vorzugsweise mit ihr, angesehen.¿
    Da sie den kleinen Jungen deutlich vor sich sehen konnte, der allein im Dunkeln sa¿und sich von den Bildern auf der Leinwand in eine andere Welt entf¿hren lie¿ ergriff sie seine Hand.
    Als achtj¿iger Junge hatte er eine Welt f¿r sich entdeckt, die au¿rhalb der grausamen Gewalt und des f¿rchterlichen Elends seines eigenen Lebens lag.
    Als achtj¿iges M¿hen hatte sie, zu traumatisiert, um sich an irgendwas aus ihrem bisherigen Leben ¿ und sei es nur ihren Namen ¿ zu erinnern, die Wandlung zu Eve Dallas durchgemacht.
    War das nicht fast das Gleiche?
    Eve erkannte die Schauspielerin sofort. Auch wenn Roarke inzwischen nicht mehr ins Kino ging, hatte er doch Tausende von Filmen auf Diskette, und sie hatte in dem Jahr, seit sie ihn kannte, mehr Zeit vor dem Fernsehbildschirm zugebracht als in den gesamten drei¿g Jahren zu vor.
    Magda Lane war nicht zu ¿bersehen. In ihrem leuchtend roten Kleid sah ihr wohlgeformter, straffer Leib wie ein vollendetes Kunstwerk aus. Mit ihren dreiundsechzig Jahren hatte sie das beste Alter gerade hinter sich gelassen, der Begriff Matrone jedoch fiel einem bei ihrem Anblick ganz bestimmt nicht ein. Nach allem, was Eve sah, ging sie den neuen Lebensabschnitt ¿erst schwungvoll an.
    Ihr Haar hatte die Farbe reifen Weizens und wogte in spiralf¿rmigen Locken auf ihre nackten Schultern. Ihre Lippen, voll und reif wie ihr gesamter K¿rper, schimmerten im selben Rot wie ihr Gewand. Ihre milchig wei¿ Haut war faltenlos und wurde von dem Sch¿nheitsfleck am Ende einer ihrer sanft geschwungenen Brauen vorteilhaft betont.
    Der Blick der leuchtend gr¿nen Augen, die unter diesen dunklen Brauen blitzten, landete k¿hl und absch¿end auf Eve. Dann wanderte er weiter Richtung Roarke und wurde pl¿tzlich warm.
    Mit einem leichten L¿eln trat sie aus dem Kreis von Menschen, der sich um sie gebildet hatte, und kam mit ausgestreckten Armen auf ihn zu.
    ¿Mein Gott, Sie sehen einfach pr¿tig aus.¿
    Roarke nahm ihre H¿e und hob sie an seinen Mund. ¿Ich wollte gerade genau dasselbe sagen, Magda. Wie immer sehen Sie einfach fantastisch aus.¿
    ¿Ja, aber das geh¿rt zu meinem Job. Sie hingegen wurden einfach so geboren. Sie sind eben ein Gl¿ckspilz. Und das ist sicher Ihre Frau.¿
    ¿Ja. Eve, Magda Lane.¿
    ¿Lieutenant Eve Dallas.¿