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Beim Leben meiner Schwester

Roman

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Taschenbuch
Ohne ihre Schwester Anna kann Kate Fitzgerald nicht leben: Sie hat Leukämie. Doch eines Tages weigert sich die 13-jährige Anna, weiterhin Knochenmark für ihre todkranke Schwester zu spenden … Jodi Picoults so brisanter wie aufrüttelnder Roman über den Wert des Menschen wird niemanden kaltlassen.

Portrait
Picoult, Jodi
Jodi Picoult, geboren 1967 auf Long Island, studierte in Princeton Creative Writing und in Harvard Erziehungswissenschaften.1992 veröffentlichte sie ihren ersten Roman und gehört heute zu den beliebtesten amerikanischen Erzählerinnen weltweit. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Hanover, New Hampshire.
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  • Artikelbild-0
  • Für die Currans:
    die besten Familienmitglieder,
    mit denen wir gar nicht verwandt sind.
    Danke, daß ihr in unserem Leben
    eine so wichtige Rolle spielt.
    Man fängt keinen Krieg an, oder man sollte vernünftigerweise keinen anfangen, ohne sich zu sagen, was man mit und was man in demselben erreichen will, das erste ist der Zweck, das andere das Ziel.
    CARL VON CLAUSEWITZ, Vom Kriege , 8. Buch, 2. Kapitel
    PROLOG
    In meiner frühesten Erinnerung bin ich drei Jahre alt und versuche, meine Schwester umzubringen. Manchmal ist die Erinnerung so deutlich, daß ich wieder genau weiß, wie kratzig sich das Kopfkissen anfühlte, wie ihre Nasenspitze gegen meine Handfläche drückte. Sie hatte natürlich keine Chance gegen mich, aber geklappt hat es nicht. Mein Vater kam rein, um vor dem Schlafengehen noch einmal nach uns zu sehen, und rettete sie. Er brachte mich zurück zu meinem eigenen Bett. "Das", sagte er zu mir, "ist nie passiert."
    Als wir älter wurden, schien ich gar nicht zu existieren außer wenn es um sie ging. Manchmal betrachtete ich sie, wenn sie in ihrem Bett auf der anderen Seite unseres Zimmers schlief, und ging die Möglichkeiten durch. Gift in ihren Cornflakes. Eine tückische Unterwasserströmung beim Baden im Meer. Blitzschlag.
    Aber ich habe meine Schwester nicht umgebracht. Sie hat es ganz allein gemacht.
    Zumindest rede ich mir das ein.
    MONTAG
    Bruder, ich bin Feuer
    Lodere unter dem Ozeanboden.
    Ich werde dir nie begegnen, Bruder Jedenfalls jahrelang nicht;
    Vielleicht erst in Tausenden von Jahren, Bruder.
    Dann werde ich dich wärmen,
    Dich umfassen, dich umkreisen,
    Dich verbrauchen und dich verwandeln
    Vielleicht in Tausenden von Jahren, Bruder.
    CARL SANDBURG, Kin
    ANNA
    Als ich klein war, fragte ich mich nicht, wie Babys gemacht wurden, sondern warum. Wie eine Zeugung ablief, wußte ich mein großer Bruder Jesse hatte mich aufgeklärt , obwohl ich damals sicher war, daß er die Hälfte davon falsch verstanden hatte. Andere Kinder in meinem Alter schlugen im Klassenlexikon emsig die Wörter Penis und Vagina nach, wenn die Lehrerin ihnen den Rücken zudrehte, aber mich beschäftigten andere Fragen. Warum zum Beispiel manche Mütter nur ein Kind hatten, während andere Familien vor unseren Augen immer größer wurden. Oder wieso die Neue in der Schule, Sedona, jedem erzählte, sie sei nach der Stadt benannt, in der ihre Eltern sie im Urlaub gezeugt hatten ("Ein Glück, daß sie nicht gerade in Jersey City waren", sagte mein Vater, als er das hörte).
    Jetzt, mit dreizehn, sind die Fragen, die mich beschäftigen, noch komplizierter: die Achtkläßlerin, die von der Schule geflogen ist, weil sie sich in Schwierigkeiten gebracht hat; eine Nachbarin, die sich hat schwängern lassen, weil sie gehofft hat, das würde ihren Mann davon abhalten, die Scheidung einzureichen. Ich finde, wenn heute Außerirdische auf der Erde landen und sich ganz genau anschauen würden, warum Babys geboren werden, kämen sie unweigerlich zu dem Schluß, daß die meisten Leute aus Versehen Kinder kriegen oder weil sie an einem bestimmten Abend zu viel getrunken haben oder weil die Verhütungsmethoden nicht hundertprozentig sicher sind oder aus tausenderlei anderen Gründen, die nicht besonders schmeichelhaft sind.
    Ich dagegen wurde zu einem ganz bestimmten Zweck geboren. Ich war nicht die Folge einer billigen Flasche Wein oder einer Vollmondnacht oder eines Augenblicks ungezügelter Leidenschaft. Ich wurde geboren, weil es einem Wissenschaftler gelungen ist, ein Ei meiner Mutter mit einer Samenzelle meines Vaters zu vereinen, um eine bestimmte Kombination von kostbarem genetischem Material zu schaffen. Tatsache ist, als Jesse mir erzählte, wie Babys gemacht werden, und ich, die große Zweiflerin, zu meinen Eltern marschierte, damit sie mir erzählten, wie es wirklich funktionierte, erfuhr ich mehr, als ich wissen wollte. Natürlich erzählten sie mir den üblichen Kram aber sie erklärten mir auch, daß sie sich s
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 478
Erscheinungsdatum 01.09.2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-24796-2
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 19,2/12,4/3,3 cm
Gewicht 345 g
Originaltitel My Sister's Keeper
Auflage 24. Auflage
Übersetzer Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Buch (Taschenbuch)
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12,00
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
65 Bewertungen
Übersicht
54
10
1
0
0

Taschentücher bereit halten
von einer Kundin/einem Kunden aus Bonn am 19.06.2018

Eine lebensnahe Geschichte. Besonders gefallen hat es mir zu sehen, wie jedes Familienmitglied unterschiedlich mit Schicksalsschlägen umgeht und deswegen die Geschichte so realitätsnah ist. Das Ende ist alles andere als vorhersehbar.

von Melissa Maldonado-Eichelberger aus Zwickau am 16.06.2017
Bewertet: anderes Format

Eine ehrliche doch sehr ergreifende Geschichte.

Ein Buch ohne Stimme
von einer Kundin/einem Kunden am 31.01.2017

Anfangs fand ich das Buch durchaus fesselnd, obwohl es im Präsens geschrieben ist, was ich nicht ausstehen kann, aber recht schnell ging mir der eintönige Erzählstil auf die Nerven. Die vielen verschiedenen Ich-Erzähler sprechen alle dieselbe Sprache, mit derselben Stimme - und werden dadurch als Charaktere unglaubwürdig. Die Si... Anfangs fand ich das Buch durchaus fesselnd, obwohl es im Präsens geschrieben ist, was ich nicht ausstehen kann, aber recht schnell ging mir der eintönige Erzählstil auf die Nerven. Die vielen verschiedenen Ich-Erzähler sprechen alle dieselbe Sprache, mit derselben Stimme - und werden dadurch als Charaktere unglaubwürdig. Die Sicht der anderen auf Jesse etwa ist die eines Drogen nehmenden Chaoten, doch das findet sich nicht in den Passagen wieder, in denen Jesse selbst spricht, obwohl er sich auch da als Chaot geriert, der Drogen nimmt und Häuser anzündet. Dazu spricht er zu erwachsen und reflektiert - sein unreifes Verhalten steht im krassen Gegensatz dazu. Und genau deshalb bleibt Jesse für mich eine Schablone ohne Leben. Noch schlimmer Kate, die irgendwie gar keine Persönlichkeit, sondern nur eine Krankheit zu sein scheint, die sie auch weidlich ausspielt, um ihre Schwester zu übervorteilen. Dass Anna ihre Schwester mag, grenzt für mich an ein Wunder knapp an der Grenze zur Glaubwürdigkeit, weil von Kate einfach keinerlei liebenswerte Züge gezeigt werden. Am unsympathischsten ist für mich Mutter Sara, bei der man weder Mitgefühl noch Empathie anderen Personen als Kate gegenüber spürt. Zwar betont sie gelegentlich, beide Töchter zu lieben, de facto ist Kate für sie jedoch nur ein Ersatzteillager, und genauso wird sie auch behandelt, während Jesse für sie nicht mehr existiert. Ich glaube durchaus, dass es solche Konstellationen gibt, sowie Menschen, die wie Sara agieren und außer dem Kampf um das eine kranke Kind nichts und niemand anderen mehr sehen. Aber von der vielgerühmten Zwiespältigkeit, in der auch sie stecken soll, merkt man nichts. Es ist der Autorin einfach nicht gelungen, mir Saras Liebe ihren anderen Kindern oder auch nur ihrem Mann gegenüber deutlich zu machen. Im echten Leben hätten Mann und Restkinder sie längst verlassen. Die schmatische und eintönige Erzählweise setzt sich im Aufbau der Abschnitte fort. Fast immer wird kurz die Situation geschildert, um dann in eine langatmige und oft genug nichtssagende Rückblende zu verfallen, deren einziger Vorteil der ist, nicht im Präsens verfasst zu sein. Fast glaube ich, die Autorin hat Präsens eben wegen der vielen nervigen Rückblenden gewählt, um nicht dauernd im Plusquamperfekt schreiben zu müssen. Die Rückblenden werfen nur manchmal Schlaglichter auf die Entwicklung der Figuren und die famiiäre Interaktion. Am nervigsten fand ich die von vielen kritisierte Liebesgeschichte zwischen Anwalt und Verfahrenspflegerin, die nichts beitrug. Gern hätte ich Julias Sicht auf die familiäre Situation erfahren, doch das, was an der Figur interessant gewesen wäre, nämlich der Spiegel für diese Familie zu sein, wurde total vernachlässigt. Stattdessen erfahren wir nur etwas über ihre versaute Beziehung zum Anwalt. Zusammenfassend erreicht mich das Buch trotz des wichtigen Themas überhaupt nicht, und das liegt schlicht an der Unfähigkeit der Autorin, ihren Figuren sprachlich Leben einzuhauchen. Die eigentliche Geschichte, die ich lesen wollte, ertrinkt in Passagen von banaler Nichtigkeit, endlosen Rückblenden und liebloser Figurenzeichnung. Sehr, sehr schade! Den zweiten Stern gibts nur, weil ich bis zum Ende gelesen habe (auch wenn ich ab der Hälfte des Buchs fast nur noch überblättert habe).


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