Fräulein Nettes kurzer Sommer

Roman

Karen Duve

(21)
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Beschreibung

Karen Duves so lakonischer wie gnadenlos sezierender Roman über die junge Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und die Welt der letzten Romantiker, die deutsche Märchen sammelten, während die gute alte Ordnung um sie herum zerfiel. Das Porträt einer jungen Frau in einer Welt, in der nichts so blieb, wie es war.

Fräulein Nette ist eine Nervensäge! Dreiundzwanzig Jahre alt, heftig, störrisch und vorlaut, ist sie das schwarze Schaf, das nicht in die Herde ihrer adligen Verwandten passen will. Während ihre Tanten und Cousinen brav am Kamin sitzen und sticken, zieht sie mit einem Berghammer bewaffnet in die Mergelgruben, um nach Mineralien zu stöbern. Die Säume ihrer Kleider sind im Grunde immer verschmutzt! Das Schlimmste aber ist ihre scharfe Zunge. Wenn die Künstlerfreunde ihres Onkels August nach Bökerhof kommen, über Kunst und Politik sprechen, mischt sie sich ungefragt ein. Wilhelm Grimm bekommt bereits Panik, wenn er sie nur sieht.

Ein Enfant terrible ist sie, wohl aber nicht für alle. Heinrich Straube, genialischer Mittelpunkt der Göttinger Poetengilde, fühlt sich jedenfalls sehr hingezogen zu der Nichte seines besten Freundes. Seine Annäherungsversuche im Treibhaus der Familie bleiben durchaus nicht unerwidert. Allerdings ist er nicht der einzige. Was folgt ist eine Liebeskatastrophe mit familiärem Flächenbrand.

Historisch genau, gnadenlos entlarvend und so trocken-lakonisch und bitter-ironisch geschrieben, wie es nur Karen Duve kann.

Karen Duve erzählt überaus farbig, mit viel Zeitkolorit, gestützt auf das reichliche dokumentarische Material aus einer Zeit, als die Leute sich lange detaillierte Briefe schrieben. Die Brüder Grimm treten auf, Hoffmann von Fallersleben, der Dichter Kotzebue und sein Mörder Sand, der junge Heinrich Heine und viele andere mehr. (...) Ein überaus interessantes Buch mit scharfem Witz. Katharina Döbler Deutschlandfunk Kultur

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 592
Erscheinungsdatum 07.09.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86971-138-6
Verlag Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 22/15/4,7 cm
Gewicht 790 g
Auflage 12. Auflage
Verkaufsrang 97711

Kundenbewertungen

Durchschnitt
21 Bewertungen
Übersicht
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Fräulein Nettes kurzer Sommer
von Timo Funken am 08.07.2019

Ein interessanter, humorvoller Einblick in das Leben Droste Hülshoffs. Der Stil des Buches hat mir gut gefallen und mich oft zum Schmunzeln gebracht, daher 5 Sterne. Liebe Grüße Timo Funken

Ein toller trocken- humorig und historischer Roman
von einer Kundin/einem Kunden aus Göttingen am 20.05.2019

Die junge, vorlaute und direkte Anette v. Droste Hülsdorff geht im vornehmen 19. Jahrhundert ihren Weg- ein Skandal für damalige Verhältnisse. Ein Geschenk für alle Fans des trockenen Humors und Leser dieses Buches! Toll auch die Beschreibung der Region rund um Kassel, Göttingen und Münster- ein Stück Stadtgeschichte wird mitg... Die junge, vorlaute und direkte Anette v. Droste Hülsdorff geht im vornehmen 19. Jahrhundert ihren Weg- ein Skandal für damalige Verhältnisse. Ein Geschenk für alle Fans des trockenen Humors und Leser dieses Buches! Toll auch die Beschreibung der Region rund um Kassel, Göttingen und Münster- ein Stück Stadtgeschichte wird mitgeteilt! Einziges Manko, bis man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte muss man einige Seiten lesen, doch es lohnt sich!!!

Eine unglückliche Romanze
von einer Kundin/einem Kunden aus Offenbach am 22.11.2018

Dieser Roman war für mich eine echte Entschleunigung, ein Kontrastprogramm zu unserer hektischen, unruhigen Zeit. Duve versteht es vollkommen, den Ton der Romatik zu treffen und schildert witzig und voller Pointen aus dem Leben dieser Dichterin, die als „Nervensäge“ verschrien war, weil sie ungefragt ihre Meinung kund tat, stat... Dieser Roman war für mich eine echte Entschleunigung, ein Kontrastprogramm zu unserer hektischen, unruhigen Zeit. Duve versteht es vollkommen, den Ton der Romatik zu treffen und schildert witzig und voller Pointen aus dem Leben dieser Dichterin, die als „Nervensäge“ verschrien war, weil sie ungefragt ihre Meinung kund tat, statt sittsam zu sticken und den Mund zu halten. Die Familie ist „indigniert“ über dieses Verhalten und das macht für Annette auch den Kontakt mit Männern nicht leichter, die keinesfalls eine emanzipierte Frau haben wollen. Fazit: Viel Spaß gehabt beim Lesen und deutlich mehr gelernt, als früher in der Schule :-)


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