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Die Grasharfe

Roman

Ein Märchen? Collin Fenwick erinnert sich an ein Kindheitserlebnis, das ihm im Rückblick wie ein Traum erscheint. Als Elfjähriger kommt er nach dem Tod seiner Eltern zu seinen ebenso verschrobenen wie unterschiedlichen Tanten Verena und Dolly in ein kleines Südstaaten-Nest. Die eine ist eine knauserige, herrschsüchtige Realistin, die andere eine freundliche Träumerin, die zusammen mit ihrer schwarzen Freundin Catherine aus Waldkräutern nach altem Rezept Arznei braut. Es kommt zum Tantenstreit, als Verena in Dollys Sammelleidenschaft ein dickes Geschäft wittert und diese im großen Stil vermarkten will. Dabei sitzt sie einem Schwindler auf - vor allem aber jagt sie damit Dolly in die Flucht. Um ihr kleines, privates Glück vor den Geschäftsinteressen der Schwester zu verteidigen, bezieht Dolly zusammen mit Collin und Catherine Quartier in einem Baumhaus. Doch ihr Idyll ist nur von kurzer Dauer: Schwester, Sheriff und Honorationen des Dorfes lassen ihnen keine Ruhe und versuchen, die drei Ausreißer zurück in die Wirklichkeit zu zwingen, hinunter vom Baum. Am Ende steht eine Schlacht und ein Sieg - eine letzte Nacht bleiben sie in ihrem Refugium, dann verlassen sie ihr Baumhaus freiwillig, den Triumph der Freiheit in den Augen.
Portrait
Truman Capote wurde 1924 in New Orleans geboren; er wuchs in den Südstaaten auf, bis ihn seine Mutter als Achtjährigen zu sich nach New York holte. Mit neunzehn Jahren erhielt er für seine Kurzgeschichte Miriam den »O.-Henry-Preis«. 1948 erschien sein Roman »Andere Stimmen, andere Räume«, der als das sensationelle Debüt eines literarischen Wunderkindes gefeiert wurde. 1949 folgte die Kurzgeschichtensammlung »Baum der Nacht«, 1950 die Reisebeschreibung »Lokalkolorit«, 1951 der Roman »Die Grasharfe«. Das 1958 veröffentlichte »Frühstück bei Tiffany« erlangte auch dank der Verfilmung mit Audrey Hepburn große Berühmtheit. 1965 erschien der mehrmals verfilmte Tatsachenroman »Kaltblütig«, 1973 »Die Hunde bellen« (Storys und Porträts), 1980 »Musik für Chamäleons« (Erzählungen und Reportagen). Postum wurden 1987 - unvollendet - der Roman »Erhörte Gebete« und 2005 das neu entdeckte Debüt »Sommerdiebe« veröffentlicht. Truman Capote starb 1984 in Los Angeles.

Die Herausgeberin Anuschka Roshani studierte Verhaltensbiologie und Germanistik in Berlin und besuchte anschliessend die Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Danach war sie sieben Jahre lang Redakteurin und Reporterin im Kultur- und Gesellschaftsressort des »Spiegel«. Seit 2002 lebt sie in Zürich, wo sie als Redakteurin für »Das Magazin« des »Tages-Anzeigers« arbeitet.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Anuschka Roshani
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum Oktober 2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-0369-5160-7
Verlag Kein & Aber
Maße (L/B/H) 19/12,4/1,6 cm
Gewicht 235 g
Originaltitel The Grass Harp
Auflage 1. Auflage, neue Ausgabe
Übersetzer Friedrich Podszus, Anna Seidel
Buch (gebundene Ausgabe)
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18,90
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Auszeit im Baumhaus
von Claudia Stadler-Desch aus Aschaffenburg am 18.06.2009
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Zwei Schwestern Dolly und Verena, die unterschiedlicher nicht sein können. Ein elfjähriger Neffe, namens Collin wird zum Waisenkind. Die Tanten nehmen den Jungen liebevoll auf.Weil die geschäftstüchtige Verena ihre verträumte Schwester Dolly zum professionellen Vertrieb ihrer Kräuterarznei zwingen will, eskaliert der Streit zwis... Zwei Schwestern Dolly und Verena, die unterschiedlicher nicht sein können. Ein elfjähriger Neffe, namens Collin wird zum Waisenkind. Die Tanten nehmen den Jungen liebevoll auf.Weil die geschäftstüchtige Verena ihre verträumte Schwester Dolly zum professionellen Vertrieb ihrer Kräuterarznei zwingen will, eskaliert der Streit zwischen den beiden dermaßen, dass Dolly und Collin in den Wald auf ein Baumhaus flüchten und dort ein neues Leben beginnen...... Truman Capote gelingt es hier in erzählerischer Prosalyrik ein Südstaatenamerika der 40er Jahre entstehen zu lassen. Beim Lesen glaubt man selbst, die Grasharfe in der Prärie zu hören, wie sie ihr Lied des Windes spielt. Ein sehr lesenwertes Buch.

Meisterwerk
von Manu aus Wien am 27.07.2007
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Ein beeindruckendes, poetisches, trauiges, dramatisches, faszinierendes, harmonisches, ausdrucksstarkes, fieberhaftes, mitreißendes, liebenswertes, gefühlvolles u. auch erheiterndes Meisterwerk. Wertvolle Literatur, fast nicht von dieser Welt !

Gebläht
von Polar aus Aachen am 28.06.2007

Eigentlich stimmen alle Zutaten. Der Süden, eine schräge Familie, ein absurde Plot um einen Baum, der als letzter Zufluchtsort dient, selbst die Sprache läßt an einigen Stellen erahnen, was möglich gewesen wäre. Norman Mailer bezeichnet Capote als den vollkommensten Stilisten seiner Generation und man kann nur hoffen, daß es nic... Eigentlich stimmen alle Zutaten. Der Süden, eine schräge Familie, ein absurde Plot um einen Baum, der als letzter Zufluchtsort dient, selbst die Sprache läßt an einigen Stellen erahnen, was möglich gewesen wäre. Norman Mailer bezeichnet Capote als den vollkommensten Stilisten seiner Generation und man kann nur hoffen, daß es nicht an der Übersetzung liegt, daß dieser Roman sprachlich überfrachtet und bedeutungsschwanger daherkommt. Zu keiner Zeit zieht es einen in die Geschichte hinien. Die Dialoge lassen einen Leser außen vor, obwohl der Autor sich um Lokalkolorit bemüht. Leider sind die Anstrengungen, denen Capote sich unterwirft so stark, daß es einem trotz 187 Seiten schwerfällt, dabei zu bleiben. Sein Roman wirkt altbacken, geschwollen. Hier will jemand um jeden Preis Literatur schaffen und überfrachtet Beschreibungen mit Attributen und Adjektiven. Mit Frühstück bei Tiffany wird ihm ein paar Jahre später etwas Subtileres, Leichteres gelingen.