Pirasol

Roman

Susan Kreller

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Beschreibung

Zwei alte Damen leben in der Papierfabrikantenvilla »Pirasol«: Die scheue Gwendolin ist 84 Jahre alt, Witwe und Alleinerbin des Hauses, Thea ist fünfzehn Jahre jünger und verfolgt einen eigenen Plan. Als man den vom Vater verstoßenen und seit drei Jahrzehnten verschollenen Sohn Gwendolins in der Stadt gesehen haben will, versucht Thea, ihren Einfluss zu sichern und vollends das Regiment im Haus zu übernehmen. Für Gwendolin der Auslöser, sich zu erinnern: an eine Berliner Kindheit während der Zeit des Nationalsozialismus, an den Verlust der Eltern und das eigene Überleben, an einen neuen Anfang mit dem despotischen Papierkönig Willem, einen Brandanschlag und schließlich an die Verbannung des gemeinsamen Kindes. Am Ende lernt Gwendolin, allen Widrigkeiten etwas entgegenzusetzen – sich selbst.

"Pirasol ist ein besonderes Buch und birgt eine Geschichte in die man eben durch die Erzählweise tief einsteigt, eine Geschichte die in Erinnerung bleiben wird.", reingelesen.wordpress.com, 15.05.2018

Susan Kreller, geboren 1977 in Plauen, studierte Germanistik und Anglistik und promovierte über englischsprachige Kinderlyrik. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde sie 2012 mit dem Jugendbuch »Elefanten sieht man nicht« bekannt. Sie erhielt unter anderem das Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium, den Hansjörg-Martin-Preis (2013) und 2015 den Deutschen Jugendliteraturpreis für »Schneeriese«. Sie arbeitet als Schriftstellerin, Journalistin und Literaturwissenschaftlerin und lebt in Bielefeld. »Pirasol« ist ihr Roman-Debüt im Berlin Verlag.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 04.12.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-31411-4
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 18,6/12,1/2,5 cm
Gewicht 267 g
Auflage 1. Auflage

Kundenbewertungen

Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
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Ungewöhnlich
von einer Kundin/einem Kunden aus Kleve am 09.11.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Zwei alte Damen leben in einer Villa, und schon zu Beginn der Geschichte fragt man sich, warum Gwendolin die herrische Thea in ihr Haus gelassen hat. Was dahintersteckt, erzählt Susan Kreller in ihrem Roman über ein Leben im 20.Jh. auf verschiedenen Zeitebenen, die kunstvoll ineinander greifen. Poetisch, fast leicht und bildhaft... Zwei alte Damen leben in einer Villa, und schon zu Beginn der Geschichte fragt man sich, warum Gwendolin die herrische Thea in ihr Haus gelassen hat. Was dahintersteckt, erzählt Susan Kreller in ihrem Roman über ein Leben im 20.Jh. auf verschiedenen Zeitebenen, die kunstvoll ineinander greifen. Poetisch, fast leicht und bildhaft geht es um eindringliche Erlebnisse, die dadurch umso mehr nachwirken. Nach und nach setzt sich spannend ein Bild zusammen. Ein wirklich besonderes Buch.

Feierlichkeit des Erzählens
von einer Kundin/einem Kunden am 24.08.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Pirasol ist der Name der Villa, in der die 84jährige Gwendoline Suhr und die einige Jahre jüngere Thea Hartwig seit langen gemeinsam leben. Diese Villa kann eine Festung sein, aber auch zum Gefängnis werden. Dem Buch ist ein Zitat der großartigen Dichterin Hilde Domin vorangestellt. Das deutet schon auf den hohen Ton des Roma... Pirasol ist der Name der Villa, in der die 84jährige Gwendoline Suhr und die einige Jahre jüngere Thea Hartwig seit langen gemeinsam leben. Diese Villa kann eine Festung sein, aber auch zum Gefängnis werden. Dem Buch ist ein Zitat der großartigen Dichterin Hilde Domin vorangestellt. Das deutet schon auf den hohen Ton des Romans hin, dem auch ein gewisse Pathos inne ist. Das ist nicht negativ gemeint, den daraus entsteht eine Feierlichkeit des Erzählens. Ein Stil, der sich vom Einheitsbrei der meisten zeitgenössischen Literatur abhebt, auch wenn er altmodisch wirken kann. Auffällig auch die Erzählstruktur. Die Autorin setzt sinnvoll Zeitsprünge ein. Gwendolines Erinnerungen reichen zurück in die Zeit, als ihr Vater in der schlimmen Zeit verhaftet und nach Sachsenhausen verbracht wurde, die Jahre ihrer unglücklichen Ehe mit dem besitzergreifenden Willem und ihrem Sohn. Gegen den Jungen war Willem sogar gewalttätig. Das Gefühl, ihr Kind nicht beschützen zu können, ist für Gwendoline die schlimmste Qual. Diese Szenen vermögen zu berühren, da die Autorin sie sehr sensibel und mit Detailgenauigkeit schildert. Gwendoline musste harte Zeiten durchmachen. Auch die Jahre nach dem Krieg waren nicht leicht, das Eheleben mit dem älteren, sadistischen Mann war eine Qual. Schlimm, dass selbst nach Willems Tod mit Thea sich noch so ein Parasit bei ihr einnistet. Aber da steckt noch etwas anderes dahinter. Sprachlich ist der Roman feinfühlig gemacht. Es gibt zahlreiche Sätze, die bemerkenswert sind. Manchmal ist das geschilderte für den Leser nicht einfach zu ertragen, aber es ist ein wichtiges Buch. Susan Kreller schafft eine Sprache, die angemessen ist, den gepeinigten der Welt, die sich selbst nicht äußern können, eine Stimme zu geben. Das halte ich für eine große Leistung.


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