Sansibar oder der letzte Grund - Alfred Andersch

Lehrerheft, Unterrichtsmaterialien, Kopiervorlagen, Interpretation

Günter Krapp, Jürgen van de Laar

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Beschreibung

Die schülerorientierte Umsetzung von Alfred Anderschs Roman im Deutschunterricht der Sekundarstufe I und II. Mit zahlreichen Arbeitsblättern und Kopiervorlagen. Wer Ernst Barlachs "Lesender Klosterschüler" kennt, versteht, welche Faszination vom Vorgang des Lesens ausgeht. Anderschs Roman setzt Barlachs Plastik in die Zeit des Nationalsozialismus und gestaltet um den Kommunisten Gregor, die Jüdin Judith, Pfarrer Helander, Fischer Knudsen und dessen Fischerjungen ein Gefüge um Selbstbestimmung, Unabhängigkeit von Ideologien und Sehnsucht nach Freiheit. Unser Lehrerheft bietet die schülerorientierte Umsetzung von Alfred Anderschs Roman im Deutschunterricht der Sekundarstufe I und II.

Enthalten sind Hilfen zur Unterrichtsvorbereitung, Stundenverläufe, Arbeitsblätter, Schreibanlässe und ihre Bewertung.

Inhalt und Aufbau des Romans 5
Alfred Andersch, Sansibar oder der letzte Grund
als Romanlektüre 5
Wege zum Verständnis – Unterrichtsmethoden 6
Sansibar oder der letzte Grund: Handlung, Motive und Personen 7
Die Romanstruktur 9
Die Erzählperspektive – „Stream of Consciousness“ 9
Inhaltsangabe zu den Kapiteln 12
Die Personen 17
Der Junge 17
Gregor 17
Helander 18
Knudsen 19
Judith 19
Ernst Barlach „Lesender Klosterschüler“ 20
Symbolik im Roman 22
Alfred Andersch, Die Kirschen der Freiheit 24
Lebensdaten Alfred Anderschs 25
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht 27
Warum ist kreatives Schreiben im Deutschunterricht „notwendig“? 27
Die Bewertung von Schreibanlässen 29
Überarbeitungen und Korrekturen 30
Beispiele zu möglichen Schreibanlässen und deren Bewertung 32
Unterrichtsverlauf – Stundenentwürfe 37
Gliederung der Unterrichtsentwürfe 37
Symbolerklärung 38
Einführung in den Roman 39
Einführung l: Die Eingangssituation 39
Unterrichtsschritt l: Der Junge, der Traum vom Abenteuer 39
Unterrichtsschritt II: Gregor, der Beobachter und Planer 40
Unterrichtsschritt III: Auffälligkeiten in Form und Inhalt 41
Einführung II: Die Erzähltechnik 42
Personale Erzählperspektive und „Stream of Consciousness“ 42
Unterrichtsschritt l: Die Erzählperspektive 42
Unterrichtsschritt II: Drehbuch zu einem Kapitel zeichnen 45
Einführung III: Die Gefährdungen der Personen 46
Unterrichtsschritt I: Visualisierung durch die Figuren 46
Unterrichtsschritt II: Strukturbild „Die Bedrohung“ 46
Unterrichtsschritt III: Plakate zu den Personen gestalten 48
Inhaltsverzeichnis
3
Handlungsentwicklung und Motive 49
Fluchtvorhaben 49
Unterrichtsschritt I: Die Gefährdungen 49
Gregor begegnet dem Lesenden Klosterschüler 51
Unterrichtsschritt I: Den Lesenden Klosterschüler nachempfinden 51
Unterrichtsschritt II: Die Ausstrahlung der Holzplastik 51
Begegnung der Romanfi guren mit dem Lesenden Klosterschüler 53
Die Bedrohung wächst – „Aktion Lesender Klosterschüler – jüdisches Mädchen“ 56
Unterrichtsschritt I: Die Fluchtvorhaben vor dem Scheitern 56
Unterrichtsschritt II: Schreibanlass Knudsen – „stummer oder toter Fisch?“ 57
Unterrichtsschritt III: Gregor und Judith 59
Die Flucht über das Haff 61
Unterrichtsschritt I: Die Flucht über das Haff 61
Unterrichtsschritt II: Der Kampf Gregor – Knudsen 61
Das Motiv „Freiheit“ 64
Symbolik in Anderschs Roman 65
Charakteristiken 66
Der Junge – 66
Drei Gründe, „weshalb man aus Rerik raus musste“ 68
Der Junge – Dialog mit der Mutter 68
Schreibanlässe „Der Junge“ 68
Gregor – Beobachter, Deserteur, Retter 69
Gregor – der Deserteur 69
Schreibanlässe „Gregor“ 69
Knudsen 70
Knudsen – stummer Fisch? 70
Schreibanlässe „Knudsen“ 70
Judith 71
Judith – Rerik kein romantischer Ort 71
Schreibanlässe „Judith“ 73
Helander 74
Helanders Verzweiflung 74
Schreibanlässe „Helander“ 74
Materialien zum historischen Hintergrund
Euthanasie im Nationalsozialismus 75
Evangelische Kirche und Nationalsozialismus 77
Erniedrigung, Entrechtung, Massenmord 79
„Entartete Kunst“ 81
Die KPD und Widerstand im Nationalsozialismus 83
Schülerarbeitsblätter 85

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 96
Erscheinungsdatum 09.03.2005
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-932609-45-9
Verlag Krapp & Gutknecht Verlag
Maße (L/B/H) 29,7/21/0,9 cm
Gewicht 306 g
Auflage 2. veränd. Auflage

Kundenbewertungen

Durchschnitt
5 Bewertungen
Übersicht
0
1
3
0
1

Absolut die Mühe beim Lesen wert!
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 19.06.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Scheinbar unzusammenhängende Episoden sind es, die nach und nach im Handlungsverlauf zusammengesetzt werden und das Bild einer deutschen Großstadt der Nachkriegszeit zwischen Kriegsende und Wirtschaftswunder zeichnen. Der Autor verzichtet dabei auf dominierende, tief entwickelte Protagonisten. Weder Leitfigur noch Gegenspieler... Scheinbar unzusammenhängende Episoden sind es, die nach und nach im Handlungsverlauf zusammengesetzt werden und das Bild einer deutschen Großstadt der Nachkriegszeit zwischen Kriegsende und Wirtschaftswunder zeichnen. Der Autor verzichtet dabei auf dominierende, tief entwickelte Protagonisten. Weder Leitfigur noch Gegenspieler definieren die Erzählung. Wie mit einer Kamera fängt Koeppen kleine Sequenzen dieses Tages nach dem Krieg ein. Alle Figuren sind in ihren unterschiedlichen Verflechtungen wie Tauben im Gras: „Die Vögel sind zufällig hier, wir sind zufällig hier, und vielleicht waren auch die Nazis nur zufällig hier [...] vielleicht ist die Welt ein grausamer und dummer Zufall Gottes, keiner weiß warum wir hier sind“. Auch das beinahe völlige Fehlen positiver Schwerpunkte ist bezeichnend – bildet das Buch doch einen Querschnitt der gesellschaftlichen, politischen, moralischen und rassistischen Verhältnisse des Nachkriegsdeutschlands in einer Phase der geistigen Erneuerung ab. Kleinbürgerliche Verhältnisse werden säuberlich seziert und vor der Aussichtslosigkeit dieser Jahre ausgebreitet. Durch innere Monologe und plastische Vergleiche wird das Seelenleben dieser Gesellschaft von Isolation und Selbstzweifel bis zur Resignation verfolgt. Brüchige und prekäre Existenz, die hier in eine Lektüre verflochten wird, die ich allen Zeitgeschichte-Interessierten ans Herz legen möchte – denn sie ist auch sprachlich ein Genuss!

Eine Qual es zu lesen!
von Pauline Krause aus Bonn am 08.10.2017
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Klappentext: "Für das allerwichtigste Buch von Koeppen halte ich den herrlichen Roman Tauben im Gras, veröffentlicht 1951 und nach wie vor viel zuwenig bekannt. Wer diesen Roman nicht gelesen hat, der solle nicht glauben, er kenne die deutsche Literatur 1945" Marcel Reich-Ranicki Cover Ich glaube ich bin nicht die einzige... Klappentext: "Für das allerwichtigste Buch von Koeppen halte ich den herrlichen Roman Tauben im Gras, veröffentlicht 1951 und nach wie vor viel zuwenig bekannt. Wer diesen Roman nicht gelesen hat, der solle nicht glauben, er kenne die deutsche Literatur 1945" Marcel Reich-Ranicki Cover Ich glaube ich bin nicht die einzige, die das Cover einfach nur schrecklich findet. Der Mann vorne drauf ist eventuell der Autor, wer weiß das schon, aber jedes Mal wenn ich das Bild gesehen habe ist meine Motivation auf einen absoluten Tiefpunkt gesunken. Mit dem Inhalt hat es überhaupt nichts zu tun und es ist total veraltet. Inhalt Der Klappentext sagt nichts aus, es könnte sich um alles handeln. In diesem Buch geht es um 30 Personen mit unterschiedlichen Hintergrundgeschichten, aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und verschiedenen Ländern. Sie alle befinden sich in einer deutschen Großstadt und haben dort fast dieselben Probleme. Die Figuren werden geplagt von dem Wirklichkeitsverlust, Depressionen, Ziellosigkeit und Anonymität. Beispielsweise um eine Ehefrau, welche darunter leidet in armen Verhältnissen leben zu müssen, da ihr Ehemann kein Geld verdient, weil er an einer Schreibblockade leidet. Jemand anderes ist zusammen mit einem Schwarzen, was zu dieser Zeit nur ungern gesehen wird, da die Gesellschaft von Rassismus und Vorurteilen geprägt ist. Sie erwartet ein Kind von ihm, weshalb ihre Mutter nichs mehr mit ihr zu tun haben möchte und ihren Kummer in Alkohol ertränkt, was sehr viele machen. So könnte ich nun noch hunderte Wörter über den Inhalt verlieren, mache ich aber nicht, weil es schlichtweg öde und eintönig ist. Meine Meinung Dieses Buch war die schlimmste Schullektüre, die ich je lesen musste. Die Charaktere hatten alle dieselben Probleme, sie sind alle auf eine Art und Weise gleich. Gleich nervtötend, gleich passiv, gleich stolz. Sie jammern dauerhaft über ihre Probleme, tun aber überhaupt nichts um das zu ändern. Dann sollen sie sich nicht beschweren! Zudem sind die meisten vollkommen unrealistisch. Die meisten besitzen nur eine einzige Eigenschaft auf die sie reduziert werden und diese wird auf die verdrehteste und seltsamste Art dargestellt und ausgelebt, die ich je gesehen habe. Als nächstes ist die gesamte Geschichte langweilig. Es passiert nicht besonders viel, immerhin werden nur 18 Stunden eines Tages beschrieben. So viel kann gar nicht passieren, es sterben nämlich sechs Menschen durch Mord und Totschlag. In einer einzigen Stadt. Aber selbst die Morde sind langweilig und das gibt es wohl sehr selten. Der Höhepunkt, der Roman hört einfach auf. Es gibt kein Ende. Als würde man mitten im Satz stoppen und nichts mehr sagen. Und zum Schluss der grauenvolle Schreibstil. Abgehackt, bestehend aus Aufzählungen oder aus Sätzen, die eine halbe Seite lang sind und wirr und vollkommen unverständlich. Das einzige, minimale positive ist, dass es interessant ist einen Tag aus diversen Perspektiven zu erleben. Punkt. Mehr ist da nicht. Kurz gesagt: Ich hasse dieses Buch. So sehr habe ich noch nie gelitten. Kurze Übersicht + Ein Tag aus diversen Perspektiven - Charaktere alle gleich - Charaktere unrealistisch - Hintergrundgeschichten langweilig und eintönig - Schreibstil sehr anstrengend, kompliziert und schwer - kein richtiges Ende Fazit Dieses Buch war die reinste Hölle, ich musste es lesen, da es für die Schule war. Grausamerweise ist es der Auftakt einer Trilogie, aber ganz bestimmt werde ich nicht weiterlesen. Das Buch bekommt 1/5 Sternen, einen gut gemeinten einen Stern. Dieses Buch wird nach meinem Abitur augenblicklich verbrannt.

Wie Trauben im Gras...
von Zitronenblau am 20.01.2012
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Koeppens erster Roman zur Trilogie des Scheiterns "Tauben im Gras" ist 1951 erschienen und damit der Nachkriegsliteratur zuzuordnen. Der Roman arbeitet mit der Montagetechnik und verflechtet mit mehreren Erzählsträngen verschiedene personale Ereignisse parallel und miteinander, welche sich über einen Tag in einer Großstadt (verm... Koeppens erster Roman zur Trilogie des Scheiterns "Tauben im Gras" ist 1951 erschienen und damit der Nachkriegsliteratur zuzuordnen. Der Roman arbeitet mit der Montagetechnik und verflechtet mit mehreren Erzählsträngen verschiedene personale Ereignisse parallel und miteinander, welche sich über einen Tag in einer Großstadt (vermutlich München) hinziehen, kulminierend darin, dass einige der Charaktere "gesteinigt" werden. An dieser Stelle ist nicht genügend Platz auf die einzelnen Geschehnisse oder Personen einzugehen. Da gibt es beispielsweise einen gescheiterten Schriftsteller Philipp, dessen Frau Emilia, die vom Erlös aus der substanziellen Bestand des Vorkriegsvermögens ihre Finanz- und damit Lebenslage versucht aufrecht zu erhalten, sich aber immer mehr dem Alkohol hingibt, ferner die vom Afroamerikaner Washington geschwängerte Carla, die das Kind abtreiben lassen will, der ziellose Soldat Odysseus, dem antiken widerhandelnd nachempfunden, oder Edwin, der Dichter, der Gertrude Stein zitiert und denkt: "[...] wie Tauben im Gras betrachteten gewisse Zivilisationsgeister die Menschen, indem sie sich bemühten, Sinnlose und scheinbar Zufällige der menschlichen Existenz bloßzustellen, den Menschen frei von Gott zu schildern, um ihn dann frei im Nichts flattern zu lassen, sinnlos, wertlos, frei und von Schlingen befroht, dem Metzger preisgegeben, aber stolz auf die eingebildete, zu nichts als Elend führende Freiheit von Gott und göttlicher Herkunft. Und dabei, sagte Edwin, kenne doch schon jede Taube ihren Schlag und sei jeder Vogel in Gottes Hand." Gerade dieser Auszug bedeutet den kaum zu übersehenden existenzialistischen Ansatz, die Philosophie des Romans ist Spiegel des zeitgenössischen Zufallsglaubens, der Glaube an der einzigen "Wahrheit" des Angesprungenwerdens vom Absurden hinter jeder Straßenecke, Spielball zu sein zwischen den Gewalten und politischen Gestirnen, deren Ansinnen Koeppen wohl nicht zufällig im zweiten Roman der Trilogie ("Das Treibhaus") analysiert. Ansonsten bilden die montierten Passi formale Trümmer. Bestandsaufnahme eines Nachkriegsdeutschland, in dem selbst der große Navigator Odysseus nur noch ein armer Herumirrender ist. Doch hätte ich mir noch mehr Erweiterung des "inventierten" Spektrums gewünscht. Rassismus wird angesprochen, Angst vor neuen Bedrohungen auf dem "Schlachtfeld", desolate Gespenster wie der schlafgestörte Schnakenbach, die Tauben-Metapher offenbart es: sie versuchen zu fressen und zu überleben, es sind geflügelte Ratten, schmutzig und sich der Freiheit des Fliegenkönnens nicht bewusst, vielleicht gemeint im Sinne eines kontingenten kontrollierten Abflugs aus der Lebenswelt zur Vogelperspektive, die zu anaylsieren der Einzelne nicht im Stande ist, geworfen ist, und nur der Erzähler von oben zu erkennen vermag. Der Auftakt des Scheiterns hat begonnen...


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