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Der Alpdruck

Protagonist des Romans ist der Schriftsteller Dr. Doll. Er ist mit Alma Doll, einer wesentlich jüngeren Frau, zum zweiten Mal verheiratet und lebt zu Beginn der Handlung am Rande einer Kleinstadt in der Nähe von Prenzlau, nicht allzu weit von Berlin entfernt. Das Kriegsende steht kurz bevor, die Rote Armee hat die Gegend bereits erreicht und verbliebene Einheiten von Wehrmacht und SS verlassen die Stadt. Die Stimmung, in der sich Doll schon zu Beginn befindet, ist geprägt von Düsternis, Apathie und Fatalismus. Diese Stimmung ergibt sich für ihn nicht nur aus der Situation des deutschen Volkes, sondern auch aus seiner spezifischen Lage als Schriftsteller im Dritten Reich. Dessen ungeachtet begrüßt Doll die anrückende Rote Armee als ersehnte Befreier - und zwar zu Anfang viel zu enthusiastisch und naiv, wie er bald merken muss, als die Soldaten der Roten Armee unter den Deutschen nicht sonderlich zu differenzieren scheinen und seine Begeisterung nicht erwidern. So müssen Doll und seine Frau dann auch zusammen mit allen anderen verbliebenen Deutschen zum Arbeitsdienst antreten - er als Kuhhirte, sie als Lastenträgerin. Durch einen Zufall wird die Kommandantur auf Doll aufmerksam.
Hans Fallada (1893-1947) war ein Künstler der Neue Sachlichkeit. Er orientiert sich an der Realität, auf die damalige Gesellschaft und auf deren Probleme ein, z. B. die Armut vieler Menschen. Die Voraussetzung dafür war ein kritischer Blick auf die damalige Gegenwart. Die Umgebung wurde nüchtern und realistisch dargestellt. Die soziale, politische und wirtschaftliche Wirklichkeit der Weimarer Republik, die Nachwirkungen des Ersten Weltkrieges und die Inflation waren beliebte Motive. Die Themen, die die Gesellschaft bewegten, fanden sich in der Literatur wieder.
Portrait
Hans Fallada
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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 200 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 21.03.2018
Sprache Deutsch
EAN 9788027242504
Verlag Musaicum Books
Dateigröße 1315 KB
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Apathie der Nachkriegszeit
von NiWa am 30.05.2015
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Deutschland nach dem Krieg. Das Land liegt in Trümmern, die Alliierten werden erwartet und der Albtraum des 2. Weltkriegs neigt sich dem Ende zu. Der Schriftsteller Doll und seine junge Frau sehen dem Kriegsende mit Zuversicht entgegen. Endlich naht die Rettung aus der Ungewissheit und man wagt wieder auf eine Zukunft zu hoff... Deutschland nach dem Krieg. Das Land liegt in Trümmern, die Alliierten werden erwartet und der Albtraum des 2. Weltkriegs neigt sich dem Ende zu. Der Schriftsteller Doll und seine junge Frau sehen dem Kriegsende mit Zuversicht entgegen. Endlich naht die Rettung aus der Ungewissheit und man wagt wieder auf eine Zukunft zu hoffen. Aber die Schatten des Krieges sind mit dessen Ende bei Weitem nicht überwunden. Stellvertretend für ein ganzes Volk erlebt das Ehepaar Doll einen alptraumhaften Gemütszustand aus Apathie, depressiver Stimmung und seltenen Hoffnungsschimmern, mit denen jeder auf seine eigene Weise umzugehen hat. Mangelnde Perspektiven im zertrümmerten Berlin, die unsagbare Selbstsucht, die dem Selbsterhaltungstrieb entstammt und die niederschmetternde Realität des Alltags lassen sich manchmal nur durch Morphium ertragen, bis man vielleicht doch den Schritt zur endgültigen Lösung wagt. Falladas zeitnah geschriebener Roman zeigt ein depressives Abbild der Monate nach dem Krieg. Teilweise verschwommen, schildert er, aus Sicht Dr. Dolls, diesen unfassbaren Gemütszustand, der sich gemeinsam mit seiner jungen Frau mehr schlecht als recht über Wasser halten kann. Der Autor schafft eine furchteinflössende authentische Atmosphäre, die auf den Leser übergeht, und welche die nicht enden wollenden Grauen des Krieges erahnen lässt. Meiner Meinung nach handelt es sich um ein alptraumhaftes, verworrenes Zeitdokument, das die Apathie der Nachkriegsmonate eindrucksvoll in die Gegenwart transportiert und uns damit den Nachhall dieser unvorstellbaren Kriegsjahre vor Augen führt.