Gestaltung und Veränderung

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Erinnerungen

Buch (Gebundene Ausgabe)

26,00 €

inkl. gesetzl. MwSt.

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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

5255

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.12.2023

Verlag

Das Neue Berlin

Seitenzahl

480

Beschreibung

Details

Verkaufsrang

5255

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.12.2023

Verlag

Das Neue Berlin

Seitenzahl

480

Maße (L/B/H)

21,3/15,2/4 cm

Gewicht

770 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-360-02811-2

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EGON KRENZ: GESTALTUNG UND VERÄNDERUNG - Lesenswerte Erinnerungen mit spannenden Hintergründen

j.h. aus Berlin am 29.12.2023

Bewertungsnummer: 2097304

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Für Deutschland ist von Russland noch nie eine Gefahr ausgegangen, aber zweimal hat Deutschland im 20. Jahrhundert Krieg gegen Russland bzw. die Sowjetunion geführt. Die Mauer in Berlin ist weg. Sie wurde nach Osten verschoben - sie steht nicht mehr zwischen NATO und Russland. Sie ist dort, wo die Frontlinie im Prinzip an jenem 22. Juni 1941 verlief, als die Sowjetunion von Deutschland überfallen wurde. ... Die schreckliche Kriegsbilanz sollte deutsche Regierungen für alle Zeiten daran hindern, Waffen in Krisengebiete zu liefern. Für verantwortungsvolle Politik müsste es in dieser Situation oberstes Gebot sein, alles dafür zu tun, dass das Töten und Zerstören beendet wird, dass die Waffen schweigen und die Gefahr gebannt wird, dass ein Krieg einen Weltbrand entfacht. Statt Streit um Waffenlieferungen wäre eine Offensive der Diplomatie notwendig. Die in unserem Land herrschende Russophobie erinnert mich an meine Kindheit, als die Nazis kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs große Plakate klebten, auf denen die Russen als Untermenschen dargestellt wurden." (S. 12 f.) Diese sehr aktuellen Worte - geschrieben im Sommer 2023 - sind im Vorwort des 2. Bandes der Erinnerungen von Egon Krenz (*1937) enthalten. Sie zeigen, wie umfassend Krenz sich auch als Pensionär noch mit der Tagespolitik auseinandersetzt und dafür treffende und vom Mainstream sicher ungern gehörte Einschätzungen trifft. Nach den mit "Aufbruch und Aufstieg" betitelten Erinnerungen bis 1973 umfasst der 2. Band "Gestaltung und Veränderung" die Jahre 1974 bis 1988. Damit steht die Wahl zum 1. Sekretär des FDJ-Zentralrates am Anfang. In 62 mit aussagekräftigen Überschriften versehenen Kapiteln unterschiedlicher Länge lässt Egon Krenz den interessierten Leser sehr persönlich an teils konfliktträchtigen Entscheidungen und Ereignissen teilhaben. So wurde beispielsweise die Biermann-Ausbürgerung intern sehr kontrovers diskutiert, da die einsam getroffene schnelle Entscheidung unerwartet gravierende Folgen hatte. Das Verhältnis zu Erich Honecker war lange Zeit von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Dass sich dieses in den letzten Jahren eher in Misstrauen änderte, hatte vor allem mit den unterschiedlichen Ansichten zur Macht Moskaus - und dann insbesondere Gorbatschows - zu tun. Erich Honecker erscheint hier als mehr um Eigenständigkeit der DDR bemüht als aus der "offiziellen" Geschichtsschreibung bekannt. Ebenso wird klar, dass Gorbatschow bis 1989 gewiss nicht jene Lichtgestalt war, als die er sich später gern sah - und als welche er in Deutschland auch noch heute dargestellt wird. Auch die sehr unterschiedlichen Denkweisen und Ziele einzelner Mitglieder des SED-Politbüros waren so bisher kaum bekannt. Egon Krenz gelingt es in flüssiger Schreibweise, den interessierten und mit der DDR-Geschichte vertrauten Leser zu fesseln. Und das kann man über Erinnerungen von Politkern leider nur selten sagen. Mit dem letzten Satz wird dann auch der sicher ebenso interessante 3. Band angekündigt, der bis in die Gegenwart führt.
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EGON KRENZ: GESTALTUNG UND VERÄNDERUNG - Lesenswerte Erinnerungen mit spannenden Hintergründen

j.h. aus Berlin am 29.12.2023
Bewertungsnummer: 2097304
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Für Deutschland ist von Russland noch nie eine Gefahr ausgegangen, aber zweimal hat Deutschland im 20. Jahrhundert Krieg gegen Russland bzw. die Sowjetunion geführt. Die Mauer in Berlin ist weg. Sie wurde nach Osten verschoben - sie steht nicht mehr zwischen NATO und Russland. Sie ist dort, wo die Frontlinie im Prinzip an jenem 22. Juni 1941 verlief, als die Sowjetunion von Deutschland überfallen wurde. ... Die schreckliche Kriegsbilanz sollte deutsche Regierungen für alle Zeiten daran hindern, Waffen in Krisengebiete zu liefern. Für verantwortungsvolle Politik müsste es in dieser Situation oberstes Gebot sein, alles dafür zu tun, dass das Töten und Zerstören beendet wird, dass die Waffen schweigen und die Gefahr gebannt wird, dass ein Krieg einen Weltbrand entfacht. Statt Streit um Waffenlieferungen wäre eine Offensive der Diplomatie notwendig. Die in unserem Land herrschende Russophobie erinnert mich an meine Kindheit, als die Nazis kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs große Plakate klebten, auf denen die Russen als Untermenschen dargestellt wurden." (S. 12 f.) Diese sehr aktuellen Worte - geschrieben im Sommer 2023 - sind im Vorwort des 2. Bandes der Erinnerungen von Egon Krenz (*1937) enthalten. Sie zeigen, wie umfassend Krenz sich auch als Pensionär noch mit der Tagespolitik auseinandersetzt und dafür treffende und vom Mainstream sicher ungern gehörte Einschätzungen trifft. Nach den mit "Aufbruch und Aufstieg" betitelten Erinnerungen bis 1973 umfasst der 2. Band "Gestaltung und Veränderung" die Jahre 1974 bis 1988. Damit steht die Wahl zum 1. Sekretär des FDJ-Zentralrates am Anfang. In 62 mit aussagekräftigen Überschriften versehenen Kapiteln unterschiedlicher Länge lässt Egon Krenz den interessierten Leser sehr persönlich an teils konfliktträchtigen Entscheidungen und Ereignissen teilhaben. So wurde beispielsweise die Biermann-Ausbürgerung intern sehr kontrovers diskutiert, da die einsam getroffene schnelle Entscheidung unerwartet gravierende Folgen hatte. Das Verhältnis zu Erich Honecker war lange Zeit von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Dass sich dieses in den letzten Jahren eher in Misstrauen änderte, hatte vor allem mit den unterschiedlichen Ansichten zur Macht Moskaus - und dann insbesondere Gorbatschows - zu tun. Erich Honecker erscheint hier als mehr um Eigenständigkeit der DDR bemüht als aus der "offiziellen" Geschichtsschreibung bekannt. Ebenso wird klar, dass Gorbatschow bis 1989 gewiss nicht jene Lichtgestalt war, als die er sich später gern sah - und als welche er in Deutschland auch noch heute dargestellt wird. Auch die sehr unterschiedlichen Denkweisen und Ziele einzelner Mitglieder des SED-Politbüros waren so bisher kaum bekannt. Egon Krenz gelingt es in flüssiger Schreibweise, den interessierten und mit der DDR-Geschichte vertrauten Leser zu fesseln. Und das kann man über Erinnerungen von Politkern leider nur selten sagen. Mit dem letzten Satz wird dann auch der sicher ebenso interessante 3. Band angekündigt, der bis in die Gegenwart führt.

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Kritisch, sachlich, spannend - rundum: alles was ein Sachbuch braucht, will es unterhaltsam sein

Bewertung am 20.12.2023

Bewertungsnummer: 2091484

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Egon Krenz, geboren 1937, ab 1953 FDJ-Mitglied, wurde er 1961 Sekretär des Zentralrates der FDJ, verantwortlich für die Arbeit des Jugendverbandes an den Universitäten, Hoch- und Fachschulen. Nach dem Besuch der Parteihochschule in Moskau war er von 1964 bis 1967 Vorsitzender der Pionierorganisation und von 1974 bis 1983 der FDJ, ab 1971 Abgeordneter der Volkskammer, ab 1983 Politbüromitglied. Im Herbst 1989 wurde er in der Nachfolge Erich Honeckers Generalsekretär und Staatsratsvorsitzender. Es sind ebendiese Jahre, ab seinem Vorsitz bei der FDJ, von denen Krenz erzählt und den Leser damit in eine Welt einlädt, die den meisten bis heute verschlossen blieb (vielen bleibt). Während der erste Band noch viel Vertrautes, "osttypisches" irgendwie bekanntes, so oder so ähnlich selbst Erlebtes behandelte und dadurch einer Art sozialistischem Coming-of-age + History-Stunde gleich kam und Sympathien weckte, führt uns der zweite Teil der Biografie in die ansonsten eher unzugängliche Welt des Politbüros. Honecker öffnete die Tore, liberalisierte Kunst und Kultur, Tourismus ins Inland nahm zu genauso wie der Austausch unter Künstlern, Udo Lindenberg, Harry Belafonte, dass genau diese Liberalisierung auch auf Protest und Widerstand stieß, ist bekannt. Krenz schmückt diese historisch-kritisch aufgearbeiteten Ereignisse mit privatem aus, zeigt persönliche Bilder – manche stilisiert, manche kitschig, manche so, dass man nur ungläubig den Kopf schüttelt – diffus. Politiker, Entertainer, Sportler, Sozialist, Ehemann. Das alles macht Krenz sehr nahbar und das Buch trotz des recht dichten Satzes angenehm lesbar. Letztlich auch lehrreich: gerade in Punkten wie Antifaschismus und friedliche Außenpolitik, dürfte unserer heutigen Regierung ein bisschen mehr DDR-like nicht schaden. Ganz im Gegenteil!
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Kritisch, sachlich, spannend - rundum: alles was ein Sachbuch braucht, will es unterhaltsam sein

Bewertung am 20.12.2023
Bewertungsnummer: 2091484
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Egon Krenz, geboren 1937, ab 1953 FDJ-Mitglied, wurde er 1961 Sekretär des Zentralrates der FDJ, verantwortlich für die Arbeit des Jugendverbandes an den Universitäten, Hoch- und Fachschulen. Nach dem Besuch der Parteihochschule in Moskau war er von 1964 bis 1967 Vorsitzender der Pionierorganisation und von 1974 bis 1983 der FDJ, ab 1971 Abgeordneter der Volkskammer, ab 1983 Politbüromitglied. Im Herbst 1989 wurde er in der Nachfolge Erich Honeckers Generalsekretär und Staatsratsvorsitzender. Es sind ebendiese Jahre, ab seinem Vorsitz bei der FDJ, von denen Krenz erzählt und den Leser damit in eine Welt einlädt, die den meisten bis heute verschlossen blieb (vielen bleibt). Während der erste Band noch viel Vertrautes, "osttypisches" irgendwie bekanntes, so oder so ähnlich selbst Erlebtes behandelte und dadurch einer Art sozialistischem Coming-of-age + History-Stunde gleich kam und Sympathien weckte, führt uns der zweite Teil der Biografie in die ansonsten eher unzugängliche Welt des Politbüros. Honecker öffnete die Tore, liberalisierte Kunst und Kultur, Tourismus ins Inland nahm zu genauso wie der Austausch unter Künstlern, Udo Lindenberg, Harry Belafonte, dass genau diese Liberalisierung auch auf Protest und Widerstand stieß, ist bekannt. Krenz schmückt diese historisch-kritisch aufgearbeiteten Ereignisse mit privatem aus, zeigt persönliche Bilder – manche stilisiert, manche kitschig, manche so, dass man nur ungläubig den Kopf schüttelt – diffus. Politiker, Entertainer, Sportler, Sozialist, Ehemann. Das alles macht Krenz sehr nahbar und das Buch trotz des recht dichten Satzes angenehm lesbar. Letztlich auch lehrreich: gerade in Punkten wie Antifaschismus und friedliche Außenpolitik, dürfte unserer heutigen Regierung ein bisschen mehr DDR-like nicht schaden. Ganz im Gegenteil!

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