Stella Goldschlag (Steidl Pocket)

Stella Goldschlag (Steidl Pocket)

Eine wahre Geschichte

Buch (Taschenbuch)

16,80 €

inkl. gesetzl. MwSt.

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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

27064

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.03.2021

Verlag

Steidl Verlag

Seitenzahl

384

Beschreibung

Details

Verkaufsrang

27064

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.03.2021

Verlag

Steidl Verlag

Seitenzahl

384

Maße (L/B/H)

18,8/13/2,7 cm

Gewicht

470 g

Übersetzt von

Ilse Strasmann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95829-920-7

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Es lag nahe, dass Stella Goldschlag und Lieselotte Streszak, die so vieles verband, in jenem Jahr des großen Blutvergießens Freundschaft schlossen. Stella war siebzehn, Lilo sechzehn. Beide waren hübsch, von den Jungen umschwärmt, jüdisch und wurden von ihren bürgerlichen Eltern abgöttisch geliebt. Beide wuchsen im behaglichen Berliner Mittelstandsbezirk Wilmersdorf auf.Die Zeiten waren jedoch alles andere als behaglich. Es war der Herbst des Jahres 1939, und Hitler hatte soeben den Zweiten Weltkrieg entfesselt. Auf seiner Liste der Feinde standen die Juden ganz oben, und für jüdische Jugendliche gab es gesellschaftliches Leben nur in ihren letzten Refugien, den Wohnungen ihrer Eltern.So traf sich an Sonntagnachmittagen eine Gruppe von jungen Leuten in der Wilmersdorfer Wohnung des jüdischen Kaufmanns Kurt Kübler in der Mommsenstraße, wo sie tanzten, flirteten und sich unterhielten. Der Sohn des Hauses, Manfred Kübler, wurde Stellas fester Freund. Dort begegneten sich Lilo und Stella und fühlten sich schnell zueinander hingezogen.Als sich das Kriegsglück gegen Hitler zu wenden begann und seine Obsession, alle Juden zu vernichten, im Wahnsinn der Todeslager gipfelte, besorgten sich beide Mädchen falsche Papiere und lebten heimlich und illegal im Verborgenen; sie verloren sich aus den Augen, bis sie sich im Februar 1944 zufällig trafen, als sie beide vor einem Milchladen in ihrem alten Viertel um Milch anstanden.Lilo schrak zusammen. Die Berliner »U-Boote« - im Untergrund lebende Juden - standen über den Mundfunk immer noch untereinander in Verbindung und übermittelten sich lebenswichtige Nachrichten, und Lilo hatte ein haarsträubendes Gerücht gehört. Von ihrer alten Freundin Stella wurde behauptet, sie sei von der Gestapo »umgedreht« worden. Es hieß, sie habe eingewilligt, Juden zu verraten, sie aufzuspüren und sogar festzunehmen.Lilo konnte sich das einfach nicht vorstellen, so beruhigte sie sich in dem Milchladen schnell, als Stella lächelte und sich über das Treffen mit der Freundin nur zu freuen schien. Die beiden jungen Frauen plauderten eine Weile und verabredeten dann, in Kontakt zu bleiben, und Lilo schob die ungeheuerliche Möglichkeit von sich, dass ihre Busenfreundin fahnenflüchtig und eine Verräterin geworden sein könnte. Zehn Tage später erschien Stella an Lilos Wohnungstür. Jetzt lächelte sie nicht mehr. Ein junger Mann in Zivil stand drohend hinter ihr, aber es war Stella, die sprach.»Es tut mir leid, Lilo«, sagte sie. »Ich muss dich auf Befehl der Gestapo verhaften. Mach keine Geschichten, keinen Fluchtversuch, sonst muss ich von der Schusswaffe Gebrauch machen.«
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