Zwei fremde Leben

Roman

Frank Goldammer

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Beschreibung

Ein verschwundenes Kind und die lebenslange Suche nach der Wahrheit

Ricarda Raspe und ihr Verlobter freuen sich auf ihr erstes Kind. Doch dann geht bei der Geburt in der Dresdner Klinik etwas schief - und es heißt, Ricardas Baby sei tot. Laut Vorschrift darf sie es nicht einmal mehr sehen. DDR-Alltag im Jahr 1973. Aber Ricarda glaubt nicht an den Tod ihres Kindes. Sie glaubt vielmehr an eine staatlich angeordnete Kindesentführung. Auch der Polizist Thomas Rust, der zufällig Zeuge des dramatischen Vorfalls wurde, hegt diesen Verdacht und stellt Recherchen an, die ihn in höchste Gefahr bringen. Erst 17 Jahre später laufen die Fäden zusammen, als die junge Claudia Behling jene Frau sucht, die sie nach ihrer Geburt weggegeben haben soll - ihre Mutter.

Produktdetails

Verkaufsrang 43
Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Erscheinungsdatum 24.07.2020
Verlag dtv
Seitenzahl 400 (Printausgabe)
Dateigröße 1256 KB
Sprache Deutsch
EAN 9783423436915

Kundenbewertungen

Durchschnitt
93 Bewertungen
Übersicht
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DDR-Geschichte mit Lokalkolorit von Dresden und Umgebung
von einer Kundin/einem Kunden aus Dresden am 31.05.2021

Der Schreibstil von F. Goldammer fesselt wie bei den meisten seiner Bücher. Als Kind dieser Zeit und leidenschaftliche Dresdnerin mit Interesse an unserer jüngsten Vergangenheit habe ich das Buch gerade gelesen. Die Verhältnisse von damals werden zumindest meistens recht treffend beschrieben. Aber heute wie damals waren und si... Der Schreibstil von F. Goldammer fesselt wie bei den meisten seiner Bücher. Als Kind dieser Zeit und leidenschaftliche Dresdnerin mit Interesse an unserer jüngsten Vergangenheit habe ich das Buch gerade gelesen. Die Verhältnisse von damals werden zumindest meistens recht treffend beschrieben. Aber heute wie damals waren und sind es MENSCHEN, die unser Zusammenleben und unsere Kultur bestimmen. Die DDR ist Geschichte, geblieben sind die Gier und der Machtanspruch Einzelner. Ich liebe Dresden mit all seiner barocken Pracht, den Gärten und Parks und der Kunst und Kultur und all den „blühenden Landschaften “ ringsum. Zu mehr Solidarität und Gemeinschaftssinn hat die neue Zeit leider bislang nicht geführt. Auch das kommt im Buch zum Ausdruck. Dennoch es ist kein Tatsachenbericht sondern ein fiktiver Roman, spannend erzählt.

spannendes Thema, unvorhergesehenes Ende, authentische Details lassen die DDR auferstehen
von Sabrina Schneider am 25.10.2020

Der Buchtitel, das Cover und der Klappentext haben mich neugierig auf das Buch werden lassen. Ich bin selbst in der DDR aufgewachsen daher auch mein Interesse an solchen Erlebnissen bzw. Geschichten. Der Dtv Verlag ist für gute Bücher bekannt und auch der Autor ist mir schon untergekommen. Die Schicksale von Kindesentzug i... Der Buchtitel, das Cover und der Klappentext haben mich neugierig auf das Buch werden lassen. Ich bin selbst in der DDR aufgewachsen daher auch mein Interesse an solchen Erlebnissen bzw. Geschichten. Der Dtv Verlag ist für gute Bücher bekannt und auch der Autor ist mir schon untergekommen. Die Schicksale von Kindesentzug in der DDR ist ein totgeschwiegenes spannendes Thema und wirkt noch in der Gegenwart nach. Irgendwie wusste man es ja aber niemand traute sich darüber zu sprechen. Der Schreibstil ist gut verständlich dabei nicht zu leicht zu lesen und der Erzählstil lässt mit authentischen Details das typische Ostfeeling aufkommen. Die verschiedenen wechselnden Zeitstränge sind deutlich gekennzeichnet und lassen dadurch die Handlung gut nachvollziehen. Wir reisen als erstes 1973 nach Dresden wo Ricarda Raspe eine vermeintliche Totgeburt hat mit der sie sich einfach nicht abfinden kann. 2 Jahre später kommt dann Tochter Ines als gefühlt ewig Zweite zur Welt und spürt das ihr Leben lang. Thomas Rust ist Vorort und Kriminalbeamter bei der DDR Polizei was sich erst im Verlauf der Geschichte rauskristallisiert und riecht irgendwelche Mauscheleien von Anfang an, aber Nachfragen werden im Oststaat nicht gern gesehen und können unvorhersehbare Folgen nach sich ziehen. Die geheimnisvoll anmutende Handlung um Ricarda Weber, dem manchmal undurchsichtigen Thomas Rust hat Krimielemente und man erwischt sich beim mitspekulieren. Dann kommt die Wende und der Zeitsprung erfolgt über kurz 1989 zu 1993 nach Dresden und dort treffen wir wieder auf Ricarda die sich mit ihrem Leben zwar arrangiert hat deren Familie sich das Ganze aber nicht mehr geben will und sie sich eher selbst überlassen hat. Da bekommt das neue Leben Risse und Ricarda holt die Vergangenheit ein die sie eh nie richtig losgelassen hat. Es kommen noch verschiedene Aspekte und Personen mit ins Spiel und das alles lässt sich spannend lesen und gibt der Geschichte einen faszinierenden Twist. Das Ende schafft es zu überraschen und ich konnte nicht aufhören zu lesen bis ich endlich alles erfahren habe. Ich vergebe 4 grossartige Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung für Interessierte der deutsch-deutschen Geschichte.

Fesselnd bis zur letzte Seite
von Gertie G. aus Wien am 01.10.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Frank Goldammer, Autor aus Dresden, greift mit diesem Roman ein Thema auf, das nach wie vor durch die Gazetten geistert: staatlich sanktionierter Kindesraub durch die Behörden der DDR. Diese, den leiblichen Eltern entzogenen Kinder, werden in Heimen oder regimetreuen Familien zu „ordentlichen“ Bürgern erzogen. Solche und ähnlic... Frank Goldammer, Autor aus Dresden, greift mit diesem Roman ein Thema auf, das nach wie vor durch die Gazetten geistert: staatlich sanktionierter Kindesraub durch die Behörden der DDR. Diese, den leiblichen Eltern entzogenen Kinder, werden in Heimen oder regimetreuen Familien zu „ordentlichen“ Bürgern erzogen. Solche und ähnliche Geschichten sind aus Nazi-Deutschland belegt. Doch zurück zum vorliegenden Buch, das die Leser durch mehrere Handlungsstränge und Zeitebenen führt: Ricarda Raspe unverheiratete Tochter eines angesehen Gynäkologen, bringt 1973 in der Dresdner Universitätsklinik ihr Kind zur Welt. Der Vater ist zwar bei der Entbindung dabei, kann aber das Neugeborene nicht retten. Den damaligen Gepflogenheiten entsprechend wird das tote Baby sofort entfernt. Die ohnehin geschwächten Mütter dürfen sich von ihren toten Kindern nicht verabschieden. Das sorgt natürlich für Verunsicherung, ob hier alles mit rechten Dingen zugegangen sein mag. Thomas Rust junger Volkspolizist, dessen Frau Heike wegen vorzeitiger Wehen, in derselben Klinik liegt, beobachtet just an diesem Tag ein Auto mit Berliner Kennzeichen. Nach einem Gespräch mit Ricardas Freund, hat es seine eigenen Gedanken. Er kennt die Gerüchte, die unter der Hand, von politisch motivierten Kindesentzug, von Zwangsadoptionen und von Babyhandel, wispern. Rust lassen seine Beobachtungen keine Ruhe und beginnt heimlich zu ermitteln. Dabei stößt er auf eine Menge Ungereimtheiten und gerät selbst in den Fokus des Ministeriums für Staatssicherheit. Jahre ziehen ins Land, Ricarda hat den Verlust ihres erstgeborenen Kindes nach wie vor nicht verarbeitet. Die Suche nach der Wahrheit ist zu einer Obsession geworden, die nicht nur ihre Ehe und Freundschaften zerstört hat. Der Fall der Berliner Mauer und die anschließende Wende lassen Ricarda neuen Mut fassen und ihre Akte der Stasi einsehen. Gleichzeitig wird in einem anderen Handlungsstrang das Schicksal von Claudia Behling erzählt, die knapp vor dem Mauerfall 1989 beim illegalen Grenzübertritt zwischen Österreich und Ungarn erwischt wird. Aus Wut über möglich Repressalien schleudert ihr die Mutter „Du bist nicht unser Kind, du bist adoptiert!“ entgegen. Claudia macht sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter, die erst 2018 mit einer Überraschung enden wird. Meine Meinung: Frank Goldammer gelingt es hervorragend die beklemmende Stimmung in der DDR heraufzubeschwören. Niemand kann sich sicher sein, von einem Nachbarn, einem Freund oder Arbeitskollegen nicht dich bespitzelt zu werden. Die IMs, also die Informanten der Stasi sind allgegenwärtig. Die Gründe, warum hinter einem hergeschnüffelt wird, sind vielfältig. Sei es um eine Vergünstigung wie eine neue Wohnung oder ein Auto oder ein paar Lebensmittel mehr zu bekommen oder, weil man selbst durch irgendetwas erpressbar ist. Doch auch nach 1989 ist nicht alles Liebe-Wonne-Waschtrog. Investoren aus dem Westen kaufen die maroden Staatsbetriebe auf, die ehemaligen DDR-Bürger werden zu Hilfsarbeitern und Menschen zweiter Klasse degradiert. Natürlich schaffen es einige Wendehälse wieder zu Vermögen und Ansehen zu kommen. Frank Goldammer beschreibt diese Zeit so: „Die DDR war verschwunden und mit ihr auch alles Vertraute und Bekannte. Sie waren jetzt frei. Doch das Wort Freiheit hatte schnell einen faden Beigeschmack bekommen. Unter all den neuen Düften lag ein fauliger Geruch.“ Als Österreicherin kann ich natürlich nicht aus eignem Erleben berichten, aber diese Sätze klingen plausibel. Sehr gut kommt der Spießrutenlauf, dem Ricarda ausgesetzt ist, heraus. Niemand hat Geduld mit ihr. Im Gegenteil, sie muss auf der Hut sein, nicht als psychische Kranke in eine Klinik gesteckt zu werden. Sie gilt als Querulantin, verliert Arbeit und Freunde. Sie hat aber keine handfesten Beweise und wird von einem windigen Reporter ausgenützt. Die Lebensgeschichte von Claudia ist leider nicht ganz so ausführlich erzählt. Sie steht einfach 2018 vor Ricardas Tür. Gemeinsam gelingt es den beiden, auch unter Mithilfe des damaligen Vopos Rust, ihre Vergangenheit aufzurollen. Der Roman ist ein beredtes Zeugnis einer Ära, der man im Nachhinein alles mögliche Schlechte andichtet. Ob es diesen staatlichen Kindesentzug und damit einhergehende Zwangsadoptionen in der DDR wirklich gegeben hat, ist nach wie vor nicht beweisen oder widerlegt. Während der Nazi-Zeit gab es tausende solcher Fälle. (siehe u.a. „Raubkind“ oder „L364“ von Dorothee Schmitz-Köster). Allein die Möglichkeit, dass der allumfassende DDR-Staat hier so in Familien eingegriffen haben könnte, macht betroffen. Fazit: Ein sehr emotionales Thema, fesselnd erzählt. Gerne gebe ich hierfür 5 Sterne.

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