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Kulturpessimismus als Politische Gefahr

Eine Analyse nationaler Ideologie in Deutschland

Buch (Taschenbuch)

28,00 €

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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

35842

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

07.09.2018

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

467

Maße (L/B/H)

20,6/12,8/3,5 cm

Beschreibung

Details

Verkaufsrang

35842

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

07.09.2018

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

467

Maße (L/B/H)

20,6/12,8/3,5 cm

Gewicht

519 g

Auflage

3. Auflage

Übersetzt von

Alfred P. Zeller

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-98159-9

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Vorwortvon Norbert FreiAnfang der fünfziger Jahre war das Wort von der »deutschen Katastrophe«, mit dem Friedrich Meinecke die Erfahrung des »Dritten Reiches« auf einen für seine Zeitgenossen zwar kritischen, aber halbwegs erträglichen Begriff gebracht zu haben schien, noch in vieler Munde. Doch es stand bereits in Konkurrenz sowohl mit der auf aktuell-politische Parallelen zielenden Totalitarismustheorie als auch mit offen apologetischen Deutungen, nach denen die Deutschen 1933 Opfer eines »Dämons« geworden waren. Andere, freilich eher im Ausland geläufige Interpretationen knüpften mehr oder weniger grobe Kausalketten und zeichneten Kontinuitätslinien von Hitler zurück auf Bismarck oder gar auf Luther. Die seriöse geistesgeschichtliche Forschung hingegen befand sich, ebenso wie die zeitgeschichtliche Empirie, noch in ihren Anfängen. In dieser Situation begann ein junger Doktorand der Columbia University die Schriften jener »konservativen Revolutionäre« zu studieren, die, als er 1926 in Breslau geboren wurde, gerade den Höhepunkt ihrer Resonanz erlebten und deren Bedeutung es nun, im Rückblick auf die Zerstörung der Weimarer Demokratie und deren fürchterliche Folgen, genauer zu bestimmen galt. Fritz Stern, seit 1938 in New York, gehörte zu dem kleinen Zirkel hoch motivierter und nicht minder hoch begabter Nachwuchskräfte auf beiden Seiten des Atlantiks, die sich dieser Aufgabe stellten. Aus dezidiert kritisch-liberaler Perspektive entwickelte er eine moderne Ideengeschichte des politischen Ressentiments in Deutschland, ohne sich in den Aporien einer bald so genannten Sonderwegsthese zu verlieren. Sterns hier nach vielen Jahren wieder vorgelegtes Buch, hervorgegangen aus seiner bereits 1953 angenommenen Dissertation, wurde fast schlagartig berühmt. Dazu trug gewiß der griffig-anspruchsvolle Titel bei, unter dem das Werk 1961 in den USA erschien: »The Politics of Cultural Despair«. Wichtiger aber war am Ende wohl, daß der Autor sich in jugendlicher Kühnheit zu einer wirkungsvollen Beschränkung seines ungeheuren Stoffes entschlossen hatte. Statt auf erschöpfende Vollständigkeit setzte Stern nämlich - ohne darüber die Komplexität seines Arguments zu reduzieren - auf exemplarische Betrachtung: Mit Paul de Lagarde, Julius Langbehn und Arthur Moeller van den Bruck untersuchte er Leben, Werk und Wirkung dreier Vertreter jenes völkisch-nationalen Irrationalismus, der gewiß nicht zwangsläufig, aber noch viel weniger zufällig im »Dritten Reich« gemündet und gestrandet war.. Als das Buch nur zwei Jahre nach der Originalausgabe auch auf Deutsch erschien, bekannte sich sein Titel - wohl vom Verlag ersonnen - zu jenem pädagogischen Charme, den die junge, um ihre akademische Anerkennung durchaus noch ringende Teildisziplin der Zeitgeschichte damals verkörperte: »Kulturpessimismus als politische Gefahr«. Zusammen mit Kurt Sontheimers fast gleichzeitig veröffentlichter Habilitationsschrift über »Antidemokratisches Denken in der Weimarer Republik« und wie diese schließlich als Taschenbuch verfügbar, leistete Sterns Studie an Generationen von Studenten geistesgeschichtlichen Aufklärungsdienst.. Die Klarheit der Analyse und die Prägnanz des politischen Urteils waren es freilich auch, die beiden Werken anfangs nicht nur Zustimmung eintrugen. So bekundete etwa Sterns Rezensent in der Neuen Politischen Literatur - unfreiwillig höchst beredt -, warum er sich »eines leisen Unbehagens nicht ganz erwehren« konnte: Die von Fritz Stern herausgestellten Gemeinsamkeiten im ideologischen Habitus seiner Protagonisten und in ihren politischen Anschauungen erschienen dem Kritiker »entweder so allgemein (...), daß sie für tausend andere Akademiker des gleichen Zeitalters auch gelten würden, oder aber so herbeigezogen (...), daß man die Absicht des Verf. merkt, unbedingt eine Einheitlichkeit der Darstellung dort zu konstruieren, wo der Gegenstand sie im Grunde gar nicht zwingend hergeben muß«. Wem Sterns Interpretation zu sehr zu Lasten der Deutschnationalen
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