Der Aufbruch in die Moderne. Die Siedlung ¿Neu-Jerusalem¿ von Erwin Gutkind und Leberecht Migge

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Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.10.2016

Verlag

Disserta

Seitenzahl

166

Beschreibung

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Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.10.2016

Verlag

Disserta

Seitenzahl

166

Maße (L/B/H)

27/19/1,2 cm

Gewicht

431 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95935-332-8

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Textprobe:
Kapitel 4.1, Gutkind und die Gartenstadtgesellschaft:
Die DGG wurde 1902 mit dem Ziel gegründet zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse beizutragen. "Die Gartenstadtgesellschaft [sah sich selbst als] die berufene Trägerin des Gartenstadtgedankens in Deutschland." Ihre Aufgabe war nicht der Bau von Siedlungen, sondern die Propagierung der der Idee und die Unterstützung Bauwilliger: "Ein jeder, der auf diesem Gebiete zu arbeiten beabsichtigt, sollte sich mit ihr [der DGG] in Verbindung setzen und sich ihre reichen Erfahrungen, ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse und ihre Beziehungen zu zahlreichen sozial interessierten Einzelpersonen, Organisationen und Korporationen zunutze machen." (Kampffmeyer, 1913, S. 103).
Die DGG musste ebenso wie andere mit dem Wohnungsbau beschäftigte Kreise mit dem Kriegsbeginn im August 1914 ihre Tätigkeit für die Dauer des Krieges ruhen lassen. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt war den führenden Köpfen der DGG bewusst geworden, dass sie trotz aller Bemühungen das ursprüngliche Gartenstadtideal nicht werden verwirklichen können. Erst nach dem Krieg ergab sich wieder die Möglichkeit die Gartenstadtidee zur Überwindung des drängenden Wohnungsproblems zu nutzen. Aber nun wurde der Kampf gegen die Mietskasernen und die Einführung von Kleinhaus- und Vorstadtsiedlungen zum eigentlichen Arbeitsfeld. (Zimmermann, 1928, S. 89) Dabei war die DGG ursprünglich nicht unbedingt gewillt, selbst als Bauherr aufzutreten, sondern wollte nur unterstützend tätig sein: "Sollte der betreffende [...] keine Lust haben, sich mit den organisatorischen Arbeiten zu befassen, so käme ein Zusammengehen mit der DGG in Frage. In vielen Fällen würde wahrscheinlich durch zweckentsprechende Propaganda [...] eine Ortsgruppe der Gesellschaft in dem betreffenden Ort ins Leben gerufen werden können, die die Vorarbeiten übernimmt und später eine gemeinnützige Gründungsgesellschaft, bzw. Genossenschaft bildet." (Kampffmeyer, 1913, S. 99) Doch die Gartenstadtidee hatte sich bereits überlebt. Auch wenn die vorbildliche Planung und die ästhetisch anspruchsvollen Anlagen noch immer ihre Bedeutung hatten, so waren die Utopien von wirtschaftlicher und politischer Unabhängigkeit längst Geschichte geworden. In dieser Umbruchzeit versuchte die DGG den Wiedereinstieg zur Fortsetzung ihrer Tätigkeit. Die Siedlungen der zwanziger Jahre, die nach der Inflationszeit gebaut wurden, traten die programmatische Nachfolge der Gartenstadtidee an. Dabei übernahmen diese Siedlungen die vom städtebaulich-ästhetischen Standpunkt aus richtigen Forderungen der Gartenstädte wie Planmäßigkeit, Einheitlichkeit, Typisierung und übertrafen diese noch in der Konsequenz durch den hohen funktionalen Anspruch. Doch die mit der Gartenstadtidee verbundenen Gemeinschaftseinrichtungen und sozialen Bestrebungen verschwanden meist ausnahmslos aus dem Fokus des Städtebaus. (Hartmann, 1976, S. 44) Mitten in der Inflation begann die DGG 1923 die Planungen zu drei neuen Siedlungsprojekten in den Randbezirken von Berlin. Als Architekt wurde Erwin Gutkind bestimmt, als Gartenplaner Leberecht Migge.
Bereits zu Beginn des Ersten Weltkriegs, also zum Zeitpunkt seiner Promotion, setzte sich Gutkind erstmals detailliert mit der Gartenstadtidee auseinander. In seinem unveröffentlichten Memorandum "Gartenstädte" (Gutkind E. A., ca. 1914) sah er in ihnen die Lösung des Wohnungsproblems. Er nahm dabei explizit auf die von der DGG geplanten (Perlach bei München) bzw. ausgeführten Projekte (Hellerau bei Dresden und Falkenberg bei Berlin) Bezug. Für seine erste Veröffentlichung nach dem Weltkrieg gelang es Gutkind als Herausgeber des Buches "Neues Bauen" dann auch zahlreiche Autoren, die der Gartenstadtidee nahestanden, bzw. diese aktiv vertraten, für Beiträge zu gewinnen. (Gutkind E. A., 1919) (Hierl, 1992, S. 27) Durch seine Mitgliedschaft in der "Sozialisierungskommission über die Neuregelung des Wohnungswesens" lernte er
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