Des Bankers neue Kleider

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Was bei Banken wirklich schief läuft und was sich ändern muss

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Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

04.10.2013

Verlag

Finanzbuch Verlag

Seitenzahl

528

Beschreibung

Zitat

Wenige Bücher verändern die Welt. "Des Bankers neue Kleider" hat das Zeug dazu. Zwei Gelehrte spießen mit bestechender Logik und gestützt auf empirisches Wissen die Ausreden der Banken auf, warum sie ihre Eigenkapitalquote so niedrig halten. Beeindruckend.

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

04.10.2013

Verlag

Finanzbuch Verlag

Seitenzahl

528

Maße (L/B/H)

21,6/15,4/4 cm

Gewicht

920 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89879-825-9

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Erzwingt wesentlich mehr Eigenkapital weniger Risikobereitschaft der Banken?

Dr. M. am 06.02.2019

Bewertungsnummer: 1170582

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wenn man dieses umfangreiche Werk liest, dann stellt man bald fest, dass es einen unglücklichen Titel und nur ein Thema besitzt. In diesem Buch geht es ausschließlich um die Eigenkapitalquote der Finanzunternehmen. Mit deren drastischer Erhöhung, so glauben die beiden Autoren, würde sich auch das Marktverhalten der Banken ändern müssen. Und das begründen sie sehr ausführlich und sehr einleuchtend. Basel III verlangt von den Banken bis 2019 eine Quote von sieben Prozent an Eigenkapital, wobei dabei auch noch getrickst werden kann, wie die Autoren gegen Ende ihres Textes darlegen. Über diese sieben Prozent ist bereits ein lautes Gestöhne und Gejammer bei den Banken im Gange. Die Autoren fordern jedoch 20 bis 30 Prozent, die (im Gegensatz zu Basel III) allein aus Gewinnen oder neuen Aktien erzielt werden dürfen. Erreichen Banken eine solche Quote nicht, so sollte man sie nach Ansicht der Autoren abwickeln. Gegen eine Erhöhung der Eigenkapitalquote werden einige Argumente ins Spiel gebracht, die offenkundig fehlerhaft sind. Die Autoren bezeichnen sie als "Des Bankers neue Kleider". In ihrem Buch setzen sie sich mit ihnen auseinander. Sie geben sich dabei große Mühe, dieses am Ende doch recht trockene Thema auch für Menschen interessant zu gestalten, die sich nicht jeden Tag damit befassen, aber dennoch genug Interesse dafür aufbringen. Dazu benutzen sie immer ein einfaches Beispiel: Jemand kauft größtenteils auf Kredit ein Haus und verkauft es nach einem Jahr wieder. In Abhängigkeit vom eingesetzten Eigenkapital ergeben sich bei verschiedenen Szenarien sehr verschiedene Verhaltensweisen des Kreditnehmers, in die sich jeder leicht hineinversetzen kann. Da in Banken nichts anderes passiert, wird deren Verhalten damit verständlich illustriert. Es gibt allerdings zwischen der Finanzierung eines Hauskaufes und dem eingesetzten Fremdkapital der Banken bei ihren Geschäften einen erheblichen Unterschied, denn sie finanzieren sich fast ausschließlich durch Kredite anderer Geldinstitute. Dadurch erzielen sie eine enorme Hebelwirkung, die selbstverständlich nicht nur bei Gewinnen eintritt. Es reichen also bereits relativ kleine Verluste, um Banken in Schwierigkeiten zu bringen. Und nicht nur das: Es würde bei einer großen Bank sehr schnell zu einem gesamtgesellschaftlichen Domino-Effekt kommen. Wer das bis dahin nicht glauben wollte, sah es spätestens mit der Lehman-Pleite. Man konnte aber mit dieser Pleite auch beobachten, in welchem Umfang das Finanzsystem eigene Kosten und Risiken auf die Gesellschaft abwälzt. In diesem Zusammenhang setzen sich die Autoren mit dem vorgebrachten Banken-Argument auseinander, dass Eigenkapital angeblich teuer wäre. Das ist nicht wahr, insbesondere dann nicht, wenn man die gesellschaftlichen Gesamtkosten einer geringen Eigenkapitalquote betrachtet, wie sie bei der Lehman-Pleite zutage traten. Doch für eine geringe Eigenkapitalquote gibt es leider einige durchschlagende Anreize. Innerhalb des Finanzsystems gilt eine hohe Eigenkapitalrendite als Maßstab für die Vergütung der Mitarbeiter. Eine solche Rendite erfordert aber geradezu eine hohe Hebelwirkung durch Fremdkapital, also eine enorme Verschuldung, die obendrein auch noch steuerliche Vorteile mit sich bringt. Darüber hinaus ermöglichen merkwürdige Regelungen, dass besonders riskante Geschäfte in sogenannte Zweckgesellschaften verlagert werden können, die zu 100 Prozent den Banken gehören, aber in deren Bilanzen nicht auftauchen. Diese Verschleierung war besonders bei den staatlichen Landesbanken sehr beliebt und führte einige von ihnen in den Bankrott. Warum, so fragt man sich nicht nur beim Lesen dieses Textes, geht das alles einfach so? Warum werden Banken nicht behandelt wie jedes andere Unternehmen? Die Autoren geben darauf erst am Ende ihres Textes eine Antwort: Staatsschulden müssen finanziert werden. Da eine direkte Finanzierung von Staaten durch die Zentralbanken wenigstens auf dem Papier nicht erlaubt ist, braucht man das Bankensystem. Dieses simple Argument erklärt die ganze politische Laschheit, mit der selbst nach der letzten verheerenden Krise das Bankensystem behandelt wurde. Wirkliche Reformen fehlen immer noch. Die Banken, die einst zu groß zum Sterben waren, sind nun überall in der Welt noch größer geworden. Eine durchgreifende Krisenvorsorge und eine Änderung der Banken-Mentalität, wie sie durch eine bedeutend höhere Eigenkapitalquote erzwungen werden kann, erscheint nach wie vor eher unerwünscht zu sein, denn zwischen Politik und dem Finanzsystem existiert - wie die Autoren betonen - eine gegenseitige Abhängigkeit. Außerdem besteht auch eine personelle Verflechtung, die besonders in den USA mehr als deutlich zu sehen ist. Dieses Buch erläutert sehr ausführlich, wie eine höhere Eigenkapitalquote disziplinierend wirken könnte, wenn man die Tatkraft und den politischen Willen aufbringen würde, sie einzufordern. Natürlich sind damit nicht alle anderen Risikofaktoren aus der Welt geschafft. Beispielsweise gehen die Autoren nur ganz am Rande auf das Problem des ungeregelten Derivate-Handels unter den Banken ein. Eben so wenig kommt das schon kriminelle Verbriefen von Anleihepaketen zur Sprache, bei der die Wirkungslosigkeit blinder Kontrollorgane bewiesen wurde. Das Buch besitzt zwar über 500 Seiten, der eigentliche Texte umfasst jedoch nur ungefähr 350 Seiten. Den Rest nehmen Anmerkungen, Literaturangaben und ein Stichwortverzeichnis ein. Wenn man sich für das Thema interessiert, so dann erweist sich dieser Text als erhellend. Allerdings bleibt er natürlich ungeachtet aller geglückten Versuche, seinen Inhalt aufgelockert darzustellen, dennoch recht trocken und erfordert gelegentlich auch etwas Durchhaltevermögen. Aber es lohnt sich.
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Erzwingt wesentlich mehr Eigenkapital weniger Risikobereitschaft der Banken?

Dr. M. am 06.02.2019
Bewertungsnummer: 1170582
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wenn man dieses umfangreiche Werk liest, dann stellt man bald fest, dass es einen unglücklichen Titel und nur ein Thema besitzt. In diesem Buch geht es ausschließlich um die Eigenkapitalquote der Finanzunternehmen. Mit deren drastischer Erhöhung, so glauben die beiden Autoren, würde sich auch das Marktverhalten der Banken ändern müssen. Und das begründen sie sehr ausführlich und sehr einleuchtend. Basel III verlangt von den Banken bis 2019 eine Quote von sieben Prozent an Eigenkapital, wobei dabei auch noch getrickst werden kann, wie die Autoren gegen Ende ihres Textes darlegen. Über diese sieben Prozent ist bereits ein lautes Gestöhne und Gejammer bei den Banken im Gange. Die Autoren fordern jedoch 20 bis 30 Prozent, die (im Gegensatz zu Basel III) allein aus Gewinnen oder neuen Aktien erzielt werden dürfen. Erreichen Banken eine solche Quote nicht, so sollte man sie nach Ansicht der Autoren abwickeln. Gegen eine Erhöhung der Eigenkapitalquote werden einige Argumente ins Spiel gebracht, die offenkundig fehlerhaft sind. Die Autoren bezeichnen sie als "Des Bankers neue Kleider". In ihrem Buch setzen sie sich mit ihnen auseinander. Sie geben sich dabei große Mühe, dieses am Ende doch recht trockene Thema auch für Menschen interessant zu gestalten, die sich nicht jeden Tag damit befassen, aber dennoch genug Interesse dafür aufbringen. Dazu benutzen sie immer ein einfaches Beispiel: Jemand kauft größtenteils auf Kredit ein Haus und verkauft es nach einem Jahr wieder. In Abhängigkeit vom eingesetzten Eigenkapital ergeben sich bei verschiedenen Szenarien sehr verschiedene Verhaltensweisen des Kreditnehmers, in die sich jeder leicht hineinversetzen kann. Da in Banken nichts anderes passiert, wird deren Verhalten damit verständlich illustriert. Es gibt allerdings zwischen der Finanzierung eines Hauskaufes und dem eingesetzten Fremdkapital der Banken bei ihren Geschäften einen erheblichen Unterschied, denn sie finanzieren sich fast ausschließlich durch Kredite anderer Geldinstitute. Dadurch erzielen sie eine enorme Hebelwirkung, die selbstverständlich nicht nur bei Gewinnen eintritt. Es reichen also bereits relativ kleine Verluste, um Banken in Schwierigkeiten zu bringen. Und nicht nur das: Es würde bei einer großen Bank sehr schnell zu einem gesamtgesellschaftlichen Domino-Effekt kommen. Wer das bis dahin nicht glauben wollte, sah es spätestens mit der Lehman-Pleite. Man konnte aber mit dieser Pleite auch beobachten, in welchem Umfang das Finanzsystem eigene Kosten und Risiken auf die Gesellschaft abwälzt. In diesem Zusammenhang setzen sich die Autoren mit dem vorgebrachten Banken-Argument auseinander, dass Eigenkapital angeblich teuer wäre. Das ist nicht wahr, insbesondere dann nicht, wenn man die gesellschaftlichen Gesamtkosten einer geringen Eigenkapitalquote betrachtet, wie sie bei der Lehman-Pleite zutage traten. Doch für eine geringe Eigenkapitalquote gibt es leider einige durchschlagende Anreize. Innerhalb des Finanzsystems gilt eine hohe Eigenkapitalrendite als Maßstab für die Vergütung der Mitarbeiter. Eine solche Rendite erfordert aber geradezu eine hohe Hebelwirkung durch Fremdkapital, also eine enorme Verschuldung, die obendrein auch noch steuerliche Vorteile mit sich bringt. Darüber hinaus ermöglichen merkwürdige Regelungen, dass besonders riskante Geschäfte in sogenannte Zweckgesellschaften verlagert werden können, die zu 100 Prozent den Banken gehören, aber in deren Bilanzen nicht auftauchen. Diese Verschleierung war besonders bei den staatlichen Landesbanken sehr beliebt und führte einige von ihnen in den Bankrott. Warum, so fragt man sich nicht nur beim Lesen dieses Textes, geht das alles einfach so? Warum werden Banken nicht behandelt wie jedes andere Unternehmen? Die Autoren geben darauf erst am Ende ihres Textes eine Antwort: Staatsschulden müssen finanziert werden. Da eine direkte Finanzierung von Staaten durch die Zentralbanken wenigstens auf dem Papier nicht erlaubt ist, braucht man das Bankensystem. Dieses simple Argument erklärt die ganze politische Laschheit, mit der selbst nach der letzten verheerenden Krise das Bankensystem behandelt wurde. Wirkliche Reformen fehlen immer noch. Die Banken, die einst zu groß zum Sterben waren, sind nun überall in der Welt noch größer geworden. Eine durchgreifende Krisenvorsorge und eine Änderung der Banken-Mentalität, wie sie durch eine bedeutend höhere Eigenkapitalquote erzwungen werden kann, erscheint nach wie vor eher unerwünscht zu sein, denn zwischen Politik und dem Finanzsystem existiert - wie die Autoren betonen - eine gegenseitige Abhängigkeit. Außerdem besteht auch eine personelle Verflechtung, die besonders in den USA mehr als deutlich zu sehen ist. Dieses Buch erläutert sehr ausführlich, wie eine höhere Eigenkapitalquote disziplinierend wirken könnte, wenn man die Tatkraft und den politischen Willen aufbringen würde, sie einzufordern. Natürlich sind damit nicht alle anderen Risikofaktoren aus der Welt geschafft. Beispielsweise gehen die Autoren nur ganz am Rande auf das Problem des ungeregelten Derivate-Handels unter den Banken ein. Eben so wenig kommt das schon kriminelle Verbriefen von Anleihepaketen zur Sprache, bei der die Wirkungslosigkeit blinder Kontrollorgane bewiesen wurde. Das Buch besitzt zwar über 500 Seiten, der eigentliche Texte umfasst jedoch nur ungefähr 350 Seiten. Den Rest nehmen Anmerkungen, Literaturangaben und ein Stichwortverzeichnis ein. Wenn man sich für das Thema interessiert, so dann erweist sich dieser Text als erhellend. Allerdings bleibt er natürlich ungeachtet aller geglückten Versuche, seinen Inhalt aufgelockert darzustellen, dennoch recht trocken und erfordert gelegentlich auch etwas Durchhaltevermögen. Aber es lohnt sich.

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von Martin Hellwig, Anat Admati

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