Corpus Delicti

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Ein Prozess

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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

115

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.08.2010

Verlag

btb

Seitenzahl

272

Beschreibung

Rezension

»Juli Zeh ist mit Corpus Delicti der weibliche George Orwell der Gegenwart geworden.« Deutschlandradio

Details

Verkaufsrang

115

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.08.2010

Verlag

btb

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

18,9/11,9/2,4 cm

Gewicht

250 g

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-74066-6

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2 Sterne

1 Sterne

Mittelmäßig mit Tendenz Meh

Bewertung am 02.01.2024

Bewertungsnummer: 2099605

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Corpus Delicti wirkt von der Idee großartig, wurde aber leider nicht gut umgesetzt. Der Schreibstil ist simpel und verständlich gehalten, wirkt jedoch konträr zu den vermeintlich intellektuellen Dialogen. Die Kapitelstruktur ist grauenhaft. Neue Kapitelüberschriften intervenieren Szenen, die zusammenbleiben sollten. Mit zunehmenden Lesefortschritt scheint sich die Struktur zu ändern und zu lockern, was sich insgesamt negativ auf den Fluss auswirkt. Dadurch wirkt das Buch gekünstelt, konstruiert und insgesamt nicht rund. Man fühlt erstaunlich wenig mit den Charakteren mit. Um genau zu sein, gar nicht. Als Leser steht man dem neutral gegenüber. Viele Ideen und Konzepte wurden kaum oder unzureichend ausgeführt. Der Nihilismus wurde an einer Stelle angebracht, wo dieser hätte nicht sein müssen. Sinn ergab dieser erst gegen Ende. Interessant hingegen waren insbesondere drei Charaktere; Heinrich Kramer, Moritz Holl und die Ideale Geliebte. Kramer erhielt seinen Namen nicht ohne Grund. Er entlehnt sich aus dem historischen Kramer, welcher den Hexenhammer verfasste. Während des Lesens fällt dies nicht auf, da man erst in die Richtung denken muss. Ab dem letzten Drittel folgt der Wink mit dem Zaunpfahl, indem Zaunreiter und Hexenprozesse angeführt werden. (Dabei äußere ich die Kritik, dass die Hexenprozesse kein Phänomen des Mittelalters - wie im Buch behauptet - sind.) Moritz fungiert dabei im Kern als Gegenspieler zum Hexenhammer. Die Ideale Geliebte erfüllte mich mit Freude, da sie eine Tulpa, diese allerdings nicht als solche benannt wird, verbildlicht. Tulpas sind selten in der Literatur anzutreffen. Generell ist die Handlung vorhersehbar. Erst gegen Ende zwischen den Seiten 170 - 200 kommt das erste Mal Spannung auf, die sich bis zum Ende tatsächlich halten kann. Das Ende selbst hingegen begegne ich mit gemischten Gefühlen. Es ergibt Sinn, ist jedoch in seiner Umsetzung furchtbar. Corpus Delicti versucht sich an einem Mehr, aber dieses Mehr kann nicht erreicht werden. Zusammengefasst bewerte ich dieses Buch als mittelmäßig mit negativer bzw. meh Tendenz.
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Mittelmäßig mit Tendenz Meh

Bewertung am 02.01.2024
Bewertungsnummer: 2099605
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Corpus Delicti wirkt von der Idee großartig, wurde aber leider nicht gut umgesetzt. Der Schreibstil ist simpel und verständlich gehalten, wirkt jedoch konträr zu den vermeintlich intellektuellen Dialogen. Die Kapitelstruktur ist grauenhaft. Neue Kapitelüberschriften intervenieren Szenen, die zusammenbleiben sollten. Mit zunehmenden Lesefortschritt scheint sich die Struktur zu ändern und zu lockern, was sich insgesamt negativ auf den Fluss auswirkt. Dadurch wirkt das Buch gekünstelt, konstruiert und insgesamt nicht rund. Man fühlt erstaunlich wenig mit den Charakteren mit. Um genau zu sein, gar nicht. Als Leser steht man dem neutral gegenüber. Viele Ideen und Konzepte wurden kaum oder unzureichend ausgeführt. Der Nihilismus wurde an einer Stelle angebracht, wo dieser hätte nicht sein müssen. Sinn ergab dieser erst gegen Ende. Interessant hingegen waren insbesondere drei Charaktere; Heinrich Kramer, Moritz Holl und die Ideale Geliebte. Kramer erhielt seinen Namen nicht ohne Grund. Er entlehnt sich aus dem historischen Kramer, welcher den Hexenhammer verfasste. Während des Lesens fällt dies nicht auf, da man erst in die Richtung denken muss. Ab dem letzten Drittel folgt der Wink mit dem Zaunpfahl, indem Zaunreiter und Hexenprozesse angeführt werden. (Dabei äußere ich die Kritik, dass die Hexenprozesse kein Phänomen des Mittelalters - wie im Buch behauptet - sind.) Moritz fungiert dabei im Kern als Gegenspieler zum Hexenhammer. Die Ideale Geliebte erfüllte mich mit Freude, da sie eine Tulpa, diese allerdings nicht als solche benannt wird, verbildlicht. Tulpas sind selten in der Literatur anzutreffen. Generell ist die Handlung vorhersehbar. Erst gegen Ende zwischen den Seiten 170 - 200 kommt das erste Mal Spannung auf, die sich bis zum Ende tatsächlich halten kann. Das Ende selbst hingegen begegne ich mit gemischten Gefühlen. Es ergibt Sinn, ist jedoch in seiner Umsetzung furchtbar. Corpus Delicti versucht sich an einem Mehr, aber dieses Mehr kann nicht erreicht werden. Zusammengefasst bewerte ich dieses Buch als mittelmäßig mit negativer bzw. meh Tendenz.

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Unter strikter Kontrolle - düsterkalte Aussichten

Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 28.11.2023

Bewertungsnummer: 2078093

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

In Juli Zehs Dystopie erlebt man mit Mia Holl einen wilden Ritt durch eine Zukunft, in der der Staat alles unter die Kontrolle der Gesundheit der Menschen stellt. Nahrungsaufnahme, Blutkontrolle, Bewegung - alles wird überwacht und Widerhandlungen gegen das System werden bestraft. Mia Holl ist die Hauptprotagonistin. Ihr Bruder Moritz  wurde wegen einem Vergehen angeklagt, dessen er sich nie für schuldig befand. Mia ist überzeugt, dass er unschuldig ist. Er stirbt im Gefängnis, anscheinend durch Suizid. Mia und ihr Bruder hatten immer eine enge Geschwisterbeziehung. Moritz war kein Freund des Systems. Mia kommt den Verpflichtungen nicht mehr nach und fliegt wegen der automatischen Überwachung auf. Mia Holl wird wegen verschiedener Delikte gegen die “Methode” angeklagt. Es kommt zu einem Prozess. “Was liegt vor?”, fragt Sophie (die Richterin). “Vernachlässigung der Meldepflichten”, sagt Bell. “Schlafbericht und Ernährungsbericht wurden im laufenden Monat nicht eingereicht. Plötzlicher Einbruch im sportlichen Leistungsprofil. Häusliche Blutdruckmessund und Urintest nicht durchgeführt.” Mia verhält sich nicht kooperativ, was entsprechend Konsequenzen hat. Es ist eine sehr skurrile Geschichte. Die Interaktionen zwischen Mia, ihrem Verteidiger, den Anklägern, aber auch den anderen Bewohnern des Hauses sind sehr speziell und spannend. Auch die Erinnerungen an Gespräche und Erlebnisse mit ihrem Bruder Moriz sind interessant. Die Sprache passt zum Buch und zu Juli Zeh. Sie ist präzis, packend, nicht ausschweifend und so, dass man manchmal innehalten muss - à la “Moment …”, um mit erhöhter Aufmerksamkeit weiterzulesen. Man kann dabei nicht einfach abschweifen und ist immer hellwach auf Aufnahme eingestellt. Sehr tiefgründig, zum Nachdenken anregend. Spannend und doch kein Pageturner. Die Geschichte an sich ist mir zu gesucht und zu extrem auf einen Gesundheitskult ausgerichtet, deswegen ein Punkt Abzug, insgesamt aber lesenswert. “Gesunder Menschenverstand”, ruft die ideale Geliebte, “ist, wenn einer recht haben will und nicht begründen kann, warum!” Man kann den Menschen am Gegebenen messen und zu dem Ergebnis kommen, er sei normal, gesund und folglich gut. Oder man erhebt das Gewünschte zum Massstab und stellt fest, dass der Betreffende gescheitert sei. Ganz nach Belieben. Ich entziehe einer Sicherheit das Vertrauen, die eine letztmögliche Antwort sein will, ohne zu verraten, wie die Frage lautet. …. Ich entziehe Eltern das Vertrauen, die ein Baumhaus “Verletzungsgefahr” und ein Haustier “Ansteckungsrisiko” nennen.
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Unter strikter Kontrolle - düsterkalte Aussichten

Bewertung (Mitglied der Book Circle Community) am 28.11.2023
Bewertungsnummer: 2078093
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

In Juli Zehs Dystopie erlebt man mit Mia Holl einen wilden Ritt durch eine Zukunft, in der der Staat alles unter die Kontrolle der Gesundheit der Menschen stellt. Nahrungsaufnahme, Blutkontrolle, Bewegung - alles wird überwacht und Widerhandlungen gegen das System werden bestraft. Mia Holl ist die Hauptprotagonistin. Ihr Bruder Moritz  wurde wegen einem Vergehen angeklagt, dessen er sich nie für schuldig befand. Mia ist überzeugt, dass er unschuldig ist. Er stirbt im Gefängnis, anscheinend durch Suizid. Mia und ihr Bruder hatten immer eine enge Geschwisterbeziehung. Moritz war kein Freund des Systems. Mia kommt den Verpflichtungen nicht mehr nach und fliegt wegen der automatischen Überwachung auf. Mia Holl wird wegen verschiedener Delikte gegen die “Methode” angeklagt. Es kommt zu einem Prozess. “Was liegt vor?”, fragt Sophie (die Richterin). “Vernachlässigung der Meldepflichten”, sagt Bell. “Schlafbericht und Ernährungsbericht wurden im laufenden Monat nicht eingereicht. Plötzlicher Einbruch im sportlichen Leistungsprofil. Häusliche Blutdruckmessund und Urintest nicht durchgeführt.” Mia verhält sich nicht kooperativ, was entsprechend Konsequenzen hat. Es ist eine sehr skurrile Geschichte. Die Interaktionen zwischen Mia, ihrem Verteidiger, den Anklägern, aber auch den anderen Bewohnern des Hauses sind sehr speziell und spannend. Auch die Erinnerungen an Gespräche und Erlebnisse mit ihrem Bruder Moriz sind interessant. Die Sprache passt zum Buch und zu Juli Zeh. Sie ist präzis, packend, nicht ausschweifend und so, dass man manchmal innehalten muss - à la “Moment …”, um mit erhöhter Aufmerksamkeit weiterzulesen. Man kann dabei nicht einfach abschweifen und ist immer hellwach auf Aufnahme eingestellt. Sehr tiefgründig, zum Nachdenken anregend. Spannend und doch kein Pageturner. Die Geschichte an sich ist mir zu gesucht und zu extrem auf einen Gesundheitskult ausgerichtet, deswegen ein Punkt Abzug, insgesamt aber lesenswert. “Gesunder Menschenverstand”, ruft die ideale Geliebte, “ist, wenn einer recht haben will und nicht begründen kann, warum!” Man kann den Menschen am Gegebenen messen und zu dem Ergebnis kommen, er sei normal, gesund und folglich gut. Oder man erhebt das Gewünschte zum Massstab und stellt fest, dass der Betreffende gescheitert sei. Ganz nach Belieben. Ich entziehe einer Sicherheit das Vertrauen, die eine letztmögliche Antwort sein will, ohne zu verraten, wie die Frage lautet. …. Ich entziehe Eltern das Vertrauen, die ein Baumhaus “Verletzungsgefahr” und ein Haustier “Ansteckungsrisiko” nennen.

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von Juli Zeh

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