In Amerika

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Beschreibung

Eine berühmte polnische Schauspielerin wird zur amerikanischen Diva: Maryna Zalezowska emigigriert im Jahr 1876 mit einer Gruppe europamüder Polen ins Gelobte Land Amerika, um ein neues Leben zu finden. Die Begegnung zwischen der Alten und der Neuen Welt erweist sich jedoch nicht als einfach …

"Der Roman gibt sich als historische Fiktion, und stellt den Stoff zur Schau, aus dem romantische Dramen gemacht sind. Er hat etwas Hybrides, Beunruhigendes und Originelles." (Michael Silverblatt, Los Angeles Book Review)

Susan Sontag, 1933 in New York geboren, war Schriftstellerin, Kritikerin und Regisseurin. Sie erhielt u.a. den Jerusalem Book Prize 2001, den National Book Award und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Bei Hanser erschienen zuletzt Das Leiden anderer betrachten (2003), Worauf es ankommt (2005), Zur gleichen Zeit (Aufsätze und Reden, 2008), Wiedergeboren. Tagebücher 1947-1963 (2010), Ich schreibe, um herauszufinden, was ich denke. Tagebücher 1964-1980 (2013) und die Erzählungen Wie wir jetzt leben (2020). Susan Sontag starb 2004 in New York. Über ihr letztes Lebensjahr berichtet ihr Sohn David Rieff in Tod einer Untröstlichen (Hanser, 2009).

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2002

Verlag

Carl Hanser Verlag München

Seitenzahl

480

Maße (L/B/H)

21/13,6/3,7 cm

Gewicht

594 g

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2002

Verlag

Carl Hanser Verlag München

Seitenzahl

480

Maße (L/B/H)

21/13,6/3,7 cm

Gewicht

594 g

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

In America. A novel

Übersetzer

Eike Schönfeld

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-20091-3

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Kalifornien. Santa Ana, der Fluß; Heim. Anaheim. Deutsche. Arme deutsche Einwanderer aus San Francisco, die vor zwanzig Jahren nach Süden zogen, um zu kolonisieren, Landwirtschaft zu betreiben, Erfolg zu haben. Unbeirrbare, sparsame deutsche Nachbarn. Überrascht darüber, daß wir so viele und nicht alle miteinander verwandt sind und uns ein kleines Haus am Rande ihrer Stadt teilen wollen. Sie fragen, wie viele Gewehre wir haben. Sie fragen, ob wir eine religiöse Sekte sind. Sie fragen, ob unsere Männer beim Bau eines neuen Bewässerungsgrabens helfen können. Sie fragen, ob Piotr zur Schule gehen wird oder ob wir ihn zu Hause lassen, damit er bei der Landwirtschaft helfen kann. Natürlich wird er zur Schule gehen! Das Haus, aus banalen Platanenbrettern statt aus Adobeziegeln, ist wirklich zu klein - was haben Julian und Ryszard sich nur dabei gedacht! -, wobei jedes Zimmer, bis auf die Küche, mit Teppichen ausgelegt ist, anscheinend eine amerikanische Sitte. Ja, wir sind hier, um zusammen dieses neue Leben aufzubauen. Aber bei all dieser Leere um uns herum - Amerika ist die Weite schlechthin - ist es absurd, daß wir so beengt leben sollen...
Sie haben einen hinreißenden Blick auf die Santa-Ana-Berge im Osten und das San-Bernardino-Gebirge weiter im Norden und Osten. Hinter dem Haus und zu beiden Seiten sind Lärchen, kalifornischer Berglorbeer, Feigenbäume und eine Virginia-Eiche. Dahinter liegt ein Feld mit hohem Gras, wo Heu- und Maishocken in der Sonne trocknen, dazu ein Weinberg, der sich ins Unendliche dehnt - alles, was fern vom Haus liegt, ist prachtvoll. Alles, was näher ist, eher ernüchternd. Der eingezäunte Vorgarten mit seinen Zypressen, dem struppigen Gras und ein paar Rosen sieht aus, wie Maryna sagte, wie ein schlechtgepflegter kleiner Friedhof.
"Ein Friedhof, Mama? Ein richtiger Friedhof?"
"Ach, Piotr", sagte sie lachend, "du darfst nicht auf alles hören, was ich sage."
Doch alle hörten sie darauf, allesamt, sie warteten auf ein Stichwort von ihr, daß sie sie mahnte, sie überwältigte, ihnen mit ihrem unerschütterlichen Eifer Halt gab. Gerade wegen ihrer Bestimmtheit, die aus ihrer Kraft zur Ichbezogenheit erwuchs, wegen ihrer Ungeduld ob der gelegentlichen Rückfälle der anderen in die Verzagtheit, ihrer kaum verhohlenen Verzweiflung über die Schwächen der anderen und daß sie nie, auch nicht mit den besten Leistungen, ganz zufrieden war, vor allem auch wegen ihres Schweigens, diesem eindrucksvollen, einschüchternden Schweigen, auch weil sie sich von dem allgemeinen Geplapper fernhielt und auf keine triviale Beobachtung oder konventionelle gesellschaftliche Nettigkeit oder unnötige Frage (denn nur das war es) antwortete, womöglich gar nicht einmal hörte, was gesagt worden war, wollten sie es ihr immer recht machen, deswegen meinten
sie, nirgendwo anders auf der Welt sein zu wollen als hier bei ihr, um Marynas Vision zu verwirklichen.
Doch wie schuf man diesen utopischen Haushalt auf einer so beengten, kleinlichen Bühne? Zunächst, indem man sich behalf und sich einrichtete - Fertigkeiten, die Maryna während der ersten Jahre in Heinrichs Truppe, als sie durch die polnischen Kleinstädte getingelt waren (die Theater nur mit dem Nötigsten ausgestattet, die Unterkünfte heruntergekommen), beherrschen gelernt hatte; und die jetzigen Unannehmlichkeiten würden schon bald weniger werden. Ja, Maryna versicherte allen am Morgen nach ihrer Ankunft, es gebe bald ein zweites Haus, aus Adobe: Sie und Bogdan würden sich im Dorf nach mexikanischen Arbeitern erkundigen, die ihnen beim Bau helfen sollten. Bis dahin... müßten Danuta und Cyprian mit ihren Mädchen das große Schlafzimmer bekommen, sie und Bogdan das zweite, Wanda und Julian das kleinste der drei Schlafzimmer. Piotr werde auf dem Wohnzimmersofa schlafen; Aniela auf einem Feldbett in einer Nische in der Küche. Barbara und Aleksander akzeptierten tapfer, daß ihnen ein Lagerschuppen unweit vom Corral zugewiesen wurde; Holz, Leitern, Fässer mit Nägeln, Farbeimer,
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