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Radio Activity

(2 MP3 Audio CDs, ungekürzte Hörbuchfassung)

„Als sie das erste Mal auf Sendung ging, ließen die Vorarbeiter im Hafenbüro ihre Einsatzpläne sinken. Die Autofahrer, die vor den Schleusen warteten, beugten sich nach rechts, um das Radio lauter zu drehen.(... ) „Guten Morgen, Seeleute“, hatte die Moderatorin gesagt, „ihr Leute auf See und an der See, hier schicke ich Euch ein Bandoneon vorbei, das euch auf Nordmeerwellen in den Tag trägt.“ Nichts, was sie sagte, war so außergewöhnlich, dass es den morgendlichen Betrieb in einer mäßig ausgeschlafenen Hafenstadt hätte stocken lassen müssen. Es war ihre Stimme. “

Wenn sie zu hören ist, werden die Radios lauter gedreht und stocken die Gespräche: Nora Tewes hat die perfekte Radiostimme - und einen Plan: Auf 100.7, einem Sender, den sie mit zwei Freunden gegründet hat, will sie einen lange davongekommenen Täter in die Enge treiben.

Überstürzt ist Nora aus ihrem eigenen Leben als Tänzerin in New York in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, um ihrer Mutter, die im Sterben liegt, nahe zu sein. Unter dem Druck beharrlicher Nachfrage Noras nach der Vergangenheit bricht eine nur oberflächlich verheilte Wunde auf, und ein Verbrechen, dessen Opfer ihre Mutter als Kind geworden ist, wird offenbar. Nora erstattet Anzeige und erhält eine niederschmetternde Antwort: Verjährt.

Aufgewühlt sucht sie nach einem Weg und hat eine Idee. Das Radio bietet ihr die Möglichkeit, diese umzusetzen und sie beginnt ein gefährliches Spiel.

Temporeich, unverwechselbar im Ton, mit eigenwilligen Charakteren, die man nicht mehr vergisst, erzählt Karin Kalisa in ihrem neuen, schmerzlich-schönen und politisch brisanten Roman davon, wie beherztes Handeln die Suche nach Gerechtigkeit vorantreibt.
Portrait
Karin Kalisa wurde 1965 geboren.Sie lebt nach Stationen in Bremerhaven, Hamburg, Tôkyô und Wien seit einigen Jahren im Osten Berlins. Ausgebildet in Japanologie und Sprachphilosophie. Ihr Debütroman "Sungs Laden" stand 36 Wochen lang auf der Bestsellerliste und wurde in mehrere Sprachen übersetzt.
Für Karin Kalisa spielt das Radio eine große Rolle - so groß, daß sie immer mit einem Weltempfänger verreist, ein Gerät, mit dem man unabhängig von WLAN und Strom Nachrichten aus aller Welt in aller Welt empfangen kann.

Wiebke Puls, vielfach mit Preisen ausgezeichnete Film- und Theaterschauspielerin, liest mit großer Sensibilität und Zartheit, aber auch mit Stärke und Unverblümtheit. Mit allem, was auch Nora, der Hauptfigur des Romans, zu eigen ist.
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Beschreibung

Produktdetails

Medium MP3-CD
Sprecher Wiebke Puls
Anzahl 2
Erscheinungsdatum 01.07.2020
Sprache Deutsch
EAN 9783945095256
Verlag BonneVoice
Auflage 1
Spieldauer 700 Minuten
Verkaufsrang 8808
Hörbuch (MP3-CD)
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24,99
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
8 Bewertungen
Übersicht
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"Auf dem Weg in Teufels Küche..."
von einer Kundin/einem Kunden aus Potsdam am 22.10.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ich hab mich sehr gefreut zu hören, dass dieser Roman zu den Nominierten des Lieblingsbuches des Unabhängigen Buchhandels gehört. Der Klappentext umreisst den gesamten Inhalt, so dass mir hier nichts zuzufügen bleibt. Warum bin ich nun von diesem Roman so begeistert: Er zeigt die Unsinnigkeit und Ungerechtigkeit, dass es g... Ich hab mich sehr gefreut zu hören, dass dieser Roman zu den Nominierten des Lieblingsbuches des Unabhängigen Buchhandels gehört. Der Klappentext umreisst den gesamten Inhalt, so dass mir hier nichts zuzufügen bleibt. Warum bin ich nun von diesem Roman so begeistert: Er zeigt die Unsinnigkeit und Ungerechtigkeit, dass es gesetzliche Verjährungsfristen in Bezug auf sexuellen Missbrauch gibt. Diese Thematik wird aus den verschiedensten Perspektiven erörtert und zeigt deutlich die Langzeitfolgen, auch generationsübergreifend auf. Die Atmosphäre einer Hafenstadt an der Nordsee wird wunderbar eingefangen. Die Liebe und Begeisterung für das Radio (-machen) schwappt über und das Lied "Biscaya" liebe ich nun auch...:) Die Figuren sind sehr sympathisch, lebensnah und gut vorstellbar gezeichnet. Hier vor allem natürlich Nora, diese starke, aber auch etwas verschlossene, sehr interessante Frau. Der Roman ist besonders konzipiert. So besteht er aus drei Teilen, wobei jeder Teil ein eigenes Thema betont und eine eigene Stimmung produziert. Die Sprache ist frisch und interessant, sie hat mir sehr gut gefallen und manche Worte haben es mir sehr angetan. Es liest sich sehr unterhaltsam, amüsant und auch philosophisch. Man kann diesem Roman eventuell vorwerfen, hier und da etwas zu konstruiert, zu kitschig, zu sentimental oder auch zu sperrig zu sein, mich störte das nicht, da die ganzen positiven Dinge das bei weitem aufwiegen. Der Roman ist sehr bereichernd und weitaus vielschichtiger, als ich es hier darstelle. Er lebt auch von den Dialogen und Gedanken dieser wirklich einprägsamen Protagonisten. Dieses Werk regt an, regt auf, berührt, macht nachdenklich und lenkt den Blick auf eine Schieflage der deutschen Gesetzgebung, die dringlichst behoben werden muss. Für mich definitiv ein Lesehighlight des Jahres.

„Alle sollen es hören“
von Sikal am 31.07.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Nora Tewes hat eine besondere Radiostimme – eine, bei der jeder Zuhörer innehält, um den Klang und die Farbe in sich aufzunehmen. Mit ihren Freunden Tom und Grischa bewirbt sie sich um eine Sendefrequenz, um einen besonderen Radiosender zu gründen: Einer fürs Herz, für jeden soll etwas dabei sein. Doch das ist nicht alles … ... Nora Tewes hat eine besondere Radiostimme – eine, bei der jeder Zuhörer innehält, um den Klang und die Farbe in sich aufzunehmen. Mit ihren Freunden Tom und Grischa bewirbt sie sich um eine Sendefrequenz, um einen besonderen Radiosender zu gründen: Einer fürs Herz, für jeden soll etwas dabei sein. Doch das ist nicht alles … Nora ist nach einem längeren Amerikaaufenthalt spontan in ihre Heimat zurückgekehrt, um ihre Mutter beim Sterben zu begleiten. Ihr Leben lang waren die beiden sich nahe, hatten eine besondere Verbindung zueinander, doch ein düsteres Geheimnis hatte ihre Mutter nie erwähnt. Jetzt erst beginnt sie Nora vom Missbrauch ihres Latein-Nachhilfelehrers zu erzählen und nimmt der Tochter das Versprechen ab, gut auf ihre Kinder aufzupassen und immer hinzuschauen, wenn diese sich verändern. Gerichtlich kann Nora den mittlerweile 90-jährigen Täter nicht mehr zur Verantwortung ziehen, doch sie hat ein anderes Ziel vor Augen. Mithilfe des Senders versucht sie die Zuhörer zu mobilisieren – ein gefährliches Spiel beginnt. Ganz leise tritt Simon, ein Rechtsreferendar in ihr Leben und gemeinsam beginnen die beiden nach anderen (nicht ganz legalen) Mitteln zu suchen, um dieses Verbrechen publik zu machen und den Täter zu überführen. Die Autorin Karin Kalisa schafft es, mich dermaßen in die Geschichte zu katapultieren, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Man fühlt sich als Beobachter, der den Charakteren ganz nah ist, hört die Musik, spürt den Wind und ist gefesselt von den geballten Emotionen. Mit viel Empathie gelingt es der Autorin, nach und nach das Leben von Noras Mutter offenzulegen, wie Wunden nur oberflächlich verheilen und welche Auswirkungen diese auf die Nachfolgegeneration haben können. Wunderbar finde ich auch die Freundschaft zwischen Tom, Grischa und Nora, die sie auffangen und durch diese schwere Zeit tragen. Für mich war es ein Leseerlebnis, das ich sehr genossen habe. Ein wichtiges Buch über ein Thema, das wohl häufiger vorkommt, als es publik wird. Warum? Das versteht man vielleicht ein klein wenig, wenn man diesem Buch folgt. „Dort durfte sie sich auf eine Couch legen und schweigen. Durfte beginnen zu sprechen, indem sie Wörter wie Töne behandelte.“ „Auf dem Rückweg, während sie gegen den Wind in die Pedale trat, sprach sie weiter. Manchmal laut, manchmal leise, ließ sie ihn endlich über die Lippen aus dem Körper kommen, ihren Windjammer.“


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