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Der Junge, der zu viel fühlte

Wie ein weltbekannter Hirnforscher und sein Sohn unser Bild von Autisten für immer verändern

Als Henry Markram ein autistisches Kind bekam, zählte er zu den berühmtesten Hirnforschern der Welt. Er arbeitete am Weizmann-Institut und am Max-Planck-Institut, gewann zahlreiche Forschungspreise und hielt Vorträge auf der ganzen Welt. Doch dann kam Kai. Und Fragen und Sorgen lagen auf einmal im Kinderzimmer. Und so stürzte sich der Hirnforscher auf die Frage, was Autismus wirklich ist. Nach Jahren gelang ihm der Durchbruch. Und seine Antworten stellten alles auf den Kopf, was man über Autismus zu wissen glaubte, denn: Autisten fühlen nicht zu wenig – sie fühlen zu viel. Und sie nehmen die Welt intensiver wahr als üblich. Über Monate hinweg hat Journalist Lorenz Wagner die Familie Markram begleitet und erzählt eine berührende Vater-Sohn-Geschichte, die auch Einblicke in die Forschungsarbeit des Vaters gibt.
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Beschreibung

Produktdetails

Medium MP3-CD
Sprecher Wolfgang Berger
Anzahl 1
Erscheinungsdatum 15.03.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783869743813
Genre Belletristik
Verlag Steinbach sprechende Bücher
Spieldauer 389 Minuten
Verkaufsrang 5397
Hörbuch (MP3-CD)
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18,99
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Das Buch lässt mich ratlos zurück
von Elchi130 am 22.06.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Als ich mit dem Thema Autismus in Berührung gekommen bin, war vieles von dem, was das Ehepaar Markram herausgefunden hat, bereits zu etwas Allgemeingültigem geworden. Für mich ist es selbstverständlich, dass Autisten Gefühle haben. Ihre „Intense World Theory“ haben sie bereits vor einigen Jahren aufgestellt. Vieles daran klingt ... Als ich mit dem Thema Autismus in Berührung gekommen bin, war vieles von dem, was das Ehepaar Markram herausgefunden hat, bereits zu etwas Allgemeingültigem geworden. Für mich ist es selbstverständlich, dass Autisten Gefühle haben. Ihre „Intense World Theory“ haben sie bereits vor einigen Jahren aufgestellt. Vieles daran klingt plausibel und sehr wahrscheinlich. Was mich daran stört, ist der Absolutheitsanspruch. Denn er widerspricht allem, was ich ansonsten über Autismus gelernt habe, nämlich: Kennst du einen Autisten, kennst du genau einen Autisten – kennst du zwei Autisten, kennst du zwei Autisten. Denn jeder Autist ist anders. Daher finde ich es schwierig, aus dieser Theorie eine Regel zu formulieren. Henry Markram wirft der Forschung vor, sich festzubeißen an einmal erlangtem Wissen. Aber ich frage mich, ob er nicht genau das auch macht. Richtiger wäre es meines Erachtens, offen zu bleiben, für alle Möglichkeiten. Irritiert hat mich, dass das Buch „Der Junge, der zu viel fühlte“ lautet, doch Kai, der Junge, um den es geht, nur eine Nebenrolle im Buch spielt. Dadurch bin ich mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen. Ich bin davon ausgegangen, viel mehr über das Verhältnis von Kai zu seinem Vater zu erfahren – in Bezug auf Kais Autismus. Doch die Hauptrollen im Buch haben Henry Markram und seine Forschungen, die durch Kai ausgelöst wurden. Ich finde, dass es wichtig ist, dass das Thema Autismus in der Gesellschaft einen höheren Grad der Bekanntheit erfährt. Ebenso ist es gut, wenn Ängste gegenüber dem Thema Autismus abgebaut werden. Positiv ist für mich auch, dass durch die Forschungen der Markrams Autisten nicht mehr automatisch als Behinderte gesehen und behandelt werden. Das Buch „Der Junge, der zu viel fühlte“ hat gezeigt, dass durch die Forschungen der Markrams das Selbstbewusstsein vieler Autisten gestärkt worden ist. Allein dadurch ist meines Erachtens schon viel erreicht worden. Ob Autisten alle zu viel fühlen oder nur manche. Ob Henry Markram und seine Frau Kamila mit ihren Forschungen Recht haben oder ihre Gegner, wird irgendwann vermutlich bewiesen werden. Irgendwann ist die Medizin oder die Wissenschaft so weit, auch das zu erklären. Fazit: Ich habe etwas ganz anderes erwartet. Es geht um den Wissenschaftler Henry Markram und die Theorie, die er entwickelt hat, weil sein Sohn Autist ist. Die Theorie klingt gut und einleuchtend. Aber ich als Laie kann nicht beurteilen, ob sie stimmig ist. Außerdem habe ich aufgrund des Titels erwartet, dass ich viel mehr über den Sohn Kai erfahre.

Der Junge, der zu viel fühlte
von einer Kundin/einem Kunden aus Evilard am 10.05.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

verständlich geschrieben, hilfreich, beleuchtet die Problematik des Autismus einfühlsam, bringt eine andere Sichtweise als bis anhin, rüttelt auf

Ein Hirnforscher stellt das Bild vom Autisten auf den Kopf!
von Lia48 am 28.04.2019

INHALT: Der bekannte Hirnforscher Henry Markram und seine Frau haben das Gefühl, dass bei ihrem Sohn Kai irgendetwas anders ist, als bei anderen Kindern. Von Geburt an spüren dessen Augen Geräuschen und Lichtern nach, als wäre sein Sehvermögen bereits entwickelt und er versucht immer wieder sein Köpfchen zu heben. Doch die Ärz... INHALT: Der bekannte Hirnforscher Henry Markram und seine Frau haben das Gefühl, dass bei ihrem Sohn Kai irgendetwas anders ist, als bei anderen Kindern. Von Geburt an spüren dessen Augen Geräuschen und Lichtern nach, als wäre sein Sehvermögen bereits entwickelt und er versucht immer wieder sein Köpfchen zu heben. Doch die Ärzte können zunächst nichts außergewöhnliches feststellen. Vielleicht sind die Eltern nur überbesorgt? Als Kai laufen kann, geht er auf fremde Menschen zu und umschlingt deren Beine. Die Leute lachen. Doch als der Junge älter wird, fällt ihm die Kontaktaufnahme immer schwerer. Er redet nur das Nötigste und wenn er spricht, dann ganz anders als andere Kinder in seinem Alter. Beim Puzzeln scheint er nicht auf das Bild zu achten, sondern nur auf die Formen. Und er erinnert sich verblüffende Details. Er ist sehr wählerisch beim Essen und bekommt plötzlich Ausraster. Nach einem Ärzte-Marathon bekommt Kai zunächst die Diagnose ADHS. Und es dauert noch eine ganze Weile, bis schließlich erkannt wird, dass er stattdessen Autismus hat, der sich von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich zeigen kann. Henry fühlt sich äußerst hilflos. Er hat am Weizmann-Institut und am Max-Planck-Institut gearbeitet und zahlreiche Preise für seine Hirnforschungen erlangt. Und nun soll er nichts für seinen eigenen Sohn tun können? Er beschließt sich ab sofort mit dem Autismus auseinanderzusetzen. 15 Jahre forscht er daran und widerlegt dabei die bisherige Annahme, dass Autisten nichts fühlen würden. Denn diese - so Henrys Erkenntnisse - fühlen zu viel statt zu wenig und nehmen die Welt viel intensiver wahr als andere Menschen. Und damit stellt er das damalige Bild von Autisten auf den Kopf! MEINUNG: Romanhaft schildert der Autor alltägliche Erlebnisse von Kai. "Willst du hereinkommen und mit meiner Mama einen Kaffee trinken?", fragt Kai wildfremde Menschen. Als Zuhörer kann man gar nicht anders, als diesen liebenswerten Jungen augenblicklich in sein Herz zu schließen. Kai hat es nicht gerade einfach im Leben. Und sein Frust und seine Traurigkeit darüber, weckten bei mir großes Mitgefühl für den Jungen. Man bekommt einen guten Einblick von Kais Besonderheiten und von den Herausforderungen, vor denen die Familie steht. Alles dreht sich um Kai, für die Eltern selbst bleibt nur wenig Zeit und die vielen Ängste um den Jungen belasten die ganze Familie. Auch der Marathon von einer Betreuungs- bzw. Bildungseinrichtung zur nächsten und von einem Arzt zum anderen, verlangt sehr viel Kraft, Zeit und Geduld von alle Beteiligten. Kurzum, gerade diese alltäglichen Erlebnisse fand ich sehr eindrücklich, einfühlsam und lebendig dargestellt! Ich habe sie unglaublich gerne verfolgt! Ein anderer Schwerpunkt des Hörbuches liegt auf dem Werdegang und den Forschungen von Kais Vater Henry, was sich mit den Erlebnissen aus Kais Alltag abwechselt, bzw. teilweise auch mit diesen verschmelzt. Dieser Teil ist daher sehr biografisch und mehr wie ein Sachbuch aufgebaut. Das dabei geschickt eingearbeitete Sachwissen zum Thema Autismus fand ich äußerst interessant, ohne dass es zu trocken wirkte und ich konnte einige neue Dinge für mich mitnehmen. Henrys Hirnforschungen und seinen Werdegang dagegen, hätte ich mir persönlich etwas weniger detailliert gewünscht. Zwar sind diese verständlich dargestellt, doch sie nahmen mir etwas zu viel Raum ein und für mich entstanden hier ein paar Längen. Durch den Titel des Hörbuches hätte ich mir den Fokus noch etwas mehr auf dem Jungen und weniger auf Henry gewünscht. Doch für alle, die sich für die neurologischen Forschungen und Vorgänge im Gehirn sowie für die Biografie des Hirnforschers Henry Markram interessieren, die werden hierbei sicherlich ihren Gefallen finden. Die Sprechstimme empfand ich als sehr angenehm und ich konnte ihr aufmerksam folgen. Lediglich bei einzelnen Dialogen hätte ich mir zum besseren Unterscheiden der Personen, noch mehr Variation in der Stimme gewünscht. FAZIT: Insgesamt ein gelungenes Hörbuch, dass sich sowohl mit romanhaft geschilderten Alltags-Erlebnissen, aber auch auf der Sachebene mit dem Thema Autismus auseinandersetzt. Eine Hörempfehlung und 4/5 Sterne!