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Post von Karlheinz

Wütende Mails von richtigen Deutschen – und was ich ihnen antworte


„Du bepimmelter Kackmuslim!“ – Wie man gekonnt auf Hassmails antwortet

Täglich bekommt Hasnain Kazim hasserfüllte Leserpost. Doch statt die Wutmails einfach wegzuklicken, hat er beschlossen zurückzuschreiben – schlagfertig, witzig und immer wieder überraschend. Dieses ebenso unterhaltsame wie kluge Hörbuch versammelt seine besten Schlagabtäusche mit den Karlheinzen dieser Welt und beweist, warum man den Hass, der im eigenen Postfach landet, nicht unkommentiert lassen sollte. Denn, wie Hasnain Kazim sagt: "Wenn wir schweigen, beginnen wir, den Hass zu akzeptieren. Also, reden wir!"

Gesprochen von Cathlen Gawlich, Hasnain Kazim, Bjarne Mädel und Bernhard Schütz.

(2 CD, Laufzeit: ca. 2h 10)

Portrait
Hasnain Kazim ist gebürtiger Oldenburger und Sohn indisch-pakistanischer Einwanderer. Er wuchs im Alten Land, vor den Toren Hamburgs, und in Karatschi in Pakistan auf, studierte Politikwissenschaften und schlug eine Laufbahn als Marineoffizier ein. Er liebt Grünkohl und Curry, aber nicht zusammen. Das journalistische Handwerk lernte er im Schwäbischen, bei der »Heilbronner Stimme«, schrieb unter anderem für das dpa-Südasienbüro in Delhi und von 2004 bis 2019 für den SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE, die meiste Zeit davon als Auslandskorrespondent in Islamabad, Istanbul und Wien. Für seine Arbeit wurde er mit diversen Preisen ausgezeichnet, darunter dem »CNN Journalist Award«. Er lebt als freier Autor nach wie vor in der österreichischen Hauptstadt und hat mehrere Bücher veröffentlich, darunter »Grünkohl und Curry«, »Plötzlich Pakistan« und »Krisenstaat Türkei«. Das Taschenbuch »Post von Karlheinz« (2018), das seine Dialoge mit wütenden Lesern versammelt, stand viele Wochen auf der Bestsellerliste.

Bjarne Ingmar Mädel, 1968 in Hamburg geboren, war nach dem Schauspielstudium an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam fünf Jahre lang Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Auch im Fernsehen übernahm er zahlreiche Rollen in namhaften Produktionen (u. a. "Tatort", "Polizeiruf 110") und erlangte insbesondere große Popularität mit der Figur des Berthold 'Ernie' Heisterkamp in der TV-Sitcom "Stromberg". Mit seiner eigenen Serie "Der kleine Mann" wurde Bjarne Mädel 2009 für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert. Im Kino war er in "Die Könige der Nutzholzgewinnung" (2006), "Meine schöne Bescherung" (2007) und "Die Schimmelreiter" (2008) zu erleben. Für den Hörverlag wirkte er in Val McDermids "Das Lied der Sirenen" mit sowie in "Herr Lehmann".

Cathlen Gawlich, geboren 1970, absolvierte ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam. Von 1991 bis 2001 war sie Ensemblemitglied des Deutschen Theaters Berlin. Außerdem hatte sie Gastengagements am Maxim Gorki Theater Berlin und der Staatsoper Berlin. Seit 2004 ist sie regelmäßig an der Schaubühne in Berlin zu sehen. Sie ist die Synchronstimme von Sandy dem Eichhörnchen in „SpongeBob Schwammkopf”, spricht den Kakadu im gleichnamigen Kinderprogramm von Deutschlandradio Kultur und leiht Rose in der Fernsehserie „Two and a Half Men” ihre Stimme.

Bernhard Schütz war von 1988 bis 1993 am Theater Basel beschäftigt, danach bis 1995 am Schauspielhaus Hamburg. Seit 1994 hat er ein Engagement an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. In dieser Zeit wirkte er in vielen Inszenierungen mit, so u. a. in 'Berliner Republik' unter der Regie von Christoph Schlingensief und in 'Des Teufels General' sowie 'Der Idiot' unter der Regie von Frank Castorf. Nebenbei spielte er zahlreiche Rollen für Kino und TV, u. a. in 'Brandnacht' (1991), 'Dämonen' (2000), 'Der Job seines Lebens' (2002/2004) und zuletzt in der Serie Kriminaldauerdienst (2006/2007). Für den Hörverlag hat Bernhard Schütz bereits Flauberts "Madame Bovary" und Melvilles "Moby Dick" gesprochen.

Hasnain Kazim ist gebürtiger Oldenburger und Sohn indisch-pakistanischer Einwanderer. Er wuchs im Alten Land, vor den Toren Hamburgs, und in Karatschi in Pakistan auf, studierte Politikwissenschaften und schlug eine Laufbahn als Marineoffizier ein. Er liebt Grünkohl und Curry, aber nicht zusammen. Das journalistische Handwerk lernte er im Schwäbischen, bei der »Heilbronner Stimme«, schrieb unter anderem für das dpa-Südasienbüro in Delhi und von 2004 bis 2019 für den SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE, die meiste Zeit davon als Auslandskorrespondent in Islamabad, Istanbul und Wien. Für seine Arbeit wurde er mit diversen Preisen ausgezeichnet, darunter dem »CNN Journalist Award«. Er lebt als freier Autor nach wie vor in der österreichischen Hauptstadt und hat mehrere Bücher veröffentlich, darunter »Grünkohl und Curry«, »Plötzlich Pakistan« und »Krisenstaat Türkei«. Das Taschenbuch »Post von Karlheinz« (2018), das seine Dialoge mit wütenden Lesern versammelt, stand viele Wochen auf der Bestsellerliste.

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Beschreibung

Produktdetails

Medium CD
Sprecher Bjarne Mädel, Cathlen Gawlich, Bernhard Schütz, Hasnain Kazim
Anzahl 2
Erscheinungsdatum 22.03.2019
Sprache Deutsch
EAN 9783844532166
Genre Humor, Satire, Kabarett, Comedy
Verlag Der Hörverlag
Spieldauer 130 Minuten
Verkaufsrang 1865
Hörbuch (CD)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
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Unkonventioneller und unterstützenswerter Einsatz gegen Hass im Netz
von Tobias Krieg am 22.02.2020

Hasnain Kazim: Post von Karlheinz. Wütende Mails von richtigen Deutschen - und was ich ihnen anworte Gelesen von Bjarne Mädel, Cathlen Gawlich, Bernhard Schütz und Hasnain Kazim 2 Audio-CDs, ausgewählte Texte, ca. 130 Minuten Der Hörverlag, 2019 Ich habe das Hörbuch bei einem Gewinnspiel gewonnen. Den Autor kannte ich vorh... Hasnain Kazim: Post von Karlheinz. Wütende Mails von richtigen Deutschen - und was ich ihnen anworte Gelesen von Bjarne Mädel, Cathlen Gawlich, Bernhard Schütz und Hasnain Kazim 2 Audio-CDs, ausgewählte Texte, ca. 130 Minuten Der Hörverlag, 2019 Ich habe das Hörbuch bei einem Gewinnspiel gewonnen. Den Autor kannte ich vorher nicht, aber das Thema des Buches könnte kaum aktueller sein und hat mich auch aufgrund seiner Brisanz sehr interessiert. Im Laufe der Hör-Lektüre bekommt man nach und nach eine gewisse Vorstellung des Autors: Seine Eltern kommen aus Pakistan. Er selbst ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Als Journalist beschäftigt er sich intensiv mit (gesellschafts-)politischen Themen. Bereits in den 90ern erhielt er seine ersten Hass-Briefe und durch die Entwicklung der elektronischen Kommunikation hat dieses traurige Phänomen deutlich zugenommen. Einige der Zuschriften haben ihn so stark mitgenommen, dass er nach anderen Wegen des Umgangs mit ihnen suchte. Schließlich begann er damit, manchen der Absender direkt zu antworten. Aus diesen Antworten besteht - neben grundsätzlichen Gedanken des Autors zum Thema - das vorliegende Hörbuch. Kazims Antworten sind von vielfältiger Natur: manchmal fragt er nach oder zeigt argumentative Fehler auf, manchmal hält er einen ironischen Spiegel vor, manchmal geht er selbst auf kreative Weise in die Offensive und in Ausnahmefällen beendet er mit deutlichen Worten die Konversation. Er sagt selbst, dass die schöne Vorstellung, mit jedem einen konstruktiven Austausch auf Augenhöhe führen zu können, sich in der Realität immer wieder als naiv herausstellt (Als Beispiel führt er Menschen an, die ihn in die Gaskammer wünschen). Ich persönlich kann Kazims humanistische Ansichten nur unterstützen und finde es sehr lobenswert, dass er sich auf kreative Weise gegen den Hass (im Netz) einsetzt. Das Thema ist traurig und macht mich oft auch wütend, doch seine unkonventionellen Antworten sind häufig wirklich lustig und seine Argumentationen nicht selten auch echt lehrreich. Da bleibt eigentlich nur zu sagen: bitte weiter so!

Bedrückend, beschämend, aufwühlend - und ganz hervorragend gekontert!
von smartie11 am 31.01.2020

„Aber wenn wir schweigen, wenn wir diese Leute ignorieren, beginnen wir, ihren Hass und ihre Häme zu akzeptieren“ (Track 07) „Religion ist nicht per se schlecht oder gut, sondern sie ist das, was Menschen aus ihr machen. Oft genug ist das etwas Schlechtes – leider!“ (Track 10) Meine Meinung: Autor Hasnain Kazim, Sohn indi... „Aber wenn wir schweigen, wenn wir diese Leute ignorieren, beginnen wir, ihren Hass und ihre Häme zu akzeptieren“ (Track 07) „Religion ist nicht per se schlecht oder gut, sondern sie ist das, was Menschen aus ihr machen. Oft genug ist das etwas Schlechtes – leider!“ (Track 10) Meine Meinung: Autor Hasnain Kazim, Sohn indisch-pakistanischer Eltern, ist ein deutscher Journalist, Autor und mehrfacher Medienpreisträger. In „Post von Karlheinz“ macht er einen kleinen Teil der fremdenfeindlichen Zuschriften öffentlich, die ihn immer wieder erreichen, sowie seine Antworten darauf. Allein wenn man einige der Nicknames der Absender betrachtet, die sich in der vermeintlichen Anonymität des Internets tummeln, wird schnell klar, in welche Richtung die Zuschriften gehen. Wir treffen hier u.A. auf „Hermann the German“, „Maria gegen Scharia“ oder auch auf „Deutschländer1933“ (ob der wohl auch die Würstchen kennt?). Das Spektrum dessen, mit dem sich Kazim bei den Zuschriften konfrontiert sieht, reicht von Unkenntnis, über Ignoranz, Penetranz bis hin zu ungeniert offen formulierten Anfeindungen, Hasstiraden und Drohungen („alle erschießen“). Beim Hören dieses Hörbuches changieren meine Gefühle dementsprechend in wildem Wechsel zwischen Unglauben, Fremdschämen und schockiert sein. Es ist absolut bewundernswert, dass es Hasnain Kazim dabei immer noch gelingt, meist ruhig und sachlich zu bleiben. Glücklicher Weise hat er einen Weg gefunden, mit den stetigen Anfeindungen umzugehen: sie öffentlich zu machen und mit Humor zu kontern („Humor ist ein Weg, mit all dem Hass fertig zu werden, ihn auszuhalten, zu ertragen.“ - Track 07). Dass es ihm dabei nicht immer ganz gelingt, die Contenance zu bewahren, und den ein oder anderen Internet-Hetzer als Rumpelstilzchen oder Vollidioten tituliert, kann ich da voll und ganz verstehen. Und wenn er am Ende seiner Korrespondenz mit dem titelgebenden Karlheinz mit dem folgenden Versprechen „Karlheinz, wir kommen. Ob du willst, oder nicht. Also mach den Gartenschlauch klar!“ schließt, habe ich tatsächlich beim Lachen fast Tränen in den Augen. Ja, so schockierend Vieles von dem ist, was den Autor immer wieder erreicht, ist es doch ein Spiegel unserer Gesellschaft (oder zumindest von Teilen davon). Neben all den beklemmenden Gefühlen macht es dennoch wirklich Spaß, Hasnain Kazim bei seinen Antworten zuzuhören. Es ist wirklich wunderbar zu hören, wie er immer wieder gekonnt, intelligent, auf den Punkt und oft herrlich ironisch kontert. Sehr gut gemacht! Zur Hörbuchproduktion: Kurz: extrem gelungen! Teile dieses Hörbuchs spricht Hasnain Kazim selbst, was mir sehr gut gefällt, da es für Authentizität sorgt. Während Cathlen Gawlich und Bernhard Schütz den „Schreibern“ ihre Stimmen leihen (und dabei ganz passende Charaktere entwickeln) werden Kazims schlagfertige Antworten von Bjarne Mädel vorgetragen, den ich selbst sehr gerne sehe und höre. Hierdurch ergibt sich neben dem tiefenwirksamen Inhalt auch eine wunderbare Abwechslung, so dass sich dieses Hörbuch bei allen menschlichen Charakter-Untiefen, die es offenbart, ganz hervorragend hören lässt. FAZIT: Vom alltäglichen Fremdenhass und wie man damit umgehen kann. Absolut und uneingeschränkt empfehlenswert!

Bitte lesen! Haltung zeigen! Voller Respekt für Hasnain Kazim!
von SternchenBlau am 02.08.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

„Machen wir alle unseren Mund auf, wenn jemand diskriminiert, beleidigt, bedroht wird. Sagen wir etwas. Zeigen wir, dass der Satz, die Würde des Menschen ist unantastbar, mehrheitsfähig ist. Damit wir uns später nicht vorwerfen lassen müssen, geschwiegen zu haben.“ Ein unglaublich wichtiges Buch! Hasnain Kazim lese ich beim Spi... „Machen wir alle unseren Mund auf, wenn jemand diskriminiert, beleidigt, bedroht wird. Sagen wir etwas. Zeigen wir, dass der Satz, die Würde des Menschen ist unantastbar, mehrheitsfähig ist. Damit wir uns später nicht vorwerfen lassen müssen, geschwiegen zu haben.“ Ein unglaublich wichtiges Buch! Hasnain Kazim lese ich beim Spiegel immer sehr gerne und auch auf Twitter mit seinen pointierten Analysen und Texten. In „Post von Karlheinz“ veröffentlicht er einen Teil der Kommunikation, die er mit „echten Deutschen“ geführt hat, wie diese sich selbst bezeichnen würden. Diese beschimpfen ihn und bedrohen ihn. Seine Kommunikation hingegen sprüht voller geistreicher Ideen, Ironie und ist immer ein leidenschaftliches Plädoyer für Menschlichkeit und Demokratie. Und gelernt habe ich beim Lesen auch noch einiges. Die Welt ist wirklich schlecht, wenn man bedenkt, dass sich in dem Buch nur ein Bruchteil der Hass- und Drohbriefe wiederfindet, die Kazim in seinem Leben erhalten hat. Den Hass, das schreibt Kazim ganz deutlich, gibt es nicht erst seit das Internet existiert. Das erste Mal war er als Schüler Anfang der 90er mit Hassbriefen konfrontiert. Aber das Internet hat den Hass einfacher - und salonfähiger gemacht. Als weiße Person bin ich privilegiert, weil diese sich nicht mit Hass in diesem Ausmaß auseinander setzen müssen. Der Autor macht es einem leicht, denn mehrmals musste ich trotz des ernsten Hintergrunds lachen, wie gekonnt er sich über sein Gegenüber lustig macht und deren Geisteshaltung demaskiert. Aber das Lachen blieb mir dann doch oft genug im Halse stecken. Kazim nimmt uns als Leser*innen durchaus an die Hand. Am Anfang schreibt er, dass der Austausch nur selten versöhnlich endet. Im Buch gibt es dann doch mehr Beispiele dafür als gedacht. Das macht das Buch erträglich. Den Luxus haben Kazim und andere Journalist*innen, etc. dunklerer Hautfarbe leider nicht. Darum finde ich es wichtig, dass wir ihnen gegenüber Solidarität zeigen – und Haltung. In vielen Schriftwechseln zeigt Kazim eine Engelsgeduld. Gelegentlich verfährt er aber auch nach dem Motto: Wie es in den Wald hinein schallt, schallt es wieder hinaus. Bei seinem Gegenüber nimmt das oftmals kafkaeske Ausmaße an: Seine Antwort auf ein „F* dich, Kazim!“ Ist ein „F* dich selber!“ Die Rückantwort kannste dir nicht ausdenken: „Das ist also Ihr Niveau!“ Unglaublich, wie viel Zeit, Mühe, Stilsicherheit und Humor Kazim für diese Antworten aufwendet. Ich behaupte, er würde sie unendlich lieber für seine Kinder, seine Hobbys, seine Freunde verwenden oder einfach nur mal um im Wald spazieren zu gehen. Dass er widerspricht, dass er weitermacht, davor ziehe ich meinen Hut. Kazim, ein Verteidiger der Demokratie und beim Pass wie im Herzen ein echter Deutscher, hat unser aller Respekt verdient. Dieses Buch ist megawichtig und alle sollten, ja MÜSSEN es lesen. Bitte lest es. Und obwohl der Hintergrund so ernst ist, musste ich mehrfach laut lachen. Fünf Sterne sind nicht genug für dieses wichtige Engagement, diesen Sprachwitz, diesen Mut. Zum Abschluss noch ein Beispiel dafür: „Er schreibt daraufhin: Sie müssen wohl immer das letzte Wort haben? Ich schreibe ihm: Ja, es sei denn, Sie sehen ein, dass Multikulti lebt! Er antwortet: Na gut: Multikulti lebt!!!!!!!!!!“