Ein Leben ist zu wenig

Die Autobiographie

(12)
So offen und persönlich wie noch nie: die Autobiographie
Gregor Gysi hat linkes Denken geprägt und wurde zu einem seiner wichtigsten Protagonisten. Hier erzählt er von seinen zahlreichen Leben: als Familienvater, Anwalt, Politiker, Autor und Moderator. Seine Autobiographie ist ein Geschichts-Buch, das die Erschütterungen und Extreme, die Entwürfe und Enttäuschungen des 20. Jahrhunderts auf sehr persönliche Weise erlebbar macht.
„Erstaunlich, was sich alles ereignen muss, damit irgendwann das eigene Leben entstehen kann.“ Gregor Gysi
Portrait
Gregor Gysi, geboren 1948, Rechtsanwalt und Politiker. Sohn des DDR-Kulturministers Klaus Gysi und Neffe der Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing. 1967 Eintritt in die SED. Vertrat als Rechtsanwalt u. a. Robert Havemann, Rudolf Bahro und andere Regimekritiker. 1989–1993 Parteivorsitzender der PDS. 1990–2002 und 2005–2016 MdB und Fraktionsvorsitzender der PDS und der Partei Die Linke. Seit Dezember 2016 ist er Präsident der Europäischen Linken. Zahlreiche Publikationen.
… weiterlesen

Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 583
Erscheinungsdatum 09.10.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-351-03684-3
Verlag Aufbau
Maße (L/B/H) 221/146/50 mm
Gewicht 822
Auflage 5. Auflage
Verkaufsrang 2.700
Buch (gebundene Ausgabe)
24,00
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei

Andere Kunden interessierten sich auch für

  • 64510392
    Hallervorden
    von Tim Pröse
    (1)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00
  • 64788231
    "Ich mag, wenn's kracht."
    von Raphael Honigstein
    (4)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00
  • 43349680
    Ausstieg links?
    von Gregor Gysi
    (1)
    Buch (Paperback)
    16,99
  • 47872033
    Besser als Bus fahren
    von Renate Bergmann
    (25)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • 94823701
    Feuer und Zorn
    von Michael Wolff
    (4)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,95
  • 45388748
    Ich war mein größter Feind
    von Adele Neuhauser
    (6)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    21,90
  • 62294799
    Marx. Der Unvollendete
    von Jürgen Neffe
    (5)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    28,00
  • 79304260
    Schattenjahre
    von Christian Lindner
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,00
  • 32619423
    Die vergessene Generation
    von Sabine Bode
    (12)
    Buch (Taschenbuch)
    9,95
  • 63890768
    Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl
    von Lauren Graham
    (13)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99

Kundenbewertungen

Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
10
2
0
0
0

Sehr zu empfehlen
von einer Kundin/einem Kunden aus Zwickau am 20.01.2018

Da Gregor Gysi schon zu DDR und Wendezeiten immer eine sehr gute Ausdrucksweise und Kampfgeist bewies, musste ich dieses Buch haben. Es ist sehr gut und verständlich und mit Humor geschrieben .

Sehr Lesenswert !
von einer Kundin/einem Kunden am 19.01.2018

Gregor Gysi plaudert aus seinem Leben. Alle Lebensbereiche werden bedacht. Seine privilegierte Kindheit in der DDR, Anekdoten aus dem Parteialltag, sein Liebesleben und eigene Fehler kommen in diesem mit viel Humor gespickten Buch vor. Diese Biographie liest sich extrem flüssig und zeigt den Menschen Gysi. Besonders die kleinen Details, wie... Gregor Gysi plaudert aus seinem Leben. Alle Lebensbereiche werden bedacht. Seine privilegierte Kindheit in der DDR, Anekdoten aus dem Parteialltag, sein Liebesleben und eigene Fehler kommen in diesem mit viel Humor gespickten Buch vor. Diese Biographie liest sich extrem flüssig und zeigt den Menschen Gysi. Besonders die kleinen Details, wie sein Lieblingsspielzeug, machen dieses Buch zu etwas Besonderem.

Ein beeindruckendes Leben
von Carsten Penzlin aus Rostock am 27.11.2017

Als ich zum neuen Buch Gregor Gysis griff, war ich erst ein wenig skeptisch. Ich erwartete Anekdoten, garniert mit ein paar Seitenhieben auf politische Weggefährten. Tatsächlich liest sich Gregors Autobiographie zumindest für die Zeit bis 1990 wie ein Schelmenroman, dessen Hauptfigur sich gekonnt gesellschaftlichen Zwängen entzog. Wie er sich... Als ich zum neuen Buch Gregor Gysis griff, war ich erst ein wenig skeptisch. Ich erwartete Anekdoten, garniert mit ein paar Seitenhieben auf politische Weggefährten. Tatsächlich liest sich Gregors Autobiographie zumindest für die Zeit bis 1990 wie ein Schelmenroman, dessen Hauptfigur sich gekonnt gesellschaftlichen Zwängen entzog. Wie er sich erfolgreich vor dem Grundwehrdienst in der NVA drückte, ist ein Lehrstück. Eigentlich schade, denn Gregor als Wehrdienstleistenden zu erleben, wäre sicher ein Kapitel wert gewesen. Gregor Gysis fast 20-jährige Tätigkeit als Rechtsanwalt in der DDR bildet einen Schwerpunkt des Buches. Anhand vieler amüsanter, manchmal aber auch tragischer Beispiele zeichnet Gregor ein Bild des DDR-Rechtswesens, in dem positive Entwicklungen stattfanden, aber auch viele in den 60er Jahren aufkeimende Hoffnungen enttäuscht wurden. Politisches Strafrecht machte nur einen sehr kleinen Teil seiner Arbeit aus, aber die Gewissenskonflikte einiger seiner Mandanten (darunter Rudolf Bahro und Robert Havemann) waren ihm selbst nicht fremd. Er sah die Verkrustungen, gab aber die Hoffnung auf Verbesserungen nicht auf. Seine kritische Haltung zu vielen Erscheinungen in der DDR war eben nicht durch Distanz, sondern durch Sorge motiviert. Die DDR mag er nicht als Unrechtsstaat bezeichnen: „Nicht jede Diktatur ist für mich (…) automatisch ein Unrechtsstaat. Nazideutschland war durch und durch ein Unrechtsstaat, schon weil es verbrecherische Ziele mit verbrecherischen Methoden umsetzte – und nicht etwa edle Ziele mit Mitteln und Praktiken, die zu verurteilen wären.“ (S. 170) 1989 wurde Gregor Gysi Politiker. Die Geschichte beginnt vor der Wende. Im Juli 2017 erfuhr Gregor, dass schon im Mai 1989 aus dem ZK-Apparat der Vorschlag gekommen war, ihn zum Staatssekretär im Justizministerium zu machen. Letztlich kam ein anderer Kandidat zum Zuge. Die Hintergründe bleiben offen. Auch erfährt man beim Lesen dann, dass Gregor Anfang Dezember 1989 zum Vorsitzenden der SED-PDS gewählt wurde. Warum es so kam, erfährt der Leser aber nicht. Vielleicht weiß Gregor es selber nicht? Wurde er ohne viel eigenes Zutun an die Spitze geschoben, oder arbeitete er gezielt darauf hin? Er wurde jedenfalls Nachfolger von Egon Krenz, dem er vorwirft, mit der Neuausrichtung der SED in den Tagen der Wende völlig überfordert gewesen zu sein. Kaum gewählt, bekannte sich Gregor im Fernsehen als Kommunist. Darunter verstand er, sich im Sinne des Kommunistischen Manifests dafür einzusetzen, die Gesellschaft von allen ausbeuterischen Strukturen zu befreien und Verhältnisse zu schaffen, in denen die freie Entwicklung des Einzelnen die Voraussetzung einer freien Entwicklung aller ist. Gregor wurde das Gesicht der Partei, an zahlreichen Beispielen schildert er aber, dass er von späterer Popularität noch weit entfernt war. Wie Aussätzige wurden PDS-Politiker behandelt, allen voran der Vorsitzende. Dass die PDS überlebte, war nicht allein Gregors Verdienst. Aber sicher hatte er entscheidenden Anteil. Erstens sorgte der brillante Jurist dafür, dass es 1990 keine bundesweite Fünf-Prozent-Hürde gab, die die PDS mit Sicherheit aus dem Bundestag herausgehalten hätte. Zweitens ging er unbeirrbar keiner öffentlichen Debatte aus dem Weg. Damit gewann er zunehmend den Respekt auch jener Ostdeutschen, die noch 1990 alles Linke zur Hölle gewünscht hatten. Erst bewunderte man seinen Mut, dann begann man seine Argumente zu schätzen. Der manische Antikommunismus der triumphierenden westdeutschen Eliten spielte der PDS in die Hände. Erste Erfolge bei Kommunalwahlen stellten sich ein und ließen die Gegner aufhorchen. Mit einem ungerechtfertigten Steuerbescheid wollten sie 1994 die PDS erledigen. Wieder wurde Gregor zum Retter in der Not: Durch einen Hungerstreik mobilisierte er die Öffentlichkeit, durch seinen juristischen Sachverstand legte er die politischen Motive „rechtsstaatlichen“ Handelns bloß. Klug nutzte Gregor die wenigen Spielräume, die man als linker Außerseiter in dieser Gesellschaft hat. Natürlich das Fernsehen! Allzu gern gehe er nicht in Talkshows, schreibt Gregor. Naja. Aber dort wurde er das Gesicht der Ostdeutschen. Die Anfeindungen gegen die PDS hielt er besser aus als andere Köpfe der Partei. Über Hans Modrow schreibt er, dieser „schützte (…) sich durch eine gewisse Zugeschnürtheit, er suchte die Übereinstimmung mit jenen, die in jeder Hinsicht zu ihm hielten und die mit ihrer Solidarität auch unbestreitbar eine trotzige, aber auch nicht unproblematische DDR-Treue ausdrückten“ (S. 395). Gregor hingegen betont die Wichtigkeit von Kompromissen mit dem politischen Gegner, das macht für ihn Demokratie aus: „Wer nicht kompromissfähig ist, ist nicht demokratiefähig – wer allerdings zu viele Kompromisse schließt, gibt seinen Charakter auf. Den richtigen Weg dazwischen zu finden, dies macht den schwierigen Weg politischer Kunst aus.“ (S. 439) Viel erfährt man über die Geschichte der PDS, die in den 90ern praktisch von einem rein männlichen Küchenkabinett (Gysi, Bisky, Brie, Bartsch, Heinz Vietze, Michael Schumann) regiert und durch schwere Zeiten geführt wurde. Zu oft brachten innere Auseinandersetzungen in der PDS, die schon damals viele Strömungen vereinen wollte, die Partei an den Rand des Abgrunds. Schon vor über 20 Jahren ging es auch um die grundsätzliche Frage, ob wir die BRD als unsere Gesellschaft annehmen können, zu deren kritischem Bestandteil wir werden, oder ob wir in stetiger feindseliger Distanz verharren. Gregor ist überzeugt, dass „man in einem gesellschaftlichen Organismus als Fremdkörper nicht dauerhaft überleben kann“. DIE LINKE müsse den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung gehen und eine Regierungsbeteiligung anstreben, gibt Gregor seinen Lesern am Ende des Buches mit auf den Weg: Der neue Horizont der LINKEN sei der einer Gestaltungspartei. Gregor Gysis Erinnerungen sind kein Anekdotenbuch. Bei der Lektüre wird schnell klar, dass hier jemand mit großer Ernsthaftigkeit und Klarheit auf sein eigenes Leben im Kontext seiner Zeit zurückblickt. Vor allem erfährt der Leser in Gregors scharfen aber fairen Urteilen über politische Wegbegleiter und Gegner viel über die Menschen, die sich hinter den Politikern und ihren öffentlichen Rollen verbergen. Auch deshalb lohnt sich die Lektüre in jedem Fall.


Wird oft zusammen gekauft

Ein Leben ist zu wenig - Gregor Gysi

Ein Leben ist zu wenig

von Gregor Gysi

(12)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,00
+
=
Nächste Ausfahrt Zukunft - Ranga Yogeshwar

Nächste Ausfahrt Zukunft

von Ranga Yogeshwar

(3)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00
+
=

für

46,00

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen

FAQ