Nie wieder zurück

Roman

Maria Braig

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Beschreibung

Als Fadia, die Tochter marokkanischer Einwanderer, erfährt, dass ihr Vater sie zwangsverheiraten will, läuft sie von zu Hause weg. Wenige Kilometer weiter strandet Damaris aus Saudi-Arabien auf der Flucht in Deutschland. Als ihr Mann, von dem sie unterwegs getrennt wurde, sie ausfindig macht, möchte sie nicht zu ihm zurück, denn in den vielen Monaten nach der Trennung hat sie ihre Selbstständigkeit entdeckt und sich mit Jane aus Uganda angefreundet. Als Jane ihr dann gesteht, dass sie sich in sie verliebt hat, stellt das Damaris vor Entscheidungen, die ihr bisheriges Weltbild ins Wanken bringen.
Fadia und Damaris treffen in einem Frauenhaus zusammen. Als sie dort eines Tages von den Männern der Familien entdeckt und mit Gewalt weggeholt werden sollen, kommt Hilfe aus einer völlig unerwarteten Ecke.
nie wieder zurück ist ein bewegender Roman, der das Konstrukt fester Kulturen infrage stellt und zeigt, wie Frauen sich ihr Recht auf Entfaltung und ein selbständiges Leben nehmen.

Maria Braig wurde 1957 in Isny im Allgäu geboren und verbrachte dort die ersten neunzehn Lebensjahre. Anschließend studierte sie Germanistik, Geschichte und empirische Kulturwissenschaft in München und Tübingen. Sie lebt und arbeitet heute als Autorin und LKW-Fahrerin in Osnabrück.

Produktdetails

Einband Paperback
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 02.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-89656-279-1
Verlag Querverlag
Maße (L/B/H) 20,5/12,6/2 cm
Gewicht 275 g
Auflage 1

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Nie wieder zurück
von Lesewelten am 24.08.2020

Vorab muss ich euch was sagen: Als ich diesen Klappentext las, war mein erster Gedanke, dass ich den Weg verschiedener Frauen begleiten darf, die nach Deutschland flüchteten, um ein neues Leben zu beginnen. Es ist nur ein Bruchteil dessen gewesen, was mich dann erwartete. Denn dieses Buch ist tiefgründiger, emotionaler und beweg... Vorab muss ich euch was sagen: Als ich diesen Klappentext las, war mein erster Gedanke, dass ich den Weg verschiedener Frauen begleiten darf, die nach Deutschland flüchteten, um ein neues Leben zu beginnen. Es ist nur ein Bruchteil dessen gewesen, was mich dann erwartete. Denn dieses Buch ist tiefgründiger, emotionaler und bewegender, als ich es mir je erträumt hätte. Anfangs kam ich mit den verschiedenen Namen etwas durcheinander, was sich dann aber mit der Zeit gelegt hatte. Wir begegnen unterschiedlichen Frauen, die jeder für sich ein starkes Paket an Leid zu tragen hat, dennoch haben sie alle eines gemeinsam: Sie haben Träume und Wünsche, die sie sich erfüllen möchten. Textauszug S. 53: ,,Es konnte kaum schlimmer kommen und in Deutschland, so erzählte man sich, wäre alles besser." Ist es wirklich so? Ist hier in Deutschland wirklich alles besser? Wird hier alles toleriert und akzeptiert? Es ist ein Buch, bei dem man nachdenken muss, in sich geht und jeder für sich die Antworten daraufhin finden sollte. Der Schreibstil hat mir sehr angetan, wobei ich sagen muss, dass es kein Buch ist, welches sich mal so nebenbei lesen lässt. Man sollte sich auf die Geschichte einlassen können, die Ruhe dazu finden, um eventuelle Konsequenzen einzuplanen. Selten habe ich ein Buch gelesen, bei dem eine Autorin so sensible Themen anspricht. Zwangsheirat ist für uns nur ein Wort, welches wir aus verschiedenen Ländern kennen. Hier werden wir damit konfrontiert und bekommen die Gefühle regelrecht zu spüren. Liebe: Wer entscheidet, wen wir lieben dürfen? Ist es nicht das Herz, das uns den Weg zeigt? Dabei ist es doch egal, zu wem wir die Zuneigung spüren. Auch hier wieder ein Thema, bei dem einige noch die Augen verschließen und vieles als Schande ansehen. Doch seid ehrlich zu euch selbst, wie würdet ihr euch entscheiden? Ich habe dieses Buch mit einem lachenden und weinenden Auge beendet. Teilweise war ich schockiert, dennoch gleich wieder voller Hoffnung und Zuversicht. Ein Buch, welches mich völlig überzeugt hat und von mir eine absolute Leseempfehlung ist.

Ein gefühlvoller Roman
von Helgas Bücherparadies am 09.03.2020

Fadia ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und soll jetzt mit ihren 16 Jahren zwangsverheiratet und nach Marokko geschickt werden. Sie bekommt rechtzeitig eine Warnung und findet Unterschlupf bei einer Bekannten ihrer Freundin.  Damaris wächst in Saudi-Arabien auf und wird sehr jung verheiratet. Sie muss mit ihrem Man... Fadia ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und soll jetzt mit ihren 16 Jahren zwangsverheiratet und nach Marokko geschickt werden. Sie bekommt rechtzeitig eine Warnung und findet Unterschlupf bei einer Bekannten ihrer Freundin.  Damaris wächst in Saudi-Arabien auf und wird sehr jung verheiratet. Sie muss mit ihrem Mann, ihren Kindern und Eltern flüchten. Unterwegs verlieren sie sich in Griechenland und sie kommt vorerst mit ihren Kinder allein in einem Lager in Hannover unter. Schnell lebt sie sich ein und wächst über sich hinaus. Als Damaris Mann wieder auftaucht, möchte sie keineswegs zu ihm zurück. Beide Frauen treffen aufeinander. Was aus ihnen und ihren Schicksalen wird, müsst ihr selbst lesen. Maria Braig hat sich hier den benachteiligten Frauen angenommen. Es ist ein berührender Roman, der die Unterdrückung der Frauen einfühlsam beschreibt. Fadia ist in Deutschland groß geworden, hat viele Freiheiten und als sie einen Freund hat, wird ihr das versagt. Sie versteht die Welt nicht mehr und ihr bleibt nur die Flucht. Damaris ist in Saudi-Arabien aufgewachsen und kannte es nicht anders, als dass ein Mann das Sagen hat und über die Frau bestimmt. In Deutschland wird sie mit dem Gegenteil konfrontiert. Auch ihre Gefühlswelt ist durcheinander geraten. Das hat die Autorin sehr gut umgesetzt. Das Buch lässt sich flüssig lesen. Ich hatte es fast in einem Rutsch durch, so hat mich dieses Thema gepackt.  Die Flucht von Damaris hätte vielleicht noch ein wenig mehr ausgeführt werden können. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter

Es ist nicht wichtig, wen man liebt…
von gaby2707 aus München am 26.10.2019

ob Mann oder Frau. Hauptsache man liebt und man wird geliebt.“ (S. 177) Das ist etwas, dass die junge Damaris, die mit ihren beiden Kindern nach ihrer Flucht aus Saudi-Arabien in Deutschland gestrandet ist und hier in Jane, die aus Uganda geflüchtet ist, eine neue gute eine Freundin gefunden hat, lernen muss. Freundin, bis zu... ob Mann oder Frau. Hauptsache man liebt und man wird geliebt.“ (S. 177) Das ist etwas, dass die junge Damaris, die mit ihren beiden Kindern nach ihrer Flucht aus Saudi-Arabien in Deutschland gestrandet ist und hier in Jane, die aus Uganda geflüchtet ist, eine neue gute eine Freundin gefunden hat, lernen muss. Freundin, bis zu dem Zeitpunkt, als ihr Jane eröffnet, dass sie sich in Damaris verliebt hat und sich als lesbisch outet. „Was bedeutet es, deutsch zu sein?“. Diese Frage soll Fadia, die mit ihren aus Marokko stammenden Eltern in Bremen lebt, in einem Schulaufsatz beantworten. Ihre Eltern sind sehr liberal, denkt sie bis zu dem Moment, wo ihr Onkel Azis ihren Vater dazu bringt, sie nach Marokko zu schicken um dort verheiratet zu werden. Sie, die Marokko nur aus ihren Ferien kennt, wagt die Flucht. Über ihre Freundin Alisa landet sie bei deren Tante in Hannover, die ihr einen Platz in einem Frauenhaus vermittelt. Rabia, die ehemals aus Afghanistan stammt, hat sich mit ihren 80 Jahren entschlossen ihren Lebensabend in einem Seniorenheim zu verbringen. Dort sitzt sie jeden Abend auf ihrem kleinen Balkon und kommt so mit Fadia und Damaris, die sich im gegenüber liegenden Frauenhaus kennengelernt haben, in Verbindung. Ich mag die Bücher der Lastwagen fahrenden Autorin Maria Braig sehr gerne. Sie nimmt sich Themen an, die man in Romanen eher selten oder nicht so offen angesprochen findet. Hier geht es um Unterdrückung, die gleichgeschlechtliche Liebe, Zwangsheirat, Diskriminierung und die Mitnahme fremder Kulturen in ein neues Leben. Aber auch die Freundschaft findet einen großen Anteil an der Geschichte. Maria Braig hält sich nicht lange an den Protagonisten auf, von denen ich schnell ein Bild vor Augen habe. Ihr geht es um die Schicksale der Menschen. Sie lässt mich einen Blick hinter die Fassaden dieser Menschen tun. Mit ihrem einfachen schnörkellosen Schreibstil, der schnell auf den Punkt kommt, war ich auch diesmal schnell in der Geschichte um diese drei so unterschiedlichen Frauen drin und gefesselt. Sie beleuchtet die Hintergründe, zeigt auf, wie schwer es als Immigrant ist, mit seiner für uns fremden Kultur in unserem Land zu leben. Und ich bin erschrocken, wenn ich mir vorstelle, wie vielen jungen Frauen das Schicksal mit Fadia und Damaris teilen. Das Lesen dieses Buches lohnt sich absolut. Wer sich für die Schicksale von jungen Frauen aus anderen Kulturen in unserem Land interessiert, sollte es unbedingt lesen. Mir hat es ohne den erhobenen Zeigefinger die Augen wieder ein klein wenig weiter für die aktuelle Situation in unserem Land geöffnet.


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