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Römische Tage

Roman

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»Eine unvergessliche Gestalt hat uns der begabte Erzähler Simon Strauß geschenkt. Über Rom erfahren wir in diesem Buch einiges, über die Liebe aber noch sehr viel mehr.« Thorsten Paprotny, literaturkritik.de, 04.07.2019 »Strauß' Subjekte mäandern und schwanken. Erzählen bedeutet für ihn gelebten Essayismus im Stil eines Robert Musils. Je mehr er Positionen abwägt, desto greifbarer wird ihm sein hehres Ziel: das schillernde Wahre.«Björn Hayer, Die Presse, 06.07.2019 »[...] irritierend und rührend zugleich. Lesenswert ist es in jedem Fall.« Bettina Baltschev, Deutschlandfunk, 08.07.2019 »In "Römische Tage" gelingt es Strauss, das Rom der Antike und der Renaissance, in dem jeder Stein spricht, mit der Kapitale der Gegenwart zusammenzudenken, die vom Tourismus und von Straßenverkehr erstickt wird, im Müll und in der Korruption versinkt, in der die Ratten die Kanalisation erobert haben und in der man nicht alt oder krank sein möchte.« Wolfgang Papst, NZZ am Sonntag, 30.06.2019 »Strauß [...] ist ein feinsinniger Beobachter, ohne jede Häme reflektiert er die Zustände und fragt nach größeren Zusammenhängen. [Er] liefert mit literarischen Mitteln ein politisches Bild Italiens - mit kraftvoller Stimme. Das macht das Buch lesenswert.« Hannah Friedrich, 3sat - Kulturzeit, 14.06.2019 »Das Rombuch dieses Sommers« Sebastian Hammelehle, Der Spiegel, 15.06.2019 »"Römische Tage" ist [...] ein sanfter Reigen, eine Folge von Begegnungen und festgehaltenen Momenten, angereichert mit viel eingestreutem Wissen über Roms Geschichte und Gegenwart.« Boris Pofalla, Die Welt, 22.06.2019 »"Römische Tage" [ist ein] von einer existenziellen Erfahrung grundiertes Buch der Selbsterforschung. Wie in Strauß' Debüt wird auch hier viel gesehen, viel geredet [...] und vor allem viel empfunden. Letzteres unterscheidet Strauß' Schreiben auch von literarischer Meterware.« Stefan Gmünder, Der Standard, 22.06.2019 »Unwillkürlich wird man bei der Lektüre von Simon Strauß "Römische Tage" an Bruce Chatwin erinnert, der Stimme seiner Generation in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Dem rastlos, souveränen und charismatischen Reisenden. So auch Simon Strauß. Wort- und sprachgewandt, schillernd und dabei durchaus widersprüchlich faszinieren die Aufzeichnungen durch ihren Erlebnisreichtum, ihren scharfen Beobachtungssinn und ihren historischen Bezug. Wo ließe sich das besser erleben als in der "Ewigen Stadt" Rom. Dass Simon Strauß junger Protagonist Quartier gegenüber Goethes Reisedomizil beziehen lässt, liegt daher nahe. Ein schönes, ein sehr lesenswertes Buch bei all der unsäglichen Belanglosigkeit die uns heute sonst umgibt.« Hubertus von Stolzmann, Eskom Partner, 30.06.2019
Portrait
Simon Strauß,
geboren 1988 in Berlin, studierte Altertumswissenschaften und Geschichte in Basel, Poitiers und Cambridge. Er ist Mitgründer der Gruppe »Arbeit an Europa«. 2017 promovierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer althistorischen Arbeit über Konzeptionen römischer Gesellschaft.
Er lebt in Frankfurt, ist Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sein Erstlingswerk »Sieben Nächte« fand viel Beachtung bei Kritik und Publikum.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 142
Erscheinungsdatum 22.06.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-608-50436-1
Verlag Tropen
Maße (L/B/H) 19,5/11,6/1,7 cm
Gewicht 205 g
Auflage 3. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
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Früher war alles besser...
von Marcel Kückelhaus am 06.10.2019

"Römische Tage", eine Suche nach… Nach was eigentlich? Der Liebe? Der Vergangenheit? Was sich zunächst liest wie ein Reiseführer durch das romantische Rom führt die Leserinnen und Leser nicht nur durch die Stadt, die schon Goethe „zweihundert und acht Monate“ zuvor bereist hatte. Nein, die Erzählung lässt uns auch ununterbrochen... "Römische Tage", eine Suche nach… Nach was eigentlich? Der Liebe? Der Vergangenheit? Was sich zunächst liest wie ein Reiseführer durch das romantische Rom führt die Leserinnen und Leser nicht nur durch die Stadt, die schon Goethe „zweihundert und acht Monate“ zuvor bereist hatte. Nein, die Erzählung lässt uns auch ununterbrochen raten, was der Erzähler eigentlich auf den 140 Seiten will. Die plumpe Antwort folgt scheinbar in den letzten zwei Sätzen – er will „endlich wieder frei sein“. Doch was passiert zwischen der Erwähnung Goethes zu Beginn und der Plattitüde am Ende? Der Erzähler springt von einer Situation in die nächste, ohne dass den Leserinnen und Lesern deutlich wird, wie er in diese gelangte. Gespickt ist die Erzählung mit Zitaten von Goethe, und damit auch jede und jeder bemerkt, wie belesen der Erzähler ist, fallen noch Namen wie Wittgenstein, Kant und Novalis sowie Keats und Shelley. Eine Anspielung auf Brecht darf da natürlich auch nicht fehlen. Und welcher Epoche ordnet sich der Erzähler selbst zu? Klassik oder doch eher (britischer) Romantik? Mit der Erwähnung von zweien der sechs Hauptvertreter der britischen Romantik, die beide eines tragisch frühen Todes starben, wird die Selbstpositionierung des Erzählers (oder vielleicht doch des Autors?) doch etwas überheblich. Nach ein paar pseudo-philosophischen Fragen wird dann endgültig deutlich, dass die Erzählung ein Bemängeln der Gegenwart und ein Sehnen nach einer romantisierten Vergangenheit ist. Traumähnlich wandelt der Erzähler durch ein Rom, das nicht existiert (und so vermutlich nur in Goethes "Italienische Reise" erschaffen wurde) und kritisiert alles, was präsent ist: Begonnen mit seinem Gesundheitszustand (man gewinnt den Eindruck, der Erzähler sei in seinen späten Fünfzigern), über das respektlose Verhalten der jungen Generation gegenüber einem Abtreibungsgegner, bis hin zum respektvollem Sprachgebrauch in Politik und Gesellschaft. Nicht zu vergessen, die Kritik am fehlenden deutschen Patriotismus. Wem das noch nicht genug ist, kann sich noch auf die unverständliche Hervorhebung von Homosexuellen Charakteren und People of Colour freuen und eine Sexorgie in italienischen Ruinen gibt es auch noch. Simon Strauß schafft einen Erzähler, der von einer Zeit träumt, in der alles besser war und der aus seinem ärmlichen Leben in Deutschland einfach mal für zwei Monate nach Italien flieht – die Gegenwart ist so hart und ungerecht.

Anregend, aber doch recht dünn
von einer Kundin/einem Kunden aus Potsdam am 22.06.2019

Simon Strauss verbrachte, unterstützt vom Goethe- Institut, zwei Monate in Rom. Eine Reise in die Ewige Stadt, wie so viele Große es schon taten, "...Rom, eine Welttatsache, eine logische Gleichung, ohne die nichts begriffen werden konnte" (S.91). Dabei entstanden "Römische Tage" als eine Art Tagebuch, essayistisch und asso... Simon Strauss verbrachte, unterstützt vom Goethe- Institut, zwei Monate in Rom. Eine Reise in die Ewige Stadt, wie so viele Große es schon taten, "...Rom, eine Welttatsache, eine logische Gleichung, ohne die nichts begriffen werden konnte" (S.91). Dabei entstanden "Römische Tage" als eine Art Tagebuch, essayistisch und assoziativ in der Ich- Form geschrieben, wobei sich fiktionale und nichtfiktionale Elemente verbinden. Wissenswertes über Rom, Anekdoten, Beobachtungen, Gedankensplitter, Introspekton wechseln sich miteinander ab. "Römische Tage. Jenseits aller Wirklichkeit. Dem Gegenteil verschrieben." (S.94) Anfangs empfand ich den Schreibstil als gewöhnungsbedürftig, doch las ich mich mehr und mehr ein und konnte ihn dann sogar geniessen. Nur die häufigen Aufzählungen mochte ich nicht, die flogen dann leider etwas an mir vorbei. Manches wird sehr klar formuliert, manches eher metaphorisch (nicht jede Metapher habe ich verstanden). Ein Teil der Anekdoten oder Beobachtungen ist manches Mal sehr glaubwürdig und ernsthaft und dann gleiten sie mitunter ins Skurille, Groteske, Surreale oder auch ins Komische, gar Alberne ab. Humor und Ironie kommen nicht zu kurz. Dennoch ist die Atmosphäre eher etwas melancholisch. Vergänglichkeit und Tod sind Leitmotive. Der Ich- Erzähler leidet zudem unter beängstigenden Schmerzen am Herzen. Auch weiss er nicht so recht, wo sein Platz im Leben ist. Er erscheint orientierungslos und zerrissen. Den Leser hält er auf Distanz. Er besieht sich Rom, hat einige "offiziellere" Verabredungen, lernt auch eine junge Frau kennen. Er sinniert über das Leben und den Tod. Macht sich Gedanken über die Zeit, den Glauben und Europa. John Keats, Ingeborg Bachmann, Pasolini, Hadrian und viele andere Besucher und Bewohner der Stadt säumen seinen Weg. Langsam schöpft er dabei wieder Kraft. Die Einblicke in Rom und Italien gefielen mir sehr. Auch einige Anekdoten und Gedanken liessen mich innehalten und beeindruckten. Aber insgesamt war es mir leider doch zu wenig, quantitativ und qualitativ zu dünn, manchmal auch zu assoziativ, zu sprunghaft und damit zu oberflächlich. Gern wäre ich etwas tiefer eingetaucht, hätte gern viel mehr erfahren, aber es wirkt alles eher wie ein (noch unfertiges) Skizzenbuch. Hier habe ich irgendwie mehr erwartet, auch angesichts des Buchpreises, und verblieb daher, trotz der tendenziell bereichernden Anregungen und des interessanten Schreibstils, etwas enttäuscht. 3,5 Punkte

Simon Strauß – Römische Tage
von Miss.mesmerized am 22.06.2019

Zwei Monate verbringt der junge Autor in der ewigen Stadt. Lernt die Sprache, beobachtet die Menschen und wandelt auf den Spuren Goethes, der einst seine italienische Reise dokumentierte und in dessen ehemaliger Wohnung gegenüber der Casa die Goethe er residiert. Er erlebt die Hitze und die Lebensfreude, sieht aber auch die Scha... Zwei Monate verbringt der junge Autor in der ewigen Stadt. Lernt die Sprache, beobachtet die Menschen und wandelt auf den Spuren Goethes, der einst seine italienische Reise dokumentierte und in dessen ehemaliger Wohnung gegenüber der Casa die Goethe er residiert. Er erlebt die Hitze und die Lebensfreude, sieht aber auch die Schattenseiten. Jahrtausende Menschenleben haben ihre Spuren hinterlassen, weltliche wie geistliche, er besucht die Touristenziele und findet abgeschiedene Orte. Kitsch und Kunst liegen bisweilen nah beieinander und ebenso altes Gedankengut wie moderne Ansichten. Während er immer wieder in sich hineinhorcht, ob sein krankes Herz noch im Takt schlägt, erinnert er sich auch an seinen Studienfreund, der viel zu früh verstorben ist und mit dem er gerne seine Erlebnisse geteilt und diskutiert hätte, die er nun nur niederschreiben kann. Simon Strauß lässt seinen Erzähler zwischen Altem und Neuem wandeln, Rom als Geburtsort großer Männer und Imperien, aber auch als todbringender Schlund wahrnehmen. Die allgegenwärtige Krise, die Relikte einer längst vergangenen großen Zeit kämpfen mit dem Lebensgefühl junger Menschen, die die Schönheit der Ewigen Stadt genießen wollen und können. Und immer wieder hat es auch große Dichter und Denker dorthin gezogen, deren Spuren er sucht und findet. In den Feuilletons wird der kurze Band heftig diskutiert, von großer Begeisterung ob der jungen Stimme bis zum totalen Verriss findet sich so ziemlich alles, was zu einem Buch nur gesagt werden kann. Ich bin ein wenig unentschlossen, einerseits liefert er die klassische Bildungsreise mit den touristischen Zielen, die bei Romkennern Erinnerungen wecken und ein wenig des typische römischen Flairs aus den Seiten wehen lassen. Andererseits scheint der Erzähler das ureigene Ziel einer solchen Reise zu verfehlen: was hat Rom mit ihm gemacht, wie hat es ihn geprägt, welche Erkenntnis trägt er von dieser Reise mit nach Hause? Diese Fragen kann man nur mit: wenig bis gar nichts beantworten. Er will ein Buch über Europa schreiben und begibt sich an eines der Zentren der europäischen Sinnkrise, doch davor verschließt er letztlich die Augen bzw. richtet den Blick auf das Alte, Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende alte Steine begeistern ihn, die Gegenwart erreicht ihn aber nicht. Aus Rom als Ausgangspunkt für die Analyse des Zustands der alten Welt hätte sicher noch mehr bieten können, so ist es ein durchaus unterhaltsamer kurzer Blick zurück geworden.


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