Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945

Die Geschichte meiner Familie (4 CDs)

Sacha Batthyany

(4)
Hörbuch (CD)
Hörbuch (CD)
19,99
19,99
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei

Weitere Formate

Taschenbuch

10,00 €

Accordion öffnen

gebundene Ausgabe

19,99 €

Accordion öffnen

eBook (ePUB)

9,99 €

Accordion öffnen

Hörbuch (CD)

19,99 €

Accordion öffnen

Beschreibung

Als der Journalist Sacha Batthyany zufällig erfährt, dass seine Großtante Margit in eines der schlimmsten Nazi-Verbrechen am Ende des Zweiten Weltkrieges verwickelt war, ist er schockiert. Schnell merkt er, dass dem Schweigen über die Tat kaum beizukommen ist – die Familie hat sich arrangiert, es wird nach vorn geblickt und nicht zurück. Als er auf das Tagebuch seiner Großmutter stößt, verändert das seinen Blick auf die Familie und sich selbst radikal. Prägen vorangegangene Generationen die Art, wie wir leben? Sind wir doch alle Kriegsenkel? Berührend und kenntnisreich berichtet Batthyany von dem unsichtbaren Band, das uns noch heute mit der Vergangenheit verbindet.

Lesung mit Barnaby Metschurat, Dagmar Manzel und Corinna Kirchhoff
4 CDs | ca. 5 h 16 min

Produktdetails

Medium CD
Sprecher Corinna Kirchhoff, Dagmar Manzel, Barnaby Metschurat
Spieldauer 316 Minuten
Erscheinungsdatum 19.02.2016
Verlag Der Audio Verlag
Sprache Deutsch
EAN 9783862316687

Kundenbewertungen

Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
4
0
0
0
0

Eine Reise in die Vergangenheit und zugleich die Gegenwart
von einer Kundin/einem Kunden aus Dübendorf am 24.04.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Nicht nur geht es um die Grosstante, die während des zweiten Weltkriegs eine Abendgesellschaft gab, während der ein Massenmord an jüdischen Bürgern verübt wurde. Sondern es geht auch um den Vater, der von Ungarn in die Schweiz emigrierte und nie heimisch wurde, und letztendlich um den Sohn - und Autor - der sich auf die Suche na... Nicht nur geht es um die Grosstante, die während des zweiten Weltkriegs eine Abendgesellschaft gab, während der ein Massenmord an jüdischen Bürgern verübt wurde. Sondern es geht auch um den Vater, der von Ungarn in die Schweiz emigrierte und nie heimisch wurde, und letztendlich um den Sohn - und Autor - der sich auf die Suche nach der Vergangenheit seiner Familie macht. Ein eindringliches und empfehlenswertes Buch.

Schwierige Spurensuche
von Gertie G. aus Wien am 19.09.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Autor entstammt dem bekannten ungarischen Adelsgeschlecht der Batthyanys, das in der Donaumonarchie einige großartige Persönlichkeiten hervorgebracht hat. Er selbst ist Jahrgang 1973 und lebt als Journalist in der Schweiz. Mit seinen prominenten Vorfahren hatte er bislang wenig zu tun, bis er durch eine Kollegin auf einen Ar... Der Autor entstammt dem bekannten ungarischen Adelsgeschlecht der Batthyanys, das in der Donaumonarchie einige großartige Persönlichkeiten hervorgebracht hat. Er selbst ist Jahrgang 1973 und lebt als Journalist in der Schweiz. Mit seinen prominenten Vorfahren hatte er bislang wenig zu tun, bis er durch eine Kollegin auf einen Artikel über seine Großtante Margit Thyssen-Batthyany aufmerksam gemacht wird. Sie soll im März 1945 auf ihrem Schloss in Rechnitz (Österreich, nahe der ungarischen Grenze) ein Fest für allerlei Nazi-Bonzen gegeben haben, bei dem dann als „Belustigung“ rund 180 Juden erschossen wurden. Vorsichtig fragt er in der Familie nach. Er erhält ausweichende Antworten, einige Abfuhren, den Auftrag die Vergangenheit doch endlich ruhen zu lassen und „die Familienehre“ nicht zu beschmutzen. Doch alle diese seltsamen Verhaltensweisen stacheln seine Neugierde an. Er begibt auf Spurensuche und stößt auf die Titel gebende Frage „Und was hat das mit mir zu tun?“. Eine solche Vergangenheit hat „alles und nichts“ mit einem zutun. Persönlich kann der Autor für die Taten der Großtanten nichts, doch lastet auf ihm nicht doch die Verantwortung eines langen Adelsgeschlechts? Und genau in dem Spannungsfeld befindet sich der Autor. Batthyany fragt den eigenen Vater, der ihm eigentlich zeitlebens fremd ist, erfährt das dessen Vater Ferenc (also sein Großvater) zehn Jahre im russischen Gulag als Kriegsgefangener verbracht hat. Er stellt sich die Frage, warum nur die Nazizeit als barbarisch dargestellt wird und die Stalin-Ära nicht? Er wundert sich, dass es Denkmäler für die Opfer des Holocaust gibt, für die Opfer des Stalinismus nicht. Er erhält nach dem Tod seiner Großmutter Maritta, deren Tagebuch. Aus dem geht hervor, dass sie zeitlebens von Schuldgefühlen „nicht wenigstens die Mandls gerettet zu haben“ geplagt wird. Sacha Batthyany reist nach Südamerika und lernt Agnes, die Tochter eben jenes jüdischen Kaufmanns Mandl aus Rechnitz kennen, die nun hoch betagt im Kreise ihrer Familie in Uruguay lebt. Ihr und ihrem Bruder Sandor ist es mit Müh’ und Not gelungen, Auschwitz zu überleben. Bei seinen Recherchen enthüllt sich eine Lüge, die seinen Großonkel und die Großtante schützen, aber die Familie von Agnes nun in größte Bedrängnis stürzen könnte – den gefälschten Eintrag in Sterbebuch von Rechnitz. Agnes’ Töchter und er beschließen dies vor Agnes zu verheimlichen. Doch für Mirta Kupferminc wird diese Enthüllung weit reichende Folgen haben. Ich habe eine Verwirrung beim Autor wahrgenommen. Auf der einen Seite, kennt er die Inhalte von Geschichtsbüchern und Literatur, die zwar eindringlich, aber dennoch entfernt über die Schreckensherrschaft berichten und auf der anderen Seite, die Beteiligung seiner eigenen Verwandten, die niemals auch nur entfernt zur Rechenschaft gezogen wurden. Der Befangenheit entsprechend springt der Autor durch Zeit und Raum, doch sind die einzelnen Sequenzen durch Überschriften gut gekennzeichnet. In seiner Unsicherheit begibt er sich in Psychoanalyse und versucht seine Gefühle einzuordnen. Doch auch der Analytiker hat sein Scherflein zu tragen – sein Vater hat versucht, verfolgte Juden aus Deutschland und Österreich zu retten. Batthyany verquickt seine Familiengeschichte mit der Geschichte Europas. Die schrecklichen Ereignisse von vor siebzig Jahren, haben seine Familie geprägt. Das Schloss der Batthyanys in Rechnitz wurde von den Russen niedergebrannt. Großtante Margit und ihr Mann Ivan flüchten knapp nach dem Einmarsch der Roten Armee 1945 aus Rechnitz in die Schweiz. Sie werden niemals zur Rechenschaft gezogen. Die Überreste der 180 beim Bankett getöteten jüdischen Zwangsarbeiter sind nach wie vor nicht geborgen, da über den Standort des Massengrabs keine eindeutigen Angaben. Die letzten Augenzeugen, die Auskunft geben könnten, sind bald nicht mehr am Leben. Der Tatort soll in unmittelbarer Umgebung des „Rechnitzer Kreuzstadels“ liegen, dessen Ruine heute eine Gedenkstätte zur Erinnerung an diese Gräueltat ist. Für mich sind einige Fragen, offen geblieben. Wird sich der Autor weiter seiner Familiengeschichte stellen?

Sehr persönlich und sehr fesselnd
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 26.06.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ich habe etwas anderes erwartet- nämlich eine präzise Auseinandersetzung mit der Mordnacht in Rechnitz. Diese ist jedoch nur der Auslöser für Den Autor, sich mit der Geschichte seiner Familie auseinanderzusetzen- dem schweigen, dem Mitläufertum. Niemals verurteilend, niemals von oben herab aus der bequemen Position des Nachgebor... Ich habe etwas anderes erwartet- nämlich eine präzise Auseinandersetzung mit der Mordnacht in Rechnitz. Diese ist jedoch nur der Auslöser für Den Autor, sich mit der Geschichte seiner Familie auseinanderzusetzen- dem schweigen, dem Mitläufertum. Niemals verurteilend, niemals von oben herab aus der bequemen Position des Nachgeborenen, aber immer konsequent fragt er nach, analysiert und lässt nicht locker. Auch seinen Umgang mit dem Erfahrenen, seine Reaktion auf die Erkenntnis, dass seine Familie- Menschen, die ihm nahe stehen- Schuld auf sich geladen haben. Ein sehr fesselndes Buch, das man einfach gelesen haben muss.


  • Artikelbild-0
  • Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945

    1. Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945