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Name:
Thomas Zörner Top 100 Rezensent
Ort:
Lentia
Rezensionen:
936 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 310

nicht hilfreich: 347

Rang:
16
Über mich:

bin da.

Thomas Zörners Rezensionen

40

14.01.2012

„Pubertät”

Mit „Revolver“ setzten die Beatles das fort, was sie mit „Rubber Soul“ begonnen hatten, sie wurden erwachsen, und selbstständig. Keine Coversongs wollte man mehr machen, sondern eigenständige Kompositionen, wo sich natürlich das Paar Lennon/McCartney, bzw McCartney/Lennon sich besonders hervortat. Und was dabei herauskam, ist grandiose Musik. „Taxman“ zeigt George Harrison an der Gitarre in bester Stimmung, mit einigen, für die damalige Zeit, ungehörten, und unerhört guten, Gitarrensoli, die sich zu einem sozialkritischen Text gesellen. Überschattet wird dieser rockige Auftakt aber von einer meiner absoluten Beatles Lieblingsnummern überhaupt, „Eleanor Rigby“. Musikalisch entfernte man sich hier weit vom Rock, und unterlegte die Geschichte über eine alternde Dame, und eine Parabel über Einsamkeit, mit Streichern. Was die Beatles hier abliefern, lässt sich nur als eines bezeichnen: Kunst. Aber sonst bleibt man weitestgehend auf rockigen Pfaden, auch wenn diese manchmal sehr ruhig ausfallen, wie bei dem, wie könnte es anders sein, verschlafenen „I’m only sleeping“. Positiv trällernd gibt sich „Good Day Sunshine“, das man nach dem Hören noch stundenlang vor sich hin pfeifen möchte. Oder aber man lässt Lennon wieder seiner ironischen Ader frönen, wenn er in „Dr. Robert“ skurrile Geschichten zum Besten gibt. Auf jeden Fall erwähnt werden sollte außerdem noch Ringo Starrs erste Gehversuche als Songwriter, und auch Sänger, und diese hören auf den Namen „Yellow Submarine“. Ein Lied, das später von vielen belächelt wurde, so klingt es doch eher wie ein Kinderlied, und weniger wie eine ernstzunehmende Rocknummer. Eines der definitiven Highlights folgt aber noch, beinahe Beatles typisch, gegen Ende mit dem fantastischen „Got To Get You Into My Life“. Was für ein grandioser Refrain. „Revolver“ ist für die Entwicklung der Liverpooler kein minder wichtiges Album wie „Rubber Soul“, oder da große „Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band“.

50

14.01.2012

„Schon oben”

Na so startet man eine Karriere, gleich zu Beginn mal proklamieren, dass man schon an der Spitze sei. Vielleicht glaubten die Australier im Jahre 1976 selbst noch nicht daran, was für einen Aufstieg sie vor sich hatten, aber an Selbstvertrauen mangelte es jedenfalls nicht. So schmettert Bon Scott uns entgegen "It's A Long Way To The Top (If you wanna Rock'n'Roll)", inklusive Dudelsacksolo. Was machte damals diesen Sound aus, der AC/DC zu dem werden ließ, was sie heute sind. Eine in Beton gegossene Rhythmussektion, zwei grandiose Gitaristen, die sich vor allem durch bluesiges Spiel hervor taten, von denen einer zusätzlich unglaublich solieren konnte und ein Sänger und Texter, den man wohl am besten als Straßenp(r)o(l)et bezeichnet. Eigentlich wollte ich mich niemals dieser Bon Scott vs Brian Johnson Debatte hingeben, da ich beide für begnadete Sänger halte, doch an den Charme und Witz eines Scotts kommt Johnson doch selten heran. Wirkliche Liebhaber der Band schwärmen ohnehin nur von der Ära Bon Scott. Aber genug davon und weiter im Text wobei gleich "The Jack" erwähnt werden soll, das gemütlich grooved und eben genannten scottschen Humor beinhaltet. "Live Wire" geht da noch mehr nach vorn und wird getoptt durch einen der vielen Megahits dieser Band "T.N.T.". Großes Riffing, grandioser Refrain, energiegeladenes Solo, da ist alles da. "Can I Sit Next To You Girl" geht es da etwas gelassener an, außer in Sachen Solo, bei dem sich Angus Young abermals nicht im Zaum halten kann. Besonders aufregend gerät dies noch mal beim abschließenden Titeltrack "High Voltage". Was lernen wir also: AC/DC braucht Angus Young, sowohl live, wie auch auf Platte. AC/DC braucht Klischees in textlicher Hinsicht, àla Autos, Weiber und Alkohol. Und wir brauchen AC/DC, weil sie heute mit genau den gleichen Zutaten wie damals noch immer wie Sau rocken.

Vinyl

Californication

Red Hot Chili Peppers

EUR 15,99 *
auf Merkliste

50

13.01.2012

„Welcome Home”

Nach seinem Ausstieg war John Frusciante für ein paar Monate nicht auffindbar, bis ihn ein Journalist in einem Hotel ausmachte, wo er sich voll und ganz seiner Drogensucht hingab. Wäre er von der Hotelleitung auf Grund der Tatsache, dass er die Miete nicht mehr zahlen konnte, nicht auf die Straße gesetzt worden hätte er wohl nicht mehr lange zu leben gehabt. So aber macht er einen Entzug und kehrte zu den Red Hot Chili Peppers zurück. Seiner Rückkehr haben wir dieses einmalige Meisterwerk zu verdanken, und auch sämtliche folgenden Geniestreiche.
Eine großartige Idee, ein Album mit einem Bassdonner von Flea zu eröffnen, der in einen seltengenialen und nie so gehörten Basslauf gipfelt, mit dem der kleinen Mann mit der Zahnlücke klar macht, dass er nun mal zu den besten Rockbassisten überhaupt gehört. Frusciante hält sich bei "Around the World" noch zurück und bleibt bei einem kleinen, aber feinen Funkloop um Kiedis Sprechgesang zu untermauern. Ganz ander bei "Parallel Universe" denn im Refrain lässt der Gitarist ordentlich die Sau raus und verpasst dem ohnehin nervös beginnenden Song auch noch einiges an Ecken und Kanten. Am Ende beschert er uns noch ein verschrobenes, soundeffektdurchzogenes Solo und rundet somit einen meiner All Time Favourits ab. "Scar Tissue" ist die Hymne auf Johns Rückkehr. Ein Song über Wiedergeburt und Freundschaft. Wie sagte Kiedis so schön vor diesem Song auf "Live in Hyde Park"? "Somebody has just been born. So let's get reborn too." Ein absoluter Chilisklassiker steht vor der Tür mit "Otherisde". Aber nicht nur Klassiker sondern eine Entwicklung, denn so düster wie hier waren die RHCP noch nie. Fleas dunkle Bassläufe, "bemalt" John mit sehr feinen Gitarrenlicks und Anthony singt dazu "Slitting my throat is all I ever...". Man sollte aber nicht vergessen von dem dieses Album ist und so bringen sie mit "Get on Top" eine dieser funkigen Spaßnummern, die sie groß gemacht haben. Gleich darauffolgend der Titeltrack und Klassiker schlecht hin. "Californication" besticht durch aufsteigende Melodiebögen und ein zurückhaltendes Solo. Ein Abgesang auf den Goldstaat und seine Falschheit in Form von Silikonbrüsten und nachgebauten Mondlandungen im Keller. "Easily" packt den Rock wieder aus, der bei "Porcelain" wieder verloren geht. Letztres ist ein relativ schwieriges Stück, das sicher nicht jedem gefallen wird, ob seiner Souligkeit und vor allem Ruhe. Bass und Drums, das wars. "Emit Remmus" (umgedreht: "Summer Time") erschreckt den Hörer zunächst mit kreischenden Gitarren, setzt sich aber nach mehrmaligen hören genauso fest wie das folgende "I like dirt", dass man von der Message her mit "Green Heaven" gleichsetzen könnte. "This velvet Glove" ist das erste und einzige wirkliche Liebeslied auf "Californication" und erreicht den lauschenden Fan leider nicht wirklich, ebenso wie "Savior". Ganz anders "Purple Stain", das einen dieser Sextexte der alten Tage zelebriert und dabei ungemein funkig bleibt. Ausklingen lassen RHCP dieses Meisterstück mit dem leisen und wunderschönen "Roadtrippin", welches die Freundschaft innerhalb der Band preist. Es ist ja auch diesen, die die Band zusammenhält und zu dem gemacht hat, was sie heute ist.

50

13.01.2012

„Klassiker ”

"Blood Sugar Sex Magik" war ihr Album, nicht nur das, welches sie zu ihrem Stil finden ließ, sondern auch das, das sie weltberühmt macht und vor ausverkauften Stadien spielen ließ.
Warum war das so? Weil die Platte die Rockmusik revolutionierte und auch auf eine Art wiederbelebte, in einer Musikwelt, in der der Pop regierte.
Mit Songs wie "Give it Away" oder natürlich "Under the Bridge" haben sich die Chilis außerdem ein Denkmal in den Analen des Funkrock gesetzt.
Neben diesen absoluten Klassiker gibt es auf dem Album aber noch weit mehr Hits und super Songs, unter anderem: "Suck my Kiss", "The Righteous and the Wicked", "Blood Sugar Sex Magik" oder das Funkepos "Sir Psycho Sex".
Mit der Livewiederbelebung dieser und diverser anderer alter Songs auf ihrer "Stadium Arcadium Tour" wird auch diese Platte wohl bald wieder ihren Weg in meinen CD Player finden und das sollte sie auch in jedem anderen rockinteressierten Haushalt.

DVD

Off The Map

Red Hot Chili Peppers

EUR 19,99 *
auf Merkliste

40

13.01.2012

„2 mal off the map”

„Off The Map“ ist ein außerordentlich unterhaltsamer Konzertmitschnitt. Nicht nur weil die Band so spielfreudig ist, und die Setlist so großartig bestückt, immerhin ist dies ein Mitschnitt aus der „Californication“ Ära, aber die Peppers zeigen sich hier als wahre Zauberkünstler. So wechselt John Frusciantes Gitarre in einem Song das Modell von Stratocaster zu Telecaster, und wieder zurück. Oder, ein wenig subtiler, seine Unterhose die Farbe. Außerdem muss sich der Irokese von Anthony Kiedis erst entscheiden, ob er noch adrett nach oben steht, oder doch vielleicht schon, schweißbedingt, am Kopf liegt. Was dem Zuseher mit „Off The Map“ schlicht geboten wird, sind zwei Konzerte, die auf eins zusammengeschnitten wurden. Das macht aber so gut wie nichts, denn der Cutter hat recht gute Arbeit geleistet, bis auf die, gerade genannten, kaum umgehbaren Mängel, die sich aber als sehr erheiternd herausstellen. Die Setlist ist absolut grandios. Da es sich hier um ein inzwischen doch recht betagtes Konzert handelt, finden Nummern wie „Subterranean Homesick Blues“ (ein Bob Dylan Cover) , „Blackeyed Blonde“ und natürlich jede Menge „Californication“ Titel ihren Weg ins Programm. Die Band selbst zeigt sich absolut spielfreudig und voller Energie. Bei Songs wie „Easily“, „Suck My Kiss“, oder dem Hendrix Lied „Fire“ explodieren sie regelrecht, schaffen es aber trotzdem bei „Otherside“, „Scar Tissue“, und natürlich „Under the Bridge“ die entsprechenden Emotionen zu zeigen, und zu wecken. „Off The Map“ ist ein Zeitdokument, das vor allem Fans interessieren, und begeistern wird, denn nach heutigen Standards ist die Qualität der DVD nicht sondern gelungen, und mit einem „Live at Slane Castle“ absolut nicht zu vergleichen. Ein besonderes Schmankerl sind noch die Extras, in denen es zu einem besonders magischen Moment kommt, als Anthony Kiedis einen jungen Mann aufhält, der niemand anders ist als Josh Klinghoffer, heute, 10 Jahre später, der neue Gitarist der Band.

30

13.01.2012

„Deutsche Musik”

6 Studioalben, 2 Live CDs, 2 Live DVDs, 1 Video Collection, eine beachtliche Bilanz die Rammstein nach 16 Jahren Dasein ziehen können. Da ist es doch fast legitim ein Best-Of rauszubringen. Die Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Best-Ofs lassen ich einmal außen vor, denn mit ihnen lassen sich vortrefflich neue Fans gewinnen, und alte abermals zur Kasse bitten, aber gut. Immerhin bieten Rammstein auf ihrem Querschnitt ein neues Lied mit dem Namen „Mein Land“, das sie auch als Single veröffentlichten, für all jene, die nicht das Best-of kaufen wollen, aber trotzdem in den Genuss der neuen Nummer kommen wollen. Der Hauptaugenmerk liegt aber natürlich auf dem bisherigen Schaffen der Deutschen. Nach der Sichtung der Setlist fällt sofort auf, dass man sich interessanterweise nicht nur auf die Singles wie „Engel“ oder „Sonne“ versteift hat, sondern auch ein Lied zum Handkuss kommen lässt, das man nicht erwartet hätte. So kann man sich z.B. über das großartige „Mein Herz brennt“ freuen. Den Rest stellen aber trotzdem die großen Hits wie das obligatorische, bereits genannte, „Engel“, „Links 2,3,4“, oder, vom letzten Album „Liebe ist für alle da“, die Songs „Pussy“, wie auch „Haifisch“. Ich verstehe schon weshalb „Pussy“ auf der CD ist, allerdings hätte ich gut und gerne darauf verzichten können, und anstatt dessen eine weitere Nichtsingle inkludiert. Den Großteil stellt die Ära „Sehnsucht“, und natürlich das Überalbum „Mutter“, das gleich 5 Mal vertreten ist. Neben der normalen CD Version gibt es von dem treffend betitelten „Made In Germany“ noch weitere, die sowohl weiter CDs, wie auch DVDs beinhalten. Die zusätzliche CD enthält Remixes, die man gern ignorieren kann, denn der wahre Schatz sind die DVDs. Sie enthalten einen kompletten Videokatalog der Berliner, samt jeweiligem Making Of. Stundenlange Fandaseinsbefriedigung ist damit gewährt. „Made In Germany“ ist ein guter Querschnitt für alle Neufans, Singleliebhaber, und Sammler, auch wenn ich mir gerne noch ein paar seltene Nummern gewünscht hätte, wie das Coverlied „Das Modell“, das leider nur als Single erschien.

30

13.01.2012

„Deutsche Musik”

6 Studioalben, 2 Live CDs, 2 Live DVDs, 1 Video Collection, eine beachtliche Bilanz die Rammstein nach 16 Jahren Dasein ziehen können. Da ist es doch fast legitim ein Best-Of rauszubringen. Die Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Best-Ofs lassen ich einmal außen vor, denn mit ihnen lassen sich vortrefflich neue Fans gewinnen, und alte abermals zur Kasse bitten, aber gut. Immerhin bieten Rammstein auf ihrem Querschnitt ein neues Lied mit dem Namen „Mein Land“, das sie auch als Single veröffentlichten, für all jene, die nicht das Best-of kaufen wollen, aber trotzdem in den Genuss der neuen Nummer kommen wollen. Der Hauptaugenmerk liegt aber natürlich auf dem bisherigen Schaffen der Deutschen. Nach der Sichtung der Setlist fällt sofort auf, dass man sich interessanterweise nicht nur auf die Singles wie „Engel“ oder „Sonne“ versteift hat, sondern auch ein Lied zum Handkuss kommen lässt, das man nicht erwartet hätte. So kann man sich z.B. über das großartige „Mein Herz brennt“ freuen. Den Rest stellen aber trotzdem die großen Hits wie das obligatorische, bereits genannte, „Engel“, „Links 2,3,4“, oder, vom letzten Album „Liebe ist für alle da“, die Songs „Pussy“, wie auch „Haifisch“. Ich verstehe schon weshalb „Pussy“ auf der CD ist, allerdings hätte ich gut und gerne darauf verzichten können, und anstatt dessen eine weitere Nichtsingle inkludiert. Den Großteil stellt die Ära „Sehnsucht“, und natürlich das Überalbum „Mutter“, das gleich 5 Mal vertreten ist. Neben der normalen CD Version gibt es von dem treffend betitelten „Made In Germany“ noch weitere, die sowohl weiter CDs, wie auch DVDs beinhalten. Die zusätzliche CD enthält Remixes, die man gern ignorieren kann, denn der wahre Schatz sind die DVDs. Sie enthalten einen kompletten Videokatalog der Berliner, samt jeweiligem Making Of. Stundenlange Fandaseinsbefriedigung ist damit gewährt. „Made In Germany“ ist ein guter Querschnitt für alle Neufans, Singleliebhaber, und Sammler, auch wenn ich mir gerne noch ein paar seltene Nummern gewünscht hätte, wie das Coverlied „Das Modell“, das leider nur als Single erschien.

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