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Rezensionen:
115 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 21

nicht hilfreich: 1

Rang:
307

Rezensionen

Hörbuch

Zerbrechlich

Jodi Picoult

EUR 10,99 *
auf Merkliste

50

29.11.2010

„Die Zerbrechlichkeit des Glücks”

Willow ist ein besonderes Kind. Sie ist überaus intelligent, hat ein zartes, herzförmiges Gesicht, ist offen und fröhlich. Dieses starke, liebenswerte Kind hat einen schwachen, schutzbedürftigen Körper. Ihre Knochen brechen wie Glas.
Solange Willow im Kinderwagenalter ist, sind die Probleme noch irgendwie zu beherrschen. Doch Willow wird älter und will auch selbstständig sein. Die Sorgen werden immer größer und die finanziellen Probleme auch.
In gnadenloser Liebe zu ihrer Tochter Willow stellt Charlotte alles in ihrem Leben hinten an. Sie fixiert sich so sehr, dass sie alle anderen ausgrenzt. Diese Egozentrik, als Opferwille für das Kind getarnt, lässt alles zerbrechen.
Der Roman ist eine Omage an Willow. Jeder erzählt Willow seine Geschichte, seine Beweggründe. Mit der gewählten Form ist vorweggenommen, wie es enden wird. Trotzdem bleibt es ein spannendes Wechselbad der Gefühle, das einen sehr berührt.

50

29.11.2010

„Bodenständiger Feenzauber”

Heilig Abend, allein, alles ist vorbereitet, die Stimmung steigt auf Honigkuchen, auch ohne Bernadette. Heute wird nicht geweint, wenigstens jetzt nicht.
Es klingelt an der Tür. Vor der Tür steht eine Frau mit einem Rentier. Das ist nicht wahr, oder? Die Frau klingelt erneut. Sie stürmt durch die geöffnete Tür ins Bad. Nachdem sie sich erleichtert hat, stellt sie sich vor, Linda, eine gute Fee.
Feengleich sieht sie nicht gerade aus, in ihrem Schlabberpullover und den Leggins.
Ihre Schimpftiraden über die himmlischen Heerscharen, haben auch wenig märchenhaftes.
Da hilft nur die Probe aufs Exempel.
Den Wunsch nach einer Million Euro, lehnt sie entnervt ab. Über solche Summen könne sie nicht verfügen, die Hierarchie, mit dem Chefintriganten Nikolaus an der Spitze, lässt das nicht zu. Ihre Stärke sind die immateriellen Wünsche.
Das Rentier schnaubt verächlich und knabbert am Weihnachtsbaum.
Oha, nun, da wäre ja noch die Sache mit Bernadette.
Kein Problem, meint die Fee, doch erst einmal etwas zur Stärkung. So ist der erste Wunsch, von der Fee leicht erpresserisch diktiert, Pizza und zwei Flaschen Wein.

Der Abend nimmt seinen Lauf...

Eine sehr heitere Weihnachtsgeschichte, auch für Weihnachtshasser geeignet, mit einer schmunzelnden Anmerkung zu "Wünsch es Dir, aber richtig".

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

50

21.11.2010

„Schildkröte Doris hat heute Geburtstag”

Bei diesem Anlaß kam mir das wunderbare Kinderbuch in Erinnerung.
Geburtstag ist nicht immer leicht zu ertragen.
Schildkröte glaubt, ihre Freunde würden sie und ihre Wünsche kennen. Das ist eher nicht der Fall. Schildkröte nimmt es mit leichter Wehmut hin. Wenigstens sind ihre Gäste Selbstversorger, sie erfreuen sich an ihren Geschenken.
Als Schildkrötes Wehmut in Traurigkeit übergeht, kommt die Maus. Sie hat das ersehnte Geschenk mitgebracht, absolut perfekt. Die kleine Maus musste sich sehr anstrengen, deshalb kommt so spät.
Schildkröte ist glücklich und verknaspert ihren geliebten Salat. Sie ist zufrieden und versöhnt.
Die Maus wird mich in diesem Jahr wohl nicht finden, aber Geburtstag ist halt Geburtstag.

50

18.11.2010

„Lachmuskeltraining vom Feinsten”

Das Buch ist schon toll, aber die CD setzt noch einen oben drauf.
Die witzigen Texte werden mit so viel Spass vorgelesen, das ist einfach Klasse.
Erst war ich ein wenig skeptisch. Horst Evers, nicht von Horst Evers gelesen? Aber es funktioniert, auch für seine Fans.
Allerbeste Unterhaltung mit garantiertem "Gute Laune Effekt".

buch

Teufelsleib

Andreas Franz

EUR 9,99 *
auf Merkliste

30

17.11.2010

„Des Weibes Leib ist ein Gedicht,”

das Gott, der Herr geschrieben.
Doch nicht nur das. Seit Jahrtausenden ist es ein Gut, mit dem sich Geld verdienen lässt.
Etwas zu blumig schreibt Franz über eine Edelprostituierte, die, was will man anderes in einem Krimi erwarten, ermordet wird, bestialisch und grausam.
Es ist die dritte Frau, die heimlich dem ältesten Gewerbe der Welt nachgeht, sich aber sonst in einem biederen, religiösem Umfeld bewegt.
Die Beigaben des Täters, Olive, Ölzweig und Taubenfeder, deuten darauf hin, dass sich der Täter auf einen Endpunkt zubewegt, erkannt werden will.
Ein Geschändeter schändet. Franz versucht einen Versöhnungsakt, der zweifelhaft bleibt.

Die Handlung ist spannend und flüssig, mit Einblicken in das Privatleben von Peter Brandt garniert, die Klischees sind aber ein wenig zu üppig geraten.

50

14.11.2010

„Göttlich”

Thor schickt seinen Sohn Rutja auf die Erde, um die Finnen an den rechten Glauben zu erinnern. Rutja tauscht seine athletische Statur mit der des weichlichen Antiqutätenhändlers Sampsa Ronkainen.
Die Frauen, die Sampsa bisher dominiert und traktiert haben wundern sich. Sie kriegen den Kerl nicht mehr in den Griff, eher umgekehrt.
Rutja bekehrt nicht nur die Frauen in seiner unmittelbaren Umgebung, sondern ein ganzes Volk, formuliert die 10 Gebote neu und handelt getreu dem Gebot "Du sollst nicht aufgeben!"
Paasilinna hat einen köstlichen, trockenen Humor. Witzig, augenzwinkernd und kritisch bring er uns seine Landsleute näher. Bei aller Ironie wird er nie beleidigend.
Der Sohn des Donnergottes war das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe und gehört noch heute zu meinen Lieblingsbüchern.

Ich freue mich auf jeden Paasilinna, der erscheint. Er hat immer neue und abgefahrene Ideen, die nicht alltäglich sind und besticht durch seine lakonische und trotzdem warmherzige Erzählweise.

Paasilinna ist und bleibt ein Geheimtip!

50

13.11.2010

„(K)ein Kriegsroman”

Opa Lew Benioff erzählt seinem Enkel David die unglaubliche Geschichte seiner Jugend.
Schauplatz ist das verhungernde Leningrad im Jahre 1942. Ein Menschenleben ist nicht viel Wert verglichen mit etwas Essbarem. Die Gesetze sind streng, die Todesstrafe schnell verhängt.
Lew, der schüchterne, introvertierte 17jährige, lernt in der Todeszelle den draufgängerischen, schlitzohrigen Kolja kennen. Zum Erstaunen der Beiden, wird ihnen die Gnade gewährt, binnen einer Woche 12 frische Eier zu besorgen, ein Himmelfahrtskommando.

Leichtfüßig wird die Geschichte erzählt. Tragische, komische und berührende Momente wechseln in schneller Folge und man erlebt ein irrwitziges Abenteuer im Kriegswinter 1942.
Ein wahrlich großartiges Buch!

40

12.11.2010

„Der Mensch ist nicht böse”

Der Mensch ist gut! Herr Precht erläutert anschaulich die menschlichen Triebe und Motivationen.
Es werden viele Beispiele aus der Wissenschaft und interessante Experimente erläutert, die das Für und Wider von Verhaltensmustern anschaulich erläutern und die schwereren Textpassagen auflockern.
Schnell kristalisiert sich die Erkenntnis heraus, dass der Mensch, als gemeinschaftliches Wesen so gut ist, wie sein soziales und gesellschaftliches Umfeld.
Er versucht die an ihn gestellten Forderungen zu erfüllen, wobei der soziale Druck einen größeren Einfluß hat als moralische Werte.
Eine nette Alltagsphilosophie für alle die der Menschlichkeit des Menschen auf den Grund gehen wollen.