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Name:
Sarah O.
Rezensionen:
2 Rezensionen
Bewertung:

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nicht hilfreich: 0

Sarah O.s Rezensionen

10

26.06.2012

„So leer wie ein Magen beim Fasten”

"Sieben Tage ohne" von Monika Peetz ist die Fortsetzung zu ihrem erfolgreichen und verfilmten Roman "Die Dienstagsfrauen". Den ersten Teil habe ich nicht gelesen (und verspüre auch nicht die geringste Lust das jetzt noch nachzuholen), doch dank ausführlicher Rückblenden am Anfang ist das auch gar nicht nötig, um diesen zweiten Teil zu verstehen. Nicht, dass es viel zu verstehen gäbe...

Dieses Mal gehen die fünf Frauen zum Fasten in ein Burghotel, in dessen Umgebung eine der Damen, Eva, ihren Vater zu finden hofft. Denn 1965 hat ihre Mutter dort gearbeitet und da diese ihr nie verraten wollte, wer Evas Vater ist, nimmt Eva die Suche nun selbst in die Hand.

Sicherlich erwartet man bei einem solchen Plot keine hohe Literatur, sondern recht simple Unterhaltung für Frauen. Aber selbst das funktionierte für mich bei diesem Roman nicht.
Es beginnt mit den Charakteren. Sie sind alle unerträglich flach, stereotyp und der Autorin gelingt es nicht, ihnen greifbare Persönlichkeiten mit auf den Weg zu geben, die es mir ermöglichen würden, mich näher in die Freundinnen einzufühlen und bei ihren Schicksalen mitzufiebern. Auch davon, dass diese fünf Frauen angeblich die besten Freundinnen sind, merkt man leider rein gar nichts. Sollte man mit besten Freundinnen nicht offen reden können? Schaut man sich dieses Buch an, jedenfalls nicht. Das wichtigeste für die Freundinnen ist es, den anderen möglichst alles, was sie denken oder tun, zu verheimlichen.

Das ist dann auch schon der nächste Kritikpunkt: Der Roman hat keine nennenswerte Handlung - er ist inhaltlich einfach nur leer. Die fünf Damen haben Geheimnisse, die sie hüten, aus Angst vor Konflikten untereinander. Diese Angst wird geschürt, die drohenenden Konflikte aufgebauscht bis zum Geht-nicht-mehr...und wenn es dann zur Konfrontation kommt, verpufft der Konflikt, noch bevor es überhaupt einer gewesen ist. Im positivsten Fall würde man diesen Umgang der Freundinnen miteinander vielleicht als kompromissloses Verständnis, als bedingungslose Zuneigung beschreiben - bei mir kam es durch die distanzierte Art dieses Romans aber eher als hunderprozentige Gleichgültigkeit an - fünf Frauen, die sich mehr oder weniger egal sind.

Sprachlich hat "Sieben Tage ohne" leider auch nichts zu bieten. Es ist alles sehr distanziert, wird viel zu schnell und oberflächlich runter erzählt. Es liest sich wie ein Tatsachenbericht, leider ohne berichtenswerte Tatsachen.

Fazit: Nur 1 Stern, für mich nicht lesenswert.

30

20.04.2012

„Zur Halbzeit wird's langweilig”

"Ich bin der Herr deiner Angst" ist ein Thriller von Stephan M. Rother, der sich viel mit den Themen Angst und Psychologie beschäftigt und mich, obwohl ich die erste Hälfte noch wirklich spannend fand, zwischenzeitlich etwas langweilte.

Zuerst einmal aber zum Inhalt: Im Hamburger Rotlichtviertel wird ein Mann tot aufgefunden. Es handelt sich ausgerechnet um einen Polizisten aus dem Team von Hauptkommissar Jörg Albrecht, der zusammen mit seinen Kollegen die Ermittlungen aufnimmt. Als der Täter weiter mordet, kristallisiert sich schnell heraus, dass es eine direkte Verbindung zur Hamburger Kripo geben muss. Bei ihrer Recherche stoßen die Ermittler auf den vor mehr als 20 Jahren aufgeklärten Traumfänger-Fall und den Traumfänger Max Freiligrath selbst, der immer noch in einer geschlossenen Psychiatrie sitzt..

Der Thriller wird aus insgesamt drei Perspektiven erzählt, die sich gut voneinander abgrenzten und der Handlung eine gewisse Abwechslung bescherten. Die Passagen des sehr philosophisch veranlagten, leicht schrulligen und oft etwas herrischen Hauptkommissars Albrecht werden in der dritten Person erzählt, während seine Kollegin Hannah Friedrichs als Ich-Erzählerin auftritt. Dazu kommen die "Zwischenspiele", die am Anfang recht verwirrend waren und aus Sicht einer anonymen Person erzählt werden, deren Identität sich erst im Laufe des Thrillers lüftet. Während ich den Wechsel zwischen Albrecht und Friedrichs sehr gelungen und ihre verschiedenen Charaktere zusammen mit ihrer persönlichen Sichtweise auf die Dinge interessant fand, konnten mich die "Zwischenspiele" nicht wirklich überzeugen, da sie weder spannende Aspekte enthielten, noch für einen "Aha"-Effekt bei ihrer Auflösung sorgten.

Die Mordfälle und Ermittlungen sind zu Beginn des Buches auch noch sehr spannend, wenn auch für mich die ein oder andere Schlussfolgerung nicht immer schlüssig wirkte und ich mich besonders für Albrechts Faible für Sokrates nicht allzu sehr begeistern konnte. Leider brach die Spannung ab der Hälfte des Thrillers stark ein. Die Traumfänger-Geschichte konnte mich nicht so sehr begeistern, wie die aktuelle Mordserie, doch um etwas anderes drehen sich die Ermittlungen kaum noch und interessante Ansätze aus der ersten Hälfte werden kommentarlos fallen gelassen und nie wieder aufgeklärt. Stattdessen folgen endlose Psycho-Gespräche, die etwas langatmig waren und nicht einmal der weitermordende Täter konnte dann noch für Spannung sorgen, auch nicht nach halbwegs spannendem Ende.

Insgesamt leider nur mittelmäßig und drei von fünf Sterne.