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Wird nicht angezeigt Top 10 Rezensent
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1293 Rezensionen
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hilfreich: 88

nicht hilfreich: 32

Rang:
9

Rezensionen

50

28.07.2014

„Auf in den Bayerischen Wald!”

Simone Kuhnt nimmt Sie mit auf Touren quer durch den Bayerischen Wald. Wenn Sie ihre Tipps befolgen, können Sie mit Familie, Freunden und auch alleine die tollsten Wanderwege, Museen, Geschäfte und Berge entdecken. Lassen Sie sich anregen und ziehen Sie los.

40

28.07.2014

„"Wenn Du lügen willst, schreib Bücher" (S.206)”

Helge Timmerberg war schon vor 30 Jahren ein echtes "Schlitzohr"! Dieses Buch erschien zum ersten Mal 1985 und wurde jetzt wieder neu aufgelegt. Alle Ingredienzien, die den Autor Timmerberg heute ausmachen, sind bereits in dieser Reisebeschreibung vorhanden. Nur um einiges jugendlicher, ungehobelter und ursprünglicher. In dem Zusammenhang: mir gefällt der "gereiftere" Autor besser! Mit Anfang 30 ist Helge T. mit Freundin Mirta (wie üblich bei ihm eine durchaus "schwierige" Beziehung) in Südindien unterwegs. Von Goa aus fahren die Beiden mit Fahrrädern los. Eine Landkarte fehlt in diesem Buch, Orte werden verfremdet und auch Hotel- oder Preisangaben sind heute unerheblich. Aber das Gefühl, auf der Suche zu sein, manchmal in Beziehungen etwas sublimieren zu müssen und durchaus erfolgreich sich die eigene Lebensgeschichte zurechtbiegen zu dürfen, könnte auch noch für (junge) Reisende heute attraktiv zu lesen sein. Und für Helge-Timmerberg-Fans ist es natürlich ein "Muß"!

50

26.07.2014

„Witzige, dabei subtile Ironie!”

Muriel Spark hat mit diesem Roman mal wieder bewiesen, wie meisterlich ihr Geschichten gelangen, die hochelegant, perfekt komponiert und dabei sehr ironisch sind! Es geht um ein "wanderndes" Internat, in dem Jugendlichen aus möglichst gut betuchten Familien der "letzte Schliff" verpasst werden soll. Das junge Ehepaar Rowland Mahler und Nina Parker unterrichtet zur Zeit des Romans am Genfer See. Rowland verstrickt sich immer mehr in rasende Eifersuchtsanfälle, weil es seinem 17jährigen Schüler Chris mühelos gelingt, einen Roman zu schreiben. Der Internatsleiter sich selber aber (sehr erfolglos) mit seinem eigenen Schreiben abmüht. Aus allen erotischen, mörderischen und psychologischen Konstellationen schlägt Spark subtile Funken. Alleine die Nachricht auf S.138, die Reaktion von Chris darauf und das Handeln von Nina in diesem Zusammenhang, zeigt in knappen neun Zeilen das ganze Können dieser Autorin! Muriel Spark hat mich noch nie enttäuscht. Wieviele Bücher hat sie geschrieben? 20 ? 25 ? Absolute Perlen waren dabei: "Vorsätzlich Herumlungern", "Memento Mori" und "Die Blütezeit der Miss Jean Brodie" z.B. Schnappen Sie sich einfach alles von ihr, was Sie bekommen können und erfreuen Sie sich an ihrem Erzählen, das so leicht und schwebend daher kommt und so überaus perfekt ist.

50

26.07.2014

„Gibt es vielleicht doch das perfekte Alibi?”

Wenn Sie diesen Krimi lesen, wissen Sie von Anfang an, wer ermordet wird, wo er ermordet wird, warum er ermordet wird und von wem er ermordet wird. Das heißt, Sie kennen die Mörderin! Zuerst habe ich gedacht: "Was soll das denn für ein Krimi sein?! Ich kenne die Mörderin?!" Aber dann geht es um die Frage, kann der Nachbar (Mathematiklehrer und Schachspieler) der Mörderin (alleinerziehende Mutter mit pubertierender Tochter) das perfekte Alibi verschaffen? Und wird dieses Alibi jeder Überprüfung standhalten?! Sie werden mitfiebern und hoffen, daß dieses Alibi hält! Und obwohl ich das alles wußte, hat der Schluß mich völlig "kalt" erwischt! Niemals hätte ich mit diesem Schluß gerechnet!

buch

Das große Los

Meike Winnemuth

EUR 9,99 *
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50

26.07.2014

„Dieses Taschenbuch könnte Sie in Bewegung setzen!”

Die Journalistin Meike Winnemuth hat in der Ratesendung "Wer wird Millionär?" mit Hilfe eines Publikumjokers 500 000,-€ gewonnen und verwendet einen Teil des Gewinns für eine zwölfmonatige Reise in verschiedenste Städte weltweit. Motto: 12 Monate, 12 Städte. In jeder Stadt mietet sie sich eine Wohnung, versucht, am Alltagsleben teilzunehmen, pflegt (neue) Hobbies, arbeitet weiter am Laptop und hält über neue Medien Kontakt mit Freundinnen und Freunden. Nach dem Jahr stellt sie verblüfft fest, daß sie das gewonnene Geld "eigentlich" gar nicht gebraucht hätte. Allerdings brauchte sie den "Schubs", den Anstoß dieses Gewinns! Besonders beeindruckt hat mich an diesem Buch die Fähigkeit der Autorin, Freude, Dankbarkeit, Begeisterung und Glück zu empfinden. Ihre Bereitschaft, über sich selbst nachzudenken, eigenes Verhalten zu verändern. Ihre Offenheit anderen Menschen gegenüber. Das alles kann ich täglich, auch ohne zu verreisen, ausprobieren, genauso machen! Für diese Einsicht, die sich beim vergnügten Lesen bei mir immer mehr festigt, danke ich Meike Winnemuth sehr! Und ich freue mich schon außerordentlich auf ihr nächstes Buch.

50

25.07.2014

„Was für eine großartige Künstlerin!!! ”

Dieses Gespräch gibt eine Ahnung davon, was es heißt, "durch und durch" Künstlerin zu sein. Falls Sie Louise Bourgeois bereits gut kennen, Ihre Skulpturen schätzen, wird Ihnen dieses Gespräch noch den einen oder anderen neuen Aspekt auf ihr Werk, ihr Durchhaltevermögen, ihre Disziplin vermitteln.Falls Sie die Künstlerin noch nicht kennen sollten, könnte dieser Gesprächsband Sie sehr neugierig machen! Bourgeois, 1911 geboren, mit 98 Jahren 2010 gestorben, ist eine so radikale Künstlerin gewesen, die sich dem menschlichen Schmerz gestellt hat, daß Sie jede Gelegenheit nutzen sollten, ihre Werke irgendwo anzusehen. Und für Alle, die in diesem Buch blättern, sollte alleine schon das Bild auf S.111 ein solches Vergnügen und ein solcher Denkanstoß sein, daß Sie dieses Buch ab sofort immer in Ihrer Nähe haben möchten!!

50

25.07.2014

„Wollten Sie nicht immer schon dieses Spiel lernen?”

Das ist ein wunderbares, kleines, überaus praktisches Buch für Alle, die Schafkopfen lernen möchten oder auch nur bei Spielunsicherheiten nachschlagen möchten.Erich Rohrmayer ist als Kind in einem niederbayerischen Wirtshaus aufgewachsen und hat schon als kleiner Junge ausgiebigst die Spieler beobachtet. Profitieren Sie von seinen Erfahrungen und lernen Sie alles über "Lange Karte- Kurze Karte", "Das "Rufspiel" oder "Das Solo". Ich denke, alleine das Blättern in diesem Büchlein macht Lust, sich sofort die Karten zu schnappen und loszulegen!

50

24.07.2014

„Tauchen Sie ein in diesen Gedankenstrudel!”

Was für ein Taschenbuch! Was für ein Roman! Was für ein perfekt passendes Titelbild!Falls Sie gerne in einen Gedankenstrudel reingezogen werden, falls Sie luftschnappend aus einer Lektüre wieder auftauchen möchten, falls Sie es lieben, in einem Text herum geschleudert zu werden, nicht zu wissen, was Realität und / oder Wahnsinn ist, dann sind Sie hier genau richtig! Gehen Sie mit der Künstlerin Kate auf einen Höllenritt durch Raum und Zeit. Genießen Sie die klugen Nachworte von Jelinek und Foster Wallace und danken Sie der Übersetzerin Sissi Tax! Dann fangen Sie nochmal ganz von vorne an und lassen sich überraschen, wie oft Sie noch das Bedürfnis haben werden, immer wieder in diese Geschichte einzutauchen! Wenn Sie jemandem erklären möchten, was mit "Postmoderne" gemeint sein könnte, dann ist dieser Roman, der ursprünglich 1988 im Original erschien, perfekt dafür geeignet !!!

buch

Heimat

Thomas Medicus

EUR 19,95 *
auf Merkliste

50

23.07.2014

„Medicus geht klug auf Heimatsuche!”

Vorneweg: dieses Buch zu lesen ist ein Genuß! Auch wenn das Thema mich noch Tage danach bedrückt und umgetrieben hat. Außerdem befürchte ich, daß über fast jeden Ort in Deutschland ein solches Buch geschrieben werden könnte! (Mit Ausnahme des Aufenthalts von J.D.Salinger). Thomas Medicus, Jahrgang 1953, "flüchtet" früh aus seinem Heimatort, einem kleinen Städtchen in Mittelfranken. Er kommt sehr ungerne dorthin zu Besuch und fühlt sich irgendwann doch wie ein "Heimatgefangener" (S.38). Er fängt an über "Sprüche", Redewendungen und Gemurmel (=Selbstgespräche ?) seiner Großmutter nachzudenken. Als er erfährt, daß der amerikanische Autor J.D.Salinger als Soldat, Agent eine zeitlang in seiner Heimatstadt gelebt hat, stellt er sich seinen unbehaglichen Gefühlen und stößt auf Begebenheiten (Morde? Selbstmorde?) aus der Nazizeit, an denen sein Großvater als medizinischer Gutachter "beteiligt" war. Ebenso Nachbarn und Freunde seiner Eltern. Was ist damals in der Kleinstadt passiert, als SA und Bevölkerung bereits 1934 Juden jagten und in den Tod trieben?? Medicus bereitet die Geschichte akribisch auf. Läßt sich immer wieder von Salinger anleiten, genau hinzusehen. Verfolgt Spuren. Und kann am Schluß dieses klugen Buches anerkennen, wie in den letzten Jahren in der Stadt die Vergangenheit aufgedeckt und betrauert, verarbeitet wurde. Ich würde jedem Ort eine Emmi Hetzner und so ein Schulprojekt wünschen!! Vielleicht ist dieses Buch der Anstoß für Sie, dem "Gemurmel" Ihrer Großmutter (endlich) mal nachzugehen??

50

22.07.2014

„Noch nie sind mir vier Stunden so schnell vergangen, wie mit diesem Film! !”

Sollten Sie diesen großartigen Film im Kino verpasst haben, können Sie ihn jetzt auf DVD sehen. Nach den Filmen "Heimat" und "Die zweite Heimat" erzählt Reitz (Drehbuch nach einer Vorlage von Gert Heidenreich) hier von dem fiktiven Dorf Schabbach und seinen Bewohnern in den bitter elenden Zeiten um 1840. Hungersnot und Mißernten lassen einen großen Teil der Hunsrücker von Auswanderung nach Brasilien träumen. Und so begleiten wir etwa vier Stunden lang die Familie Simon (und noch etliche andere Schabbacher) auf ihrem Weg durch diese schwierigen Zeiten. Ich denke, dieser Film ist ganz große Kunst. In schwarzweiß (mit einigen wenigen farbigen Einsprengseln), sehr klar und linear erzählt, ruhige Kameraführung, keine hektischen Schnitte. Solche Filme empfinde ich inzwischen als die pure Wohltat! Sie machen mir Lust, genau hinzuschauen und hinzuhören. Gleichzeitig macht der Film nachdrücklich klar, was wir seitdem verloren haben (aber auch, was wir gewonnen haben!). Achten Sie im letzten Drittel auf den Bauer am Wegesrand. Wer könnte das wohl sein, der dem "großen Naturforscher" den Weg nach Schabbach weist? Ich bin froh, daß es so unbeirrbare Erzähler wie Edgar Reitz (und auch Peter Kurzeck!) in Deutschland gibt (bzw. gab). Und ich denke, in einigen Jahrzehnten werden wir erst so richtig begreifen, was wir an den Beiden haben bzw. hatten! !