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Name:
Kerstin Stutzke Top 100 Rezensent
Ort:
Berlin
Rezensionen:
558 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 59

nicht hilfreich: 7

Rang:
27

Kerstin Stutzkes Rezensionen

12
auf Merkliste

50

26.07.2015

„1. Band der Alea-Aquarius-Reihe”

Die 12-jährige Alea ist verzweifelt. Ihre 65-jährige Pflegemutter Marianne hatte am Morgen einen Herzinfarkt und wurde ins Krankenhaus gebracht und Alea wartet angespannt auf eine Nachricht von ihr. Das Mädchen hat Angst Marianne im Krankenhaus zu besuchen, denn dort könnte das Jugendamt auf sie warten, um sie in eine andere Pflegefamilie zu stecken, etwas, dass Alea auf gar keinen Fall will. Alea selbst sieht auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich aus. Bei 27 °C sitzt sie auf einer Bank am Hamburger Hafen, mit Handschuhen und einer Mütze auf dem Kopf, doch was so ungewöhnlich anmutet, hat einen ernsten Hintergrund. Alea leidet an Kälteurtikaria, was bedeutet, dass kaltes Wasser für sie zu einer tödlichen allergischen Reaktion führen kann.


Am Hafen wird Alea auf ein Schiff mit dem Namen "Crucis" und dessen Besatzung aufmerksam, denn augenscheinlich befinden sich nur Jugendliche an Bord. Später macht Alea tatsächlich noch die Bekanntschaft des 10-jährigen Samuel Draco, dessen Bruders Ben Libra und von Tess Taurus. Zusammen bilden die drei die Bande "Alpha Cru" und segeln, wohin sie wollen über alle Weltmeere. Die Brüder Ben und Sammy wurden vor vier Jahren zu Waisen und von ihrem Onkel, dem Schriftsteller Oskar Walendy, adoptiert. Seitdem sind sie auf dem Schiff unterwegs, jedoch hat sich Oskar vor einem halben Jahr, als Ben volljährig wurde, entschieden, in ein tibetisches Kloster zu gehen, um zu meditieren und ein neues Buch zu schreiben. Zwar schickt er den Kids ab und an Geld, doch nie wirklich genug, um damit über die Runden zu kommen, doch die Bande weiß sich schon zu helfen.


Die drei bieten Alea, die wirklich einen sehr verlorenen Eindruck auf sie macht, an, sich ihnen anzuschließen. Die Französin Tess ist auch erst seit zwei Wochen Mitglied der Bande. Alea ist noch unsicher, was sie tun soll, doch findet sie zumindest schon einmal mit Hilfe eines kleinen Rituals ihren Namen heraus: Alea Aquarius. Da Alea sich nicht allein ins Krankenhaus traut, beschließen ihre neuen Freunde, sie zu begleiten und auch wenn sie Marianne sehen kann, merkt sie, dass es der alten Frau nicht gut geht. Sie bittet sie dennoch um die Erlaubnis, mit den "Alpha Cru" auf Reisen gehen zu können, immerhin haben die Sommerferien gerade erst angefangen, doch Marianne lehnt auf Grund von Aleas Erkrankung ab. Am nächsten Tag jedoch ändert sie ihre Meinung, denn der Arzt hat ihr gesagt, dass sie nicht mehr gesund werden und den Rest ihres Lebens auf Hilfe angewiesen sein wird. Um Alea die Chance zu geben, erlaubt sie ihr die Reise, auch, um sie noch einige Zeit vor dem Jugendamt zu schützen, dem sie vormachen wird, dass Alea bei ihrem leiblichen Sohn sein wird. Doch etwas belastet die alte Frau noch: Sie offenbart Alea, wie sie in ihre Obhut gekommen ist, denn bei einem Urlaub in Holland vor elf Jahren hat sie am Strand eine Frau gebeten, sich um ihre Tochter Alea zu kümmern. Sie erklärte ihr, dass Alea auf Grund einer Erkrankung niemals mit kaltem Wasser in Berührung kommen dürfte und Marianne, die sah, wie verzweifelt die Frau war, stimmte zu, sich um Alea zu kümmern. Alea selbst weiß: Sie muss versuchen, ihre leibliche Mutter zu finden, da ihr sonst eine neue Pflegefamilie droht und es gelingt ihr noch, den Ort in Holland von Marianne zu erfahren: Renesse. Auch "Alpha Cru" sind damit einverstanden, nach Holland zu fahren und nach Aleas leiblicher Mutter zu suchen - doch während eines Sturmes geht Alea über Bord und verschwindet im kalten Meerwasser ...



Der 1. Band der Alea-Aquarius-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders schön empfand ich das Miteinander der Jugendlichen erarbeitet, denn obwohl sie Alea anfangs nicht kennen, sind sie bereit, ihre eigenen Pläne in den Hintergrund zu stellen, nur um ihr zu helfen. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders gut hat mir die Figur der Alea gefallen, die erst im Laufe des Buches herausfindet, was wirklich in ihr steckt und wie gut sie es schafft, mit dieser veränderten Situation umzugehen, zumal sie vormals ein eher zurückhaltendes Mädchen war. Auch die Figur des Ben empfand ich sehr eindrucksvoll dargestellt, denn dieser 18-jährige Junge weist eine Reife und ein Verantwortungsbewusstsein auf, mit dem in diesem Lebensalter so noch nicht zu rechnen war. Den Schreibstil empfand ich als geradezu fesselnd erarbeitet, sodass ich das Buch partout nicht aus der Hand legen konnte, sondern es in einem Rutsch durchlesen musste. Da das Buch mit einem echt fiesen Cliffhanger endet, hoffe ich, dass der Nachfolgeband bald erscheint.

buch

Mörderische Angst

Linda Castillo

EUR 9,99 *
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40

26.07.2015

„6. Band der Kate-Burkholder-Reihe”

Am 8. März 1979 wird die amische Familie Hochstetler auf ihrem Hof von drei Männern überfallen. Vater Willis wird getötet, seine Frau Wanetta verschleppt und ihre Kinder, mit Ausnahme des 14-jährigen William "Billy", kommen bei einem Hausbrand ums Leben.


Derweil erhält Dale Michaels in der Gegenwart Nachrichten, jedoch keine erfreulichen. Er wird aufgefordert, sich zu einer bestimmten Zeit am Hochstetler-Hof mit dem Nachrichtenschreiber zu treffen, denn anscheinend weiß jemand, was damals wirklich bei dem Überfall geschah. Am nächsten Tag findet Belinda Harrington die Leiche ihres Vaters Dale in seiner Scheune - erhängt. Kate Burkholder hatte an diesem Abend eigentlich andere Pläne, zum Beispiel ein gemeinsames Essen mit ihrem Lebensgefährten John Tomasetti, mit dem sie seit sechs Monaten zusammenlebt, doch sie wird zum Leichenfund auf die Farm berufen. Zusammen mit ihrem Kollegen Rupert "Glock" Maddox will sie den Fundort der Leiche sichten, doch schnell wird ihr klar - das war kein Selbstmord, eine Tatsache, die der Coroner später bestätigen kann. Im Rachen von Dale findet er zudem eine kleine Holzfigur, auf der HOCHSTETLER geschrieben steht.


Kate selbst kann sich an den Fall nur vom Hören-Sagen erinnern, war sie doch zum eigentlichen Tatgeschehen zu jung, doch muss sie feststellen, dass der Mord an Willis und das Verschwinden von Wanetta nie aufgeklärt wurden. Nimmt jemand aus der Vergangenheit Rache? Vielleicht sogar William selbst? Billy wurde seinerzeit von der amischen Familie Yoder adoptiert, wird jedoch, um seinen ursprüngliche Familie zu ehren, immer "Hoch" Yoder gerufen. Zusammen mit seiner Frau betreibt er erfolgreich "Yoders Apfelfarm". Als Kate ihn befragt steht fest, dass "Hoch" die Täter damals niemals unmaskiert gesehen hat und demnach nach wie vor nicht weiß, wer seine Familie ausgelöscht hat. Nach wie vor tappt Kate also im Dunkeln, doch instinktiv weiß sie, dass alles mit den Geschehnissen der Nacht des 8. März 1979 zu tun hat. Was sie jedoch noch nicht weiß: Auch andere Bewohner von Painters Mill erhalten diese Drohbriefe - und der Rachegott hat bereits sein nächstes Opfer im Visier ...



Der 6. Band der Kate-Burkholder-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass sich erst nach und nach herauskristallisierte, was den Täter bewegt hat, ausgerechnet jetzt seinen Rachefeldzug zu starten und warum er augenscheinlich unbescholtene Bürger trifft. Die Figuren wurden wieder facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei mir hier besonders die Figur des John Tomasetti sehr nahe gegangen ist, denn auch dieser hat in diesem Band wieder extrem mit den Verlusten seiner Vergangenheit zu kämpfen und droht dabei Kate zu verlieren. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, hätte mir jedoch an einigen Stellen etwas mehr Nervenkitzel gewünscht, wobei ich sagen muss, die schlussendliche Auflösung fand ich super. Jetzt ist leider wieder die Zeit des Wartens angebrochen, ich hoffe, der nächste Band kommt ganz bald heraus.

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40

26.07.2015

„Story zwischen Band 5 und Band 6 der Kate-Burkholder-Reihe”

Kate Burkholder, Polizeichefin von Painters Mill, Ohio und ihr Lebensgefährte John Tomasetti machen endlich einmal Urlaub. Zwei Tage lang wollen sie sich erholen und haben sich dafür den kleinen Ort Marple Creek, der etwa eine Stunde von Painters Mill entfernt liegt, entschieden. Hier wollen sie die Seele baumeln lassen, gut essen und einfach nur Zeit miteinander verbringen.


Gebucht haben sie ihre Unterkunft im Marple Creek Inn, einer beschaulichen kleinen Pension, welche von den Mennoniten Fannie und Harley Hilty geführt wird. Beide sind ehemalige Swartzendruber-Amische und von Herzen gute Menschen, wobei Fannie eher Realistin ist, während Harley an Geister glaubt, denn vor 22 Jahren verschwand Angela Blaine spurlos aus ihrer Pension. Ein paar Tage später hat Harley nur noch ihre blutige Kleidung gefunden, von Angela selbst fehlt seither jede Spur.


Kate und Tomasetti sind einstimmig der Meinung, dass sie sich nicht einmischen werden, doch als sie bei einem Spaziergang auf einen Gedenkschrein am Fluss treffen, gerät ihr Entschluss ins Wanken. Auch in Marple Creek hat sich herumgesprochen, dass zwei Polizisten vor Ort sind und sie werden ebenfalls auf das Verschwinden von Angela angesprochen. Kate und Tomasetti wissen, dass sie keine Ruhe haben werden, ehe sie es nicht wenigstens versucht haben, von daher beschließen sie, nur mal zu schauen, ob sie noch Hinweise finden - was nach 22 Jahren allerdings eher fragwürdig ist ...



Story zwischen Band 5 und Band 6 der Kate-Burkholder-Reihe! Der Plot wurde authentisch und abwechslungsreich erarbeitet und ich fand es faszinierend zu beobachten, dass weder Kate Burkholder noch John Tomasetti während ihres Urlaubes wirklich abschalten können bzw. dass vermisste/ermordete Personen sie förmlich zu verfolgen scheinen. Die Figuren wurden realistisch erarbeitet, wobei hier wieder Kate Burkholder sehr prägnant im Vordergrund steht, denn eigentlich ist sie die treibende Kraft hinter der Suche nach der Wahrheit. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass sich diese kurze Story förmlich von selbst gelesen hat.

ebooks

Tragödienstadl

Dorothea Böhme

EUR 8,99 *
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40

26.07.2015

„3. Band der Fritz-Reichel-Reihe”

August 2015: Lendnitz, die verschlafene Kleinstadt in Österreich hat auf Initiative von Bürgermeisterin Beate Brandtner ein eigenes Theater bekommen. Die "Landnitzer Bauernburschen" werden in wenigen Wochen mit ihrem ersten Stück "Romeo und Julia im Jauntal" Premiere feiern. Es wurde extra dafür Regisseur Gerhard Seiler aus Wien eingekauft, der auch das Stück geschrieben hat. Als Schauspieler agieren einige Bewohner der Kleinstadt, u. a. sogar der Ehemann der Bürgermeisterin. Da auch die Kleinstadtschönheit Valeria Hausbichler mitspielt, sorgt natürlich für Aufsehen. Selbstverständlich spielt die 23-jährige die Rolle der Julia und Walter Kirschner hat das große Los gezogen: Er spielt den Romeo und darf seine Julia mitten auf der Bühne küssen. Für Postbote Walter geht damit ein Traum in Erfüllung, ist er doch schon seit Jahren in Valeria verliebt, wie übrigens ein Großteil der männlichen Bevölkerung von Lendnitz.


Martin Riedl hatte weniger Glück. Beworben hatte er sich auf die Rolle des Romeo, denn auch er will Valeria küssen, doch bekam er die Rolle von Publikumliebling Mercutio, womit er so gar nicht einverstanden ist. Doch Martin beschließt, seinem Glück etwas auf die Sprünge zu helfen und seinen Konkurrenten Walter mit einem vergifteten Whiskey aus dem Weg zu räumen. Ob der Giftcocktail tödlich ist oder nicht, ist für Martin nicht von Belang, Hauptsache, er bekommt die Rolle des Romeo. Dann jedoch stürzt Martin, noch bevor er den Whiskey übergeben kann, die Treppen des Theaters herunter und stirbt. Katharina Wischniewski, die Putzfrau des Theaters, entdeckt die Leiche und gönnt sich auf den Schreck erst einmal einen großen Schluck Whiskey (es war ja ein großer Schreck), allerdings ausgerechnet aus der sabotierten Flasche.


Natürlich bleibt der Tod Martins nicht ohne Folgen für die Theatergruppe, doch anstelle einen adäquaten Ersatz für Mercutio zu suchen, bekommt der bisherige Romeo Walter die Rolle übergeholfen und Regisseur Gerhard übernimmt die Rolle des Romeo. Bis auf Gerhard ist davon keiner wo wirklich angetan, aber immerhin ist er der Regisseur, von daher ist sein Wort Gesetz. Kurz darauf wird allerdings auch besagter Gerhard tot aufgefunden - ermordet. Dies ruft Chefinspektor Wilkinson, den Nachfolger von Fritz Reichel, und dessen Assistenten Huber auf den Plan. Eigentlich hat Wilkinson so gar keine Zeit, sich mit verstorbenen Mitgliedern dieser merkwürdigen Theatergruppe zu befassen, ist er doch voll mit dem Umbau des Polizeireviers beschäftigt, aber Huber ist wie immer voll bei der Sache. Überall wittert er einen Mord, auch wenn Wilkinson davon so gar nichts hören will. Doch Huber weiß sich zu helfen - er wendet sich an einen ehemaligen Chef, Chefinspektor a. D. Fritz Reichel. Dieser jedoch ist wenig angetan, den inthusiastischen Assistenten schon wieder am Hals zu haben, hat er doch damit gerechnet, seine Pensionierung in Ruhe und Frieden verbringen zu können und sich endlich dem heimischen Garten zu widmen. Als Reichel jedoch mit Wilkinson aneinander gerät ist es eine Sache der Ehre, dass Reichel den Fall löst - übrigens ganz passend, denn es taucht eine weitere Leiche auf ...



3. Band der Fritz-Reichel-Reihe! Der Plot wurde skurril und abwechslungsreich erarbeitet, wobei es mir ehrlich gesagt nicht immer ganz leicht fiel zu glauben, dass dies alles nur geschehen ist, weil es Menschen gibt, die für einen Kuss von einer Kleinstadtschönheit alles tun würden. Allerdings fehlte mir in diesem Band etwas die Präsenz von Fritz Reichel, der zwar mittlerweile in Pension ist, aber immer durch seine doch recht eigene Art Verzücken bei mir hervorrief. Ich hoffe sehr, dass er in weiteren Bänden wieder aktiver mit von der Partie ist. Die Figuren wurden realistisch und individuell erarbeitet, wobei ich hier sehr große Sympathien für die Figur der Valeria empfand, die einfach nur beweisen will, dass in ihr mehr steckt, als nur ihre äußere Schönheit. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich das Buch in einem Rutsch gelesen habe. Nunmehr hoffe ich natürlich auf weitere Bücher rund um Fritz Reichel - wer weiß, vielleicht ...

buch

Sauhaxn

Dorothea Böhme

EUR 11,90 *
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50

26.07.2015

„1. Band der Fritz-Reichel-Reihe”

Lendnitz, eine Kleinstadt in Österreich. Dort ist nicht wirklich was los, der Altersdurchschnitt beträgt 53,3 Jahre, von daher kann man sich vorstellen, dass die Jugendlichen nur eines wollen - weg. Eine der Attraktionen des Dorfes ist das Schlosshotel Lendnitz, liebevoll "Schmuckkästchen" von der Bevölkerung genannt. Der 19-jährige Johann Mühlbauer macht in eben jenem Schmuckkästchen seine Ausbildung zum Koch. Wirklich glücklich ist er mit dieser Ausbildung nicht, ist doch sein Ausbilder, Chefkoch Karl Bachmaier, ein ausgesprochener Unmensch, der, wie später herauskommt, mit Drogen dealt und auch noch Gammelfleisch verwendet. Auch Souschef Harald Moschik macht dem Jungen das Leben unnötig schwer, hat er es doch regelrecht auf den armen Johann abgesehen. Wäre Johann doch nur ein bisschen mehr wie Bruce Willis, dann wäre es so viel einfacher, sich zu behaupten.


Mit der Ruhe im Schmuckkästchen ist es allerdings vorbei, als Wilfried Seligmann in die Küche stürmt und mit einer Waffe Chefkoch Bachmaier bedroht. Durch einen unglücklichen Zufall kommt Seligmann durch seine eigene Waffe zu Tode. Natürlich ruft dieser tragische Unfall die Polizei in Form von Hauptkommissar Fritz Reichel und seinem Assistenten Huber auf den Plan. Reichel ist so gar nicht begeistert von dem tödlichen Unfall, hat er doch nur noch 138 Tage bis zur Pensionierung und die wollte er in Ruhe absitzen. Nicht zu vergessen sein Assistent Huber, der sich voller Elan in die Ermittlungen stürzt und damit Reichel fast in den Wahnsinn treibt.


An sich sind die Ermittlungen recht schnell abgeschlossen, es war ja ein Unfall, wenn nicht ausgerechnet Harald Moschik einen weiteren Mord melden würde. Er ist im Tiefkühlraum auf Johann und die zerteilte Leiche von Chefkoch Bachmaier gestoßen. Durch widrige Umstände stößt er sich unmittelbar nach dem Leichenfund an der Tür zum Kühlraum den Kopf an und verliert das Bewusstsein, doch gleich nach seinem Erwachen informiert wer die Polizei. Merkwürdigerweise ist von einer Leiche oder gar Spuren einer Leiche nichts mehr zu finden, als die Polizei vor Ort ist. Hat sich Moschik das alles nur auf Grund seiner Kopfverletzung eingebildet? Tatsächlich ist es so, dass Johann, der sich selbst zum Teil eine Mitschuld am Unfalltod von Seligmann gibt, die Leiche hat verschwinden lassen, will er doch nicht weiter unter Verdacht geraten. Doch damit nicht genug - innerhalb kürzester Zeit stolpert Johann über immer mehr Leichen, die er schon fast routiniert entsorgt - in der Hoffnung, dass ihm niemand auf die Schliche kommt. Reichel hingegen ist sich nicht sicher, was er glauben soll. Sicherlich scheint Chefkoch Bachmaier wie vom Erdboden verschluckt, aber nachdem Reichel und Huber dessen Angetraute kennengelernt haben, können sie durchaus verstehen warum. Hat er sich vielleicht nur abgesetzt und warum zum Himmeldonnergeier meldet Souschef Moschik einen Leichenfund nach dem anderen, wenn doch nie eine Leiche auffindbar ist?



1. Band der Fritz-Reichel-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Ich muss gestehen, es erschien mir durchaus plausibel, dass der arme Johann eine Leiche nach der anderen verschwinden lassen musste und ganz ehrlich, zugetraut hätte ich es ihm nicht, aber er hat das fast problemlos hinbekommen. In diesem Fall kann man wohl eindeutig sagen: Stille Wasser sind tief. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet, wobei hier mein Herz eindeutig für Protagonist Johann schlug, denn eigentlich, eigentlich will der unscheinbare junge Mann nur eines: wie Bruce Willis sein, aber beweisen tut er sich auf ganz eigene Art und Weise und ehrlich, wenn ihr mal eine Leiche beseitigt haben wollt, wendet euch vertrauensvoll an ihn. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und kurzweilig zu lesen, sodass ich meinen Reader gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und das Buch in einem Rutsch lesen musste, weil ich unbedingt wissen wollte, wie sich alles auflöst.

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50

26.07.2015

„Eine chaotische, aber liebenswerte Familie”

Audrey Turner und ihre Familie sind auf den ersten Blick eine ganz normale Familie, doch nur auf den ersten Blick. Vater Chris ist Steuerberater und verdient somit den Lebensunterhalt für alle. Er liebt seine Frau und seine Familie abgöttisch, hat jedoch relativ wenig zu sagen - was ihm aber nur recht zu sein scheint. Mutter Anne hingegen ist ganz klar diejenige, die die Hosen an hat. Sie ist Daily-Mail-süchtig und sobald sie dort wieder einen weltbewegenden Artikel liest, muss ihre Familie das Ganze ausbaden. Dann ist da noch Frank, einer von Audreys Brüdern, der den ganzen Tag am Computer verbringen könnte und sich seine Zukunft in dieser Spielebranche erhofft, immerhin sind die Preisgelder teils verdammt hoch. Felix ist das Nesthäkchen der Familie, ein drolliges Kerlchen, das eigentlich immer für gute Laune sorgt und dann gibt es da noch Audrey.


Auf den ersten Blick ist Audrey ein ganz normaler Teenager. Sie ist groß, schlank und trägt immer und überall eine Sonnenbrille. Diese Sonnenbrille bzw. das, was dahinter steckt, ist es, was sie von anderen Mädchen ihres Alters unterscheidet. Durch die Grausamkeit ihrer Mitschülerinnen erlitt Audrey einen Zusammenbruch und ist seitdem nicht mehr in der Lage, in die Schule zu gehen. Überhaupt hat sich ihr gesamtes Leben von Grund auf verändert, denn Audrey kann nicht mal mehr wirklich das Haus verlassen, ohne dass sie riskiert, eine Panikattacke zu bekommen. Zwar sie ihre Therapeutin besuchen, aber das ist auch schon alles, was sie außerhalb der heimischen Wände tun kann. Nur Zuhause, im Kreise ihrer Familie, ist es ihr derzeit möglich, ein fast normales Leben zu führen (mal abgesehen von der Sonnenbrille).


Als ihr Bruder Frank eines Tages seinen Freund Linus mit in den Turner-Haushalt bringt, geschieht das, was alle befürchtet haben - Audrey erleidet eine Panikattacke. Doch Frank braucht unbedingt Linus, beide wollen an einem Spielewettbewerb teilnehmen und müssen dafür trainieren, sodass er seine Schwester inständig bittet, es wenigstens zu versuchen irgendwie möglich zu machen, dass Linus Frank besuchen kann. Auch Audreys Therapeutin ist der Meinung, dass das junge Mädchen mehr aus sich herauskommen muss, sodass sie ihr die Aufgabe stellt, ihren Alltag mit einer Kamera festzuhalten, was zu überaus interessanten Ausschnitten aus dem Leben der Familie Turner führt. In der Tat gelingt es Audrey, Schritt für Schritt Linus zu akzeptieren, ohne eine Panikattacke zu erleiden. Doch dann liest ihre Mutter einen Artikel in der Daily Mail und ist felsenfest davon überzeugt, dass Frank computersüchtig ist und verbietet ihm weitere Computerspiele. Frank ist davon wenig angetan, muss er doch für den Wettkampf trainieren und Linus kommt doch nur wegen des Trainings zu den Turners und das ausgerechnet jetzt, wo Audrey solche Fortschritte getan hat. Wird es Frank gelingen, die Meinung seiner Mutter zu ändern?



Eine chaotische, aber liebenswerte Familie! Der Plot wurde chaotisch-realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie die Autorin es geschafft hat, dieses ernste und an sich traurige Thema von Panikattacken bei Jugendlichen in einen locker-witzigen Familienroman zu verpacken. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Im Besonderen ist mir hier Mutter Anne ans Herz gewachsen, die definitiv das Familienoberhaupt ist und immer in Sorge um ihre Liebsten und dabei noch mehr Chaos verbreitet, als ohnehin in einem problembehafteten 5-Personen-Haushalt schon vorhanden ist. Die Sprecherin, Maria Koschny, schaffte es mit viel Einfühlungsvermögen und einer starken Prise Ironie dafür zu sorgen, dass ich das Hörbuch gar nicht mehr abschalten wollte, denn ich war regelrecht gefangen in den chaotischen Erlebnissen rund um Audrey und ihre Familie.

buch

Die Überlebenden

Alexandra Bracken

EUR 12,99 *
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40

26.07.2015

„1. Band der Überlebenden-Trilogie”

IAAN, kurz für Idiopathische Adoleszente Akute Neurodegeneration, heißt die Seuche, die eine ganze Generation Jugendliche in den USA umbringt. Die Kinder sterben plötzlich und unerwartet - es gibt kein Heilmittel. Nur ein sehr geringer Prozentsatz überlebt diese Krankheit - doch damit beginnt ihr Martyrium, denn wer überlebt, entwickelt mentale oder körperliche Fähigkeiten, die denen der Erwachsenen weit überlegen sind. Diese Kinder sind gefährlich für die Gesellschaft und werden weggesperrt. Ruby ist ein solches Kind. Bis zu ihrem 10. Geburtstag war ihre Welt in Ordnung. Sie lebte zusammen mit ihren Eltern, ihr Vater ist Polizist und ihre Mutter Geschichtslehrerin, in einer Kleinstadt und bis zum Ausbruch der Seuche war alles, wie es sein sollte. Rubys Eltern fürchteten sich vor dem 10. Geburtstag ihres Kindes - ist das doch das Lebensjahr, wo sich eventuelle Fähigkeiten ausbilden. Tatsächlich geschieht es in der Nacht zu ihrem 10. Geburtstag - Rubys besondere Gabe zeigt sich. Sie wird gefangen genommen und den Psi Special Forces übergeben und in ein Lager gebracht. Sie ist nicht allein, in dem Transport sind noch viele andere Kinder und Jugendliche, doch mit 10 Jahren ist sie eine der Jüngsten. In dem Lager werden sie, entsprechend ihrer Fähigkeiten, in verschiedene Farbgruppen eingeteilt: Grün, Blau, Gelb, Orange und Rot. Ruby selbst wird als Grün klassifiziert, was sie weniger gefährlich macht, als Orange und Rot. In ihrer Baracke wird sie von Samantha Dahl, einer älteren Grünen, in Obhut genommen. Für die nächsten fünf Jahre kümmert sie sich mehr oder weniger um die kleine Ruby.


Im Lager Thurmond müssen die Kinder und Jugendlichen verschiedene Arbeiten verrichten, welche hauptsächlich darauf abzielen, sie zu beschäftigen. An Flucht ist nicht zu denken, zu stark sind die Waffen der Bewacher und die Strafen allein für Widerworte sind drakonisch. Durch den Einsatz einer Calm Control (welche ein Geräusch ausstößt, welches nur die Jugendlichen mit paranormalen Fähigkeiten hören könne) zieht sich Ruby eine Verletzung zu. Auf der Krankenstation lernt Ruby Dr. Cate Begbie kennen, welche ehrenamtlich für die sogenannte Leda Corporation arbeitet und demnach auch ehrenamtlich in dem Lager. Eben jene Dr. Begbie macht ihr klar, dass sie in großer Gefahr schwebt, denn die Calm Control wurde so eingestellt, dass nur Rote, Gelbe und Orange derart heftig auf sie reagieren - und Rote, Gelbe und Orange gibt es in Thurmond nicht mehr, sie wurden vor Jahren, da sie zu gefährlich waren, weggeschafft. Nun ist Rubys Geheimnis in Gefahr, denn sie ist gar keine Grüne, sondern eine Orange, die es auf Grund ihrer mentalen Fähigkeiten bei der Klassifizierung geschafft hat, den Arzt zu täuschen.


Mit Hilfe von Dr. Begbie gelingt ihr die Flucht aus Thurmond, denn in Wirklichkeit ist Cate Mitglied bei der Children´s League, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Wahrheit über die internierten Kinder zu publizieren. Ruby war in größter Gefahr ebenfalls beseitigt zu werden, sodass die League sich dazu entschlossen hat, sie herauszuholen. Ebenso ein Junge namens Martin, der in dem gleichen Lager gefangen gehalten wurde. Ruby ist sich nicht sicher, was sie davon halten soll, doch als sie Rob, ebenfalls Mitglied bei der League kennenlernt, ist sie sich nicht sicher, ob sie bei der League bleiben soll, denn was sie in seinem Kopf sieht, lässt sämtliche Alarmglocken in ihr schrillen. Tatsächlich gelingt es ihr, der League zu entwischen und sie kann sich bei einem kleinen Mädchen in einem Auto verstecken. Kurz darauf kommen Freunde des Mädchens und entdecken die League und ergreifen in dem Auto die Flucht - mit Ruby als unbekanntem Passagier an Bord. Später stellt sich heraus, dass es sich bei den Jugendlichen um Suzume "Zu", Liam "Lee" und Charles "Chubs" handelt, welche ebenfalls aus einem Lager geflohen sind und auf der Suche nach "Dem Flüchtling" und einem Ort namens "East River" sind. Wider erwartend darf Ruby nach ihrer Entdeckung bei der Gruppe bleiben und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach "East River", verfolgt von der League und Skiptracern (Kopfgeldjägern). Werden sie "Den Flüchtling" finden oder werden sie vorher von ihren Verfolgern aufgespürt? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt ...



Der 1. Band der Überlebenden-Trilogie! Der Plot wurde authentisch und düster erarbeitet. Ich muss gestehen, allein die Vorstellung, dass eine ganze Generation von Menschen (hier in den USA) bis auf einen kleinen Prozentsatz stirbt und die Überlebenden weggesperrt werden, empfinde ich als ausgesprochen erschrecken, ebenso die Tatsache, dass dies von der Mehrheit der Bevölkerung so hingenommen wird - es sind immerhin ihre Kinder. Die Figuren wurden realistisch erarbeitet, wobei hier mein Liebling ganz klar "Lee" heißt, denn er ist nicht gewillt, sein Schicksal einfach anzunehmen, sondern will zurück zu seiner Familie, koste es was es wolle. Leider bin ich nicht so richtig mit der Figur der Ruby warm geworden - in ihr steckt so viel und dennoch ist sie teils sehr zögerlich. Ich hoffe, dass sich das im zweiten Band der Trilogie ändert und sie mehr aus sich herausgeht. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, sodass ich mich schon sehr auf die Fortsetzung "Furchtlose Liebe" freue, denn ich möchte schon wissen, wie es mit Lee, Ruby und den anderen weitergeht.

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Das große Schweigen

Katja Montejano

EUR 9,90 *
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50

20.07.2015

„ATME, SOLANGE DU NOCH KANNST! (S. 41)”

Es scheint ein ganz normaler Arbeitstag in der Anwaltskanzlei Bouillé & Partner AG zu sein. Wie immer herrscht geschäftiges Treiben und wichtige Termine stehen an und bekanntlich haben Anwälte ja nie Zeit. Dennoch möchte Ruth Schneider gerne den Chef Ferdinand Bouillé sprechen, hat sie doch früher für dessen Vater Jacques gearbeitet. Eigentlich hat Ferdinand dafür so gar keine Zeit, aber dennoch nimmt er sich diese, um die Frau anzuhören. Tatsächlich will Ruth Schneider nur eines von Ferdinand - die Adresse von seinem Vater. Als Ferdinand nicht gewillt ist, ihrem Anliegen zu entsprechen, greift die alte Frau ihn an und verwundet ihn schwer. Anschließend stürzt sie sich aus dem Fenster.


Primrose ist Ferdinands Tochter und eher das, was man als unkonventionell bezeichnen kann. Die 37-jährige war Polizistin gewesen, hat diesen Job aber an den Nagel gehängt und arbeitet in der Kanzlei ihres Vaters als Detektivin, wobei dies eher nicht ihre wirkliche Tätigkeit beschreibt, denn im Großen und Ganzen schafft sie Informationen ran und das nicht immer legal. Noch dazu trägt sie als Frau eine Glatze, wodurch sie immer auffällt. Aber so auffällig ihr Äußeres ist, so hat sie doch ganz konventionelle Wünsche - den Mann fürs Leben finden und eine Familie gründen, wobei sie weiß, dass sie dafür nicht mehr viel Zeit hat. Noch dazu hat Primrose so ihre privaten Sorgen. Vor zehn Jahren beging ihre Mutter Selbstmord und erst am Abend zuvor hat ihr Vater ihr eröffnet, dass er eine ihr Unbekannte heiraten will. Bisher hatte es Primrose immer geschafft, die jeweiligen Freundinnen ihres Vaters zu vergraulen, aber hier wird sie vor vollendete Tatsachen gestellt. Vater und Tochter hatten daraufhin einen großen Streit und seitdem hat sie nichts mehr von ihm gehört, was recht ungewöhnlich ist, da ihr Vater in solchen Situationen gewöhnlich um des lieben Friedens willen einlenkt.


An diesem Morgen steht jedoch ihr Ex-Freund Oliver Riss vor der Tür. Die Trennung war für Primrose sehr schwer gewesen, denn Oliver hatte sie betrogen und ist jetzt mit dieser Affäre verheiratet und sie erwartet auch noch Zwillinge. Doch Oliver ist nicht als Ex-Freund zu ihr gekommen, sondern in seiner Funktion als Kriminalbeamter, um sie vom Mordanschlag auf ihren Vater zu informieren. Primrose ist am Boden zerstört, kann sie sich doch nicht erklären, wer einen Grund gehabt hätte, ihren Vater zu ermorden. Im Spital trifft sie auf Luc Merz, ihren eigenen Nachfolger bei der Polizei, der mit den Ermittlungen betraut wurde. Dieser kann ihr sagen, dass es sich bei der Täterin tatsächlich um die 66-jährige Ruth Arzner handelte, doch auch er kann sich keinen Reim auf das Motiv machen. Primrose beschließt, mit ihren eigenen Leuten zu ermitteln und tatsächlich scheint mehr hinter dem Anschlag zu stecken, als es auf den ersten Blick erscheint, denn fast unmittelbar nach dem Anschlag erhält sie Droh-SMS von einer unbekannten Nummer. Mit Luc macht sie einen Deal - beide ermitteln mit ihren eigenen Leuten und berichten von den jeweiligen Ergebnissen. Doch dann wird ein weiterer Mensch in Prims Umfeld ermordet - und dies ist erst der Anfang eines blutigen Feldzuges ...



ATME, SOLANGE DU NOCH KANNST! (S. 41) Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Erst nach und nach stellt sich heraus, warum es zu diesen Morden kam und dass das Motiv dafür lange in der Vergangenheit zu suchen ist. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders ins Herz geschlossen habe ich die Figur der Primrose und des Luc, denn beide haben mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen und dennoch setzen sie alles daran, hinter das Geheimnis zu kommen, denn beide wissen, solange das nicht geklärt ist, kann jeder von ihnen der nächste sein. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd beschreiben, ich konnte und wollte das Buch einfach nicht aus der Hand legen, ich war förmlich wie im Rausch und musste wissen, wie es sich auflöst und ganz ehrlich, ich wäre auf diese faszinierende Täter-/Opferkonstellation nicht gekommen. Jetzt hoffe ich natürlich, dass es bald weitere Bücher der Autorin geben wird.

buch

Der Totenzeichner

Veit Etzold

EUR 9,99 *
auf Merkliste

40

19.07.2015

„4. Band der Clara-Vidalis-Reihe”

Etwa drei Wochen sind seit dem letzten Fall von Clara Vidalis, Chefin der Abteilung für Pathopsychologie am LKA Berlin, vergangen, in welchem sie den Todeswächter stellen konnte. Nach diesem Fall brauchte sie unbedingt Urlaub, um diesen emotional sehr aufwühlenden Fall zu verarbeiten, doch nicht nur das. Auch die Sache mit Dr. Martin "MacDeath" Friedrich schwebt noch über ihr - war es eine einmalige Sache zwischen ihnen oder ist da mehr? Doch bereits an ihrem ersten Arbeitstag nach ihrem Urlaub wird sie zu einem neuen Tatort gerufen. Bei dem Opfer handelt es sich um Stephan Schiller, dem Boss der Deathguard Chapters Berlin, welcher brutal ermordet und dem noch zu Lebzeiten sein Herz aus dem Körper geschnitten wurde. Schiller, obwohl er mehr Feinde als Freunde hatte, hat auf einen Bodyguard verzichtet - hatte er doch immer seinen Kampfhund an seiner Seite. Auch dieser wird am Tatort gefunden - tot. Augenscheinlich hat der Mörder diesen ohne Waffen, sondern lediglich mit einem Kugelschreiber, getötet. Was ist das für ein Mensch, der zu so etwas in der Lage ist?


Die Ermittlungen in Schillers Umfeld bringen keinen wirklichen Fortschritt. Sicher ist, dass seine Gang nach dem Mörder suchen wird und wenn sie ihn gefunden haben, ihn sicher nicht der Polizei ausliefern werden, aber eine wirklich heiße Spur ist nicht dabei. Doch MacDeath fallen Zeichen an der Leiche auf, die er wohl schon irgendwo mal gesehen hat, nur kommt er nicht darauf, wo. Später stößt MacDeath in seinen Unterlagen auf eben jene Runen, die auch Schiller eingeritzt wurden und ein schrecklicher Verdacht reift bei Clara und ihrem Team heran. Denn vor zehn Jahren trieb in den USA ein Serienmörder sein Unwesen - der "Angel of Death". Dieser tötete mehrere Menschen, ritzte ihnen allerdings vorher noch besagte Runen ein und entnahm den noch lebenden Opfern ihre Herzen.


MacDeath nimmt Kontakt zu seinem früheren Mentoren beim FBI auf und tatsächlich scheint es so, dass besagter "Angel of Death" seine Mordserie von einem Tag auf den anderen beendet - warum konnte nie geklärt werden, auch nicht, ob er verstorben oder in Haft ist. Tatsache ist, dass dieser Killer an allen Tatorten DNA hinterlassen hat, diese jedoch in keiner Datenbank verzeichnet ist - er ist wie ein Phantom. Ist besagter "Angel of Death" nunmehr in Berlin und treibt hier sein Unwesen oder handelt es sich um einen geschickten Nachahmer? Dann stößt ausgerechnet MacDeath bei einem Workshop auf ein Leichenteil, das ebenfalls die Runen aufweist. Kann es sein, dass sie durch dieses eine Leichenteil endlich die Spur des Killers zurückverfolgen können?



Der 4. Band der Clara-Vidalis-Reihe! Der Plot wurde authentisch und spannend erarbeitet. Ich muss gestehen, besonders hat mir in diesem Band gefallen, dass die Figur des "MacDeath" einen größeren Part bekommen hat, denn dieser überaus smarte und charmante Profiler ist in meinen Augen auf jeden Fall ein Sympathieträger. Allerdings habe ich hier doch ein wenig mein geliebtes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Clara Vidalis und dem Killer vermisst. Die Figuren wurden wieder authentisch erarbeitet, wobei hier mein Liebling ganz klar "MacDeath" heißt, wobei ich allerdings realistisch gesehen zugeben muss, dass dieser Mann wohl zu gut ist, um wahr zu sein - aber man wird ja noch täumen dürfen, oder? Den Schreibstil wurde spannend erarbeitet, sodass sich abschließend sagen kann, dass mir das Buch angenehme Lesestunden bereitet hat und ich mich auf den nächsten Fall von Clara Vidalis jetzt schon freue.

buch

Todeswächter

Veit Etzold

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

19.07.2015

„3. Band der Clara-Vidalis-Reihe”

Clara Vidalis ist Chefin der Abteilung für Pathopsychologie am LKA Berlin und ihr Job ist es, die schlimmsten und grausamsten Killer Berlins zu jagen und zu stellen. Clara ist tough in ihrem Job, doch nachts, nachts suchen sie die Alpträume des Tages ein. Doch ein Wechsel ist für sie nicht denkbar. An einem heißen Junitag wird sie zu einem Tatort gerufen. In einer Privatwohnung wird die Leiche einer Frau gefunden. Sie wurde mit einer Maske erstickt und ist bereits seit 2 - 3 Tagen tot. Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus, denn die Leiche wurde nach ihrer Ermordung hergerichtet - was ein Merkmal des Undoing ist. Bei dem Opfer handelt es sich um Barbara Färber. Ihr Mann Jochen Färber, ein Polizeibeamter, befindet sich im Urlaub, deswegen wurde sie noch nicht als vermisst gemeldet, wobei den Ermittlern schon merkwürdig vorkommt, dass nur er in den Urlaub gefahren ist, ohne seine Frau. Später stellt sich heraus, dass Barbara eine Affäre hatte, doch von Jochen fehlt nach wie vor jede Spur. Hat er seine Frau ermordet und ist dann geflüchtet?


Tatsächlich deutet alles auf den Ehemann als Mörder hin, denn seine Fingerabdrücke befinden sich auf der Maske, durch die seine Frau zu Tode kam und laut seiner Akte war er in polizeipsychologischer Behandlung. Barbara selbst wird als narzisstisch beschrieben. Eigentlich sieht alles nach einem glasklaren Fall aus, doch wird kurz darauf die Leiche einer alten Frau gefunden. Diese wurde erhängt und auch dieser Leichnam weist Zeichen des Undoing auf. Was die beiden Opfer jedoch miteinander verbindet ist eine Münze. Die Leiche der alten Frau, welche sich später als Martha Gerling herausstellt, hatte eine alte Münze unter der Zunge und auch am Tatort von Barbara Färber wurde eine solche Münze aufgefunden. Martha selbst wurden von ihrem Sohn Andreas als vermisst gemeldet, doch merkwürdig ist, dass ihr anderer Sohn Gerhard ebenfalls wie vom Erdboden verschwunden ist.


Mit Hilfe von Dr. Martin "MacDeath" Friedrich versucht Clara, ein Profil des Killers zu erarbeiten, denn es ist auffällig, dass bei jedem bisherigen Opfer eine Münze gefunden wurden und die Anzeichen des Undoing und das jeweils ein Familienmitglied spurlos verschwunden ist. Auch wenn alle Opfer augenscheinlich nichts miteinander zu tun hatten, ihre Todesarten weisen auf eine Verbindung hin. Handelt es sich bei dem Täter um einen oder sind mehrere am Werk? Wie viele Menschen müssen noch sterben, ehe sie ein klares Täterprofil haben und ihm auf die Schliche kommen. Dann wird ein drittes Opfer gefunden, doch dieses starb anders als die bisherigen ...



Der 3. Band der Clara-Vidalis-Reihe! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass sowohl die Ermittler, wie auch der Leser lange im Dunkeln tappen, was sich wirklich hinter dieser Mordserie verbirgt und die Auflösung ist bis zum Schluss offen und ganz ehrlich - ich kann sogar den Täter ein Stück weit verstehen bzw. verstehen, wie es dazu kam, dass diese Menschen sterben "mussten". Die Figuren wurden wieder facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei ich mich in diesem Band ganz schlecht entscheiden kann, wer meine liebste Figur war: Clara, MacDeath oder gar der Täter? Alle hatten etwas unheimlich einnehmendes an sich, was meinerseits für alle drei Sympathien hervorbrachte. Den Schreibstil kann ich nur als überaus spannend und fesselnd beschreiben, sodass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt hätte.

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