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Kerstin Stutzke aus Berlin Unsere Top-BuchhändlerInnen

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Wenn nur Träume Hoffnung schenken

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 31.10.2016

Es wird das Jahr 2143 geschrieben und die Welt hat sich nicht zum Positiven gewandelt. Tatsächlich wurde der gesellschaftliche Schnitt auf Grund diverser Unruhen und auch Klimaveränderungen immer drastischer, sodass es eigentlich nur noch Reiche und/oder Mächtige gibt und die Armen. So etwas wie eine Mittelschicht gibt es nicht mehr und während es sich die Oberschicht gutgehen lässt, kämpft die Unterschicht täglich ums Überleben. Doch etwas eint diese unterschiedlichen Menschen - das Erinnerungssurfen. Für die Obersicht ist es ein netter Zeitvertreib, Orte zu besuchen, an denen sie noch nie waren und diese faktisch durch die Erinnerungen eines anderen zu erleben - für die Unterschicht ist es die einzige Fluchtmöglichkeit aus der Realität.

Natürlich stehen die entsprechenden Erinnerungschips der Unterschicht nicht einfach so zur Verfügung. Hier boomt der Schwarzmarkt und ganze Diebesbanden sind damit beschäftigt, immer wieder neue zu stehlen, um für Nachschub zu sorgen und ehrlich, es geht auch nicht immer darum, an exotische Orte zu reisen, nein, denn tatsächlich kann man seine eigenen Erinnerungen archivieren und so aufbewahren. Eine faszinierende Möglichkeit, vor allem, wenn es an sich Dinge sind, die man lieber vergessen sollte. So geschieht es mitunter, dass einige dieser Erinnerungschips brandgefährlich sind.

Seven ist ein solcher Dieb und er ist verdammt gut in seinem Job. Bisher wurde er noch nie geschnappt und trotz seines jungen Alters hat er schon so manchen Diebescoup gelandet. Seven selbst ist ebenfalls regelmäßiger Konsument des Erinnerungssurfens, denn auch für ihn ist es die einzige Möglichkeit, dem tristen Alltag des täglichen Überlebens zu entkommen. So besitzt er zum Beispiel von jedem Chip, den er bisher gestohlen hat, eine Kopie. Sein derzeitiger Auftrag ist ausgesprochen knifflig - er soll in ein extrem gut bewachtes Haus in London einbrechen und dort einen ganz bestimmten Chip entwenden. Tatsächlich glückt ihm der Einstieg in das Haus, doch er wird von der Tochter des Hauses, der 16-jährigen Alba, überrascht. Doch anstatt ihn zu verraten, hilft sie ihm sogar bei seinem Coup - unter einer Bedingung: er wird sie Erinnerungen surfen lassen, denn dem gut behüteten jungen Mädchen war dies bisher immer untersagt worden und Teenager wie sie ist, will sie endlich aus ihrem goldenen Käfig ausbrechen. Ohne es zu ahnen, bringen sie mit dieser, eigentlich nur sie beide betreffenden Abmachung, ein ganzes System ins Schwanken ...


Wenn nur Träume Hoffnung schenken! Der Plot wurde anschaulich und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut fand ich herausgearbeitet, wie sich die gesellschaftlichen Strukturen in den Jahren entwickelt haben und dass es tatsächlich nur noch zwei Gesellschaftsschichten gibt, die sich extrem voneinander unterscheiden. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet und verfügen über einen hohen Wiedererkennungswert. Faszinierend empfand ich die Figur des Seven erarbeitet, denn auch wenn er noch so abgebrüht erscheint, hat er in sich dennoch einen emphatischen Kern, denn er erkennt die Not Albas, die einmal aus dem System ausbrechen will und er ist bereit Kopf und Kragen zu riskieren, um ihr diesen Wunsch zu erfüllen - zumal er es ihr versprochen hat und ihr schuldet. Den Schreibstil empfand ich spannend erarbeitet, sodass ich förmlich durch das Buch geflogen bin. Allerdings muss ich sagen, dass ich vom Ende des Buches etwas enttäuscht bin, sodass es hier meinerseits zu einem Punkteabzug kommt, denn auch im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass die Autorin einfach nur schnell zu einem Ende kommen wollte, was ich sehr schade fand.

Alba & Seven
von Natasha Ngan
(11)
Buch
17,99

4. Band der Young-Sherlock-Holmes-Reihe

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 31.10.2016

Endlich ist es dem jungen Sherlock Holmes gelungen, die Haushälterin seines Onkels, Ms Eglantine, in ihre Schranken und von Holmes Manor zu verweisen. Diesen Schritt scheute sein Onkel lange Zeit, denn Ms Eglantine wusste Dinge über die Familie Holmes, die, wenn sie an die Öffentlichkeit geraten, durchaus dem guten Ruf der Familie schaden können. Auch Sherlock wusste bisher nichts davon, doch er trägt die Erkenntnisse mit Fassung. Nun ist Familie Holmes endlich befreit von Ms Eglantine und als Sherlock diese freudige Nachricht seinem Lehrer Amyus Crowe überbringen will, findet er dessen Haus verlassen vor. Von ihm und seiner Tochter fehlt jede Spur.

Es scheint gar so, als hätte in dem Haus niemand in der letzten Zeit gelebt. Matty, der Sherlock begleitet hat, ist ebenfalls ratlos, was passiert sein könnte. Auch wenn Sherlock nicht weiß, was passiert ist, so weiß er jedoch, dass Crowe niemals ohne einen Abschied gegangen wäre. Es muss also etwas passiert sein! Tatsächlich finden Sherlock und Matty in dem augenscheinlich verlassenen Haus Hinweise, die ihnen eine klare Richtung vorgeben: Edinburgh.

Sherlock und Matty machen sich zusammen mit Rufus Stone auf den Weg, um nach den Crowes zu suchen, denn allen ist klar, dass sie in ernste Schwierigkeiten stecken, wenn ein Mann wie Amyus Crowe sich gezwungen sieht, unterzutauchen. Die Spur der beiden aufzunehmen ist gar nicht so einfach, denn noch immer ist nicht klar, warum sie sich verstecken müssen und wer überhaupt hinter ihnen her ist. Schnell steht für Sherlock jedoch fest, dass nicht nur er auf der Suche nach Crowe ist - seine Verfolger sind ihm ebenfalls dicht auf den Fersen. Nun ist es an Sherlock und seinen Freunden, schneller zu sein, als die anderen, um die Crowes in Sicherheit zu wissen ...


Der 4. Band der Young-Sherlock-Holmes-Reihe! Der Plot des Buches wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir hier gefallen, wie gerade die gesellschaftlichen Schichten im Schottland der damaligen Zeit dargestellt wurden, denn Sherlock kommt auch mit Gesetzlosen in Schottland in Kontakt. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet. Wieder hat mich die Figur des Sherlock entzückt, denn dieser analytisch denkende junge Mann ist gewillt, sich selbst in Gefahr zu bringen, um Menschen, die ihm nahe stehen, in Sicherheit zu wissen. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.

Nur der Tod ist umsonst / Young Sherlock Holmes Bd.4
von Andrew Lane
(2)
Buch
9,99

2. Band der Blätterrauschen-Reihe

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 31.10.2016

Nach ihrer Zeitreise in das 23. Jahrhundert sind Oliver, Rosa und Iris wieder zurück in der Gegenwart. Erinnern können Sie sich an ihre Reise nicht, höchstens in ihren Träumen bekommen sie kleine Einblicke in diese Zeit, doch ein wirkliches Erinnern ist es nicht. Allerdings erscheint ihnen seit kurzem ihr eigenes Leben etwas unreell. Es sind nur Kleinigkeiten, doch diese scheinen nicht mit ihren Erinnerungen überein zu stimmen. So ist zum Beispiel Olivers Bruder Thilo wieder zur Familie zurückgekehrt, doch sein Verhalten ist anders, als gewohnt. Auch Oliver selbst stellt Veränderungen fest - so hat er zum Beispiel keinen Heuschnupfen mehr und Iris soll eine Zahnspange bekommen, wovon vorher niemals die Rede war. Doch wenn auch einiges anders ist, so ist doch auch vieles beständig, so wie die Buchhandlung "Blätterrauschen" von Cornelia Eichfeld und der darin stattfindende Leseclub.

Zwar ist auch da nicht alles, wie in den Erinnerungen der Kinder, aber vielleicht irren sie sich ja. Die Kinder haben jedoch nicht viel Zeit, sich über die veränderten Umstände Gedanken zu machen, denn Cornelias Patentochter Lucia ist zu Besuch. Das New Yorker Mädchen sorgt für einigen Wirbel und Oliver ist etwas misstrauisch, denn er sieht, wie sie sich mit einem unbekannten Jungen trifft, der jedoch einen eher zwielichtigen Eindruck macht. Tatsächlich hat Lucia eine recht interessante Familiengeschichte. Sie wurde von einer Leihmutter ausgetragen und von dieser dann auch adoptiert. Wer ihre biologischen Eltern sind, weiß sie nicht. Lucia schließt sich ebenfalls dem Leseclub an. Jedes Mitglied des Leseclubs besitzt dort einen eigenen Bonsai. Als diese umgetopft werden müssen, sind Oliver, Rosa, Iris und Lucia zufällig im Geräteschuppen. Zu diesem Zeitpunkt herrscht ein starker Strom und als sie wieder aus dem Schuppen treten, befinden sie sich urplötzlich in Berlin im Jahr 1891, genauer gesagt im Dezember 1891.

Schnell offenbart Lucia, dass sie eine Zeitreiseschülerin aus dem 23. Jahrhundert ist. Sie wollte eigentlich in den Schuppen, der als Portal dient, um für kurze Zeit in ihre Zeit zurückzukehren, doch durch einen Unfall landeten alle in der Vergangenheit. Lucia hat ein Gerät dabei, mit dem sie geortet werden kann, also müssen die Kinder nur zusammenbleiben, bis Hilfe kommt. Zum Glück hat Lucia ein Zeitreise-Überlebenstraining absolviert, sodass es ihnen möglich sein sollte, unerkannt unterzutauchen, bis Rettung kommt. In einer Zeitung entdeckt Literatur-Junkie Iris, dass Mark Twain zu diesem Zeitpunkt in der Stadt ist und sie will ihn unbedingt treffen. Gemeinschaftlich, sehr zum Unmut von Iris, sieht man von einem Treffen ab. Leider gelingt es der Gruppe nicht, zusammen zu bleiben, ja schlimmer noch, bis auf Iris werden die anderen inhaftiert. Ihnen gelingt jedoch mit viel Glück die Flucht, doch sie müssen unbedingt Iris wiederfinden, da sie ansonsten, wenn Rettung naht, zurückbleiben müsste. Die einzige Chance, sie in dieser großen Stadt ohne moderne Hilfsmittel zu finden ist Mark Twain, denn die Freunde wissen, wenn, dann wird Iris dorthin gehen und vielleicht, wenn sie sie gefunden haben, vielleicht können sie bei dem legendären Schriftsteller Hilfe finden, denn dieser galt ja schon immer als aufgeschlossener Mann seiner Zeit ...


Der 2. Band der Blätterrauschen-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Toll fand ich, dass der Plot den Leser dieses Mal in die Vergangenheit entführte und dann gleich noch zu einer historischen Persönlichkeit, die jeder (Buchnarr) bestimmt gerne mal getroffen hätte. Also ich hätte am liebsten mit einem der Kinder getauscht - man stelle sich nur vor: Mark Twain live und in Farbe ^^ Auch muss ich gestehen, bis dahin war mir nicht bewusst, dass Mark Twain Deutsch sprach. Die Figuren an sich wurden facettenreich erarbeitet. Mein Herz erobert hat wieder die Figur des Oliver, der es schafft, in jeder brenzligen Situation einen kühlen Kopf zu bewahren und seinem eigentlichen Alter weit voraus ist. Den Schreibstil empfand ich als sehr bildhaft erarbeitet, sodass ich jederzeit das Gefühl hatte, direkt vor Ort dabei gewesen zu sein. Nun bin ich sehr gespannt, ob es noch einen weiteren Band zu dieser Buchreihe geben wird, ich für meinen Teil würde mich sehr freuen.

Federflüstern / Zeitreise Bd.2
von Holly-Jane Rahlens
(7)
Buch
16,99

Nieder mit den Castings!

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 31.10.2016

In der Welt der Zukunft wird das Leben der Menschen durch Castings bestimmt. Es gibt die privilegierte Gesellschaft, die dem Konsum von Castingshows im Fernsehen frönt und es gibt die "normalen" Menschen, die ihren Lebensunterhalt durch Castings bestreiten. Wohnanspruch, Nahrung, Bildung - all das muss ercastet werden, denn einen Anspruch auf solche Luxusgüter hat niemand. Von klein auf wird die Gesellschaft in Castings gedrillt, angefangen mit Baby-Castings bis hin zu dem Lebensabschnitt, in dem man ausgecastet wird. Menschen, die körperlich oder geistig nicht mehr in der Lage sind, an Castings teilzunehmen, werden zur Zwangsarbeit in Fabriken gesteckt, wo sie für den Rest ihres Lebens für Nahrung und Unterkunft die Gewinne der Castingshows herstellen müssen.

Das System hat sich bewährt, niemand zweifelt an diesem, denn ist es nicht immer schon so gewesen? Lovis ist ein Teenager und bestreitet erfolgreich diverse Castings. Immerhin hat er derzeit einen 3-monatigen Wohnanspruch gewonnen, was viel wert ist, müsste er doch sonst in einem Park übernachten. Derzeit nimmt er an einem Casting teil, in dem es ein großes Essenspaket zu gewinnen gibt - und sich endlich mal wieder richtig satt zu essen, das wäre wundervoll. Jovis ist auf sich allein gestellt, denn seine Mutter wurde bereits vor einiger Zeit ausgecastet. Die Castings sind jedoch nicht kostenlos - nein, die Teilnehmer müssen eine Gebühr bezahlen, um an diesen teilnehmen zu können. Tatsächlich verhält es sich für Lovis so, dass er bei diesem bewussten Casting zwar ins Finale kommt, jedoch von einem Mädchen namens Jo besiegt wird. Dieser Sieg soll Lovis jedoch in Erinnerung bleiben, denn dieses ihm unbekannte Mädchen bietet ihm an, ihren Gewinn mit ihm zu teilen. Schnell schließen die beiden Freundschaft und Lovis lässt Jo heimlich bei sich übernachten (was auf gar keinen Fall gestattet ist) und fortan treten sie zusammen zu Castings an.

Während eines weiteren Castings (wo auch sonst) lernen die beiden ein Mädchen namens Schlawine kennen, die mit allen Wassern gewaschen ist und mit unter auch mal mogelt, um zu gewinnen. Die drei verstehen sich auf Anhieb, ebenso mit Quecke, einem weiteren Mädchen, dass sie durch ein Casting kennenlernen. Die vier treffen immer aufeinander, sind sie doch in derselben Tretmühle gefangen. Zwischen ihnen spinnt sich eine Freundschaft, die weit über Casting-Gefährten hinausgeht. Als die vier bei einem weiteren Casting einen Jungen namens Admiral Kahlo kennenlernen, ist die Gruppe komplett, doch ehrlich - sie haben sowas von die Nase voll von Castings, alle fünf. Immer wieder müssen sie kämpfen, immer wieder sich beweisen, nur um ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen und wenn sie es mal nicht schaffen, werden sie fallengelassen - und alles nur, um die Zuschauer an den Fernsehgeräten zu unterhalten. Die fünf beschließen, etwas Unruhe in die geordnete Castingwelt zu bringen und machen dabei eine überaus interessante Entdeckung - es gibt noch ein Leben außerhalb der Castings ...


Nieder mit den Castings! Der Plot wurde abwechslungsreich erarbeitet. Ich fand die Welt, die in diesem Buch erarbeitet wurde, ausgesprochen faszinierend, denn so etwas wie Familienverbände oder Gemeinschaften, gibt es nicht mehr und anstelle zu Arbeiten und damit die Wirtschaft voranzubringen, müssen die Menschen immer wieder gegeneinander antreten, um ihre Grundbedürfnisse zu stillen. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Besonders beeindruckt hat mich hier die Figur der Jo, die von sich aus den ersten Schritt getan hat und bereit war, ihr hart erkämpftes Essen mit einem Unterlegenen zu teilen, den sie bis dato überhaupt nicht kannte. Trotz all der widrigen Umstände, in denen sie lebt (und sie sind wirklich widrig), hat sie sich ein gutes Herz bewahrt. Besonders schön fand ich auch die Namen der Figuren, so zum Beispiel ein gewisser Herr Kon To oder eine gewisse Kami Katze. Den Schreibstil kann ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.

Casting
von Yvonne Richter
(6)
Buch
16,95

3. Band der Young-Sherlock-Holmes-Reihe

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 16.10.2016

Der Diogenes Club ist einer der beliebtesten Herrenclubs in London und dort Mitglied zu werden, ist gar nicht so einfach. Selbst Besucher müssen von einem Mitglied eingeladen werden, um dort Zutritt zu erhalten. Das besondere an diesem Club ist, dass dort Schweigen herrscht. Tatsächlich ist nur in Besucherzimmern das Gespräch gestattet, überall sonst herrscht Stille. Dementsprechend aufgeregt ist der junge Sherlock Holmes auch, als er auf Einladung seines Bruders Mycroft erstmals den Club besuchen darf. Begleitet wird er von seinem Lehrer Amyus Crowe.

Sherlock staunt jedoch nicht schlecht, als er in das Besucherzimmer geführt wird und dort seinen Bruder recht desorientiert vorfindet - und einen erstochenen Mann. In dem Raum befanden sich nachweislich nur die beiden und es gibt nur einen Ausgang - was also ist passiert? Die hinzugerufene Polizei verhaftet Mycroft, doch Sherlock weiß, dass sein Bruder den Mann nicht ermordet hat. Zusammen mit Crowe macht er sich auf die Suche nach Hinweisen und muss in der Tat feststellen, dass der Raum tatsächlich über keinerlei geheime Aus- oder Geheimgänge verfügt. So kommen die beiden nicht weiter - die Spur muss über das Opfer aufgenommen werden.

Zwar finden sie eine Visitenkarte des Opfers, doch eine schnelle Recherche in den umliegenden Druckereien ergibt, dass tatsächlich vor kurzem diese Karte gedruckt wurde - als Einzelkarte. Der Drucker kann noch aussagen, dass der Mann den Auftrag hatte, sich eine Karte machen zu lassen. Sherlock und Crowe nehmen die Spur auf und diese führt zu einer Schauspielgruppe, die in den nächsten Tagen nach Russland aufbrechen soll. Zufall? Wirklich merkwürdig wird es, denn Mycroft sollte diese Gruppe begleiten und auch Sherlock sollte mit dabei sein. So nimmt sich Sherlock der Aufgabe an herauszufinden, welcher Zusammenhang zwischen dieser Schauspielgruppe und dem Mord an dem Mann besteht. Doch Russland ist ein raues Land ...


Der 3. Band der Young-Sherlock-Holmes-Reihe! Der Plot wurde abwechslungsreich erarbeitet. In diesem Band muss der junge Sherlock Holmes in ein ihm völlig fremdes Land reisen, zusammen mit eher zwielichtigen Gestalten, um dort auf eigene Faust zu ermitteln, wer hinter der Verschwörung gegen seinen Bruder steckt. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Wieder besticht der junge Sherlock Holmes durch ein außerordentliches Anpassungsvermögen und einen gesunden Menschenverstand, die es ihm ermöglichen, hinter das Geheimnis der Verschwörung zu kommen. Der Schreibstil wurde spannend erarbeitet, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch tolle Lesestunden bereitet hat.

Eiskalter Tod / Young Sherlock Holmes Bd.3
von Andrew Lane
(2)
Buch
9,99

4. Band der Svea-Andersson-Reihe

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 16.10.2016

Nach den Ereignissen der letzten Zeit hat sich Svea definitiv Urlaub verdient und wie gut, dass gerade Ferien sind. Allerdings planen ihre Eltern keinen gemeinsamen Fern-, sondern eher einen Heimaturlaub und davon ist Svea wenig angetan. Noch schlimmer jedoch ist die Nachricht, dass ihr neuer Freund Alexander die nächste Zeit auch nicht mehr in der Nähe sein wird, da er zu seiner Oma fährt. Diese hatte sich verletzt und braucht Hilfe im Haushalt - und wo einer helfen kann, da können auch zwei helfen. So zumindest die Argumentation von Svea gegenüber ihren Eltern, die natürlich wenig angetan davon sind, dass ihre Tochter mit einem Jungen verreist. Zum Glück wird die Oma ein Auge auf die beiden haben, denn alleine würden ihre Eltern sie nie verreisen lassen.

Svea und Alexander werden von seiner Mutter zur Oma gebracht und Svea schaut nicht schlecht, als sie Alexanders Oma sieht, denn diese hat herzlich wenig mit der Frau zu tun, die sie sich vorgestellt hat. Tatsächlich verstehen sie sich auf Anhieb und Alexanders Oma ist tatsächlich so jung geblieben, dass sie den Jugendlichen klar macht, dass sie wirklich nur minimale Hilfe im Haushalt braucht, aber sie ansonsten ihren ersten gemeinsamen Urlaub genießen sollen. Svea ist überrascht, wie behände die Oma mit ihrem Gipsbein umgeht. Sie wohnt in einem kleinen Pförtnerhäuschen eines Gutshofes, doch so idyllisch das auch erscheint, der Schein trügt gewaltig. Vor kurzem wechselte der Gutsbesitzer und seitdem ist das Betreten des Gutshauses oder des direkten Geländes verboten. Alexanders Oma darf sich nur noch um die Grünflächen kümmern, doch für wie lange noch, dass weiß sie nicht. Sie weiß nur, dass sie mit ihrer Arbeit auch ihr Zuhause verlieren wird. Doch damit sollen sich die Kinder nicht auseinandersetzen und lieber ihre Zeit zu zweit genießen.

Natürlich lässt sich Svea die Erkundung des Gutsgeländes nicht entgehen. Zwar ist es nicht unbedingt erlaubt, aber wirklich behindert wird sie daran auch nicht, denn es gibt ja Wege hinauf. Dort lernt sie eine junge Frau, Nadja, kennen. Diese arbeitet dort, u. a. in einer Malerkolonne und scheint soweit jetzt nicht unglücklich zu sein, auch wenn Svea irritiert ist, denn immerhin sind ja Ferien. Sie versucht, mit Nadja ins Gespräch zu kommen und muss feststellen, dass Nadja keine Schwedin ist, denn sie können nur auf Englisch kommunizieren. Auch scheint Nadja nicht zu wissen, wo genau sie sich befindet, was Svea sehr merkwürdig findet. Überhaupt fallen Spürnase Svea so einige Ungereimtheiten auf, denen sie, auch gegen Alexanders Wunsch, nachgeht. Dabei macht sie eine erschreckende Entdeckung ...


Der 4. Band der Svea-Andersson-Reihe! Der Plot des Buches wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Dieser Band setzt sich intensiv mit der Thematik Menschenhandel und Zwangsarbeit auseinander und stellt die Situationen eines wohl behüteten Mädchens (Svea) gegenüber der Lage eines Menschenhändleropfers (Nadja). Ich muss sagen, ich hätte nicht gedacht, dass dieses sehr ernste Thema so harmonisch in ein Jugendbuch eingearbeitet werden könnte, doch der Autorin ist es gelungen. Sehr anschaulich beschreibt sie auch, unter welchen Umständen Opfer von Menschenhändlern "leben" müssen und wie sich die Situation mit der Rückzahlung der Transportkosten darstellt. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet. Besonders fasziniert hat mich in diesem Band die Figur der Nadja, denn diese wurde in sehr jungen Jahren Opfer eines Menschenhändlers und betrachtet dies dennoch als glückliche Fügung in ihrem Leben, denn da, wo sie herkam, war es mitunter noch viel schlimmer und sie geht auch, trotz all ihrer bisherigen Erlebnisse, davon aus, dass sie als Bedienung in einem westeuropäischen Land arbeiten wird. Etwas enttäuscht war ich von der Figur des Alexander, denn wie dieser in einigen Situationen reagiert hat, war mir unverständlich. Den Schreibstil empfand ich als fesselnd erarbeitet, ich konnte mich zwischendurch kaum von dem Buch lösen. Abschließend kann ich sagen, dass mir dieses Buch sehr schöne Lesestunden bereitet hat und bisher handelt es sich um meinen Lieblings-Band der Reihe.

Schutzlos / Svea Andersson Bd.4
von Ritta Jacobsson
(2)
Buch
10,95

3. Band der Svea-Andersson-Reihe

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 16.10.2016

Svea hat eine starke Persönlichkeit und diese braucht sie auch, denn in nächster Zeit muss sie gegen die Erpresser aus ihrer Schule aussagen. Sie ist nicht bereit, die Täter davonkommen zu lassen! Sie haben so viele Menschen geschädigt, ihnen muss ein Riegel vorgeschoben werden. Eigentlich ist Svea in ihrer Situation nicht allein, eigentlich!, denn immer mehr Opfer entschließen sich, keine Aussage machen zu wollen. Schnell muss Svea, die später Polizistin werden will, feststellen, dass Erpresser am Werk sind.

Doch es bleibt nicht bei Erpressungen. Als Svea eines abends mit ihrem Vater Joggen geht und ihn kurzfristig aus den Augen verliert, hat sie das Gefühl, dass sie verfolgt wird und tatsächlich ist dort jemand, der ihr folgt. Zu einer Konfrontation kommt es jedoch nicht und Svea vergisst den Vorfall beinahe, jedoch nur so lange, bis sie erfährt, dass im selben Waldgebiet ein Mädchen, dass ihr äußerlich ähnelt, zu dem Zeitpunkt, als Svea vor Ort war, schwer verletzt wurde. Ob sie überleben wird, steht nicht fest und in Svea kommt der Verdacht auf, dass der Täter es eigentlich auf sie abgesehen hatte.

Als wäre das nicht alles schlimm genug, wird gegen Svea auch noch massiv Cyber-Mobbing betrieben, was darin mündet, dass sie sich sogar eine neue E-Mail-Adresse zulegen muss. Doch da ist jemand, der es gut mit ihr zu meinen scheint, denn dieser "Liam" unterstützt sie (wenn auch in digitaler Form) und gibt ihr Tipps, wie sie mit der ganzen Situation umgehen soll. Tatsächlich ist Liam ihr in dieser Zeit eine große Stütze und Svea beginnt, sich in den Unbekannten zu verlieben, doch Svea lässt auch Vorsicht walten, im Gegensatz zu ihrer besten Freundin Jo. Auch diese hat im Internet einen interessanten Jungen kennengelernt und will sich im realen Leben mit ihm treffen. Svea ist alles andere als angetan von der Idee und beschließt, auf ihre Freundin (auch ohne deren Wissen) aufzupassen. Doch was sie dann erleben, damit hätte keine von ihnen gerechnet ...


Der 3. Band der Svea-Andersson-Reihe! Der Plot des Buches wurde spannend erarbeitet. Hier wird deutlich dargestellt, unter welchem Druck Schüler geraten können, wenn sie versuchen, sich selbst treu zu bleiben und das Richtige zu tun. Im Gegensatz zu den übrigen Beteiligten in der Geschichte, gibt Protagonistin Svea nicht dem Druck nach, sondern behauptet sich und muss auch noch ein Auge auf ihre beste Freundin haben, die sich in eine gefährliche Situation bringt. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Besonders hervor sticht wieder Protagonistin Svea, die sehr eigensinnig ist und die trotz Drohungen nicht davon abweicht, dass in ihren Augen richtige zu tun. Ihre beste Freundin Jo hingegen ist etwas naiv und vermag es im Taumel der Verliebtheit nicht, einen klaren Kopf zu bewahren. Sie ist das typische Teenager-Mädchen, das wir glaube ich alle kennen. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd beschreiben, sodass sich abschließend sagen kann, dass mir dieses Buch schöne Lesestunden bereitet hat.

Eiskalte Drohung / Svea Andersson Bd.3
von Ritta Jacobsson
(2)
Buch
10,95

3. Band der Commissario-Pavarotti-Reihe

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 16.10.2016

Drei Monate ist es her, dass Commissario Pavarotti versehentlich auf Lissie von Spiegel geschossen hat und sie schwer verwundete. Er selbst hadert seitdem mit seinem Leben, denn hat er nach diesem Affront überhaupt noch ein Recht auf sein Leben, wie er es bisher führte? Wäre es nicht für alle Beteiligte am besten, wenn er sein Leben beenden würde? Doch Lissie hat die Verletzung überlebt und Pavarotti hat sich geschworen, sich um sie zu kümmern, auch wenn er es noch nicht gewagt hat, sich ihr zu offenbaren. Zwar weiß sein Umfeld, was passiert ist, doch Lissie weiß von nichts. Körperlich hat sie ihre schweren Verletzungen gut überstanden, doch die Kugel hat Teile ihres Gehirns verletzt, sodass sie sich an die letzten Jahre ihres Lebens nicht mehr erinnern kann. Tatsächlich enden ihre eigenen Erinnerungen zu dem Zeitpunkt, als sie zum letzten Mal mit ihrem Vater Urlaub in Meran gemacht hat.

Lissie selbst weiß nicht so genau, wie es weitergehen soll, denn auch wenn sie jetzt nach drei Monaten aus dem Krankenhaus entlassen wird, weiß sie nicht wohin. Fest steht lediglich, dass sie keine eigene Familie hat, denn niemand entsprechendes hat sie besucht. Tatsächlich ist ihr Vater im Sommer 1990 verschwunden und ihre an Alzheimer erkrankte Mutter lebt in einem Heim in Deutschland. Lissie ist mehr oder weniger auf sich allein gestellt, auch wenn sich ein gewisser Luciano Pavarotti ihrer annimmt. Anscheinend verband sie etwas in der Vergangenheit, auch wenn Lissie sich das nicht so recht erklären kann, denn ihr ist der Mann völlig unbekannt. Doch Lissie war schon in jungen Jahren sehr eigensinnig und lässt sich, trotz ihrer derzeitigen Verfassung, nicht so leicht das Heft aus der Hand nehmen. In ihrem Portemonnaie hat sie ein Foto gefunden, das auf eine Reise nach Katharinaberg im Juli 1990 hinweist - der Sommer, in dem ihr Vater verstand. Lissie will herausfinden, was damals geschehen ist.

Tatsächlich hat Lissie Glück im Unglück, denn auch wenn sie mit diesem Pavarotti nicht viel anfangen kann, nimmt er sich ihrer an und nimmt sie sogar mit nach Katharinaberg. Dort wurde bei Bauarbeiten das Skelett eines Kindes gefunden und Pavarotti nimmt sich der Ermittlungen an. Pavarotti ahnt, um wessen Skelett es sich handelt, denn im Sommer 1997 ermittelte er vor Ort. Vor mittlerweile 20 Jahren verschwand der kleine, fast 3-jährige Johannes Zomba spurlos. Seinerzeit konnte Pavarotti weder Täter ermitteln, noch den kleinen Jungen finden. Nun scheint zumindest geklärt, was mit dem Kind geschah, denn die Anzeichen sprechen dafür, dass es ermordet wurde. Vor Ort wird Pavarotti nicht mit offenen Armen empfangen, eher das Gegenteil ist der Fall. Doch Pavarotti will herausfinden, was damals wirklich geschah, denn nachdem er nichts über das Schicksal des kleinen Johannes in Erfahrung bringen konnte, erstach die Kindesmutter den Kindsvater und brachte sich anschließend selbst um. Pavarotti weiß, dass er diese Tat hätte verhindern können - seit nunmehr 20 Jahren lebt er mit dieser Schuld. Nun will er wenigstens Johannes Gerechtigkeit widerfahren lassen. Lissie hat vor Ort leider nicht die Erleuchtung, die sie sich erhofft hatte - ihr Gedächtnis bleibt verschwunden. Doch ihre Neugierde ist geweckt und sie schlägt Pavarotti einen Deal vor - sie hilft ihm bei den Ermittlungen vor Ort, während er im Anschluss ihr dabei behilflich ist, das Verschwinden ihres Vaters aufzuklären. Es ist fast wie in alten Zeiten - doch noch weiß Lissie nicht, wer für ihre schweren Verletzungen verantwortlich war. Was wird geschehen, wenn sie es herausfindet und was geschah vor 20 Jahren in Katharinaberg?


Der 3. Band der Commissario-Pavarotti-Reihe! Der Plot wurde wieder spannend und abwechslungsreich erarbeitet. In diesem Band wurde der Handlungsort nach Katharinaberg, unweit von Meran, verlegt. Entzückt war ich dieses Mal dahingehend vom Plot, dass die Geschichte direkte Verbindungen zur Vergangenheit von Pavarotti und Lissie von Spiegel aufweist. Dadurch war es mir als Leser möglich, mir noch ein besseres Bild von den Figuren zu machen und ich kann nur sagen: Himmel, die Story hat es echt in sich! Die Figuren wurden facettenreich und realistisch erarbeitet. Dieses Mal habe ich sehr mit Commissario Pavarotti mit gehadert, dieser hatte es alles andere als leicht. Erst musste er um das Leben von Lissie bangen und weiß auch im Anschluss nicht, wie er ihr offenbaren soll, dass er für ihre Verletzungen verantwortlich ist und dann ist da noch die vermeintliche Schuld, die er im Zuge der nicht erfolgreichen Ermittlungen vor 20 Jahren auf sich geladen hat und die ein Drama ausgelöst hatten. Alles in allem hatte es Pavarotti emotional bisher nie so schwer wie in diesem Band und dennoch, ich als Leser habe ihn von einer Seite kennengelernt, die mir bisher verborgen blieb und ich kann nur sagen: ich bewundere diesen Mann, dass er dennoch immer weiter gemacht hat, obwohl Aufgeben die viel leichtere Option gewesen wäre. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd beschreiben, ich hatte ernste Problem, mich zwischendurch auch nur kurzfristig von dem Buch zu trennen, so sehr hatte mich der Schreibstil vereinnahmt. Abschließend kann ich sagen, dass mich dieser Band schier begeistert zurückgelassen hat und ich ganz schnell auf einen Nachfolgeband hoffe, weil ich unbedingt wissen muss, wie es mit Pavarotti und Lissie weitergeht.

Commissario Pavarotti spielt mit dem Tod
von Elisabeth Florin
(9)
Buch
12,90

2. Band der Arne-Larsen-Reihe

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 16.10.2016

Lea Zeisberg kehrt nach halbjähriger Unterbrechung wieder in den Schuldienst zurück. Mit gemischten Gefühlen tritt sie ihren ersten Arbeitstag an der Erich-Weinert-Grundschule in Prenzlauer Berg wieder an, denn dort ist ihr schreckliches widerfahren. Viel scheint sich in dem halben Jahr nicht zum Positiven verändert haben, denn noch bevor sie ihre erste Stunde geben kann, beobachtet sie ein gewaltsames Aufeinandertreffen zweier Jugendlicher. Ausgerechnet Kolja Grossmann ist in diese Auseinandersetzung verwickelt und dabei hatte Lea bisher einen sehr guten Eindruck von dem Jungen, den sie flüchtig über seine kleine Schwester Merle kennt, die sie unterrichtet. Leider scheint die kleine Merle in letzter Zeit des Öfteren krank zu sein, denn sie fehlt vermehrt. Gleiches trifft auch auf ihren Bruder zu. Lea findet das sehr merkwürdig und beginnt sich zu erkundigen, ob etwas im häuslichen Umfeld der Familie nicht in Ordnung ist, denn diese Fehlzeiten sind auffällig.

Arne Larsen hingegen hat ganz andere Sorgen. Der Neu-Berliner ist noch nicht so richtig in der Hauptstadt angekommen und auch seine Wohnsituation ist nicht so optimal, wie es anfänglich aussah. Er lebt in einer WG von 30ern - 40ern, doch es steht schnell fest: das WG-Leben ist so gar nichts für den Hauptkommissar. Auch sein letzter Fall lässt ihn einfach nicht los, noch immer plagen ihn schreckliche Alpträume. Man könnte glatt sagen, dass es nicht besonders rund läuft in seinem Leben und da macht die erste Begegnung mit seiner neuen Kollegin, Oberkommissarin Mayla Aslan, keine Ausnahme. Die Kriminalbeamtin ist alles andere als eine Sympathieträgerin und behandelt Arne eher wie ein unliebsames Anhängsel, denn einen Kollegen. Ihr erster gemeinsamer Tatort führt sie auf einen stillgelegten Friedhof, auf dem kürzlich eine Frauenleiche vergraben wurde, ein religiöser Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden.

Die engagierte Lehrerin Lea muss derweil feststellen, dass im Hause Grossmann so einiges im Argen zu sein scheint. Sie folgt dem Mädchen nach Hause, doch als sie klingt, meldet sich niemand - es scheint gar so, als wäre die gesamte Familie dabei, sich nach und nach von der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Lea ist ratlos, doch die Sorge um die kleine Merle lässt sie nicht los. Als sie in einem Aufsatzheft einen Hilferuf des Mädchens findet, weiß sie, dass sie nicht tatenlos zusehen kann. Sie versucht weiterhin, mit dem Mädchen in Kontakt zu treten, doch Merle erscheint nicht mehr in der Schule und auch in deren Zuhause trifft Lea niemanden an. Als in der Schule die Kriminalpolizei auftaucht, weiß Lea, dass sie zu spät kommt - man hat die Leiche der kleinen Merle gefunden. Auf eben jenem Friedhof, auf dem auch die Frau gefunden wurde und Merle wurde nachweislich ermordet. Wer hatte einen Grund, diesem kleinen Mädchen das Leben zu nehmen? Wer ist die unbekannte tote Frau und stehen die Leichenfunde womöglich in einem Zusammenhang und was ist mit Kolja, der seit einigen Tagen ebenfalls spurlos verschwunden ist?


Der 2. Band der Arne-Larsen-Reihe! Der Plot des Buches wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gefesselt haben mich die verschiedenen Handlungsstränge, denen ich fast zwanghaft gefolgt bin, weil ich unbedingt wissen wollte, wie diese unterschiedlichen Ausgangssituation zueinanderfinden und ganz ehrlich, ich war sowas von baff - schlicht und ergreifend begeistert denn dieser Plot hat einfach alles: Aktion, Spannung, Drama und und und. Mich hat er auf jeden Fall von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, sodass ich einen Großteil meines Nachtschlafes verpasst habe, aber ich musste das Buch einfach zu Ende lesen, ich konnte es nicht zur Seite legen. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Ich muss gestehen, dass mir Protagonist Arne Larsen mit unter schon etwas leidgetan hat - allein in einer fremden Stadt, ohne Freunde, neu im Job, aber nicht wirklich gut aufgenommen von den Kollegen und auch privat läuft es nicht wirklich rund für ihn. Doch Arne ist ein Stehaufmännchen, dass sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Die Figur der Lea fand ich wirklich bezaubernd erarbeitet, denn solch eine engagierte Persönlichkeit begegnet einem nur sehr selten und gerade im Hinblick auf ihre Vergangenheit muss ich sagen, ich ziehe meinen Hut vor dieser Frau. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd beschreiben, ich konnte und wollte mich nicht von dem Buch trennen, bis ich wusste, wie es endet. Nun hoffe ich natürlich, dass es bald einen Nachfolgeband geben wird, denn ich möchte unbedingt wissen, wie sich Arne in Berlin und vor allem in seinem neuen dienstlichen Wirkungskreis einlebt.

Wintertod / Kommissar Arne Larsen Bd.2
von Thomas Nommensen
(10)
Buch
9,99

3. Band der Joe-Kurtz-Trilogie

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 04.10.2016

*Rezension bezieht sich auf das Hörbuch*

Mittlerweile hat sich Joe Kurtz relativ gut in sein Leben "nach dem Knast" eingefügt. Nicht immer nimmt er es so genau mit dem Gesetz, doch bisher war ihm das Glück hold und er wurde nicht erwischt. Nach wie vor erfüllt er, so gut es ihm geht, seine Bewährungsauflagen, wozu auch gehört, dass er regelmäßig bei seiner Bewährungshelferin vorstellig wird. Doch der letzte Termin bei ihr endet in einem Drama. Durch Zufall befinden sich beide zusammen in der Tiefgarage, als auf sie geschossen wird. Joe wird von einem Streifschuss getroffen, doch seine Bewährungshelferin Peg O`Toole wird lebensgefährlich verletzt.


Noch im Krankenhaus macht Joe die Bekanntschaft mit Pegs Verlobtem, der außer sich vor Sorge ist um seine Zukünftige und schlimmer noch, es gibt keinerlei Aufnahmen von der Tat, denn Joe und Peg befanden sich in einem toten Winkel der Kameras. Besonders tragisch ist die Tatsache, dass ausgerechnet Pegs Verlobter für das Sicherheitssystem des Parkhauses verantwortlich ist. Joe ist sich nicht sicher, wem von ihnen beiden der Anschlag galt, muss jedoch davon ausgehen, dass er hätte sterben soll. Feinde hat er genug, doch welcher genau ist ihm mittlerweile so nah gekommen?


Besonders irritierend ist die Tatsache, dass ausgerechnet seine ärgsten Feinde Stein und Bein schwören, mit diesem Anschlag nichts zu tun gehabt zu haben. Joe ist sich nicht sicher, ob er ihnen glauben soll, doch muss er auch der Tatsache ins Auge sehen, dass er nur ein Zufallsopfer war und O`Toole das eigentliche Ziel war. Sicherlich betreut sie einige schwere Jungs, doch hat sie es sich mit jemandem so verscherzt, dass derjenige ihren Tod will? Kann das ganze eventuell etwas mit dem alten Vergnügungspark zu tun haben, den Joe in ihrem Auftrag ausfindig machen sollte, von dem sie Fotos dabei hatte? Während O`Toole um ihr Leben kämpft, begibt sich Joe auf die Suche nach dem geheimnisvollen Vergnügungspark, den O`Toole unbedingt ausfindig machen wollte, denn dieser hat irgendetwas mit der Vergangenheit der Bewährungshelferin zu tun und tatsächlich eröffnet sich dort ein Motiv ...



Der 3. Band der Joe-Kurtz-Trilogie! Der Plot des Abschlussbandes der Trilogie wurde extrem spannend erarbeitet. Besonders faszinierend empfand ich es, wie vielen Fährten Joe Kurtz nachgehen musste, um auf die richtige Spur zum Attentäter zu gelangen und ich war extrem überrascht, wie sich die Story aufgelöst hat. Die Figuren wurden realistisch erarbeitet. Interessant empfand ich, dass ich Joe Kurtz in diesem Band von einer ganz neuen Seite kennengelernt habe, denn dieser wirklich harte Hund hat auch eine sanftere Seite, denn das Schicksal seiner Bewährungshelferin lässt ihn alles andere als kalt und sobald es ihm auch nur halbwegs körperlich möglich ist, beginnt er nachzuforschen, wer es auf ihn oder sie abgesehen haben könnte. Sprecher Wilhelm vermochte es auch dieses Mal, mich mit seiner Interpretation des Buches voll und ganz in seinen Bann zu ziehen und mich bis zum Ende nicht mehr loszulassen. Auch vermochte er es, die actionreichen Szenen so hervorragend wiederzugeben, dass ich dermaßen gefesselt war, dass ich alles andere stehen und liegen lassen musste, um ihm voll und ganz zu lauschen.

Kalt wie Stahl
von Dan Simmons
(1)
Buch
13,95

 
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