Neukunde?

Hier starten

Erweiterte Suche
Name:
Kerstin Stutzke Top 100 Rezensent
Ort:
Berlin
Rezensionen:
539 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 58

nicht hilfreich: 7

Rang:
28

Kerstin Stutzkes Rezensionen

12
auf Merkliste

40

28.06.2015

„28. Band der Eve-Dallas-Reihe”

Es ist spät im Mai 2060 in New York und eigentlich steht Eve Dallas mit ihrem Ehemann Roarke in harten Verhandlungen, wie viel Urlaub man ggf. im Juli nehmen könnte, um mal so richtig auszuspannen, denn in den nächsten Tagen wird es sehr hektisch in ihrem Leben. Der Junggesellinnenabschied von Louise steht an und Eve hat sich überrumpeln lassen und zugestimmt, dass die Feier in ihrem Heim stattfindet. Roarke wird derweil den Junggesellenabschied mit Charles und seinen Freunden in Las Vegas feiern. Dann jedoch erhält Eve Dallas die Nachricht über einen Leichenfund. Vor Ort muss sie feststellen, dass es sich um die 33-jährige Amarylis "Ammy" Coltraine handelt, eine Polizistin eines anderen Reviers und die Freundin von Li Morris, dem Chefpathologen, der sich immer Eves Fälle annimmt und mit dem sie auch befreundet ist. Während ihre Partnerin Detective Delia Peabody weiter vor Ort Spuren sichert, übernimmt Eve die traurige Pflicht, ihrem Freund vom Tod seiner Freundin zu unterrichten.


Morris ist am Boden zerstört. Zwar hat er täglich mit dem Tod zu tun, doch rechnet wohl niemand damit, dass man selbst betroffen sein könnte. Mit viel Einfühlungsvermögen schafft es Eve, ihm Trost zu spenden und verspricht ihm, den Täter zur Strecke zu bringen. Doch wer hatte einen Grund Amarylis Coltraine umzubringen? Sicher, sie war Detective, allerdings in einem kleinen Revier und hatte hauptsächlich mit Einbrüchen oder auch Körperverletzungen zu tun, nicht mit Mordermittlungen, wie Eve und ihr Team. Sie war eine gute Polizistin, doch im Gegensatz zu Eve selbst lebte sie nicht für den Job, sondern hatte andere Pläne, was ihre Zukunft betraf. Augenscheinlich gibt es keinen Grund, warum gerade sie Opfer eines Gewaltverbrechens hätte werden sollen. Als ihr der Täter auch noch Coltraines Waffe (mit der sie ermordet wurde) und ihre Dienstmarke schickt, nimmt Eve die Kampfansage an.


Bei ihren Nachforschungen in Coltraines Vergangenheit, findet Eve heraus, dass sie noch nicht lange in New York lebte. Sie hat sich erst vor wenigen Monaten dorthin versetzen lassen, um einen "Schlussstrich" unter ihr altes Leben zu ziehen. Als Eve tiefer gräbt, stößt sie auf die Spur von Alex Ricker, ein Geschäftsmann, mit dem sie zwei Jahre lang liiert war. Bei Eve und Roarke schrillen sämtliche Alarmglocken, denn Alex Ricker ist niemand anders als der Sohn von Max Ricker, einem mehrfachen Mörder, den Eve hinter Gitter gebracht hat. Hat Max, ebenso wie sein Vater, ein Leben genommen, aus Rache, dass diese Frau ihn verließ? Oder steckt jemand anderer dahinter und will nur die Indizien auf Max lenken, denn liegt Mord mitunter nicht in der Familie? Eve und ihr Team ermitteln, denn sie wissen: Egal welche Widerstände es zu überwinden gilt, den Mord an einer Polizistin und der Freundin eines Freundes darf nicht ungesühnt bleiben ...



Der 28. Band der Eve-Dallas-Reihe beginnt nur wenige Tage nach Ende des 27. Bandes "Im Namen des Todes". Der Plot wurde interessant und abwechslungsreich erarbeitet. Im Besonderen hat mir hier gefallen, dass das Opfer ein enges Verhältnis mit einem Freund von Eve hatte, wodurch die Jagd nach dem Mörder hier eine sehr persönliche für sie war. Faszinierend empfand ich die Schlussfolgerungen, wer alles in diesen Mord involviert war, denn solche Gedankengänge wären mir ohne weiteres nicht gekommen. Die Figuren wurden wieder facettenreich erarbeitet. In diesem Band kann der Leser mitverfolgen, dass Eve durchaus über Empathie verfügt, auch wenn sie das gewöhnlich sehr gut versteckt, aber als ihr Freund sie braucht, ist sie für ihn da und kann (was sehr ungewöhnlich für sie ist) sehr einfühlsam auf ihn eingehen. Den Schreibstil empfand ich als spannend zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, das mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat. Nun beginnt wieder die Zeit des Wartens auf den nächsten Band der Reihe "Süßer Ruf des Todes", der zum Glück noch in diesem Jahr erscheint.

buch

Seelenseher

Cornelia Franke

EUR 14,95 *
auf Merkliste

50

28.06.2015

„1. Band der Tougard-Reihe”

Charlie Andrews ist ein typischer Außenseiter. In der Schule unbeliebt und Freunde hat er bis auf eine Ausnahme keine. Der er auf Muttersprachler-Niveau Englisch spricht und auch noch besser als sein Kunstlehrer zeichnen kann, machte ihm das Leben auf dem Gymnasium vom ersten Tag an schwer. Lediglich Ann Kreuz, eigentlich Annabelle, steht Charlie seit jeher zur Seite. Ann selbst hat ebenfalls eine Außenseiterposition in der schulischen Gemeinschaft inne, doch sie stört das nicht weiter. Doch nicht nur das belastet Charlie. Er wird in wenigen Wochen mit seiner Famlie nach London ziehen und weiß noch immer nicht, wie er es Ann sagen soll, denn eigentlich, ja eigentlich empfindet er für dieses ungewöhnliche Mädchen mehr als nur Freundschaft. Ann selbst ist ein Genie, wenn es um Mechanik geht, hilft sie doch ihrem Vater immer wieder bei der Reparatur von elektrischen Geräten. Gerne verbringt Charlie, der ein Einzelkind ist, seine Nachmittage bei Ann und ihrer Familie (sie hat sechs Geschwister, Tendenz steigend), denn dort ist immer was los und so sehr Ann auch in Naturwissenschaften begabt ist, so sehr versagt sie zum Beispiel in Englisch, sodass Charlie ihr hier Nachhilfe gibt.


An einem solchen Nachmittag ist es auch, als Charlie sich bei Ann verletzt und sich plötzlich an einem fremden Ort wiederfindet. Begrüßt wird er an diesem Ort, der ihm als "Tougard" benannt wird, von einem gewissen Frederick Trench, einem Protektor. Charlie glaubt an einen Traum, auch wenn er sich nicht ganz sicher ist, wann und wo er eingeschlafen ist, doch ihn fasziniert dieser Traum, sodass er darauf eingeht. Bei "Tougard" soll es sich um eine Paralleldimension handeln, in der die Zeit anders läuft, als auf der Erde. Ein Jahr in "Tougard" entspricht einem Jahr auf der Erde und Charlie wäre dorthin gekommen, weil er eine besondere Gabe besäße und dort ausgebildet werden solle. Seine besondere Gabe besteht darin, dass er heilen kann, denn nur dadurch, dass er sich von seiner Verletzung bei Ann selbst heilte, gelangte er in diese Dimension.


Die anfängliche Annahme, dass es sich bei seiner Reise nach "Tougard" um einen Traum handelt, muss er jedoch bereits am nächsten Tag revidieren, denn es scheint tatsächlich einen solchen Ort zu geben und er ist dort. Er ist jedoch nicht allein. Insgesamt befinden sich zweihundertvierundzwanzig Begabte hier und alle verfügen über die unterschiedlichsten Gaben. Schnell schließt er Freundschaft mit seinem Zimmergenossen Daisuke, der eine Art Fährtenleser ist. Neben Charlie selbst, gibt es noch vier andere Heiler in "Tougard", es handelt sich somit um eine eher seltene Gabe. Doch schnell muss er feststellen, dass es in "Tougard" nicht viel anders zugeht, als in einer normalen Schule. Da gibt es Lehrer, die allgemein unbeliebt sind, hier ist es ein gewisser Mr. Peel und auch Cliquenbildung ist dort vertreten und dennoch fühlt sich Charlie in "Tougard" deutlich wohler, als in der realen Welt, nur eines fehlt ihm bzw. eine: Ann. Als Charlie von Raphael Valente, einem Schüler eines höheren Jahrgangs, zu einer Einführungsmutprobe aufgefordert wird, nimmt er diese an, denn wenn er diese besteht, hat er die Möglichkeit, in seine Welt zurückzukehren. Tatsächlich gelingt Charlie das, was vor ihm erst einmal geschah - er landet wieder in Anns Zimmer und nimmt sie schlussendlich mit nach "Tougard", denn seine Zeit in der realen Welt mit ihr ist wegen des Umzugs gezählt, doch in "Tougard" könnten sie noch Jahre zusammen sein, ohne dass sie sich trennen müssten. Anns Ankunft in "Tougard" wird nicht von allen gut aufgenommen, zumal sie es nicht geschafft hat, aus eigener Kraft dorthin zu kommen, sondern nur dank Charlies Hilfe. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass auch Ann über eine Gabe verfügt, noch seltener, als die von Charlie. Ann hat die Gabe der Mechanik, sie kann Dinge reparieren und neu erschaffen. Voller Begeisterung für die sich ihr bietenden Möglichkeiten, beschließt auch Ann, in "Tougard" zu bleiben, doch was weder sie, noch Charlie ahnen: Es gibt eine Prophezeiung, die den Tod der Mechanikerin vorhersagt ...



1. Band der Tougard-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Im Besonderen hat mir gefallen, dass Charlie, der in der realen Welt ein Außenseiter ist, in Tougard nur einer von vielen ist und die Möglichkeit hat, für sich noch einmal neu anzufangen und tatsächlich gelingt ihm das, was ihm in der realen Welt nie gelungen ist - er findet Freunde, die für ihn da sind und er findet Lehrer, die ihn um seiner selbst willen fördern und nicht nur stur ein Unterrichtsprogramm durchziehen (naja, bis auf eine Ausnahme ^^). Die Figuren wurden facettenreich und realistisch erarbeitet. Natürlich, wie sollte es anders sein, schlug mein Herz für Charlie, der es bisher im Leben, trotz wirklich guter Voraussetzungen, nicht gerade leicht hatte und endlich an einem Ort angekommen ist, an dem er sich selbst entfalten und zeigen kann, was in ihm steckt. Ich muss gestehen, regelrecht begeistert war ich von den "Türmännchen", die es in Tougard gibt. Solch einem Wesen würde ich gerne persönlich mal begegnen, doch ob es mich einlassen würde? Den Schreibstil kann ich nur als spannend und fesselnd beschreiben, es war mir fast unmöglich, das Buch auch nur kurzfristig aus der Hand zu legen, so sehr hatte mich die Geschichte samt packendem Schreibstil in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Nun hoffe ich natürlich, dass die Fortsetzung nicht allzu lange auf sich warten lässt, denn ich denke, Charlie und seine Freunde haben noch einige Abenteuer zu bestehen, bis sie ihre Ausbildung in Tougard abgeschlossen haben.

auf Merkliste

30

20.06.2015

„3. Band der Cassia-und-Ky-Trilogie”

Cassia und Ky scheint es einfach nicht vergönnt zu sein, zusammen zu bleiben. Sie haben sich beide dem Widerstand "Der Erhebung" angeschlossen, die die "Gesellschaft" stürzen will, doch um dieser am besten zu dienen, müssen sie sich erneut trennen. Ky wird als Pilot für die Erhebung in den äußeren Provinzen ausgebildet, während Cassia in Central, der Hauptstadt, als Sortiererin arbeitet. In Central befindet sich auch Xander, der Mann, mit den Cassia gepaart wurde und ist dort als Funktionär für die Gesellschaft tätig.


Alle drei warten gebannt auf die Dinge, die geschehen werden, denn obwohl Ky und Cassia es noch nicht wissen, auch Xander hat sich dem Widerstand angeschlossen. Doch bevor es soweit ist, bricht die "Seuche" aus, eine Erkrankung, die um sich greift. Bevor ein Heilmittel / eine Impfung gefunden wird, sterben viele Menschen und der Aufstand rückt immer näher. Tatsächlich offenbart sich endlich "Der Steuermann" und die Rebellion bahnt sich ihren Weg.


Doch zur Ruhe kommen Cassia, Ky und Xander noch nimmer nicht. Sie gehen nach wie vor ihrer Arbeit nach, diesmal im Namen der Erhebung. Anstatt jedoch endlich Ruhe in ihr Leben und das der übrigen Menschen eintritt, bricht eine neue Form der Seuche aus, eine, die ihre Opfer in ein Koma versetzt, aus dem sie nicht wieder erwachen. Cassia und Xander hatten die erste, leichte Variante der Seuche gehabt und sind immun, Ky hingegen erkrankt an der neuen Form und fällt schlussendlich ins Koma. Jetzt ist es Cassias höchstes Ziel, mit Xanders Hilfe ein Heilmittel zu finden - doch wird dieser überhaupt eines suchen, wenn doch Kys Tod endlich ihm den Weg zu Cassias Herzen freigeben würde?



Der 3. Band der Cassia-und-Ky-Trilogie! Der Plot wurde abwechslungsreich, jedoch wenig emotional erarbeitet. Ich muss gestehen, mit diesem Band habe ich mich schwer getan, denn es war leider sehr vorhersehbar, dass wenn immer sich die Gelegenheit für Cassia und Ky erbot, zusammen zu sein, irgendetwas (dramatisches) dazwischen kam, was ein Zusammensein verhinderte. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet, ich muss jedoch gestehen, dass ich gerade von der Figur der Cassia sehr enttäuscht wurde. Dass sie unsterblich in ihren Ky verliebt ist, habe ich ihr nicht abgenommen, vielmehr philosophierte sie über Gott und die Welt. Nun ja, dafür konnten mich die Figuren des Ky und Xander von sich überzeugen, denn gerade bei Xander empfinde ich es als sehr deutlich, wie er mit sich und seinen Gefühlen ringt. Die Sprecher waren sehr gut gewählt, den Zuhörer in die Geschichte einzuführen, doch auf Grund des eher langatmigen Schreibstils konnte mich die Story nicht fesseln.

Hörbuch

28 Tage lang

David Safier

EUR 17,99 *
auf Merkliste

40

20.06.2015

„Widerstand im Warschauer Ghetto”

Wir schreiben die Zeit des 2. Weltkrieges - die 16-jährige Mira lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrer 12-jährigen Schwester Hannah im Warschauer Ghetto. Mira selbst schmuggelt Lebensmittel von der polnischen Seite ins Ghetto, um sie dort zu verkaufen - die einzige Einnahmequelle ihrer Familie. Ihr Vater, einst ein angesehener Mann, beging Selbstmord, sodass alle Last auf den Schultern der 16-jährigen liegt.


Als wäre die Situation für die Juden im Ghetto nicht schon hart genug, räumt die SS schlussendlich dasselbe. Wer nicht freiwillig zum Abtransport geht oder sich gar versteckt, wird erschossen. Miras Familie hat noch "Glück", denn ihrem Bruder gelingt es, für die Mutter gefälschte Papiere zu besorgen, welche sie als kriegswichtige Arbeitskraft in einer Fabrik ausgibt und welche einen Schutz für Mutter und Kinder darstellt. Doch als auch diese ihre Gültigkeit verlieren, versteckt sich die Familie. Als Mira kurz das Versteck verlässt, wird in diesem Zeitraum ihre Familie ermordet. Mira weiß, dass es Zeit ist zu handeln und sie schließt sich dem Widerstand an.


Ziel dieser Widerstandsgruppe ist es nicht, um jeden Preis zu überleben, sondern im Falle eines Falles so viele Feinde mit sich in den Tod zu nehmen, wie es nur geht. Tatsächlich gelingt es ihnen, dem Feind immer wieder empfindliche Schäden zuzufügen, doch sie sind wenige und die SS sind so viele. Auch von den Polen können sie keine Hilfe erwarten - sie sind vollkommen auf sich allen gestellt und der Feind kommt immer näher ...



Widerstand im Warschauer Ghetto! Der Plot wurde düster und emotional erarbeitet. Wie nicht anders zu erwarten, wird dem Leser hier vor Augen geführt, wie es seinerzeit für die jüdischen Bewohner des Ghettos gewesen sein muss, gefangen, ohne Hilfe und als wäre das nicht schon alles schlimm genug, wurde das Ghetto auch noch geräumt und die Bewohner in Arbeitslager "verfrachtet". Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei ich mir gerade von Protagonistin Mira doch ab und an ein paar stärkere Gefühlsregungen gewünscht hätte, immerhin erlebt der Leser hier live und in Farbe mit, wie ihre gesamte Welt auseinander bricht. Die Sprecher, Maria Koschny, entführt den Hörer in eine grausame Zeit, in der Menschenwürde nichts galt. Sehr eindringlich gibt sie den Text wieder und lässt den Hörer förmlich direkt in das Geschehen eintauchen.

auf Merkliste

40

20.06.2015

„1. Band der Timothy-Wilde-Reihe”

Eigentlich ist Timothy Wilde Barmann, doch auf Grund eines Feuers erlitt er kürzlich Verletzungen im Gesicht, sodass es ihm damit nicht mehr möglich ist, in seinem bisherigen Beruf zu arbeiten. Sein Bruder Valentine ist Mitinitiator des neu gegründeten Police Department von New York und beschafft dort auch Timothy, wider dessen Willen, Arbeit. Begeistert ist Timothy nicht, zumal er in einem der übelsten Viertel New Yorks seinen Dienst tun und dort auch wohnen muss, aber er braucht die Arbeit.


Wider erwartend macht sich Timonthy ganz gut, er hat sich in die tägliche Routine eingelebt, zumindest solange, bis ihm ein kleines, etwa 12-jähriges Mädchen nachts mit blutbefleckter Kleidung in die Arme läuft und das buchstäblich. Bei dem Mädchen handelt es sich um die Kinderprostituierte Bird Daly, welche augenscheinlich schreckliches miterlebt hat. Timonthy nimmt sich des Kindes an und bringt sie erst einmal bei sich unter, denn er weiß, egal wo das Kind herkommt, dorthin zurück kann es erst einmal nicht.


Bird fasst Vertrauen zu Timothy und berichtet ihm von einem Jungen, der in Stücke gerissen worden war. Timonthy geht der Spur nach, kann jedoch besagte Kinderleiche erst einmal nicht finden, dafür findet er mit Birds Hilfe etwas ganz anderes - ein Feld, auf dem 19 Kinderleichen unterschiedlichen Verwesungsgrades verscharrt wurden. Timothy trägt diesen Fall George Washington Matsell (Leiter des New Yorker Police Department) vor, der ihn mit weiteren Ermittlungen beauftragt, denn auch wenn der herbeigerufene Mediziner keine Mordmerkmale definitiv feststellen kann, so ist es doch sehr unwahrscheinlich, dass all diese Kinder eines natürlichen Todes gestorben sind und dann rein zufällig auf diesem Acker vergraben wurden. Doch was Timothy zu Tage fördert, mit solch einem Ausmaß an Ruchlosigkeit, hätte er niemals gerechnet ...



Der 1. Band der Timothy-Wilde-Reihe! Der Plot wurde spannend und düster erarbeitet. Anfänglich dauerte es etwas, bis ich voll und ganz in das Buch einsteigen konnte, doch nachdem die Handlung dann so richtig an Fahrt aufgenommen hatte, konnte ich einfach nicht an mich halten und musste wissen, wie sich das alles aufklärt, denn immerhin geht es hier um 19 Kinderleichen, die anscheinend niemand in New York vermisst hatte. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei hier klar Protagonist Timothy, als ruhiger und durchaus nachdenklicher Charakter, hervorsticht. Besonders gelungen empfand ich auch die Figur der Bird Daly, welche teils Charaktereigenschaften eines typischen Kindes aufwies und andererseits doch deutlich älter wirkt, als es ihren Jahren entspricht. Der Sprecher, Sascha Rotermund, schafft es ohne gleichen, den Zuhörer in das düstere, dreckige, stinkende und verrohrte New York im Jahr 1845 zu entführen und einem vor Augen zu halten, wie schwer das Leben damals war und wie wenig ein Menschenleben überhaupt zählte. Auf jeden Fall werde ich mir persönlich vormerken, mich mit dem nächsten Band der Reihe "Die Entführung der Delia Wright" auseinander zu setzen, wenn ich es zwischen die Finger bekomme.

Hörbuch

Die Tore der Welt

Ken Follett

bisher EUR 10,99 EUR 8,99 *
auf Merkliste

40

19.06.2015

„Das Leben geht weiter in Kingsbridge”

An Allerheiligen des Jahres 1327 wird sich das Leben der Kinder Caris, Gwenda, Godwyn, Merthin und Ralph für immer verändern. Nach der Messe treffen sie im Wald aufeinander und werden dort Zeuge eines Geheimnisses. Die Kinder verstecken sich, doch Merthin beobachtet, wie ein Ritter einen Kampf auf Leben und Tod austrägt. Schwer verletzt überlebt dieser und weiht den Jungen in ein Geheimnis ein. Von diesem Tag an wird alles anders sein.


Jahre später sind sie immer noch miteinander befreundet, jedoch nicht mehr so eng, da jeder sein eigenes Leben führt. Ralph möchte ein Ritter werden, wie sein Vater einst einer war, eher er verarmte und von Almosen leben musste. Caris will nicht in den Wollhandel ihres Vaters einsteigen, doch ihrem Wunsch nach einer medizinischen Ausbildung kann sie nicht nachkommen, Frauen studieren einfach nicht an Universitäten. Zwar ist sie mit einer Heilkundigen bekannt und ist selbst sehr bewandert in der Heilkunst, doch eine Ärztin ist sie nicht. Godwyn trat auf Wunsch seiner Mutter ins Kloster ein und sie ist auch die treibende Kraft hinter seinem Wunsch, Prior von Kingsbridge zu werden. Merthin hingegen hat sich, entgegen seinem Bruder Ralph, mit seiner Lebenssituation abgefunden und macht eine Lehre im handwerklichen Bereich.


Doch Merthin hat Träume. Er möchte etwas Großes erschaffen und er will Caris an seiner Seite, als seine Frau. Doch Caris ist nicht gewillt, sich den Fesseln der gesellschaftlichen Zwänge anzupassen und beginnt zwar ein Liebesverhältnis mit Merthin, doch heiraten will sie ihn nicht. Dann jedoch überschlagen sich die Ereignisse, gerade, als Caris schlussendlich doch bereit ist, mit Merthin den Rest ihres Lebens zu verbringen, wird sie der Hexerei angeklagt. Lediglich ein Eintritt ins Kloster kann sie retten. Dies ist jedoch erst der Anfang des unsteten Lebens von Caris und Merthin ...



Das Leben geht weiter in Kingsbridge! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Wer die Bücher von Ken Follet kennt, weiß, dass es sich dabei auch um Machtwerke handeln kann. Dieses Buch ist ein solches Machtwerk und dennoch, die Geschichte empfand ich als mühelos verständlich, sie hat mich förmlich in ihren Bann geschlagen, gerade die Geschichte zwischen Caris und Merthin. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet, wobei hier klar Caris und Merthin hervorstechen, die auf Grund ihrer gemeinsamen Geschichte über eine sehr starke Intensität verfügen. Die Sprecher vermochten es mühelos, dass ich voll und ganz in die Geschichte eingetaucht bin.

auf Merkliste

30

18.06.2015

„Überleben”

Pi Patel wächst zusammen mit seinem Bruder bei seiner Familie in Indien auf. Während sein Bruder mit sportlichen Erfolgen von sich reden macht, gehört Pi eher zur unentschlossenen Sorte Mensch. So kann er sich partout nicht entscheiden, ob er Hindu, Moslem oder Christ sein will und praktiziert alle drei Religionen. Sein Vater betreibt einen Zoo und so führt die Familie jahrelang ein gutes Leben, bis sich die wirtschaftliche Lage im Land verschlechtert, sodass Familie Patel den Zoo und die Tiere verkauft. Die Patels selbst wollen in Kanada ein neues Leben beginnen und auch einige Tiere dorthin überführen.


Voller Hoffnung macht sich die Familie auf die lange Reise über das Meer. Diese Tage werden die letzten sein, die Pi im Kreise seiner Familie verbringt, denn ohne offensichtlichen Grund kommt es zu einem Schiffsunglück und das Schiff geht unter. Augenscheinlich ist er der einzige Überlebende - gerettet auf einem Rettungsboot, zusammen mit einem verletzten Zebra, einer Hyäne, einem Orang-Utan und dem bengalischen Tiger Richard Parker.


Die Überlebenschancen für den jungen Mann sind alles andere als gut, anbetracht der Umstände, dass er mit zwei Raubtieren auf einem kleinen Rettungsboot auf Hilfe ausharren muss. Doch Pi ist der geborene Optimist und auch wenn die ungewöhnliche Reisetruppe immer weiter schrumpft, glaubt er fest daran, dass er überleben wird, denn Aufgeben ist keine Option. 227 Tage treibt er zusammen mit einem Tiger auf dem Meer ...



Überleben! Der Plot wurde authentisch und detailliert erarbeitet. Sehr anschaulich wird beschrieben, wie man sich als Schiffbrüchiger verhalten sollte, wenn man mit einem Tiger in einem Rettungsboot festsitzt. Die Figuren wurden realistisch erarbeitet, wobei ich mich über die gesamte Geschichte hinweg nicht mit dem Protagonisten Pi anfreunden konnte. Der Sprecher, Ilja Richter, verfügt über eine sehr angenehme Stimme, konnte mir jedoch einfach nicht helfen, in das Buch richtig einzusteigen. Eigentlich hatte ich vor, das Buch zu lesen, habe mich aber aus Zeitgründen dann doch für das Hörbuch entschieden und muss gestehen, hätte ich es gelesen, hätte ich es definitiv nicht beendet.

auf Merkliste

30

18.06.2015

„Überleben”

Pi Patel wächst zusammen mit seinem Bruder bei seiner Familie in Indien auf. Während sein Bruder mit sportlichen Erfolgen von sich reden macht, gehört Pi eher zur unentschlossenen Sorte Mensch. So kann er sich partout nicht entscheiden, ob er Hindu, Moslem oder Christ sein will und praktiziert alle drei Religionen. Sein Vater betreibt einen Zoo und so führt die Familie jahrelang ein gutes Leben, bis sich die wirtschaftliche Lage im Land verschlechtert, sodass Familie Patel den Zoo und die Tiere verkauft. Die Patels selbst wollen in Kanada ein neues Leben beginnen und auch einige Tiere dorthin überführen.


Voller Hoffnung macht sich die Familie auf die lange Reise über das Meer. Diese Tage werden die letzten sein, die Pi im Kreise seiner Familie verbringt, denn ohne offensichtlichen Grund kommt es zu einem Schiffsunglück und das Schiff geht unter. Augenscheinlich ist er der einzige Überlebende - gerettet auf einem Rettungsboot, zusammen mit einem verletzten Zebra, einer Hyäne, einem Orang-Utan und dem bengalischen Tiger Richard Parker.


Die Überlebenschancen für den jungen Mann sind alles andere als gut, anbetracht der Umstände, dass er mit zwei Raubtieren auf einem kleinen Rettungsboot auf Hilfe ausharren muss. Doch Pi ist der geborene Optimist und auch wenn die ungewöhnliche Reisetruppe immer weiter schrumpft, glaubt er fest daran, dass er überleben wird, denn Aufgeben ist keine Option. 227 Tage treibt er zusammen mit einem Tiger auf dem Meer ...



Überleben! Der Plot wurde authentisch und detailliert erarbeitet. Sehr anschaulich wird beschrieben, wie man sich als Schiffbrüchiger verhalten sollte, wenn man mit einem Tiger in einem Rettungsboot festsitzt. Die Figuren wurden realistisch erarbeitet, wobei ich mich über die gesamte Geschichte hinweg nicht mit dem Protagonisten Pi anfreunden konnte. Der Sprecher, Ilja Richter, verfügt über eine sehr angenehme Stimme, konnte mir jedoch einfach nicht helfen, in das Buch richtig einzusteigen. Eigentlich hatte ich vor, das Buch zu lesen, habe mich aber aus Zeitgründen dann doch für das Hörbuch entschieden und muss gestehen, hätte ich es gelesen, hätte ich es definitiv nicht beendet.

buch

Frankenstein

Mary Shelley

EUR 17,90 *
auf Merkliste

30

18.06.2015

„Wenn der Mensch Gott spielt”

Robert Watson ist mit dem Schiff im Eismeer unterwegs. Er ist recht einsam, denn er hat zwar einen guten Kontakt zu der Mannschaft, aber einen Freund hat er nicht unter ihnen gefunden. So verbringt er seine freie Zeit damit, seiner Schwester in Briefen über seine Reise zu berichten. Als das Schiff im Eis stecken bleibt, treffen sie auf einen Fremden, den sie an Bord nehmen. Bei dem Mann handelt es sich um Viktor Frankenstein. Robert findet Viktor sympathisch und freundet sich mit ihm an - woraufhin Viktor ihm seine Geschichte erzählt. Diese Geschichte, so unwahrscheinlich sie auch erscheinen mag, berichtet er seiner Schwester.


Der aus Genf stammende Viktor Frankenstein kommt aus einem guten, soliden und glücklichen Elternhaus. Sein Steckenpferd sind die Naturwissenschaften, welche er auf der Universität in Ingolstadt studiert. Zu seiner Familie gehört auch seine Cousine Elisabeth, die nach dem Wunsch seiner Eltern einst Viktors Braut sein wird. Zum Glück sind die beiden sich sehr zugetan.


Bereits während des Studiums entwickelt Viktor eine fast unnatürliche Affinität zur menschlichen Materie. Sein Ziel ist es, einst ein eigenes menschliches Wesen entgegen aller Naturgesetze zu erschaffen. Tatsächlich gelingt ihm im Laufe der Jahre, seine Forschung soweit (im Geheimen) voranzutreiben, dass er einen entsprechenden Versuch startet. Tatsächlich glückt dieser und der Unhold erwacht zum Leben. Doch Viktor sieht plötzlich mit einer Klarheit, was er erschaffen hat und er wendet sich von dem ihm erschaffenen Wesen ab und überlässt diesem sich selbst. Wenn er jedoch hoffte, dass er erst- und letztmalig mit diesem zusammengetroffen ist - wird sich das als tödlichen Irrtum erweisen ...



Wenn der Mensch Gott spielt! Der Plot wurde spannend und interessant erarbeitet. Gerade zur damaligen Zeit im Jahr 1818 war dies eine ganz neue Art der Literatur und noch dazu von einer Frau, weswegen durchaus verständlich ist, dass dieser Roman erst anonym veröffentlicht wurde. Den Aufschrei, den das Buch hervorgerufen hat, kann ich mir noch heute lebhaft vorstellen. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei ich hier von der Figur des Protagonisten Viktor doch eher enttäuscht war. Erst hatte dieser hochtrabende Pläne und dann rennt er vor der von ihm erschaffenen Situation weg und verkriecht sich, bis es eigentlich schon zu spät ist. Die Sprecher, Thomas Dehler und Patrick Imhof, schaffen es, dass man sich als Zuhörer mühelos in der Geschichte verlieren kann, wobei ich gestehen muss, ich hätte das Buch, wenn ich es gelesen hätte, wohl abgebrochen hätte, denn bis es in Fahrt kommt, dauert es seine Zeit und ich weiß nicht, ob ich bis dahin durchgehalten hätte.

auf Merkliste

40

17.06.2015

„Ein rüstiger alter Herr auf der Flucht”

Am 2. Mai 2005 wird Allan Karlsson 100 Jahre alt. Der rüstige alte Mann hat so gar keine Lust auf die Geburtstagsfeier im Altenheim und beschließt daher, diese zu schwänzen und das Weite zu suchen - ungewiss, wie weit er damit kommt, aber Hauptsache weg. Kurzerhand klettert er aus dem Fenster seines Zimmers und schleicht sich von dannen. Sein Weg führt ihn direkt zum Busbahnhof. Mit einer Fahrkarte für 50 Kronen steigt er in den nächstbesten Bus. Eigentlich sollte er auf den Koffer eines jungen Mannes aufpassen, solange dieser sich erleichtert, doch da der nicht rechtzeitig wieder auftaucht, nimmt Allan kurzerhand den Koffer mit auf Reisen.


Kurz darauf bemerkt "Bolzen", der junge Mann, den Verlust des Koffers und macht sich umgehend an die Verfolgung desselben, denn "Bolzen" ist Mitglied einer kriminellen Vereinigung und in dem Koffer, welchen Allan an sich genommen hat, befindet sich Drogengeld. Wie der Zufall es will, findet Allan unterwegs beständig Hilfe und seine Reisegemeinschaft wächst (inklusive Elefant) an zu einer munteren kleinen Truppe an. Da jedoch augenscheinlich nicht jeder die Begegnung mit Allan überlebt, ist auch die Polizei bald hinter dem rüstigen alten Herr her, denn es ist schon auffällig, dass egal wo Allan sich auch aufhält, kurz darauf jemand verschwindet bzw. eine Leiche gefunden wird.


Doch so leicht machen es das Schlitzohr Allan und seine neuen Freunde ihren Verfolgern nicht. Mit List, Tücke und Glück gelingt es ihnen immer wieder, ihren Verfolgern einen Schritt voraus zu sein und so beginnt eine abenteuerliche Reise durch Schweden. Derweil lässt Allan seine Reisebegleiter an der bewegten Geschichte seines 100-jährigen Lebens teilhaben ...



Ein rüstiger alter Herr auf der Flucht! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Von der Erzählweise ähnelt die Geschichte der Machart von "Forrest Gump", denn auch Allan Karlsson ist ganz schön in der Weltgeschichte herumgekommen und hat allerhand berühmte Menschen getroffen bzw. war an entscheidenden Wendungen der Geschichte beteiligt. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei hier klar Protagonist Allan, als liebenswerter, aber schlitzohriger älterer Herr, hervorsticht. Der Sprecher, Otto Sander, schafft es mühelos, dass man sich als Zuhörer voll und ganz in der Geschichte verlieren kann und einfach nur diese genießt.

12