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Name:
Kerstin Stutzke Top 100 Rezensent
Ort:
Berlin
Rezensionen:
708 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 79

nicht hilfreich: 7

Rang:
31

Kerstin Stutzkes Rezensionen

123
auf Merkliste

40

29.03.2015

„"Ein Leben für ein Leben"”

Die 17-jährige Heather Simms hat eine stressige Woche hinter sich. Sie ist, trotz ihres jungen Alters, Schauspielerin in einer Daily Soap namens "Westside Blvd." und freut sich jetzt auf ein drehfreies Wochenende, dass sie mit ihrem Freund Peter am Meer verbringen will. Doch jemand hat andere Pläne mit ihr. Auf dem Weg vom Studio nach Hause wird sie betäubt und entführt.

Als Heather wieder zu sich kommt, weiß sie, dass sie in ernsten Schwierigkeiten steckt, denn sie ist augenscheinlich nicht zu Hause. Warum sie entführt wurde, ist ihr nicht ganz klar, denn weder sie noch ihre Eltern verfügen über Reichtümer, sodass sich eine Erpressung nicht lohnen würde. Was will der Mann von ihr? Sie muss ihren Vater anrufen und der Entführer gibt die Forderung durch: Er muss ein Geständnis ablegen, ansonsten stirbt seine Tochter. Heather ist verwirrt, denn sie kennt niemanden, der biederer und gesetzestreuer ist, als ihr Vater.

Derweil wurde Lieutenant Steve Delaney mit der Aufklärung der Entführung beauftragt. Delaney ist seit über 20 Jahren bei der Polizei und beim Major Case Squad tätig. Ihm zur Seite bei den Ermittlungen steht ihm sein Partner Marc Turner. Auch die Polizisten können sich nicht wirklich einen Reim aus der Entführung und vor allem der Forderung des Kidnappers machen, denn dieser verlangt, dass John Simms die Vergewaltigung und Ermordung einer Jenny gesteht. Zwar können sie einen ungeklärten Mordfall mit einer Jennifer ausfindig machen, der ins Profil passt, doch ist John Simms definitiv nicht der Täter. Bei einem weiteren Anruf des Entführers wird klar, um welchen Fall es ihm genau geht, doch dies stellt die Ermittler vor ungeahnte Probleme: Nicht Paul Simms soll ein Verbrechen gestehen, sondern Heathers Vater in der Daily Soap, denn der Entführer ist der festen Überzeugung, eben jenen Mord beobachtet zu haben und nun für Gerechtigkeit sorgen zu müssen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn wenn eben jenes Verbrechen nicht gestanden und abgeurteilt wird, wird die junge Frau sterben ...

"Ein Leben für ein Leben"! Der Plot des Buches wurde detailliert und abwechslungsreich erarbeitet. Kapitelweise kann man (hauptsächlich aus Sicht von Heater und Steve) der Verlauf der Geschichte verfolgen. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei ich jedoch nicht ganz von der Figur der Heater überzeugt war. Für eine 17-jährige war sie mir teilweise dann doch etwas zu beherrscht und reif. Sicherlich mag sie, auf Grund ihres Berufes, einen höheren Reifegrad als eine gewöhnliche 17-jährige haben, doch ich hatte zwischenzeitlich eher das Gefühl, dass sie bereits Mitte 20 wäre und nicht ein Teenager, der sie ja eigentlich ist. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch sehr angenehme Lesestunden bereitet hat.

buch

Cináed

Tanja Höfliger

EUR 14,95 *
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50

29.03.2015

„1. Band der Cináed-Trilogie”

Der 15-jährige Daniel Destin Frayne führt das Leben eines ganz normalen Teenagers in Swansea, Wales. Er treibt in seiner Freizeit gerne Sport, hier vor allem das Surfen und ist geschlagen mit drei älteren Schwestern, zu denen er allerdings ein sehr gutes Verhältnis hat. In wenigen Tagen wird Daniel 16 und auf das bevorstehende Ereignis freut er sich schon sehr, da seine Eltern ihm ein ganz besonderes Geschenk angekündigt haben. Die Enttäuschung allerdings ist groß, als sich jenes Geschenk als ganz gewöhnlicher Stift mit roter Mine entpuppt. Was soll er denn davon halten?

Damit jedoch nicht genug. Knall auf Fall und ohne wirklich gefragt zu werden, wird Daniel auch noch auf ein Internat verfrachtet und dabei hat er sich nichts zu Schulden kommen lassen. Sir Edmund, ein Freund seiner Eltern, ist der Leiter der Conwy-Akademie nahe London und hier soll Daniel nunmehr seine Schulausbildung beenden. An sich wirkt das Internat sehr exklusiv, doch etwas merkwürdig ist es schon, denn neben der normalen Schulbildung werden die Schüler noch in speziellen Gruppen ausgebildet: den Kämpfern, den Helfern, den Findern, den Mützenträgern und den Erben. Was genau es damit auf sich hat, ist Daniel noch nicht ganz klar, zumal bei der Zuordnung ein kleines Problem auftritt: Erst hat er bei seiner Ankunft als einziger keinen sogenannten Paten, der ein Schüler des Internats ist, der bereits länger vor Ort ist und den Neulingen den Einstieg erleichtert und dann kann er keinen Ausbildungszweig zugeordnet werden. Durch eine List gelingt es ihm, Levi, einen Schüler und Mützenträger, den er gleich bei seiner Ankunft kennengelernt hat und der ihn freundlich aufgenommen hat, als seinen Paten zu gewinnen und in den Zweig der Erben aufgenommen zu werden, doch wirklich schlau wird er aus dem ganzen System nicht.

Es dauert jedoch nicht lange, bis er herausbekommt, dass sich alles um zwei Stifte dreht, einen roten und einen grünen, denen große Macht innewohnt und die zu finden Aufgabe der Schüler ist - bisher versagten Generationen. Schnell ist ihm jedoch auch klar, dass es sich bei dem roten Stift um eben jenen handelt, den er von seinen Eltern zum Geburtstag bekommen hat. Dieser Stift ist nicht bloß ein normaler Stift, denn er kann Verbindung mit Daniel aufnehmen und hilft ihm in so manch misslicher Lage. Schnell entsteht eine Art "Freundschaft" zwischen Daniel und dem Stift, dem er den Namen "Cináed" gibt. Daniel selbst ist also ein "Auserwählter" und "Stiftträger", doch er ist nicht der erste seiner Familie. Im Internat findet er heraus, dass sein Onkel ebenfalls einer war und auf Grund eines Unfalls mit Cináed vor Jahren ums Leben kam, als er in seinem Alter war. Noch ist ihm nicht ganz klar, warum Sir Edmund dem Stift habhaft werden will, doch er weiß, dass er in Gefahr schwebt, wenn er als Stiftträger identifiziert wird. Es ist nicht leicht, dieses Geheimnis zu wahren, nur Levi und Daniels Familie wissen davon, doch bevor er sich offenbart, muss er erst herausfinden, welches Geheimnis sich hinter den Stift verbirgt.

Der 1. Band der Cináed-Trilogie! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich mit einem Hauch Mystik erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich Protagonist Daniel mit immer neuen, für ihn unbekannten Situationen auseinandersetzen muss und wie er es, dank seiner Verbindung zu Cináed schafft, diese zu meistern, für einen 16-jährigen, der plötzlich entwurzelt wird, sicherlich keine einfachen Situationen. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders sticht hier natürlich Protagonist Daniel ins Auge. Ich fand es faszinierend zu erleben, wie dieser auf den ersten Blick gewöhnliche, sportverrückte Teenager, über sich hinauswächst und seinen überaus wachen Verstand, natürlich auch mit Hilfe von Cináed und Levi, zu nutzen vermag und so immer wieder in verzwickten Situationen besteht. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Abschließend kann ich sagen, dass dieses Buch einen faszinierenden Auftakt einer vielversprechenden Trilogie darstellt, die ich mit Spannung verfolgen werde.

buch

Postdoc

Gottfried Schatz

EUR 19,99 *
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50

22.03.2015

„"Warum sprächen wir so gerne mit den Toten und sind so stumm vor den Lebenden?" (S. 58)”

"Postdocs" werden sie genannt, sind aber eigentlich Postdoktoranden. Dr. Antal von Némethy ist ein solcher Postdoc. Der aus Österreich stammende Antal macht sein Postdoktorand im renommierten "Baruch and Hannah Levinson Cancer Center" in New York. Im Frühling des Jahres 1975 zog der 29-jährige in die Metropole, aber heimisch, heimisch ist er in dieser Stadt nicht, wobei er sich noch nirgendwo, weder in Österreich, noch in Frankreich, jemals "heimisch" gefühlt hat. Doch er ist zufrieden mit seinem Leben, auch wenn er noch nicht wirklich weiß, wohin es ihn führt, aber er hat ein Ziel vor Augen: Ein Heilmittel gegen Krebs entwickeln, dessen Forschung ihn schon einige Jahre beschäftigt.

An einem Junimorgen ändert sich jedoch alles für Antal. Ihm wird der Zugang zum Institut von der Polizei verwehrt, denn es wurde in einem der Laboratorien eine Leiche gefunden. Es handelt sich um Ilona Kováčová, wobei noch nicht klar ist, ob es sich um Mord oder Selbstmord handelt. Sicherlich keine schöne Situation, wenn ein Kollege tot aufgefunden wird, doch für Antal war Ilona mehr als eine Kollegin - sie war seine Geliebte. Es war kein Geheimnis, dass sie kein gutes Verhältnis zum Leiter des Institutes, Dr. Cherascu, hatte, doch hatte dieser Umstand etwas mit ihrem Tod zu tun?

Als Antal wenige Tage nach Ilonas Tod einen Brief von ihr erhält, klärt sich einiges auf, doch hinterlässt dieser Brief mehr Fragen, als er beantwortet. Durch Zufall stößt Antal auf eine Spur in die Vergangenheit Ilonas und beschließt, dieser zu folgen. Privat muss er kurzfristig zurück in seine österreichische Heimat und dort begegnet er Ilonas Vergangenheit in Form von Ildikó, Ilonas Zwillingsschwester. Doch dies ist erst der Beginn einer Reise in die Vergangenheit ...

"Warum sprächen wir so gerne mit den Toten und sind so stumm vor den Lebenden?" (S. 58) Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass bis zum Schluss nicht feststand, wo genau das Buch den Leser hinführt und wie die Geschichte für Antal enden wird. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Mein Herz habe ich im Besonderen an die Figur des Antal verloren, denn dieser ist, egal wo er lebt, nicht heimisch, doch dies hat wenig mit den Orten zu tun, an denen er lebt, nein, vielmehr mit seiner Abstammung, sodass diese Unruhe, diese Nicht-Ankommen, ihn schon sein Leben lang begleitet. Den Schreibstil empfand ich als packend zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Obwohl dieses Buch nicht durch Action besticht, hat die Geschichte etwas, dass mich als Leser in ihren Bann gezogen hat und mir keine Ruhe ließ, bis ich wusste, wo Antals Reise enden wird und ich muss sagen, dieses Buch hat mich auf Grund seines Plots, seiner Figuren und des Schreibstils förmlich berauscht zurückgelassen.

buch

Karnische Hochzeit

Reinhard M. Czar

EUR 14,99 *
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40

22.03.2015

„Doppelhochzeit in Gefahr”

Die Arta Terme in Friaul ist bekannt in Italien. Bereits zu Zeiten des römischen Reiches war dies ein beliebter Kurort und ist es noch heute. Dieses Idyll soll der Ort sein, an dem Commissario Claudio Camilieri seine Lydia Brenner heiratet. Doch Camilieri ist nicht allein zu seiner Hochzeit angereist. Sein Kollege Giuseppe Forza ist vor Ort, allerdings um im Zuge von Camilieris Hochzeit seine Freundin Eleonora zu heiraten - sprich: Eine Doppelhochzeit steht an.

Alles könnte so schön sein, na gut, die Bräute sind etwas nervös, aber es sieht alles so aus, als würde die Doppelhochzeit nach Plan verlaufen, zumindest so lange, bis in der Arta Terme eine Leiche gefunden wird. Friaul an sich verfügt über keine eigene Polizei, aber da gerade zwei Kriminalbeamte (wenn auch wegen ihrer Hochzeiten) vor Ort sind, werden diese kurzfristig über den Leichenfund informiert. Schnell stellt sich heraus, der Tote in der Terme wurde ermordet und der Spürsinn von Camilieri erwacht. Obwohl die Hochzeiten kurz bevorstehen, machen sich die beiden Kriminalbeamten an die Ermittlungen.

Noch ist unklar, um wen es sich bei dem Opfer handelt und auch Spuren sind nur rar gesät, doch Camilieri ahnt sofort, dass hinter dem Mord mehr steckt, als es den Anschein hat und sein Verdacht soll sich bestätigen, als der Nachtwächter der Terme, der die Leiche gefunden hat, nur wenige Stunden später ebenfalls ermordet wird. Camilieri ist förmlich vom Jagdfieber gepackt und er beschließt, trotz der immer näher rückenden Hochzeit, weiter zu ermitteln, denn ihm ist klar, dass nur er und Forza in der Lage sind, dieses Rätsel zu lösen. Um das Chaos perfekt zu machen, erscheint auch noch die angesäuerte Mutter von Forza in Friaul, die als Bräutigammutter nicht damit einverstanden ist, nicht in die Hochzeitsplanung mit eingebunden zu sein. Das dies erst der Beginn der sich kurzfristig überschlagenden Ereignisse ahnt zu diesem Zeitpunkt noch keiner der Beteiligten ...

Doppelhochzeit in Gefahr! Der Plot des Buches wurde realistisch und mit überraschenden Wendungen erarbeitet. Bis zum Schluss war nicht ganz klar, ob die Doppelhochzeit nun stattfinden würde oder nicht. Etwas gestört haben mich diese kleinen Nebensätze, die immer wieder mehr von der Geschichte verraten haben, als der Leser zu diesem Zeitpunkt wissen konnte. Dadurch ging leider etwas Spannung verloren, denn als Leser wusste ich dadurch, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Mein Herz habe ich besonders an Guiseppe Forza verloren, denn dieser Mann scheint auf den ersten Blick nicht der schlaueste zu sein, überraschte mich jedoch immer wieder durch sein Handeln. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir dieses Buch angenehme Lesestunden bereitet hat.

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50

22.03.2015

„Tutanchamun - seine Geschichte und Schätze”

Ägypten, ein Land, mit einer schier unglaublichen Geschichte die Jahrtausende zurückreicht und noch heute die Menschen fasziniert. Auch ich bin das, was man einen Ägypten-Freak nennt. Schon von Kindheitsbeinen an war ich fasziniert, wenn die ägyptische Kultur vergangener Zeiten zur Sprache kam und besonders natürlich die Pharaonen weckten meine Neugierde, doch keiner vermochte mich so zu fesseln wie Tutanchamun, der Kindkönig dieses einst so mächtigen Weltreiches. Als ich als Kind erstmalig ein Foto der Totenmaske des Tutanchamun sah, wusste ich: diese muss ich einmal im Original sehen. Dies ist zwischenzeitlich geschehen und dennoch, die Faszination für dieses Land, seine Kultur und seine Pharaonen blieb und ist bis heute ungebrochen. Über die Jahre hinweg begleitete mich (Fach)Literatur über dieses einstige Weltreich und auch dieses Buch konnte und wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Dieses Buch ist etwas besonders, denn es umfasst nicht nur die Geschichte des "alten Ägypten" und die Entdeckung der Grabkammern des Tutanchamun, sondern berichtet weiter, was seit der Entdeckung im Jahr 1922 mit den Grabschätzen und der Mumie selbst geschehen ist. Das Buch ist unterteilt in die Abschnitte

- Das goldene Zeitalter Ägyptens: Die 18. Dynastie
- Religion und das Leben im Jenseits
- Grabräuber im Tal der Könige
- Das Grab und seine Schätze
- Die Mumie Tutanchamuns
- Die Entdeckung der Familie des Tutanchamun
- Das Tal der Könige und die Funde nach der Entdeckung des Grabes des Tutanchamuns
- Der Fluch des Tutanchamun
- Tutmanie

und mit sehr vielen Bildern und entsprechenden Erklärungen ausgestattet. Hier ist definitiv auch für einen Laien ein volles Verständnis gewährleistet.

Mir persönlich hat es sehr viel Freude bereitet, in das Ägypten vergangener Zeiten einzutauchen und mitzuerleben, wie das Leben im "damaligen" Ägypten war, an der Seite Carters die Grabkammer des Tutanchamun zu entdecken und mir vor Augen führen zu lassen, was für wundervolle Schätze diese beinhaltete und was mit ihnen nach ihrer Entdeckung geschah.

buch

Die Falle

Melanie Raabe

EUR 19,99 *
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50

21.03.2015

„"Ich werde dich kriegen" (S. 23)”

Die 38-jährige Linda Conrads ist eine Bestsellerautorin, die ein sehr zurückgezogenes Leben führt. Jährlich liefert sie ein neues Buch ab und diese verkaufen sich wie von selbst, denn Lesungen oder gar Interviews gibt die Autorin nicht. Ihre Fans wissen lediglich, dass Linda Conrads eine Erkrankung hat, die sie so in ihrem Leben einschränkt. Tatsächlich gibt es nicht einmal eine Handvoll Menschen, die am Leben von Linda Anteil haben. Regelmäßig Kontakt hat sie eigentlich nur zu ihrer Assistentin Charlotte, ihrem Verleger, ihrer Agentin und ihrem Gärtner - doch alle kommen immer zu ihr, sie selbst verlässt ihr Haus nicht - und das bereits seit 11 Jahren.

Doch ihr Leben war nicht immer von Isolation geprägt. Damals, bevor alles zerbrach, war Linda eine Andere. Sie war glücklich zu Beginn ihrer Schriftstellerlaufbahn, noch keine Bestsellerautorin, aber glücklich und verlobt. Sie hatte Pläne, eine Hochzeit, Kinder, all das, was ein alltägliches Leben ausmacht. Dies änderte sich jedoch, als sie eines Abends, nach einem Streit mit ihrem Verlobten, zu ihrer drei Jahre jüngeren Schwester Anna wollte - um bei ihr Trost zu suchen und dabei deren Leiche auffand. Sie sah den Mörder flüchten, jedoch gelang es der Polizei nicht, den Täter zu ermitteln und zu überführen. Bis heute ist dieser Mord unaufgeklärt. Nach dem Mord änderte sich in Lindas Leben alles. Ihre Beziehung zerbrach und ihr war es unmöglich, weiter unter Menschen zu leben. Wenn Linda nicht gerade an einem neuen Roman schreibt, liest sie selbst sehr gerne und sehr viel oder schaut sich Dokumentationen im Fernsehen an. Bei einem solchen TV-Beitrag sieht und erkennt sie ihn: den Mörder ihrer Schwester!

Sie weiß, dass ihr nach all der Zeit niemand glauben wird, dass sie den damaligen Täter erkannt hat und deswegen beschließt sie, ihm selbst eine Falle zu stellen. Sie wird ein neues Buch schreiben, dieses Mal einen Kriminalroman und sie wird die Geschichte vom Mord an ihrer Schwester erzählen. Tatsächlich gelingt es ihr, das Interesse der Öffentlichkeit und auch das des Täters zu wecken und sie erklärt sich bereit, sich mit diesem einem Menschen zu treffen. Eine Gelegenheit, die er sich natürlich nicht entgehen lassen will, denn wenn die Bestsellerautorin, die seit Jahren kein Interview mehr gegeben hat, sich zu einem solchen bereit erklärt, nimmt man solch eine Chance wahr. Doch während des Gesprächs kommen Linda plötzlich Zweifel: Ist er wirklich der Richtige, hat er ihre Rache verdient?


"Ich werde dich kriegen" (S. 23) Der Plot wurde detailliert und spannend erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass hier mehr eine Spannung im Kopf erzeugt wird, denn ein Hauptteil der Handlung spielt sich auf der emotionalen Ebene der Figur der Linda ab, wobei ich hier betonen möchte, dass es durchaus auch spannungsgeladene Szenen im realen Leben gibt. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei hier natürlich Protagonistin Linda sehr ins Auge sticht, denn ein Großteil des Buches handelt von ihr und wie aus ihr die Linda Conrads wurde, die sie heute ist. Besonders fasziniert war ich von der emotionalen Stärke, die Linda aufwies, als sie dem vermeintlichen Täter endlich begegnet. Den Schreibstil empfand ich als angenehm und fesselnd zu lesen, sodass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt hätte, zumal ich unbedingt wissen wollte, ob der vermeintliche Täter wirklich der wahre Täter war und vor alle, warum Anna sterben musste.

buch

Blätterrauschen

Holly-Jane Rahlens

EUR 14,99 *
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40

21.03.2015

„Nur Zusammenhalt kann sie retten”

Oliver, Rosa und Iris sind Mitglieder des Leseclubs der Buchhandlung "Blätterrauschen" in Berlin. Die drei sind zwar im selben Alter, doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Oliver ist der Sohn des Hausmeisters, in dessen Haus auch die Buchhandlung liegt, wobei sein Vater mehr dem Alkohol zugetan ist, denn seinen hausmeisterlichen Pflichten, sodass Oliver und seine Mutter diese Arbeiten ausführen. Oliver hat auch noch einen Bruder, Thilo, doch dieser hat nach einem Streit die Familie verlassen und ist bisher nicht zurückgekommen. Oliver ist der einzige aus dem Leseclub, der sich nicht wirklich was aus Büchern macht, doch Cornelia Eichfeld, die Inhaberin von "Blätterrauschen" hat es sich in den Kopf gesetzt, Oliver mit Hilfe von Literatur zu retten.

Iris hingegen liebt Bücher und macht auch vor Fachbüchern, die eigentlich nicht ihrer Altersklasse entsprechen, nicht halt. Wirklich Freunde hat Iris nicht, denn auf Grund ihrer oft recht altklugen Art, wird sie von Kindern ihres Alters gewöhnlich abgelehnt. Außerdem hat sie den Hang dazu, sich kunterbunt anzuziehen, was natürlich auch nicht unbedingt dazu beiträgt, weniger aufzufallen. Auch Rosa liebt Literatur, doch haben es ihr mehr Romantasy-Romane angetan, denn nichts ist in ihren Augen schöner als ein Happy End. Einst war Rosa ein sehr beliebtes Mädchen, doch vor Jahren rettete sie ihre kleine Schwester Lily vor einem Autounfall und wurde selbst verletzt - sie verlor eine Hand und trägt seitdem eine Prothese. Ab diesem Zeitpunkt zog sich Rosa immer weiter zurück, von ihren Freunden und ihrer Familie und fand ihre Zuflucht in der romantisch-fantastischen Literatur.

An jenem Tag soll sich das Leben der drei Kinder für immer verändern, denn während eines Sturms steht plötzlich ein Junge, etwas älter als sie selbst, vor der Hintertür der Buchhandlung. Der Junge stellt sich als Colin Julio Aaronson-Aiello vor und ist felsenfest der Überzeugung, dass er sich in einem Computerspiel befindet. Augenscheinlich wird Colin verfolgt und mit ihm die Kinder, die in seiner Gesellschaft sind. In letzter Sekunde gelingt es ihnen, sich im Geräteschuppen auf dem Hof zu verstecken, doch als sie aus diesem wieder herauskommen, ist alles anders, als es jemals war. Schnell steht fest, sie sind nicht mehr in ihrer Welt, doch wo genau sie sind, wissen sie auch nicht. Zwar treffen sie hier auf Cornelia, doch obwohl vieles ähnlich ist, es ist nicht die Welt, die sie verlassen haben. Cornelia nimmt sich der "Flüchtlinge" an, doch ehe sie es sich versehen, sind die Verfolger bereits vor Ort. In letzter Sekunde gelingt ihnen erneut die Flucht, die Flucht in die Zukunft ...


Nur Zusammenhalt kann sie retten! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass es in diesem Buch nicht in erster Linie um Zeitreisen bzw. andere Realitäten ging, sondern um die Entwicklung der jeweiligen Figuren und wie sie miteinander agieren. Die Figuren an sich wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Bereits zu Beginn des Buches konnte der Leser erahnen, dass in dem kleinen Oliver mehr steckt, als es den Anschein hat. Besonders gut hat mir hingegen die Wandlung der Figur Rosa gefallen, denn diese hat sich dermaßen geöffnet und zum Positiven entwickelt, damit hatte ich zum Beginn des Buches nicht gerechnet. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und spannend zu lesen, sodass ich unbedingt erfahren wollte, wie sich das Schicksal der Kinder entwickelt. Abschließend kann ich sagen, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat, ich allerdings gerne mehr über das Phänomen "Dark Winter" erfahren hätte.

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40

01.03.2015

„1. Band der Darkmouth-Reihe”

In Darkmouth, Irland, ist man entweder geboren oder falsch abgebogen. Wenn ersteres der Fall ist, zieht man nach Möglichkeit so schnell wie möglich weg von diesem Ort, bei letzterem korrigiert man seinen Weg und begibt sich wieder auf den richtigen Weg, denn Darkmouth, ein Ort, der auf keiner Karte (wenn überhaupt), richtig eingetragen ist, ist ein besonderer Ort. Zwar ist das Städtchen recht hübsch anzuschauen, doch birgt es auch gefahren, denn Darkmouth ist der einzige Ort auf der Erde, an dem es noch Legenden gibt. Legenden sind Wesen, welche in Mythen und Fabeln vorkommen, zum Beispiel Minotauren, Hogboons und ähnliches.

Der 12-jährige Finn gehört zu denjenigen, die in Darkmouth geboren wurde, doch ihm steht nicht die Wahl zu, diesen Ort zu verlassen, denn er ist der einzige Sohn des Legendenjägers Hugo und dieser Familie obliegt es, die Bürger von Darkmouth vor den Legenden zu schützen. Darkmouth ist der einzige Ort auf der Welt, in dem sich noch Tore zur "Verseuchten Seite" öffnen, dem Ort, an den die Legenden verdammt wurden. Durch diese Tore jedoch gelangen sie in die Menschenwelt, genauer gesagt nach Darkmouth. Finn mag der letzte seiner Familie sein, doch er ist nicht unbedingt das, was man einen geborenen Legendenjäger nennt. Zu seinem 13. Geburtstag soll er vollenden, sprich, als vollwertiger Jäger anerkannt werden, doch bis dahin muss er mindestens drei erfolgreiche Jagden auf Legenden hinter sich bringen und bisher hat er in dieser Beziehung nur Fehlschläge vorzuweisen. Noch dazu ist er sich gar nicht sicher, ob er das wirklich will, denn eigentlich möchte er viel lieber Tierarzt werden, doch gegen diese Tradition wird er nicht ankommen, dass weiß er. Zwar kennt sich Finn in der Theorie der Legendenjagd sehr gut aus, doch mit der Praxis hapert es immer wieder.

Auf Grund der besonderen Stellung der Jägerfamilie in der Gemeinschaft war Finn schon immer ein Außenseiter. Er hat keine Freunde und von daher ist der tägliche Schulbesuch eher ein Spießrutenlauf. Doch das ändert sich, als erstmalig eine neue Schülerin in seiner Klasse ist. Sein ganzes Leben lang kam es noch nicht vor, dass ein neuer Schüler auftauchte, denn es zieht nie, NIEMALS jemand nach Darkmouth, eher ziehen die Leute von dort weg. Doch Emmie ist die Neue und wie es scheint, lässt sie sich von dem ganzen Gerede um Finn nicht abschrecken, denn, so ungewohnt es für Finn auch ist, sie sucht seine Nähe. Was er davon halten soll, weiß er nicht wirklich, denn da er noch nie Freunde hatte, kann er mit dieser Situation nicht wirklich umgehend, zumal Emmie ja auch noch ein Mädchen ist. Was Finn zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, ein Hogboon namens Broonie ist auf dem Weg nach Darkmouth und mit dessen Ankunft soll sich alles verändern, was jemals war ...

1. Band der Darkmouth-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir die Idee der eigentlich idyllischen Kleinstadt Darkmouth gefallen, die ab und an von Legenden heimgesucht wird und eine örtliche Jägerfamilie hat, die seit 42 Generationen gegen diese Legenden kämpft, wobei die Bewohner von Darkmouth nicht immer auf Seiten der Jäger stehen. Leider empfand ich es etwas zu offensichtlich, wer sich mit den Legenden verbündet hat, um deren Plan zu erfüllen, aber das war auch das einzige kleine Manko. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders gut hat mir die Figur des Finn gefallen, der bereits sein ganzes Leben lang mit seinem ihm vorherbestimmten Schicksal hadert und dennoch im Laufe dieser Geschichte reift und merkt, was wirklich in ihm steckt. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und spannend zu lesen, sodass ich das Buch am Stück gelesen habe. Ab Ende gab es einen tollen Cliffhanger, sodass ich definitiv gespannt bin, wie es mit Finn und den Legenden weitergeht.

buch

Müllmänner

Andreas Renoldner

EUR 14,99 *
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20

01.03.2015

„Welch kranker Geist”

Leo ist ein sehr eigener Mensch. Der arbeitslose Lagerist ist ein leidenschaftlicher Sammler - er sammelt wirklich alles, was ihm auf seinen Touren durch die Stadt über den Weg läuft, sogar ein abgetrennter Taubenflügel ist nicht vor ihm sicher. Ansonsten bestreitet er seinen Lebensunterhalt mit kleineren Diebstählen, aber was ist schon Geld? In einem Park wird er von Annabell angesprochen. Schlussendlich geht sie mit Leo - welcher sie tötet. Die Entsorgung ist recht einfach - wozu gibt es immerhin Müllmänner?

Knifflig wird die ganze Sache, als Leos Freund Peter ihm von einer Frau erzählt, die er ebenfalls kennengelernt hat und von der er hin und weg ist. Leo wird schnell klar, dass es sich bei der Frau, die Peter kennengelernt hat und bei seiner Annabell um ein und dieselbe handelt. Peter, dem seine Frau vor zwei Jahren davongerannt ist (wegen des Geldes natürlich), glaubt fest daran, in dieser neuen die Frau für sein Leben gefunden zu haben - und Leo lässt ihn in dem Glauben.

Als Irene, eine Angestellte eines Bestattungsinstitutes, ihre Freundin und Kollegin Isabella als vermisst meldet, interessiert das den Kripobeamten Edwin erst einmal wenig, denn es ist Montag und da machen doch viele blau. Diese Einstellung ändert sich allerdings, als auf der Mülldeponie die Leiche eben jener Isabella gefunden wird - in Einzelteilen. Vorbei ist es nun mit einem pünktlichen Feierabend für den Kripobeamten, jetzt muss er tun, was von ihm verlangt wird und wofür er angestellt wurde - ermitteln und den Mörder schnappen und tatsächlich kommt er diesem durch Zufall recht schnell auf die Spur. Nur wird es ihm gelingen, diesen auch zu überführen?

Welch kranker Geist! Ich muss gestehen, ich bin mit dem Plot des Buches nicht wirklich warm geworden. Sicherlich finde ich die Grundidee an sich nicht schlecht, doch die Ausführung entsprach leider so gar nicht meinen Erwartungen. Die Handlung war ziemlich vorhersehbar und gefühlt hätten ein paar Figuren mehr in dem Buch nicht geschadet. Die Figuren an sich konnten bei mir in keiner Weise Sympathien wecken. Die Figur des Leo empfand ich als ausgesprochen verwirrend mit seiner Sammelwut und Fischphobie, ebenso mit seinen Wochentagsgefühlen und Goldfischratten. Auch der Kripobeamte konnte meine Sympathien nicht erringen, denn dieser hat meines Erachtens wenig Lust, sich um seine Arbeit in vollem Umfang zu kümmern und würde lieber eine ruhige Kugel schieben. Den Schreibstil empfand ich als nicht ganz einfach zu lesen, wobei dies jedoch mehr der eher ungewöhnlichen Wortwahl des Protagonisten Leo zu verdanken war. Abschließend kann ich sagen, dass dieses Buch leider meinen Erwartungen an ein Psychoduell zwischen Täter und Ermittler ala "Wer zuerst zwinkert verliert" nicht erfüllen.

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40

01.03.2015

„Den Tod vor Augen”

Natalie Dean ist tot, überrollt von einem Zug, als sie eine Abkürzung über die Bahngleise auf dem Weg zu ihrer Freundin nehmen wollte. Für ihre beste Freundin, die 17-jährige Charley Shepard, ist eine Welt zusammen gebrochen, denn mit Natalie hat sie nicht nur ihre einzige Freundin verloren, sondern auch ihre Vertraute. Charley ist anders, als andere Mädchen ihres Alters. Ihre Mutter beging vor elf Jahren Selbstmord, seitdem lebt sie mit ihrem Vater allein, der das Geld für beide als Taxifahrer verdient. Doch das ist nicht das, war Charley "anders" macht - seit dem Tod ihrer Mutter, seit nunmehr elf Jahren, hat sie Blitzerscheinungen. Während dieser "Anfälle" sieht sie Bilder von Sterbenden vor ihren Augen und erlebt deren Tod mit. Einher gehen diese "Anfälle" mit extremen Kopfschmerzen, die sie teilweise das Bewusstsein verlieren lassen.

Trotzdem Charley diese Anfälle bereits den Großteil ihres Lebens hat, werden sie in letzter Zeit immer heftiger und immer intensiver. Kurz nach der Beerdigung von Natalie hat sie erneut eine Blitzerscheinung. Sie sieht ein Mädchen, etwa in ihrem Alter, dass gegen ihren Willen festgehalten und schlussendlich bewusstlos auf die Bahngleise gelegt wird. Ihr Name ist Kerry und ihr letzter Wunsch ist es, mit ihrer Mutter zu telefonieren. Während dieses Anfalls verliert Charley das Bewusstsein und wird kurz darauf von ihrem Vater gefunden. Dieser weiß, dass irgendwas mit seiner Tochter nicht stimmt, aber an ihre Blitzerscheinungen glaubt er nicht. Charley weiß nicht, ob das, was sie während der Anfälle sieht, gerade geschieht, bereits geschehen ist oder noch geschehen wird, aber eines weiß sie: es ist real!

Tatsächlich stirbt in jener Nacht die 18-jährige Kerry Underwood auf den Bahngleisen. Zwar sieht alles nach einem Unfall aus, doch irgendwer ist misstrauisch, ob es sich tatsächlich um einen solchen handelt und schaltet die Kriminalpolizei ein. Mit vor Ort ist Police Constable Tom Henson. Dieser ist erst seit einer Woche in Marsh Bay und hat unter seinen Kollegen auf Grund des Berufes seines Vaters (erfolgreicher und bekannter Anwalt) und auf Grund seines Alters (erst 20 Jahre alt), einen eher schweren Stand als "Fischling". In der Nähe des Fundortes von Kerrys Leiche trifft Tom am nächsten Tag auf Charley. Diese ist auf der Suche nach Spuren, denn sie meint, den Ort aus ihrer Blitzvision erkannt zu haben, um zu beweisen, dass das, was sie sieht, wahr ist. Tom ahnt, dass Charley nicht grundlos vor Ort ist und beschließt, der jungen Frau etwas auf den Zahn zu fühlen und in der Tat, irgendetwas sagt Charley, dass sie Tom vertrauen kann und sie erzählt ihm, von ihren Visionen. Zwar mag er ihr anfänglich nicht voll und ganz glauben, doch Charley weiß Details, die sie nur wissen kann, wenn sie vor Ort gewesen wäre und das schließt Tom aus. Tom beschließt, dem, was er von Charley erfahren hat, nachzugehen und in der Tat gibt es Ungereimtheiten beim Todesfall von Kerry Underwood. Tom weiß, dass er den Fall mit Charleys Hilfe lösen kann - doch nicht nur die Visionen der jungen Frau interessieren ihn, irgendwie fasziniert ihn die ganze Person Charley Shepard ...

Den Tod vor Augen! Der Plot wurde mysteriös und spannend erarbeitet. Besonders gut hat mir hier gefallen, dass Protagonistin Charley in ihren Visionen dem Mörder immer Stück für Stück näher kommt und sich erst relativ spät im Buch herauskristallisiert, wer nun für den Tod der jungen Frau verantwortlich war und vor allem, warum. Die Figuren wurden facettenreich und realistisch erarbeitet. Besonders gut hat mir die Figur der Charley gefallen, die, obwohl sie ihr Leben lang Ablehnung erfahren hat, gewillt ist, alle Risiken einzugehen, um zu beweisen, dass ihre Visionen wahr sind. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Gefühlsentwicklung zwischen Charley und Tom dann doch teils etwas zu schnell von statten ging, hier fehlte mir doch ein Teil "Realität", zumal Charley ja bisher Zeit ihres Lebens auf der Hut war, wem sie vertraut und wem nicht. Den Schreibstil empfand ich als sehr spannend und angenehm zu lesen, sodass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt hätte. Abschließend kann ich sagen, dass mir das Buch sehr schöne Lesestunden bereitet hat und die Geschichte mich definitiv in ihren Bann gezogen hat.

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