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Name:
Kerstin Stutzke Top 100 Rezensent
Ort:
Berlin
Rezensionen:
667 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 76

nicht hilfreich: 7

Rang:
34

Kerstin Stutzkes Rezensionen

123

ebooks

Hotline

Jutta Maria Herrmann

EUR 9,99 *
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40

02.12.2014

„„Ich werde ein neugeborenes Kind vergraben. Lebendig vergraben.“ (S. 20)”

Christian „Chris“ Stein, Doktor der Psychologie, hat mit seiner Beicht-Hotline eine innovative und bis dato noch nie dagewesene Geschäftsidee ins Rollen gebracht – eine Hotline, bei der die Menschen anrufen können, um ihre Sünden zu beichten. Sollten die Anrufer nur ungern persönlich bei einem anderen Menschen beichten, steht ihnen alternativ auch ein Band zur Verfügung. Soweit so gut und tatsächlich, die Idee war so neu und einzigartig, dass sogar die Presse groß darüber berichtet hat. Von diesem Zeitpunkt an standen die Leitungen so gut wie nicht mehr still. Doch nach dem Boom wurde es ruhiger. Zwar gelingt es Chris noch, kostendeckend zu arbeiten, aber einen „Verdienst“ in dem Sinne gibt es nicht mehr. Chris zur Seite stehen sein Jugendfreund Richard „Rick“ Winter, Konrad und dessen hochschwangere Freundin Paula. Alle zusammen bilden sie das Grundgerüst der Beicht-Hotline und es gibt nur eine Maxime: Nicht (ver)urteilen und keine Polizei – never ever!!!

An einem Abend im Frühjahr, der Winter ist noch nicht lange vorbei, hat Rick Dienst an der Beicht-Hotline und erhält einen Anruf, der sein Leben und das seiner Freunde verändern wird. Eine Frau ruft mit unterdrückter Nummer an und kündigt an, ein neugeborenes Kind lebendig auf dem Friedrichshainer Friedhof zu vergraben – dann legt sie auf. Rick ist mehr als erschüttert und da er Chris telefonisch nicht erreichen kann, tut er das, was absolut untersagt ist: Er meldet diesen Vorfall bei der Polizei. Diese teilt ihm jedoch lediglich mit, dass sie nichts tun können, bevor nicht ein Verbrechen verübt wurde und so ist Rick auf sich allein gestellt. Doch dieser Anruf lässt ihm keine Ruhe und so beschließt er, der Sache auf den Grund zu gehen. Ihm zur Seite steht die hochschwangere Paula, die ebenfalls entsetzt über die angekündigte Tat ist, zumal sie selbst die Geburt ihres Kindes kaum erwarten kann, will sie diesem doch eine Kindheit ermöglichen, die sie selbst nie gemacht hat.

Schlussendlich finden sich beide nachts auf dem Friedhof ein, doch anstelle eines vergrabenen Neugeborenen, finden sie lediglich eine Puppe – ein makabrer Scherz? Diese Hoffnung keimt nur kurz in Rick auf, denn die Frau meldet sich erneut bei ihm und gibt ihm zu verstehen, dass das erst der Anfang war und tatsächlich, nach und nach geschehen immer merkwürdigere Dinge. Der Gesundheitszustand von Ricks Mutter, die seit dem Verschwinden von Ricks Schwester Marie vor sechs Jahren unter schweren Depressionen leidet, verschlechtert sich Zusehens, sodass auch sein Vater sich bald keinen Rat mehr weiß, Konrad und Paula haben beide unterschiedliche Vorstellungen von der gemeinsamen Zukunft und Chris wird von Zukunftssorgen geplagt, denn die Hotline ist sein „Baby“, das er um jeden Preis zum Erfolg führen will. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnt, die Anruferin hat Pläne, an deren Ausführung sie nichts und niemand hindern wird, auch nicht die Teammitglieder der Beicht-Hotline, koste es, was es wolle …

„Ich werde ein neugeborenes Kind vergraben. Lebendig vergraben.“ (S. 20) Der Plot des Buches wurde spannend und authentisch erarbeitet. Gerade mir als Berliner war es eine Freude, den Figuren durch das mir bekannte Berlin zu folgen, denn zu meinem allergrößten Glück spielte das Buch fast durchgängig in den Gegenden, die mir ebenfalls vertraut sind. Auch fand ich die erzählerische Darstellung aus verschiedenen Perspektiven als sehr spannend, denn so erfuhr ich als Leser, was im Team der Beicht-Hotline vor sich ging, wie auch im Kopf der Anruferin und bereits nach einigen Seiten konnte ich erahnen, dass die Frau es alles andere als gut mit ihrer Umgebung meint bzw. mit den Menschen, die ihren Plänen im Weg stehen. Leider war für mich relativ schnell ersichtlich, wie sich die Geschichte auflösen würde und genauso ist es gekommen. An dieser Stelle hätte ich mir gerne noch ein paar falsche Fährten gewünscht, die mich in die Irre geführt hätten. Den Schreibstil an sich empfand ich als sehr spannend und fesselnd zu lesen, gerade die perspektiven Wechsel des Erzählstils haben mir sehr gut gefallen. Die Figuren wurden facettenreich und anschaulich erarbeitet, wobei mein Herz hier eindeutig für die Figur des Rick, der so manches Päckchen mit sich herumzutragen hat, geschlagen hat, denn trotz seiner eigenen Sorten, versteht er es ganz wundervoll, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und er steht seinen Freunden und seiner Familie immer zur Seite. Leider befürchte ich, dass es solch einen (Traum-)Mann wohl doch nur in der Literatur gibt. Ich würde mich jedoch sehr freuen (und gebe meine Hoffnung an dieser Stelle zum Ausdruck) wenn ich Rick nochmals wiederlesen würde.

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40

29.11.2014

„Was willst du noch tun, bevor du den Löffel abgibst?”

*Ursula Dittmer - Delfine bringen Glück*
Barbara und Dennis sind ein Paar im höheren Alter. Sein Traum ist es, nach Griechenland auszuwandern, doch sie zögert noch. Doch dann macht Barbara eine Entdeckung ...

*Sinje Blumenstein - Ein neuer Tag*
Die Protagonistin der Geschichte reist mit ihrer Freundin Chris in die USA und besucht ein Konzert, dass sie ihr Lebtag nicht vergessen wird.

*Maryanne Becker - Fortmachen*
Die 15-jährige Perla lebt mit ihren Eltern in Armut auf dem Land. Sie will weg von dort und heiratet, um so ein besseres Leben in Südamerika zu beginnen. Doch dort steht ihr eine Überraschung bevor ...

*Gerrit Fischer - Meerwert*
Wenn Frank das Erbe seines Onkels Anton antreten will, muss er sich seinen letzten Wünschen fügen, etwas, dass dem Karrieremenschen Frank nicht einfach fallen dürfte.

*Marlene Geselle - Alte Sünden*
Martin liegt im Krankenhaus - er hat Krebs. Jetzt, wo er nicht mehr viel zu verlieren hat, kann er endlich das tun, was ihm schon länger vorschwebte - alte Schulden begleichen.

*Bernd Lange - Reisen, der ewige Wunsch zu schweben*
In dieser Kurzgeschichte geht es um Beobachtungen im Herbst und was diese so mit sich bringen.

*Herr LyDmann - Sturmtänzer*
Studentin Glutja will unbedingt auf ein Forschungsschiff, um dort Wale zu beobachten, doch sie muss Widerstände überwinden, denn ihre Eltern sind vor 20 Jahren auf einem Forschungsschiff tödlich verunglückt.

*Anke Höhl-Kayser - Mars*
Ein Sohn erfüllt den sehnlichsten Wunsch seiner schwer erkrankten Mutter - eine Reise zum Mars.

*Manu Wirtz - Die Straße der Tränen*
Camel Trophy 194 - eine abenteuerliche Autorallye durch 1.000 Meilen Urwald.

*Pamela Menzel - I want to be a part of it*
Sie hat einen Lebenstraum, doch die Angst, die sie begleitet, die der Erfüllung dieses Traumes im Wege steht, wird von Jahr zu Jahr größer. Ob sie sie je besiegen wir und ihr Traum in Erfüllung geht?

*Carsten Koch - Löffel in gute Hände abzugeben*
Ein Mann, gefestigt im Leben und in der Gesellschaft - will ausbrechen und einfach aussteigen. Wird er dazu den Mut aufbringen?

*Sylvia Hubele - Eine Reise an das Ende der Welt*
Der Unterschied zwischen der Vorstellung einer solchen Reise und der Realität.

*Harald Herrmann - Die Tour*
Ein lebenslanger Traum gipfelt in eine Motorradtour in die Vergangenheit.

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Anthologie mit Geschichten rund um die Thematik "Was man noch tun will, bevor man den Löffel" abgibt. Die Geschichten waren sehr angenehm zu lesen, einige haben mir durchaus ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, jedoch konnte ich, auf Grund der Unterschiedlichkeit der einzelnen Geschichten, nicht alle so nachvollziehen. Ich gehe aber davon aus, dass das niemandem gelingen würde, denn jeder hat eigene Wünsche und Träume, die man sich noch erfüllen will, bevor man den Löffel abgibt.

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50

17.11.2014

„2. Band der Hexenkinder-Reihe”

Florian Falco, kurz Eff Eff genannt, ist der mittlerweile 13-jährige Bruder von Samantha (Band 1). Er geht in die 7. Klasse und ist ein überaus freundlicher Junge, freundlich - "nicht nett, da nett ist die kleine Schwester von Scheiße ist". Er ist ein beliebter Junge und hat einen großen Freundeskreis. Doch eine Sache gibt es, die Florian Falco mächtig wurmt - es gibt irgendein Geheimnis zwischen Samantha und ihrer Mutter und das er partout nicht dahinter kommt, zerrt doch etwas an ihm. Doch Samantha erbarmt sich seiner und erzählt ihm von ihrer Reise in die Vergangenheit. Sie berichtet ihm auch, dass ihre Mutter das Portal in die Vergangenheit beseitigt und wohl die Remember mes versteckt hat, sodass eine erneute Reise die Vergangenheit unmöglich ist, doch Samantha hat nicht mit Eff Eff gerechnet.

Zusammen mit seinen Freunden Mohamed Janek (Motze), Bernhard (Klößchen), Hans Peter (Huscher), Charlotte und Anastasia, einer neuen Mitschülerin und heimlichem Schwarm Eff Effs, macht er sich auf die Suche nach den Remember mes und tatsächlich gelingt es ihnen, die drei Amulette zu finden. Auch finden sie heraus, wie sie es zu sechst doch in die Vergangenheit schaffen könnten und sie schmieden einen Plan: Ihren Eltern werden sie eine Geschichte auftischen und sich dann für ein paar Tage in die Vergangenheit begeben, um selbst zu erleben, wie es damals war.

Wider erwartend geht der Plan der sechs auf und sie landen um 1522 in Warnemünde, doch sie werden getrennt. Wieder zueinander zu finden, ist gar nicht so einfach, denn Klößchen und Huscher zum Beispiel landen im Meer und werden schlussendlich von Piraten gefangen genommen. Auch Eff Eff, Anastasia, Charlotte und Motze müssen einige Abenteuer bestehen, bevor sie zueinander finden, doch wird es ihnen gelingen, ihren Verfolgern zu entkommen und schlussendlich zurück in die Gegenwart zu gelangen?

Der 2. Band der Hexenkinder-Reihe! Der Plot wurde wieder abwechslungsreich und realistisch erarbeitet. Besonders gut haben mir die Schilderungen der damaligen Zeit gefallen, denn es fühlte sich für mich als Leser so an, als wäre ich direkt mit dem jeweils Handelnden vor Ort. Die Figuren wurden wieder facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei mein heimlicher Held hier eindeutig Klößchen war, denn der Junge, der am Anfang des Buches als sehr gutmütig und naiv daherkommt, wächst in diesem Band über sich hinaus und vermochte es mehr als einmal, mich in Erstaunen zu versetzen. Den Schreibstil empfand ich wieder als angenehm zu lesen und ganz ehrlich, dieser Band hat mir sogar besser gefallen als der 1. Band.

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40

03.11.2014

„Evi und die Männer”

Die 35-jährige Evi Blum könnte eigentlich rundherum zufrieden mit ihrem Leben sein. Sie ist seit fünf Jahren mit dem 40-jährigen Alexander, einem Programmierer und definitiv Mann ihres Lebens, zusammen, hat einen Job als Steuerfachangestellte, der sie ausfüllt und zwei kleine Probleme: sie wird partout nicht schwanger und Männer: wo sie auch geht und steht, überall begegnen ihr attraktive Männer und ehe sie es sich versieht, flirtet sie heftig mit ihnen. Das gipfelt darin, dass sie beinahe auf einer Betriebsfeier einen Seitensprung mit dem Bruder des Geschäftführers hat. Nach diesem Vorfall beschließt Evi wenigstens bezüglich des Männerproblems einen Therapeuten aufzusuchen, denn als Pastorentochter kann sie mit ihrem schlechten Gewissen so nicht umgehen und auch nicht mit dem Wissen, dass sich ohne Hilfe zukünftig nichts an der Situation "Männer" ändern würde.

Evi entscheidet sich für eine Hypnosetherapie bei Dr. Schäfer. Doch irgendwas läuft bei der ersten Sitzung gewaltig schief - Evi wird zurückgeschickt, allerdings soweit zurück, dass sie im Paradies landet. Nun ja, das war wohl ein Schuss in den Ofen. Bleibt Evi nur noch die Flucht aus Hamburg. Zum Glück besitzt Alex ein altes Bauernhaus außerhalb Hamburgs, dort attraktiven Männern zu begegnen scheint ja eher unwahrscheinlich und so erfüllt sie Alex seinen Wunsch und gibt ihre Zustimmung zum Umzug nach Heven. Tja, aber auch Heven lauert mit Versuchungen, zum Beispiel in Form des Nachbarn.

Es nützt alles nichts, Evi muss die Therapie bei Dr. Schäfer wieder aufnehmen, sonst wird sie irgendwann noch etwas tun, was sie für den Rest ihres Lebens bedauern wird. Doch auch bei den weiteren Sitzungen landet sie immer wieder im Paradies und trifft dort auf Adam, Eva und Jesus. Als wäre das nicht alles kompliziert genug, nimmt von paradiesischer Seite erst noch das Chaos seinen Lauf ...

Evi und die Männer! Der Plot wurde abwechslungsreich und humorvoll erarbeitet. Besonders gut hat mir hier gefallen, dass immer wieder äußerst passende Bibelverse in den Text eingeflossen sind, die die jeweiligen Situationen immer sehr gut unterstrichen haben. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet, wobei ich mich allerdings nicht unbedingt in Evi hineinversetzen konnte, denn dass eine Frau in der heutigen Zeit solche Gewissensbisse hat, nur weil sie anderen Männern hinterher schaut, scheint mir doch etwas abwegig zu sein. Hingegen empfand ich die Nebenfigur des Jesus ausgesprochen entzückend erarbeitet, denn so wie dieser hier erschaffen wurde, so hätte ich ihn mir im Leben nicht vorstellt. Auf jeden Fall war er mir die sympathischste aller Nebencharaktere. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass sich das Buch förmlich wie von selbst gelesen hat.

buch

Feed me!

Martina Schmid

EUR 9,95 *
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50

27.10.2014

„"Womit habe ich diesen Traummann nur verdient?" (S. 61)”

Eigentlich ist die 27-jährige Bea ein ganz normale Frau, wenn auch eine mit einer traumatischen Vergangenheit. Sie ist 1,66 m groß, hat dunkelblondes Haar und wiegt 62,5 kg - also eigentlich alles total normal. Doch eben dieses Gewicht ist es, das Bea das Leben schwer macht, denn irgendwie ist bei ihr alles völlig falsch verteilt, vor allem am Bauch. Über gerade diese Tatsache ist sie todunglücklich, denn egal was sie macht, er geht nicht weg, ja schlimmer noch, ihr Ex-Freund fragte sie mitten im Schwimmbad, ob sie schwanger wäre. Auch die Tatsache, dass ihre beste Freundin Gina, die voll zu ihr steht, leider jene Modelmaße hat, die sie gern hätte, macht ihr Leben kaum erträglicher.

Alles in allem ist Bea mit ihrem Leben und vor allem ihrem Single-Status unzufrieden. Zwar arbeitet sie gerne als Concierge im Holiday Inn, doch kann das wirklich alles in ihrem Leben gewesen sein? Bei einem gemeinsamen Eisessen mit Gina lernt Bea Dr. Francis Cronenberg kennen, einen Tierarzt mit eigener Gemeinschaftspraxis und eine Fitness-Club-Bekanntschaft Ginas. Bea ist sofort fasziniert von Francis, doch schätzt sie ihre eigenen Chancen eher gering ein, denn Francis kommt einem Adonis erstaunlich nahe.

Dann jedoch geschieht in Beas Augen das Unglaubliche - Francis meldet sich fast umgehend bei ihr und bittet sie um ein Treffen. Überglücklich sagt Bea natürlich zu, wie könnte sie nicht, bei solch einem Traummann und tatsächlich kommen sich die beiden schnell näher, doch nicht nur das. Francis scheint keinerlei Probleme mit ihrer Figur zu haben, eher das Gegenteil ist der Fall, er verwöhnt sie kulinarisch nach Strich und Faden und das sie im Laufe der Wochen einige Kilos zunimmt, scheint ihn überhaupt nicht zu stören, sondern im Gegenteil immer mehr anzuturnen. Kann es sein, dass sie in Francis endlich ihren Seelenpartner gefunden hat, der sie so nimmt, wie sie ist und dem ihr Äußeres nicht so wichtig ist bzw. ob sie ein paar Kilo mehr auf die Waage bringt als Otto-Normal-Frau? Francis auf jeden Fall ist entzückt von Bea und hat mir ihr, im wahrsten Sinne des Wortes, große Pläne ...

"Womit habe ich diesen Traummann nur verdient?" (S. 61). Der Plot wurde ausgesprochen realistisch und anschaulich dargestellt. Immer wieder hört man in den Medien von sogenannten "Feedern" und was sich in etwa dahinter verbirgt, kann man relativ schnell in Erfahrung bringen, aber: Wie sind solche Menschen? Wie sind sie dazu geworden? Wie weit gehen sie, um ihren Fetisch auszuleben? Antworten auf diese und viele Fragen mehr wurden in dem Buch sehr anschaulich dargestellt und dennoch, auch nach Beendigung der Lektüre muss ich sagen, ich verstehe solche Menschen nicht und werde es wohl auch nie tun. Das Buch an sich ist jedoch ganz wunderbar erarbeitet worden und führt den Leser langsam und nach und nach in die Materie der Feeder und Feedees ein. Die Figuren wurden ausgesprochen authentisch und natürlich erarbeitet. Diese kamen mir so real vor, dass ich mir immer wieder die Frage stellte: Hat die Autorin mit Feedern / Feedees Kontakt aufgenommen, um diese derart naturgetreu wiedergeben zu können? Ehrlich gesagt weiß ich nicht so genau, was ich von der Figur der Bea halten soll. Sicherlich, zu Beginn ist sie eine ganz normale Frau und entscheidet sich dann scheinbar für den Weg des geringsten Widerstandes bzw. den Weg, der ihr immerwährendes Glück verheißt, doch manchmal fragte ich mich: Wie naiv ist diese Frau mit ihren 27 Jahren, dass sie bestimmte Dinge nicht hinterfragt? Doch ich habe Bea nicht aufgegeben und sie konnte mir doch noch beweisen, dass ich recht daran getan habe, an sie zu glauben. Die Figur des Francis empfand ich als ausgesprochen überzeugend dargestellt, denn ehrlich, wer würde nicht dem smarten, gutaussehenden Tierarzt vertrauen, der noch dazu der Frau seiner Träume jeden Wunsch von den Augen abliest? Doch Vorsicht, der schöne Schein trügt mitunter! Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen emphatisch und auch hart erarbeitet, denn ganz ehrlich, manche Szenen wurden so anschaulich beschrieben, dass ich zwischendrin das Gefühl hatte, ich würde grün anlaufen, denn bestimmte Dinge verursachten mir einfach Unwohlsein und ehrlich, wenn ich bei einem Buch so mitfühle, dann hat mich der Schreibstil voll und ganz in seinen Bann gezogen und überzeugt. Abschließend kann ich sagen, dass es sich hierbei um ein sehr gut recherchiertes Buch über das Tabuthema Feeder und deren Opfer handelt, dessen Lektüre meinerseits sehr aufschlussreich war und mich mit der Hoffnung zurücklässt: Hoffentlich begegne ich solch einem Menschen nie im Leben.

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50

20.10.2014

„3. Band der Raukland-Trilogie”

Geschlagen ist Ronan nach Lennoch zurückgekehrt und nichts ist mehr, wie es war. Er ist nicht länger Ronan Caninn, der Sohn von Azel und Anwärter auf den Thron Rauklands, sondern Ronan Garouth, der Sohn Zhodans, seines Lehrmeister. Sein Halbbruder Broghan hat nach Azels Tod den Thron Rauklands bestiegen, denn andere Anwärter gab es, dank der Aufdeckung von Ronans wahrer Herkunft, nicht mehr. Ronan hat sich geschlagen gegeben, alle Mühen, die er auf sich genommen hat, um Azel von seiner Eignung zu überzeugen, waren umsonst, schlimmer noch, er musste aus Raukland flüchten, denn der Hass seines Bruders Broghan auf ihn kennt keine Grenzen. Lennoch ist seine Zuflucht, Lennoch und dessen Prinzessin Eila, doch kann er hier in Ruhe sein Leben fortführen?

Eila ist nach wie vor gewillt, Ronan zu heiraten, doch erkennt sie ihn derzeit nicht wieder. Zu groß sind der Kummer und die Schmach, die Ronan erlitten hat und es gelingt weder Eila noch Ronans bestem Freund Liam, diesen aufzumuntern. Dann geschieht jedoch das Unfassbare: Broghans Hass auf Ronan ist so groß, dass dieser sogar Schiffe entsendet, um seinem verhassten Halbbruder habhaft zu werden. Ronan selbst sieht keinen Sinn darin, sich einem Kampf zu stellen und will sich ergeben, was jedoch von den Bewohnern Lennochs verhindert werden kann. Als jedoch Broghan verlauten lässt, dass sich Kiara, Ronans Zwillingsschwester, in seiner Gefangenschaft befindet, gibt es für Ronan kein Halten mehr.

Heimlich kehrt er nach Raukland zurück und ist bereit alles zu tun, um seine Schwester aus den Fängen Broghans zu befreien. Schnell muss er jedoch feststellen, dass es sich hierbei nur um eine List Broghans handelte, um ihn nach Raukland zu locken, da er seiner in Lennoch nicht habhaft werden konnte. Kiara selbst befindet sich nicht in Broghans Gewalt, sondern hält sich in Raukland versteckt und ist zusammen mit Zhodan dabei, einen Bauernaufstand vorzubereiten, denn mit der Härte, mit der er über Raukland herrscht, wird er dieses zu Grunde richten. Ronan kann sich nicht länger den Tatsachen verschließen - Broghan muss gestürzt werden, wenn Raukland gerettet werden soll. Auch das Volk sieht in Ronan seinen wahren Herrscher, doch wird es den Ronan, Zhodan, Kiara und den Bauern Rauklands gelingen, Broghan mit seinem mächtigen Heer zu stürzen? Doch Ronan denkt nicht nur an Raukland - auch Hannah, die blinde Prinzessin Angents, die Ronan noch vor wenigen Monaten heiraten sollte und die nunmehr mit Broghan verheiratet ist, konnte er nie vergessen. Nach und nach nimmt Ronan seine Aufgabe an, doch ahnt er, dass dieser Kampf fast aussichtslos sein wird und dass nicht alle seine Gefährten das Ende miterleben werden ...

Der 3. Band der Raukland-Trilogie! Der Plot wurde wieder ausgesprochen spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut in diesem Band hat mir gefallen, dass Ronan nicht als der Held dargestellt wird, von dem der Leser der Meinung ist, er wäre es, nein, hier kommt Ronans menschliche Seite zum Vorschein, denn obwohl er bereits viele Schlachten geschlagen hat, viele Kämpfe austragen musste und fast Unmögliches möglich gemacht hat, er ist ein Mensch und ein solcher kann gebrochen werden. Die Figuren wurden wieder facettenreich und realistisch erarbeitet. Die Wandlung, die Protagonist Ronan in diesem Band durchmacht, empfinde ich als wahnsinnig gut erarbeitet, denn mit jeder Seite merkt der Leser, wie er mit sich ringt, soll er den leichten Weg gehen und hoffen, dass alles gut wird oder wählt er den steinigen Weg, der eine ungewisse Zukunft verheißt oder ist er gar bereit sein Leben zu geben, für einen aussichtslosen Kampf? Faszinierend empfand ich zu sehen, wie Ronan als gebrochener Mann erarbeitet wurde, der sich Stück für Stück seines wahren Selbst bewusst wird und der merkt, dass er für mehr verantwortlich ist, als nur für sein eigenes Leben. Den Schreibstil empfand ich wieder als spannend und sehr emotional, sodass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen konnte und ganz ehrlich, ich habe geheult, so richtig bitterlich geheult während des Lesens, denn die Autorin hat es geschafft, mich dermaßen zu vereinnahmen, dass es sich wirklich so anfühlte, als wäre ich vor Ort, als würde ich als stummer Beobachter dabei stehen und ehrlich, auch ich bin nicht aus Stein, sodass ich bei so manchem Verlust bittere Tränen geweint habe. Leider endet an dieser Stelle die Geschichte um Ronan und Raukland und dabei hätte ich so gerne noch sehr viel mehr davon, mehr von diesen Abenteuern, mehr von den Emotionen, mehr von Raukland, Ronan und allen anderen.

buch

Cyana - Weltenspur 2

Dagmar Helene Schlanstedt

EUR 14,99 *
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50

20.10.2014

„2. Band der Weltenspur-Reihe”

Etwas mehr als zwei Monate sind ins Land gezogen, seitdem Marka und Claudio Witara in letzter Minute retten konnten (Witara). Mittlerweile leben sie in Witara, zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter und überhaupt hat sich alles zum Guten gewendet - die Gefahr für Witara wurde gebannt, Claudios Vater Harkas muss bei dem finalen Kampf getötet worden sein, auch wenn sein Körper nicht gefunden wurde und auch in Liebesdingen sind die Geschwister mehr als glücklich. Claudio hat nach wie vor seinen Doppelstatus als Erst- und Zweitgeborener, doch dieser endet in einer Woche, wenn Marka ihren 15. Geburtstag feiert - dann trennen die beiden Geschwister, die sich in Witara so nah gekommen sind, wieder 9 Monate, bevor Claudio wieder seinen Doppelstatus erlangt und sie sich wieder so nah sein können, als wären sie eine Einheit.

Doch das Glück der Beiden wird getrübt, denn Daanjo, der nächste Vorsitzende Witaras bittet die beiden im Namen von Rusto, seinem Vater und derzeitigem Vorsitzenden Witaras, um Hilfe. Auf der Insel Cyana, die seit langer Zeit unter dem Schutz Witaras steht, werden knallende Geräusche vernommen. Die Cyanaer selbst haben versucht hinter das Geheimnis zu kommen, doch endete diese Mission tödlich. Es ist unklar, woher dieses Knallen kommt, fest steht jedoch, dass es droht Cyana, welches zu Witara gehört, zu zerstören. Rusto weiß lediglich, dass die Ursache für das Übel, in der Vergangenheit, genauer gesagt im Jahr 1945 zu suchen ist, denn seitdem steht die Insel unter dem Schutz der Witaraer, also muss die Gefahr bereits vorher bestanden haben und jetzt zum Ausbruch gekommen sein.

Rusto hat einen Plan geschmiedet, wie es Marka und Claudio gelingen kann, hinter das Geheimnis zu kommen, doch dieser ist nicht ungefährlich. Zusammen sollen sie in die Vergangenheit reisen und mit ihrem Urgroßvater Wilhelm Kontakt aufnehmen, der im Jahr 1945 auf der Insel als Funker stationiert war. Auf Grund dessen, dass Wilhelm ein direkter Vorfahr von ihnen ist, ist dieser in der Lage, die Beiden zu sehen, aber nur er kann sie sehen. Rusto rechnet fest damit, dass Wilhelm als Funker über alle wichtigen Vorkommnisse Kenntnis hat, sodass er in dieser Zeitreise die einzige Möglichkeit sieht, der Gefahr für Cyana auf den Grund zu kommen. Die Reise ist nicht ungefährlich. Zwar droht den Geschwistern vor Ort keine körperliche Gefahr, da sie nur mental vor Ort sind und nur Wilhelm sie sehen kann, doch wenn es ihnen nicht gelingt, hinter das Geheimnis der knallenden Geräusche zu kommen, bevor Marka ihr 15. Lebensjahr vollendet, besteht für die Beiden keine Möglichkeit mehr, in die Gegenwart zurück zu kommen. Trotz dieser Gefahr und noch nicht zu erahnenden Unwegsamkeiten, machen sich die Beiden auf den Weg in die Vergangenheit und tatsächlich gelingt es ihnen, sehr schnell Kontakt zu Wilhelm aufzunehmen. Dieser weiß zwar nicht genau, was es mit der Gefahr um Cyana auf sich hat, erklärt sich jedoch bereit, seinen Nachfahren aus der Zukunft zu helfen. Doch so einfach, wie sich Wilhelm, Marka und Claudio das Ganze vorstellen, wird es nicht, denn sie haben auch im Jahr 1945 einen gefährlichen Feind: Harkas, Claudios Vater, war im Jahr 1945 ebenfalls auf jener Insel und ging seinen dunklen Machenschaften nach. Wird es den Geschwistern zusammen mit Wilhelm gelingen, hinter das Geheimnis der knallenden Geräusche zu kommen und so Cyana zu retten oder wird ihr Schicksal im Jahr 1945 besiegelt?

Der 2. Band der Weltenspur-Reihe! Der Plot wurde authentisch und abwechslungsreich erarbeitet. Ausgesprochen fasziniert war ich von der Tatsache, wie es die Autorin schaffte, eine Atmosphäre in dem Buch entstehen zu lassen, die dem Leser direkt vor Augen führt, wie es seinerzeit im 2. Weltkrieg, kurz vor Ende desselben, ausgesehen hat, wie es sich anfühlte, direkt vor Ort und im Geschehen zu sein und dennoch, nicht nur die Gräuel des Krieges entstehen zu lassen, sondern auch die Menschlichkeit der damaligen Menschen aufzuzeigen. Die Protagonisten wurden wieder facettenreich und ausgesprochen realistisch erarbeitet. Wieder wurde ich durch die unglaubliche Verbindung zwischen Marka und Claudio in deren Bann gezogen, doch nicht nur das. In diesem Buch merkt man, wie gereift sie aus ihrem letzten Abenteuer hervorgegangen sind, ja, wie erwachsen sie eigentlich schon mit ihren 14 Jahren sind. Auch die Figur des Wilhelm, der ja als Deutscher eindeutig auf der Verliererseite steht und dies auch weiß, wurde stilistisch einzigartig erarbeitet, denn dieser ist nicht der böse Nazi, für den mancher Mensch aus der Gegenwart ihn vielleicht halten würde, sondern nur ein ganz normaler Mensch mit Hoffnungen und Träumen, der sich gezwungen sieht, für sein Land, jedoch nicht für dessen ideologischen Grundsätze zu kämpfen. Den Schreibstil empfand ich wieder als ausgesprochen fesselnd zu lesen, sodass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt hätte. Leider endet hier vorerst die Weltenspur-Reihe, doch ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es vielleicht doch noch mal ein Wiedersehen mit Marka und Claudio für mich gibt.

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04.10.2014

„"... Nur die Prinzessin selber, die kümmert sich vor allem um ihre Leute. ..." (S. 8)”

Mellani geht in die 5. Klasse und führt ein Leben, wie es zu viele Kinder tun müssen. In der Schule kommt sie mehr schlecht als recht zurecht, es fehlt ihr ständig an Arbeitsmaterialien, sie trägt alte, zerschlissene Kleidung und wirkt im Ganzen sehr ungepflegt. Auch ihre schulischen Leistungen lassen sehr zu wünschen übrig, aber wenn sie gefragt wird, ob alles in Ordnung ist, bestätigt sie dies immer.

Die häusliche Realität sieht jedoch ganz anders aus. Beide Elternteile sind arbeitslos und leben von Hartz IV. Der Vater ist schwerer Alkoholiker, der sowohl ihre Mutter, wie auch Mellani schlägt. Auch die Mutter trinkt, jedoch nur, wenn sie Sorgen hat, was jedoch angesichts der häuslichen Situation auch oft der Fall ist. Wenn sie getrunken hat, wird auch sie gelegentlich handgreiflich gegenüber Mellani. Komplettiert wird die Familie durch Mellanis jüngeren Bruder und ihre jüngere Schwester. Sie zu beschützen, dass hat sich Mellani zur Aufgabe gemacht. Denn sollte irgendwie nach Außen dringen, wie es in der Familie wirklich aussieht, dass droht Mellani und ihren Geschwistern das Kinderheim und von diesem hat ihr Vater ihr schon so manches erzählt, sodass Mellani alles tun würde, um sich und ihren Geschwistern dieses Schicksal zu ersparen.

Ihr Leben ist Tag ein Tag aus geprägt von täglicher Gewalt und Sorgen um ihre jüngeren Geschwister. Oft liegt es in Mellanis Verantwortung, für ihre jüngeren Geschwister zu sorgen, sie in Sicherheit zu bringen, wenn der Vater wieder betrunken nach Hause kommt und sie sorgt dafür, dass ihre Geschwister was zu Essen bekommen, denn auch daran mangelt es häufig Zuhause. Um dies alles zu überstehen und immer für ihre Geschwister da zu sein, zieht Mellani sich häufig in ihre Fantasiewelt zurück, in der sie eine Prinzessin ist, denn Prinzessinnen sind immer glücklich, werden geliebt und ihnen widerfährt nie etwas Böses. Doch die Realität rückt kontinuierlich näher ...

"... Nur die Prinzessin selber, die kümmert sich vor allem um ihre Leute. ..." (S. 8) Der Plot wurde sehr einfühlsam und einprägsam erarbeitet. Von der ersten Seite an kann man sich als Leser mit der Figur der Mellani identifizieren. Besonders gut gefallen hat mir, dass in diesem Buch von den Figuren eigentlich nur Mellanis Name genannt wird, denn es ist ihre Geschichte, die hier erzählt wird. Die Figuren, allen voran Mellani, wurden sehr tiefgründig und authentisch erarbeitet. Den Schreibstil empfand ich als sehr realistisch erarbeitet und dennoch, leicht verständlich, auch für Kinder, gehalten. Abschließend kann ich sagen, dass es sich hier um ein erschütterndes und dennoch hoffnungsvolles Kinderbuch handelt, welches für Kinder ab 6 Jahren geeignet ist.

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50

08.09.2014

„1. Band der Mysterium-Reihe”

Bis vor zwei Jahren war das Leben des heute 12-jährigen Danny Woo zwar ungewöhnlich, aber glücklich und erfüllt. Zusammen mit seinen Eltern Lily Woo und Harry White lebte er im Zirkus MYSTERIUM und reiste mit diesem durch die Welt. Doch bei einem Brand vor etwas mehr als anderthalb Jahren verlor er innerhalb weniger Minuten seine bis dahin bekannte Welt und seine Eltern. Seine Tante Laura nahm ihn auf, doch da sie beruflich sehr viel als Journalistin unterwegs ist, geht Danny seit einem Jahr auf die Ballstone-Schule. Glücklich ist er dort nicht, denn Freunde hat er keine und muss öfter Mal als Sündenbock herhalten, doch seiner Tante zuliebe hält er durch, bis zu dem Tag, an dem das Unglaubliche passiert. Ohne jegliche Vorwarnung erfolgt eine Explosion, der Danny und die übrige Schülerschaft nur knapp entkommen. Einige Schüler werden leicht verletzt, die Schule jedoch so weit beschädigt, dass die Ferien für alle früher beginnen.

Nun bietet sich für Danny die Gelegenheit, Hongkong, den Geburtsort seiner Mutter kennen zu lernen. Danny ist nicht sicher, ob er dafür bereit ist, doch als seine Tante ihm mitteilt, dass sie dort arbeiten müsse und er sich mit seinem Paten Major Zamora, einem Kleinwüchsigen, der seinerzeit ebenfalls ein Engagement im MYSTERIUM hatte, die Stadt ansehen solle, ist er hell auf begeistert, denn zu Zamora hatte er von je her ein besonders inniges Verhältnis. Seine Tante will derweil über die Triade "Schwarzer Drache" recherchieren.

Doch kaum in Hongkong angekommen, hat Danny das Gefühl, dass sie verfolgt werden. Laura und Zamora können seine Zweifel zerstreuen, doch irgendwas scheint nicht zu stimmen. Detective Tan, Lauras Informant, ist plötzlich nicht mehr erreichbar und bei einem Treffen mit einem ehemaligen Mafia-Mitglied, Charlie Chow und dessen Tochter Sing Sing, geraten sie plötzlich in einen Hinterhalt. Laura und Charlie werden entführt und Danny und Zamora können nur hilflos zusehen. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf, doch Danny traut ihnen nicht und beschließt, mit Zamora selbst nach seiner Tante zu suchen. Noch ahnt Danny es nicht, aber er hat Feinde, die alles tun würden, um ihn für immer zum Schweigen zu bringen und nichts unversucht lassen, seiner habhaft zu werden. Was weiß Danny, das ihn und seine Tante sowie seine Freunde in Gefahr bringt?

Der 1. Band der Mysterium-Reihe! Der Plot wurde spannend und sehr abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Leser sich nie sicher sein kann, was als nächstes passiert. Was auch immer ich mir vorgestellt habe während des Lesens, es ist nicht eingetroffen, immer wieder wurde ich von neuem von den Wendungen des Plots überrascht. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Hierbei sticht nicht nur Protagonist Danny ins Auge, der in diesem Buch eine erstaunliche Wandlung durchmacht und eine Reife beweißt, mit der in dem Alter definitiv noch nicht zu rechnen ist. Auch die Nebencharaktere wurden ausgesprochen tiefgründig und einzigartig erarbeitet, ich hoffe so sehr, dass sie im nächsten Band wieder eine Rolle spielen, denn ich habe sie so lieb gewonnen, dass ich mich noch nicht von ihnen verabschieden will. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen fesselnd zu lesen, sodass ich das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt hätte. Abschließend kann ich nur sagen: Bei diesem Buch handelt es sich um ein ausgesprochen spannendes Jugendbuch, das mich sowohl von seinem Schreibstil, seiner Geschichte, wie auch seinen Figuren voll und ganz überzeugt hat und ich jetzt schon sehnsüchtig auf den nächsten Teil warte. Besonderes gut gelungen finde ich ebenfalls, dass dieses Buch sowohl für Mädchen, wie auch für Jungen sehr ansprechend erarbeitet wurde, sodass für Kinder ab 10 Jahren spannende Lesestunden garantiert sind.

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50

03.09.2014

„Ein Jahr lang Escort-Girl”

Die 23-jährige Sandra zieht vom Land nach Frankfurt um zu Studieren. An sich nichts ungewöhnliches, nur ist das Leben in Frankfurt um einiges teurer, ihre Mutter alleinerziehend, sodass sich Sandy einen Halbtagsjob im Pflegedienst suchen muss. Doch trotz aller Mühen, das Geld reicht vorne und hinten nicht. Ein zweiter Teilzeitjob muss her, denn zu diesem Zeitpunkt weiß sie nicht, woher sie das Geld für die nächste Miete nehmen soll.

In der Zeitung stößt sie auf ein Inserat eines Escort-Service, das ihr Interesse weckt. Naiv wie sie ist, geht sie zu einem Vorstellungsgespräch. Ihre Vorstellungen davon, wohlbetuchte Herren zu diversen Anlässen zu begleiten, werden gleich im Keim erstickt, denn es geht um nichts weiter als Sex, genauer gesagt Prostitution. Doch Sandy ist in großer finanzieller Not, sodass sie sogar bereit ist, den Einstellungstest ihres Chefs zu absolvieren. Diesen besteht sie und so beginnt ihre Karriere im Escort-Service.

Jeder, der an "Pretty Woman" denkt, liegt falsch. Es geht nur um das eine: Befriedung der sexuellen Bedürfnisse von Männern gegen Bezahlung. Zu einem Event hat Sandy nie einen ihrer Kunden begleitet, dafür hatte sie teilweise mehrere Kunden in einer Nacht. 35 Prozent des Verdienstes konnte sie behalten und darum arbeitete sie viel, denn eine Stunde brachte 75 Euro ein, viel Geld für eine Studentin, vor allem, wenn man es in einer Nacht vervierfachen kann. Schnell verliert Sandy jegliche Illusion im Bezug auf die menschliche Gesellschaft. Sicher, sie hatte nette und angenehme Kunden, doch auch abartige waren darunter, die von der jungen Frau teilweise Sachen verlangten, die ich mir so nicht vorstellen konnte. Ein Jahr lang prostituiert sich Sandy, sie lernt die unterschiedlichen Typen Menschen kennen und schließt sogar Freundschaften, aber das Leben im ältesten Gewerbe der Welt ist hart, sehr hart.


Ein Jahr lang Escort-Girl! Bei diesem Buch handelt es sich um einen biographischen Erotikroman, der jedoch auf dem Leben der tatsächlichen Sandy basiert. Die Autorin E. M. Ross hat sich von eben jener Sandy ihr Leben während der Zeit schildern lassen, in klaren, deutlichen Worten, ohne irgendetwas zu beschönigen. Sie berichtet, wie es dazu kam, dass Sandy anschaffen gehen musste und was sie in diesem einem Jahr an angenehmen, aber auch unangenehmen Erfahrungen sammeln musste. Obwohl es sich bei diesem Buch um einen Tatsachenroman handelt, war ich immer wieder erstaunt und teilweise schockiert, denn Sandy bzw. die Autorin lässt den Leser immer wieder in Abgründe blicken, mit denen ich im Leben nicht gerechnet hätte. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und mitunter prickelnd zu lesen, wobei an dieser Stelle noch gesagt werden muss, dass Sandy E. M. Ross zwar ihre Lebensgeschichte erzählt hat, die Autorin diese jedoch in ihren eigenen (abgemilderten jedoch nicht milden) Worten wiedergibt. Abschließend kann ich sagen, dass es sich um einen erstaunlichen biographischen Roman handelt, der deutlich mehr in sich birgt, als es auf den ersten Blick scheint.

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