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Kerstin Stutzke aus Berlin Top 100 Bewerter

Gesamte Bewertungen 570 (ansehen)


Meine Bewertungen

Denken ist nicht tun!

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 30.08.2015

Die 38-jährige Marie Neumann hat das Schrecklichste getan, was sie sich nur vorstellen konnte. Sie hat ihren Freund, den Bestsellerautoren Patrick Gerlach, im Schlaf mit einem Messer erstochen. Dafür wurde sie verurteilt und ist seitdem in der forensischen Psychiatrie. Marie weiß, dass sie es gewesen ist, hatte sie es sich doch bereits vorher immer wieder ausgemalt, wie es wäre, mit einem Messer Patrick zu ermorden, doch erinnern, erinnern kann sich Marie nicht an die Tat, nur daran, dass sie neben Patricks Leiche aufgewacht ist und das Messer, durch das er starb, noch immer in ihrer Hand war.


Dabei lief es zwischen Patrick und ihr so gut, trotz ihrer Erkrankung. Früher, gefühlt in einem anderen Leben, war Marie einst verheiratet gewesen, glücklich in ihrem Job als Kita-Erzieherin und Mutter einer kleinen Tochter. Damals war ihre Welt noch in Ordnung, damals war alles gut - doch ein Unfall zerstörte ihre heile Welt für immer. Ihr kleines Mädchen starb, weil Marie, davon ist sie überzeugt, nicht gut genug auf sie aufgepasst hat. Ihre Ehe hat den Verlust des einzigen Kindes nicht verkraftet, ihr Mann hatte eine Affäre, aber eigentlich war das Marie zu dem Zeitpunkt schon egal. Marie und ihr Mann ließen sich scheiden und Marie arrangierte sich mit ihrem neuen Leben als alleinstehende, berufstätige Frau. Doch dann kamen sie, die Gedanken, die von jetzt auf gleich ihr ganzes Leben beherrschten. Im Internet fand sie heraus, dass es sich um "aggressive Zwangsgedanken" handelt, welche teils als unheilbar gelten.


Irgendwie schaffte es Marie, auch mit Hilfe einer Internetbekanntschaft, sich an dieses Leben zu gewöhnen und als sie dann zufällig Patrick kennenlernte, schien alles wieder möglich zu sein. Doch nun muss sie sich mit der Tatsache auseinander setzen, dass sie ausgerechnet den Mann, den sie so liebte, getötet hat. Zwar versucht man in der Psychiatrie, ihr zu helfen - doch will sie sich wirklich helfen lassen? Sollte man nicht eher den Schlüssel zu ihrer Zelle wegsperren? Ihr behandelnder Arzt, Dr. Jan Falkenhagen, ist jedoch nicht bereit, so einfach aufzugeben - zusammen mit Marie will er ergründen, wie es dazu kam, dass diese einst sanfte Frau zur Mörderin wurde. Marie will sich mit dem Thema eigentlich nicht weiter auseinandersetzen, denn das würde bedeuten wirklich zu realisieren, dass sie ein Monster ist, so wie sie es immer befürchtet hat und solange das nicht feststeht, besteht doch noch Hoffnung, oder?



Denken ist nicht tun! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders faszinierend empfand ich die Thematik des Buches und wie die Protagonistin mit ihrer Erkrankung umgegangen ist und wie es möglich ist, dass aus Gedanken, egal wie sehr man sich bemüht, doch irgendwann Taten werden können. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Gerade das Denken und Handeln der Protagonistin hat mich in diesem Buch sehr vereinnahmt, denn allein die Möglichkeit, dass, egal wie sehr man sich bemüht, am Ende alles vergebens ist und man daran zerbricht, empfand ich sehr gut dargestellt. Auch die inneren Zweifel, wie es, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, dazu kommen konnte, faszinierten mich bis zum Schluss. Den Schreibstil empfand ich als geradezu fesselnd zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte, ich musste einfach wissen, wie es endet. Bei diesem Buch handelt es sich um das erste der Autorin, das ich gelesen habe, aber ich weiß jetzt schon: Es wird nicht das letzte gewesen sein!

Alles muss versteckt sein

Alles muss versteckt sein

von Wiebke Lorenz

8,99

Denken ist nicht tun!

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 30.08.2015

Die 38-jährige Marie Neumann hat das Schrecklichste getan, was sie sich nur vorstellen konnte. Sie hat ihren Freund, den Bestsellerautoren Patrick Gerlach, im Schlaf mit einem Messer erstochen. Dafür wurde sie verurteilt und ist seitdem in der forensischen Psychiatrie. Marie weiß, dass sie es gewesen ist, hatte sie es sich doch bereits vorher immer wieder ausgemalt, wie es wäre, mit einem Messer Patrick zu ermorden, doch erinnern, erinnern kann sich Marie nicht an die Tat, nur daran, dass sie neben Patricks Leiche aufgewacht ist und das Messer, durch das er starb, noch immer in ihrer Hand war.


Dabei lief es zwischen Patrick und ihr so gut, trotz ihrer Erkrankung. Früher, gefühlt in einem anderen Leben, war Marie einst verheiratet gewesen, glücklich in ihrem Job als Kita-Erzieherin und Mutter einer kleinen Tochter. Damals war ihre Welt noch in Ordnung, damals war alles gut - doch ein Unfall zerstörte ihre heile Welt für immer. Ihr kleines Mädchen starb, weil Marie, davon ist sie überzeugt, nicht gut genug auf sie aufgepasst hat. Ihre Ehe hat den Verlust des einzigen Kindes nicht verkraftet, ihr Mann hatte eine Affäre, aber eigentlich war das Marie zu dem Zeitpunkt schon egal. Marie und ihr Mann ließen sich scheiden und Marie arrangierte sich mit ihrem neuen Leben als alleinstehende, berufstätige Frau. Doch dann kamen sie, die Gedanken, die von jetzt auf gleich ihr ganzes Leben beherrschten. Im Internet fand sie heraus, dass es sich um "aggressive Zwangsgedanken" handelt, welche teils als unheilbar gelten.


Irgendwie schaffte es Marie, auch mit Hilfe einer Internetbekanntschaft, sich an dieses Leben zu gewöhnen und als sie dann zufällig Patrick kennenlernte, schien alles wieder möglich zu sein. Doch nun muss sie sich mit der Tatsache auseinander setzen, dass sie ausgerechnet den Mann, den sie so liebte, getötet hat. Zwar versucht man in der Psychiatrie, ihr zu helfen - doch will sie sich wirklich helfen lassen? Sollte man nicht eher den Schlüssel zu ihrer Zelle wegsperren? Ihr behandelnder Arzt, Dr. Jan Falkenhagen, ist jedoch nicht bereit, so einfach aufzugeben - zusammen mit Marie will er ergründen, wie es dazu kam, dass diese einst sanfte Frau zur Mörderin wurde. Marie will sich mit dem Thema eigentlich nicht weiter auseinandersetzen, denn das würde bedeuten wirklich zu realisieren, dass sie ein Monster ist, so wie sie es immer befürchtet hat und solange das nicht feststeht, besteht doch noch Hoffnung, oder?



Denken ist nicht tun! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders faszinierend empfand ich die Thematik des Buches und wie die Protagonistin mit ihrer Erkrankung umgegangen ist und wie es möglich ist, dass aus Gedanken, egal wie sehr man sich bemüht, doch irgendwann Taten werden können. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Gerade das Denken und Handeln der Protagonistin hat mich in diesem Buch sehr vereinnahmt, denn allein die Möglichkeit, dass, egal wie sehr man sich bemüht, am Ende alles vergebens ist und man daran zerbricht, empfand ich sehr gut dargestellt. Auch die inneren Zweifel, wie es, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, dazu kommen konnte, faszinierten mich bis zum Schluss. Den Schreibstil empfand ich als geradezu fesselnd zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte, ich musste einfach wissen, wie es endet. Bei diesem Buch handelt es sich um das erste der Autorin, das ich gelesen habe, aber ich weiß jetzt schon: Es wird nicht das letzte gewesen sein!

Alles muss versteckt sein

Alles muss versteckt sein

von Wiebke Lorenz

15,95

4. Band der Frieda-Klein-Reihe

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 30.08.2015

Völlig unerwartet bekommt die 39-jährige Psychotherapeutin Frieda Klein Besuch aus ihrer Vergangenheit. Eine ehemalige Klassenkameradin, Madeleine Capel, bittet sie um Hilfe. Deren 15-jährige Tochter Rebecca hat sich in letzter Zeit sehr verändert und das nicht unbedingt zum Guten. Becky isst nicht mehr, hat Probleme in der Schule und isoliert sich. Reden können Mutter und Tochter seit einiger Zeit schon nicht mehr miteinander. Frieda ahnt, dass Becky therapeutische Hilfe benötigt und erklärt sich zu einem Gespräch mit der jungen Frau bereit. Tatsächlich merkt Frieda bereits bei diesem ersten Kennenlerngespräch, dass es Dinge gibt, die die junge Frau sehr belasten, ja an denen sie sogar zu zerbrechen droht. Obwohl Frieda nicht die richtige Therapeutin für sie ist, vereinbart sie einen weiteren Termin, um Becky besser kennen zu lernen und ihr schlussendlich bei der Wahl des richtigen Therapeuten zu helfen.


Tatsächlich öffnet sich Becky während des zweiten Gesprächs mit Frieda und offenbart unfassbares: Sie wurde im Haus ihrer Mutter vergewaltigt. Es war dunkel, sie weiß nicht, wer es war und ihre Mutter hat davon nichts mitbekommen. Auch traut sich die junge Frau nicht, sich ihrer Mutter zu offenbaren, da sie Angst hat, dass diese ihr nicht glauben würde. Aber Frieda, Frieda glaubt ihr, denn Frieda weiß, dass Becky die Wahrheit gesagt hat, denn vor 23 Jahren passierte Frieda genau dasselbe. Doch im Gegensatz zu Becky erzählte Frieda ihrer Mutter davon, die ihr nicht glaubte und sie ging zur Polizei, die die Ermittlungen jedoch relativ schnell einstellten. Kurz darauf verließ Frieda für immer Braxton in Suffolk, um in London zu leben.


Auch wenn sie es noch nicht beweisen kann, weiß Frieda, dass es sich um ein und denselben Täter handelt, denn er flüsterte Becky die gleichen Worte zu, wie ihr selbst vor so langer Zeit. In ihrem neuen Leben hat Frieda niemandem von dieser traumatischen Erfahrung berichtet, aber was das richtig? Immerhin sind ihre Freunde ihre Familie. Frieda beschließt, ihren Freunden endlich reinen Wein einzuschenken und ihnen ihre Vergangenheit zu offenbaren. Doch auch Becky beschließt, sich diesem traumatischen Erlebnis zu stellen und berichtet ihrer Mutter von der Vergewaltigung - und diese glaubt ihrer Tochter nicht, ja schlimmer noch, sie wäre der Meinung, sie würde sich nur aufspielen. In einer E-Mail berichtet Becky Frieda davon und auch von ihrer Absicht, zur Polizei zu gehen und eine Therapie zu beginnen. Frieda ist froh, dass das Mädchen solch einen starken Charakter hat und ihr Leben wieder in den Griff bekommen will. Dann jedoch wird Becky tot aufgefunden, es sieht nach Selbstmord aus und auch ihre Mutter glaubt, dass Becky mit allem nicht mehr klar kam und ihrem Leben ein Ende gesetzt hat - alle glauben das, bis auf Frieda. Sie weiß, dass Becky ermordet wurde und beschließt nach über zwanzig Jahren wieder in ihre Heimatstadt zurückzukehren und Nachforschungen anzustellen, denn sie weiß, der Mann, der erst sie und dann Jahre später Becky vergewaltigte, ist auch für ihren Tod verantwortlich und er treibt noch immer sein Unwesen und wird weiter vergewaltigen, bis er gestellt wird.



Der 4. Band der Frieda-Klein-Reihe! Der Plot wurde sehr spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Leser in diesem Band deutlich mehr über Friedas Vergangenheit erfährt und daraus auch die Schlussfolgerung nahe liegt, warum sie so ist, wie sie heute ist. Dieser Band ist definitiv Friedas persönlichster Fall und eigentlich ist es ein Wunder, dass sie so eine starke Persönlichkeit geworden ist, denn der Leser lernt hier nicht nur einen entscheidenden Teil von Friedas Vergangenheit kennen, sondern auch einen Teil ihrer Familie und mit einer solchen hätte man bei einer Figur wie Frieda wohl nicht gerechnet. Die Figuren wurden wieder facettenreich und authentisch in Szene gesetzt. Beeindruckt war ich von der Figur der Frieda, die trotz schwieriger Voraussetzungen, wie der Leser in diesem Buch erfährt, eine starke und verantwortungsbewusste Frau geworden ist, allerdings habe ich immer noch Fragen zu dieser Figur, denn teils agiert sie nach wie vor für mich unverständlich, allerdings hoffe ich, dass die nächsten Bände mir hier Aufschluss geben. Den Schreibstil kann ich nur als spannend und emotional beschreiben, der mich förmlich an das Buch gefesselt hat und mich bis zum Ende der Lektüre nicht mehr losließ. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung "Mörderischer Freitag", die demnächst erscheint und wo der Klappentext schon ausgesprochen vielversprechend klingt.

Dunkler Donnerstag

Dunkler Donnerstag

von Nicci French

14,99

1. Band der Lia-und-Coel-Reihe

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 23.08.2015

Die 17-jährige Lia Raven hat im letzten Jahr furchtbares durchgemacht. Vor neun Monaten, an ihrem 17. Geburtstag, war ihre Welt noch in Ordnung. Früh hatte sie ihre Mutter verloren, aber sie hatte einen Vater, der sie liebte und sie in ihren Wünschen unterstützte, so auch in dem Wunsch, die Flugprüfung abzulegen. Ihr Vater selbst hatte seine bereits und er gab seiner Tochter Stunden. Doch an jenem schicksalshaftem Tag vor etwas über einem halben Jahr wollte er ihr beibringen, bei Sturm zu agieren - die Maschine stürzte ab, ihr Vater starb sofort und Lia wurde schwer verletzt. Seit diesem Vorfall hat sie ihre Sprache und ihr Augenlicht verloren. Nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, lebt sie auf der Ranch ihrer Großeltern väterlicherseits. Hier unterstützt ihre Familie sie im Alltag und ihre Tante Fala, die als Ärztin im nahen Reservat arbeitet, denn Lias Vater war indianischer Abstammung. Doch die Zeit bei ihrer Familie ist vorbei. Laut letzten Willen ihres Vaters soll Lia die Zeit bis zu ihrer Volljährigkeit, bei ihren Großeltern mütterlicherseits in Wales verbringen.


Lia ist nicht ganz wohl bei der Sache, denn diesen Teil der Familie hat sie noch nie kennen gelernt und der Gedanke, in ein Flugzeug zu steigen und nach Wales zu fliegen, behagt ihr gar nicht. Zwar wird ihr Cousin Delsin sie begleiten, doch auch er ist fremd in diesem Land und in der keltischen Kultur, denn ihre Großeltern, Ida und Bran, sind stolz auf ihre keltische Abstammung. Doch anstelle von Ida und Bran, ist Bran in Begleitung eines jungen Mannes namens Coel erschienen, um sie abzuholen und an diesem ist irgendetwas merkwürdig, denn sobald Coel sie berührt, kann sie sehen und gedanklich mit ihm kommunizieren und ganz ehrlich, was sie sieht, gefällt ihr außerordentlich gut.


Tatsächlich gelingt es Lia, mit Hilfe von Coel und Bran heil in Wales anzukommen, doch bereits beim ersten Zusammentreffen mit ihrer Großmutter Ida steht fest: die beiden werden keine Freunde werden und Coel bestätigt ihre Befürchtungen, ja schlimmer noch, er hegt den Verdacht, dass Ida die beiden trennen will und tatsächlich gibt es in dem Haus nur eine Regel: Lia und Coel dürfen einander nicht berühren - mit anderen Worten: Lia wird blind und stumm sein und weiterhin auf die Hilfe von Delsin oder gar ihrer Großeltern angewiesen sein. Doch Lia, die zwar diese Regel akzeptieren muss, gibt sich nicht geschlagen - zum ersten Mal seit einem dreiviertel Jahr gibt es so etwas wie Hoffnung in ihrem Leben, Hoffnung auf ein Leben mit einem Mann, der sie so annimmt, wie sie ist, trotz ihrer Sprachverlustes, trotz ihrer Blindheit, trotz ihres mit Narben entstellten Körpers und nichts und niemand wird ihr diese Hoffnung nehmen! Doch auch Coel hat ein Geheimnis ...



Der 1. Band der Lia-und-Coel-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie auf das Leben der Protagonistin, deren Leben in den letzten Monaten alles andere als einfach war, nunmehr noch neue Menschen und eine ganz neue Kultur einwirken und alle irgendwelche Geheimnisse vor ihr zu haben scheinen, aber niemand willens oder in der Lage ist, ihr die Situation, in der sie als Stumme und Blinde hineingeraten ist, zu erklären. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Protagonistin Lia ist mir hier besonders ans Herz gewachsen, denn obwohl ihr Körper gebrochen war und noch immer Narben und Defekte (Stummheit und Blindheit) aufweist, ist sie fest entschlossen, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu kämpfen, um das zu wahren, was ihr geschenkt wurde - die Liebe eines jungen Mannes, auch wenn die ganze Welt gegen sie beide zu sein scheint, sie weiß, er ist der richtige, er ist der, der sie so nimmt, wie sie ist und sie wird alles tun, um ihn in ihrem Leben zu halten. Den Schreibstil empfand ich als geradezu fesselnd zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und es in einem Rutsch durchlesen musste. Jetzt hoffe ich sehr, dass die Fortsetzung der Reihe nicht allzu lange auf sich warten lässt - es gibt so einen genial-bösen Cliffhanger am Ende!

Wings of Silence

Wings of Silence

von Aubrey Cardigan

13,90

Enttäuschend

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 23.08.2015

Rhett Butler wurde als ältester Sohn des Reisplantagenbesitzers Langston Butler geboren und sein Vater machte ihm schon früh klar, was er von seinem Erstgeborenen erwartet. Doch Rhett war schon immer ein Rebell, sodass er alles tat, jedoch nicht nach der Pfeife seines Vaters tanzte. Früh schloss er Freundschaft mit Farbigen und wurde von seinem Vater mit harter Feldarbeit bestraft, doch Rhett ließ sich nicht brechen. Auch die Militärakademie war nicht in der Lage, den jungen Mann zu brechen, sodass er es schaffte, der Akademie verstoßen zu werden. Als er sich jedoch auf ein Duell mit einem Untergebenen seines Vaters einlässt, ist das Maß voll und Rhett wird von seinem Vater verstoßen.

Doch Rhett ist nicht dumm und er hat einen guten Riecher für geschäftliches, sodass er innerhalb weniger Jahre ein vermögender Mann ist. Zwar bringt ihm das seine Familie nicht zurück, aber er kann mehr oder weniger tun und lassen, wonach ihm beliebt und durch Zufall wird er auf ein Plantagenfest eingeladen und trifft dort auf die Frau, die sein Leben für immer verändern sollte: Scarlett O'Hara. Für ihn ist es Liebe auf den ersten Blick, denn er erkennt, dass sie genauso ist wie er - unbeugsam und sie weiß, was sie will. Doch die Freude der Bekanntschaft ist nicht auf Scarletts Seite, denn ausgerechnet in einem schwachen Moment ihrerseits tritt Rhett in ihr Leben.

Zwei Ehemänner wird Scarlett "verschleißen" und ein Bürgerkrieg ins Land ziehen, ehe die Beiden das werden, wofür sie von Anfang an bestimmt waren: ein Paar. Während Rhett alles tut, um seiner Frau jeden Wunsch zu erfüllen, sehnt diese sich weiterhin nur nach Ashley. Als Krönung ihrer "Liebe" wird die gemeinsame Tochter Bonnie Blue geboren, kann jedoch die Ehe ihrer Eltern nicht retten. Dann verstirbt Bonnie auf Grund eines Unfalls und Rhett bleibt als gebrochener Mann zurück ...

Enttäuschend! Der Plot wurde sehr bildgewaltig erarbeitet, doch ganz ehrlich, ich wurde enttäuscht. Sicherlich hatte ich in dem Buch nicht wirklich neues erwartet, sondern vielmehr eine der berühmtesten literarischen Liebesgeschichten der Welt aus der Sicht von Rhett Butler, doch meine Erwartungen wurden nicht erfüllt. Zwar werden in diesem Buch Aspekte aus Rhetts Leben aufgezeigt, die bisher unbekannt waren, doch das ganze Buch ist weder mit "Vom Winde verweht", noch mit der Fortsetzung "Scarlett" stimmig. Die Figuren wurden realistisch erarbeitet, jedoch fehlte es ihnen etwas an Reiz. Waren die vorherigen Bücher dieser Liebesgeschichte einfühlsam und authentisch in Szene gesetzt, so muss ich sagen, dass ich hier eindeutig gemerkt habe, dass ihr ein Mann am Schreiben war. Hat er sich überhaupt mit den anderen Büchern beschäftigt? Hier hege ich großen Zweifel, denn beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass er von völlig anderen Personen schreiben würde, als die mir bekannten. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, jedoch konnte der Schreibstil nicht über die übrigen Enttäuschungen des Buches hinwegtrösten.

Rhett

Rhett

von Donald McCaig

9,95

Illegale Klone berühmter Persönlichkeiten

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 23.08.2015

Der 50-jährige Tycho Mercier lebt ein ruhiges und bescheidenes Leben in einem Pariser Vorort. Er arbeitet als Dozent für Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts an der Universität und ist mit seinem Leben recht zufrieden. Die Ehe mit seiner Frau Phoebé zerbrach vor einigen Jahren und der gemeinsame 10-jährige Sohn Bruno lebt nach wie vor beim Vater, wobei er alle zwei Wochenenden bei seiner Mutter verbringt. Phoebé ist zwischenzeitlich wieder anders liiert und leitet ihr eigenes Fitnessstudio, eine Tätigkeit, die voll und ganz ihrem Naturell entspricht. Wobei es in Tychos Leben doch etwas gibt, das in ihm Begehren weckt - Marilyn, jedoch nicht das Original, denn die ist ja schon einige Jahrzehnte tot, sondern die Marilyn von Bassompierre, einem Notar im Ruhestand, der einen Marilyn-Klon besitzt.


Doch mit der Ruhe im Haushalt Mercier ist es vorbei, als ein Gewinn die beiden erreicht. Vor kurzem hatte Phoebé im Beisein ihres Sohnes an einem Gewinnspiel im Supermarkt teilgenommen und für den Fall eines Gewinns die Adresse ihres Sohnes angegeben. Tatsächlich hat gerade dieses Los den Hauptgewinn eingebracht - einen Klon. Doch nicht irgendeinen Klon, es ist ein Klon von Adolf Hitler, eine Klonreihe, die erst kürzlich verboten wurde. Nun hat Tycho ein Problem, denn selbst der Besitz eines solchen Klons ist verboten. Ein Dutzend davon wurden gezüchtet und wurden auch wieder zurück gerufen. Wie dieser ausgerechnet bei ihm landen konnte, ist Tycho nicht ganz klar. Als jedoch Tycho in Phoebés Beisein am nächsten Tag versucht, den Klon im Supermarkt zurückzugeben, wird dieser nicht zurückgenommen. Frustriert nimmt er Nr. 6 (von 12) wieder mit nach Hause, sehr zur Freude von Bruno, der in Dolfi bereits einen Freund gefunden hat.


Tatsächlich stellt sich heraus, dass es sich bei Dolfi um ein sehr friedliches Exemplar handelt, sodass er vorerst (zähneknirschend seitens Tycho) bei den Merciers bleiben und sich im Haushalt nützlich machen darf. Doch es kommt noch schlimmer. Plötzlich steht eine völlig verzweifelte Marilyn bei Tycho in der Tür. Ihr Besitzer hatte einen Schlaganfall und man einigt sich darauf, dass besagte Marilyn so lange bleiben darf, bis Bassompierre wieder aus dem Krankenhaus entlassen wird. Als dieser jedoch kurz darauf verstirbt, ist guter Rat teuer, denn zwischenzeitlich hat Tycho mitbekommen, dass es sich bei Marilyn nicht um einen legalen Klon handelt, sondern um eine illegale Raubkopie. Als dann auch noch die Polizei vor der Tür steht, ergreifen die beiden ungleichen Klone die Flucht ...



Illegale Klone berühmter Persönlichkeiten! Der Plot wurde futuristisch-real und abwechslungsreich erarbeitet. Mag man auch von der Idee des Klonens generell halten, was man will, aber wenn das Klonen von Menschen eines Tages tatsächlich möglich sein sollte, wo ist die Grenze? Wer darf wie oft geklont werden? Ist das die moderne Sklaverei der Zukunft, denn Klone sind ja keine vollwertigen Menschen? Auf jeden Fall bietet dieses Buch interessante Denkansätze in diese Richtung. Die Figuren wurden durchaus facettenreich erarbeitet, wobei ich hier eindeutig sagen muss, dass in meinen Augen die meiste Persönlichkeit ausgerechnet der Klon Marilyn hatte. Selbst Tycho, als Protagonist, blieb etwas blass neben dieser schillernden Persönlichkeit, von dem anderen, sehr zurückhaltenden Klon mal nicht zu sprechen. Der Schreibstil empfand als sehr angenehm zu lesen, ich hatte keinerlei Probleme, hier voll in das Buch einzutauchen.

Dolfi und Marilyn

Dolfi und Marilyn

von François Sainto…

14,99

1. Band der Aurora-Reihe

Kerstin Stutzke aus Berlin , am 23.08.2015

Alexandra "Sasha" Lawson ist eigentlich ein ganz normaler 16-jähriger Teenager. Ihre Eltern sind früh bei einem Unfall verstorben, doch bei ihrem Großvater, einem Doktor der Physik, hat sie ein liebevolles Heim gefunden. Die beiden Leben in Chicago und Sasha besucht die 10. Klasse der Highschool, während ihr Großvater wieder an der Universität unterrichtet. Eigentlich war er schon im Ruhestand, aber um das Leben von sich und seiner Enkeltochter zu finanzieren, ist er wieder arbeiten gegangen, wobei Sasha den Verdacht nicht loswird, dass es sich hierbei nur um eine Ausrede handelt, denn Zuhause ist ihrem Großvater die Decke auf den Kopf gefallen. Doch etwas hat sich verändert in letzter Zeit. Es scheint glatt so, als würde sich Grant Davis, einer ihrer Mitschüler, für Sasha interessieren. Als er sie zum Abschlussball einlädt, scheint ihr Glück vollkommen.


Doch der Abend endet anders, als geplant. Die Beiden wollen noch dem Ball noch etwas allein sein und ziehen sich etwas zurück. Als Grant ihr auch noch einen Armreif schenkt, meint Sasha, auf Wolke Sieben zu schweben, bis sie das Bewusstsein verliert. Als sie wieder zu sich kommt, geht es ihr hundeelend, ihr ist schwindlig und schlecht und ihr tut jeder Knochen im Leib weh. Aber Grant ist da, also ist doch wohl alles in Ordnung - oder auch nicht, denn Grant offenbart ihr, dass er nicht Grant wäre, sondern sein Analog aus der Parallelwelt Aurora und dass auch Sasha sich jetzt in dieser Welt befände. Sasha ist mehr als verwirrt, doch bevor die Männer sie endgültig aus Chicago verschleppen können, gelingt ihr die Flucht. Auf ihrer Flucht durch Chicago muss sie feststellen, dass dies nicht mehr die Stadt ist, die sie kennt und in der sie aufgewachsen ist, ja schlimmer noch, irgendetwas scheint mit ihrem Gesicht zu sein, was die Leute gegen sie aufbringt.


In letzter Sekunde kann Thomas (ehemals Grant) Sasha aus ihrer misslichen Lage befreien, doch damit ist sie wieder da, wo sie vorher schon war. Grant bringt sie in einen Palast (ja, es herrscht Monarchie in Aurora) und stellt sie dem General vor. Dieser klärt sie darüber auf, das sie als Analog der Prinzessin des Vereinigten Staatenbundes von Columbia und rechtmäßige Thronfolgerin fungieren muss, bis die entführte Prinzessin Juliana wieder gefunden wurde. Dies muss binnen sechs Tagen geschehen, denn in genau einer Woche muss Prinzessin Juliana einen Prinzen aus dem verfeindeten Farnham heiraten, um endgültig Frieden zwischen den Völkern zu stiften. Sasha ist entsetzt, muss sich schlussendlich aber fügen, da sie sonst nie wieder nach Hause zurückkehren kann. Tatsächlich meistert Juliana ihre Aufgabe zur allgemeinen Zufriedenheit, denn was niemand ahnt: Seit ihrer Kindheit träumt Sasha von eben jener Prinzessin Juliana, die im Traum immer ihr eigenes Gesicht hatte. Waren das gar keine Träume und wer hat Juliana verschleppt? Wird man sie rechtzeitig finden und zurückbringen können oder muss Sasha womöglich noch diesen fremden Prinzen heiraten?



Der 1. Band der Aurora-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich für Sasha nach und nach die Geschichte erklärt, denn auch wenn sie in Aurora ist, ist der Kontakt zu eben jener Juliana noch nicht abgerissen, auch jetzt sieht sie in ihren Träumen immer noch, was sie tut und wo sie sich befindet und nach und nach offenbart sich Sasha die Wahrheit, was wirklich hinter der Entführung der Prinzessin steckt. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet, wobei hier meine Sympathie eindeutig auf Seiten von Sasha liegt, denn diese junge Frau, die ohne Vorwarnung in ein fremdes Leben katapultiert wird, schlägt sich ausgesprochen wacker und lässt sich nicht unterkriegen. Aber auch die Figur des Thomas empfand ich als sehr gelungen erarbeitet, vor allem, was seinen Gewissenskonflikt zwischen seiner Pflichterfüllung und seinen Gefühlen gegenüber Juliana/Sascha betrifft. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, muss jedoch gestehen, dass ich mir zwischendrin doch etwas mehr Dramatik erhofft hatte. Abschließend kann ich nur sagen, dass es sich um einen faszinierenden Reihenauftakt mit einem interessanten Plot, sehr charakterstarken Figuren und einem angenehmen Schreibstil handelt und ich schon sehr auf die Fortsetzung gespannt bin.

Das Licht von Aurora

Das Licht von Aurora

von Anna Jarzab

12,99