bol.de

Bewerter

Eine Kundin / Ein Kunde Unsere Top-BuchhändlerInnen

Gesamte Bewertungen 464 (ansehen)


Lieblingsautoren:
Neil Gaiman, Michael Cunningham, Amber Dermont, Joey Goebel, Kevin Hearne, Ruth Ozeki Jane Austen, Haruki Murakami, Johanna Sinisalo, DBC Pierre, Chris Adrian, Floortje Zwigtman, Patrick Spät und viele, viele mehr :-)

Meine Bewertungen

Isn't it bromantic?

Eine Kundin / Ein Kunde , am 01.02.2017

Aus dem jungen Peter Parker, der sich mit typischen Teenagerproblemen auseinandergesetzt hat und nebenbei als die Spinne, Kriminelle Dingfest gemacht hat, ist ein ansehnlicher Mitglied der Gesellschaft und Geschäftsmann geworden. In letzter Zeit muss er sich allerdings einem leidlichen Zeitgenossen widmen: Wade Wilson alias Deadpool. Der will Spider-Man auf seine Seite ziehen und ihm klarmachen, dass sie beide Peter Parker aus dem Verkehr ziehen müssen.

Spätestens seit dem Kinoerfolg von Deadpool(=genial dargestellt von Ryan Reynolds), kennt auch das breitere Publikum inklusive meiner Wenigkeit, den sarkastischen Superheld, der immer einen guten Spruch auf Lager hat. Der erst 1997 erstmals erschienene Marvel Superheld ist also im Gegensatz zu Spider-Man relativ jung. Letzerer ist bereits vor 55 Jahren das erste Mal in einem Comicheftchen erschienen und ist neben Captain Future, mein allerliebster Kindheits-Superheld. Comics sind aus meinem "Lesefokus" nie ganz verschwunden, sie wurden höchstens an den Rand gedrängt und wenn mir etwas Spezielles in die Hände fällt oder mir empfohlen wird, dann greife ich gerne zu. So wie zum Beispiel bei den Sandman Comics, die von Neil Gaiman geschrieben worden ist, oder die Buddha Graphic Novels (=ursprünglich als Mangas erschienen), die von Osamu Tezuka stammen. Der geneigte Comicfan wird nun vielleicht die Hände übereinanderschlagen und mit dem Kopf schütteln, dass ich hier so viele verschiedene Stile und Arten von Comics erwähne und in einen Topf werfe. Er oder Sie mögen mir bitte verzeihen, denn aus mir spricht hier der Laie. Das Einzige, dass ich nun an dieser Stelle ein wenig bekritteln könnte, wäre die Deutsche Übersetzung von - Zwei vom selben Schlag. An ein oder zwei Stellen ist der Sarkasmus und Wortwitz erheblich entschärft. Deadpool ist hier seines Steckenpferdes beraubt worden. Will man hier der Ausbreitung von Anglizismen entgegenwirken oder wollte man die amerikanische Umgangssprache entschärfen um ein jüngeres Publikum zu gewinnen, oder um es nicht abzuschrecken? Selbst den Titel hätte man beibehalten können: "Isn't it bromantic" versteht man auch hierzulande recht gut. Wer nun Blut geleckt hat, dem empfehle ich - Deadpool killustrierte Klassiker - (=hier gefällt mir der Wortwitz schon wieder besser) und - Deadpool killt das Marvel-Universum.

Spider-Man & Deadpool 01
von Ed McGuinness
(1)
Buch (Taschenbuch)
14,99

Eine kleine Geschichte der Menschheit

Eine Kundin / Ein Kunde , am 01.02.2017

In - Evolution - erzählt Stephen Baxter die gesamte Menschheitsgeschichte(=und auch darüber hinaus), beginnend vor 65 Millionen Jahren und bis 500 Millionen Jahre in der Zukunft reichend. Hauptprotagonist in der Kreidezeit ist zum Beispiel das Eichhörnchen-ähnliche Tier Purga und ihre Nachkommen. Dieses Tierchen, dass unter heutigen Paläontologen unter der Gattung Purgatoris bekannt ist, gilt als Vorläufer der Primaten und damit auch als der des Modernen Menschen. Ihre Welt hat allerdings den Zenit überschritten und steht vor dessen fast gänzlichen Auslöschung: Ein großer Meteorit rast auf die Erde zu.

Als Liebhaber von ScienceFiction-Literatur stößt man über kurz oder lang auf den Namen Stephen Baxter und dadurch auch auf seine Werke. Vom Inhalt war ich sehr überrascht, denn eigentlich hab ich erwartet einen Zukunftsroman zu lesen und nicht eine Geschichte der Menschheit und deren Vorfahren. Nichtsdestotrotz ist es eine sehr lebendig erzählte Geschichte und in ein paar wenigen Kapiteln lässt uns der Schriftsteller in eine nahe Zukunft blicken. Sie bilden sozusagen die Rahmenhandlung. Diesen Roman nun als ScienceFiction-Literatur zu Klassifizieren fällt mir nicht sehr leicht. Klar, eine Nebenhandlung greift das Thema der sich selbstreproduzierenden Roboter auf. Allerdings macht eine Schwalbe noch keinen Sommer und ein Roboter noch keine ScienceFiction-Literatur. Ich würde es eher als wissenschaftlich-inspirierten Roman sehen, der mit ein paar Fantasy-Elementen gewürzt ist.

Evolution
von Stephen Baxter
(3)
Buch (Taschenbuch)
12,99

Alice im Wunderland vs. Alice hinter den Spiegeln

Eine Kundin / Ein Kunde , am 01.02.2017

Über den Inhalt von - Alice im Wunderland - und - Alice hinter den Spiegeln - brauche ich nicht viele Worte verlieren: Die meisten kennen die Geschichte von Alice, die einem Kaninchen in einen Bau folgt und sich plötzlich im Wunderland befindet. Als bibliophiler Mensch sprechen mich vor allem kunstvoll gestaltete Ausgaben immer wieder an. So ist es nicht verwunderlich, wenn bestimmte Romane und Erzählungen öfters als einmal in mein Bücherregal wandern.

Im Gerstenberg Verlag ist im Jahr 2015 nun eine wunderschöne und Deutschsprachige Ausgabe von - Alice im Wunderland - und - Alice hinter den Spiegeln - erschienen. Illustriert wurde sie von Floor Rieder und prompt wurde es in den Niederlanden für das wirklich tolles Cover ausgezeichnet. Ein Highlight liegt in der Gestaltung: Hat man den ersten Roman gelesen, dreht man das Buch um und liest, sozusagen von hinten, den zweiten Roman. Dabei ist der Titel von - Alice hinter den Spiegeln - in Spiegelschrift geschrieben und ist der zweite Hingucker. Dafür wurde es von der Stiftung Buchkunst, mit dem Preis "Das schönste Deutsche Buch ausgezeichnet.

Alice im Wunderland & Alice hinter den Spiegeln
von Lewis Carroll
(16)
Buch (gebundene Ausgabe)
25,00

Eine Dreiecksbeziehung die gar keine ist

Eine Kundin / Ein Kunde , am 02.01.2017

Garnet ist von Narben völlig entstellt und seine Haut hat die Farbe von Maulbeersaft angenommen. Der Kriegsveteran ist erst vor kurzem nach Hause gekommen und hängt dort seiner alten Jugendliebe nach. Die Witwe Rance nimmt zwar seine Liebesbekundungen an, will ihm aber nicht unter die Augen treten. Garnet vermutet das seine Narben und Kriegsverletzungen daran Schuld tragen. Eines Tages trifft Garnet auf einen jungen Mann, der nicht sofort von seinen Verletzungen abgestoßen ist. er ist auf der Flucht und in Garnte regen sich schön langsam Gefühlte für diesen schönen jungen Mann.

Seit Längerem habe ich den umstrittenen amerikanischen Schriftsteller James Purdy ins Auge gefasst. Allerdings gibt es zurzeit nur zwei Romane die ins Deutsche übersetzt wurden und im regulären Buchhandel erhätlich sind. Der eine ist - Der Gesang des Blutes - und der andere trägt den Titel - Die Preisgabe. Der in den Weiten der literarischen Welt ein wenig in Vergessenheit geratene geniale Schriftsteller, bekommt meiner Meinung nach nicht die Aufmerksamkeit, die er wohl verdient hätte.

In dieser prosaischen Erzählung treffen vier verschiedene Hauptprotagonisten aufeinander: Garnet Montrose, Georginia Rance, Quintus Pearch und Potter Deventry. Aus dieser Konstellation entwickelt sich nicht eine Dreiecks- sondern eine Vierecksbeziehung zwischen einem Mörder, Diener, Kriegsveteran und einer Witwe, dabei ist Letztere, in dieser Geschichte, über einen längeren Zeitraum nur passiv präsent. In Zentrum des Romans stehen die Leidenschaft und die Sexualität der Protagonisten. Bei zweien der Männer entbrennt eine tiefe Freundschaft und Zuneigung, die allerdings nicht offen ausgelebt wird und wie so oft, wenn Gefühle unterdrückt werden, enden sie teilweise in Gewaltätigkeiten.

Der Schriftsteller James Purdy bedient sich einem einzigartigem und eloquentem Stil, der Lust macht mehr von ihm zu entdecken und um seine Werke kennenzulernen. Für mich gehört er zu einer fixen Größe der sogenannten Südstaatenliteraten, genauso wie es auch Carson McCullers, Harper Lee und Truman Capote für mich tun. Der Gesang des Blutes ist 1976 das erste Mal auf Englisch erschienen und im Jahr 1988 erschien sogar ein Film (=Im Zeichen des Feuers, oder in einer neueren Auflage als: In A Shallow Grave - Die Rückkehr des Garnet Montrose) der auf der Grundlage dieses Romans produziert worden ist. Niemand geringerer als Patrick Dempsey spielt darin den Potter Deventry, wenn nun jemand sehen möchte wie der Schauspieler, der mit der Serie Grey's Anatomie berühmt geworden ist, als Jugendlicher ausgesehen hat, dem lege ich diesen Film näher.

Der Gesang des Blutes
von James Purdy
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
17,99

"Du wirst niemals glücklich sein"

Eine Kundin / Ein Kunde , am 02.01.2017

Vincent beginnt mit dem Satz „Tut mir leid, dass Du es ausgerechnet von mir erfährst, aber Du wirst niemals glücklich sein.“ Und ist zugleich der erste Satz eines Briefes, den der etwas betrunkene Harlan an den kleinen Vincent schreibt. „Du wirst niemals glücklich sein.“ Harlan ist ein Musikmanager mit nur einen einzigen Klienten und dass ist Vincent. Er begleitet Harlan ab frühester Kindheit und sorgt persönlich dafür, dass diesem mit sehr vielen Talenten ausgestatteten Künstler, niemals die Tragödien des Lebens ausgehen. Denn nur ein Künstler der leidet kann wahre Kunst erschaffen. Jedenfalls glaubt Harlan fest daran.

Vincent ist in drei Teile geteilt und ist nicht wie man vermuten könnte aus der Sicht Vincents geschrieben, sondern aus der seines Managers Harlan Eiffler. Darin kritisiert der wirklich talentierte Romancier Joey Goebel die Unterhaltungsindustrie und erzählt bewegend die Sehnsüchte und Enttäuschungen von Heranwachsenden. Meiner Meinung nach gibt es, trotz der Unmengen an guter und neuer Unterhaltungsliteratur, nur wenige, die das Geschichtenerzählen so gut beherrschen wie es eben Goebel vermag. In einem Interview hat er verraten, dass er die Idee zu diesem Roman hatte während er ein Liebeslied im Radio hörte. Welcher Song es war weiß er heute nicht mehr oder will es vielleicht nicht verraten. Das Lied brachte ihn auf einen Gedanken: Was wäre wenn hinter allen Liebesballaden ein einziger Künstler steckte? Was müsse passieren damit dieser Künstler für eine lange Zeit auf einem hohen Niveau kreativ bleiben könnte? Goebel kam zu dem Schluss, dass dieser Künstler schlussendlich leiden müsse. Künstlerische Höchstleistungen würden vor allem aus der seelischen Not heraus enstehen. Dadurch ist der Hauptprotagonist der Geschichte ein richtiges Ekelpaket, der den armen Vincent immer weiter quält, um aus ihm noch den letzten Tropfen Kreativität zu pressen. Die Idee das Schicksal für einen anderen Menschen zu spielen und ihn aus dem Verborgenen heraus zu lenken ist dem Schriftsteller gut gelungen. Falls es nun noch jemanden gibt, der die Romane von Joey Goebel noch gar nicht kennt, dem sei nun jedes einzelne empfohlen. Jeder ist einzigartig und großartig verfasst.


Vincent
von Joey Goebel
(31)
Buch (Taschenbuch)
11,90

Champagner für Zimmer 205

Eine Kundin / Ein Kunde , am 02.01.2017

Der junge Béla hat eine harte und karge Kindheit hinter sich gelassen und kommt mit 14 Jahren zu seiner Mutter nach Budapest. In der großen Stadt will er sein Glück nun endlich finden, aus seinen Plänen weiter zur Schule zu gehen, wird allerdings nichts. Die Mutter haust in erbärmlichen Zuständen und muss, ob er will oder nicht, auch Geld beisteuern und verdienen. Sie verschafft ihm zunächst eine unbezahlte Stelle als Boy in einem Grandhotel und hofft dort auf reichlich Trinkgeld. Als er das erste mal auf ihre Exzellenz trifft, eine junge Frau die ihm Grandhotel wohnt, ist es um den jungen Béla geschehen.

Ich hab mich sehr gefreut, dass der Diogenes Verlag diesen "vergessenen" ungarischen Klassiker neu aufgelegt hat. Der Roman spielt in der Zwischenkriegszeit und literarisch finde ich die Zwanziger und Dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts sehr interessant. Dabei ist es mir einerlei ob es sich die Geschichte bloß in dieser Zeit handelt, oder ob sie selbst zu dieser Zeit entstanden sind. Beides ist mir gleich lieb. Vielleicht liegt es auch daran, dass diese Zeit mit der unsrigen vergleichbar ist, dass zwischen Dekadenz, politischen Unruhen, Reichtum und Armut hin und her schwankt. Und welcher Platz wäre besser um das perfekte Zusammentreffen dieser verschiedenen Gegensätze zu präsentieren als in einem Grandhotel? Mir würde auf Anhieb keines einfallen. Man leidet mit der Dienerschaft mit und verflucht insgeheim die reichen Herrschaften. János Székely hat mit - Verlockung - allerdings keinen fiktiven Roman geschrieben, viel mehr wollte er Zeitlebens eine Trilogie schreiben, die er aber nicht mehr fertiggestellt hat. Schade, denn dieser Schriftsteller hätte bestimmt noch einige interessante Geschichten auf Lager gehabt. Die sehr bildhafte und einfache Sprache haben die beinahe eintausend Seiten sehr schnell verfliegen lassen. Nur noch ein Kapitel war meine Devise und dann sind es doch mehr geworden als geplant. So gehört dieser Roman zu lesereichen Nächten; wer nun nach ähnlicher Literatur sucht, dem kann ich - Der große Gatsby - von F. Scott Fitzgerald und - Menschen im Hotel - von Vicky Baum wärmstens empfehlen.

Verlockung
von János Székely
(1)
Buch (Taschenbuch)
14,00

Dem Meister über die Schulter schauen

Eine Kundin / Ein Kunde , am 02.12.2016

Der heurige literarische Bücherherbst hat ein ganz besonderes Gustostückerl auf Lager: Haruki Murakamis wohl persönlichstes Werk. Vom Beruf Schriftsteller handelt, wie man es vom Titel eigentlich schon erahnen kann, übers Schreiben. Ja, er schreibt über das Schreiben und es ist beinahe so, als ob man dem Meister über die Schulter schaut. Und wenn es jemand erklären kann dann er, schließlich schreibt Murakami seit über 35 Jahren. Letztlich wird niemand sein Talent leugnen können und dass trotzdem er sich selbst für einen ganz normalen Menschen hält. Hier kommt, meiner Meinung nach, ein ganz typischer japanischer Wesenszug zum Vorschein. Er nimmt aber auch Stellung zu der Atomkatastrophe Fukushima, erklärt weshalb er nur wenig Wert auf Auszeichnungen und Literaturpreise legt und zeigt die Unterschiede zwischen westlicher und östlichen Buchveröffentlichungen auf. Interessant ist, dass dieser Roman in Japan nicht online erhältlich war, sondern nur in Buchläden. Trotzdem war die erste Auflage schwuppdiwupp, innerhalb weniger Tage vergriffen. Der geneigte Murakami-Fan weiß, dass der große Meisterromancier, eigentlich sehr zurückgezogen lebt und kaum Interviews gibt, daher ist - Vom Beruf Schriftsteller - ein Musthave, nicht nur für seiner Anhänger. Ein bisschen lässt er in sein Privatleben blicken, auch wenn man sich hier keine Autobiografie erwarten darf. In - Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede - hat er bereits in seinen Alltag blicken lassen. Das steht auf meinem SuB (=Stapel ungelesener Bücher) nun ganz weit oben.

Von Beruf Schriftsteller
von Haruki Murakami
(3)
Buch (gebundene Ausgabe)
23,00

Von Frauen die sich selbst retten

Eine Kundin / Ein Kunde , am 02.12.2016

In diesem "Bilderbuch" für Erwachsene finden wir verschiedene Elemente eines Märchens. Zwerge, eine junge Frau in Nöten, ein Dornen und Ranken umwittertes Schloss, Mut und Tapferkeit. Aber eines finden wir nicht: Einen Prinzen der die Jungfrau in Nöten rettet. So macht sich dann eben eine Königin auf, um eine Prinzessin zu retten.

Neil Gaiman ist einer meiner liebsten Romanciers von fantasievollen Büchern und in seinen Romanen hat er es immer wieder bewiesen welche Talente ihn ihm stecken. Die Message zwischen den Zeilen: Selbst ist die Frau und wieso auf einen Mann warten, wenn man selbst ebenso stark und tapfer sein kann? Es ist aber auch die Kombination aus Text und Bildern, letzteres hauptsächlich in Schwarz-Weiß-Gold gehalten, die sich sehen lassen kann. Die Mischung machts und hier ist ein Duo am Werk, dass mir in der Gesamtheit sehr gut gefallen hat und auch immer wieder gut gefallen wird. Die Erfolgsgeschichte der beiden geht weiter: Heuer ist von den Künstlern eine illustrierte Ausgabe von "Neverwhere" (=zu Deutsch Niemalsland) erschienen. Mit diesem Roman debütierte Gaiman, die bereits zum zweiten Mal als Serie verfilmt worden, und das erste mal heuer in einer ungekürzten Fassung im Eichborn Verlag erschienen ist. Allerdings ohne den Illustrationen von Chris Riddell. Die Englische Ausgabe ist jetzt auf meiner Wunschliste gelandet. Ich für meinen Teil kann nur hoffen, dass sie sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen und noch viele Geschichten gemeinsam veröffentlichen.

Der Fluch der Spindel
von Neil Gaiman
(4)
Buch (gebundene Ausgabe)
16,95

Das geheime Innenleben von Bibliotheken

Eine Kundin / Ein Kunde , am 02.12.2016

In „Die unheimliche Bibliothek“ entführt uns der Maître de littérature und den namenlosen Hauptcharakter dieser Kurzgeschichte in eine Bibliothek. Eigentlich wollte er nur zwei Bücher zurückbringen, allerdings wird er dort gefangen gehalten und bekommt Besuch eines Schafmannes.

Bei solchen Schätzen der Literatur und den darin enthaltenen Zeichnungen muss man als bibliophiler Leser, dass Buch in gedruckter Form besitzen. Auch wenn man die elektronische Variante bereits besitzt. Kat Menschik hat in diesem Werk, genauso wie auch schon in - Schlaf - und in - Die Bäckereiüberfälle -, die Illustrationen gemacht und hat ein weiteres Mal ihre Kunstfertigkeit unter Beweis gestellt. An dieser Stelle möchte ich aber auch die beiden von ihr zuletzt illustrierten Werke von Kafka - Der Landarzt - und von Shakespeare - Romeo und Julia - aus dem Galiani Verlag erwähnen. Beide sind mit wunderschönen Zeichnungen versehen. Auch wenn ich meinen eReader aufgrund der vielen Vorzüge sehr schätze, Erzählungen wie - Die unheimliche Bibliothek - kommen in gedruckter Form einfach besser zur Geltung.

Haruki Murakami ist ein Meister seines Fachs und ich möchte meinen, wohl einer der wenigen seiner Art. Damit meine ich jene, die das Geschichtenerzählen perfektioniert haben und uns, vornehmlich seine leidenschaftlichen Anhänger, an seinem Genie teilhaben lassen. Es gibt aber auch sehr wenige Schriftsteller, deren Kurzgeschichten ich ebenso genieße. Charles Bukowski und Truman Capote fallen mir spontan ein, aber es war Haruki Murakami, der mich auf den Geschmack gebracht hat. Aber genug der Lobhudelei über den Schriftsteller und hin zum Buch: Wie schon oben erwähnt ist es der Kunstfertigkeit Kat Menschik zu verdanken, die der Erzählung die kafkaeske Tiefe der Erzählung verleiht und interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die japanische Ausgabe eher einem illustriertem Kinderbuch gleicht. Dabei ist der Inhalt der Kurzgeschichte doch eher sehr düster. Ständig geschehen rätselhafte Dinge und die Grenze zwischen Realität und Illusion verwischt der Schriftsteller gekonnt. Angst, Einsamkeit und das Gefühl von Ausgeliefertsein stehen dabei in Zentrum der Geschichte. Wer unheimliche Kurzgeschichten mag wird seine Freude damit haben, wer sich dem Schaffen von Haruki Murakami noch nicht genähert hat, dem empfehle ich seinen Roman - Afterdark-.

Die unheimliche Bibliothek
von Haruki Murakami
(18)
Buch (gebundene Ausgabe)
14,99

Ein Anwalt auf Abwegen

Eine Kundin / Ein Kunde , am 04.11.2016

Bobby Dollar ist ein Anwaltsengel. Er lebt auf der Erde, genauer gesagt in San Judas - Kalifornien und steht dadurch in der Hierarchie der Engel ganz weit unten. Dabei hat er einen wichtigen Job: Stirbt ein Mensch wird sofort nach dem Tod über seine Seele Gericht gehalten. In diesem Schnellverfahren werden sie, je nach dem wie das Verfahren ausgeht, dem Himmel oder eben der Hölle zugeordnet. Als Bobby zu der Verhandlung über die Seele von Edward Lynes Walker gerufen wird, ist nichts mehr wie es war. Walkers Seele ist nämlich verschwunden, obwohl das gar nicht sein kann. Der Engel fängt an zu recherchieren und kommt einer unglaublichen Verschwörung auf die Spur.

"Bobby Dollar: Die dunkeln Gassen des Himmels" ist der Auftakt zu einer fulminanten Trilogie, die mir ungemein gut gefallen hat, wenn auch nicht von Anfang an, da der Hauptprotagonist, mit seiner derben und unflätigen Ausdrucksweise, eher unsympathisch aufgefallen ist und keineswegs einem klassischen Engel aus dem Himmel nachempfunden wurde. Deswegen ist auch sein Faible für Waffen nicht verwunderlich, wer sich einem pazifistischen Engel vorstellt, ist bei Bobby an der falschen Adresse. Dabei reiht sich dieser Charakter in eine Reihe von Privatermittlern ein, dessen literarisches Vorbild wohl Sam Spade ist (Dashiell Hammet - Der Malteser Falke) und sehr menschliche Züge hat. Selbst der Clinch zwischen Himmel und Hölle ist keineswegs klassisch oder religiös erzählt, sondern kann im weitesten Sinne, mit dem kalten Krieg zwischen den USA und der damaligen UDSSR vergleichen. Das Ganze ist sehr detailverliebt erzählt, und macht Laune mehr von diesem Autor zu lesen. Der nächste Band in dieser Trilogie ist - Happy Hour in der Hölle - und ist mindestens genauso schwarz-humorig wie dieser!

Die dunklen Gassen des Himmels
von Tad Williams
(43)
eBook
9,99

 
zurück