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11

Rezensionen

123

buch

Replay

Benjamin Stein

EUR 9,90 *
auf Merkliste

50

15.04.2015

„Pansche Verwirrungen”

Als Ed Rosen morgens wach wird, bemerkt er an sich einen Huf. Eigentlich müsste dort ein Fuß sein. Gehört dieser Huf, so wie der Hirtengott Pan welche hat, tatsächlich zu ihm? Irgendwo zwischen Wachen und Schlafen sinniert er drüber, was dieser Umstand bedeuten könnte. Er schweift ab, denkt an eine erotische Frau, denkt an die Arbeit und denkt wieder an den Huf. Irgendetwas hat er zu Bedeuten. Allerdings ist ihm (noch) nicht bewusst was.

Benjamin Stein entblößt mit Replay, die Weite und Tiefe des Inneren seines Protagonisten Ed Rosen. Er lässt den Leser an seinen intimsten Gedanken teilhaben, und dieser Reigen an Einblicken, Erotik, Dominanz, Technologien und gläsernen Menschen, hallte einige Zeit noch in mir nach. Vielleicht auch deswegen, weil sich nach und nach eine dystopische Welt entblättert, die ganz nah an der Gegenwart und eng an technologischen Entwicklungen langführt die wohl oder übel keine Zukunftsmusik mehr sind. Nur häppchenweise erfährt man mehr über diese Welt, die gar nicht so weit entfernt wirkt.

Beinahe wäre dieses Werk an mir vorübergegangen und ich bin froh es entdeckt zu haben, nachdem es mir sehr gut gefallen hat. Inhaltlich erinnert mich diese Erzählung schon sehr an Dave Eggers "Der Circle", wobei Benjamin Stein mit viel mehr Raffinesse an die Erzählung selbst herangeht. Er belässt den Hauptprotagonisten, während des ganzen Romanes, im Bett. Erzählt werden ausschließlich die abschweifenden Gedanken und dadurch entspinnt sich ein Wirrwarr aus Lügen, Halbwahrheiten und Fantasien. Hier fordert er die gänzliche Aufmerksamkeit des Lesers, um den sprichwörtlichen roten Faden nicht zu verlieren, und das obwohl die Geschichte auffällig ruhig und ohne plötzliche Wendungen und Ereignisse auskommt. Für mich ist "Replay" ein schriftstellerisches und sprachliches Meisterwerk das immer wieder gelesen gehört.

buch

Sputnik Sweetheart

Haruki Murakami

EUR 19,90 *
auf Merkliste

50

11.04.2015

„Zeichen und Symbole”

Der Erzähler in dieser Geschichte ist Lehrer und in die etwas jüngere Sumire verliebt. Sumire die verbissen darum kämpft Romanautorin zu werden, schwärmt für Kerouac und ist verliebt in die 17 Jahre ältere Geschäftsfrau Miu. Aber Miu kann niemanden lieben. Als sie Sumire vorschlägt bei ihr zu arbeiten und sie nach Europa auf eine geschäftliche Reise zu begleiten, sagt sie sofort zu.

Murakami präsentiert mir „Sputnik Sweetheart“ seiner eingeschworenen Leserschaft eine Dreiecksbeziehung, wie sie in der Unterhaltungsliteratur des Öfteren vorkommt. Mit dem Unterschied, dass sich der männliche Hauptprotagonist in ein junges Mädchen verliebt hat, dass eigentlich eine andere Frau liebt. Literarisch wird dieses Thema schon sehr ausgeschlachtet und bis aufs Äußerste strapaziert, aber soweit ich mich erinnern kann, ist es das erste Mal, dass ich vom japanischen Gegenwartsromancier eine Geschichte gelesen habe, in der er eben jenes literarischen Baustein benutzt. Und obwohl ich diesen Baustein schon ein bisschen ordinär finde, war ich dann doch ganz erstaunt und überrascht, was nun Murakami daraus macht. Wenn ein Roman klobig geschrieben ist, Lücken sich auftun, die Glaubwürdigkeit fehlt und Handlungsstränge voraussehbar sind, kann das schon ärgerlich sein, genauso wie sich wiederholende Elemente. Letzeres mag auf den ersten Blick langweilig sein, denn wenn sich Murakami wiederholt liegt darin keine Langeweile. Ich kann nicht genau sagen weshalb, aber wenn ich einen seiner Romane beginne zu lesen, finde ich Zuflucht in diesen Welten, tauche ab und lasse die physische Welt hinter mir. Es geht aber nicht nur um die Liebe einer Frau zu einer anderen, Sputnik Sweetheart ist einmal mehr ein Roman, der mehr ist als die Summe seiner Teile. Der Mond spielt eine nicht unwesentliche Nebenrolle, die Leser die 1Q84 kennen, können sich vorstellen in welchen Zusammenhang und auch hier ist der surreale Plot, der Dreh und Angelpunkt in der Erzählung. Es geht auch um das Schreiben an sich und bei ein oder zwei Szenen lässt er den Leser wissen wie ein Roman entsteht. Ich hatte das Gefühl dem Künstler über die Schulter beim Schreiben zu beobachten. Es geht aber auch, so wie in der Überschrift meiner Rezension um Zeichen und Symbole, die in Murakamis Werken gerade so omnipräsent sind. Hier lässt er den erzählenden Lehrer Sumire den Unterschied erklären.

Apropos erzählender Lehrer: Auch in Sputnik Sweetheart wirken seine Personen so real, sodass es mir ein leichtes war, mich in sie hineinzuversetzen. Manchmal hab ich mich selbst ein Stück weit entdeckt und so rückt dieser Roman eindeutig in meine persönliche Top 5, meiner persönlichen Haruki Murakami - Best Of Liste. Vielleicht ist er nicht so monumental wie Mr. Aufziehvogel und an die Pilgerreise des farblosen Herrn Tazaki kommt er, zumindest meiner geringen Meinung nach, nicht genügen weit heran. Allerdings vereint, wie oben schon kurz erwähnt, er in diesem feinen kleinen Werk gekonnt Realismus und Fantastik und ist eine Erzählung ohne Ende. Dem Leser ist es überlassen sich eines Auszudenken. Für beginnende und zukünftige Murakami Fans, ist dieses Werk unbedingt zu empfehlen.

buch

Sputnik Sweetheart

Haruki Murakami

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

11.04.2015

„Zeichen und Symbole”

Der Erzähler in dieser Geschichte ist Lehrer und in die etwas jüngere Sumire verliebt. Sumire die verbissen darum kämpft Romanautorin zu werden, schwärmt für Kerouac und ist verliebt in die 17 Jahre ältere Geschäftsfrau Miu. Aber Miu kann niemanden lieben. Als sie Sumire vorschlägt bei ihr zu arbeiten und sie nach Europa auf eine geschäftliche Reise zu begleiten, sagt sie sofort zu.

Murakami präsentiert mir „Sputnik Sweetheart“ seiner eingeschworenen Leserschaft eine Dreiecksbeziehung, wie sie in der Unterhaltungsliteratur des Öfteren vorkommt. Mit dem Unterschied, dass sich der männliche Hauptprotagonist in ein junges Mädchen verliebt hat, dass eigentlich eine andere Frau liebt. Literarisch wird dieses Thema schon sehr ausgeschlachtet und bis aufs Äußerste strapaziert, aber soweit ich mich erinnern kann, ist es das erste Mal, dass ich vom japanischen Gegenwartsromancier eine Geschichte gelesen habe, in der er eben jenes literarischen Baustein benutzt. Und obwohl ich diesen Baustein schon ein bisschen ordinär finde, war ich dann doch ganz erstaunt und überrascht, was nun Murakami daraus macht. Wenn ein Roman klobig geschrieben ist, Lücken sich auftun, die Glaubwürdigkeit fehlt und Handlungsstränge voraussehbar sind, kann das schon ärgerlich sein, genauso wie sich wiederholende Elemente. Letzeres mag auf den ersten Blick langweilig sein, denn wenn sich Murakami wiederholt liegt darin keine Langeweile. Ich kann nicht genau sagen weshalb, aber wenn ich einen seiner Romane beginne zu lesen, finde ich Zuflucht in diesen Welten, tauche ab und lasse die physische Welt hinter mir. Es geht aber nicht nur um die Liebe einer Frau zu einer anderen, Sputnik Sweetheart ist einmal mehr ein Roman, der mehr ist als die Summe seiner Teile. Der Mond spielt eine nicht unwesentliche Nebenrolle, die Leser die 1Q84 kennen, können sich vorstellen in welchen Zusammenhang und auch hier ist der surreale Plot, der Dreh und Angelpunkt in der Erzählung. Es geht auch um das Schreiben an sich und bei ein oder zwei Szenen lässt er den Leser wissen wie ein Roman entsteht. Ich hatte das Gefühl dem Künstler über die Schulter beim Schreiben zu beobachten. Es geht aber auch, so wie in der Überschrift meiner Rezension um Zeichen und Symbole, die in Murakamis Werken gerade so omnipräsent sind. Hier lässt er den erzählenden Lehrer Sumire den Unterschied erklären.

Apropos erzählender Lehrer: Auch in Sputnik Sweetheart wirken seine Personen so real, sodass es mir ein leichtes war, mich in sie hineinzuversetzen. Manchmal hab ich mich selbst ein Stück weit entdeckt und so rückt dieser Roman eindeutig in meine persönliche Top 5, meiner persönlichen Haruki Murakami - Best Of Liste. Vielleicht ist er nicht so monumental wie Mr. Aufziehvogel und an die Pilgerreise des farblosen Herrn Tazaki kommt er, zumindest meiner geringen Meinung nach, nicht genügen weit heran. Allerdings vereint, wie oben schon kurz erwähnt, er in diesem feinen kleinen Werk gekonnt Realismus und Fantastik und ist eine Erzählung ohne Ende. Dem Leser ist es überlassen sich eines Auszudenken. Für beginnende und zukünftige Murakami Fans, ist dieses Werk unbedingt zu empfehlen.

ebooks

Sputnik Sweetheart

Haruki Murakami

EUR 7,99 *
auf Merkliste

50

11.04.2015

„Zeichen und Symbole”

Der Erzähler in dieser Geschichte ist Lehrer und in die etwas jüngere Sumire verliebt. Sumire die verbissen darum kämpft Romanautorin zu werden, schwärmt für Kerouac und ist verliebt in die 17 Jahre ältere Geschäftsfrau Miu. Aber Miu kann niemanden lieben. Als sie Sumire vorschlägt bei ihr zu arbeiten und sie nach Europa auf eine geschäftliche Reise zu begleiten, sagt sie sofort zu.

Murakami präsentiert mir „Sputnik Sweetheart“ seiner eingeschworenen Leserschaft eine Dreiecksbeziehung, wie sie in der Unterhaltungsliteratur des Öfteren vorkommt. Mit dem Unterschied, dass sich der männliche Hauptprotagonist in ein junges Mädchen verliebt hat, dass eigentlich eine andere Frau liebt. Literarisch wird dieses Thema schon sehr ausgeschlachtet und bis aufs Äußerste strapaziert, aber soweit ich mich erinnern kann, ist es das erste Mal, dass ich vom japanischen Gegenwartsromancier eine Geschichte gelesen habe, in der er eben jenes literarischen Baustein benutzt. Und obwohl ich diesen Baustein schon ein bisschen ordinär finde, war ich dann doch ganz erstaunt und überrascht, was nun Murakami daraus macht. Wenn ein Roman klobig geschrieben ist, Lücken sich auftun, die Glaubwürdigkeit fehlt und Handlungsstränge voraussehbar sind, kann das schon ärgerlich sein, genauso wie sich wiederholende Elemente. Letzeres mag auf den ersten Blick langweilig sein, denn wenn sich Murakami wiederholt liegt darin keine Langeweile. Ich kann nicht genau sagen weshalb, aber wenn ich einen seiner Romane beginne zu lesen, finde ich Zuflucht in diesen Welten, tauche ab und lasse die physische Welt hinter mir. Es geht aber nicht nur um die Liebe einer Frau zu einer anderen, Sputnik Sweetheart ist einmal mehr ein Roman, der mehr ist als die Summe seiner Teile. Der Mond spielt eine nicht unwesentliche Nebenrolle, die Leser die 1Q84 kennen, können sich vorstellen in welchen Zusammenhang und auch hier ist der surreale Plot, der Dreh und Angelpunkt in der Erzählung. Es geht auch um das Schreiben an sich und bei ein oder zwei Szenen lässt er den Leser wissen wie ein Roman entsteht. Ich hatte das Gefühl dem Künstler über die Schulter beim Schreiben zu beobachten. Es geht aber auch, so wie in der Überschrift meiner Rezension um Zeichen und Symbole, die in Murakamis Werken gerade so omnipräsent sind. Hier lässt er den erzählenden Lehrer Sumire den Unterschied erklären.

Apropos erzählender Lehrer: Auch in Sputnik Sweetheart wirken seine Personen so real, sodass es mir ein leichtes war, mich in sie hineinzuversetzen. Manchmal hab ich mich selbst ein Stück weit entdeckt und so rückt dieser Roman eindeutig in meine persönliche Top 5, meiner persönlichen Haruki Murakami - Best Of Liste. Vielleicht ist er nicht so monumental wie Mr. Aufziehvogel und an die Pilgerreise des farblosen Herrn Tazaki kommt er, zumindest meiner geringen Meinung nach, nicht genügen weit heran. Allerdings vereint, wie oben schon kurz erwähnt, er in diesem feinen kleinen Werk gekonnt Realismus und Fantastik und ist eine Erzählung ohne Ende. Dem Leser ist es überlassen sich eines Auszudenken. Für beginnende und zukünftige Murakami Fans, ist dieses Werk unbedingt zu empfehlen.

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40

08.04.2015

„Definitiv kein Salinger”

Der 17 jährige Jasper lebt mit seiner Mutter und seinem Stiefvater in einer kleinen Stadt in England. Seine einzigen Bemühungen gelten seiner Mitschülerin Georgia Treely die er gerne flachlegen möchte, und der Bemühung seinen Stiefvater des Mordes zu überführen. Zwischendurch hat er Sex mit anderen Mädchen und Frauen, nimmt exzessiv Drogen und leidet unter Schlaflosigkeit. Während solcher Nächte treibt er sich liebend gern in Sexchats rum.

Ben Brooks ist so etwas wie ein Ausnahmetalent unter den Schriftstellern. 1992 in England geboren, hat er bis heute bereits sechs Romane geschrieben und "Nachts werden wir erwachsen" ist sein vierter, aber sein erster Roman der auf Deutsch erschienen ist. Diese Erzählung ist ein typischer Coming of Age Roman und der eine oder andere Leser wird vielleicht geneigt sein, diese Erzählung mit Salingers Werk zu vergleichen. Ich finde den Fänger im Roggen antiquiert und ein wenig überholt, aber Ben Brooks legt es sogar auf eine Gegenüberstellung an, denn in diesem Werk vergleicht sich der Hauptprotagonist selbst mit Holden Caufield(=Protagonist in Salingers Buch), allerdings hält er sich selbst für draufgängerischer und attraktiver. Ich finde so einen direkten Vergleich, und noch dazu einen der vom Autor selbst injiziert wurde ein wenig heikel denn man könnte dem Schriftsteller nun Effekthascherei vorwerfen. Aber schließlich darf man Ben Brooks und den meistens Schriftstellern, zumindest ein bisschen, Hochmut und großes Selbstbewusstsein zugestehen.

Sein Erzählstil ist durchwachsen und ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Seine kurzen Sätze sind pointiert und wie sollte es auch anders sein, eine sehr lebhafte, teils ordinäre bildliche Sprache rundet seine Erzählung ab und dadurch wirkt sie auch sehr authentisch. Auf alle Fälle geht er nicht nach Schema F vor, wenn er von Jasper erzählt und das war mir ganz sympathisch. Dass der Inhalt polarisiert ist nicht von der Hand zu weisen, aber das Werk jetzt einseitig zu betrachten und ihm womöglich das Verherrlichen von Drogen und einen exzessiven Lebenswandel vorzuwerfen wäre ein bisschen vorschnell verurteilt. Denn auch in diesem Werk gibt es, wenn auch teilweise nur angedeutet, eben jene Schwere des Lebens, die man auch als Jugendlicher tragen kann oder muss. Und schließlich gab es zu jeder Zeit, ich erinnere mich da an den Film Kids der die Jugendkultur der 90er ähnlich schockierend porträtierte, Strömungen die auf die meisten Menschen erschreckend wirkte. An wen richtet sich nun das Buch? An Jugendliche die sich manchmal mit dem Protagonisten ein wenig identifizieren können oder vielleicht doch an Erwachsene die manchmal mit Wehmut an eine unbeschwerte aber auch an die mentale Unreife der Jugend zurückdenken? Ich glaube, dass beide an diesem einzigartigen Werk Gefallen finden können. Mir hat es auf alle Fälle sehr gut gefallen und Ben Brooks Romane werden auch in Zukunft den Weg in mein Bücherregal finden.

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40

08.04.2015

„Definitiv kein Salinger”

Der 17 jährige Jasper lebt mit seiner Mutter und seinem Stiefvater in einer kleinen Stadt in England. Seine einzigen Bemühungen gelten seiner Mitschülerin Georgia Treely die er gerne flachlegen möchte, und der Bemühung seinen Stiefvater des Mordes zu überführen. Zwischendurch hat er Sex mit anderen Mädchen und Frauen, nimmt exzessiv Drogen und leidet unter Schlaflosigkeit. Während solcher Nächte treibt er sich liebend gern in Sexchats rum.

Ben Brooks ist so etwas wie ein Ausnahmetalent unter den Schriftstellern. 1992 in England geboren, hat er bis heute bereits sechs Romane geschrieben und "Nachts werden wir erwachsen" ist sein vierter, aber sein erster Roman der auf Deutsch erschienen ist. Diese Erzählung ist ein typischer Coming of Age Roman und der eine oder andere Leser wird vielleicht geneigt sein, diese Erzählung mit Salingers Werk zu vergleichen. Ich finde den Fänger im Roggen antiquiert und ein wenig überholt, aber Ben Brooks legt es sogar auf eine Gegenüberstellung an, denn in diesem Werk vergleicht sich der Hauptprotagonist selbst mit Holden Caufield(=Protagonist in Salingers Buch), allerdings hält er sich selbst für draufgängerischer und attraktiver. Ich finde so einen direkten Vergleich, und noch dazu einen der vom Autor selbst injiziert wurde ein wenig heikel denn man könnte dem Schriftsteller nun Effekthascherei vorwerfen. Aber schließlich darf man Ben Brooks und den meistens Schriftstellern, zumindest ein bisschen, Hochmut und großes Selbstbewusstsein zugestehen.

Sein Erzählstil ist durchwachsen und ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Seine kurzen Sätze sind pointiert und wie sollte es auch anders sein, eine sehr lebhafte, teils ordinäre bildliche Sprache rundet seine Erzählung ab und dadurch wirkt sie auch sehr authentisch. Auf alle Fälle geht er nicht nach Schema F vor, wenn er von Jasper erzählt und das war mir ganz sympathisch. Dass der Inhalt polarisiert ist nicht von der Hand zu weisen, aber das Werk jetzt einseitig zu betrachten und ihm womöglich das Verherrlichen von Drogen und einen exzessiven Lebenswandel vorzuwerfen wäre ein bisschen vorschnell verurteilt. Denn auch in diesem Werk gibt es, wenn auch teilweise nur angedeutet, eben jene Schwere des Lebens, die man auch als Jugendlicher tragen kann oder muss. Und schließlich gab es zu jeder Zeit, ich erinnere mich da an den Film Kids der die Jugendkultur der 90er ähnlich schockierend porträtierte, Strömungen die auf die meisten Menschen erschreckend wirkte. An wen richtet sich nun das Buch? An Jugendliche die sich manchmal mit dem Protagonisten ein wenig identifizieren können oder vielleicht doch an Erwachsene die manchmal mit Wehmut an eine unbeschwerte aber auch an die mentale Unreife der Jugend zurückdenken? Ich glaube, dass beide an diesem einzigartigen Werk Gefallen finden können. Mir hat es auf alle Fälle sehr gut gefallen und Ben Brooks Romane werden auch in Zukunft den Weg in mein Bücherregal finden.

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40

31.03.2015

„Austenscher Krimi”

Sechs Jahre nach der Hochzeit von Ms. Bennet und Mr. Darcy steht in Pemberly der jährliche Herbstball vor der Tür. Die Vorbereitungen dafür werden durch einen furchtbaren Zwischenfall gestört: Es geschieht ein Mord und niemand geringeres als Mr. Wickham, der schäbige Freund aus den Kindheitstagen und Schwager Darcys, scheint der Mörder zu sein.

Mir hat der Kriminalroman von der verstorbenen P. D. James sehr gut gefallen. Es könnte daran liegen, dass ich zumindest einmal im Jahr Stolz und Vorurteil lese, ein Umstand den sie und ich gemeinsam haben und der Tod kommt nach Pemberly, quasi die Fortsetzung davon ist. Mit einem mulmigen Gefühl, habe ich zu lesen begonnen, kann sich die Queen of Crime würdig erweisen? Ja sie kann! Der Erzählstil ist wirklich gut getroffen und die Charaktere ganz liebenswert beschrieben. An dieser Stelle könnte man ihr eine zu moderne Erzählung vorwerfen und das eben ein Kriminalfall und nicht eine Liebesgeschichte im Vordergrund steht. Nachdem aber P.D. James keine Frau des ausgehenden 18. Jahrhunderts und Krimis ihr Spezialgebiet waren, sind solche Vorwürfe haltlos. Die Geschichte hat mich sehr gefesselt, wobei ich erwähnen möchte, dass man muss Stolz und Vorurteil nicht unbedingt gelesen haben muss, um sich in diesem kurzweiligen Roman auszukennen. Wahrscheinlich ist es allerdings, dass man nach dieser Lektüre, auch das Werk von Jane Austen lesen möchte.

dvd

Bram Stoker`s Dracula

Francis Ford Coppola

EUR 6,99 *
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50

27.03.2015

„Alte Filme und junge talentierte Schauspieler”

Aufgrund einer absichtlichen Falschmeldung über den Tod des geliebten Ehemannes, nimmt sich Elisabeta das Leben. Prinz Vlad Dracul schwört dem Christentum ab, schändet ein Kreuz und wird zum Vampirdasein verdammt. Als Jahrhunderte später der englische Anwalt Jonathan Harker wegen Immobilienverkäufen nach Transsilvanien reist, ahnt er nicht wer der mysteriöse Geschäftspartner tatsächlich ist. Nachdem er an seinem Bestimmungsort angekommen ist, entdeckt Dracula ein Bild von Harkers Frau. Er ist über die Ähnlichkeit zu Elisabeta sehr überrascht und eine jahrhundertalte Liebe entflammt von neuem.

Bram Stockers Dracula ist der Schauerroman des 19. Jahrhunderts, gilt schlechthin als Urvater des Vampirmythos und wurde immer wieder als Grundlage für Verfilmungen hergenommen. Dracula Untold ist wohl die jüngste Verfilmung, diese Ausgabe ist aber meine Liebste. Es liegt auch daran, dass ich diesen Film das erste Mal verbotenerweise mit jungen Jahren angesehen habe. Deswegen liegt der Roman noch auf meinen SuB, obwohl ich ja lieber zuerst den Roman lese und dann erst die Verfilmung sehe. Ausnahmen bestätigen die Regel: Ich hab ihn mir wieder angesehen und muss sagen, dass der Gruselfaktor zwar nicht mehr so hoch ist wie vor knapp 20 Jahren, Bram Stockers Dracula aber ein einzigartiger Film ist. Was die Special Effects angeht, kann dieser Film im direkten Vergleich zu heutigen Verfilmungen nicht mithalten, allerdings braucht es meiner Meinung auch gar nicht. Die schauspielerische Leistung macht es wieder wett. Hier wird mit Anmut und passender Affektiertheit gespielt, genauso wie es in die viktorianischen Zeit passt. Hier empfehle ich unbedingt den Film auch in der Originalsprache anzusehen. Generell finde ich die Leistungen der Schauspieler in alten Filmen um ein Vielfaches besser, als es heutige Standards wahrscheinlich verlangen. Vielleicht weil man heute zu sehr auf die Special Effects setzt? Das sei nun einfach dahingestellt - den fulminanten Reigen an schauspielerischer Prominenz kann man kaum von der Hand weisen:

Niemand spielt für mich authentischer den Dracula als Gary Oldman, die Szene als er sinnlich am blutigen Rasiermesser des Anwalts leckt, löst mir nur beim Erinnern Gänsehaut aus. Keanu Reeves ist mir in diesem Film überhaupt das erste Mal aufgefallen und ist auch seitdem einer meiner liebsten Akteure. Regie führte Francis Coppola, der schon mit „der Pate“ sein Talent als Regisseur bewiesen hat und ich könnte diese Liste noch endlos weiterführen, allerdings will ich die Nerven meiner Rezensionsleser nicht allzu überstrapazieren. Das Bühnenbild entführt in ein viktorianisches und meist düsteres London, wo Bösewichte mit Zylinder ihre Daseinsberechtigung frönen, genauso wie frivole Frauen im Bustier. Die Kostüme sind einmalig und ein ordentlicher Schuss Erotik sorgt für die nötige Würze für diesen Horrorfilm. Bram Stockers Dracula ist für mich mittlerweile so etwas wie ein Klassiker des Vampirfilmgenres, genauso wie auch Polanskis Tanz der Vampire und ich hab mich darüber gefreut, diesen Film für mich wiederzuentdecken und immer wieder anzusehen.

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50

26.03.2015

„»Wenn wir brennen, dann brennen Sie mit uns«”

Katniss hat es mithilfe ihrer Mitkämpfer geschafft, die Arena der Hungerspiele zu zerstören und mit einem Hovercraft zu entkommen. In District 13 angekommen muss sie feststellen, dass Peeta vom Kapitol und Präsident Snow festgehalten und dazu benutzt wird, antirebellische Propaganda unters Volk zu bringen. Nachdem Katniss den bis auf die Siegerstraße zerstörten District 12 besucht, beschließt sie sich auch für die Rebellen und den Kampf gegen das Kapitol anwerben zu lassen.

Meiner Meinung nach sind neben den „Harry Potter-“, die „Tribute von Panem Verfilmungen“, eine der besten ihrer Zeit. Die Werke von Suzanne Collins habe ich gelesen und so hab ich also inhaltlich ungefähr gewusst, worauf ich mich bei Mockingjay Part 1 einlasse und für all diejenigen die nur die Filme kennen, wird dieser Teil wahrscheinlich ein wenig schlechter abschneiden, als die vorangegangenen Teile. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich „The Hunger Games“ und „Catching Fire“ dramaturgisch mehr ähneln als dieser. Allerdings kann sich Mockingjay Part 1, jedenfalls was die Spannung und Special Effects angeht, sich sehr wohl sehen lassen. Hier hat sich Francis Lawrence eindeutig ins Zeug gelegt und hat aus der so gut wie actionfreien ersten Hälfte des dritten Romans, einen ausgezeichneten Film produziert. Ein famoses und humorvolles Gegengewicht zu der eigentlich sehr düsteren Atmosphäre, bildete hier auch wieder die Figur von Effie Trinket, die ebenfalls in den 13. District „gerettet“ worden ist und für den einen oder anderen Lacher sorgt.

Manch einer mag nun kritisieren, dass die hollywodschen Filmverwurstung zugeschlagen hat und den letzten Teil dieser Romanserie auf zweimal verfilmt. Der Verdacht wird laut, dass mit dieser Taktik mehr Geld in die Kassen gespielt werden soll und diesen Umstand mag ich jetzt gar nicht abstreiten. Ein Fitzelchen Wahrheit wird schon dran sein, aber ich finde diesen sich durchsetzenden Trend, zumindest in diesem Fall, als gar nicht so schlecht. So konnte der Regisseur mehr auf einzelne Details eingehen die der Roman vorgibt und auf die man wahrscheinlich verzichtet hätte, wäre nur ein Film gedreht worden. Daher war für mich das Ende nur wenig überraschend, auch wenn der Cliffhänger sehr gut gewählt worden ist. Um sich die Zeit bis Part 2 zu vertreiben, empfehle ich die Romane der Tribute von Panem Reihe zu lesen. Es lohnt sich auf alle Fälle zu wissen, worauf man sich im letzten Teil einlässt.

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50

26.03.2015

„»Wenn wir brennen, dann brennen Sie mit uns«”

Katniss hat es mithilfe ihrer Mitkämpfer geschafft, die Arena der Hungerspiele zu zerstören und mit einem Hovercraft zu entkommen. In District 13 angekommen muss sie feststellen, dass Peeta vom Kapitol und Präsident Snow festgehalten und dazu benutzt wird, antirebellische Propaganda unters Volk zu bringen. Nachdem Katniss den bis auf die Siegerstraße zerstörten District 12 besucht, beschließt sie sich auch für die Rebellen und den Kampf gegen das Kapitol anwerben zu lassen.

Meiner Meinung nach sind neben den „Harry Potter-“, die „Tribute von Panem Verfilmungen“, eine der besten ihrer Zeit. Die Werke von Suzanne Collins habe ich gelesen und so hab ich also inhaltlich ungefähr gewusst, worauf ich mich bei Mockingjay Part 1 einlasse und für all diejenigen die nur die Filme kennen, wird dieser Teil wahrscheinlich ein wenig schlechter abschneiden, als die vorangegangenen Teile. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich „The Hunger Games“ und „Catching Fire“ dramaturgisch mehr ähneln als dieser. Allerdings kann sich Mockingjay Part 1, jedenfalls was die Spannung und Special Effects angeht, sich sehr wohl sehen lassen. Hier hat sich Francis Lawrence eindeutig ins Zeug gelegt und hat aus der so gut wie actionfreien ersten Hälfte des dritten Romans, einen ausgezeichneten Film produziert. Ein famoses und humorvolles Gegengewicht zu der eigentlich sehr düsteren Atmosphäre, bildete hier auch wieder die Figur von Effie Trinket, die ebenfalls in den 13. District „gerettet“ worden ist und für den einen oder anderen Lacher sorgt.

Manch einer mag nun kritisieren, dass die hollywodschen Filmverwurstung zugeschlagen hat und den letzten Teil dieser Romanserie auf zweimal verfilmt. Der Verdacht wird laut, dass mit dieser Taktik mehr Geld in die Kassen gespielt werden soll und diesen Umstand mag ich jetzt gar nicht abstreiten. Ein Fitzelchen Wahrheit wird schon dran sein, aber ich finde diesen sich durchsetzenden Trend, zumindest in diesem Fall, als gar nicht so schlecht. So konnte der Regisseur mehr auf einzelne Details eingehen die der Roman vorgibt und auf die man wahrscheinlich verzichtet hätte, wäre nur ein Film gedreht worden. Daher war für mich das Ende nur wenig überraschend, auch wenn der Cliffhänger sehr gut gewählt worden ist. Um sich die Zeit bis Part 2 zu vertreiben, empfehle ich die Romane der Tribute von Panem Reihe zu lesen. Es lohnt sich auf alle Fälle zu wissen, worauf man sich im letzten Teil einlässt.

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