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Michael Lehmann-Pape Top 100 Rezensent
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18

Michael Lehmann-Papes Rezensionen

123
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50

17.11.2014

„Ein abwechslungsreiches Leben.”


Das da einer als junger Mann der Liebe wegen und ohne feste Sicherheiten oder große Aussichten nach Amerika auswandert, sich in New York niederlässt, eine stundenlange Zugfahrt auf sich nimmt, um geliehenes Geld bei einem Freund wieder einzutreiben um selbst in New York nicht zu verhungern und dann bei der Rückkehr die Lebensgefährtin aber sehr hungrig wieder antrifft, das ist nur eines der prägnanten Erlebnisse dieses Lebens, das Herbert Feuerstein Revue passieren lässt.

Und man sollte als Leser nicht den Fehler der Journalistenschar zu bestimmten Zeiten begehen, Feuerstein selbst beständig auf seine Rolle als "Sidekick" bei "Schmidteinander" zur reduzieren.

Wie schon vorher zu ahnen gewesen wäre, diese Zeit nimmt nicht sonderlich viel, Raum im Buch ein (aber durchaus genügend, um die Entwicklung hin zum Fernsehen klar zu schildern), arbeitet nichts tiefschürfend auf (erweist aber durchaus Harald Schmidt Respekt als Person und für die Rolle, die er in Feuersteins Leben spielte).

Es gibt aber ansonsten genügend beeindruckende Stationen und Projekte Feuersteins in seiner Karriere, die er mit seinem bekannten und mit hohem Wiedererkennungsgrad versehenen depressiv-melancholischem Unterton versehen im Buch ausbreitet.

Das Jahrzehnt des vielfachen Erprobens in New York. Die Zeit aus Herausgeber und Verleger. Der große Erfolg von "MAD". Das immer mitlaufende Interesse an der klassischen Musik (das er im Übrigen mit Schmidt teilt und das immer wieder auch öffentlich verarbeitet wurde und wird). Die Rollenprojekte später dann "Solo" auf der Bühne und im Fernsehen mit seiner andersartigen "Reise. und Entdeckungs-Serie".

Einer, der seit seinem ersten Jahr in Deutschland 1970 bis zum Zeitpunkt der Verfassung des Buches 1.982.483 Euro versteuert hat (wie Feuerstein freimütig am Ende mitteilt).

Einer, der ebenso freimütig sein Leben als eine Verkettung von "Reaktionen auf Impulse" versteht und weniger als eine "geplante und aktiv gesteuerte" Aktion (was nicht ganz stimmt, Schmidt hatte er damals im Auto sehr gezielt und kreativ zu einer Zusammenarbeit bewegt).

"Ich ließ mein Leben vom Zufall gestalten, statt meine Neugier selbst zu steuern".

Über 2000 Auftritte in Theater und Fernsehen allein seit 1990 zeugen davon, dass seine Reaktionen auf Angebote zumindest nicht in die falsch Richtung führten.

In Sprache und Stil mit hohem Wiedererkennungswert gibt Herbert Feuerstein in seinem Buch einen umfangreichen Einblick in seine Leben, die äußeren Stationen, die innere "Grundverfassung" und die doch nicht seltenen Neuorientierungen, die er zu konkreten Zeitpunkten dann auch entschlossen umgesetzt hat.

Was natürlich vor allem für jene Leser von Interesse sein dürfte, die Feuersteins Karriere mit Interesse mit verfolgt und miterlebt haben.

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30

14.11.2014

„Verrat und Entwicklung”


Ein umgrenzter Raum mit einer überschaubaren Anzahl von Protagonisten, eine Sehnsucht noch Komplettierung des eigenen Lebens (ohne mit diesem Leben unzufrieden zu sein), eine attraktive, auf der abseits gelegenen Insel lebende Frau, ein attraktiver Mann mit dem „Geruch der großen, weiten Welt“ und einer gewissen Prominenz.

Dazu ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit der Frau, Alice. Und ein unschöner Charakterzug an diesem Mann, Patrick Fox, der allerdings erst im Lauf der Zeit, dann aber ernüchternd, zum Vorschein kommen wird und Alice einerseits in eine Zwickmühle versetzt und andererseits vor eine grundsätzliche Entscheidung stellen wird.

„Jeder Muskel an ihrem Körper war angespannt. Sie bewegte sich wie eine Marionette hoch aufgerichtet und steif auf die Tür zu“.

Aber was nun? Die Wahrheit offen legen? Die Waffen strecken? Träume beerdigen?

Elemente und Versatzstücke, die allesamt nicht neu erfunden das Gerüst dieses Romans bilden, die Robathan allerdings durchaus überzeugend in diese ganz besonderes und miteinander vertraute Atmosphäre des Lebens auf der Insel zu verknüpfen versteht.

Dieses innere „einander ausgeliefert sein“, dem durchaus das „auf sich geworfen sein“ je nach Wetterlage (im Sturm auf jeden Fall) im äußeren Leben korrespondiert.

Allerdings, all dies an innerer Annäherung, Darstellung vertrauter Beziehungen, verdeckte Aggressionen, Freundschaft und Spannungen, Hüten eines dunklen Geheimnisses, das zieht sich schon teils auch sehr langwierig und langatmig durch das Buch.

Wie es ebenso nicht recht erklärbar ist, dass eine gestandene Frau (und diese ist Alice ja in ihrem Leben) viele Zeichen nicht erkennt, fast naiv „auf den Leim“ geht und doch allzu sehr eine innere Sehnsucht dem vernünftigen Abwägen vorzieht.

Das passt nicht wirklich stimmig zusammen und, zudem, die „dunklen Dinge“ sind so dramatisch und vernichtend eigentlich nicht.

Auf der anderen Seite fängt Robathan die Beziehungen innerhalb dieser engen Gemeinschaft gut ein, zeigt die verschiedenen Dynamiken und den Unterscheid zwischen Fassade und teils auch innerer Gereiztheit treffend auf.

Wenn so auch die dramatischen Elemente wenig überraschen und emotional nicht unbedingt aufwühlen, so versteht es Robathan mit ihrem sehr flüssigen Stil doch, die Geschichte unterhaltsam (wenn auch mit einigen Brüchen in den Personen) voranzubringen.

So ergibt sich eine emotional nicht unbedingt mitreißende, aber im Gesamten kurzweilige Lektüre.

buch

Abenteuer Dolomiten

Sebastian Hofmann

EUR 39,99 *
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50

12.11.2014

„Ein Jahr durch die Dolomiten”


Vom nördlichen Ende des Gardasee, in Riva la Garda, im April startend, führen die beiden Autoren in Wort und (faszinierenden) Bildern den Leser bis nach Marmalota im März des nächsten Jahres.

Durch vielfache und facettenreiche Landschaften, durch Frühling, Sommer, Herbst und tiefsten Winter, vom kleinteiligen „Portrait“ eines Schneckenhauses oder „ein Quadratmeter Fels und Eis“ über doppelseitige, majestätische Panoramaaufnahmen (der Blick über Cime d´Auta)hin zum zerbrochen wirkenden Gipfelkreuz des Coltoromdo und vielfache weitere, intensive Panorama- und Momentaufnahmen.

Und immer wieder geht es vom Großen in das Kleine, vom Panorama ins Detail. Dieser „eine Quadratmeter“ zieht sich wie ein roter Faden mit durch diesen Fotoband.

Ein Quadratmeter Alpenrand, ein Quadratmeter Bergwiese, ein Quadratmeter Baumgrenze, dann Geröllfeld, dann Schnee und Feld und Eis. Wie das Licht sich in den Jahreszeiten ändert, die Landschaft erblüht, verwelkt und im Schnee versinkt, der Horizont sich engt oder weitet, so vollzieht sich all dies auch eben im Kleinen, auf einem Quadratmeter.

So findet der Betrachter einerseits fast „verwunschene“ Landschaften und Ansiedlungen (Ponte Romano di Ceniga), aber eben auch dieses eine Stück wilden Bachstrandes, umgeben von Nahaufnahmen wunderbarer Blumen, die ebenso faszinieren können, wie einige Seiten weiter der sternenübersäte Nachthimmel.

So folgen di beiden Autoren dem, was Ulla Lohmann lapidar „die Sehnsucht, aufzubrechen“ nennt. In dieser reizvollen, kontrastreichen Landschaft der Dolomiten, wo es in Wanderungen durch blühende Täler und mit Angstschweiß manche Wände hinaufgeht, ein Weg beginnend auf 65 Meter Meereshöhe hinauf auf 3343 Meter am Ende.

Auf dem Weg liegen „Steine, die Geschichten erzählen“, „Die Alm am Fuß der Berge“, treffen beide auf Orte, „wo die Stille in den Ohren rauscht“ und gehen auf den „Spuren der Gämse“ und vieles mehr.

Jede Etappe in qualitativ hervorragenden Bildern festgehalten, mit viel Sinn für das Detail und in den Texten jeweils lebendig erläutert.

So erhält der Leser facettenreich Bild und Eindruck von dieser ganz besonderen Landschaft und den vielen kleinen und großen Ansichten und Momenten, die es auf dem Weg zu entdecken gibt.

Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

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50

07.11.2014

„Gut dargestelltes Training”


Eine ausführliche Einführung, bevor es an die praktischen Übungen geht, ist es, auf die der Leser zunächst im Buch trifft.

hierbei stellen die Autoren das Konzept von "Yoga als Weg" genauso verständlich vor, wie sie die Unterscheidung zwischen "Yin und Yang" Yoga und die Besonderheiten des Yin-Yoga erläutern, bevor sie zu ihrem besonderen Anliegen, dem Schwerpunkt der "Faszien" (das Bindegewebe") zu sprechen kommen.

Die ist, neueren Forschungen zu Folge (die allerdings im Buch nicht näher konkretisiert werden und daher für den Laien schwer nachvollziehbar sind) nicht nur ein "Verpackungsmaterial" des Körpers, sondern "an jeder unserer Bewegungen aktiv beteiligt" und verleiht "Stärke und Stabilität", wenn es in der rechten Form trainiert und vorbereitet wird.

Als "verbindendes Organ", dem sich die Autoren mit ihrem Yoga in besonderer Weise zuwenden.

Wie sich diese speziellen Formen des Yoga konkret auswirken und welche (guten) Folgen für das körperliche und seelische Wohlgefühl daraus folgen, auch dem widmen sich die Autoren übersichtlich, nicht ohne die entscheidende Komponente, "den Geist" zu kurz kommen zu lassen.

Sorgfältig in Bild und Text erläutert das Buch dann Übung für Übung (die vielfach auch für eher Ungeübte schon möglich sind, die keine Aufwärmübungen benötigen (da ohne dynamisches Bewegungspotential in die Haltungen gegangen wird)).

"Es interessiert weder uns noch Yoga noch sonst jemanden, wie weit ihr Euch dehnen könnt" ist der beruhigende Hinweis für die einzelnen Übungen, die somit jeder Leser nach seinen Möglichkeiten der Intensität ausführen kann. Die Effekte der einzelnen Übungen werden dabei jeweils benannt und können somit am eigenen Körper "überprüft", nachvollzogen werden.

"Alles, was zählt, ist die Praxis im Hier und Jetzt".

Mit Hilfe einer Sportmatte und eines Rollers ausgestattet kann so umgehend die Praxis angegangen werden. Eine Zusammenfassung der Übungen am Ende des Buches nach Körperbereichen aufgeteilt erleichtert zudem den Überblick.

Ruhig, sachlich, auf das Wesentliche konzentriert und gerade in den Darstellungen der Übungen sehr verständlich bietet das Faszientraining nicht nur den speziellen Blick auf das Bindegewebe, sondern das Buch kann durchaus auch als Einstieg in die Praxis des Yín-Yoga an sich gut genutzt werden.

buch

Versunken

Sabine Thiesler

EUR 19,99 *
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50

07.11.2014

„Gelungenes Gesamtbild aus vielen Einzelteilen”


Es beginnt, als der Bootsmann Malte auf diesem riesigen Frachter kurz vor Marseille diesen dumpfen, brutalen Asiaten ersticht und aus Angst vor der Rache dessen Gang über Bord springt.

Eigentlich aber beginnt es viel früher, als die Eltern des kleinen Malte an der Küste von einer Freier nach Hause aufbrechen.

Es beginnt auch damit, dass Vivian sich auf die gemeinsamen Tage mit ihrem Mann Werner auf der Motoryacht im Mittelmeer freut, auch wenn sie zwischendurch einen Auftrag zu erledigen hat.

Ebenso beginnt es mit der Versetzung des familiär gebeutelten Polizisten Neri für einige Monate nach Elba, bei der er auf eine sehr attraktive Vorgesetzte trifft. Was seiner Frau Gabriella nicht entgeht. Und was durchaus Folgen haben wird.

Und es beginnt mit den beiden Abiturientinnen, die ein ganzes Jahr lang nach dem Abitur mit wenig Geld durch Europa reisen wollen.

Einander bis dato nicht bekannte Menschen, die nun aber durch einen unentrinnbaren Faden der Geschichte miteinander in Beziehung treten werden. In tödliche Beziehungen, soviel kann man sagen. Auch wenn, gerade zu Beginn der sich lostretenden Ereignisse, auch ein Hai eine gewisse blutige Rolle spielen wird (wie ebenfalls fast am Ende aller Ereignisse).

In klarer Sprache treibt Thiesler dabei in einer gut ausgewogenen Mischung zwischen temporeichen und bedächtigen, hier und da auch rückblickenden Teilen ihren stringenten Thriller voran. Wobei gerade bei den sich zuspitzenden Momenten ein wenig mehr an Breite und, vor allem, emotional vermittelter Spannung möglich gewesen wäre.

Aber auch in der vorliegenden Form bietet Thiesler eine unterhaltsame und spannende Lektüre, in welcher der Leser zu Beginn zunächst die einzelnen Personen und Handlungsfäden als unverbunden erlebt, mit fortschreitender Dauer (und mit klarer, innerer Logik) mit erlebt, wie sich die verschiedenen Personen und Personengruppen fast schicksalhaft miteinander immer enger verbinden.

Alles in allem ein spannender, mit Toten nicht geizender und in sich logisch geschlossener Thriller, den man kaum vor dem (überraschenden) Ende aus der Hand legen möchte.

buch

Sommer 1927

Bill Bryson

EUR 24,99 *
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50

07.11.2014

„Ein durchaus entscheidendes Jahr”


Es gibt Jahreszahlen, die man besser und prägnanter im Kopf mit Ereignissen verbindet.

1918, 1929, 1939, 1945, 1989.

Das nun dieses Jahr 1927, welches Bryson breit und vielfältig vor die Augen des Lesers stellt, es für Amerika intensiv "in sich hatte", fast ebenso wie die eingeprägten "großen" Daten des letzten Jahrhunderts, das erschließt sich allerdings bei der Lektüre des Buches schnell und griffig.

Die Atlantiküberquerung Lindberghs im Mai 1927 (wie überhaupt die Flugpioniere von sich reden machten in diesem Jahr), die Erfolge von Babe Ruth (und Bryson erläutert in bester Weise hier die Bedeutung des Baseball und jenes Babe Ruth in diesem 1927 auch für den europäischen Leser), die Enthüllungen über eine Affäre des amerikanischen Präsidenten, finanzpolitische Absprachen und Entscheidungen, die für den Zusammenbruch der Börsen 1929 von schicksalhafter Bedeutung waren (wie die 20er Jahre an sich bekannt waren für finanzielle Täuschungsmanöver im großen Stil), die internationale Affäre um Sacco und Vanzetti mit den zigtausend Zuschauern beim Trauerzug nach deren Hinrichtung, die Hochzeit Al Capones, die Modeerscheinung der "Flappers" mit vorher nie gekannter Lässigkeit und Freizügigkeit, der Anfang vom Niedergang Fords, und, und, und.

Verbindend zwischen den vielen "großen" und auch manchen "kleinen" Themen im Buch ist die spürbare kulturelle Veränderung im Amerika des Jahres, die entweder in jenem Sommer kulminiert und lange bereits schwelende Entwicklungen zusammenführt, aber auch Entscheidungen und Ereignisse, die von diesem Jahr aus tief auf die weitere Zukunft einwirkten.

Entwicklungslinien, die Bryson ebenso flüssig erzählt vor Augen führt, wie er die Vielfalt der Ereignisse dieses Jahres noch einmal lebendig werden lässt.

Dass ein Präsident mit einem einfachen Satz ohne weitere Erläuterung mitteilt, dass er nicht mehr antreten wird und über 80 Jahre gerätselt werden wird, was die genauen Hintergründe für Coolidge waren gehört dabei ebenso in die besonderen Ereignisse von 1927, wie die besonderen Ereignisse um Lindbergh herum.

"Die Ironie ist, dass Charels Lindbergh zu dem Zeitpunkt, als Amerika bereit war, sich in die Lüfte zu schwingen, niemandes Held mehr war".

Aber er hat entscheidend mit dafür gesorgt, dass Amerika bereit war, "in die Lüfte" zu gehen.

Ein interessantes, buntes, sehr präsent wirkendes Buch zu Ereignissen, die fast 90 Jahre zurückliegen und doch das moderne Leben durch ihre Weichenstellung mitgeprägt haben und manchen Mythos der Neuzeit begründeten.

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50

04.11.2014

„Mit Tempo und Spannung”


Nach der Lösung des ersten Falles gehört die kleine Agentur Lockwood & Co nun zu den bekanntesten Geisteragenturen Londons. Und schon rollt der nächste Fall auf die Geisterjäger zu.

Zunächst hört sich der Auftrag fast zu einfach an. Ein stählerner Sarg soll geborgen und dessen Inhalt gesichert werden. Bedauerlicherweise für Lockwood und die Seinen (nicht für den Leser) verschwindet der Sarg umgehend auf mysteriöse Art und Weise. Was bedeutet, dass Anthony Lockwood, Lucy Carlyle und Geborge Cubbins nun all ihre Fähigkeiten in die Waagschale werfen müssen, um den Sarg wieder aufzutreiben.

Dabei bekommen sie Hilfe von einer alten Freundin Lockwoods, Flo Burne, passionierte Artefakten-Jägerin und nicht auf den Mund gefallen.
Ebenso wie die zweite hilfreiche Kraft, die hinzutritt. Der Geist eines Totenschädels, der sich zumindest Lucy flüstern mitteilen kann.

Aber auch gefährliche Feinde sind nicht weit und sorgen für mehrfache hochgefährliche Situationen für die vereinten Geisterjäger.

Sehr fesselnd und spannend verfasst Stoud auch diesen zweiten Band der Reihe um Lockwood & Co., Geisterjäger, die das Zeug zu Kultfiguren haben.

Humorvoll, klar gezeichnete Figuren, ein interessanter "Fall" und jede Menge Abenteuer und (leicht) gruselige Spannung ziehen dabei nicht nur die Kernzielgruppe der jugendlichen Leser in den Bann.

Eine Spannung im Übrigen, die Stroud mit Tempo über die gesamte Lektüre hin aufrecht zu erhalten versteht und damit dafür sorgt, dass die Lektüre durchgehend fesselt.

"Lucy, nimm den Degen. Geh zur Tür. Schau einmal kurz heraus und dann verbarrikadieren wir uns hier drin".

Wissend, dass man nicht ewig hinter den Türen versteckt bleiben kann sondern zu einem gewissen Zeitpunkt den Gegnern entgegen zu treten hat.

"Irgendwo hier war er gestorben. Und dann hatten die Ratten..... Nein, sich diese Geschichte ins Gedächtnis zu rufen war keine gute Idee!".

Für den Leser allerdings schon, denn schon steigt wieder die Spannung.

Eine sehr empfehlenswerte Lektüre, die für beste Unterhaltung sorgt.

buch

Everyday Raw Express

Matthew Kenney

EUR 19,80 *
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50

21.10.2014

„Rohkost einfach und doch mit Finesse”


Bei diesem Rezeptbuch ist der Titel wahrlich Programm.

Mit einer kurzen Einführung versehen, was für die tägliche Rohkost an Grundsubstanzen immer vorrätig sein sollte (verschiedene Öle, Essig, Süssmittel, Nüsse und Nussmuse bietet Kenney im folgenden umgehend klare strukturierte und einfach zu handhabende Rezepte.

Seien es „Elixiere“, Rohkostdrinks vom Gurken-Refresher über einen Rote Bete-Sangria zum Apfelsaft mit besonderer Note (Cayennepfeffer), seien es Smoothies, Suppen, Vorspeisen (Pasta. Wraps und anderes) bis ihn zu pfiffigen Mahlzeiten (Couscous, Tomaten Pavé, Wildpilzlasagne) und Desserts, Kenney bietet eine Vielzahl von Gerichten für die verschiedenen Snacks und Mahlzeiten.

Dabei bietet das Buch all dies in einfacher Weise, kurz, knapp und klar dar.

Jeweils eine Zutatenlist und eine knappe Anleitung zum Herrichten der verschiedenen Säfte, Smoothies und Speisen reicht völlig aus, um zu einen das konkrete Gericht umstandslos und in kurzer Zeit zu erstellen und bietet andererseits (wozu Kenney den Leser deutlich anhält) auch Raum für eigene Veränderungen, neue Zusammenstellungen und vieles mehr.

Wobei der Einkauf der diversen Produkte sicherlich mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, als die Zubereitung und der Verzehr ( nicht aufgrund der Exotik der Nahrungsmittel im Buch, sondern ob der wirklichen Einfachheit der jeweiligen Zubereitung und der je kurzen Zubereitungszeit(meist unter 30 Minuten)).

Alles in allem bieten die Rezepte Vielfalt und Abwechslung genug, um mit Produkten von hoher Qualität (eine der wichtigsten Grundvorrausetzungen für gelingende Rohkost-Speisen) den eigenen Menü-Plan deutlich zu ergänzen, zu erweitern oder gar (für einige Zeit vielleicht nur oder bestimmte Wochentage) ganz auf Rohkost umzustellen.

Das Buch stellt ebenso einen sehr guten und übersichtlichen Einstieg in die Welt der Rohkost dar, wie es dem mit dieser bereits vertrauten Leser eine ganze Reihe neuer Rezepte und Möglichkeiten eröffnet. Mit hohem Anspruch an die Zutaten und die entsprechende kreative Würzung.

buch

Alaska

Bernd Römmelt

EUR 39,99 *
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50

21.10.2014

„Beeindruckender Bildband”


„Die Arktis ist eine eigene Welt. Im Sommer scheint die Sonne 24 Stunden, im Winter ist sie für mehrere Wochen überhaupt nicht zu sehen. Auch die Tierwelt verändert sich, Felle und Federn werden weiß“.

Diese ganz eigene Welt darzustellen mit ihren, trotz des „Weiß in Weiß“ vielfachen Facetten von Landschaft und Tierwelt, das ist Bernd Römmelt in diesem Bildband ganz hervorragend gelungen.

Wobei, so ganz „Weiß in Weiß“ stimmt das ja auch gar nicht mit der Flora und Fauna in Alaska. Nimmt man alleine den beindruckenden Moschusochsenbullen (gemeinsam mit dem Eisbär der „König der Arktis“, der doppelseitig die Mitte des Buches markiert, dann erhält man durchaus intensiven Eindruck von der Urwüchsigkeit der Arktis. Die Römmelt mit vielen anderen Perspektiven im Buch immer wieder beeindruckend ins beste Licht zu rücken versteht.

Die beiden spielenden jungen Eisbären, deren „Spielplatz“ das riesige Skelett eines Grönlandwals ist, die farbprächtige (im Sommer), bunte Tundra des North-Slope, aber auch die umfassend in Schnee und Eis Eingepackten“ Bäume am Yukon River, neben einem Wolf auf fast üppig gedeihender Steppe, krass sind die Gegensätze in der Arktis zwischen Sommer und Winter, ewigem Eis und Randgebieten.

Ein Abschnitt der Erdkugel, der wohl dichten Regenwald auf Baranov Island in sich trägt, wie ewige Gletscher eines bis zum Horizont reichenden ewigen Winters.

Immer wieder erhellt durch die einzigartige Vielfalt der Polarlichter, die Römmelt intensiv in Bilder bannt.

Schwärme von Vögeln, majestätische Adler, tiefe Gletscherspalten, Berge in blutigem Sonnenrot, Bären auf Nahrungssuche, Robbenschwärme auf dem Weg aus dem Meer auf den Felsen, einsame Schneelandschaften und belebte Wälder, vielfach und vielseitig zeigt sich Alaska und ebenso vielfach und vielseitig portraitiert Römmelt die Arktis.

Erläutert durch informative und die jeweiligen Bilder erläuternden Texte gelingt so ein lebendiger Eindruck dieser „letzten echten Wildnis“ des Planeten.

Eine sehr empfehlenswerte und beeindruckende Bild-Lektüre.

buch

Rollende Steine

Terry Pratchett

EUR 14,99 *
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40

21.10.2014

„Brocken-Roll Musik”


Ja, auch die Scheibenwelt wird ihre Rock´n Roll Erweckung erleben, wobei es zunächst nach solcher musikalischen Karriere für Imp gar nicht aussieht.

Klar, er hat den Harfenwettbewerb gewonnen, eine wunderbare, neue Harfe nennt er sein eigen und wo, wenn nicht in der größten denkbaren Stadt der Scheibenwelt Ank-Morpork würde seine Kunst am meisten gewürdigt werden.

Wenn nicht, naiv wie Imp ist, er die Rechnung ohne das Gildensystem der Stadt gemacht hätte. So wird das nicht. Die Harfe wird die ersten Tage in der Stadt ebenso nicht überstehen und jener Troll (der mit Steinen Geräusche hervorruft, die er Musik nennt) und jener Zwerg (mit dem Blechinstrument) scheinen ja zunächst auch keine große Hilfe zu sein.

Bis es eben losgeht mit dem wilden „Getrommel der Steine“, mit dieser neuen Gitarrre in Imps Händen und den mehr und mehr werden Fans vor der Bühne.

Unter denen auch Susanne sich befindet. Die sich in ihrer Internatsschule sowieso am besten darauf versteht, sich unsichtbar zu machen und die ein wenig schon noch von den Erinnerungen an den Garten ihres Großvaters geprägt ist. Und er hat schon den Tod als Großvater? Zumindest in irgendeiner stief-verwandten Art und Weise.

„Weißes Pferd und schwarzer Garten“, das Großvaters Ort. Der sich dort aber gerade aktuell nicht befindet und damit so einiges durcheinanderbringen wird, mit dem Tod und der Welt.

„Liegt ein Sinn darin? Ist nicht letztlich alles vergeblich?“, das sind die Fragen, die den Tod beschäftigen, Für deren Antwort sogar den vermeintlich „weisesten Mann der Welt“ aufsucht ( eine Szene, die stark an Douglas Adams Sicht der Dinge erinnert, wenn nicht gar Monthy Python hier unter der Decke hervor lugen).

Aber sei´s drum, deprimiert macht der Tod sich auf die Suche nach dem „Fluss des Vergessens“. Es nervt ihn gewaltig (und drückt ihn nieder), sich an jedes Detail der Ewigkeit erinnern zu können. Das muss aufhören.

Während auch in der großen Stadt so mancher denkt, dass das aufhören sollte, dieser moderne Lärm, diese kreischenden Fans, dieses naiv-unbedarfte musikalische Energiebündel, diese „Band der Steine“, die ansonsten das gesamte Volk in Verzücken zu versetzen scheinen.

Während auch der Helfer des Todes, „Rattentod“ das Seine gedenkt, zu tun, um die Dinge mit der Ewigkeit ein stückweit wieder zu recht zu rücken. Wozu er umgehend Susanne in die Pflicht nimmt, was ja schon einmal zu vielfachen Verwicklungen geführt hat.

Überbordend in der ironischen Überspitzung, wie gewohnt seine Figuren oft das eine denken, umgehend aber das andere tun lassen, sein griesgrämiger Tod, ein Seitenhieb auf all die Gurus dieser Welt und immer wieder die Kraft des Rock´n Roll mit leichtem Augenzwinkern, ein durchaus unterhaltsames und anregendes neues Buch aus der „Scheibenwelt“, das Terry Pratchett hier vorlegt. Wenn auch das System, die Sprache, die Verwirrungen, die ständige Ironie dem eifrigen Pratchett Leser bestens bekannt vorkommen werden und daher nicht viel überraschend Neues im Buch vorliegt.

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