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Name:
Mag Top 100 Rezensent
Ort:
Berlin
Rezensionen:
659 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 31

nicht hilfreich: 4

Rang:
21

Mags Rezensionen

12

buch

The Maiden Switch

Allie Borne

EUR 8,90 *
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30

06.02.2014

„Dreifaches Verwirrspiel in Schottland”

Die englische Lady Merianne Warren ist auf dem Weg zu ihrem zukünftigen, von der Familie ausgesuchten Ehemann Bryan, einem schottischen Clanführer. Auf der abenteuerlichen Reise nach Schottland tauschen Merianne und ihre Begleiterin Mary Luke vorsichtshalber Kleidung und Stellung - man weiß ja nie, welcher Unhold zum Überfall schreiten könnte. ......und so wird Mary an Stelle ihrer Lady vom gegnerischen Clan entführt, Merianne mit einigen Blessuren aber freigelassen. Als der Zukünftige mit wehenden Fahnen zu Hilfe eilt, hält er Merianne irrtümlich für die Zofe, was Merianne zunächst auch nicht aufklärt - schließlich will sie, dass ihre Begleiterin und Freundin befreit wird. Verwirrend wird es erst, als sich zwischen Meri und Bryan, die sich vorher ja noch nie begegneten, nun zarte Bande entwickeln. Nur ein getreuer Kämpfer an der Seite Bryans durchschaut Meris Versteckspiel und es kommt zur Heirat der Versprochenen. Doch auch mit der Befreiung von Mary ist das Verwirrspiel noch nicht vorbei, denn nun taucht eine weitere Dame auf, die behauptet die richtige Merianne Warren zu sein. Wer ist die Betrügerin und gibt es noch einen weiteren Unhold im eigenen Lager?

Eine nette, lebendige Geschichte im schottischen Hochland um 1530 angelegt. Kurzweilig zu lesen, wenn auch manche Wendungen des Plots etwas weit hergeholt und zu unrealistisch erscheinen. Auch aus dem Verwechslungsthema hätte man mehr herausholen können. Insgesamt aber passable Unterhaltung - allerdings auch nicht mehr. Ich habe das Buch als E-Book-Version gelesen, bei der mitunter sinnverändernde Rechtschreibfehler auftraten ("their" statt "there" oder "waste" statt "waist") - da hätte man noch Korrektur lesen sollen.

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40

26.12.2013

„Eheschließung im Vollrausch”

Megan Scott hat mit der Männerwelt abgeschlossen - zu viele herzschmerzende Erinnerungen - und für den noch vorhandenen Babywunsch gibt es ja auch Samenbänke. Um so erstaunter ist Megan, als sie nach feuchtfröhlicher Junggesellinabschiedsfeier für ihre Kusine am nächsten Morgen verheiratet im Bett von Connor Reed aufwacht. Der hat ebenfalls Probleme mit der Damenwelt und Kinderwunsch - also warum nicht eine Vernunft- und Zweckverbindung ohne Liebesschwüre und Herzschmerz führen? Sympathisch war man sich ja am Vorabend, sonst hätte man nicht geheiratet. Zögerlich willigt Megan zu einer dreimonatigen Probezeit ein ........ doch was passiert, wenn dann doch Gefühle ins Spiel kommen. Kann das gutgehen?
Eine leichtgängige, schwungvoll geschilderte Liebesgeschichte, die den "normalen" Ablauf verkehrt - erst Ehe, dann Gefühle. Nicht weltbewegend, interessant, unterhaltsam und kurzweilig allemal.

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50

26.12.2013

„Moral oder Geld?”

Wenn auch die streng katholischen Moralvorstellungen des letzten Jahrhunderts mittlerweile total überholt sind, eine humoristisch, aber hintergründige Beschäftigung mit dem Thema: "Halten Moral und Ethik auch den Verlockungen durch hohe Geldsummen stand .... oder sind sie dann doch etwas dehnbar?" bleibt wohl immer aktuell! Auch wenn das Thema "uneheliches Kind" heute in der westlichen Welt keinen mehr vom Hocker reißt, bleiben doch die Themen Bestechlichkeit, Vorteilsnahme, Korrumpierung und Korruption, die im Hintergrund stehen, immer weiter im Gespräch. Und Curt Goetz liefert dazu eine treffliche Komödie, die wie immer menschliche Verhaltensweisen und Schwächen trefflich gnadenlos, wenn auch augenzwinkernd vorzuführen weiß. Trotz Alter, Schwarz-Weiß-Verfilmung und Thematik immer noch allerliebst und unterhaltsam vorgeführt und ansehbar. (Ebenso in einer etwas neueren Farbversion mit Heinz Rühmann und Ruth Leuwerik).

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50

26.12.2013

„Gelungene Kombination von Komödie und Krimi”

Beginnend mit einem Mordversuch, der dank logischer Beweisführung mit Indizien schnell den Mörder entlarven lässt ... oder etwa doch nicht?, entspinnt sich daraus eine Gerichtsverhandlung um den Mord an einem Maler dessen Witwe nun als vermeintliche Mörderin vor Gericht steht. Staatsanwalt und Verteidiger liefern sich ein wort- und witzreiches Wortgefecht, das den Staatsanwalt nur zum Schluss "schuldig", den Verteidiger aber eindeutig auf Grund derselben Indizienlage zur Überzeugung "nicht schuldig" kommen lässt.... bis ein Bild des Malers, bei dem ihm ein wesentlicher Fehler unterlief, schließlich den Anstoß zur Lösung des komplizierten Falls liefern kann.
Eine noch heute sehenswerte Justizkomödie aus der Feder von Curt Goetz, der zusammen mit seiner Frau auch die Hauptrolle in diesem Film besetzt. Trotz alter Schwarz-Weiß-Verfilmung dank des geistreichen Wortwitzes und der liebevoll überspitzt dargestellten menschlichen Eigenschaften (oder eher Schwächen) der als Zeugen vor Gericht auftretenden Personen auch heute noch sehenswert und unterhaltend - und das trotz Mangel an jetzt so reichlich verwendeten Action- oder Sexszenen.
Wer's trotzdem lieber in Farbe mag, kann sich auch eine Neuverfilmung des Stoffes mit Heinz Rühmann und Lilo Pulver in den Hauptrollen zu Gemüte führen - ebenfalls sehens- und liebenswert, doch Original bleibt eben Original.

buch

Jane Eyre

Charlotte Bronte

EUR 9,99 *
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50

29.07.2013

„Eine Waise wird erwachsen und findet ihren Weg”

Nach dem frühen Tod ihrer Eltern kommt die Waise, Jane Eyre, in das Haus ihres Onkels. Doch auch er stirbt bald und die verwitwete Tante und ihre drei Kinder lehnen die phantasievolle, lebhafte Jane ab und lassen sie deutlich fühlen, dass sie nicht zur Familie gehört. Besonders der Sohn des Hauses macht ihr das Leben schwer, er ärgert und quält sie, wo er nur kann, und wenn Jane sich zur Wehr setzt, wird sie von der kaltherzigen Tante bestraft und mit zehn Jahren schließlich zwecks Unterrichtung und Besserung in die Lowood-Anstalt geschickt. Auch hier ist das Leben nicht leicht, der Leiter der Institution ihr gegenüber genauso voreingenommen wie die Tante, das Essen karg, die Unterkunft kalt bis eisig, Lob und Anerkennung selten, dafür Kritik und Bestrafung reichlich....... doch für Jane ist das Leben hier noch erträglicher als bei der Tante, die sich nie nach ihr erkundigt. Auch nach Beendigung ihrer Schulzeit bleibt Jane noch zwei Jahre in Lowood, um dort als Lehrerin zu arbeiten. Mit 18 Jahren entschließt sie sich, Lowood zu verlassen und eine Stelle als Gouvernante anzunehmen und inseriert dazu in einer Zeitung. Das einzige Stellenangebot kommt von dem Herrensitz Thornfield Hall, wo Jane als Erzieherin für das Mündel von Mr. Rochester eingestellt wird. Das Leben auf Thornfield Hall ist recht eintönig und in Abwesenheit des Hausherrn auch recht einsam, so dass Jane nach ein paar Monaten bereits über einen Stellungswechsel nachdenkt ........ bis der Hausherr schließlich zurückkehrt. Mr. Rochester, mehr als zwanzig Jahre älter als Jane, ist ein Enigma - groß und stattlich, wenn auch nicht ansehnlich, mit recht wandelbarem Verhalten, manchmal schroff, abweisend und befehlend, dann wieder gesprächig, humorvoll bis charmant. Jane lässt sich von Mr. Rochester nicht einschüchtern und beide entwickeln Sympathien zueinander, die Rochester, der sich ansonsten mehr auf Reisen denn zu Hause befindet, länger auf Thornfield halten, auch wenn seltsame, bedrohliche Ereignisse sich auf Thornfield Hall zu häufen scheinen. Als Rochester Jane schließlich sogar einen Heiratsantrag macht, scheint die frühere verschmähte Waise endlich ein Heim und Liebe gefunden zu haben, doch Thornfield beherbergt noch ein dunkles Geheimnis ......
Ein wundervoller Liebesroman mit einer im viktorianischen Zeitalter äußerst emanzipierten, jungen Titelheldin, die trotz aller Widrigkeiten ihren Lebensweg sicher und gefestigt geht und trotz aller Probleme und Hindernisse schließlich zu ihrem Glück findet, gespickt mit einer gehörigen Portion Mysterium und Spannung. Absolut lesens- und mitleidenswert.
Sehr zu empfehlen ist dazu auch die Verfilmung von 2006 mit Ruth Wilson und Toby Stephens, die den Hauptakteuren Jane Eyre und Mr. Rochester wahrhaft knisternde Lebendigkeit einzuhauchen vermögen.

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50

01.07.2013

„Spannender Krimi mit psychologischen Einsichten”

Patrick Bannister, jetzt erfolgreicher Reporter, der von seiner Mutter niemals Liebe erfahren hat, worunter er immer noch leidet, erscheint doch nach Jahren der Loslösung an ihrem Sterbebett und bleibt bis zur Beerdigung in seinem alten, kleinen texanischen Heimatdorf. Erben interessiert ihn nicht, so überlässt er seinem Onkel Warren alles im Haus seiner Mutter und nimmt nur eine kleine Kiste mit einem alten Kinderbuch, das er liebte, mit. Doch diese Kiste entpuppt sich als Pandoras Dose: Neben seinen Kindheitserinnerungen enthält sie auch eine seltsame Kette und einen Brief seines Onkels, der vermuten lässt, dass Mutter und Onkel in einen Mordfall verwickelt waren. Sein journalistischer Spürsinn lässt ihn nicht ruhen und auch nach fast 30 Jahren will er den Dingen auf den Grund gehen. Die gefundenen Gegenstände scheinen mit der Entführung und Ermordung eines Dreijährigen namens Nathan in Verbindung zu stehen - so reist Patrick an den Ort des Geschehens und stöbert mit der Reporterin des örtlichen Heimatblattes, C.J., in alten Unterlagen und Gerichtsaufzeichnungen - und muss feststellen, das der Entführungsfall immer mysteriöser wird und der damals für die Entführung Verurteilte und Hingerichtete vielleicht doch unschuldig war! Doch die Recherchen kommen nur schleppend voran, einem Fremden will so keiner recht Auskunft geben - und zu allem scheint ihn jemand lieber tot als nachforschend zu sehen!
Ein äußerst lebendiger Krimi mit bedrückenden psychologischen Einsichten in eine misshandelte Kinderseele. Spannend von Anfang bis Ende!

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50

01.07.2013

„Spannender Krimi mit psychologischen Einsichten”

Patrick Bannister, jetzt erfolgreicher Reporter, der von seiner Mutter niemals Liebe erfahren hat, worunter er immer noch leidet, erscheint doch nach Jahren der Loslösung an ihrem Sterbebett und bleibt bis zur Beerdigung in seinem alten, kleinen texanischen Heimatdorf. Erben interessiert ihn nicht, so überlässt er seinem Onkel Warren alles im Haus seiner Mutter und nimmt nur eine kleine Kiste mit einem alten Kinderbuch, das er liebte, mit. Doch diese Kiste entpuppt sich als Pandoras Dose: Neben seinen Kindheitserinnerungen enthält sie auch eine seltsame Kette und einen Brief seines Onkels, der vermuten lässt, dass Mutter und Onkel in einen Mordfall verwickelt waren. Sein journalistischer Spürsinn lässt ihn nicht ruhen und auch nach fast 30 Jahren will er den Dingen auf den Grund gehen. Die gefundenen Gegenstände scheinen mit der Entführung und Ermordung eines Dreijährigen namens Nathan in Verbindung zu stehen - so reist Patrick an den Ort des Geschehens und stöbert mit der Reporterin des örtlichen Heimatblattes, C.J., in alten Unterlagen und Gerichtsaufzeichnungen - und muss feststellen, das der Entführungsfall immer mysteriöser wird und der damals für die Entführung Verurteilte und Hingerichtete vielleicht doch unschuldig war! Doch die Recherchen kommen nur schleppend voran, einem Fremden will so keiner recht Auskunft geben - und zu allem scheint ihn jemand lieber tot als nachforschend zu sehen!
Ein äußerst lebendiger Krimi mit bedrückenden psychologischen Einsichten in eine misshandelte Kinderseele. Spannend von Anfang bis Ende!

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50

10.06.2013

„Wie findet frau einen Beschützer?”

Lysandra Keates hat keine andere Wahl mehr: Sie muss die Geliebte eines wohlhabenden Mannes werden, will sie ihre kranke Mutter unterstützen, für die Schulden ihres Vaters aufkommen und auch selber überleben. Hilfe sucht sie bei der stadtbekannten Kurtisane Vivian Manning, die ihren "Beruf" mittlerweile aufgegeben hat und stattdessen versucht, passende Paare zusammenzuführen. Vivian hat auch gleich eine Idee: Sie will die noch unerfahrene Lysandra mit Viscount Andrew Callis zusammenführen, der immer noch unter dem Tod seiner Frau vor drei Jahren leidet, für Lysandra aber einen einfühlsamen Lehrmeister in Sachen Erotik zumindest für eine begrenzte Zeit abzugeben scheint...........
Eine neue, erotisch-knisternde aber auch romantische Liebesgeschichte aus der Feder von Jess Michaels, die hiermit wieder ihr Können als Meisterin sinnlicher aber auch gefühlvoller Beziehungsverwicklungen unter Beweis stellt. Absolut lesenswert.

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50

10.06.2013

„Wie findet frau einen Beschützer?”

Lysandra Keates hat keine andere Wahl mehr: Sie muss die Geliebte eines wohlhabenden Mannes werden, will sie ihre kranke Mutter unterstützen, für die Schulden ihres Vaters aufkommen und auch selber überleben. Hilfe sucht sie bei der stadtbekannten Kurtisane Vivian Manning, die ihren "Beruf" mittlerweile aufgegeben hat und stattdessen versucht, passende Paare zusammenzuführen. Vivian hat auch gleich eine Idee: Sie will die noch unerfahrene Lysandra mit Viscount Andrew Callis zusammenführen, der immer noch unter dem Tod seiner Frau vor drei Jahren leidet, für Lysandra aber einen einfühlsamen Lehrmeister in Sachen Erotik zumindest für eine begrenzte Zeit abzugeben scheint...........
Eine neue, erotisch-knisternde aber auch romantische Liebesgeschichte aus der Feder von Jess Michaels, die hiermit wieder ihr Können als Meisterin sinnlicher aber auch gefühlvoller Beziehungsverwicklungen unter Beweis stellt. Absolut lesenswert.

buch

North and South

Elizabeth Gaskell

EUR 13,50 *
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40

07.04.2013

„Liebe und Konflikte im 19. Jahrhundert”

Als Pfarrer Hale seine sichere, wenn auch nicht übermäßig gut bezahlte Pfarrstelle im beschaulichen ländlichen Südengland aus Gewissensgründen aufgibt, um eine Stelle als Tutor im industrialisierten Städtchen Milton in Nordengland anzunehmen, verändert das schlagartig auch das Leben seiner gesamten Familie, die ihn natürlich begleitet. Besonders ereignisreich wird das für die Tochter des Hauses, Margaret Hale. Zeitweilig bei einer Tante in London aufgewachsen und sowohl dort als auch zu Hause als Lady behandelt, verwöhnt mit Dienerschaft und viel Müßiggang außer freiwillig absolvierten gemeinnützigen Aufgaben in der Gemeinde, verschlägt es Margaret in eine Stadt des industrialisierten Nordens - mit Fabriken (in Milton vorwiegend Baumwollfabriken) mit entsprechenden Gesellschaftsschichten: arme Arbeiter und neureiche Fabrikbesitzer und Margaret findet sich unvermittelt mitten in einem heftigen Arbeiterkampf wieder. Die aus dem Süden einen freundlichen Umgangston gewöhnte Margaret empfindet das Stadtleben als hart, kalt und abweisend und ihre Sympathien liegen bei den Arbeitern, die trotz harter Arbeit kaum ihre Familien ernähren können und auch die Kinder bereits zur Arbeit in die Fabriken schicken müssen, die neben kargem Lohn dazu durch Baumwollstaublungen auch noch krank werden. Margaret freundet sich mit einer etwa gleichaltrigen Arbeiterin, Bessy Higgins, an und lernt auch deren Vater kennen, der Gewerkschaftsangehöriger und Arbeiterführer im anstehenden Streik ist, während Margarets Vater als ersten Schüler in Milton ausgerechnet einen der Fabrikbesitzer, Mr. Thornton, hat, der, wann immer Margaret die Haltung der Arbeiter vertritt und die Fabrikbesitzer kritisiert, ihr seine Sicht der Dinge aus Seiten der Fabrikbesitzer schildert. Während der bedächtige Ex-Pfarrer beiden Seiten Gehör schenkt und in seiner Beurteilung schwankend ist und stets für friedliche Verhandlungen der beiden konträren Gruppen plädiert, kann Margaret die kompromisslose und konsequente Haltung Thorntons nicht akzeptieren und ihn dadurch nicht ausstehen. Außerdem fällt es Margaret schwer, den neureichen Fabrikbesitzer, dem es an gentlemanlikem Verhalten mangelt, als ebenbürtig anzusehen, so dass sie ihn, als er ihr einen Heiratsantrag macht, schroff ablehnt. Doch Margaret ist noch jung, hat noch viele schwere Prüfungen vor sich und kann im Lauf des Romans noch einige Kehrtwendungen einlegen, ebenso wie Thornton und auch Arbeiterführer Higgins........
Wie viele Werke von Charles Dickens erschien auch dieses Werk seiner Zeitgenössin Elizabeth Gaskell zunächst als Fortsetzungsroman - mit entsprechender Gesamtlänge und auch inhaltlichen Längen. Trotzdem eine interessante Milieuschilderung aus dem viktorianischen Zeitalter Englands mit den Anfängen seiner Industriebetriebe und den sich verändernden Gesellschaftsschichten, den Kämpfen und Wandlungen, unterlegt mit einer hinreißenden Liebesgeschichte um Margaret und Thornton, die Mr. Darcy und Elizabeth Bennett aus "Stolz und Vorurteil" in nichts nachsteht. Für Literatur- und Gesellschaftsinteressierte ein Leckerbissen.
Überaus sehenswert dazu ist auch eine BBC-Verfilmung des Buches aus dem Jahr 2004 mit Daniela Denby-Ashe und Richard Armitage - in weiten Teilen wortwörtlich der Romanvorlage folgend, jedoch auch mit einigen Veränderungen, die dem Geschehen aber keinen Abbruch tun, sondern eher durch gelegentliche Straffung und andererseits leichte Zusätze zur Handlung die Konflikte noch besser herausarbeiten - nur die Bahnhofsszene am Schluss des Films, wenn auch schnulzig schön, wäre im viktorianischen Zeitalter absolut skandalös und unmöglich gewesen!

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