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Das beste Buch aller Zeiten:
Nina George, Das Lavendelzimmer

Meine Bewertungen

Endlich mal wieder so richtig lachen

Eine Kundin / Ein Kunde , am 27.02.2017

Dieses Buch hat mir eine liebe Freundin zum Geburtstag geschenkt. Sie meinte wohl, ich bräuchte einmal etwas Aufmunterndes. Und ihr selbst hatte es sehr gut gefallen. Rein optisch hätte ich das Buch selbst nicht gekauft, denn es wirkt durch die drei Frauen versteckt im Hintergrund so, als ob es für noch ältere Leserinnen als mich gedacht sei. Und es sieht halt einfach auch so aus, dass sich dahinter „nur“ ein lustiges Buch verbergen kann. Ein Genre, was ich eigentlich selten (vielleicht zu selten) lese. Warum nicht einfach einmal abtauchen und sich lustig unterhalten lassen? Romantisch lasse ich mich ja sehr gerne unterhalten.
Was ich bis zum Schreiben dieser Rezension nicht wusste, ist, dass es bereits der 2. Band einer Reihe ist. Theoretisch hätte ich vorher noch „Garantiert wechselhaft“ lesen sollen. Aber ich bin auch so gut reingekommen. Wenn Sie allerdings nach dieser Lektüre beschließen, das Buch möchte ich auch lesen, fangen sie mit dem 1. Band an. Dann haben Sie einfach noch mehr Spaß!

Nina, eine Berlinerin, ist im 1. Band mit ihrer Tochter nach Wiestal in die Fränkische Schweiz gezogen. Dort hat sie einen alten Gasthof von ihrem Onkel geerbt. Nach einigen Schwierigkeiten, die im 1. Band beschrieben werden, hat sie diesen Gasthof zur Zentrale ihres noch sehr jungen Modelabels „Zwiebelllook“ ausgebaut. Nach vielen Hindernissen ist sie inzwischen komplett angekommen. Und über den Inhalt des 2. Bands erzähle ich Ihnen nun nichts mehr. Genießen Sie die geschäftlichen und persönlichen Verwicklungen, denen Nina und ihre Mitstreiterinnen ausgesetzt sind.

Das Buch liest sich einfach herrlich. Besonders der fränkische Dialekt hat es mir angetan. Ich fühlte mich wie im Urlaub. Carolin Birk und Fanny Wagner haben es geschafft, dass ich mich in dieser aufregenden Geschichte richtig vergraben konnte. Ich sah mich selbst schon mittenmang, obwohl mir als kühles Nordlicht die Power der Frauen dort sicherlich schwer zu schaffen gemacht hätte. Es sind einfach liebevoll ausgedachte Originale, die das Buch bevölkern. Gundi, eine ehemalige Lehrerin, die auch als alte Dame noch auf der Suche nach der Liebe ist. Ernst, ein pensionierter Buchhalter und Ehemann einer der Schnepfen, der jetzt die Kantine vor Ort leitet und immer mal wieder kulinarische Wagnisse eingeht. Marie, die Tochter von Nina, die mit ihrem Freund Mario das Filmen für sich entdeckt hat und damit alle in den Wahnsinn treibt. Und Gustl, der am Anfang des Buches seine Steffi, die bereits hochschwanger ist, heiratet und später alle mit seinem Nachwuchs beglückt. Einfach herrlich.

Das Einzige, was mir an diesem Buch fehlt, ist am Ende der Hinweis, wo man denn nun diese fabelhafte Mode für Frauen in den Wechseljahren bekommt. Die Kleidungsstücke hörten sich alle so toll an, dass ich sofort anprobieren würden wollte.

Ein herrlich witziger Roman für Frauen in einem gewissen Alter. Und ein verrückter Roman, in dem es doch tatsächlich neben Liebe mit all ihren Hindernissen auch noch Industriespionage und Improvisationstheater geht.

Überwiegend fabelhaft
von Carolin Birk
(7)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Was wäre wenn

Eine Kundin / Ein Kunde , am 27.02.2017

Paul Auster und sein neues Buch mit dem ungewöhnlichen Titel „4321“ muss ich Ihnen ja eigentlich gar nicht mehr vorstellen. Im Feuilleton wurde das Buch seit seinem Erscheinen Ende Januar bereits ausführlich besprochen und hoch gelobt. Dadurch wird dies für meine Verhältnisse eine ungewöhnliche Buchbesprechung, denn ich erzähle Ihnen einmal nichts über den Inhalt des Buches, der auf dieser Seite sehr gut wiedergegeben wurde, sondern nur von meinen Empfindungen und Eindrücken.

Bisher habe ich mich noch nie an einen Titel von Paul Auster herangewagt. Der Autor machte mir einfach Angst, da er immer so gelobt wird und als einer der ganz Großen der ernsthaften Literatur gilt. Eine Freundin hatte mir zwar schon vor einiger Zeit den Titel „Mond über Manhattan“ als Einstieg empfohlen, und ich habe es brav gekauft, aber dabei ist es bisher geblieben. Doch diesmal haben mich die Besprechungen so gelockt, dass mich nicht einmal die 1264 Seiten abschrecken konnten. Und ich habe das Buch tatsächlich geschafft, auch wenn ich dafür fast einen ganzen Monat gebraucht habe, obwohl ich sehr viel Zeit zum Lesen hatte. Hier nun meine Eindrücke:

„4321“ liest sich ausgesprochen gut- Allerdings musste ich mich erst einmal an den Erzählstil des Autors gewöhnen. Paul Auster liebt nämlich sehr lange Sätze! Und er hat eine Art zu schreiben, die es mir nicht möglich gemacht hat dieses Buch schnell durchzufressen. Es ist ein Buch, welches man wirklich nur sehr langsam lesen kann. Die Idee, die hinter der Story und dem Titel steckt, ist genial. 4 Variationen eines Lebens. Gleiche Grundvoraussetzung, d.h. die gleichen Eltern und der gleiche Geburtsort. Alle eint, dass die Hauptperson Archi(bald) Ferguson ein super Basket- und Baseball-Spieler, als auch ein Liebhaber des geschriebenen Worts ist. Aber dann entwickeln sich die Geschichten unterschiedlich weiter. Und dies betrifft nicht nur Archie selbst, sondern auch seine Familie. Eingebettet ist die ganze Geschichte in der Zeitspanne von 1947, wo Archie geboren wurde, bis Anfang der siebziger Jahre – eine Zeit, in der sich in den USA sehr viel getan hat.

Mich hat fasziniert, wie wenig ich doch von der amerikanischen Geschichte der jüngeren Vergangenheit wusste. Dabei lese ich gerne Bücher über genau diese Zeitspanne. Paul Auster hat mir da gute Einblicke geliefert. Seine Hauptfigur Archie denkt sehr viel nach, ist teilweise politisch interessiert und reflektiert viel. Und seine Sexualität, die er bereits früh entwickelt, nimmt auch einen großen Raum ein. Teilweise war er mir einfach zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Dies war mir zu viel, da hätte man meiner Meinung nach etwas kürzen können. Sehr ungewöhnlich empfand ich die eingeschobenen Geschichten, die Archie selbst geschrieben hat. Ob die wirklich für die restliche Geschichte notwendig waren? Dazu muss man aber auch bedenken, dass ich normalerweise eher eine Leserin von Unterhaltungsliteratur bin und keine studierte Literaturwissenschaftlerin, dies also eine sehr subjektive Meinung ist.

Für mich war dies ein sehr beeindruckender Roman, der mich sicherlich noch einige Zeit auf Grund seines Inhalts beschäftigen wird. Ich hatte ursprünglich angenommen, dass es sich um eine Roman-Biografie des Autors handelt. Aber wenn dies so wäre, dann muss er noch weitere Bände schreiben, denn als der Roman endet ist Archie gerade einmal Anfang 20. Wenn ich das Buch einordnen soll, dann gehört es für mich in eine Kategorie mit den amerikanischen Autoren John Updike und John Irving. Autoren, deren Bücher für mein Empfinden vorderrangig an ihren männlichen Protagonisten und deren Befindlichkeiten und Sexualität ausgerichtet sind.

4321
von Paul Auster
(8)
Buch (gebundene Ausgabe)
29,95

Wie kann ich Freundschaft mit mir selbst schließen?

Eine Kundin / Ein Kunde , am 17.02.2017

Ich habe Ihnen ja an dieser Stelle schon einige Bücher aus der Reihe „Achtsam leben“ aus dem Scorpio Verlag vorgestellt. Jetzt habe ich mein erstes Buch aus der anderen Reihe „Leichter Leben“ gelesen und möchte Ihnen meine Eindrücke hiervon schildern.

Selbstliebe und Freundschaft mit einem selbst hören sich immer so leicht an. Aber seien wir doch mal alle ehrlich. Lieben wir uns selbst? Oder denken auch Sie, dass das ein Aufruf zum Egoismus ist? Dem ist nicht so. Und nur wer mit sich selbst im Reinen ist, kann auch andere Menschen lieben und seine Aufgaben mit Hingabe erledigen. Stefanie Carla Schäfer hilft uns auf diesem Weg.

Stefanie Carla Schäfer ist interessanterweise u.a. auch Sportwissenschaftlerin, aber auch eine zertifizierte Trainerin für Stressbewältigung und Entspannung, NLP-Practicioner und ausgebildet in traumatherapeutischen Methoden. Dies alles setzt sie als Coach und Sport- und Bewegungstherapeutin in Köln ein. In ihrem Buch „Selbstliebe macht stark“ hilft sie uns auf 95 Seite uns selbst anzunehmen. Diese Reihe „Leichter Leben“ erinnert optisch an Zeitschriftenartikel aus Zeitschriften wie Happinez und Flow o.ä., d.h. sie sie bunt mit vielen Bilder, Zeichnungen und aufgelockert gesetzt. Inhaltlich teilt sich das Buch in 4 Kapitel:

- Aller Anfang ist einfach: Die ersten Schritte
- Ja sagen zu sich selbst: Eine neue Art von Kontakt
- Tempel der Seele: Den Körper lieben lernen
- Entfaltung und Wachstum: Selbstliebe blühen lassen

Am Anfang eines jeden Kapitels steht erst einmal, was wir in diesem Kapitel erfahren werden. Wir lernen viel zum Thema Selbstliebe und wir wie dazu kommen, Freundschaft mit uns selbst zu schließen. Es gibt dazu Übungen, Seiten mit Fragen, die man selbst ausfüllen kann, Zitate und immer mal wieder farbig hervorgehobene Abschnitte, die Wichtiges noch einmal zusammenfassen. Mir hat dieses Buch viel Spaß gemacht. Und ich denke, ich konnte einiges daraus für mich mitnehmen, was ich versuchen werde in meinem Leben zu integrieren und umzusetzen.

Dieses Buch ist ein guter und einfach zu lesender Ratgeber mit vielen praktischen Tipps, der Einsteigern hilft, sich spielerisch mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Selbstliebe macht stark
von Stefanie Carla Schäfer
(1)
Buch (Taschenbuch)
12,99

Warum hab ich diese Autorin erst jetzt entdeckt?

Eine Kundin / Ein Kunde , am 14.02.2017

Es ist schon erstaunlich, wie manche Bücher zu einem kommen. Dieses Buch hab ich per Zufall gefunden. Weil ich so viele Bücher lese und bespreche, hatte ich ein Angebot erhalten, dass ich mir ein Buch aus 5 Vorschlägen aussuchen durfte, wenn ich dem Verlag Rückmeldung gebe, wie schnell ich dieses Buch lese. Von den 5 angebotenen Büchern kannte ich drei bereits, und die habe ich geliebt. Das 5. Buch verlockte mich nicht. Und bei diesem habe ich dann gedacht, na ja, versuchen können wir es ja mal. Ich kannte die Autorin Dani Atkins natürlich vom Namen her. Und auch optisch (schöne Cover, die mich aber irgendwie nie mitgenommen haben) waren mir ihre Bücher nicht unbekannt. Was dann passierte, war der Wahnsinn. An einem Tag habe ich neugierig das Buch angefangen und gleich ca. 100 Seiten gelesen. Dann wollte ich aber pflichtbewusst mein anderes Buch zu Ende lesen. Eine gute Woche habe ich durchgehalten. Das andere Buch war noch nicht durch, aber ich musste unbedingt wissen, wie dieses Buch weiterging. Also habe ich 1,5 Tage nur das notwendigste erledigt, was ich wirklich nicht verschieben konnte. Und dann war es zu Ende. Ich war in Tränen aufgelöst und fand das Buch einfach nur wunderbar. So einen Effekt hatten eigentlich in dieser Art bisher nur zwei Bücher bei mir. Und das waren Jojo Moyes „Ein ganzes halbes Jahr“ und Ka Hancock „Tanz aus Glas“. Manchmal brauche ich einfach diese Bücher; die so unglaublich traurig und doch einfach wunderschön sind.

Zu dem Inhalt brauche ich auf Grund des wirklich einmal gelungenen Klappentextes nicht wirklich mehr viel zu sagen. Er trifft den Inhalt des Buches wirklich einmal hervorragend. Das Buch beginnt in der Gegenwart. Wir folgen dem ersten Mann auf seinem Weg, wo er einem Jungen, der ins Eis eingebrochen ist, das Leben rettet. Danach springen wir zu dem zweiten Mann, der gerade ein letztes Weihnachtsgeschenk für seine Frau kaufen will. Und dann springt die Geschichte zu Ally und Charlotte, den beiden Frauen, für die nach diesem Tag ihr Leben komplett aus den Angeln gehoben worden sein wird. Beide Frauen müssen ins Krankenhaus eilen, da ihren Männern etwas Schreckliches zugestoßen ist. Und für die beiden Frauen kommt es noch schlimmer, denn sie kennen einander und sind nicht im Guten auseinandergegangen. Ally war die erste große Liebe von David. Sie haben sich getrennt, als er sich in Charlotte verliebt hat. Für Ally war damals eine Welt zusammengebrochen und sie hat lange gebraucht, bis sie wieder ins Leben zurückgefunden hat. Nun sitzen die beiden Frauen auf der Intensivstation und bangen um die Leben ihrer Männer. Sie kommen nicht umhin, miteinander zu reden. Und ganz langsam schaffen sie es auch über die Vergangenheit zu reden. Und es kommt einiges zu Tage, was sowohl die Frauen als auch uns Leserinnen überrascht.

Dani Atkins hat dieses Buch wunderbar aufgeteilt. Sie springt zwischen den beiden Frauen hin und her. Und sie wechselt auch in unterschiedliche Zeiten zurück. Aber alles erklärt sich durch die entsprechenden Kapitelüberschriften von selbst, so dass man als Leserin nicht ins Schwimmen gerät. So bekommen wir insgesamt sogar 3 Liebesgeschichten in einer – nämlich die Geschichte von Ally und David, von Charlotte und David und von Ally und Joe. Langsam aber sicher erfahren wir, was sich wirklich vor 8 Jahren zwischen den dreien zugetragen hat, was die wirkliche Geschichte ist. Denn wie so häufig im Leben ist nicht alles so wie es scheint. Und dann ist die Nacht vorbei und am nächsten Morgen steht eine der beiden Frauen vor den Trümmern ihres Lebens.

Dieses Buch ist einfach herzzerreißend und doch so wunderbar. Es geht um Liebe, Vergebung, Mut und Hingabe. Ich habe es keine Sekunde bereut, dieses Buch gelesen zu haben. Und nun hoffe ich, dass ich Sie auch überzeugen konnte, dieses Buch zu lesen. Und das Schöne ist, dass es noch weitere Bücher von der Autorin zu entdecken gibt.

Der Klang deines Lächelns
von Dani Atkins
(17)
Buch (Paperback)
10,99

Ein schöner, romantischer Kurzroman

Eine Kundin / Ein Kunde , am 02.02.2017

Gabriella Engelmann ist ein Phänomen. Sie schreibt Kinder-, Jugend- und Erwachsenen-Romane. Und sie bringt jedes Jahr mindestens 2 Bücher auf den Markt. Häufig sogar mehr. Und damit wir Leserinnen nicht solange warten müssen bis im April ihr neuer Roman „Strandfliederblüten“ erscheint, kommen dann von ihr noch Geschichten in Anthologien oder kleine Kurzromane als e-books heraus. Das gerade erschienene „Ein Kuss, der nach Lavendel schmeckt“ ist so ein Kurzroman. Und als ausgewiesener Gabrielle Engelmann Fan musste ich diese Geschichte natürlich sofort lesen.

Was erwartet einen bei einem Kurzroman? Natürlich Romantik pur. Gabriella Engelmann erzählt die Geschichte der Bestsellerautorin Anne. Anne hat grad Liebeskummer und eigentlich ist sie überhaupt nicht so drauf, dass sie einen Roman mit Happy End abliefern kann. Aber ihr Verlag sitzt ihr im Nacken und droht mit Anwalt, wenn der Roman nicht rechtzeitig abgegeben wird. Ihre beste Freundin Paula hilft ihr in der Not. Sie bietet ihr erst einmal Unterschlupf, bis sie die Muße hat, eine neue Bleibe zu finden. Und sie schickt sie nach Frankreich um auf andere Gedanken zu kommen. Natürlich lernt Anne da einen sehr attraktiven Mann kennen, bzw. ihr begegnet ein sehr attraktiver Mann in immer wiederkehrenden unglücklichen Situationen. Wird sie ihren Roman rechtzeitig schrieben können oder kommt ihr die Liebe dazwischen?

Gabriella Engelmann hat wieder einen richtig schönen Roman zum aus der Realität wegzutauchen geschrieben. Anne ist eine so sympathische quirlige Frau, da macht es Spaß diese Geschichte zu lesen. Und außerdem entführt sie einen z.T. nach Frankreich in die Sonne und an das Meer. Natürlich ist bei so einer Geschichte abzusehen, wie es ausgeht. Aber die Geschichte dazwischen ist sehr süß und macht viel Spaß. Ich hätte gerne noch länger meine Zeit mit Anne, Paula und Moniseur X verbracht.

Ein Kuss, der nach Lavendel schmeckt (Exklusiv vorab lesen)
von Gabriella Engelmann
(4)
eBook
2,99

Eine gelungene Mischung

Eine Kundin / Ein Kunde , am 30.01.2017

Vor ungefähr einem Jahr habe ich ihnen den ersten Roman der Autorin Tanja Weber „Die Frauen meiner Familie“ vorgestellt. Und jetzt ist ihr zweiter „Mein Herz ist ein wilder Tiger“ erschienen. Beide Romane eint, dass ein Teil der Geschichte in der Vergangenheit spielt. Aber ansonsten sind die beiden Geschichten grundverschieden.

Der Klappentext gibt die Geschichte des Romans gut wieder. Aber ich hätte sie mir trotzdem eigentlich anders vorgestellt. Ich dachte, dass die Geschichte in der Gegenwart, die in dem Pflegheim spielt, in dem Elly als letzte Station als gut Hundertjährige untergekommen ist und in dem sie von John gepflegt wird, eine reine Rahmenhandlung sei. Und dass dann die beiden ganz unterschiedlichen Fluchtgeschichten die beiden Haupthandlungsstränge seien. Doch dem ist nicht so. Das Buch beginnt 1918 im Zirkus an dem zweiten Geburtstag von Elly. Und dann springt es in die Gegenwart und wechselt zwischen den Protagonisten Elly und John hin und her. Im fünften Kapitel kommt dann noch Kirsten hinzu. John ist ein hingebungsvoller Pfleger, der sich sehr um seine ihm anvertrauten Patienten kümmert. Besonders Elly hat es ihm angetan. John fährt jeden Tag mit seinem Fahrrad, ein altes Herkules-Fahrrad, welches er selbst in einer Flüchtlingsselbsthilfegruppe auf Vordermann gebracht hat, von seiner WG quer durch Berlin in das Pflegeheim. Wir erfahren, was in ihm vorgeht und wie er mit seiner Situation als Flüchtling umgeht. Für ihn ist die Arbeit mehr als nur Arbeit. Sie hilft ihm nicht so viel über seine eigene Geschichte nachzugrübeln. In den Kapiteln, die mit Elly überschrieben sind, geht es zumeist zurück in die Vergangenheit von Elly. Wir folgen ihr durch die verschiedenen Stationen ihres Artistenlebens. Wir lernen die Liebe ihres Lebens, den jüdischen Dompteur Hans kennen, mit dem sie in den 30er Jahren Deutschland verlassen musste. Und wir erfahren viel über das Zirkusleben. Und dann treten plötzlich Kirsten, eine total überlastete Anästhesistin, und ihre demente Mutter in die Handlung ein. Franziska Schlemmer, die Mutter von Kirsten, wird später in der Handlung noch eine wichtige Rolle spielen.

Mir hat dieses Buch ausgesprochen gut gefallen. Ich fand diese Verknüpfung von den beiden sehr unterschiedlichen Flüchtlingsgeschichten sehr gelungen. Für die volle Punktzahl hat mir allerdings etwas gefehlt. Wenn man die Romane von Tanja Weber gelesen hat, merkt man, dass sie ursprünglich Theaterdramaturgin war und später Drehbuchautorin geworden ist. Ihre Bücher sind für die Themen, die sie verarbeitet, relativ knapp gehalten. So wird ganz viel angerissen, aber nicht unbedingt vertieft. Ich bin mir persönlich nicht ganz sicher, ob das eine Stärke oder eine Schwäche ist. In dem aktuellen Roman, der für diese zwei komplexen Themen nur 288 Seiten benötigt hat, hätte ich gerne noch mehr über die Hintergründe gelesen. Mehr über das Leben von John Mbete in Somalia, von den furchtbaren Erlebnissen, die ihn zur Flucht getrieben haben, aber auch von der Flucht selbst. Und auch in die Geschichte von Elly wäre ich gerne noch tiefer eingetaucht. So bleibt eine ganze Menge der eigenen Phantasie überlassen. Am Ende des Buches fehlt mir noch ein Nachwort von der Autorin, in dem sie von ihren Recherchen und von der Geschichte der Zirkusse in Deutschland berichtet hätte. Aber trotz dieser kleinen Kritikpunkte heißt es für mich:

Unbedingt lesen – es lohnt sich!

Mein Herz ist ein wilder Tiger
von Tanja Weber
(2)
Buch (Paperback)
14,99

Eine ungewöhnliche Romanbiografie

Eine Kundin / Ein Kunde , am 26.01.2017

Muss ich ihnen noch Julian Barnes vorstellen? Seine bisher größte Auszeichnung – den Booker Prize - erhielt er wohl 2011 für seinen Roman “Vom Ende einer Geschichte“. Und Ende 2016 erhielt er in Hamburg den Siegfried Lenz Preis, der erst zum 2. Mal vergeben wurde. In der Begründung heißt es: „... ehrt mit Julian Barnes einen der herausragenden europäischen Erzähler und Essayisten. Der ... Autor versteht es, in seinen Romanen Elemente der Moderne und Postmoderne auf raffinierte Weise miteinander zu verknüpfen. Barnes' Werk greift Diskussionen der Kultur- und Literaturtheorie auf und fragt danach, wie sich Erinnerung für den Einzelnen und für die Gesellschaft konstituiert.“ (buchmarkt.de, 29. Juni 2016).

Ich habe von ihm bisher „Vom Ende einer Geschichte“ gelesen und „Unbefugtes Betreten“ gehört. Beides hatte mir sehr gut gefallen. Deshalb war ich auch sehr neugierig, als ich in der Verlagsvorschau des Kiepenheuer & Witsch Verlags las, dass ein neues Buch von ihm erscheint. Und dann auch noch dieses Thema – eine Roman über das Leben des großen russischen Komponisten Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch. Seit ich 2014 den Roman „Der Dirigent“ von Sarah Quigley gelesen habe, interessiert mich dieser Mensch. Und dann habe ich das Buch angefangen. Ich gebe ehrlich zu, ich habe etwas gebraucht, bis ich mich eingelesen hatte. Ich hatte gedacht, es ist ein flott erzählter Roman über das Leben und das Werk von Schostakowitsch. Aber dabei habe ich nicht berücksichtigt, wie die anderen Werke des Autors sind, die ich kenne. Es waren immer Geschichten, die sich sehr viel in der Erinnerung und in der Gedankenwelt der Menschen abspielen. Und genau so ist auch dieser Roman. Julian Barnes hat sich sehr intensiv in Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch hineingedacht. Und er ist dem Leben dieses Mannes gefolgt, der sehr verschiedene Epochen des russischen Lebens erleben durfte. Geboren wurde Schostakowistch noch zur Zeit des letzten Zaren 1906. 1925 verzeichnete er seinen ersten Erfolg mit seiner 1. Sinfonie in f-Moll. Bis 1936 ging seine Karriere steil bergauf, doch dann passierte es während einer Vorführung seiner 2. Oper Lady Macbeth von Mzensk in Moskau, dass der anwesende Stalin noch während der Oper das Bolschoi Theater verließ. Dies kam fast einem Todesurteil nahe. Und seitdem war das Leben und die Kunst für Schostakowitsch ein Drahtseilakt.

Julian Barnes analysiert sehr genau, was in Schostakowitsch vorgegangen sein mag. Es sind eher die Gedanken eines Mannes, der für seine Musik lebte. Der aber unter Stalin immer wieder ins Visier von dessen Schergen geriet. Er war kein Märtyrer, denn er war klug genug, dass er damit nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie und seine Freunde gefährdet hätte. Und so versucht er möglichst unauffällig zu bleiben. Eigentlich sollte man denken, dass sein Leben nach dem Tode Stalins einfacher geworden wäre. Aber dem war nicht so. Wenn sie Lust haben ein nicht einfach zu lesendes, aber ausgesprochen interessantes Buch über Schostakowitsch und seine Zeit zu lesen, kann ich ihnen dieses Buch nur empfehlen. Es ist erschreckend zu sehen, wie ein Staatsapparat in das Leben der Kunst und der Künstler eingreift. Es ist für Außenstehende einfach zu sagen, wie die richtige Reaktion gewesen wäre. Aber ist es wirklich so einfach? Und wer weiß eigentlich nach dem Tode eines großen Menschen, was er wirklich gedacht und getan hat. Ich finde, Julian Barnes hat ein sehr gutes Porträt eines zerrissenen Mannes gezeichnet. Und er hat ein erschreckendes Bild der Zeit unter Stalin und Chruschtschow dargestellt. Es ist ein Buch über eine extreme Episode der Weltgeschichte. Aber es ist trotzdem aktuell, denn immer wieder wird über den Erdball hinweg Einfluss darauf genommen, was Menschen denken, sagen und künstlerisch darstellen dürfen.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Der Lärm der Zeit
von Julian Barnes
(5)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Kann man das Leben drehen?

Eine Kundin / Ein Kunde , am 24.01.2017

Heute habe ich ein Buch für sie, welches nicht ganz neu ist. Es hat mich einfach so in meinem Regal angelacht, wo es schon seit 2012 schlummert. Und jetzt hat es endlich sein Recht eingefordert, dass es auch gelesen werden will. Bevor ich jetzt hier meine Besprechung angefangen habe, habe ich kurz über die Autorin Nicole Walter auf ihrer eigenen Seite recherchiert und bin beeindruckt. Nicole Walter ist nicht nur Buchautorin, sondern sie schreibt Drehbücher und arbeitet als freie Journalistin und literarische Übersetzerin. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel andere Tätigkeiten Autoren z.T. ausüben müssen, damit sie sich den Luxus leisten können, Romane zu schreiben. Nun aber zum Buch:

Manche Bücher kommen mit so einem unscheinbaren Cover und Klappentext daher, dabei verbergen sich unter dem Cover wahre Schätze. Und „Das Leben drehen“ ist so ein Schatz. Der Klappentext hat mich zwar verlockt, und er gibt auch den Inhalt des Buches richtig wieder, aber ich habe nicht mit so einer Tiefe der Geschichte gerechnet! Denn in dem Buch wird eben nicht nur die Dreiecksgeschichte zwischen der sterbenskranken Amelie, der Ärztin Marlene und dem Fotografen Markus erzählt, sondern auch ganz speziell die Geschichte von Marlene. Denn Marlene ist diejenige, deren Leben gedreht wird. Marlene ist Ärztin der Onkologie in einem Krankenhaus. Sie ist dort sehr anerkannt, denn sie kämpft für ihre Patienten und gibt keinen auf. Sie ist glücklich verheiratet mit dem Fotografen Markus. Das denkt sie bis zu dem Tag, an dem eine junge fremde Frau mit einem sehr exzentrischen Hut in ihrem Sprechzimmer steht und ihr den folgenschweren Satz sagt „Ich bitte Sie um Ihren Mann. Nicht für lange, weil … ich muss sterben.“. Erst jetzt wird ihr bewusst, dass sie und ihr Mann sich schon lange verloren haben. Marlene ist eine sehr komplexe Persönlichkeit, die psychologisch sehr gut von der Autorin herausgearbeitet wird. Sie hat als 8 jähriges Mädchen ihre Mutter am Krebs verloren. Und dadurch hat sie ein Trauma erlitten und das Urvertrauen verloren, so dass es ihr Leben heute immer noch unterbewusst beeinträchtigt. Dank der jungen Frau – die Hutmacherin Amelie – muss sie sich ihrer eigenen Geschichte und ihrer eigenen Ängste stellen. Marlene und Amelie freunden sich an und nehmen gemeinsam den Kampf gegen die Krankheit Lymphdrüsenkrebs auf. Und diese Erfahrung verändert das Leben dieser drei Menschen von Grund auf.

Mich hat an diesem Buch ganz speziell fasziniert, wie die Autorin die Gefühle von Marlene herausarbeitet. Sie ist einfach genial in ihren Beschreibungen und Bildern, in denen sie Stimmungen, aber auch die Natur und Lichtverhältnisse beschreibt. Das Buch hat ein ganz eigenes Tempo, mit dem es einen richtig in die Geschichte hineinzieht. Und ohne dass wir Leserinnen es bewusst bemerken, steuert die Autorin genau auf einen ganz bestimmten Punkt hin, an dem wir dann merken, dass sich das Leben für Marlene, aber auch Amelie gedreht hat. Aber wird das Leben für die beiden so bleiben, oder dreht es sich noch einmal?

Dies ist für mich einmal mehr ein Beispiel dafür, dass auch sogenannte Unterhaltungsliteratur sehr viel mehr als Unterhaltung zu bieten hat. Dieses Buch bewegt den Leser. Es lässt einen innehalten, nachdenken und mitfühlen. Und es hat eine einfach wunderbare Sprache! Ich werde mit Sicherheit nach weiteren Büchern dieser Autorin Ausschau halten.

Das Leben drehen
von Nicole Walter
(23)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Die Geschichte geht weiter

Eine Kundin / Ein Kunde , am 20.01.2017

Vor ungefähr einer Woche habe ich Ihnen den 1. Band der Bücher um die fast perfekten Heldinnen vorgestellt. Zu dem Zeitpunkt war mir noch gar nicht wirklich bewusst, dass es zwei Bände werden würden. Ich habe mich nur gewundert, dass zeitgleich zwei Bücher einer Autorin als Neuerscheinungen bei uns im Laden eintrafen. Nun ja, jetzt weiß ich warum. ;-)

Nachdem wir im 1. Band „Fast perfekte Heldinnen“ die Geschichten von Mathilde, Alice, Lucie und Éva kennengelernt haben, erfahren wir nun die Geschichten ihrer Ehemänner oder anderer Männer, die im 1. Band eine wichtige Rolle gespielt haben. Ich dachte ursprünglich, dass der 2. Band dort ansetzt, wo der 1. aufgehört hat, aber dem ist nicht so. Adèle Bréau erzählt die gleiche Geschichte noch einmal. Aber diesmal aus der Perspektive der Männer. Eine sehr interessante Idee! Und so lernen wir

- Max, den Ehemann von Mathilde kennen, der gerade eiskalt bei seinem Arbeitgeber abserviert wurde und nun in einer Krise feststeckt.
- Adrien, den Ex von Alice kennen, der mit den Eskapaden seiner jungen Geliebten Juliette zu kämpfen hat.
- Christophe kennen, den erfolgreichen Geschäfts- und Ehemann von Lucie, der gerade in einer Sinnkrise steckt.
- Vincent kennen, den Ehemann von Éva, der seine Frau über den gemeinsamen Kinderwunsch verloren hat.
- Fred, den Chef von Alice kennen, der schon lange mehr von ihr möchte als nur ein Freund zu sein.
- Jacques kennen, der anscheinend endlich die Liebe seines Lebens gefunden hat. Nun muss er sie nur noch davon überzeugen.

Die Haupteinteilungen sind die gleichen wie im 1. Band. Wir erleben die Geschichte komplett aus der Sicht der Männer. Und im Laufe der Geschichte entwickeln sich die Männer auch von den negativen Eindrücken weg, die ich im 1. Band gewonnen habe. Nicht nur die Frauen haben ihre Probleme, sondern auch die Männer. Sie haben Gefühle und Ängste, mit denen sie bei ihren Frauen nicht durchdringen, kämpfen mit den Erwartungen ihrer Frauen und mit dem Alter. Und wie schon der Titel vom Band 1 zeigt – auch die Frauen sind keine unfehlbaren sondern nur fast perfekte Heldinnen. Besonders interessant fand ich, dass es noch einige weitere Hintergrundinformationen zu den Geschichten der Männer gibt. Und sogar ein dunkles Geheimnis.

Wie auch der 1. Band hat der 2. Band mir wieder sehr viel Spaß gemacht. Und ich könnte mir durchaus vorstellen, dieser Truppe noch weiter zu folgen. Es sind so sympathische Menschen, dass ich es mir tatsächlich als richtige Serien vorstellen kann. Das wäre vielleicht mal eine neue Idee! So wie es regelmäßige Folgen einer Fernsehserie gibt, könnte es doch auch regelmäßige Fortsetzungen eines Romans geben? Ich wäre dafür!

Männer von fast perfekten Heldinnen
von Adèle Bréau
(1)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Die Kraft der positiven Gedanken

Eine Kundin / Ein Kunde , am 18.01.2017

Welch ein Glück, wenn auch die Buchhändlerin einmal auf gute Freundinnen hört, die einen sehr ähnlichen Lesegeschmack haben! Ohne sie hätte ich dieses wunderbare Buch gar nicht gelesen.

„Das Café der guten Wünsche“ hört sich nach einem tollen Ort an. Aber irgendwie hatte mich das Buch in der Verlagsvorschau nicht angesprochen. Ein Cover in zartem Rosa mit verschiedensten Tassen, die an einer Wand hängen. Drei Freundinnen, die ein Café betreiben und den Kunden im Geheimen gute Wünsche hinterherschicken? Ein Mann, der Unruhe stiftet? Das hörte sich für mich total kitschig und vorhersehbar an. Doch durch die gute Freundin habe ich dem Buch und der Autorin Marie Adams nun eine Chance gegeben und wurde belohnt!

Dieser Roman ist wunderbar. Und ja, er ist in gewissem Sinne schon vorhersehbar. Aber, natürlich gibt es dazwischen einige Entwicklungen und Verwicklungen, die ihn wirklich lesbar machen. Es gibt eigentlich drei Handlungsstränge, die natürlich zusammengehören. Da ist zum einen die Geschichte von Julia. Julia führt mit ihren beiden besten Freundinnen Laura und Bernadette das Café Juliette. Ein kleines Café, was eher seinen ganz eigenen Charme hat, denn alles ist zusammengesucht und nicht neu. Und trotzdem kommen die Gäste immer wieder. Liegt es wirklich an dem Charme der drei jungen Frauen? Oder an der geheimen Zutat? Julia ist ein Glückskind und glaubt an die Kraft der Gedanken. Vor einigen Jahren hat sie sich bei einem kurzen Besuch in Frankreich in Jean verliebt. Aber sie haben nie Nachnamen, Adressen oder Telefonnummern ausgetauscht. Sie ist der festen Überzeugung, dass sie beiden zueinander gehören. Und wenn es soweit ist, wird Jean sie schon finden. Dann gibt es die Geschichte von Robert. Robert ist Journalist und von Hause aus ein Mensch, der immer negativ denkt. Er ist ein absoluter Pessimist und Zyniker, der auch nicht an die Liebe glaubt. Und ausgerechnet dieser junge Mann zieht bei Julia ein, als ihre Freundin Bernadette für ein Jahr die gemeinsame Wohnung verlässt und nach Frankreich geht. Und ein kleiner Nebenstrang befasst sich mit Nick. Nick ist der ältere Bruder von Julia. Er ist BWL-Student und träumt davon, ein Vermögen zu machen. Er leidet sehr darunter, dass Julia in der Familie bevorzugt wird und ihr anscheinend alles in den Schoß fällt. Doch nachdem Robert bei Julia einzieht, ändert sich das Leben für alle. Plötzlich geschehen viele unvorhergesehene Sachen. Liegt es etwa an der negativen Aura von Robert?

Herausgekommen ist ein wunderschöner Roman, der sich ganz intensiv mit der Kraft der positiven Gedanken auseinandersetzt. Man fiebert mit den Protagonisten mit und kann sich nicht entscheiden, wer einem lieber ist. Julia, die hartnäckig immer an das Gute im Menschen glauben will, oder Robert, der sich im Laufe der Geschichte sehr verändert. Mir persönlich hat gerade dieses Thema des positiven Denkens sehr gut gefallen, denn das ist ein Thema, an das ich selber ganz fest glaube. Und gerade die Gespräche zwischen Julia und Robert zeigen so sehr schön zwei Seiten, wie man das Leben angehen und leben kann. Die Geschichte selbst hätte man vielleicht ein ganz klein wenig straffen können, aber dafür ist sie andererseits einfach auch zu schön. Es ist ein wunderbarer Roman für alle diejenigen Leserinnen unter Ihnen, die gerne moderne Märchen lesen und absolut romantisch sind. Mir hat dieses Buch in gerade einer sehr schwierigen Situation schöne Ablenkung verschafft.

Ich werde es sicherlich in meine persönliche literarische Apotheke mit aufnehmen - zu Verschreiben bei innerer Unruhe und Traurigkeit.

Das Café der guten Wünsche
von Marie Adams
(20)
Buch (Taschenbuch)
8,99

 
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