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Das beste Buch aller Zeiten:
Nina George, Das Lavendelzimmer

Meine Bewertungen

Kann man das Leben drehen?

Eine Kundin / Ein Kunde , am 24.01.2017

Heute habe ich ein Buch für sie, welches nicht ganz neu ist. Es hat mich einfach so in meinem Regal angelacht, wo es schon seit 2012 schlummert. Und jetzt hat es endlich sein Recht eingefordert, dass es auch gelesen werden will. Bevor ich jetzt hier meine Besprechung angefangen habe, habe ich kurz über die Autorin Nicole Walter auf ihrer eigenen Seite recherchiert und bin beeindruckt. Nicole Walter ist nicht nur Buchautorin, sondern sie schreibt Drehbücher und arbeitet als freie Journalistin und literarische Übersetzerin. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel andere Tätigkeiten Autoren z.T. ausüben müssen, damit sie sich den Luxus leisten können, Romane zu schreiben. Nun aber zum Buch:

Manche Bücher kommen mit so einem unscheinbaren Cover und Klappentext daher, dabei verbergen sich unter dem Cover wahre Schätze. Und „Das Leben drehen“ ist so ein Schatz. Der Klappentext hat mich zwar verlockt, und er gibt auch den Inhalt des Buches richtig wieder, aber ich habe nicht mit so einer Tiefe der Geschichte gerechnet! Denn in dem Buch wird eben nicht nur die Dreiecksgeschichte zwischen der sterbenskranken Amelie, der Ärztin Marlene und dem Fotografen Markus erzählt, sondern auch ganz speziell die Geschichte von Marlene. Denn Marlene ist diejenige, deren Leben gedreht wird. Marlene ist Ärztin der Onkologie in einem Krankenhaus. Sie ist dort sehr anerkannt, denn sie kämpft für ihre Patienten und gibt keinen auf. Sie ist glücklich verheiratet mit dem Fotografen Markus. Das denkt sie bis zu dem Tag, an dem eine junge fremde Frau mit einem sehr exzentrischen Hut in ihrem Sprechzimmer steht und ihr den folgenschweren Satz sagt „Ich bitte Sie um Ihren Mann. Nicht für lange, weil … ich muss sterben.“. Erst jetzt wird ihr bewusst, dass sie und ihr Mann sich schon lange verloren haben. Marlene ist eine sehr komplexe Persönlichkeit, die psychologisch sehr gut von der Autorin herausgearbeitet wird. Sie hat als 8 jähriges Mädchen ihre Mutter am Krebs verloren. Und dadurch hat sie ein Trauma erlitten und das Urvertrauen verloren, so dass es ihr Leben heute immer noch unterbewusst beeinträchtigt. Dank der jungen Frau – die Hutmacherin Amelie – muss sie sich ihrer eigenen Geschichte und ihrer eigenen Ängste stellen. Marlene und Amelie freunden sich an und nehmen gemeinsam den Kampf gegen die Krankheit Lymphdrüsenkrebs auf. Und diese Erfahrung verändert das Leben dieser drei Menschen von Grund auf.

Mich hat an diesem Buch ganz speziell fasziniert, wie die Autorin die Gefühle von Marlene herausarbeitet. Sie ist einfach genial in ihren Beschreibungen und Bildern, in denen sie Stimmungen, aber auch die Natur und Lichtverhältnisse beschreibt. Das Buch hat ein ganz eigenes Tempo, mit dem es einen richtig in die Geschichte hineinzieht. Und ohne dass wir Leserinnen es bewusst bemerken, steuert die Autorin genau auf einen ganz bestimmten Punkt hin, an dem wir dann merken, dass sich das Leben für Marlene, aber auch Amelie gedreht hat. Aber wird das Leben für die beiden so bleiben, oder dreht es sich noch einmal?

Dies ist für mich einmal mehr ein Beispiel dafür, dass auch sogenannte Unterhaltungsliteratur sehr viel mehr als Unterhaltung zu bieten hat. Dieses Buch bewegt den Leser. Es lässt einen innehalten, nachdenken und mitfühlen. Und es hat eine einfach wunderbare Sprache! Ich werde mit Sicherheit nach weiteren Büchern dieser Autorin Ausschau halten.

Das Leben drehen
von Nicole Walter
(23)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Die Geschichte geht weiter

Eine Kundin / Ein Kunde , am 20.01.2017

Vor ungefähr einer Woche habe ich Ihnen den 1. Band der Bücher um die fast perfekten Heldinnen vorgestellt. Zu dem Zeitpunkt war mir noch gar nicht wirklich bewusst, dass es zwei Bände werden würden. Ich habe mich nur gewundert, dass zeitgleich zwei Bücher einer Autorin als Neuerscheinungen bei uns im Laden eintrafen. Nun ja, jetzt weiß ich warum. ;-)

Nachdem wir im 1. Band „Fast perfekte Heldinnen“ die Geschichten von Mathilde, Alice, Lucie und Éva kennengelernt haben, erfahren wir nun die Geschichten ihrer Ehemänner oder anderer Männer, die im 1. Band eine wichtige Rolle gespielt haben. Ich dachte ursprünglich, dass der 2. Band dort ansetzt, wo der 1. aufgehört hat, aber dem ist nicht so. Adèle Bréau erzählt die gleiche Geschichte noch einmal. Aber diesmal aus der Perspektive der Männer. Eine sehr interessante Idee! Und so lernen wir

- Max, den Ehemann von Mathilde kennen, der gerade eiskalt bei seinem Arbeitgeber abserviert wurde und nun in einer Krise feststeckt.
- Adrien, den Ex von Alice kennen, der mit den Eskapaden seiner jungen Geliebten Juliette zu kämpfen hat.
- Christophe kennen, den erfolgreichen Geschäfts- und Ehemann von Lucie, der gerade in einer Sinnkrise steckt.
- Vincent kennen, den Ehemann von Éva, der seine Frau über den gemeinsamen Kinderwunsch verloren hat.
- Fred, den Chef von Alice kennen, der schon lange mehr von ihr möchte als nur ein Freund zu sein.
- Jacques kennen, der anscheinend endlich die Liebe seines Lebens gefunden hat. Nun muss er sie nur noch davon überzeugen.

Die Haupteinteilungen sind die gleichen wie im 1. Band. Wir erleben die Geschichte komplett aus der Sicht der Männer. Und im Laufe der Geschichte entwickeln sich die Männer auch von den negativen Eindrücken weg, die ich im 1. Band gewonnen habe. Nicht nur die Frauen haben ihre Probleme, sondern auch die Männer. Sie haben Gefühle und Ängste, mit denen sie bei ihren Frauen nicht durchdringen, kämpfen mit den Erwartungen ihrer Frauen und mit dem Alter. Und wie schon der Titel vom Band 1 zeigt – auch die Frauen sind keine unfehlbaren sondern nur fast perfekte Heldinnen. Besonders interessant fand ich, dass es noch einige weitere Hintergrundinformationen zu den Geschichten der Männer gibt. Und sogar ein dunkles Geheimnis.

Wie auch der 1. Band hat der 2. Band mir wieder sehr viel Spaß gemacht. Und ich könnte mir durchaus vorstellen, dieser Truppe noch weiter zu folgen. Es sind so sympathische Menschen, dass ich es mir tatsächlich als richtige Serien vorstellen kann. Das wäre vielleicht mal eine neue Idee! So wie es regelmäßige Folgen einer Fernsehserie gibt, könnte es doch auch regelmäßige Fortsetzungen eines Romans geben? Ich wäre dafür!

Männer von fast perfekten Heldinnen
von Adèle Bréau
(1)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Die Kraft der positiven Gedanken

Eine Kundin / Ein Kunde , am 18.01.2017

Welch ein Glück, wenn auch die Buchhändlerin einmal auf gute Freundinnen hört, die einen sehr ähnlichen Lesegeschmack haben! Ohne sie hätte ich dieses wunderbare Buch gar nicht gelesen.

„Das Café der guten Wünsche“ hört sich nach einem tollen Ort an. Aber irgendwie hatte mich das Buch in der Verlagsvorschau nicht angesprochen. Ein Cover in zartem Rosa mit verschiedensten Tassen, die an einer Wand hängen. Drei Freundinnen, die ein Café betreiben und den Kunden im Geheimen gute Wünsche hinterherschicken? Ein Mann, der Unruhe stiftet? Das hörte sich für mich total kitschig und vorhersehbar an. Doch durch die gute Freundin habe ich dem Buch und der Autorin Marie Adams nun eine Chance gegeben und wurde belohnt!

Dieser Roman ist wunderbar. Und ja, er ist in gewissem Sinne schon vorhersehbar. Aber, natürlich gibt es dazwischen einige Entwicklungen und Verwicklungen, die ihn wirklich lesbar machen. Es gibt eigentlich drei Handlungsstränge, die natürlich zusammengehören. Da ist zum einen die Geschichte von Julia. Julia führt mit ihren beiden besten Freundinnen Laura und Bernadette das Café Juliette. Ein kleines Café, was eher seinen ganz eigenen Charme hat, denn alles ist zusammengesucht und nicht neu. Und trotzdem kommen die Gäste immer wieder. Liegt es wirklich an dem Charme der drei jungen Frauen? Oder an der geheimen Zutat? Julia ist ein Glückskind und glaubt an die Kraft der Gedanken. Vor einigen Jahren hat sie sich bei einem kurzen Besuch in Frankreich in Jean verliebt. Aber sie haben nie Nachnamen, Adressen oder Telefonnummern ausgetauscht. Sie ist der festen Überzeugung, dass sie beiden zueinander gehören. Und wenn es soweit ist, wird Jean sie schon finden. Dann gibt es die Geschichte von Robert. Robert ist Journalist und von Hause aus ein Mensch, der immer negativ denkt. Er ist ein absoluter Pessimist und Zyniker, der auch nicht an die Liebe glaubt. Und ausgerechnet dieser junge Mann zieht bei Julia ein, als ihre Freundin Bernadette für ein Jahr die gemeinsame Wohnung verlässt und nach Frankreich geht. Und ein kleiner Nebenstrang befasst sich mit Nick. Nick ist der ältere Bruder von Julia. Er ist BWL-Student und träumt davon, ein Vermögen zu machen. Er leidet sehr darunter, dass Julia in der Familie bevorzugt wird und ihr anscheinend alles in den Schoß fällt. Doch nachdem Robert bei Julia einzieht, ändert sich das Leben für alle. Plötzlich geschehen viele unvorhergesehene Sachen. Liegt es etwa an der negativen Aura von Robert?

Herausgekommen ist ein wunderschöner Roman, der sich ganz intensiv mit der Kraft der positiven Gedanken auseinandersetzt. Man fiebert mit den Protagonisten mit und kann sich nicht entscheiden, wer einem lieber ist. Julia, die hartnäckig immer an das Gute im Menschen glauben will, oder Robert, der sich im Laufe der Geschichte sehr verändert. Mir persönlich hat gerade dieses Thema des positiven Denkens sehr gut gefallen, denn das ist ein Thema, an das ich selber ganz fest glaube. Und gerade die Gespräche zwischen Julia und Robert zeigen so sehr schön zwei Seiten, wie man das Leben angehen und leben kann. Die Geschichte selbst hätte man vielleicht ein ganz klein wenig straffen können, aber dafür ist sie andererseits einfach auch zu schön. Es ist ein wunderbarer Roman für alle diejenigen Leserinnen unter Ihnen, die gerne moderne Märchen lesen und absolut romantisch sind. Mir hat dieses Buch in gerade einer sehr schwierigen Situation schöne Ablenkung verschafft.

Ich werde es sicherlich in meine persönliche literarische Apotheke mit aufnehmen - zu Verschreiben bei innerer Unruhe und Traurigkeit.

Das Café der guten Wünsche
von Marie Adams
(19)
Buch (Taschenbuch)
8,99

Loslassen und inneren Frieden finden

Eine Kundin / Ein Kunde , am 13.01.2017

Vor Kurzem habe ich Ihnen hier das Buch „Gelassen arbeiten“ aus der Reihe der Pocket Guides „Achtsam leben“ aus dem Scorpio Verlag vorgestellt. Und jetzt folgt das Buch „Akzeptieren, was ist“. Ich muss gestehen, ich bin begeistert von dieser Reihe, wo es sehr viele verschiedene Themen gibt, die einem helfen können, achtsam zu leben. Alle Bücher sind klein, handlich und einfach geschrieben, so dass man sie sehr gut lesen kann. Sie sind der optimale Start in einen erfolgreichen Tag.

Leider kann ich Ihnen diesmal nicht schreiben, wer die beiden Autorinnen Rosette Poletti und Barbara Dobbs sind, denn das fehlt leider in diesem Band. Aber die beiden haben das Thema „Akzeptanz“ wunderbar mit vielen praktischen Beispielen aufbereitet, so dass es ein Einfaches ist, das Thema Akzeptanz zu akzeptieren. Wenn man dieses Buch gelesen hat, fragt man sich schon, warum man es sich eigentlich im Leben so schwer macht. Wenn wir etwas akzeptieren, heißt es ja nicht, dass wir resignieren. Sondern es bedeutet nur, dass wir keine Energie daran verschwenden, uns gegen etwas aufzulehnen, was so nicht mehr zu ändern ist. Wenn wir uns dem ruhig stellen, dann können wir nach Mitteln und Wegen suchen, wie wir damit umgehen können. Wenn auch Sie mit diesem Thema zu kämpfen haben, lesen Sie dieses Buch und lernen Sie sich besser selbst zu verstehen.

Akzeptieren, was ist
von Barbara Dobbs
(1)
Buch (Taschenbuch)
7,99

Neuauflage als e-book

Eine Kundin / Ein Kunde , am 13.01.2017

„Thereses Geheimnis“ von Verena Rabe ist 2004 zum ersten Mal erschienen. Da war es ein Knaur Taschenbuch mit einem wunderbaren Friesenhaus auf dem Cover. Damals habe ich das Buch geradezu verschlungen.
Marie, eine junge Frau, kehrt nach dem Geschichtsstudium zurück nach Hamburg Blankenese. Dort ist sie bei ihrer verwitweten Großmutter Therese aufgewachsen. Beide Frauen haben ihre eigenen Probleme, die sie nicht miteinander teilen. Doch als Therese plötzlich unerwartet stirbt, ändert sich Maries Leben für immer. Denn bei der Durchsicht der Unterlagen ihrer Oma stößt sie auf ein Bild, welches ihr erstaunlich ähnlich sieht. Wer ist das Mädchen Anna auf dem Bild? Und wer ist der Mann Jan, der anscheinend der Vater des Mädchens ist? Verheiratet war ihre Großmutter mit dem Arzt Friedrich. Und dann kommt auch noch ein Brief aus London, der ihre Großmutter nicht mehr erreicht. Wer ist dieser Schreiber des Briefs? Was ist Thereses Geheimnis? Es gibt in diesem Buch nicht nur die Erzählebene um Marie und Therese, sondern auch noch einen Handlungsstrang, der zeitgleich 1992 in London spielt. Verena Rabe nimmt uns mit in eine spannende Geschichte, die zurück in die Bombennächte des 24./25.Juli 1943 führen. Was ist damals wirklich passiert? Und was bedeutet das für Maries Leben?

Es ist lange her, dass ich dieses Buch gelesen habe. Ich gebe zu, an den Inhalt erinnere ich mich nicht mehr wirklich. Aber ich weiß noch genau, wie sehr mich dieses Buch und dieses Geheimnis fasziniert und gepackt haben. Müsste ich als Buchhändlerin nicht immerzu etwas Neues für Sie lesen, würde ich dieses Buch gerne noch einmal wieder lesen, denn die Lektüre lohnt sich sehr. So hoffe ich aber, dass ich Ihnen mit diesen wenigen Worten das wiederaufgelegte Buch schmackhaft machen konnte.

Thereses Geheimnis (Exklusiv vorab lesen)
von Verena Rabe
(2)
eBook
5,99

Der Spagat vieler Frauen

Eine Kundin / Ein Kunde , am 13.01.2017

Das ich dieses Buch gelesen habe, ist reiner Zufall! Ich habe es vom Verlag als Vorabexemplar erhalten. Ich habe es angeguckt und gedacht „Na ja, vielleicht lese ich es irgendwann einmal“. Dann habe ich es zur Seite gepackt, aber in meiner persönlichen Leseliste mit grün als „Vielleicht“ markiert. Und nun hatte ich plötzlich nichts Aktuelles auf der Leseliste, was blau und damit als „Unbedingt lesen“ markiert war. Alles sollte erst im Februar erscheinen. So kam ich dann auf Adéle Bréaus Buch zurück. Und was soll ich sagen? Ich war begeistert und musste mit Entsetzen feststellen, dass zur gleichen Zeit auch gleich der 2. Band „Männer von fast perfekten Heldinnen“ erschienen ist. Den werde ich nun wohl auch noch lesen müssen!

Französische Frauen werden uns ja häufig als Ideal hingestellt. Französische Frauen sind chic, haben Charme, sind perfekte Liebhaberinnen, liebevolle Mütter, gute Köchinnen, perfekt im Beruf und dennoch nie gestresst. Stimmt das? Adèle Bréau räumt zum Glück mit diesem Idealbild ein wenig auf. Denn ihre vier Protagonistinnen sind eben nur fast perfekte Heldinnen:

- Mathilde ist Managerin in einem Kosmetikkonzern, wo sie immer mehr leisten muss als die Männer. Und dass sie Mutter ist, sollte sie tunlichst verschweigen, denn sonst ist es mit ihrer Karriere zu Ende. Sie ist mit Max verheiratet und hat zwei Söhne von 4 und 2 Jahren. Und obwohl Max gerade arbeitslos ist, ist er ihr keine wirkliche Hilfe.
- Alice ist eine wunderbare Köchin in einem In-Restaurant. Sie ist geschieden und lebt mit ihrer 15jährigen Tochter zusammen. Und obwohl sie beruflich erfolgreich ist, mangelt es ihr immer noch an genügend Selbstvertrauen.
- Lucie kommt dem Ideal der französischen Frau, wie sie uns vorgegaukelt wird, am nächsten. Sie ist mit dem erfolgreichen, wohlhabenden, aber altmodischen Christophe verheiratet und hat 3 Töchter, die ihr Kindermädchen versorgt. Sie sieht wirklich immer großartig aus und bleibt für ihren Mann eine erotische und geheimnisvolle Frau. Dazu leitet sie auch noch erfolgreich eine kleine Kinderboutique. Doch ist ihr Leben wirklich glücklich?
- Éva ist die einzige, die am Anfang des Buches noch keinen Nachwuchs hat. Dabei ist es der größte Wunsch von ihr und ihrem Mann Vincent. Am Ende bekommt sie ihr Wunschkind. Aber wie sie dazu kommt, ist eine besondere Geschichte.

Als ich die Inhaltsangabe gelesen habe, dachte ich, dass das Buch sich nicht nur mit der Gegenwart dieser vier Frauen und ihrer Ehepartner beschäftigt, sondern auch die wilde Zeit des Kennenlernens umfasst. Doch das war verkehrt gedacht. Dies Buch spielt rein in der Gegenwart der vier Frauen, die so eine Art Freundschaft verbindet wie Carrie, Charlotte, Miranda und Samantha in Sex and the City. Die Frauen treffen sich und helfen sich über ihre Probleme gegenseitig hinweg. Sie sind füreinander da, wenn es Schwierigkeiten und Katastrophen gibt. Und die gibt es in dieser Geschichte zuhauf. Es sind vier tolle Frauen, die jede ihr Päckchen zu tragen haben. Es sind berufstätige Frauen, die eben nicht so perfekt sind, wie es das Ideal will. Es gibt Ärger im Job, die Beziehungen sind schwierig und die Kinder benötigen immer gerade dann Zeit, wenn es überhaupt nicht passt. Ich habe diese vier Frauen schnell sehr leibgewonnen. Auch wenn ich keine Mutter bin, konnte ich diese Geschichten nachvollziehen. Und ich finde, es sind ganz normale Heldinnen unserer Zeit, mit denen man sich wunderbar als Frau identifizieren kann. Ich freue mich schon auf den zweiten Band und bin gespannt, wie die Männer dort wegkommen.

Herrliche Frauenlektüre, die viel Spaß macht. Ich könnte mir die Geschichte wunderbar als Film oder Serie vorstellen. Und ich freue mich, dass es gleich schon eine Fortsetzung gibt.

Fast perfekte Heldinnen
von Adèle Bréau
(24)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Viele Hochzeiten und eine Liebeserklärung

Eine Kundin / Ein Kunde , am 13.01.2017

Kennen Sie den Roman “6 Uhr 41“? Das war der erste Roman, mit dem Jean-Philippe Blondel in Deutschland bekannt geworden ist. Außerdem gibt es von ihm noch die Titel „Zweiundzwanzig“, „Direkter Zugang zum Meer“ und „This is not a Love Song“. Alles Bücher, die klein und ein wenig unscheinbar daherkommen. Und trotzdem hat der französische Autor anscheinend die Herzen der Leser erobert. Für mich ist sein neuester Roman „Die Liebeserklärung“ sein erstes Buch, welches ich gelesen habe. Aber es wird nicht sein letztes sein!

Auf knapp 159 Seiten erzählt Jean-Philippe Blondel die Geschichte von Corentin. Corentin ist 27 Jahre alt und arbeitet als Hochzeitsfilmer bei seinem Patenonkel Yvan. In diese Arbeit ist er so einfach hineingerutscht, aber sie macht ihm viel Spaß. Allerdings macht diese Arbeit auch einsam, denn wenn andere feiern, muss Corentin zur Arbeit. Sein Onkel und er filmen und fotografieren nämlich nicht nur die eigentliche Hochzeitszeremonie und die Feier danach. Nein, sie sind auch schon am Vormittag bei den Vorbereitungen dabei. D.h. sie begleiten das Brautpaar auf Schritt und Tritt bei ihren Vorbereitungen. Hinterher wird daraus ein Film geschnitten, der den vermeintlich schönsten Tag des Lebens dokumentieren soll, aber trotzdem natürlich eine Fiktion ist, die so zurechtgeschnitten wird, dass sie wunderschön ins Bild einer idealen Hochzeit passt. Und so folgen wir Corentin bei sehr verschiedenen Hochzeiten. Wir lernen die unterschiedlichsten Menschen kennen und erfahren die Liebesgeschichten der Brautpaare. Als eines Tages Aline Corentin bei ihrer Hochzeitsvorbereitung zur Seite nimmt, um eine Liebeserklärung für ihren Mann aufzunehmen, passiert bei Corentin etwas. Er merkt plötzlich, dass er für die Menschen unsichtbar ist, wenn er hinter seiner Kamera versteckt ist. Sie können dann ganz frei Dinge aussprechen, die sie sonst nicht zu sagen wagen. Und dies bringt Corentin auf eine Idee. Er sammelt Porträts von Menschen, die ihm erzählen, was sie ihm vor der Kamera erzählen möchten. Und daraus entwickelt sich für Corentin etwas ganz neues.

Jean-Philippe Blondel hat einen wunderschönen kleinen Roman über die Liebe geschrieben. Die Geschichte ist ruhig, wird ein wenig lakonisch und mit einem feinen Humor erzählt. Die Begegnungen und die Gespräche mit den Brautpaaren zeigen ein vielschichtiges Bild, was die Liebe auszeichnet und wie verschieden sie doch für die ganzen Menschen ist. Und sie zeigt, dass ein Leben rein hinter der Kamera kein gelebtes Leben ist, wenn die Liebe auf der Strecke bleibt und der Kameramann ein reiner Beobachter ist. Und das lässt sich natürlich auch wunderbar auf das wirkliche Leben übertragen. Man muss sein Leben selbst in die Hand nehmen. Man muss es leben! Und nicht immer nur Beobachter sein. Dies ist vielleicht die schwierigste Aufgabe gerade für uns Leserinnen und Leser, denn wir beobachten gerne die Menschen in den Geschichten, die wir lesen. Aber leben wir auch?

Ein wunderschönes Buch über die Liebe., was aber auch nachdenklich macht. Wenn Sie gerade eine Hochzeit planen, seien sie vorsichtig mit dieser Lektüre. Eine Hochzeit ist nicht unbedingt immer der schönste Tag für das Brautpaar, denn es wollen so viele Menschen zufriedengestellt werden!

Die Liebeserklärung
von Jean-Philippe Blondel
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,00

Eine wunderschöne Liebesgeschichte mit Tiefgang

Eine Kundin / Ein Kunde , am 04.01.2017

Manchmal bewundere ich den Mut der Verlage. Fioly Bocca ist eine Autorin aus Italien, die mit „Das Glück der fast perfekten Tage“ ihren ersten Roman geschrieben hat. Und dieses Buch erscheint gleich im Hardcover. Also muss der Verlag sich einiges von dem Titel versprechen. Der Buchumschlag ist ansprechend und erinnert ein wenig an die Bücher von Jojo Moyes. Mich, die ja gerne auch einmal leichte und romantische Bücher liest, hat es auf jeden Fall so angesprochen, dass ich den Klappentext gelesen hab. Danach dachte ich, dass es ein Roman sein würde, der sehr viel auf E-Mails aufbauen würde. Ich dachte, es wäre ein Roman, der sich mit Abschied und einem Neubeginn beschäftigt. An eine Liebesgeschichte hatte ich dabei gar nicht gedacht. Doch das Buch hat mich überrascht!

Anita ist eine junge Frau, die in Turin in einer Literaturagentur arbeitet. Sie hat schon seit ungefähr 10 Jahren einen Freund, mit dem sie in naher Zukunft eine Hochzeit und später eine Familie plant. Soweit hört sich alles ganz schön an, doch die Wirklichkeit ist anders. Ihre Arbeit ist monoton und entspricht so gar nicht ihrer Vorstellung davon, dass sie neue Literatur entdeckt. Und die Beziehung zu ihrem Freund ist schal geworden. Er geht total in seiner Karriere auf, und dabei bleibt die Liebe auf der Strecke. Als nun Anitas Mutter an einem unheilbaren Tumor erkrankt, will Anita ihr nicht auch noch damit das Leben schwer machen, dass das Leben ihrer einzigen Tochter nicht so rosig ist, wie sie es sich für sie erhofft hat. Und so schreibt Anita ihr E-Mails, in denen sie ihrer Mutter das schreibt, was sie sich insgeheim erträumt. Als absehbar ist, dass das Leben ihrer Mutter dem Ende entgegen geht, fährt sie mit der Bahn zu ihr. Und während der Bahnfahrt lernt sie einen geheimnisvollen Mann kennen. Es entspinnt sich schnell ein Gespräch zwischen den beiden. Und er erkennt intuitiv, dass sie unglücklich ist. Doch dann muss er aussteigen. Wird diese kurze Begegnung Anita endlich die Augen öffnen?

Es ist nur ein ganz kurzer Roman – 192 Seiten, und doch hat die Autorin sehr viel in die Geschichte hineingepackt. Sie schafft es in Rückblenden das Leben von Antia und die Geschichte der Liebe ihrer Eltern hineinzupacken. Außerdem erzählt sie auch die sehr dramatische Lebensgeschichte der Bahnbekanntschaft. Und diese Geschichte ist eine Erklärung dafür, dass dieser junge Mann so weise ist. Es ist eine Geschichte von Abschied, Trauer und Neubeginn. Es ist ein feines, weises Buch, welches viele kluge Gedanken beinhaltet. Hier ein Beispiel:

„Ich setze mich auf eine Bank an einem kleinen Teich und stelle fest, dass ich endlich lerne, mein Umfeld zu betrachten, die stille Anmut eines Efeus, der an einem Baumstamm hochrankt, die Sonnenstrahlen, die im Wasser reflektieren. Ich war immer nur bei mir, wie ein Tier, das Winterschlaf hält. Ich habe in meiner eigenen Gedankenwelt gelebt, meinen Erinnerungen, meinen Büchern.
Jetzt sehe ich, dass alles im Fluss ist, und es ist schön, das zu beobachten und nicht zu versuchen, den Lauf der Dinge zu bremsen. Den Verstand ausschalten. Tief durchatmen.“ (Seite 116 e-book)

Und es ist einfach eine wunderschöne Liebesgeschichte, die mich gefangengenommen hat.

Das Glück der fast perfekten Tage
von Fioly Bocca
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
16,95

Wie Achtsamkeit den Berufsalltag erleichtert

Eine Kundin / Ein Kunde , am 03.01.2017

Vor Kurzem hatten wir bei uns im Laden einen Tisch, den wir komplett mit Büchern zum Thema Achtsamkeit dekoriert hatten. Und da Achtsamkeit gerade ein Thema für mich ist, habe ich mich dort interessiert umgeschaut. Dabei ist mir eine Reihe von kleinen Büchern, etwas größer als Reclam-Hefte, aber kleiner als normale Taschenbücher, aufgefallen, die ich mir dann einmal näher angeguckt habe. Es waren sogenannte Pocketguides aus der Reihe „Achtsam leben“ aus dem Scorpio Verlag. Den Verlag kannte ich bisher noch nicht. Was ist das für ein Verlag? Und wie sind diese kleinen Büchlein?

Der Scorpio Verlag ist ein Verlag, der sich mit Sachbüchern, Ratgebern und DVDs für eine bewusste Lebensgestaltung einsetzen will. Die Autoren kommen aus den Bereichen angewandte Psychologie, Achtsamkeit und Body-Mind-Medizin. Es gibt verschiedene eigenständige Sachbücher, aber auch 3 sehr interessante Serien: - „Now“, „Leichter leben“ und „Achtsam leben“. Um die Bücher dieses Verlages näher kennenzulernen, habe ich mich als erstes für den Pocketguide „Gelassen arbeiten“ aus der Reihe “Achtsam leben“ entschieden.

Die Autorin Anja Siepmann ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, die in Köln Seminare zum Thema Achtsamkeit gibt. In dem 128 Seiten umfassenden Buch beschreibt sie an Hand von vielen Beispielen, wie man Achtsamkeit in den Berufsalltag einbinden kann, wieso Multitasking im Endeffekt mehr Zeit kostet als sie einspart und wie man insgesamt gelassener und zufriedener werden kann. Sie belegt ihre Erkenntnisse mit Statistiken und Untersuchungen. Abgerundet wird das Buch durch Übungen, die man wunderbar in den Berufsalltag integrieren kann. Im Anhang gibt es noch eine Liste mit Buchtipps für alle, die weitere Bücher zum Thema suchen.

Mir hat dieses kleine Büchlein sehr gut gefallen. Es lässt sich sehr leicht lesen. Ich habe jeden Morgen während der Fahrt zur Arbeit ein wenig darin gelesen. Da die Bücher so klein und handlich sind, passen sie einfach in jede Handtasche. Die Lektüre hat mich innehalten lassen. Ich überlege seitdem vermehrt, was ich da eigentlich täglich auf der Arbeit mache und wie ich es verbessern kann. Wenn ich achtsam mit mir und meinen Ressourcen umgehe, haben alle etwas davon. Mir geht es deutlich besser. Ich arbeite effektiver. Und ich gehe anders auf die Mitmenschen zu. Natürlich klappt es nicht immer, aber ich weiß jetzt, wie ich mit Stresssituationen umgehen muss, damit es mir wieder besser geht.

Nach der guten Erfahrung mit diesem Buch werde ich sicherlich noch weitere Bücher aus dieser Reihe und wahrscheinlich auch aus der Reihe „Leichter leben“ lesen und Ihnen an dieser Stelle darüber berichten. Passen Sie auf sich auf!

Gelassen arbeiten
von Anja Siepmann
(1)
Buch (Taschenbuch)
7,99

Eine bunte Mischung

Eine Kundin / Ein Kunde , am 26.12.2016

Nachdem ich im letzten Jahr von der Weihnachtsgeschichtensammlung “Weihnachtsherzen“, die ebenfalls im Knaur Taschenbuchverlag erschienen ist, so begeistert war,habe ich mir dieses Jahr eine ältere Sammlung hervorgeholt. Meine Wahl fiel auf „Morgen, Freundchen, wird’s was geben!“, denn darin sind ebenfalls einige Geschichten von Autoren, die ich sehr mag. Interessanterweise unterscheiden sich beim Taschenbuch und beim e-book die Cover als auch die Untertitel ungemein. So kommt das Taschenbuch mit seinem roten Cover und dem kopfüber im Schornstein steckenden Weihnachtsmann schon deutlich verrückter rüber als das sehr romantisch anmutende Pärchen auf dem e-book-Cover. Beim Taschenbuch werden und „24 punschverrückte Weihnachtsgeschichten“ angekündigt, beim e-book dagegen „24 romantische Weihnachtsgeschichten“. Ich habe mir das e-book gekauft und war dann doch bei der Lektüre teilweise etwas verstört. Denn die Geschichten in dieser Sammlung sind bei weitem nicht alle romantisch. Es ist eine Sammlung von extrem unterschiedlichen Geschichten. Und somit passen Cover und Untertitel vom Taschenbuch eindeutig besser! Hätte ich dies vorher gewusst, hätte ich wahrscheinlich die Finger von dem Buch gelassen!

In dieser Sammlung vereinen sich Geschichten von so unterschiedlichen Autoren wie:

- Kirsten Rick ( 2 x)
- Gernot Gricksch (2 x)
- Gabriella Engelmann (2 x)
- Steffi von Wolff (2 x)
- David Schalko (2 x )
- Christian Moser (2 x Comic)
- Thomas Mersch & Tobias Königshausen
- Silke Schütze (2 x)
- Susanne Wahl
- Nina George
- Birgit Schönberger
- Jens Teutsch Majowski
- Markus Heitz (2 x)
- Tania Krätschmar
- Tanja Kinkel
- Anne West

Von diesen Autoren waren einige mir bis dato nicht bekannt. Bei anderen habe ich mich gewundert, was sie in einer romantischen Sammlung machen. Und mit Comics hatte ich nun gar nicht gerechnet. Diese Sammlung ist etwas für Leserinnen, die eine wirklich bunte Mischung mögen. Es gibt hierin eine erotische Weihnachtsgeschichte und es gibt einige wirklich bitterböse und garstige Geschichten. Mit so etwas hatte ich in dieser Sammlung nicht gerechnet. Deshalb war diese Sammlung für mich auch eine Enttäuschung. Ich habe einige wirklich sehr schöne Geschichte gefunden. Diese waren so, wie ich sie mir erhofft hatte. Aber ich habe auch ganz viele gefunden, die mich sehr verstört zurückgelassen haben.

Nur etwas für Leserinnen, die nicht nur kuschelige und lustige Weihnachtsgeschichten lesen wollen, sondern es durchaus auch mal böse, gemein und erotisch mögen.

Morgen, Freundchen, wird's was geben!
(4)
Buch (Taschenbuch)
8,99

 
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