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Apfelblütenzauber

Gabriella Engelmann

EUR 9,99 *
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40

01.04.2015

„Ein Buch voller Aufbrüche”

Eingefleischte Gabriella Engelmann Fans kennen wahrscheinlich noch das Buch „Eine Villa zum Verlieben“, das ursprünglich 2008 erschienen ist. Und da wir Leserinnen jetzt das Glück haben und den drei Protagonistinnen Leonie, Nina und Stella im „Apfelblütenzauber“ sechs Jahre später wieder folgen dürfen, legt der Knaur Verlag auch das erste Buch neu auf.

Dieses Mal erzählt Leonie die Geschichte aus ihrer Sicht. Das Buch beginnt mit ihrem 41sten Geburtstag. Sie hat ihre Eltern und ihre besten Freunde eingeladen. Als ihre Freundinnen sie fragen, was sie sich für ihr neues Lebensjahr wünscht, antwortet sie „Im Grunde nur, dass alles so bleibt, wie es ist, und dass es euch, meinen Lieben, gut geht.“ Doch dieser Wunsch soll sich leider nicht erfüllen, denn in diesem Jahr wird es in der Villa in Hamburg Eimsbüttel rundgehen. Es fängt schon damit an, dass Leonie bei ihren Eltern ein ungutes Gefühl hat, welches sich bewahrheitet. Ihre Mutter hat genug von ihrem langweiligen Leben im Alten Land und meint, sie braucht eine Auszeit von Mann, Hofladen und den Pensionsgästen. Dann erfährt Leonie von ihrem Chef Alexander, der der langjährige Liebste von Nina ist, dass er leider sein Lokal schließen muss, in dem sie als Restaurantleiterin arbeitet, da das Gebäude abgerissen werden soll. Und er wird es auch nicht an anderer Stelle wieder neueröffnen, sondern die Gunst der Stunde nutzen, etwas Neues zu wagen. Doch dies bleiben in dem Jahr nicht die einzigen Veränderungen. Es tut sich bei allen drei Frauen etwas, und sie müssen ihr Leben und ihre Freundschaft neu sortieren. Da die drei Frauen jedoch nach wie vor sehr unterschiedlich sind, können sie sich gegenseitig besonders gut helfen, auch wenn es zwischendrin ein wenig knirscht. Denn Leonie scheut noch immer Konflikte und will es allen Recht machen, Nina hat Angst ihre Unabhängigkeit zu verlieren und Stella ist in der Zwischenzeit nicht mehr nur Freundin sondern auch Ehefrau und Mutter. Doch ihre Freundschaft hilft ihnen über die schwierige Zeit hinweg. Und am Ende können wir uns mit Leonie, Nina und Stella freuen, dass doch alles ein gutes Ende gefunden hat, wenn auch anders als erwartet.

Gabriella Engelmann hat wieder ein wunderschönes Wohlfühlbuch geschrieben. Ihre Bücher lese ich am liebsten dann, wenn es mir gerade selber nicht so gut geht. Denn in ihren Büchern fühle ich mich geborgen. Mit ihren Hauptpersonen möchte ich gerne befreundet sein. Und wer das Glück hatte, die Autorin persönlich kennenzulernen, weiß, dass sie selbst genau so ein warmherziger, chaotischer, verrückter und liebevoller Mensch ist. In diesem Buch beschreibt sie, das Umbrüche im Leben immer auch Chancen sind, etwas Neues zu beginnen. Umbrüche müssen nicht immer etwas schlechtes sein, sondern sie bergen auch einfach die Möglichkeit, etwas anderes auszuprobieren. Und das ist für mich das besondere an ihren Büchern. Sie sind schöne Unterhaltungsromane, doch ich kann mir auch etwas daraus mitnehmen in mein eigenes Leben!

Und dann hat sie auch noch die Gabe, die Umgebung ihrer Bücher immer so wunderschön zu beschreiben, dass man Lust bekommt, genau dorthin zu fahren. Dieses Mal ist es keine nordfriesische Insel, sondern das Alte Land – das Obstanbaugebiet an der Elbe vor den Toren Hamburgs. Und ich werde dieses Jahr sicherlich einmal mit dem Rad und der Bahn dorthin fahren und mich dort umschauen.

buch

Jakobs Mantel

Eva Weaver

EUR 9,99 *
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50

29.03.2015

„Die Kraft der Puppen”

Eva Weaver ist eine in Deutschland geborene britische Autorin, die ursprünglich als Trauma- und Kunsttherapeutin gearbeitet hat. Mit diesem beruflichen Hintergrund passt die Geschichte des Romans „Jakobs Mantel“ hervorragend.

Denn Eva Weaver erzählt die Geschichte eines jungen Juden, der im Warschauer Ghetto als Puppenspieler die Menschen wenigstens kurzzeitig von ihrer Situation ablenken kann. Mika hat ursprünglich mit seiner Mutter und seinem Großvater, einem allseits beliebten Universitätsprofessor, in guten Verhältnissen gelebt. An seinen Vater kann er sich kaum erinnern. Dann marschieren die Deutschen in Polen ein. Für die Juden verschlechtert sich die Lebenssituation dramatisch und endet 1940 vorerst im Warschauer Ghetto. Doch es wird noch schlimmer. Mikas Großvater wird von den Deutschen erschossen, als er einer Frau helfen will. Mika erbt seinen Mantel und macht in den diversen geheimen Taschen dieses Mantels eine ungeheuerliche Entdeckung – sein Großvater hat Puppen gebastelt und diese in den Taschen versteckt. Mika ist davon fasziniert und entdeckt, dass er Talent als Puppenspieler hat. Erst führt er nur im kleinen Kreis Stücke auf, doch denn spricht sich sein Talent im Ghetto herum, und er spielt vor immer größerem Publikum. Eines Tages macht er einen Fehler, und plötzlich will der deutsche Wehrmachtssoldat Max, dass er für die Deutschen spielt. Mika ist entsetzt, kann dadurch aber auch etwas für die anderen Juden im Ghetto tun. Dies alles und noch viel mehr erzählt der alte Mika 2009 seinem Enkel Danny in New York nachdem er ein Plakat entdeckt hatte, dass ein Puppenspiel über den Puppenspieler des Warschauer Ghettos ankündigt. Im zweiten Teil wird die Geschichte des Soldaten Max erzählt. Wie geht sein Leben weiter, nachdem Deutschland den Krieg verloren hat. Auch hier spielt wieder eine der Puppen aus dem Ghetto eine zentrale Rolle.

Eva Weaver hat eine unglaublich ergreifende Geschichte erzählt. Sie beschreibt das Grauen des Ghettos sehr genau. Unter diesen schrecklichen Lebensumständen muss Mika erwachsen werden. Er wächst wie viele andere Menschen in dieser Situation über sich hinaus. Dabei helfen ihm die Puppen. Und diese Puppen lenken die Menschen von ihrer Situation, ihrem Hunger, ihrer Angst ab. Sie geben ihnen einen kleinen Moment Glück und Normalität. Aber sie beschreibt nicht nur die Situation der Opfer, sondern sie beschreibt auch sehr genau, wie es dem deutschen Soldat ergeht. Und sie zeigt auf, wie schmal der Grat ist, auf dem sich die Menschen im 3. Reich bewegt haben. Grundsätzlich steht der Soldat Max hinter der Politik von Adolf Hitler, aber in Mika erkennt er einfach einen Jungen, der im Alter seines Sohnes ist. Und dieser Junge ist gar nicht so anders. Gleichzeitig zeigt sie auch auf, wie schwierig die Situation für die Kriegskinder und -enkel ist. Es dauert lange, bis die Menschen wirklich darüber sprechen können.

Ein großartiger und beeindruckender Roman über die Kraft der Menschen in Extremsituationen. Und es ist gleichzeitig auch ein versöhnlich stimmender Roman. Er hat mich ähnlich beeindruckt wie „Der Junge im gestreiften Pyjama“ von John Boyne.

buch

Apfelblütenzauber

Gabriella Engelmann

EUR 9,99 *
auf Merkliste

40

27.03.2015

„Ein Buch voller Aufbrüche”

Eingefleischte Gabriella Engelmann Fans kennen wahrscheinlich noch das Buch „Eine Villa zum Verlieben“, das ursprünglich 2008 erschienen ist. Und da wir Leserinnen jetzt das Glück haben und den drei Protagonistinnen Leonie, Nina und Stella im „Apfelblütenzauber“ sechs Jahre später wieder folgen dürfen, legt der Knaur Verlag auch das erste Buch neu auf.

Dieses Mal erzählt Leonie die Geschichte aus ihrer Sicht. Das Buch beginnt mit ihrem 41sten Geburtstag. Sie hat ihre Eltern und ihre besten Freunde eingeladen. Als ihre Freundinnen sie fragen, was sie sich für ihr neues Lebensjahr wünscht, antwortet sie „Im Grunde nur, dass alles so bleibt, wie es ist, und dass es euch, meinen Lieben, gut geht.“ Doch dieser Wunsch soll sich leider nicht erfüllen, denn in diesem Jahr wird es in der Villa in Hamburg Eimsbüttel rundgehen. Es fängt schon damit an, dass Leonie bei ihren Eltern ein ungutes Gefühl hat, welches sich bewahrheitet. Ihre Mutter hat genug von ihrem langweiligen Leben im Alten Land und meint, sie braucht eine Auszeit von Mann, Hofladen und den Pensionsgästen. Dann erfährt Leonie von ihrem Chef Alexander, der der langjährige Liebste von Nina ist, dass er leider sein Lokal schließen muss, in dem sie als Restaurantleiterin arbeitet, da das Gebäude abgerissen werden soll. Und er wird es auch nicht an anderer Stelle wieder neueröffnen, sondern die Gunst der Stunde nutzen, etwas Neues zu wagen. Doch dies bleiben in dem Jahr nicht die einzigen Veränderungen. Es tut sich bei allen drei Frauen etwas, und sie müssen ihr Leben und ihre Freundschaft neu sortieren. Da die drei Frauen jedoch nach wie vor sehr unterschiedlich sind, können sie sich gegenseitig besonders gut helfen, auch wenn es zwischendrin ein wenig knirscht. Denn Leonie scheut noch immer Konflikte und will es allen Recht machen, Nina hat Angst ihre Unabhängigkeit zu verlieren und Stella ist in der Zwischenzeit nicht mehr nur Freundin sondern auch Ehefrau und Mutter. Doch ihre Freundschaft hilft ihnen über die schwierige Zeit hinweg. Und am Ende können wir uns mit Leonie, Nina und Stella freuen, dass doch alles ein gutes Ende gefunden hat, wenn auch anders als erwartet.

Gabriella Engelmann hat wieder ein wunderschönes Wohlfühlbuch geschrieben. Ihre Bücher lese ich am liebsten dann, wenn es mir gerade selber nicht so gut geht. Denn in ihren Büchern fühle ich mich geborgen. Mit ihren Hauptpersonen möchte ich gerne befreundet sein. Und wer das Glück hatte, die Autorin persönlich kennenzulernen, weiß, dass sie selbst genau so ein warmherziger, chaotischer, verrückter und liebevoller Mensch ist. In diesem Buch beschreibt sie, das Umbrüche im Leben immer auch Chancen sind, etwas Neues zu beginnen. Umbrüche müssen nicht immer etwas schlechtes sein, sondern sie bergen auch einfach die Möglichkeit, etwas anderes auszuprobieren. Und das ist für mich das besondere an ihren Büchern. Sie sind schöne Unterhaltungsromane, doch ich kann mir auch etwas daraus mitnehmen in mein eigenes Leben!

Und dann hat sie auch noch die Gabe, die Umgebung ihrer Bücher immer so wunderschön zu beschreiben, dass man Lust bekommt, genau dorthin zu fahren. Dieses Mal ist es keine nordfriesische Insel, sondern das Alte Land – das Obstanbaugebiet an der Elbe vor den Toren Hamburgs. Und ich werde dieses Jahr sicherlich einmal mit dem Rad und der Bahn dorthin fahren und mich dort umschauen.

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Alles was ich bin

Anna Funder

EUR 9,99 *
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40

26.03.2015

„Was ist wirklich 1935 in London passiert?”

Anna Funder ist eine 1966 geborene australische Autorin, Anwältin und Dokumentarfilmerin. Ihr Erstling „Stasiland“ (Fischer Taschenbuch), eine Reisereportage in die ehemalige DDR, erhielt den Johnson Award. Durch ihre ungewöhnliche Freundschaft mit der zuletzt in Australien lebenden Deutschen Ruth Blatt (vormals Wesemann, 1906 - 2001) ist ihr die Idee zu diesem Roman gekommen.

Sie erzählt darin die Geschichte von Deutschen, die aus politischen Gründen Deutschland verlassen mussten und in England Zuflucht gefunden haben. Hauptsächlich ist es die Geschichte von Dora Fabian und Ernst Toller. Die Geschichte wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Da ist zum einen Ruth und zum anderen Ernst Toller. Nach einem kurzen Kapitel, der vom Abend der Machtergreifung Hitlers erzählt, beginnt der Roman 2001 in Australien. Die 95jährige Ruth erhält überraschenderweise einen Brief von einem Hotel aus New York. Dieser Brief enthält Notizen und das überarbeitete Manuskript von Ernst Toller. Während sie darin liest, erinnert sie sich zurück an die Zeit vom 1. Weltkrieg bis 1935. Sie erzählt von ihrem Leben als junge, politische Frau, die immer zu ihrer etwas älteren Cousine Dora Fabian aufschaut. Beide Frauen sind Pazifistinnen und gehören der USPD an. Dadurch lernen sie auch den Autor Ernst Toller kennen. Dora arbeitet für ihn als Sekretärin und ist auch gleichzeitig seine Geliebte. Als Hitler an die Macht kommt, müssen sie fliehen. Sie alle landen in London, wo ihnen politische Agitation verboten ist, was sie aber nicht daran hindert, diese weiter zu betreiben. Gerade Dora Fabian ist hierbei sehr aktiv und steht dadurch sehr weit oben auf der Liste der Nationalsozialisten, die auch ihre Agenten in London haben. An Hand des Klappentextes wissen wir, dass sie angeblich 1935 mit ihrer Parteigenossin Mathilde Wurm Selbstmord begangen haben soll. Aber stimmt dies wirklich? Ruth Blatt hat dazu ihre berechtigen Zweifel.

Der zweite Erzählstrang spielt in einem Hotelzimmer in New York, wo Ernst Toller mit seiner Sekretärin Clara versucht, seine Erinnerungen „Eine Jugend in Deutschland“ zu überarbeiten. Er möchte darin die Rolle, die Dora Fabian in seinem Leben und in der Politik gehabt hat, stärker herausarbeiten. Und dadurch erfahren wir viel über das Leben von den beiden. Dieser Erzählstrang endet mit dem Selbstmord von Ernst Toller.

Die Autorin setzt das Leben dieser Menschen wie eine Kollage zusammen. Nach und nach erfährt man immer mehr über sie und das Leben in Deutschland von 1918 bis 1933. Mir war bis dahin z.B. nicht bewusst, dass die Deutschen in England nicht politisch aktiv sein durften und damit den Widerstand in Deutschland nicht unterstützen konnten. Und ich wusste auch nicht, dass Deutschland ins vermeintlich sichere Ausland geflohene Regimegegner dort hat umbringen lassen oder zurück ins Reich entführt hat. Da die Umstände um den Tod von Dora Fabian und Mathilde Wurm bis heute nicht eindeutig geklärt sind, hat sich die Autorin bewusst für die Romanform entschieden. Interessanterweise findet man im deutschsprachigen Internet kaum etwas über dieses Thema, wohl aber im englischsprachigen.

Ein sehr interessanter, spannender Roman, mit dem man einmal wieder Geschichtslücken auf angenehme Weise schließen kann.

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50

24.03.2015

„Eine Geschichte, die unter die Haut geht”

Anna McPartlin habe ich Ihnen an dieser Stelle bereits des Öfteren vorgestellt. Sie ist eine wunderbare irische Autorin, die inzwischen auch hier ihre Leserinnen gefunden hat. Bisher gehörten ihre Bücher immer zu den sogenannten blauen Büchern, die gerne in die Richtung von Cecilia Ahern gerückt wurden. Dort gehörte sie aber meiner Meinung nach nie hin. Bei dem neuen Buch „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ hat der Rowohlt Verlag diesmal ein ganz anderes, wunderschönes Cover gewählt, welches auf jeden Fall ins Auge fällt und sich wohltuend von den üblichen Buchumschlägen abhebt. Auch die Geschichte ist diesmal anders als ich sie bisher von der Autorin gewohnt war, aber wieder absolut toll!

Anna McPartlin erzählt die Geschichte der irischen Familie Hayes, wobei die eigentliche Hauptperson des Romans Mia Rabbit Hayes ist. Der Roman beginnt gleich mit einem Schlag. Molly, die 72jährige Mutter von Rabbit, bringt ihre Tochter in ein Hospiz. Es ist klar, dass Rabbit sterben wird. Die besondere Dramatik dieser Geschichte ist, dass Rabbit erst 40 Jahre alt ist, eine 12 jährige Tochter hat und alleinerziehend ist. Rabbit hat Brustkrebs, der inzwischen leider so weit gestreut hat, dass dieses Mal keine Chance mehr für sie besteht. Und so erleben wir die letzten Tage mit. Wie geht die Familie damit um? Wie geht Rabbit mit der Situation um, die für sie besonders schwierig sein muss. Wann sagt sie es ihrer Tochter? Und wer soll sich nach ihrem Tod um das Mädchen kümmern? Doch es ist nicht nur eine traurige und trübselige Geschichte. Die Autorin versteht es auch dieses Mal wieder meisterhaft eine weitere Geschichte mit einzubinden.

Als die drei Hayes Kinder 12, 16 und 18 Jahre alt waren, war das Leben der Familie sehr spannend. Davey, der Sohn war Schlagzeuger in einer Band. Und sein bester Kumpel Johnny ist der charismatische Sänger. Die Band ist so gut, dass sie sogar die Chance auf einen Plattenvertrag hat. Doch dann passiert etwas, was die Zukunft für alle verändert. Und an diese Zeit erinnert sich Rabbit zurück, wenn sie dank der Medikamente in Schlaf versinkt.

Herausgekommen ist ein wunderbarer Roman, der zugleich humorvoll, sensibel und traurig ist. Die Autorin schafft es, dass man sich selbst mit dem Thema Tod auseinandersetzt. Und dazu kommen natürlich noch ganz viele Elemente aus dem Leben der unterschiedlichen Personen zum Tragen. Wie gehen die einzelnen Familienmitglieder mit der Situation um. Wo finden sie Halt. Wie können sie sich gegenseitig helfen. Und wer trifft Entscheidungen, die durchaus auch die sterbende Person betreffen. Gleichzeitig ist es eine wunderschöne Geschichte über eine Familie, wie sie sicherlich jeder gerne hätte. Eine Familie, die zusammenhält und auch immer für die Freunde da ist. Natürlich gibt es auch in dieser Familie unterschiedliche Meinungen und Ansichten. Aber die Familie hält es aus, da sie immer füreinander da sind und sich gegenseitig so akzeptieren, wie sie sind.

Dieses Buch gehört für mich in eine Liga der Bücher von Jojo Moyes „Ein ganzes halbes Jahr“, Ka Hancock „Tanz auf Glas“ und Annette Hohberg „Das unendliche Blau“. Es ist ein großartiges Buch, von welchem man sich umarmt fühlt. Es bietet ganz viel Gefühl und ist einfach großartig!

ebooks

Der Mann im Heuhaufen

Birgit Hasselbusch

EUR 12,99 *
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40

24.03.2015

„Wo ist er, der Eine?”

Birgit Hasselbusch ist auch wieder so ein Phänomen unter den deutschen Autorinnen. Sie ist Sportreporterin, Radioredakteurin, Autorin von Jugend- und Erwachsenenliteratur und Ehefrau und Mutter! Wie schaffen diese neuen Powerfrauen das nur? Ich durfte sie sogar persönlich kennenlernen und muss sagen, in dieser Frau ist Feuer!

„Der Mann im Heuhaufen“ ist jetzt nach „Sechs Richtige und eine Falsche“ ihr 2. Roman für Frauen. Und das Cover und der Titel zeigen schon an, in welche Richtung es geht – schöne, leichte Frauenunterhaltung mit Witz!

Die Autorin erzählt die Geschichte der Mittdreißigerin Charlotte, genannt Charly. Charly ist Physiotherapeutin in Hamburg und lebt mit ihrem langjährigen Freund Kai zusammen. Eines Tages kommt dieser Kai auf die Idee Charly zu überraschen. Doch anscheinend kennen die beiden sich nicht so gut, wie sie jeweils meinen. Denn die Überraschung – ein verwunschenes Häuschen am Hamburger Stadtrand – kommt bei Charly so gar nicht an. Hals über Kopf flieht sie zu einer alten Schulfreundin und neuer Facebook-Freundin nach Berlin. Doch auch dies entpuppt sich als Flop. Einzig die Rückfahrt in der Bahn ist bemerkenswert. Denn dort lernt Charly den Mann ihres Lebens kennen. Den Mann, mit dem sie alt werden möchte. Nur blöd, dass sie nach der Bahnfahrt nicht einmal seinen Namen weiß. Und dann gibt es ja auch noch Kai! Es beginnt die Suche nach dem Mann im Heuhaufen!

Die Geschichte ist einfach, aber witzig und mit einigen Verwicklungen gestrickt. Sie macht viel Spaß, wenn man krank ist, einfach mal Entspannung sucht oder eine schöne unterhaltsame, aber leichte Lektüre braucht. Es macht Spaß den ganzen Irrungen und Verwirrungen zu folgen. Charly spannt nämlich ihre beste Freundin Ines, eine alleinerziehende Floristin mit in ihre Suche ein. Und dann ist da ja auch noch Charlys Arbeit. Im Gegensatz zu ihrem eigenen Leben, hat sie für ihre Patienten nämlich häufig gute Ratschläge parat. Und so verfolgen wir nun Charlys Suche nach Mister Right, sehen, wie sie mit Hilfe ihres Vaters, eine Familienzusammeführung nach über 30 Jahren schafft, erfahren mehr über Charlys eigene Familiengeschichte, von der sie bisher nicht wusste und erkennen, dass natürlich nichts so ist, wie es scheint. Es gibt viele sympathische Nebenfiguren, die mir im Laufe des Romans sehr ans Herz gewachsen sind. Nur das Ende des Romans kam mir dann doch ein wenig plötzlich. Aber Spaß gemacht hat es schon – und zwar sehr!

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50

24.03.2015

„Eine Geschichte, die unter die Haut geht”

Anna McPartlin habe ich Ihnen an dieser Stelle bereits des Öfteren vorgestellt. Sie ist eine wunderbare irische Autorin, die inzwischen auch hier ihre Leserinnen gefunden hat. Bisher gehörten ihre Bücher immer zu den sogenannten blauen Büchern, die gerne in die Richtung von Cecilia Ahern gerückt wurden. Dort gehörte sie aber meiner Meinung nach nie hin. Bei dem neuen Buch „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ hat der Rowohlt Verlag diesmal ein ganz anderes, wunderschönes Cover gewählt, welches auf jeden Fall ins Auge fällt und sich wohltuend von den üblichen Buchumschlägen abhebt. Auch die Geschichte ist diesmal anders als ich sie bisher von der Autorin gewohnt war, aber wieder absolut toll!

Anna McPartlin erzählt die Geschichte der irischen Familie Hayes, wobei die eigentliche Hauptperson des Romans Mia Rabbit Hayes ist. Der Roman beginnt gleich mit einem Schlag. Molly, die 72jährige Mutter von Rabbit, bringt ihre Tochter in ein Hospiz. Es ist klar, dass Rabbit sterben wird. Die besondere Dramatik dieser Geschichte ist, dass Rabbit erst 40 Jahre alt ist, eine 12 jährige Tochter hat und alleinerziehend ist. Rabbit hat Brustkrebs, der inzwischen leider so weit gestreut hat, dass dieses Mal keine Chance mehr für sie besteht. Und so erleben wir die letzten Tage mit. Wie geht die Familie damit um? Wie geht Rabbit mit der Situation um, die für sie besonders schwierig sein muss. Wann sagt sie es ihrer Tochter? Und wer soll sich nach ihrem Tod um das Mädchen kümmern? Doch es ist nicht nur eine traurige und trübselige Geschichte. Die Autorin versteht es auch dieses Mal wieder meisterhaft eine weitere Geschichte mit einzubinden.

Als die drei Hayes Kinder 12, 16 und 18 Jahre alt waren, war das Leben der Familie sehr spannend. Davey, der Sohn war Schlagzeuger in einer Band. Und sein bester Kumpel Johnny ist der charismatische Sänger. Die Band ist so gut, dass sie sogar die Chance auf einen Plattenvertrag hat. Doch dann passiert etwas, was die Zukunft für alle verändert. Und an diese Zeit erinnert sich Rabbit zurück, wenn sie dank der Medikamente in Schlaf versinkt.

Herausgekommen ist ein wunderbarer Roman, der zugleich humorvoll, sensibel und traurig ist. Die Autorin schafft es, dass man sich selbst mit dem Thema Tod auseinandersetzt. Und dazu kommen natürlich noch ganz viele Elemente aus dem Leben der unterschiedlichen Personen zum Tragen. Wie gehen die einzelnen Familienmitglieder mit der Situation um. Wo finden sie Halt. Wie können sie sich gegenseitig helfen. Und wer trifft Entscheidungen, die durchaus auch die sterbende Person betreffen. Gleichzeitig ist es eine wunderschöne Geschichte über eine Familie, wie sie sicherlich jeder gerne hätte. Eine Familie, die zusammenhält und auch immer für die Freunde da ist. Natürlich gibt es auch in dieser Familie unterschiedliche Meinungen und Ansichten. Aber die Familie hält es aus, da sie immer füreinander da sind und sich gegenseitig so akzeptieren, wie sie sind.

Dieses Buch gehört für mich in eine Liga der Bücher von Jojo Moyes „Ein ganzes halbes Jahr“, Ka Hancock „Tanz auf Glas“ und Annette Hohberg „Das unendliche Blau“. Es ist ein großartiges Buch, von welchem man sich umarmt fühlt. Es bietet ganz viel Gefühl und ist einfach großartig!

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

buch

Der Mann im Heuhaufen

Birgit Hasselbusch

EUR 14,90 *
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40

18.03.2015

„Wo ist er, der Eine?”

Birgit Hasselbusch ist auch wieder so ein Phänomen unter den deutschen Autorinnen. Sie ist Sportreporterin, Radioredakteurin, Autorin von Jugend- und Erwachsenenliteratur und Ehefrau und Mutter! Wie schaffen diese neuen Powerfrauen das nur? Ich durfte sie sogar persönlich kennenlernen und muss sagen, in dieser Frau ist Feuer!

„Der Mann im Heuhaufen“ ist jetzt nach „Sechs Richtige und eine Falsche“ ihr 2. Roman für Frauen. Und das Cover und der Titel zeigen schon an, in welche Richtung es geht – schöne, leichte Frauenunterhaltung mit Witz!

Die Autorin erzählt die Geschichte der Mittdreißigerin Charlotte, genannt Charly. Charly ist Physiotherapeutin in Hamburg und lebt mit ihrem langjährigen Freund Kai zusammen. Eines Tages kommt dieser Kai auf die Idee Charly zu überraschen. Doch anscheinend kennen die beiden sich nicht so gut, wie sie jeweils meinen. Denn die Überraschung – ein verwunschenes Häuschen am Hamburger Stadtrand – kommt bei Charly so gar nicht an. Hals über Kopf flieht sie zu einer alten Schulfreundin und neuer Facebook-Freundin nach Berlin. Doch auch dies entpuppt sich als Flop. Einzig die Rückfahrt in der Bahn ist bemerkenswert. Denn dort lernt Charly den Mann ihres Lebens kennen. Den Mann, mit dem sie alt werden möchte. Nur blöd, dass sie nach der Bahnfahrt nicht einmal seinen Namen weiß. Und dann gibt es ja auch noch Kai! Es beginnt die Suche nach dem Mann im Heuhaufen!

Die Geschichte ist einfach, aber witzig und mit einigen Verwicklungen gestrickt. Sie macht viel Spaß, wenn man krank ist, einfach mal Entspannung sucht oder eine schöne unterhaltsame, aber leichte Lektüre braucht. Es macht Spaß den ganzen Irrungen und Verwirrungen zu folgen. Charly spannt nämlich ihre beste Freundin Ines, eine alleinerziehende Floristin mit in ihre Suche ein. Und dann ist da ja auch noch Charlys Arbeit. Im Gegensatz zu ihrem eigenen Leben, hat sie für ihre Patienten nämlich häufig gute Ratschläge parat. Und so verfolgen wir nun Charlys Suche nach Mister Right, sehen, wie sie mit Hilfe ihres Vaters, eine Familienzusammeführung nach über 30 Jahren schafft, erfahren mehr über Charlys eigene Familiengeschichte, von der sie bisher nicht wusste und erkennen, dass natürlich nichts so ist, wie es scheint. Es gibt viele sympathische Nebenfiguren, die mir im Laufe des Romans sehr ans Herz gewachsen sind. Nur das Ende des Romans kam mir dann doch ein wenig plötzlich. Aber Spaß gemacht hat es schon – und zwar sehr!

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40

16.03.2015

„Dunkle Schatten fallen auf das Paradies”

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich Ihnen den ersten Band „Unter dem Südseemond“ von Regina Gärtner vorgestellt. Und am Ende hatte ich den Wunsch geäussert, dass ich diese spannende Familiengeschichte gerne weiterlesen würde. Nun gibt es diesen zweiten Band tatsächlich!

Band 1 endete mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs in Europa. Alma ist inzwischen mit ihrem Ehemann Joshua und ihrem Sohn Max in Sydney angekommen. Doch das Leben gestaltet sich für sie deutlich schwieriger als sie gedacht hat. Hatte sie von Samoa aus eine Händlerin in Sydney, die ihre geschneiderten Kostüme für sie verkaufte, muß Alma jetzt feststellen, dass die Zeiten sich geändert haben. Das Geschäft hat die Besitzerin gewechselt, und diese wünscht keine Zusammenarbeit mit einer Deutschen. Joshua ist die meiste Zeit auf See. Und seine Schwester, die schon im ersten Band eine unrühmliche Rolle gespielt hat, hat sich nicht geändert. Sie macht Alma das Leben zur Hölle. Und die Situation während des 1. Weltkriegs spitzt sich weiter zu, denn Australien kämpft gegen die Deutschen. Und es kommt natürlich nicht darauf an, wie lange jemand schon nicht mehr in Deutschland lebt. In so einer Situation ist und bleibt man Deutsch! Und das müssen Alma und ihr Sohn mehr als einmal leidvoll erfahren. Aber es gibt auch Freunde an Stellen, an denen man sie nicht vermutet hätte.

Ähnlich schwierig ergeht es auf Samoa auch Almas Cousine Mathilde, deren jüngerem Bruder Fritz mit seiner eingeborenen Ehefrau. Obwohl sie inzwischen eigentlich wohlhabend sind, ändert sich auch ihr Leben von Grund auf. Mathilde hat eine wirtschaftlich fatale Fehlentscheidung getroffen. Nun setzt sie alles auf ihre neue Konservenfabrik, doch die wird nicht rechtzeitig fertig, da ein wesentliches Teil fehlt. Dann gerät auch Samoa zwischen die Fronten. Neuseeland besetzt die Inseln. Und das Leben für die Deutschen wird immer schwieriger. Häufig genug sind die deutschstämmigen Männer die Leidtragenden, denn wenn im fernen Europa die Deutschen Gräuel begehen, müssen sie dafür büßen und werden in Lager gesperrt. Am Ende ist nachher hauptsächlich Mathilde diejenige, die die Familie am Leben erhält. Da sie immer noch unverheiratet ist, erlebt sie viele schlimme Dinge, während sie für den Neuseeländer Scott als Haushälterin arbeitet.

Herausgekommen ist wieder ein ausgesprochen spannender Roman vor exotischer Kulisse. Dieses Mal ist er zweigeteilt und wechselt zwischen Australien und Samoa hin und her. Während im ersten Teil Alma die Familie zusammenhalten und versorgen musste, ist diese Rolle jetzt Mathilde zugekommen. Denn Alma kann von Australien aus nichts ausrichten. Der Roman ist eine gelungene Mischung aus Schmöker mit viel Liebe, Hass und Intrige und historischem Roman, der uns viel über die Zeit des 1. Weltkriegs auf der Südhalbkugel vermitteln kann. Immer, wenn ich gerade dachte, jetzt haben die Protagonisten aber genug gelitten, ist der Autorin noch etwas Neues eingefallen. Die Spannung hat sie bis zum Schluß halten können.

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40

16.03.2015

„Wer stiehlt denn Tresore aus Schulen?”

Ich frag mich, wie diese Autorin das hinbekommt!? Sie ist Mutter von vier Kindern und sie schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene. Und ihre Kinder sind bei weitem noch nicht erwachsen! Zeitgleich zu ihrem neuesten Winston-Fall ist auch ein neuer Roman für die Muttis und andere Frauen erschienen („Ziemlich unverbesserlich“ bei Page & Turner)

Dies ist jetzt bereits Winstons dritter Fall! Wie? Sie kennen Winston noch gar nicht? Winston ist ein hochedler, schwarzer Rassekater, der ursprünglich gemütlich mit seinem Herrchen, dem Professor Werner Hagedorn, in Hamburg in der Hochallee in einer schönen Etagenwohnung wohnt. Eigentlich ist er ein reiner Wohnungskater. Doch dies hat sich mit seinem 1. Fall „Ein Kater in geheimer Mission“ geändert. Denn seitdem wohnen die Haushälterin Anna und ihre Tochter Kiera mit bei den beiden Männern. Und sie haben das Leben der beide gehörig durcheinander gebracht, aber natürlich auch bereichert. Seit dem 2. Fall „Agent auf leisen Pfoten“ ist nun auch noch Babuschka, die Großmutter von Kiera, mit in die Wohnung gezogen. Und Winston hat endlich eine Katzenklappe bekommen und kann regelmäßig seine Katzenfreunde Odette, Spike und Karamell, die drei Hofkatzen, besuchen. Bei dem neuen Fall scheiden sich anfangs die Geister. In drei Hamburger Schulen wurden die Tresore geklaut. Und Tom, der Kumpel von Kiera, ist davon ganz besessen. Er meint, er hat ein Muster hinter diesen Tresor-Diebstählen erkannt und will die Verbrechen mit Kiera, Pauli und den Katzen aufklären. Doch die haben überhaupt kein Interesse daran. Doch dann wird plötzlich auch der Tresor aus ihrer Schule geklaut. Und das passt so gar nicht in das Muster. Ausgerechnet in diesem Tresor wurden die Mathe-Abi-Klausuren aufbewahrt. Und wenn sie nicht rechtzeitig wieder auftauchen, müssen die armen Schüler eine völlig neue Klausur schreiben. Dies geht natürlich gar nicht. Also hecken die drei Kids und die vier Katzen, teilweise auch unabhängig voneinander, ihre Pläne aus. Manches gelingt und manches geht völlig in die Hose.

Neben der spannenden Krimi-Handlung liegt diesmal allerdings auch die Liebe in der Luft. Sowohl Werner als auch Winston sind verliebt und müssen mit Entsetzen feststellen, dass es Rivalen in ihrem Revier gibt.

Folgen sie dieser Gruppen von Katzen und Menschen unbedingt in ihr neues Abenteuer. Es lohnt sich wieder richtig. Es macht einfach Spaß, diese Bücher zu lesen. Wenn Sie allerdings selbst Katzen im Haus haben, achten Sie auf diese, wenn ihre Kinder das Buch lesen. Es gibt darin nämlich eine sehr witzige Szene, die für den armen Winston aber gar nicht angenehm war. Und wie es einer realen Katze damit ergehen mag, das möchte ich mir gar nicht ausmalen!

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