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Eine Kundin / Ein Kunde Top 100 Bewerter

Gesamte Bewertungen 624 (ansehen)


Das beste Buch aller Zeiten:
Nina George, Das Lavendelzimmer

Meine Favoriten

  • 1.

    Das Lavendelzimmer

    von Nina George

    Er weiß genau, welches Buch welche Krankheit der Seele lindert: Der Buchhändler Jean Perdu verkauft... mehr

  • 2.

    Die Welt ist eine Muschel

    von Alessandro D'Avenia

    Der Geruch des Meeres, ein Sprung ins Ungewisse und der Sommer deines LebensDer Geruch des Meeres, die... mehr

  • 3.

    Die Nebel von Avalon

    von Marion Zimmer Bradley

    Es ist Morgaine, die Hohepriesterin des Nebelreichs Avalon und Schwester von Artus, die hier die wahre... mehr

  • 4.

    Wer wir sind

    von Sabine Friedrich

    Ein gewaltiges Panorama bewegender Lebensgeschichten - von den Mitgliedern der Roten Kapelle und kommunistischen... mehr

  • 5.

    Mein gelobtes Land

    von Ari Shavit

    Die große Geschichte IsraelsDer renommierte Journalist Ari Shavit sieht Israel in einer halt- und ausweglosen... mehr

  • 6.

    »Ich warte darauf, daß etwas geschieht«

    von Margaret Forster

    »Die Königin des Familienromans heißt Margaret Forster. Ein atemberaubender Roman, den ich Eintrag für... mehr

  • 7.

    Stone Butch Blues - Träume in den erwachenden Morgen

    von Leslie Feinberg

    Buffalo, N.Y. – eine Industriestadt in den sechziger Jahren. Hier verbringt Jess Goldberg ihre... mehr

  • 8.

    Frauen

    von Marilyn French

    Frauen – Auf der Suche nach sich selbstMira, Val, Kyla und ihre Freundinnen begegnen sich 1968... mehr

  • 9.

    Sommernovelle

    von Christiane Neudecker

    Ein Sommer, wie es ihn nur in der Kindheit oder Jugend gibtEs ist der Sommer, den sie nie vergessen werden.... mehr

Meine Bewertungen

Kann man sich selbst neu erfinden?

Eine Kundin / Ein Kunde , am 05.02.2016

Wir alle kennen ja Ildiko von Kürthy als Autorin von wunderbar flapsigen Frauenromanen. Zwischendurch macht sie aber auch hin und wieder mal einen Ausflug und schreibt ein Sachbuch, wie z.B. „Unter dem Herzen“, wo sie ihre Schwangerschaft verarbeitet. Allerdings muss ich gestehen, dass mir ihre letzten beiden Bücher nicht mehr so gut gefallen haben, so dass ich dieses Mal sehr überlegen musste, ob ich es noch einmal versuche. Aber nachdem mir eine Kundin erzählt hat, dass die Autorin sich komplett umgewandelt hatte, bin ich dann doch sehr neugierig geworden. Und gleich vorab – ich hab es nicht bereut!

Dieses Mal hat Ildiko von Kürthy wieder ein Sachbuch geschrieben. Und als Journalistin hat sie dafür natürlich auch die besten Voraussetzungen. Ildiko von Kürthy ist älter geworden – in einigen Jahren naht die böse 5 – und da stellt sie sich die Frage, die sich sicherlich viele Frauen in dem Alter stellen, „Soll es das schon gewesen sein?“ Da sie ja, wie wir aus ihren Romanen wissen, nie mit sich selbst zufrieden ist – zu mollig, böse Haare, Lampenfieber … - will sie dieses Mal endlich Nägel mit Köpfen machen. Und so nimmt sie sich viel für das neue Jahr vor. Darunter sind viele normale Dinge, die wir Frauen uns meistens jedes Jahr vornehmen: kein Alkohol und keine Schokolade, regelmäßig Sport treiben, Idealgewicht und die innere Mitte finden. Aber Ildiko von Kürthy geht weiter. Sie besucht verschiedene Seminare zum Thema Selbstverteidigung, Rhetorik für Führungskräfte, Schweigen im Kloster, zurück zur Natur, Fasten. Sie stellt ihre Ernährung vollständig um, da sie keine Laktose und kein Gluten verkraftet. Und sie lässt auch äußerlich etwas an sich machen – Echthaarverlängerung in blond, Botox und Hyaloron.

Und was ist dabei herausgekommen? Wie fühlt man sich als idealgewichtige Blondine, die fast auf alles genusstechnisch verzichten muss, was bisher ihr Leben ausgemacht hat? Was nimmt sie mit in die Zukunft und was war einfach nur ein Versuch? Für mich persönlich ist dies das bisher beste Buch der Autorin. Sie ist reifer geworden. Sie hat ein sehr persönliches Buch geschrieben, das ganz viele Frauen anspricht. Nur sind wir zumeist nicht so mutig, haben nicht die Zeit und/oder nicht das Geld alles auszuprobieren, was sie ausprobiert hat. Sie beschreibt alles wie üblich mit sehr viel Humor und ihrer üblichen Kodderschnauze. Allerdings gibt sie uns dieses Mal auch viele kluge Ratschläge und Lebensweisheiten mit auf den Weg. In ihrem Buch „Unter dem Herzen“ hat sie sehr viel aus ihrem eigenen Roman „Endlich“ zitiert, was ich sehr unglücklich fand, weil Ildiko von Kürthy Fans das Buch sicherlich schon gelesen hatten. Aber dieses Mal zitiert sie aus sehr vielen klugen Büchern von anderen Autoren, die ihr geholfen haben. Und diese Bücher werden am Ende auch noch einmal aufgelistet, so dass man die Möglichkeit hat, sich noch weiter zu informieren.

Wenn Sie also sehen wollen, ob man sich selbst komplett neu erfinden kann, dann lesen Sie dieses Buch. Und wenn sie selbst auch grad in einer Midlifecrisis feststecken, dann lesen Sie dieses Buch auch. Es ist einfach ein tolles, weises und unterhaltsames Buch geworden! Und ein kleiner Tipp am Rand – lesen Sie es als Buch. Wie üblich enthält auch dieses Buch wieder wunderschöne Grafiken und Bilder, die im e-book leider nicht zu rüberkommen, wie sie sollten.

Neuland
von Ildikó von Kürthy
(5)
Buch 19,95

Was für ein zauberhaftes Buch

Eine Kundin / Ein Kunde , am 05.02.2016

Dieses Buch hat mir doch tatsächlich eine Kundin empfohlen! Wir sprachen über einige Bücher, die wir beide mit viel Spaß gelesen haben. Und da hat sie mich gefragt, ob ich „Deine Juliet“ kenne. Als ich verneinte, meinte sie, ich müsse es unbedingt lesen. Normalerweise bin ich persönlich ja sehr beratungsresistent – schließlich sollte ich als Buchhändlerin doch möglichst neue Bücher lesen, damit ich Ihnen diese empfehlen kann. Aber dieses Mal hatte ich es mir tatsächlich aus dem Regal genommen und zum ersten Mal genauer angeschaut. Der Klappentext hat mich angesprochen, und ich hatte mir die Zeit genommen. Ich habe es nicht bereut, denn die Geschichte ist einfach hinreißend und hat mich ganz verzaubert! Leider ist das Buch irgendwann ganz heimlich aus unserem Regal im Laden verschwunden. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass es nicht mehr beim Rowohlt Verlag erhältlich war, sondern 2015 den Verlag gewechselt hat. Nun können Sie es aber wieder bekommen. Nur die Großdruck-Ausgabe, die gibt es nicht mehr.

Mary Ann Shaffer hat einen ganz ungewöhnlichen Briefroman geschrieben, bei dem ihr am Ende ihre Nichte Annie Barrows geholfen hat. Sie erzählt die Geschichte der jungen und unorthodoxen Schriftstellerin Juliet im Jahr 1946. Juliet, die Bücher und Menschen liebt, hat ihre Berufung darin gefunden während des zweiten Weltkrieges eine regelmäßige Kolumne für den Spectator zu schreiben, die in der Zwischenzeit von ihrem guten Freund, dem Verleger Sidney als Buch veröffentlicht wurden. Von diesen Tantiemen kann sie ganz gut leben und überlegt gerade, wovon ihr nächstes Buch handeln soll. Da bekommt sie einen Brief von einem ihr völlig unbekannten Mann, der ein Buch, welches ihr mal gehört hat, antiquarisch erstanden hat. Dieser Mann lebt auf Guernsey und würde gerne über Juliet eine Londoner Buchhandlung vermittelt bekommen, da Guernsey nach der Befreiung von den Deutschen gerade erst wieder mit dem Notwendigsten versorgt wird. Daraus entsteht eine wunderbare Brieffreundschaft mit den Mitgliedern des aus der Not geborenen „Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf“. Juliet lernt nach und nach die einzelnen Clubmitglieder per Brief kennen und erfährt immer mehr über die Zeit als Guernsey von den Deutschen besetzt war. In ihr wächst der Wunsch diese Menschen persönlich kennenzulernen und vielleicht über ihre Schicksale zu schreiben.

Ein wundervoll warmherziges und humorvolles Buch über eine schwierige Zeit und ganz viel Literatur. Die einzelnen Clubmitglieder sind schon Unikate, man muss sie einfach ins Herz schließen. Wunderbar berührend. Schade, dass ich es so schnell durchgefressen habe, aber ich musste einfach wissen, wie es ausgeht. Zum Glück habe ich mich von der Kundin überzeugen lassen.

Deine Juliet
von Mary Ann Shaffer
(1)
eBook 8,99

Leo Wechslers neuester Fall

Eine Kundin / Ein Kunde , am 28.01.2016

Jetzt darf ich Ihnen schon den sechsten Fall von Leo Wechsler, dem von Susanne Goga erfundenen Kommissar, vorstellen. Ich liebe diese Krimi-Reihe, die im Berlin der zwanziger Jahre spielt. Und wie immer hat die Autorin eine gelungene Mischung aus spannendem Mordfall, gut recherchierten Hintergründen und einer sehr persönlichen Familiengeschichte geschrieben.

Dieses Mal entführt uns Susanne Goga in den neuen Westen Berlins, wo sich rund um den Kurfürstendamm und den Nollendorfplatz das glitzernde Leben abspielt. Wir sind inzwischen im Jahr 1927. Bei einer Modenschau in dem renommierten Romanischen Café werden zwei Mannequins verletzt. Ausgerechnet bei der ersten Modenschau des Modesalons Morgenstern & Fink. Wer steckt dahinter und was bezweckt diese Person damit? Will hier jemand seine Konkurrenten ausschalten? Oder steckt Eifersucht dahinter? Doch dann geschieht ein Mord, der anscheinend gar nichts mit diesem Fall zu tun hat. Rainer Vogt, ein enger Mitarbeiter von Magnus Hirschfeld, wurde erschlagen in seiner Wohnung aufgefunden. War es ein Mord aus dem Milieu? Was macht eine Einladung zu der Modenschau in seiner Wohnung? Hängen die beiden Fälle zusammen? Und so müssen Leo Wechsler und seine beiden Kollegen Robert Walther und Jakob Sonnenschein diesmal in zwei ganz fremde Welten eintauchen. Einmal ist es die Welt der Mode und zum anderen die Welt der Homosexuellen.

Susanne Goga bringt uns am Anfang mit ganz unterschiedlichen Personen zusammen. Und nach und nach ahnt man, was es mit ihnen auf sich haben könnte. Sie zeigt auf, wie die Modebranche in der Zeit funktioniert hatte. Und sie führt uns ein wenig in das schwule Berlin. Zwar ist Homosexualität laut dem berühmt berüchtigten Paragraphen 175 verboten, aber zumeist wird sie toleriert, da sie auch ein großer Anziehungspunkt für ausländische Besucher ist.

Aber es geht in diesem Buch nicht nur um den Mordfall, sondern auch um die Familie von Leo Wechsler. Sein Sohn Georg ist inzwischen 13 Jahre und wird langsam selbständiger. Er wird Mitglied bei den Jungen Adlern. Und auch die gesellschaftliche Entwicklung in Berlin kommt nicht zu kurz.

Herausgekommen ist wieder ein spannender Krimi, der ein gutes Bild der Weimarer Republik bietet. Ich liebe diese Krimis, die sehr informativ und spannend sind, aber ohne blutrünstige Szenen auskommen.

Es geschah in Schöneberg
von Susanne Goga
(3)
Buch 9,95

Ein super Einstieg in das Thema

Eine Kundin / Ein Kunde , am 28.01.2016

Die Autorin Bettina ist ein Multitalent, denn sie schreibt historische Roman-Biografien ebenso kompetent wie Sachbücher. Gerade bei ihren Sachbüchern kommen ihr sicherlich ihre journalistische Tätigkeit und ihr Studium der Kommunikationswissenschaft sehr entgegen. Jetzt ist ihr ursprünglich 2014 erschienenes Buch „Ich bin dann mal vegan“ als Taschenbuch erschienen. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht und nun hat Bettina Hennig das geschafft, was Karin Duve mit ihrem Buch „Anständig essen“ und Jonathan Safran Foer „Tiere essen“ nicht geschafft haben. Ich habe ein Buch über das Thema „Veganismus“ gelesen.

Angefangen hat bei Bettina Hennig alles durch ein Interview mit dem momentan absolut hippen Koch Attila Hildmann. Er erzählt ihr darin, wie er zu dem Thema vegan gekommen ist. Und Bettina Hennig, die schon länger vegetarisch lebt, wagt das Experiment und will für 4 Wochen vegan leben. Anfangs ist es reine Neugier. Was kann ich essen, was nicht mehr? Doch dann taucht sie immer tiefer in das Thema ein. Sie kontaktiert einschlägige Chats und macht ihre Erfahrungen. Sie besucht Demos, schaut sich Filme an und nimmt Kontakt zu Gruppen auf, die sich mit dem Thema Tierschutz und Tierhaltung beschäftigen. Und so wird aus der Autorin peu á peu eine überzeugte Veganerin, die nicht nur aus Gesundheitsgründen vegan lebt, sondern sich auch ganz aktiv für den Schutz und einen neuen Umgang mit den Tieren einsetzt. Und am Ende geht es in dem Buch nicht mehr rein um den Selbstversuch, sondern die Autorin hat ihre ganze Lebens- und Denkweise geändert und lädt uns ein, ihr dies nachzutun.

Mich hat dieses Buch sehr fasziniert. Es ist in der Form locker und leicht geschrieben, aber inhaltlich kompetent. Am Anfang habe ich mich köstlich amüsiert, aber dann ist sie immer tiefer in das Thema eingestiegen. Manchmal blieb mir das Lachen im Halse stecken. Aber da die Autorin sehr persönlich berichtet hat, konnte ich immer weiterlesen. Mich hat das Buch überzeugt. Ich bin dabei!

Ich bin dann mal vegan
von Bettina Hennig
(1)
Buch 9,99

Einfühlsame Auswanderergeschichte

Eine Kundin / Ein Kunde , am 24.01.2016

Langsam aber sicher baut sich der irische Autor Colm Toibin auch hier in Deutschland eine Fangemeinde auf. Dies ist jetzt sein dritter ins deutsche übersetzter Roman. Und wo jetzt sein Buch verfilmt wurde, hat der DTV-Verlag eine neue Ausgabe mit dem Filmcover herausgegeben.

In dem Buch „Brooklyn“ erzählt der Autor die Geschichte der jungen Irin Eilis, die eigentlich gegen ihren Willen nach New York auswandert. Er unterteilt seinen Roman in 4 Teile. Im ersten Teil lernen wir Eilis kennen. Sie hat gerade die Schule hinter sich, lebt mit ihrer schönen und offensichtlich erfolgreichen Schwester noch bei ihrer Mutter. Jetzt ist sie auf der Suche nach Arbeit, jobbt in einem kleinen Lebensmittelladen und verbringt die Freitagabende mit ihrer Freundin beim Tanzen. Doch ihre ganze Situation ändert sich, als ein Priester auf Durchreise von New York in ihrem Ort Station macht und von der dortigen irischen Gemeinde schwärmt. Er überzeugt ihre Mutter und ihre Schwester davon, dass sie in New York deutlich die besseren Zukunftsaussichten hat. Er leitet in den USA auch alles in die Wege, so dass die Familie sich keine Sorgen um ihre Jüngste machen muss. Ihre Schwester übernimmt dies in Irland. Im zweiten Teil ist Eilis frisch in New York angekommen. Sie lebt in einer von einer Irin geführten Frauen-Pension und arbeitet in einem Kaufhaus als Verkäuferin. Freitags abends geht es wie bisher zum Tanzen im Gemeinedesaal von Father Flood, dem Priester, der sie nach New York geholt hat. Sie ist noch nicht wirklich angekommen und fühlt sich fremd. Im dritten Teil ist sie endlich angekommen. Sie lernt nach der Arbeit fleißig, um ihren Buchhaltungsabschluss am College zu bestehen. In der Zwischenzeit hat sie auch einen netten jungen Mann kennengelernt, mit dem sie häufig ihre Abende beim Essen, Tanzen und im Kino verbringt. Diese Zeit wird allerdings durch einen schrecklichen Vorfall zu Hause in Irland überschattet. So dass sie im vierten Teil wieder zurück in Irland ist. Wird sie in Irland bleiben oder geht sie nach New York zurück? Die ganze Geschichte spielt in den fünfziger Jahren.

Colm Toibin hat die Entwicklung dieses jungen Mädchens ausgesprochen einfühlsam in einer ganz ruhigen und schönen Sprache beschrieben. Man merkt richtig, wie Eilis sich entwickelt. Am Anfang hat sie überhaupt keinen eigenen Willen. Ihre Mutter, ihre Schwester und die Kirche haben zuerst ihr Leben in Irland, später ihre Hauswirtin Mrs. Kehoe, ihre Abteilungsleiterin Miss Fortini und Father Flood ihr Leben in New York bestimmt und gelenkt. Sie braucht ihre Zeit, bis sie selber merkt, wo sie steht und was sie wirklich im Leben möchte. Aber sie findet ihren Weg und beschreitet ihn in ihrem eigenen Tempo. Unbedingt lesenswert, wie der Autor die Geschichte erzählt – ihre Zerrissenheit, ihre Loyalität, ihr Heimweh, aber auch ihr Entdecken des Neuen und auch des scheinbar Unerlaubten.

Brooklyn
von Colm Tóibín
(2)
Buch 9,90

Wer ist „Mon Amour“?

Eine Kundin / Ein Kunde , am 24.01.2016

Vielleicht ist Ihnen Tanja Weber schon einmal als Drehbuchautorin aufgefallen? Von ihr stammen nämlich die Drehbücher zu „Verliebt in Berlin“ und „Türkisch für Anfänger“. Ich persönlich kannte sie bis dato noch nicht. Mich hat nur einfach der Buchtitel „Die Frauen meiner Familie“ angesprochen. Und der Klappentext versprach eine spannende Geschichte.

Tanja Weber erzählt die Geschichte von drei Frauen. Den Rahmen bildet die Geschichte um Elsa, einer Enddreißigerin, die als Kunsthistorikerin in München für eine Versicherungsgesellschaft arbeitet. Ihr aktueller Auftrag lautet, sich um den Diebstahl aus einer Galerie in Belgien zu kümmern. U.a. wurde dort das Bild „Mon Amour“ des Malers Rudolf Newjatevs gestohlen. Als sie ein Foto von diesem Bild sieht, ist sie ganz überrascht. Dieses Bild kennt sie nämlich aus ihrer Kindheit. Es hing früher bei ihren Großeltern und wurde die bunte Frau genannt. Obwohl sie Kunsthistorikerin ist, war ihr nicht bewusst, dass es sich um ein expressionistisches Bild aus dem Umkreis des Blauen Reiters handelte. Außerdem hatte sie dieses Bild zwischenzeitlich völlig vergessen. Als ihre Großeltern gestorben waren, hatte ihr Vater die Wohnung entrümpelt. Doch nun ist sie völlig überrascht, dass das Bild bei einer Ausstellung gestohlen wurde. Sie fängt an, sich für die Hintergründe zu interessieren und macht eine Entdeckung, die ihr ganzes bisheriges Bild über ihre Familie ins Wanken bringt. Ist das auf dem Bild wirklich ihre Urgroßmutter, wie es ihr immer erzählt wurde? Es heißt, dass das Bild während des 3. Reichs zu einem Spottpreis von dem Vater des jüdischen Malers gekauft wurde. Was steckt dahinter?

Der zweite Haupterzählstrang beginnt 1912. Dort erzählt die anfänglich 19jährige Anneli Gensheim ihre Geschichte. Anneli lebt in Schwabing in einer schönen Wohnung mit ihren Eltern, zwei Geschwistern und 2 Dienstboten. Der Vater ist ein angesehener Arzt, die Mutter eine moderne und sehr kunstinteressierte Frau. Anneli hatte ursprünglich eine Anstalt besucht, wo gebildete Damen zu Lehrerinnen ausgebildet werden sollten. Doch diese Ausbildung hat sie abgebrochen. Stattdessen möchte sie Journalistin werden. Durch ihren Vater kommt sie bei der Münchener Post unter, einer Tageszeitung, die der SPD nahesteht. Sie beginnt als Stenotypistin, schafft es aber relativ schnell, dass sie kleine Texte selber schreiben darf.

Doch Anneli lebt nicht nur für ihren Beruf, sondern sie interessiert sich auch für die Menschen in ihrer Umgebung. Und da kommt Rosa ins Spiel- ein blutjunges Dienstmädchen frisch vom Lande, die gänzlich rein und unerfahren scheint. Anneli nimmt sie unter ihre Fittiche. Durch Anneli lernt Rosa eine andere Welt kennen. Doch diese Welt meint es nicht gut mit ihr. Eines Tages wird sie ermordet aufgefunden. Und Anneli gibt sich die Schuld daran. Sie meint auch, den Mörder Rosas zu kennen und versucht, diesen der gerechten Strafe zuzuführen.

Was haben diese Geschichten miteinander zu tun? Elsa als auch Anneli versuchen eine Schuld zu begleichen. Und beide müssen dabei feststellen, dass die eigene Wahrnehmung nicht automatisch auch die Wahrheit ist. Herausgekommen ist eine ausgesprochene spannende Geschichte, die uns einerseits in das Thema „Beutekunst“ mitnimmt und andererseits ein interessantes Bild von München, ganz speziell Schwabing, aufzeigt. Dem Schwabing, welches Anfang des 20. Jahrhunderts der Wohnsitz vieler Künstler und moderner Menschen war. Mich faszinierte an dieser Geschichte der Aspekt, dass man eine Geschichte, die schon über eine längere Zeit zurückliegt, ohne Zeugen nicht unbedingt mehr bis ins Detail auflösen kann.

Es ist ein toller Roman für Leserinnen, die Charlotte Roths Roman „Als wir unsterblich waren“ und Micaela Jarys Roman „Das Bild der Erinnerung“ sehr mochten. Ich freue mich schon auf weitere Romane dieser Autorin!

Die Frauen meiner Familie
von Tanja Weber
(2)
Buch 14,99

Die Machtprobe

Eine Kundin / Ein Kunde , am 17.01.2016

Die Geschichte um Sirona und Darken geht weiter. Und mit jedem Band kommen mehr Personen hinzu und die Geschichte wird vielfältiger. Allerdings ist sie nur dann wirklich zu verstehen, wenn man sie in der richtigen Reihenfolge liest. Haben Sie also noch nicht Band 1 – 3 gelesen, lesen Sie diese Buchbesprechung nicht, sondern erst einmal die von Band 1!

Sirona und Darken sind wohlbehalten von ihrer Hochzeitsreise zurückgekehrt. Und nach dieser wunderschönen Zeit will Sirona erst einmal wieder einige Zeit in Lippstadt mit ihrer Mutter, genannt Omma, und ihrer Tochter Kim verbringen. Doch lange wird ihr dieses Glück nicht gegönnt. Es kommt zu einem folgenschweren Zwischenfall, der das Leben für alle von Grund auf ändern wird.

Dieses Mal wechselt die Geschichte nicht nur zwischen Sirona und Darken hin- und her, sondern auch andere Personen bekommen ihre eigenen Erzählstränge. Ein Bruder von Darken bekommt einen großen Auftritt. Dieser Bruder sich verliebt und weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Schließlich ist ihm seit der Liebesbeziehung zwischen Stella und Namel klar, was Darken von Liebesbeziehungen zwischen seinen Brüdern und sterblichen Frauen hält. Und ein weiterer Erzählstrang sorgt für Spannung in diesem Band – es gibt nämlich einen Bösewicht, der dieses Mal selbst zu Wort kommt. Und so steht in diesem Fall nicht die Liebe im Vordergrund, sondern ein Wettlauf zwischen den Guten und den Bösen. Wer wird ihn gewinnen? Und werden es alle Protagonisten aus den vorherigen Bänden überleben?

In diesem Band nimmt die Geschichte richtig an Fahrt auf. Die Handlung ist ausgesprochen spannend. Und immer wieder passiert etwas Überraschendes. Ich bin schon wahnsinnig gespannt, was in Band 5 auf mich zukommt. Die Titel verraten zwar immer etwas, aber ich war nicht immer auf der richtige Fährte.

Darken 4
von Lee Bauers
(1)
eBook 4,99

Die ersten dunklen Wolken am Liebeshimmel

Eine Kundin / Ein Kunde , am 27.12.2015

Mich hat die „Darken“-Sucht jetzt komplett erfasst. Nachdem ich von dem 1. Band dermaßen begeistert war, dass ich mich erst mit Zeitverzögerung an den 2. Band gewagt hatte, weil ich Angst davor hatte, enttäuscht zu werden, habe ich gleich Band 3 hinterher geschoben. Aber denken Sie daran, wenn Sie diese Buchbesprechung lesen, dass die Bücher unbedingt in der richtigen Reihenfolge gelesen werden müssen. Sollten Ihnen die ersten beiden Bände noch nicht bekannt sein, so hören Sie hier auf zu lesen!

Im 3. Band ist es endlich soweit – die große Hochzeit zwischen Sirona und Darken steigt. Dazu kommen Sironas Verwandten und Freunde als auch Darkens Brüder in das Anwesen Castello Del Guardiano Della Spada in der Nähe von Dresden. Die Organisation liegt in den bewährten Händen von Aluinn. Alles deutet auf einen wunderschönen Tag hin. Doch hat uns die Autorin schon am Ende des 2. Bandes darauf hingewiesen, dass es viel Blut geben wird. Und so kommt es zu einem Zwischenfall während der Hochzeitsfeierlichkeiten, mit denen niemand gerechnet hat. Sirona muss wieder einmal zu ihrem Schwert greifen und die verteidigen, die sie liebt.

Das Schöne an diesem 3. Band ist, dass wir endlich alle Brüder von Darken kennenlernen. Bis auf Darken sind sie alle ohne Frauen, da der Schmerz für sie zu grausam wäre, wenn ihre sterblichen Frauen sie verlassen müssten. Und das müssten die Frauen, denn Darken kann nur Männer durch sein Blut unsterblich machen. Doch die Liebe ist stärker als alle Vernunft und so verliebt sich einer von Darkens Brüder auf der Feier in eine von Sironas Freundinnen. Das sorgt zusätzlich zu dem anderen Zwischenfall für Spannungen in der Gruppe. Und obwohl Sirona dunkle Visionen hat, gehen sie und Darken, wenn auch verspätet, auf ihre Hochzeitsreise, die ganz anders als die Normalsterblicher ist.

Im 3. Band entwickelt sich die Geschichte um Sirona und Darken in eine andere Richtung. Die Geschichte wird vielschichtiger. Zusätzlich zu der eigentlichen Liebesgeschichte zwischen Sirona und Darken kommen andere Geschichten hinzu. Es bleibt nicht mehr alles nur rosarot, sondern es ziehen die ersten dunklen Wolken auf. Und wer die Angreifer waren, klärt sich in diesem Band noch überhaupt nicht auf. Damit wird die Spannung weiter erhöht.

Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band und habe ein wenig Angst vor dem Zeitpunkt, wenn ich Band 6 gelesen habe. Mehr Bände gibt es nämlich bisher noch nicht. Obwohl – Band 7 und Band 8 sind in Arbeit!

Darken 3
von Lee Bauers
(1)
eBook 4,99

Schöne Geschichten nicht nur zur Weihnachtszeit

Eine Kundin / Ein Kunde , am 16.12.2015

Dies ist die erste Weihnachts-Anthologie gewesen, die ich gelesen habe. Bisher hab ich mich immer gefragt, was diese Bücher sollen. Und außerdem dachte irrtümlich, dass es keine neuen Geschichten seien, sondern Auszüge aus bereits erschienenen Romanen. Doch wie ich dieses Jahr festgestellt habe, hatte ich davon eine völlig falsche Vorstellung!

Der Rowohlt Verlag hat in diesem Buch 11 Geschichten von deutschen und internationalen Autoren (10 Autorinnen und 1 Autor), die entweder beim ihm oder den Partnerverlagen schreiben, zusammengestellt. Alle Autoren sind bereits durch Romane im Unterhaltungsbereich bekannt und erfolgreich. Doch Kurzgeschichten sind etwas ganz anderes als Romane. Hier müssen die Autoren ihre Handlung auf wenige Seiten beschränken, was ich persönlich als eine sehr große Herausforderung empfinde. Doch den Autoren dieser Anthologie ist das hervorragend gelungen. Und so finden Sie in diesem Buch sehr unterschiedliche Geschichten, die nur zweierlei eint:

1. Sie haben alle etwas mit Weihnachten zu tun.
2. Es sind Unterhaltungsgeschichten.

Und diese Geschichten sind mal besinnlich, mal traurig, mal mit einem Augenzwinkern und mal zum Nachdenken. Man kann hier alte Bekannte wiedertreffen oder neue Autoren entdecken, von denen man vielleicht später weitere Bücher lesen möchte, da man hier neugierig geworden ist. Den Abschluss des Buches bildet eine Übersicht, die etwas über die Autoren erzählt und aufzeigt, welche Bücher es zum Erscheinungstermin dieses Buches (ursprünglich als gebundenes Buch 2014) bereits von ihnen gibt.

Für mich persönlich hat dieses Buch sich alleine dadurch gelohnt, dass ich hierin eine Geschichte von Nina George fand, in der sie eine Episode von Jean Perdu erzählt. Und diese Geschichte ist wieder einfach wunderschön und weise. Allein auf diesen 15 Seiten habe ich 4 Zitate für meine persönliche Zitate-Sammlung gefunden. Die Geschichte von Gabriella Engelmann, ebenfalls eine meiner Lieblingsautorinnen, war wieder einfach zum Einkuscheln. Und die Geschichte von Sofie Cramer hat mich traurig und nachdenklich zurückgelassen. Überrascht hat mich die Geschichte von Emma Sternberg. Von dieser Autorin muss ich sicherlich noch etwas Weiteres lesen. Und einige Autoren, die ich schon kannte, haben mich mit ihren Geschichten verblüfft, da sie einfach eine andere Facette aufgezeigt haben, als ich sie sonst von ihnen kannte.

Diese Geschichten kann man den ganzen Herbst und Winter über lesen. Sie brauchen deshalb nicht auf Weihnachten zu warten. Entdecken Sie einfach ein paar neue Autoren und lassen Sie sich gut unterhalten. Ich habe mir jetzt schon eine andere Anthologie zurechtgelegt, die ich Ihnen im nächsten Jahr rechtzeitig vorstellen möchte.


Weihnachtsherzen
von Juliet Ashton
(2)
Buch 9,99

Wer bracht denn noch einen Schnuller?

Eine Kundin / Ein Kunde , am 04.12.2015

Und hier kommt nun auch gleich noch meine 2. Buchempfehlung für die ganz Lütten. Hermien Stellmachers Bilderbücher sind einfach wirklich so niedlich, dass ich sie Ihnen nur empfehlen kann.

Diesmal hat Moritz Moppelpo, der kleiner Hase, ein Problem. Er spielt sehr gerne mit seinen Freunden Lene, einem Dachmädchen, Juri, einem Fuchs, Fips und Fido, zwei Igeln und Emil, einem Wildschwein, doch irgendwie haben sie Verständigungsschwierigkeiten. Denn Moritz hat als einziger noch seinen Schnuller im Mäulchen. Und das finden die anderen ganz doof. Und so bringen sie ihn auf eine Idee, wie er zukünftig auf den Schnuller verzichten kann.

Auch dies ist natürlich wieder ein Pappbilderbuch mit dicken Seiten, für die ganz kleinen Kinderhände. Entzückende Zeichnungen und ein unterstützender Text machen sowohl den Kleinen als auch den Großen Spaß.. Auf den Zeichnungen gibt es allerlei zu entdecken. Und dann sind da noch kleine Klappen, die man öffnen kann, um weitere Details zu finden. Schade, dass ich keinen kleinen Menschen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis habe, mit dem ich dieses Buch angucken kann.

Und es gibt noch einige weitere Titel, die den Kleinen auf dem Weg zu mehr Eigenständigkeit helfen.

Moritz Moppelpo braucht keinen Schnuller mehr
von Hermien Stellmacher
(2)
Buch 7,99