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Gesamte Bewertungen 577 (ansehen)


Das beste Buch aller Zeiten:
Nina George, Das Lavendelzimmer

Meine Bewertungen

Glück kann man kaufen!

Eine Kundin / Ein Kunde , am 23.05.2017

Fast hätte ich diesen wunderschönen Roman der Münchnerin Julia Fischer verpasst. Und dabei ist die Autorin anscheinend einer dieser Menschen, der gleich ganz viele Gaben in die Wiege gelegt wurden. Sie ist eine deutsche Schauspielerin, die viel am Theater engagiert ist, Moderatorin beim BR, Sprecherin für zahlreiche Hörbuchproduktionen und Schriftstellerin von bisher 2 Romanen. Wenn mich nicht eine liebe Freundin (lesen Sie unbedingt auch die Buchbesprechung von Monika Schulte aus Hagen) auf dieses Buch hingewiesen hätte, wäre dieses Buch an mir vorbeigegangen. Und ich hätte sehr glückliche Lesemomente, die noch lange nachhallen werden, verpasst. Denn der Klappentext und das Cover werden der Magie des Buches nicht gerecht, obwohl sie gar nicht so unstimmig sind.

Die Hauptperson, um die sich der ganze Roman dreht, ist die Münchnerin Johanna. die zu Beginn des Romans Mitte Zwanzig ist. Sie ist das einzige Kind von Cornelius und Anna, die zusammen die Stern-Apotheke betreiben, die bereits seit vier Generationen in der Familie ist. Johanna selbst geht aber etwas andere Wege. Sie hat im Hinterhof ein kleines Ladengeschäft – die Sternwarte – in der sie selbstgemachte und dazugekaufte Naturkosmetik verkauft. Besonders erfolgreich sind ihre Hydrolate (Pflanzenwässer, die als Nebenprodukte der Dampfdestillation von Pflanzen anfallen). Ihr Traum wäre es, wenn sie auch Produkte der Officina Profumo di Santa Maria Novella aus Florenz in ihr Sortiment aufnehmen dürfte. Doch bisher hat sie leider immer nur Absagen bekommen. Nun versucht sie es einmal persönlich. Und damit wird eine ganz außergewöhnlich schöne Liebesgeschichte in Gang gesetzt. Denn sie schafft es tatsächlich die Familie, die die Officina Profumo di Santa Maria Novella führt, persönlich kennenzulernen. Besonders die beiden Söhne – der ruhige Luca, der ein Faible für Zahlen hat, und der charismatische Sandro, der die „Nase“ des Unternehmens ist, haben es ihr angetan. Und sie, die bisher viel Pech in der Liebe hatte, aber aussieht wie die Menschgewordene Venus des Malers Boticelli, lässt auch die beiden Brüder nicht kalt. Und so verlebt Johanna eine ausgesprochen intensive Zeit in Florenz, bevor sie in ihren Laden nach München zurückkehrt. Doch die Geschichte ist noch nicht zu Ende.

Ich liebe den Mikrokosmos, den die Autorin in München geschaffen hat. In dem Haus, in dem Johanna und ihre Eltern wohnen, leben auch noch andere Menschen, die nach und nach in die Geschichte hineingezogen werden. Und es gibt einen Punkt in der Geschichte, wo diese Menschen sich wandeln, wo sie ihren Kokon abstreifen und zu sich selbst und ihrem Glück finden. Es ist einfach wie Magie. Und ich wünschte, so etwas würde mir auch einmal passieren.

Wenn man den Inhalt dieses Buches versucht wiederzugeben, hört sich die Geschichte absolut kitschig an. Aber das ist sie überhaupt nicht, denn Julia Fischer hat ein unglaubliches Gespür für Sprache. Wie sie ihre Menschen und die Stadt Florenz beschreibt, ist einfach nur wunderschön. Man merkt dem Buch an, dass die Autorin sich in ganz vielen Bereichen richtig kündig gemacht hat. Leserinnen, die ein Faible für Naturkosmetik und der Heilkraft von Pflanzen haben, werden begeistert sein. Denn sie erfahren ganz viel zu diesem Thema, ohne dass es langweilig ist. Menschen, die Florenz lieben, werden die Stadt danach noch einmal mit anderen Augen sehen und sofort wieder dahin reisen wollen. Ich selbst war im Mai 2015 dort. Und jetzt würde ich so gerne noch einmal auf den Spuren des Romans dort wandeln, und natürlich die Officina Profumo di Santa Maria Novella besuchen, die mir gar nicht bekannt war. Dieser Roman ist einer, der glücklich macht. Es gibt Autorinnen, die können ihre Geschichten so wunderschön erzählen, dass sie sich wie moderne Märchen lesen. Dazu gehört eine schöne Geschichte, eine wunderbare poetische Sprache und die Gabe, in die Seele der Menschen hineinschauen zu können. Für mich sind dies bisher die Autorinnen Nina George und Fiona Blum gewesen. Jetzt ist noch Julia Fischer hinzugekommen. Und ich werde sicherlich in absehbarer Zeit auch ihren ersten Roman „“Sehnsucht auf blauem Papier“ lesen.

Manchmal kann man Glück kaufen!

Die Galerie der Düfte
von Julia Fischer
(5)
eBook
12,99

Endlich weiß ich warum ich esse, wie ich esse

Eine Kundin / Ein Kunde , am 23.05.2017

Dieses kleine Büchlein von Laura Milojevic hat mir die Augen geöffnet. Schon lange kämpfe ich damit, dass ich immer wieder Ess-Attacken habe. Dann muss es fett und/oder süß sein. Meine Gedanken kreisen nur noch darum. Habe ich der Attacke nachgegeben, verfolgt mich ein schlechtes Gewissen. Diäten halte ich leider nicht durch und meine Figur ist dementsprechend mal dünner, meistens aber dicker. Nach der Lektüre des Buches habe ich endlich die Mechanismen hinter meinen Ess-Attacken erkannt. Die Autorin erklärt sehr gut, wie es zu solchen Attacken kommt und zeigt Lösungswege auf, wie diese zukünftig in den Griff zu bekommen sein sollten. Ich bin sehr optimistisch, dass ich zukünftig besser darauf reagieren kann und nicht mehr so häufig zu dieser Ersatzbefriedigung greifen muss.

Achtsam essen und genießen
von Laura Milojevic
(1)
Buch (Taschenbuch)
7,99

Einfach ankommen

Eine Kundin / Ein Kunde , am 21.05.2017

Ich liebe ja das Meer. Und da ganz speziell die Nord- und die Ostsee. Da hat mich natürlich ein Titel wie „Meerhimmelblau“ und dann auch noch ein Untertitel wie „Ostseeroman“ gleich angesprochen. Die Autorin Clara Weißberg kannte ich bisher nicht, obwohl dies bereits ihr zweiter Roman ist. Ihr anderer Roman „Toskanafrühling“ ist vor einem Jahr erschienen und von den Leserinnen offensichtlich gut angenommen worden.

Zu dem Inhalt muss ich Ihnen ja gar nichts sagen. Da verrät der Klappentext eigentlich schon zu viel. Aber trotzdem ist es ja grad das Spannende, wie es zu dem Ende kommt. Und da kann ich bei diesem Buch sagen, dass in der Geschichte weit mehr steckt, als ich nach den ersten Seiten vermutet habe. Das Buch entwickelt sich ungemein. Mir hat die Lektüre sehr viel Spaß gemacht und einmal mehr die Sehnsucht nach dem Meer geweckt.

Doch halt – eigentlich ist es gar kein Ostseeroman! Denn die Geschichte spielt an der Schlei. Und die Schlei ist ein Meeresarm der Ostsee. Ob es eine Förde oder ein Fjord oder etwas anderes ist, darüber streiten die Gelehrten. Und hierhin verschlägt es die Darmstädter Bibliothekarin Liane. Die Auszeit war nicht geplant. Aber erst einmal dort angekommen, gefällt es Liane in dem vom Ehemann so verschmähten Norden ausgesprochen gut. Diese Ruhe, diese Weite und der ganz eigene Menschenschlag. Die Handlung lebt nicht nur von Liane, die sich mit Ende 40 und 3 x 7 Ehejahren plötzlich klar werden muss, wie ihre Zukunft aussehen soll. Sondern die anderen Personen machen diesen Roman so besonders liebenswert. Der Pastor Jan, der geschieden ist und mit seiner ehemaligen Frau Anna darum kämpft, bei wem die neunjährige Marie zukünftig leben soll. Imke, die Schwester von dem Restaurator Fabian, und Oke, die zusammen eine Lebens- und Künstlergemeinschaft verbindet. Der Bäcker Asmussen und der Landwirt Jörgensen, die so ihre ganz eigenen Vorstellungen davon haben, wie sich die Region weiter entwickeln soll. Natürlich Fabian, der ja bereits im Klappentext vorgestellt wurde. Und ganz besonders Marie, die für ihre neun Jahre bereits eine sehr ausgeprägte Persönlichkeit ist, die ganz genau weiß, was für sie und die anderen Menschen eigentlich logisch richtig wäre – eine ausgesprochen liebenswerte, neunmalklug Nervensäge, die die ganze Geschichte wunderbar verbindet.

Ein schöner Sommerroman, der Lust auf die Region Naturpark Schlei macht. Und der zeigt, dass eine erzwungene Auszeit einem manchmal die Augen für die eigenen Wünsche öffnet.

Meerhimmelblau
von Clara Weissberg
(2)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Wunderschönes Fünen - unbekanntes Dänemark

Eine Kundin / Ein Kunde , am 17.05.2017

Sylvia Lott muss ich Ihnen ja nun nicht mehr vorstellen. Immer wenn sie einen neuen Roman herausbringt, muss ich ihn ganz schnell lesen. Und da sie mich bisher noch nie enttäuscht hat, bekommen Sie dann natürlich auch regelmäßig eine Besprechung zu den aktuellen Büchern von mir. Bei diesem Buch muss ich allerdings vorab eine Warnung aussprechen:

ACHTUNG. Dieses Buch erweckt den Wunsch sofort nach Fünen zu reisen!

Dieses Mal muss ich Ihnen so gar nichts zum Inhalt erzählen, denn der Klappentext trifft tatsächlich zu und führt einen nicht in die Irre. Und auch wenn das Cover ein wenig kitschig erscheint, passt es trotzdem gut zum Buch. Obwohl – damit will ich natürlich nicht sagen, dass das Buch kitschig sei. Das ist es nämlich überhaupt nicht!

Wie meistens in ihren Romanen gibt es auch dieses Mal bei Sylvia Lott wieder eine Rahmenhandlung in der Gegenwart, während die eigentliche Geschichte in der Zeit von 1938 bis kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs spielt. Und dieses Mal habe ich einen gewissen Sinn in der Rahmenhandlung gesehen. Durch sie kann die Autorin die Geschichte immer dann kurz zusammenfassen oder bestimmte Richtungswechsel vornehmen, ohne zu ausführlich zu werden.

Für mich ist „Die Fliederinsel“ das beste Buch, welches ich bisher von Sylvia Lott gelesen habe. Sie hat eine ausgesprochen spannende Geschichte zu erzählen. Und dabei hat sie mehrere Themen aufgegriffen, die aus einem einfachen Unterhaltungsroman für mich einen guten Unterhaltungsroman mit Anspruch gemacht haben. Ihre Geschichte um das jüdische Ehepaar Ruth und Jakob Liebermann entführt uns nach Dänemark auf die Insel Fünen. Ich wusste bis dato nicht, dass Dänemark eine ganz eigene Position während der Besetzung durch die Deutschen im 3. Reich genossen hat. Und diese Position, die von den Dänen vehement verteidigt wurde, hat mit Sicherheit vielen Menschen das Leben gerettet. Neben ihren fiktiven Hauptpersonen führt uns die Autorin auch in eine Gruppe von intellektuellen Emigranten, die sich regelmäßig bei der dänischen Autorin Karin Michaëlis getroffen haben. Wussten Sie z.B. dass die Flucht von Berthold Brecht über Dänemark verlief? Ein weiteres sehr interessantes Thema in diesem Roman ist, wie Eltern und Kinder aus dieser Zeit mit den Traumata umzugehen gelernt haben. Und wie diese Traumata noch bis in unsere Generation hineinreichen und Auswirkungen auch auf uns haben. Egal, ob die Elterngeneration Opfer oder Täter waren, haben es die Kinder dieser Zeit sehr schwer gehabt, ihre erlittenen seelischen Verletzungen zu verarbeiten, denn die Elterngeneration hat kaum bis gar nicht darüber erzählt, was ihnen widerfahren ist. Ein ausgesprochen interessantes Thema, welches Sabine Bode in ihren Sachbüchern („Die vergessene Generation“, „Nachkriegskinder“ und „Kriegsenkel„) sehr gut dargestellt hat. Es gibt noch ein 3. sehr spannendes Thema, welches ich hier aber nicht verraten will, denn dann verrate ich schon zu viel des Inhalts. Das Thema müssen sie einfach selbst entdecken.

Mich hat dieses Buch von Sylvia Lott begeistert. Ich habe mit der Familie Liebermann mitgelitten und mitgefiebert. Und ich habe Anregungen bekommen, mich in ein neues Thema einzulesen – Dänemark im 3. Reich. Ein Buch, welches die Autorin empfohlen hat, habe ich mir sofort gekauft. Ich weiß nur noch nicht, wann ich es schaffe, es zu lesen.

Die Fliederinsel
von Sylvia Lott
(2)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Sizilien ist nicht gleich Dolce Vita!

Eine Kundin / Ein Kunde , am 12.05.2017

Leser von gut gemachten Familiengeschichten, die nicht Nullachtfuffzehn sind, werden Stefanie Gerstenberger sicherlich schon kennen, denn „Das Sternenboot“ ist bereits der 5. Roman von ihr im Diana Verlag. Für mich ist es allerdings mein erster von ihr. Und ich war gespannt. Anhand des Klappentextes habe ich eine schöne, aber dramatische Familiengeschichte erwartet, in der zwei junge Liebende nicht zueinander kommen können, weil ihre Familien verfeindet sind. So etwas in der Art einer modernen Romeo und Julia Geschichte. So ist dieser Roman aber gar nicht!

Stefanie Gerstenberger erzählt die Geschichte von Nicola und Stella. Beide werden am selben Tag 1947 auf Sizilien in dem Ort Bellaforte geboren. Das ist aber auch schon ihre einzige Gemeinsamkeit. Nicola ist der heißgeliebte und sehnlichst erwartete Sohn von Flora und dem Maresciallo Tommaso. Ganz anders sieht es bei Stella aus. Wenn sie ein Junge geworden wäre, hätten sich sicherlich auch ihre Eltern – der verarmte Marchese und seine Frau Giuseppina, über ihre Geburt gefreut. Aber sie ist nur ein drittes Mädchen in der Familie. Und da ihre Geburt eine sehr schwierige war, würdigt ihre Mutter sie keines Blickes, sondern übergibt sie ihrer Schwester Assunta, die sich fortan liebevoll um sie kümmert. Doch das Schicksal meint es mit beiden Familien nicht gut. Und so erzählt die Autorin die Geschichte beider Familien parallel zueinander. Überschneidungen gibt es nicht, bis irgendwann Nicola in dem verwilderten Garten der Villa herumstromert und dort Stella entdeckt, die ihn von da an beschäftigt. Er verliebt sich in das Mädchen. Doch es dauert noch seine Zeit, bis auch Stella sich in ihn verliebt.

Diese Geschichte zweier Familien ist so ganz anders gewesen, als ich sie mir vorgestellt habe. Sie ist viel besser und anspruchsvoller! Stefanie Gerstenberger erzählt eigentlich nicht die Geschichte einer großen Liebe, sondern zwei Familiengeschichten, die erst sehr spät durch die Liebe von Nicola und Stella zusammengeführt werden. Fasziniert hat mich, wie unterschiedlich Sizilien doch im Entwicklungsstand von Deutschland war. Die Menschen dort leben in ziemlich ärmlichen Verhältnissen. Teilweise in Wohnungen, die nur aus einem Raum bestehen. Es gibt noch nicht überall Elektrizität. Und Autos sind noch etwas ganz besonderes. Und dann ist Sizilien natürlich auch der Teil Italiens, in dem eine ganz bestimmte Gruppe das Sagen hat. Und die sorgt dafür, dass vielen Menschen Leid geschieht. Auch wenn es eine ganz andere Geschichte ist, musste ich bei der Lektüre häufig an die Fernsehserie „Allein gegen die Mafia“ denken, die in Deutschland erstmals am 11. März 1984 ausgestrahlt wurde. Ich hatte beim Lesen die ganze Zeit eine Angst im Nacken gespürt, denn man wusste nie, ob und wann das Böse zuschlagen würde. Sizilien ist eben ein ganz schwieriges Pflaster. Und diese Geschichte zeigt das Leben der ganz normalen Menschen auf – und das ist kein Dolce Vita.

Doch nicht nur die Geschichte ist ungewöhnlich. Stefanie Gerstenberger versteht es auch sie zu erzählen. Sie wechselt häufig die Perspektiven. Mal erzählt sie aus der Sicht der „Mütter“ Flora und Assunta, dann ganz selten aus der Sicht von Giuseppina und meistens aus der Sicht von Nicolas und Stella. Und so wie sie die Perspektiven wechselt, wechselt sie auch die Art der Sprache. Und dadurch kann man sich in die unterschiedlichen Menschen viel besser hineinversetzen. Flora, die in der Commune arbeitet und immer noch hofft, dass ihrem Mann Gerechtigkeit wiederfahren wird. Assunta, die auf Grund einer körperlichen Behinderung, immer eine einfache Frau geblieben ist. Giuseppina, die nach dem Verlust ihres Sohnes in eine Depression verfällt. Nicola, der anscheinend vom Glück begünstigt ist. Und Stella, die zu einer jungen Frau wird, die etwas im Leben werden will.

Diese Geschichte ist übrigens noch nicht zu Ende. Am 22.05.2017 erscheint der 2. Band „Piniensommer“, der auch wieder viel Dramatik verspricht.

Einfach mal eine ganz andere Familiengeschichte – sehr gut gemacht. Dramatisch, traurig und doch auch irgendwie romantisch.

Das Sternenboot
von Stefanie Gerstenberger
(5)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Für Fans von „Bauer sucht Frau“

Eine Kundin / Ein Kunde , am 11.05.2017

Jetzt oute ich mich mal! Ich liebe es in solche Sendungen wie „Bauer sucht Frau“, „Zuhause im Glück“ und „Vermisst“. Und ganz häufig habe ich mir schon überlegt, was da wohl hinter den Kulissen abläuft. Denn so kann das Ganze doch nicht stimmen, oder? Und jetzt hat Jana Lukas zu einen von diesen Themen den passenden Roman für mich geschrieben. Und da ich die Autorin letztens in einem Vortrag zu ihrem anderen Beruf – Polizistin – erleben durfte, wusste ich, dass dieses Buch einfach nur witzig sein kann.

In diesem Roman geht es um die Fernsehserie „Landliebe“, die im Prinzip so etwas wie „Bauer sucht Frau“ ist. Allerdings sind die beiden Protagonisten nicht ganz freiwillig bei diesem Format dabei. Ellie, eine junge Köchin aus München, hat gerade ein massives Geldproblem und keinen Job, und Tom, der zusammen mit seinem Bruder Eric das Weingut auf dem Schwarzen Stein besitzt, benötigt ebenfalls das Geld, was ihm für dieses Format geboten wird. Und so müssen die beiden gegen ihren Willen vier Wochen gemeinsam ein Paar mimen, welches die große Liebe zueinander entdeckt. Und dabei wissen die Beiden nicht, dass keiner von ihnen die große Liebe sucht. Und somit ist schon einmal die Illusion Nr. 1 genommen! Die bekommen Geld dafür????

Es ist ein hinreißender Roman mit vielen Verwicklungen entstanden, bei dem die Liebe natürlich nicht zu kurz kommen darf. Denn wie steht es schon bei der Autoren-Vita so schön: „Es gibt nicht viele Garantien im Leben … aber in ihren Romanen ist zumindest ein Happy End garantiert. Immer!“ Ich habe es geliebt zu lesen, wie die arme Ellie sich verstellen musste. Dieser Kampf, das blöde Großstadtblondchen zu spielen, deren sehnlichster Wunsch ein eigenes Nagelstudio ist. Dann diese Blindheit von Tom, der wegen seiner letzten unglücklichen Liebe gar nicht mitbekommt, was da grad vor seinen eigenen Augen passiert. Einfach herrlich. Und dann diese Film-Crew um den Regisseur Holzmeier, die alles so ummodeln, dass es in das Sendeformat passt. Und das ganze natürlich an einem vollkommen idyllischen Flecken an der Mosel.

Wer also Lust hat und sich ein paar Illusionen nehmen zu lassen, der sollte diesen herrlich witzigen Liebesroman unbedingt lesen. Natürlich weiß ich nicht, ob es bei diesen Formaten tatsächlich so abläuft, aber vorstellen kann ich es mir schon. Denn sind wir doch mal ehrlich, es können doch nicht alle Bauern so einen schrecklichen Einrichtungsgeschmack haben, oder? ;-)

Landliebe
von Jana Lukas
(10)
Buch (Klappenbroschur)
9,99

Die Jagd nach dem Ring

Eine Kundin / Ein Kunde , am 05.05.2017

Auch Claudia Winter ist eine Autorin, auf die ich durch eine Lesung bei den DELIA Liebesromantagen 2017 aufmerksam geworden bin. Bis dato hatte ich noch nichts von ihr gelesen, obwohl ihr Anfang 2016 erschienenes Buch „Aprikosenküsse“ mir optisch bereits bekannt war. Die Lesung hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich das Buch unbedingt ganz schnell lesen musste. Und falls Sie mal die Gelegenheit haben, dass Claudia Winter in Ihrer Nähe liest, dann gehen Sie unbedingt dorthin. Die Autorin liest hervorragend.

Claudia Winter entführt uns nach Schottland, wo sich ihre Protagonistin Josefine auf eine abenteuerliche Jagd nach einem Ring begibt. Doch dies konnten Sie ja bereits im Klappentext nachlesen. Was dort nicht steht, ist, dass sie in Schottland nicht alleine unterwegs ist. Gleich in ihrer ersten Unterkunft warten ihre beiden Großtanten Bri und Li auf sie. Damit hatte Josefine nun gar nicht gerechnet. Was soll sie nur mit den beiden alten Damen machen. Ihre Großtanten sind beide schon in den Siebzigern und nicht ganz einfach. Sie sind unverheiratet und eigentlich unzertrennlich, auch wenn es nach außen hin nicht den Anschein macht. Denn die Zwillingsschwestern sind sehr unterschiedlich und kabbeln sich andauernd. Doch Josefine stellt schnell fest, dass sie die Hilfe der beiden alten Damen gut gebrauchen kann.

Dieser Roman ist eine herrlich lustige Liebesgeschichte, die gerade durch die beiden verrückten alten Damen richtig viel Spaß macht. Die Autorin hat ihre Figuren wunderbar gezeichnet. Josefine, die Anwältin, die ihr Leben immer im Griff haben will. Alles muss nach Plan laufen. Und so ist die ungeplante Reise nach Schottland grundsätzlich schon eine Katastrophe. Doch was sie nicht ahnt, ist, dass es sogar noch viel Schlimmer wird, als sie es sich vorgestellt hat. Li, die ältere der beiden Zwillingsschwestern, die eine herzensgute und etwas weltfremde Frau ist. Sie ist am Glücklichsten, wenn sie in einem Liebesroman eintauchen kann. Ganz anders als ihre Schwester Bri, die mit beiden Beinen fest im Leben steht und allen sagt, was sie zu tun haben. Und dann ist da natürlich noch Aidan, der Schotte, den Josefine gleich im Flieger kennenlernt. Ein Mann, der so gar nicht nach ihrem Geschmack ist und mit dem sie viel mehr zu tun hat, als ihr lieb ist.

Bei so einem Roman ahnt man natürlich schon beim Kauf, wie die Geschichte ausgehen wird. Es ist aber der Weg dorthin, der so einen Roman lesenswert macht. Und das ist Claudia Winter ausgesprochen gut gelungen. Ich habe mich herrlich amüsiert und freue mich auf weitere Bücher dieser Autorin. In die „Aprikosenküsse“ konnte ich dank einer Leseprobe am Ende des Romans schon einmal einen Blick hineinwerfen. Und auch das Buch beginnt schon sehr vielversprechend. Claudia Winter scheint ein Faible für etwas zwangsneurotische Frauen zu haben. Diese Frauen haben schon einen beschwerlichen Weg vor sich, bis sie endlich das erkennen, was alle anderen schon lange vor ihnen wissen.

Eine wunderbar leichte und lustige Liebesgeschichte, die einen nach Schottland entführt. Genau das richtige Buch, um einmal die graue Wirklichkeit zu vergessen und abzuschalten.

Glückssterne
von Claudia Winter
(24)
Buch (Klappenbroschur)
9,99

Vom Mut, das Glück wiederzufinden

Eine Kundin / Ein Kunde , am 04.05.2017

Dieser Roman hat mich gefunden. Wenn ich nicht am 27.04.2017 bei einer Lesung im Rahmen der DELIA-Liebesromantage in Barendorf bei Iserlohn gewesen wäre, hätte ich diesen als auch einen anderen ganz wunderbaren Roman verpasst!

Für die Autorin Katharina Herzog ist es ihr erster Roman. Allerdings ist Katharina Herzog trotzdem kein Neuling als Autorin, denn unter dem Namen Katrin Koppold hat sie bereits einige Romane veröffentlicht. Wie sie uns auf der Lesung erzählt hat, ist ihr dir Idee für diese Geschichte vor ca. 3 Jahren gekommen. Sie träumte von einer Jugendliebe, hörte das von Sarah Connor interpretierte Lied von Gregor Meyle „Keiner ist wie du“ und erfuhr eine berührende und tragische Geschichte im Bekanntenkreis.

Bei dem aktuellen Roman ist mir zuerst das Cover ins Auge gesprungen – dieses wunderschöne blassblaue Cover mit maritimen Motiven. Und das alles in zarter Aquarelloptik. Und dann der Klappentext, der diesmal wirklich das verspricht, was das Buch auch hinterher hält.

Es ist die Geschichte von Anna, 37, die als blutjunge Frau ihre Mutter verlassen und seitdem auch keinen Kontakt mehr zu ihr gehabt hat. Eigentlich ist sie von ihrem Leben enttäuscht. Ihr Mann hat sie betrogen, ihren Berufswunsch musste sie wegen der beiden Töchter ad acta legen, und nun versucht sie ihren Töchtern mit Hilfe des Geldes, was sie als Zimmermädchen in einem Münchner Hotel verdient, ein schönes Leben zu bieten. Sie selbst bleibt dabei allerdings auf der Strecke. Doch in diesem Sommer kommen drei Dinge zusammen, die sie innehalten lassen. Bei einem Friseurbesuch hat sie in einer Zeitschrift einen Artikel über Jan gefunden. Jan war ihre große Jugendliebe, den sie eigentlich nie wirklich vergessen hat. Ihre Töchter verbringen die Pfingstferien mit ihrem Vater Max. Außerdem hat sich gerade jetzt ihre Mutter per Brief bei ihr gemeldet. Ihr liegt anscheinend etwas auf dem Herzen, denn sie muss unbedingt mit Anna sprechen. Da bietet es sich doch an, dass sie nach einem kurzen Abstecher bei ihrer Mutter so ganz zufällig und spontan nach Amrum weitereist, wo Jan jetzt als Sozialarbeiter mit schwierigen Kindern und Jugendlichen arbeitet. Doch natürlich kommt alles ganz anders als sie es geplant hat. Statt alleine zu reisen, hat sie plötzlich die ganze Familie und einen jungen Anhalter mit an Bord des betagten VW-Busses.

Mir hat die Art gefallen, wie Katharina Herzog vorliest. Und mir hat die Art gefallen, wie sie schreibt. Bereits in dem Prolog ahnt man, warum Frieda, Annas Mutter mit ihr sprechen möchte. Und doch kommt die ganze Tragweite erst im Laufe des Romans wirklich zutage. Jedes Kapitel trägt als Überschrift den Namen einer der Protagonisten. Wobei dies Anna, ihre 14jährige Tochter Sophie und eben Frieda sind. Jede dieser drei Frauen, aber auch die kleine Tochter Nelly, die 8 Jahre alt ist, haben ihre eigenen Wünsche und Probleme, die sie leider nicht miteinander besprechen. Erst im Laufe des Romans kommen sie ans Licht. Und es bilden sich dann ganz unerwartete Allianzen. Ganz geschickt packt Katharina Herzog die Geschichte, was damals passiert ist, in den Part, den Frieda erzählt.

Es ist ein ausgesprochen warmherziger Roman, der einige schwierige Themen anspricht. Die Themen möchte ich hier jetzt aber nicht verraten, denn Sie sollen das Buch ja schließlich noch lesen. Ich finde es mutig, dass die Autorin es gewagt hat, sie in einen Unterhaltungsroman unterzubringen, aber ich finde, dass es ihr sehr gut gelungen ist. Und ich freue mich schon sehr darauf, weitere Bücher von ihr zu lesen.

Ein einfach schöner Roman, der zeigt, dass man auch einmal ungewohnte Wege beschreiten muss.

Immer wieder im Sommer
von Katharina Herzog
(11)
Buch (Broschur)
12,99

Neues Leben in der Rue d‘Estelle

Eine Kundin / Ein Kunde , am 03.05.2017

Im Herbst des letzten Jahres habe ich Ihnen meine Überraschungsentdeckung Fiona Blum vorgestellt. Sie hatte im April 2016 den DELIA Literaturpreis für den besten deutschsprachigen Liebesroman des Vorjahres gewonnen. Das Buch hatte zwar ein sehr gewöhnungsbedürftiges Cover, war aber inhaltlich einfach nur wunderschön und poetisch. Dementsprechend war ich natürlich sehr neugierig, wie denn nun ihr neuer Roman ist. Immerhin finde ich dieses Mal sowohl das Cover als auch den Klappentext gelungen.

Zum Inhalt muss ich gar nicht viel erzählen, da sie ja sicherlich schon den Klappentext gelesen haben. Louise, die junge Frau, die der Straße Rue d’Estelle und ihren Bewohnern neues Leben einhaucht, ist eine junge Engländerin, die gerne immer wieder etwas Neues anfängt, sich vom Leben treiben lässt. Ihre Mutter ist Französin. Und so wundert es Louise auch nicht, dass sie von ihrer Tante eine kleine Wohnung in Paris erbt. Was Louise zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht weiß, ist, dass zu der Wohnung auch ein kleiner Laden gehört, der früher erst eine Bäckerei, dann eine Patisserie war. Nun steht er allerdings leer. Nachdem Paulette Petit, eine ältere Dame und beste Freundin ihrer verstorbenen Tante Isabelle, Louise diesen Laden gezeigt hat, entsteht in Louise der Wunsch, daraus ein entzückendes kleines Café zu machen. Allerdings gibt es hierbei eine Schwierigkeit. Louise hat weder Ahnung vom Geschäft, noch kann sie wirklich backen. Aber durch ihren Enthusiasmus und mit der Hilfe von Paulette versucht sie ihren Plan in die Tat umzusetzen.

Wie auch schon in „Liebe auf drei Pfoten“ erzählt Fiona Blum ein wunderbares Märchen, in dem man sich verlieben und verlieren kann. Ihre Hauptpersonen als auch Nebencharaktere sind einfach nur liebenswert und charmant. Sei es der junge Straßenclown Nicolas, der endlich mit seiner Vergangenheit ins Reine kommen muss, sei es der alte russische Jude, der seit dem Tod seiner geliebten Frau keinen Sinn mehr im Leben sieht, sei es die junge Tänzerin Camille, die davon träumt endlich als Primaballerina zu tanzen, sei es Paulette, die ihren ganz eigenen Plan hat. Und dann sind da noch die beiden ehemaligen Kollegen von Nicolas, Marcello und Silvain, mit denen er im Zirkus herumgezogen ist, bis er in Paris seßhaft geworden ist.

Ich habe dieses Buch verschlungen. Es ist einfach nur schön. Ein modernes Märchen, das mich so manches Mal hat innehalten lassen. Die klugen Gedanken der Autorin haben mich zum Nachdenken angeregt. Ich habe es einfach genossen, mich in dieser Geschichte zu verlieren. Und Paris ist der richtige Ort, nur dort konnte diese Geschichte stattfinden. Nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, musste ich endlich meinen 1. Macaron essen.

Ich hoffe sehr, dass dieses Buch einmal verfilmt wird. Die Geschichte ist auf jeden Fall etwas für die Freunde von den Büchern von Nicolas Barreau oder Fans des Films „Die fabelhafte Welt der Amélie“.

Frühling in Paris
von Fiona Blum
(6)
Buch (gebundene Ausgabe)
15,00

Eine Familie und ihr Traum von einem Kaufhaus

Eine Kundin / Ein Kunde , am 27.04.2017

Heidi Rehn ist ja inzwischen eine bekannte Größe für gut geschriebene historische Romane. Seit 2014 spielen ihre Romane zumeist Anfang des 20. Jahrhunderts. Und so ist es auch bei ihrem neuen Roman „Das Haus der schönen Dinge“, der allerdings bereits 1897 beginnt.

Heidi Rehn erzählt die Geschichte der Familie Hirschvogl, die einen Traum hat. Sie möchte in München ein Warenhaus aufbauen, das den schon eingeführten Häusern in Paris und London in nichts nachsteht. Als 25jähriger, der als Tuchhändlersohn seine Lehre in Berlin absolviert und danach einige Zeit in Paris und London verbracht hat, führt Jacob Hirschvogl 1880 die ersten Verhandlungen mit einem Vermieter eines Ladenlokals in München am Rindermarkt. Dies ist nachzulesen in der kostenlosen Prequel (978-3-426-5050-5), die Sie allerdings nur als e-book herunterladen können. Der eigentliche Roman beginnt erst 1897. Da wird nämlich das Kaufhaus Hirschvogl prunkvoll wiedereröffnet. Inzwischen ist Jacob mit Thea verheiratet und Vater dreier Kinder, und er ist Hoflieferant. Zur Wiederöffnung kommt sogar der Prinzregent. Als Leser können wir der wechselhaften Geschichte der Familie Hirschvogl bis zum Epilog ins Jahr 1952 folgen.

Es ist ein ausgesprochen spannender Roman und ein gelungenes Zeitporträt. Wir folgen der Familie von der Kaiserzeit, über die Weimarer Republik und das 3. Reich bis in die goldenen Fünfziger Jahre. Brisant wird die Geschichte dadurch, dass die Familie Hirschvogl Juden sind. Jacob selbst sieht sich zwar als Ur-Münchner, denn immerhin ist seine Generation bereits die 4. in München geborene Generation, und das ist mehr als manch katholischer Münchner von sich sagen kann. Aber Juden wurden nicht erst im 3. Reich verfolgt. Und so wie heute das Internet dafür verantwortlich gemacht wird, dass so viele kleinere Händler ihre Geschäfte schließen müssen, so wurden damals die Kaufhäuser, die zumeist in jüdischer Hand waren, dafür verantwortlich gemacht. Es ist also nicht alles nur schön, was der Familie Hirschvogl passiert. Trotzdem versuchen sie immer wieder das 1. Haus am Platz zu bleiben. Besonders die Frauen der Familie haben ein Händchen dafür, dass das Hirschvogl sich von den Konkurrenten abhebt. Dies vererbt sich von Thea auf ihre Tochter Lily und auf deren Tochter Edna.

Neben der Familie Hirschvogl gibt es noch eine weitere Familie, die eine sehr wichtige Rolle in dem Roman spielt. Dies ist die Familie um den Bierbrauer Alois Rossbach, seiner Frau Laetitia, seiner Tochter Cäcilie und dem Enkel Paul. Jacob und Alois sind schon seit Ewigkeiten die besten Freunde. Und seine Frau ist ein absoluter Fan von dem Kaufhaus, als auch von der Eleganz Theas. Sie wird eine enge Freundin von ihr, genauso wie die beiden Töchter Lily und Cäcilie beste Freundinnen werden. Doch wird diese Freundschaft der beiden sehr unterschiedlichen Männer die schwierigen Zeiten überdauern? Welche Rolle wird die Familie Rossbach in der Zeit des 3. Reichs spielen?

Für mich ist dies der bisher beste Roman von Heidi Rehn. Ich finde, sie hat der Stadt München und seinen Kaufhäusern ein Denkmal gesetzt, allerdings ein Denkmal, welches viele Risse aufzeigt. Antisemitismus erschreckt mich jedes Mal wieder mit seiner schrecklichen Fratze. Und es ist für mich noch erschreckender, wie schnell Menschen ihre Einstellungen ändern und ihr Fähnchen nach dem grad vorherrschenden Wind ausrichten. Heidi Rehn reißt dies in ihrem Roman an, so dass diejenigen, die geschichtlich nicht ganz unbeleckt sind, das Grauen dahinter deutlich spüren können. Allerdings ist dies ein Unterhaltungsroman, wenn auch auf einem gehobenen Niveau. Und so geht die Autorin nicht bis ins schrecklichste Detail. Abgerundet wird das Buch durch ein umfangreiches Glossar, welches sowohl vielleicht unklare Begriffe erläutert, als auch aufzeigt, welche Personen fiktiv und welche real sind. Besonders charmant fand ich, dass ich wieder Hauptpersonen aus früheren Romanen in Nebenrollen entdecken konnte. Und eine ganz entzückende Idee finde ich, dass Heidi Rehn eine Person aus einem Roman ihrer Freundin Tanja Weber „Die Frauen meiner Familie“ (ebenfalls Knaur, 978-3-426-30461-7) in einer kleinen Rolle integriert hat. Und ich hab noch überlegt, woher ich den Namen des Malers kannte!

Großartige Unterhaltung mit Niveau. Ich warte auf eine Verfilmung als Mehrteiler im ZDF.

Das Haus der schönen Dinge
von Heidi Rehn
(35)
Buch (Taschenbuch)
9,99

 
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