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Eine Kundin / Ein Kunde Top 10 Bewerter

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Nina George, Marian Keyes, Rebecca Gablé, Judith Lennox, Edward Rutherfurd, Melissa Hill
Das beste Buch aller Zeiten:
Nina George, Das Lavendelzimmer

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Jetzt gehen die Abenteuer los

Eine Kundin / Ein Kunde , am 28.08.2015

In diesem Frühjahr habe ich Ihnen an dieser Stelle den ersten Band von Gabriella Engelmanns zauberhafter Kindergeschichte „Jolanda Ahoi! – Großer Zeh ins kalte Wasser“ vorgestellt. Und jetzt ist schon der zweite Band erschienen und der dritte in Arbeit.

Im ersten Band kam Jolanda mit ihrer Mutter, ihrem großen Bruder Max und ihrer kleinen Schwester Leni nach Hamburg, wo auch ihre Oma Omalona mit ihrem Hund Lucy wohnt. Sie musste die Trennung von ihrem Vater, der eine neue Freundin hat, verkraften. Inzwischen hat sich Jolanda eingelebt. Sie hat zwei tolle Freundinnen in ihrer Klasse gefunden. Und auch sind nicht alle Jungs doof. Der zwei Jahre ältere Nachbarsjunge Julian, der ebenfalls auf einen Hausboot lebt, gefällt ihr schon mal sehr gut. Die Familie hat das marode Hausboot inzwischen wunderbar wohnlich hergerichtet. Und so können jetzt die Abenteuer beginnen. Und die Abenteuer für Jolanda sind die Waschbären! Bereits in dem ersten Band kam des Nachts ein überraschender Besuch an Bord. Erst dachte Jolanda, es sei ein Einbrecher, doch dann entpuppte der vermeintliche Einbrecher sich als niedlicher Waschbär mit Klappohr und roter Schwanzspitze, den Jolanda auf den Namen Gängsta tauft. Nun möchte sie gerne feststellen, wo Gängsta wohnt. Doch das ist noch nicht das ganze Abenteuer. Jolanda liest eines Tages in der Zeitung, dass Waschbären in Hamburg eine Plage sind. 5 sind bereits eingefangen worden. Und wenn der Stadt Hamburg keine andere Lösung einfällt, sollen sie getötet werden. Nun hat Jolanda natürlich Angst um Gängsta. Was können sie und ihre Freundin für die Waschbären tun? Sie brüten einen Plan aus, der nicht ganz ungefährlich ist, denn die Erwachsenen haben eine ganz andere Meinung zu dem Thema.

Mir als Erwachsene war der erste Band ja ein wenig zu wenig abenteuerlich, aber das hat sich im zweiten Band geändert. Im ersten Band wurden die Protagonisten vorgestellt, aber jetzt geht es richtig los! Das Buch ist wieder total niedlich und kindgerecht geschrieben. Es gibt Abenteuer, die für Kinder sicherlich spannend sind, bei denen die Eltern aber keine Angst haben müssen, dass ihre Kinder sie nachmachen und dadurch etwas total Blödes aushecken. Ich befürchte nur, dass die Eltern in Erklärungsnot kommen, warum sie nicht auch auf so einem tollen Hausboot wohnen.

Die Kapitel sind wieder schön kurz, die Überschriften verraten schon ein wenig, worum es geht, und unterstützt werden die Geschichten wieder durch die entzückenden Illustrationen von Antje David. Obwohl ich keine Kinder habe, könnte ich mir diese Geschichten gut für Kinder an sechs Jahren bis maximal zehn Jahren vorstellen. Und sie können auch wunderbar vorgelesen werden, da jedes Kapitel in sich abgeschlossen ist.

Jolanda ahoi! Waschbär über Bord - Band 2

Jolanda ahoi! Waschbär über Bord - Band 2

von Gabriella Engel…

12,95

Ein wunderbarer Rückblick zurück auf die Jahre 1945 – 2015

Eine Kundin / Ein Kunde , am 27.08.2015

Wahrscheinlich kennen Sie die Autorin Lilli Beck bereits aus einem ganz anderen Umfeld, ohne dass es Ihnen bewusst war. Lilli Beck war nämlich ein sehr bekanntes Fotomodell und hat u.a. das Cover von Marius Müller-Westernhagens LP „Mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz“ geschmückt. Autorin ist jetzt schon ihr dritter erfolgreicher Beruf! Am Markt ist sie bisher schon sehr erfolgreich mit humorvollen Büchern, die sich mit dem Thema Alter auseinandersetzen. Von diesen Büchern hab ich Ihnen bereits „Geld oder Liebe“ vorgestellt. Und mit ihrem neuen Roman hat die Autorin dieses Mal das Genre gewechselt. Sie hat einen wunderbaren Frauen-Freundschafts-Roman geschrieben, der gleichzeitig ein Rückblick auf die Jahre 1945 bis heute ist.

Lilli Beck erzählt die Geschichte der beiden Mädchen Marion und Hannelore, die beide am 07. Mai 1945 in München in der Frauenklinik in der Maistraße geboren wurden. Normalerweise hätten sie sich nie kennengelernt, denn Marions Mutter Elsa ist eine Frau, die gerade alles verloren hatte und deren Mann noch im Feld stand. Sie hatte aus der Not heraus die Möglichkeit genutzt als Hausschwangere zu entbinden. Doch als es endlich soweit ist, will sie nicht als Anschauungsobjekt für Medizinstudenten und Hebammenlehrlinge dienen. Sie flieht und verirrt sich in einem Zimmer der Privatstation. Und dort liegt Hilde Lemberg, Ehefrau eines Schuhfabrikanten, die ebenfalls ihr Kind erwartet. Beide Frauen kommen an demselben Tag nieder. Und als Hilde Lemberg die Klinik verlässt, lädt sie Elsa ein, sie in ihrem Haus zu besuchen. Da Elsa keine andere Möglichkeit sieht, macht sie sich nach ihrer Entlassung tatsächlich durch das zerbombte München auf den Weg zur Herthastraße in der Nähe des Schlossparks. Und dort erwartet sie eine wunderbare Villa, die unversehrt geblieben ist. Die Lembergs bieten der jungen Frau ihre Hilfe an. Sie darf mit ihrer Tochter im Haus kostenfrei wohnen. Dafür hilft sie Hilde mit dem Kind und macht den Haushalt. Diese eigentlich ideale Situation ändert sich erst, als Elsas Ehemann aus der Gefangenschaft zurückkehrt. Die beiden Mädchen, die wie Schwestern aufwachsen, werden zum ersten Mal getrennt. Doch ihre Freundschaft bleibt bestehen. Und doch entwickeln sich die Mädchen unterschiedlich weiter. Hannelore, die sich später selbst Lore nennt, kommt auf das Gymnasium und will später Jura studieren. Ihr schwebt die klassische Rolle als Ehefrau und Mutter vor. Marion, die sich als Erwachsene später Moon nennt, hat es als Arbeiterkind wesentlich schwerer. Sie beginnt eine Lehre als Friseurin, die sie allerdings abbricht. Per Zufall wird sie auf Grund ihrer Schönheit als Fotomodell entdeckt. Sie schlägt den unkonventionellen Weg ein. Und so langsam verlieren sich die beiden Mädchen aus den Augen, doch sie behalten lange Kontakt bis es zu einem großen Knall kommt.

Die Rahmenhandlung spielt nur an einem einzigen Tag – dem 07. Mai 2015. Moon zieht zurück in eine Altbauwohnung nach München. Sie erwartet Lore, um gemeinsam den 70. Geburtstag zu feiern. Und während sie auf Lore wartet, packt sie Umzugskisten aus und erinnert sich zurück. Dann kommen die Rückblenden als eigentliche Geschichte.

Lilli Beck hat einen wirklich tollen Roman geschrieben, den ich dieses Mal den gehobenen Unterhaltungsromanen zuordnen würde. Sie selbst ist zwar ein wenig jünger als ihre beiden Protagonisten. Aber wenn man im Moment die Berichtserstattungen in Bild, Funk und Schrift verfolgt, erkennt man, dass die Autorin durchaus einiges aus ihrem eigenen Leben mit hineingebaut hat. Aber das wirklich tolle an diesem Buch ist diese Zeitreise durch die Zeit. Sie hat über diese Zeit recherchiert, die sie selbst noch nicht erlebt hat, bzw. wo sie selbst noch zu klein war. Und so bekommen wir einen wirklich intensiven Eindruck über diese Zeit und die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschlands. Wir erkennen, wie lange es gebraucht hat bis alle Menschen wieder eigenen Wohnraum hatten, wie schwierig es in dieser Zeit für Arbeiterkinder war und wie sich in den sechziger Jahren die Gesellschaft geteilt hat.

Mir hat dieses Buch einen tollen Einblick in die Zeit meiner Eltern gegeben, auch wenn meine Eltern ein wenig älter sind als diese Protagonisten. Ich kann dieses Buch wirklich sehr empfehlen, denn es ist einfach eine tolle Freundschaftsgeschichte und ein Einblick in eine Zeit, die wahrscheinlich nur wenige von uns erlebt haben, aber alle haben wir doch Verwandte, die in dieser Zeit gelebt haben.

Glück und Glas

Glück und Glas

von Lilli Beck

19,99

Der Leidensweg von William und Liu Song

Eine Kundin / Ein Kunde , am 27.08.2015

Vor einiger Zeit hatte ich Ihnen das erste Buch des amerikanischen Autors Jamie Ford „Keiko“ vorgestellt. Nun ist auch sein zweiter Roman „Die chinesische Sängerin“ als Taschenbuch erhältlich. Doch bevor ich auf das neue Buch eingehe, möchte ich Ihnen erst einmal ein paar kurze Informationen zu dem Autor geben. Jamie Ford wurde 1968 in Kalifornien geboren. Seine Familie väterlicherseits stammt ursprünglich aus China, die seiner Mutter aus Europa. Er ist bereits vielfach mit der Familie umgezogen, bevor er mit in Montana sesshaft wurde. Er hat einen Abschluss von dem Art Institute of Seattle in Design. „Die chinesische Sängerin“ ist erst sein zweiter Roman. Beide sind in den USA Bestseller.

Jamie Ford erzählt in seinem neuen Roman wieder eine Geschichte, in der zwei Menschen auseinandergerissen werden. Dieses Mal ist es die Geschichte des Jungen William Eng und seiner Mutter Liu Song. Die Geschichte beginnt 1934 im Waisenhaus Sacred Heart in Seattle, wo der chinesisch-amerikanische William seit fünf Jahren lebt. Seine Mutter Liu Song hat, seit er sich erinnern kann, allein für ihn gesorgt. Doch als er sieben Jahre alt war, hat er sie leblos in der Badewanne gefunden. Er kam ins Waisenhaus, und dort hat man ihm erzählt, dass seine Mutter im Krankenhaus gestorben sei. Als er eines Tages ein Plakat mit der berühmten Sängerin Willow Frost entdeckt, meint er, dass sie seiner Mutter unwahrscheinlich ähnlich sieht. Und so will er diese Frau mit aller Gewalt kennenlernen. Dann wechselt die Geschichte zurück in das Jahr 1921. Dies ist das Jahr, in dem die junge Liu Song endgültig erwachsen werden muss. Ihre Mutter stirbt und ihr Stiefvater behandelt sie im wahrsten Sinne des Wortes stiefväterlich. Wird William Willow Frost kennenlernen? Und ist sie wirklich seine tot geglaubte Mutter oder ist dies nur Wunschdenken des Jungen?

Dies ist ein wunderbarer Roman, der sehr interessant die Geschichte der chinesischen Einwanderer in die USA beschreibt. Liu Song und William sind zwar amerikanische Staatsbürger, werden aber nicht als solche wahrgenommen. Sie leben zusammen in der sogenannten Chinatown und dort bewahren die Bewohner vielfach auch ihre mitgebrachten Traditionen. Dass sie Amerikaner 2. Klasse sind, zeigt sich ganz deutlich als Liu Song ihren Sohn bekommt und nicht verraten will, wer der Vater ist. Sie hat Glück, dass ihr das Kind nicht weggenommen wird. Dies aber auch nur, weil niemand ein chinesisches Kind adoptieren würde. Und im Waisenheim fühlt sich William am meisten zu anderen Außenseitern hingezogen. Er hat einen indianischen Freund, Sunny und eine blinde Freundin, Charlotte. Charlotte spielt in diesem Roman eine ganz wichtige Rolle.

Jamie Ford beschreibt zum einen eine tragische Familiengeschichte aus der Welt der chinesischen Amerikaner, aber er beschreibt auch die Zeit der großen Depression und die Zeit, als die Filmindustrie erst am Entstehen war und sich nicht nur auf Hollywood beschränkte.

Ein wunderbar bildgewaltiger und farbenprächtiger Roman für Leserinnen und Leser von Amy Tan und Lisa See.

Die chinesische Sängerin

Die chinesische Sängerin

von Jamie Ford

9,99

Ein wunderbarer Rückblick zurück auf die Jahre 1945 – 2015

Eine Kundin / Ein Kunde , am 27.08.2015

Wahrscheinlich kennen Sie die Autorin Lilli Beck bereits aus einem ganz anderen Umfeld, ohne dass es Ihnen bewusst war. Lilli Beck war nämlich ein sehr bekanntes Fotomodell und hat u.a. das Cover von Marius Müller-Westernhagens LP „Mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz“ geschmückt. Autorin ist jetzt schon ihr dritter erfolgreicher Beruf! Am Markt ist sie bisher schon sehr erfolgreich mit humorvollen Büchern, die sich mit dem Thema Alter auseinandersetzen. Von diesen Büchern hab ich Ihnen bereits „Geld oder Liebe“ vorgestellt. Und mit ihrem neuen Roman hat die Autorin dieses Mal das Genre gewechselt. Sie hat einen wunderbaren Frauen-Freundschafts-Roman geschrieben, der gleichzeitig ein Rückblick auf die Jahre 1945 bis heute ist.

Lilli Beck erzählt die Geschichte der beiden Mädchen Marion und Hannelore, die beide am 07. Mai 1945 in München in der Frauenklinik in der Maistraße geboren wurden. Normalerweise hätten sie sich nie kennengelernt, denn Marions Mutter Elsa ist eine Frau, die gerade alles verloren hatte und deren Mann noch im Feld stand. Sie hatte aus der Not heraus die Möglichkeit genutzt als Hausschwangere zu entbinden. Doch als es endlich soweit ist, will sie nicht als Anschauungsobjekt für Medizinstudenten und Hebammenlehrlinge dienen. Sie flieht und verirrt sich in einem Zimmer der Privatstation. Und dort liegt Hilde Lemberg, Ehefrau eines Schuhfabrikanten, die ebenfalls ihr Kind erwartet. Beide Frauen kommen an demselben Tag nieder. Und als Hilde Lemberg die Klinik verlässt, lädt sie Elsa ein, sie in ihrem Haus zu besuchen. Da Elsa keine andere Möglichkeit sieht, macht sie sich nach ihrer Entlassung tatsächlich durch das zerbombte München auf den Weg zur Herthastraße in der Nähe des Schlossparks. Und dort erwartet sie eine wunderbare Villa, die unversehrt geblieben ist. Die Lembergs bieten der jungen Frau ihre Hilfe an. Sie darf mit ihrer Tochter im Haus kostenfrei wohnen. Dafür hilft sie Hilde mit dem Kind und macht den Haushalt. Diese eigentlich ideale Situation ändert sich erst, als Elsas Ehemann aus der Gefangenschaft zurückkehrt. Die beiden Mädchen, die wie Schwestern aufwachsen, werden zum ersten Mal getrennt. Doch ihre Freundschaft bleibt bestehen. Und doch entwickeln sich die Mädchen unterschiedlich weiter. Hannelore, die sich später selbst Lore nennt, kommt auf das Gymnasium und will später Jura studieren. Ihr schwebt die klassische Rolle als Ehefrau und Mutter vor. Marion, die sich als Erwachsene später Moon nennt, hat es als Arbeiterkind wesentlich schwerer. Sie beginnt eine Lehre als Friseurin, die sie allerdings abbricht. Per Zufall wird sie auf Grund ihrer Schönheit als Fotomodell entdeckt. Sie schlägt den unkonventionellen Weg ein. Und so langsam verlieren sich die beiden Mädchen aus den Augen, doch sie behalten lange Kontakt bis es zu einem großen Knall kommt.

Die Rahmenhandlung spielt nur an einem einzigen Tag – dem 07. Mai 2015. Moon zieht zurück in eine Altbauwohnung nach München. Sie erwartet Lore, um gemeinsam den 70. Geburtstag zu feiern. Und während sie auf Lore wartet, packt sie Umzugskisten aus und erinnert sich zurück. Dann kommen die Rückblenden als eigentliche Geschichte.

Lilli Beck hat einen wirklich tollen Roman geschrieben, den ich dieses Mal den gehobenen Unterhaltungsromanen zuordnen würde. Sie selbst ist zwar ein wenig jünger als ihre beiden Protagonisten. Aber wenn man im Moment die Berichtserstattungen in Bild, Funk und Schrift verfolgt, erkennt man, dass die Autorin durchaus einiges aus ihrem eigenen Leben mit hineingebaut hat. Aber das wirklich tolle an diesem Buch ist diese Zeitreise durch die Zeit. Sie hat über diese Zeit recherchiert, die sie selbst noch nicht erlebt hat, bzw. wo sie selbst noch zu klein war. Und so bekommen wir einen wirklich intensiven Eindruck über diese Zeit und die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschlands. Wir erkennen, wie lange es gebraucht hat bis alle Menschen wieder eigenen Wohnraum hatten, wie schwierig es in dieser Zeit für Arbeiterkinder war und wie sich in den sechziger Jahren die Gesellschaft geteilt hat.

Mir hat dieses Buch einen tollen Einblick in die Zeit meiner Eltern gegeben, auch wenn meine Eltern ein wenig älter sind als diese Protagonisten. Ich kann dieses Buch wirklich sehr empfehlen, denn es ist einfach eine tolle Freundschaftsgeschichte und ein Einblick in eine Zeit, die wahrscheinlich nur wenige von uns erlebt haben, aber alle haben wir doch Verwandte, die in dieser Zeit gelebt haben.

Glück und Glas

Glück und Glas

von Lilli Beck

15,99

Ein wenig Cabaret und ganz viel anderes

Eine Kundin / Ein Kunde , am 22.08.2015

Wahrscheinlich kennen Sie alle das Musical „Cabaret“, welches besonders durch die Verfilmung von 1972 mit Liza Minnelli, Michael York, Helmut Griem, Joel Grey und Fritz Wepper der Beginn eines Kults war. Ich habe dieses Musical als ca. 14 jähriges Mädchen zum ersten Mal gesehen und war begeistert. Schon damals war ich eine absolute Leseratte und musste dementsprechend auch unbedingt das dazugehörige Buch von Christopher Isherwood lesen. Was war ich damals enttäuscht! Ich fand es so langweilig und fand kaum etwas von deer Lebenslust des Musicals wieder. Und nachdem ich jetzt gerade in Berlin war, überkam mich das Bedürfnis, dieses Buch noch einmal zu lesen. Immerhin sind seitdem knapp 40 Jahre vergangen. Die damalige Ausgabe aus dem Ullstein Taschenbuch Verlag hatte ich nicht mehr, also habe ich mir die Neuübersetzung aus dem Hoffmann & Campe Verlag gegönnt. Und dieses Mal hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen!

Christopher Isherwood, ein Engländer, der seine beiden Studienfächer Geisteswissenschaften und Medizin abgebrochen hat, ist als 25jähriger zusammen mit W. H. Auden nach Berlin gegangen, dem Eldorado der Schwulen und Lesben. Dort wollte er einen großen Roman namens „Die Verlorenen“ schreiben. Doch die Machtergreifung Hitlers hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass er nur einen Episoden-Roman über die Zeit von 1930 bis 1933 veröffentlicht hat. Er hat einzelne Episoden über seine Berliner Zeit zusammengefasst und 1939 unter dem Titel „Leb wohl, Berlin“ herausgebracht. Einige Episoden hat er bereits in etwas geänderter Form als Roman „Mr. Norris steigt um“ veröffentlicht, aber dieser Roman ist z.Zt. in Deutschland nicht erhältlich.

Christopher Isherwood hat seine Hauptperson ebenfalls Christopher Isherwood genannt. Und genau wie er verdient seine Hauptperson ihren Lebensunterhalt als privater Deutschlehrer für einzelne Schüler und lebt in möblierten Zimmern. Zuerst lebt seine Hauptperson bei Fräulein Schroeder, doch als das Geld auch bei ihm knapp wird, lebt er zwischenzeitlich in einem Speicher unter dem Dach zusammen mit einer fünfköpfigen Familie in einer wirklich armen Gegend. Er lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen, Menschen aus der Halbwelt wie Prostituierte, Barkeeper, Schauspielerinnen und Sängerinnen, reiche Jüdinnen und Vertreter. Und die für die Musical-Kenner bekannteste Person Sally Bowles bekommt in einem Kapitel ihren großen Auftritt. Aber außer ihrer exaltierten Sprache erinnert sehr wenig an die Handlung des Musicals.

Der Autor und sein Alter Ego erhalten einen guten Einblick in die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten. Abends vergnügt er sich gerne in Clubs und Bars, wobei in diesem Buch seine Sexualität nicht wirklich zutage tritt. Er ist als Beobachter überaus hellsichtig und erkennt durchaus früh die Gefahren, die auf die Juden zukommen. Das Buch ist kein eigentlich spannender Roman, sondern eine sehr genaue Beobachtung der Weimarer Republik. Der Autor sieht Menschen, die auf die unterschiedlichste Weise versuchen zu überleben. Er sieht arme, verzweifelte und kranke Menschen ebenso wie extrem reiche Menschen, die in ihren eigenen Ghettos leben. Als Hitler die Macht ergriffen hat, verlassen sowohl er als auch sein Held Deutschland.

E war kein Wunder, dass mir das Buch als junges Mädchen nicht gefallen hat, denn es hat nichts von dem Schwung, den das Musical hat. Aber es ist einfach eine brillante Beschreibung der damaligen Zustände. Und wenn man heute einige Viertel Berlins besucht, kann man auf den Spuren der Menschen von damals wandeln, auch wenn sich äußerlich vieles verändert hat.

Die Neuausgabe wurde übrigens von den beiden erfolgreichen Autoren Kathrin Passig und Gerhard Henschel übersetzt.

Leb wohl, Berlin

Leb wohl, Berlin

von Christopher Ish…

20,00

Endlich wieder eine neue Rebecca Gablé

Eine Kundin / Ein Kunde , am 22.08.2015

Rebecca Gablé ist für mich die deutsche Autorin historischer Romane! Sie recherchiert sehr sorgfältig und macht daraus überaus lesenswerte, spannende Romane, die von beiderlei Geschlecht gerne gelesen werden. Normalerweise ist ihr Thema die englische Geschichte, doch dieses Mal ist sie in Deutschland geblieben. Sie geht ganz weit in der Zeit zurück und erzählt die Geschichte von Otto dem Großen. Wer wie ich in der deutschen Geschichte nicht mehr so zu Hause ist - Otto der Große ist der König aus dem 10. Jahrhundert, der als Begründer des deutschen Reiches und Stifter der nationalen Identität gilt. Und um so weiter es in die Geschichte zurückgeht, umso weniger beweisbare Fakten gibt es. „Jede Geschichtsschreibung ist Fiktion“, sagt schon der amerikanische Historiker Hayden White, den Rebecca Gable ganz an den Anfang ihres Nachwortes stellt. Und das ist natürlich wunderbar für Autorin. Da kann sie ihren Gedanken freien Lauf lassen.

Rebecca Gablé hat ihre Handlung diesmal hoch in den deutschen Nord-Osten gelegt. Die Geschichte spielt zumeist in Magdeburg, Brandenburg und Quedlinburg in der Zeit von 929 bis 941. Sie erzählt die Geschichte von zwei sehr unterschiedlichen Volksstämmen, die sich in dieser Zeit bekriegen. Da sind zum einen die Slawen, die sich allerdings untereinander nur darin einig sind, dass die Sachsen ihre erbitterten Feinde sind. Sie schaffen es nicht, ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam gegen den Hauptfeind vorzugehen. Die Slawen glauben noch an die alten Götter. Die Sachsen hingegen bestehen zwar auch immer noch aus den unterschiedlichsten Herzogtümern und Grafschaften, doch haben sie sich mehr oder weniger auf einen König geeinigt, der die weltliche Macht hat. Sie sind bereits Christen, obwohl viele einfache Leute noch den alten Göttern anhängen. Die Geschichte beginnt 929 mit dem Fall der Burg Brandenburg, die der Hauptsitz des Slawenstamms der Heveller ist. Dabei stirbt der Fürst der Vaclavic, sein überlebender Sohn Tugomir und dessen Schwester Dragomira werden als Geiseln genommen. Der Fall der Burg Brandenburg ist der erste Kriegszug, bei dem Prinz Otto von seinem Vater König Heinrich das Kommando bekommen hat. Und so erzählt Rebecca Gablé die Geschichte dieser beiden Herrscherhäuser. Sie erzählt die Geschichte von Otto, der von seinem Vater als Nachfolger auserkoren wird, obwohl er einen älteren Stiefbruder hat. Und sie erzählt die Geschichte von Tugomir, der als Geisel seinen eigenen Weg finden muss, in der Geiselhaft sehr viel erreicht und Achtung gewinnt. Es entsteht eine ungewöhnliche Bindung zwischen Otto, seinem älteren Stiefbrüder Thankmar und dem Slawenfürsten Tugomir, aber irgendwann müssen die drei Stellung beziehen.

Herausgekommen ist wieder ein sehr spannender Roman, bei dem die Guten und die Bösen nicht so klar abgegrenzt sind. Es gibt sehr sympathische Böse und einen sehr brutalen Gefolgsmann auf der Seite der Guten. Es ist ein Roman, der von Liebe, Intrige und Verrat erzählt.

Es ist immer wieder faszinierend, wie Rebecca Gablé so trockenen, nüchternen Geschichtsfakten Leben einhauchen kann. Plötzlich sind das Menschen aus Fleisch und Blut, die lieben und leiden. Menschen, die Gutes tun oder am Neid untergehen. So lässt sich Geschichte viel besser begreifen. Man wird großartig unterhalten und lernt etwas dabei. Einfach herrlich! Ich hoffe doch sehr, dass es noch einen Folgeband geben wird, denn das Leben von Otto dem Großen ist noch lange nicht vorbei, er stirbt erst 973! Allerdings erscheint im September 2015 erst einmal ein weiterer Warringham Roman –„Der Palast der Meere“.



Das Haupt der Welt

Das Haupt der Welt

von Rebecca Gablé

9,99

Ein wenig Cabaret und ganz viel anderes

Eine Kundin / Ein Kunde , am 22.08.2015

Wahrscheinlich kennen Sie alle das Musical „Cabaret“, welches besonders durch die Verfilmung von 1972 mit Liza Minnelli, Michael York, Helmut Griem, Joel Grey und Fritz Wepper der Beginn eines Kults war. Ich habe dieses Musical als ca. 14 jähriges Mädchen zum ersten Mal gesehen und war begeistert. Schon damals war ich eine absolute Leseratte und musste dementsprechend auch unbedingt das dazugehörige Buch von Christopher Isherwood lesen. Was war ich damals enttäuscht! Ich fand es so langweilig und fand kaum etwas von deer Lebenslust des Musicals wieder. Und nachdem ich jetzt gerade in Berlin war, überkam mich das Bedürfnis, dieses Buch noch einmal zu lesen. Immerhin sind seitdem knapp 40 Jahre vergangen. Die damalige Ausgabe aus dem Ullstein Taschenbuch Verlag hatte ich nicht mehr, also habe ich mir die Neuübersetzung aus dem Hoffmann & Campe Verlag gegönnt. Und dieses Mal hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen!

Christopher Isherwood, ein Engländer, der seine beiden Studienfächer Geisteswissenschaften und Medizin abgebrochen hat, ist als 25jähriger zusammen mit W. H. Auden nach Berlin gegangen, dem Eldorado der Schwulen und Lesben. Dort wollte er einen großen Roman namens „Die Verlorenen“ schreiben. Doch die Machtergreifung Hitlers hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass er nur einen Episoden-Roman über die Zeit von 1930 bis 1933 veröffentlicht hat. Er hat einzelne Episoden über seine Berliner Zeit zusammengefasst und 1939 unter dem Titel „Leb wohl, Berlin“ herausgebracht. Einige Episoden hat er bereits in etwas geänderter Form als Roman „Mr. Norris steigt um“ veröffentlicht, aber dieser Roman ist z.Zt. in Deutschland nicht erhältlich.

Christopher Isherwood hat seine Hauptperson ebenfalls Christopher Isherwood genannt. Und genau wie er verdient seine Hauptperson ihren Lebensunterhalt als privater Deutschlehrer für einzelne Schüler und lebt in möblierten Zimmern. Zuerst lebt seine Hauptperson bei Fräulein Schroeder, doch als das Geld auch bei ihm knapp wird, lebt er zwischenzeitlich in einem Speicher unter dem Dach zusammen mit einer fünfköpfigen Familie in einer wirklich armen Gegend. Er lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen, Menschen aus der Halbwelt wie Prostituierte, Barkeeper, Schauspielerinnen und Sängerinnen, reiche Jüdinnen und Vertreter. Und die für die Musical-Kenner bekannteste Person Sally Bowles bekommt in einem Kapitel ihren großen Auftritt. Aber außer ihrer exaltierten Sprache erinnert sehr wenig an die Handlung des Musicals.

Der Autor und sein Alter Ego erhalten einen guten Einblick in die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten. Abends vergnügt er sich gerne in Clubs und Bars, wobei in diesem Buch seine Sexualität nicht wirklich zutage tritt. Er ist als Beobachter überaus hellsichtig und erkennt durchaus früh die Gefahren, die auf die Juden zukommen. Das Buch ist kein eigentlich spannender Roman, sondern eine sehr genaue Beobachtung der Weimarer Republik. Der Autor sieht Menschen, die auf die unterschiedlichste Weise versuchen zu überleben. Er sieht arme, verzweifelte und kranke Menschen ebenso wie extrem reiche Menschen, die in ihren eigenen Ghettos leben. Als Hitler die Macht ergriffen hat, verlassen sowohl er als auch sein Held Deutschland.

E war kein Wunder, dass mir das Buch als junges Mädchen nicht gefallen hat, denn es hat nichts von dem Schwung, den das Musical hat. Aber es ist einfach eine brillante Beschreibung der damaligen Zustände. Und wenn man heute einige Viertel Berlins besucht, kann man auf den Spuren der Menschen von damals wandeln, auch wenn sich äußerlich vieles verändert hat.

Die Neuausgabe wurde übrigens von den beiden erfolgreichen Autoren Kathrin Passig und Gerhard Henschel übersetzt.

Leb wohl, Berlin

Leb wohl, Berlin

von Christopher Ish…

15,99

Ein moderner Reigen

Eine Kundin / Ein Kunde , am 16.08.2015

Dies ist der erste Roman der Autorin Jackie Thomae, die ansonsten als Journalistin und Fernsehautorin arbeitet. Im Feuilleton wurde dieses Buch hervorragend besprochen. Und so habe ich mich an es herangewagt.


Das Buch beginnt mit einem Kapitel, in dem verschiedene Abschnitte über Paare, die nicht harmonisch funktionieren, aneinandergereiht werden. Diese Personen haben keine Namen. Erst danach beginnt die eigentliche Geschichte. Und dann gibt es immer wieder neue Episoden, die von Liebe handeln. Leider sind es allerdings keine positiven Episoden, denn diese Menschen erleben Momente der Klarheit. Und diese Momente bedeuten meistens, dass die romantische Phase der Verliebtheit vorbei ist und eine Trennung bevorsteht. Wir begegnen den unterschiedlichen Protagonisten immer wieder, denn ein Großteil von ihnen sind Menschen einer Gruppe von Freunden. Es sind Menschen, die Anfang vierzig sind und irgendwie im Kulturbetrieb tätig sind. Zum Glück gibt es am Ende ein Personenverzeichnis, damit man sich zu Recht findet, wer noch einmal wer ist und eigentlich zu wem gehört.

Beim Lesen hat mich dieses Buch ein wenig an die frühen Romane von John Updike „Ehepaare“ und die Rabbit-Romane erinnert. Allerdings umgesetzt in unsere jetzige Zeit. Es sind Menschen, die gut situiert sind. Sie haben schon verschiedene Beziehungen hinter sich und sind doch immer wieder auf der Suche nach Romantik und dem Prickeln des Verliebtseins. Doch leider hält dieser Zustand nicht an. Und dann gibt es Gewinner und Verlierer. Jackie Thomae beobachtet die Menschen sehr genau. Und sie hat ein Gespür für Sprache, so dass sich dieses Buch zugleich sehr humorvoll, nachdenklich machend und traurig liest. Es ist ein moderner Reigen.

Momente der Klarheit

Momente der Klarheit

von Jackie Thomae

19,90

Ein wunderbarer Briefroman

Eine Kundin / Ein Kunde , am 16.08.2015

Als ich das Buch als Hardcover gesehen habe, haben mich sofort das gelungene Cover mit dem entzückenden weißen Leuchtturm und das Wort Meer angesprochen, denn ich liebe das Meer. Als ich das Buch von Jessica Brockmole dann aufgeschlagen hab, war ich etwas irritiert – alles nur Briefe??? Doch dann habe ich mich darauf eingelassen und bin reich belohnt worden. Leider hat das Taschenbuch nun ein völlig neues Cover bekommen, welches mich nicht angesprochen hätte. Ich bin nur per Zufall darüber gestolpert, dass es das Buch ist, welches mir so gut gefallen hatte.

Jessica Brockmole hat eine ungewöhnliche Liebesgeschichte in einen Briefroman gepackt. So etwas Ähnliches kennen viele von uns ja bereits von Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“, doch „Eine Liebe über dem Meer“ ist schon etwas ganz anderes. Die eigentliche Liebesgeschichte spielt in der Zeit von März 1912 bis August 1917. Im März 1912 bekommt die schottische Lyrikerin Elspeth Dunn ihren ersten Brief von dem Amerikaner David Graham, der per Zufall einen Gedichtband von ihr in die Hände bekommen hat und zu seiner eigenen Überraschung total begeistert davon war. Elspeth antwortet ihm, und daraus entspinnt sich ein reger Briefwechsel, bei dem sich die beiden Briefschreiber immer näher kommen. Doch um die Spannung zu steigern hat die Autorin noch eine zweite Handlungsebene eingeführt. Es ist 1940 und der Ort der Handlung hat sich von der Insel Skye nach Edinburgh verlagert. Margaret schreibt Briefe an ihre Mutter und ihren Freund Paul. Als eine Bombe in der Nähe einschlägt, fallen ihr per Zufall Briefe in die Hände, die von einem Davey an eine Sue geschrieben wurden. Bevor sie sie genauer anschauen kann, nimmt ihre Mutter sie ihr weg und sagt, dass sie sie nichts angehen. Noch merkwürdiger ist, dass ihre Mutter daraufhin plötzlich verschwindet. Einen Brief allerdings hat Margaret behalten. Und nun versucht sie das Geheimnis dieser Briefe und den Verbleib ihrer Mutter herauszufinden. Und so wechselt die Autorin zwischen diesen beiden Zeiten hin und her und wir erfahren immer mehr, wie die Geschichte sich entwickelt hat, und ob es jemals ein gutes Ende gegeben hat.

Kann man sich in eine Person verlieben, von der man bisher nur Briefe gelesen hat. Und hält diese Person der realen Begegnung stand? Jessica Brockmole hat einen wunderschönen Roman geschrieben, der mich richtig in die Geschichte hineingezogen hat. Normalerweise lese ich ja eigentlich immer zwei Bücher parallel (am Morgen anspruchsvoller, am Abend unterhaltsamer), aber dieses Buch musste ich einfach in einem Rutsch durchlesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Denn auch wenn wir anders als Margaret wissen, wer die Liebenden sind, wissen wir doch nicht, wie diese Geschichte geendet hat.

Beim Lesen dieses schönen Romans musste ich häufig an einen anderen Briefroman denken, der mich ähnlich in seinen Bann gezogen hat. Beide Autorinnen haben es geschafft, dass man nur über Briefe eine ungewöhnliche Geschichte erzählen kann. Und dieser andere Roman ist „Deine Juliet“ von Mary Ann Shaffer (Rowohlt Verlag). Schade eigentlich, dass heute nur noch so wenige Briefe geschrieben werden.

Dieser Roman wurde übrigens wieder übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg. Ich frage mich wirklich, wie diese Frau, die doch auch selber tolle Romane schreibt, dafür auch noch Zeit hat.

Eine Liebe über dem Meer

Eine Liebe über dem Meer

von Jessica Brockmo…

9,99

Ein moderner Reigen

Eine Kundin / Ein Kunde , am 16.08.2015

Dies ist der erste Roman der Autorin Jackie Thomae, die ansonsten als Journalistin und Fernsehautorin arbeitet. Im Feuilleton wurde dieses Buch hervorragend besprochen. Und so habe ich mich an es herangewagt.


Das Buch beginnt mit einem Kapitel, in dem verschiedene Abschnitte über Paare, die nicht harmonisch funktionieren, aneinandergereiht werden. Diese Personen haben keine Namen. Erst danach beginnt die eigentliche Geschichte. Und dann gibt es immer wieder neue Episoden, die von Liebe handeln. Leider sind es allerdings keine positiven Episoden, denn diese Menschen erleben Momente der Klarheit. Und diese Momente bedeuten meistens, dass die romantische Phase der Verliebtheit vorbei ist und eine Trennung bevorsteht. Wir begegnen den unterschiedlichen Protagonisten immer wieder, denn ein Großteil von ihnen sind Menschen einer Gruppe von Freunden. Es sind Menschen, die Anfang vierzig sind und irgendwie im Kulturbetrieb tätig sind. Zum Glück gibt es am Ende ein Personenverzeichnis, damit man sich zu Recht findet, wer noch einmal wer ist und eigentlich zu wem gehört.

Beim Lesen hat mich dieses Buch ein wenig an die frühen Romane von John Updike „Ehepaare“ und die Rabbit-Romane erinnert. Allerdings umgesetzt in unsere jetzige Zeit. Es sind Menschen, die gut situiert sind. Sie haben schon verschiedene Beziehungen hinter sich und sind doch immer wieder auf der Suche nach Romantik und dem Prickeln des Verliebtseins. Doch leider hält dieser Zustand nicht an. Und dann gibt es Gewinner und Verlierer. Jackie Thomae beobachtet die Menschen sehr genau. Und sie hat ein Gespür für Sprache, so dass sich dieses Buch zugleich sehr humorvoll, nachdenklich machend und traurig liest. Es ist ein moderner Reigen.

Momente der Klarheit

Momente der Klarheit

von Jackie Thomae

15,99