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Eine Kundin / Ein Kunde Unsere Top-BuchhändlerInnen

Gesamte Bewertungen 569 (ansehen)


Das beste Buch aller Zeiten:
Nina George, Das Lavendelzimmer

Meine Bewertungen

Ein ganz neues Leben

Eine Kundin / Ein Kunde , am 24.03.2017

Dass ich die Bücher der Wahl-Hamburgerin Gabriella Engelmann liebe, dürfte inzwischen allseits bekannt sein. Zu meinem Glück ist die Autorin sehr fleißig, so dass ich mich jedes Jahr im Frühling wieder auf einen neuen „Urlaubs“-Roman von ihr freuen kann, wobei ich den Begriff „Urlaubs“-Roman ganz schrecklich finde. Die Romane, die Gabriella Engelmann für Erwachsene schreibt, sind Balsam für die Seele!

Der neue Roman „Strandfliederblüten“ ist diesmal wieder ein Nordsee-Roman. Aber dieses Mal spielt er auf keiner ihrer bisherigen Inseln, sondern auf einer fiktiven Hallig – Fliederoog – die in der unmittelbaren Nähe von Föhr und Langeness liegt. Er beginnt allerdings erst einmal in Hamburg, wo Juliane, Ende dreißig, als Ressortleiterin für die Mindstyle-Zeitschrift „Herself“ arbeitet. Den Rest des Inhalts können Sie ansonsten in der guten Inhaltsangabe nachlesen.

Mir hat dieser Roman wieder sehr gut gefallen. Juliane, eine total gestresste Journalistin erhält durch ihr unerwartetes Erbe die Möglichkeit, ihr Leben noch einmal völlig neu zu denken. Und durch die Beschäftigung mit der Geschichte ihrer Großmutter, erfährt sie einiges über ihre eigene traurige Familiengeschichte, aber sie erkennt peu á peu, dass ihre Großmutter eine ganz außergewöhnliche Frau gewesen sein muss, die anscheinend vielen Menschen helfen konnte. Doch worin bestand diese Hilfe? Umso mehr Juliane über ihre Großmutter erfährt, reift in ihr ein Plan für ihre eigene Zukunft heran. Es macht viel Spaß Juliane auf ihrem Weg zu begleiten. Und gerade die Nebencharaktere, die ihr bei ihrer Suche helfen, sind einfach großartig gezeichnet. Typische Nordfriesen, die nicht viel reden, sondern einfach machen.

Das, was der Protagonistin Juliane widerfahren ist, wäre auch mein Traum – ein kleines Häuschen an der Nordsee, Zeit zum Innehalten und die Möglichkeit das Leben einfach noch einmal völlig anders zu planen. Neben den wunderbaren Naturbeschreibungen, bei denen ich mich sofort wieder in diese Region versetzt fühlte, ist ein Schwerpunkt dieses Romans das Thema Achtsamkeit, welches sehr viele verschiedene Facetten umfasst. Im Anhang gibt uns Gabriella noch selber Tipps mit für ein achtsames Leben. Und sie konnte zwei Autoren – Thomas Hohensee und Ulrich Hoffmann -gewinnen, die jeweils Sachbücher und CDs zu diesem Thema verfasst haben.

Ein herrlicher Wohlfühl-Roman über eine Frau, die noch einmal eine 2. Chance erhält. Aber auch ein Roman, der einen ganz geschickt an das Thema Achtsamkeit heranführt.

Strandfliederblüten
von Gabriella Engelmann
(2)
Buch (Paperback)
9,99

Die Geschichte der Gudrun Samuel

Eine Kundin / Ein Kunde , am 19.03.2017

Sabine Bode ist Ihnen als Autorin wahrscheinlich bereits ein Begriff. Gerade ihre Sachbücher über die Kriegs- und Nachkriegsgenerationen(„Die vergessene Generation“, „Nachkriegskinder“ und „Kriegsenkel“) sind klassische Bestseller auf diesem Gebiet. Aber dieses jetzt erschienene Buch „Das Mädchen im Strom“ ist diesmal ein Roman.

Zum Inhalt dieses Buches muss ich Ihnen eigentlich nicht wirklich etwas schreiben. Die Inhaltsangabe trifft sehr gut auf den Roman zu. Sabine Bode erzählt die Geschichte der fiktiven Mainzer Familie Samuel, bzw. hauptsächlich die Geschichte der Tochter Gudrun- eine Geschichte über die Zeit der Weimarer Republik, des 3. Reichs, der Flucht über die UdSSR nach Shanghai und des Lebens nach dem 2. Weltkrieg.

Es ist ein etwas anderes jüdisches Schicksal als es zumeist in Romanen vorkommt. Es ist die Geschichte einer Flucht, die aber nicht nach dem Ende des Krieges endet. Und dadurch bietet es ausgesprochen interessante Einblicke zum einen in das Leben, welches die Juden, die nach Shanghai geflüchtet sind, gelebt haben. Und zum anderen, wie sie am Kriegsende damit umgegangen sind, dass sie überlebt haben. Aber was ist mit ihren Freunden und mit dem Rest ihrer Familien? Wo werden sie leben? Wie stehen sie zu dem Deutschland nach dem 2. Weltkrieg? Und wie nehmen sie die Deutschen wahr?

Ich hatte das Buch zwischendrin zur Seite gelegt und dann doch wieder hervorgeholt und zu Ende gelesen. Ich fand es inhaltlich ausgesprochen interessant, ergreifend und spannend. Aber für mein Empfinden ist Sabine Bode zu sehr Beobachterin geblieben. Sie konnte mir Gudrun nicht so nahe bringen, dass ich mit dieser Frau mitfühlen konnte. Mir fehlte es in diesem Buch an Gefühl. Und ich habe am Ende einen Nachtrag vermisst, in dem die Autorin noch einmal auf die geschichtlichen Hintergründe eingeht und erzählt, wie sie auf diese Geschichte gekommen ist.

Eine etwas andere Geschichte über ein jüdisches Schicksal in Deutschland.

Das Mädchen im Strom
von Sabine Bode
(7)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Eine bunte Mischung toller Geschichten

Eine Kundin / Ein Kunde , am 14.03.2017

Wie ich zum diesem Buch gekommen bin, ist einmal mehr eine typische Monika Fuchs Geschichte. Ich erhalte regelmäßig den Newsletter des Verlags Nautilus. Und in dem letzten wurde dort die Anthologie „Hochzeit? Hochzeit! aus dem Imprint Edition fünf vorgestellt. Ich fiel dabei über den Namen der Herausgeberin – Nicole Seifert. Nicole Seifert kannte ich bisher als Übersetzerin aus dem Englischen, als ehemalige Lektorin des Rowohlt und des Berlin Verlags und als unter dem Pseudonym Anneke Mohn schreibende Autorin von unterhaltsamer Frauenliteratur. Dies allein hat mich neugierig auf das Buch gemacht.

„Hochzeit? Hochzeit!“ ist ein schön gebundenes Buch, welches zum Glück nicht etwa in quietschigem Pink oder klassischem Weiß mit Goldaufdruck daher kommt, sondern in einem schönen Sandton mit Magenta-Schriftzug und weißen Einsprengseln, die wahrscheinlich Reis darstellen. Es ist eine Sammlung von „Erzählungen von Heiratsanträgen, Fluchtversuchen und der großen Liebe“. Nicole Seifert hat dort verschiedenste Autorinnen aus unterschiedlichen Epochen versammelt. Alle Geschichten eint, dass sie etwas mit dem Thema Hochzeit zu tun haben. In dem von ihr geschriebenem Vorwort erläutert sie, wie sich die Lebensumstände der Frauen und damit auch die Bedeutung der Ehe geändert haben. Doch nun zu den Autorinnen und ihren Geschichten.

- Jane Austen, Vom Wagnis sich zu binden
Jane Austen erzählt die Geschichte von 3 Schwestern, von denen eine einen Heiratsantrag erhalten hat. Wie soll sie sich entscheiden. Dies war meine erste Lektüre eines Textes von Jane Austen. Und ich war begeistert, wie gut sie sich lesen lässt und wie viel Humor sie enthält. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, wäre mir nicht aufgefallen, dass diese Geschichte bereits 1792 geschrieben wurde.
- Virginia Woolf, Phyllis und Rosamond
Auch dies ist wieder eine Geschichte von Schwestern, die 1906 von Virginia Woolf geschrieben wurde. Auch zu der Zeit hat eine Ehe oder die Ehelosigkeit noch eine ganz andere Bedeutung als heute. Ich habe mich als junge Frau einmal an Virginia Woolf versucht und bin grandios gescheitert. Nun habe ich festgestellt, dass ich inzwischen anscheinend reif genug geworden bin, so dass ich auch Texte von dieser Autorin gut lesen kann.
- Katherine Mansfield, Herr und Frau Taube
Katherine Mansfield wiederum habe ich bereits als junge Frau sehr geliebt. Diese 1921 geschriebene Geschichte handelt von einem jungen Mann, der einer jungen Frau einen Heiratsantrag macht.
- Dorothy Parker, Da wären wir
Dorothy Parker mit ihrer guten Beobachtungsgabe und ihrer spitzen Zunge liebe ich. So ist auch ihre Geschichte von 1931 über ein junges, frisch vermähltes Paar, welches ihre Hochzeitsreise in der Bahn beginnt, einfach groß.
- Alice Munro, Das Bettlermädchen
Diese Geschichte von Alice Munro ist die längste in dieser Sammlung. Es ist fast ein Kurzroman und erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die Schwierigkeiten mit ihrer Herkunft hat und dies auch in ihre Beziehung trägt. Diese Geschichte der Nobelpreisträgerin von 2013 ist ursprünglich 1978 erschienen.
- Laurie Colwin, Eine Landhochzeit
Laurie Colwin sagte mir als Autorin bisher nichts, obwohl sie in den USA sehr bekannt ist. Leider sind ihre Bücher und Kolumnen bisher nur in Englisch erschienen. Ihre Geschichte aus 1984 erzählt die Geschichte eines Paares, die zur Hochzeit ihrer besten Freunde fahren. Diese Geschichte wurde übrigens von der Herausgeberin übersetzt.
- Bobbie Ann Mason, Kojoten
Auch diese Autorin war mir bisher noch nicht bekannt. „Geboren in Amerika“ war ein großer Erfolg von ihr und wurde sogar verfilmt. Allerdings gibt es auch von dieser Autorin bisher nichts auf Deutsch. Ihre 1988 geschriebene Geschichte begleitet einen jungen Mann, der noch sich noch nicht sicher ist, ob seine derzeitige Freundin die Richtige für ihn ist.
- Zadie Smith, Das Mädchen mit den Ponyfransen
Zadie Smith ist eine der großen zeitgenössischen britischen Autorinnen, die ihren Durchbruch mit ihrem Roman „Zähne zeigen“ hatte. Von ihr gibt es einiges auf Deutsch zu lesen. 2001 hat sie die Geschichte über „Das Mädchen mit den Ponyfransen“ geschrieben, eine Geschichte über eine Frau, die sich überraschend in eine andere Frau verliebt. Und dies ist für sie ein Grund über das Thema Liebe zu philosophieren.
- Lorrie Moore, Danke, dass ich kommen durfte
Lorrie Moore war zwar bisher an mir vorbeigegangen, aber von ihr gibt es bereits einige Bücher auf Deutsch. Ihre Geschichte erzählt von einer unkonventionellen Hochzeit auf dem Land, zu dem eine Mutter und ihre halbwüchsige Tochter fahren. Diese Geschichte stammt aus 2014.
- Karen Köhler, Polarkreis
Diese Geschichte war meine absolute Lieblingsgeschichte. Sie erzählt von einer jungen Frau, die plötzlich Angst vor ihrer Liebe bekommt und einfach ins Blaue verschwindet. Aber durch Briefe und Karten hält sie Kontakt zu ihrem Liebsten. Karen Köhler ist mit ihrem Debüt – einem Erzählungsband- „Wir haben Raketen geangelt“ bekannt geworden. Die Geschichte stammt auch aus 2014.

Ich finde diese Sammlung wunderbar. Es sind tolle, aber gänzlich verschiedene Erzählungen zum Thema Liebe und Heirat. Alle Geschichten wurden von Frauen geschrieben, aber das ist auch kein Wunder, denn der Verlag „Edition fünf verlegt schöne Bücher von klugen Frauen. Bücher, die zu schnell vom Markt verschwunden oder nie ins Deutsche übersetzt worden sind. Leseglück – zum (Wieder-)Entdecken und Weitertragen.“ (zitiert von der Webseite des Verlags). Bis auf die letzte Geschichte sind alles Übersetzungen aus dem Englischen, aber dort sind ja auch gerade diese kurzen Erzählformen Zuhause. Für mich ist dieses Buch eine schöne Möglichkeit gewesen, neue Autorinnen kennenlernen zu dürfen. Es ist ein tolles Buch zum Verschenken oder um es sich selbst zu schenken. Und dazu muss keine Hochzeit im Raum stehen!

Hochzeit? Hochzeit!
von Dorothy Parker
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Schöne Coming of Age Geschichte

Eine Kundin / Ein Kunde , am 07.03.2017

Sophie Duffy ist eine britische Autorin und „Rote Kirschen, schwarze Kirschen“ ist ihr erster Roman. Leider sind sowohl der Original-Titel „The Generation Game“ als auch der deutsche Titel nicht sehr aussagekräftig. Das Buch ist ursprünglich bereits 2013 als Paperback herausgekommen. Mit dem Taschenbuch wurde zwar das Cover geändert, aber sowohl das Cover des Paperbacks als auch das des Taschenbuchs haben mich nicht unbedingt angesprochen. Da mir 2013 allerdings nach etwas leichterer „Frauen“-Unterhaltung war, hatte ich diesem Buch trotzdem eine Chance gegeben.

Es ist die Geschichte von Philippa, die 2006 in London im Krankenhaus liegt und gerade ihre Tochter bekommen hat. Sie ist bereits 40 Jahre alt, und plötzlich ist da ein kleiner hilfloser Mensch, der auf sie angewiesen ist. Da in ihrem Leben schon so viel passiert ist und vieles nicht so gekommen ist, wie sie es sich vorgestellt hatte, erinnert sie sich an ihr bisheriges Leben zurück. Philippa wurde 1965 ebenfalls in London geboren. Ihre Mutter Helena ist alleinerziehend, der Vater einfach spurlos verschwunden. Die Großeltern wollen von der Tochter und der unehelichen Enkelin nichts wissen. Kurz nach der Geburt bricht Helena auf und geht mit ihrer kleinen Tochter nach Torquay, einem Küstenort in Devon. Dort versucht sie sich in verschiedenen Jobs und zieht häufiger mit ihrer kleinen Tochter um, bis sie schließlich bei Bob sowohl erst Arbeit und später auch Unterschlupf findet. Philippa wächst zu einem pummeligen Kind heran. In der Schule tut sie sich anfangs schwer und findet keine Freunde, bis sie sich eines Tages mit Lucas zusammentut. Für Philippa ist es klar. Diesen Jungen wird sie später einmal heiraten. Doch das Schicksal meint es anders mit ihr. Erst verliert sie Lucas und dann verschwindet plötzlich auch noch ihre Mutter mit ihrem aktuellen Liebhaber nach Kanada. Ihre Tochter bleibt bei Bob, dem ein Zeitschriften- und Süßwarenladen gehört, zurück. Und so verfolgen wir das Erwachsenwerden von Philippa bis zu der Zeit, wo sich die Rahmenhandlung von 2006 und die Geschichte treffen und auf ein gemeinsames Ende zustreben.

Mein Fazit: Hinter diesem nichtsagenden Cover, Titel und Klappentext versteckt sich eine sehr schöne, warmherzige und humorvolle Geschichte, über eine junge Frau, mit der es das Schicksal nicht immer gut gemeint hat, die aber nie aufgegeben hat. Gerade wenn man ungefähr zur gleichen Zeit wie die Protagonistin geboren wurde, erkennt man so vieles aus dieser Zeit wieder. „The Generation Game“ ist z.B. das britische Pendant zu unserem deutschen „Am laufenden Band“, was auch ein typischer Bestandteil meiner Kindheit war. Irgendwie ist dieses Buch aber auch typisch englisch. Ich war als dreizehnjährige für eine kurze Zeit in Brighton. Und während der Lektüre habe ich mich ganz viel an diese Zeit zurückerinnert. Am Ende nimmt das Buch noch einmal richtig Fahrt auf, denn es erfährt eine sehr überraschende Wendung.

Schöne Lektüre, wenn es gerade mal nicht zu anspruchsvoll aber auch nicht zu seicht sein soll!


Rote Kirschen, schwarze Kirschen
von Sophie Duffy
(3)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Und so fing es an

Eine Kundin / Ein Kunde , am 05.03.2017

Vor kurzem habe ich Ihnen „Überwiegend fabelhaft“ von Carolin Birk und Fanny Wagner vorgestellt. Und da habe ich ja aus Versehen den 2. Teil zuerst gelesen. Aber nun habe ich den 1. Teil schleunigst nachgeholt. Und ich kann nur empfehlen unbedingt mit dem 1. Teil anzufangen. Natürlich käme man auch so rein – hat ja bei mir geklappt – aber man verpasst dann so viel Spaß!

Nina, Ende 40, lebt mit ihrer Tochter Marie, die gerade voll im Gothic-Fieber und Vegetarierin ist, in Berlin. Dort ist sie nicht mehr glücklich, denn eine geschiedene Ehe und ein neuer Ex-Freund, der sie nervt, langen. Da trifft es sich gut, dass sie von ihrem verstorbenen Onkel einen Gasthof in der Fränkischen Schweiz geerbt hat. Kurzentschlossen bricht sie die Zelte in Berlin ab und will in Wiestal einen Neuanfang wagen. Da sie freiberuflich tätig ist, stellt es sie beruflich vor keine Probleme, denkt sie. Doch in Wiestal angekommen, entwickelt sich alles anders als gedacht. Das Haus erweist sich als ziemlich marode, es muss viel gemacht werden. Mit den Dorfbewohnern klappt es irgendwie nicht. Ganz speziell 4 Frauen machen ihr das Leben zur Hölle. Und sie weiß nicht warum. Doch dies klärt sich natürlich im Laufe der Geschichte. Und am Ende läuft alles auf ein großes Finale hinaus.

Kennen Sie die Worte „Dubberbahdie“, „Dorddnbladdn“ und „Männhäddn“? Damit kommen Sie gleich im 2. Kapitel richtig in Wiestal an. Ich habe mich sofort in diese Mundart verliebt. Und in die Menschen, die die beiden Autorinnen so liebevoll gezeichnet haben. Gundi, die Nachbarin, die Nina und Marie am Anfang als einzige hilft. Die 4 Schnepfen und ihre Handwerker-Ehemänner. Gustl, der Künstler, der an Nina einen Narren gefressen hat und der gar fesche Schreiner Christian. Und nicht zu vergessen Crowley, der Hexenmeister und Mario. Die einzelnen Kapitel werden übrigens sehr charmant mit einer Art Wettervorhersage eingeleitet – einem entzückenden Frosch und einer Kapitelüberschrift, die die einzelnen Themen des Kapitels bereits andeuten.

Ein herrlich witziger Roman, bei dem ich so richtig den Alltag vergessen konnte. Liebevoll, humorvoll und sogar mit ein paar Tipps, dass auch gestandene Frauen durchaus noch einmal einen Neuanfang wagen können. Der sich in diesem Fall ganz anders entwickelt hat, als alle am Anfang glaubten.

Garantiert wechselhaft
von Carolin Birk
(7)
Buch (Taschenbuch)
9,99

17. Juni 1953

Eine Kundin / Ein Kunde , am 03.03.2017

Vor kurzem habe ich Ihnen von Titus Müller das Buch „Geigen der Hoffnung“ vorgestellt. Und schon vor einiger Zeit „ Tanz unter Sternen“. Titus Müller ist ein sehr interessanter Autor. Er wurde 1977 in Leipzig geboren, hat Literatur, Geschichtswissenschaften und Publizistik in Berlin studiert und 2004 seinen ersten Roman veröffentlicht. Er schreibt historische Romane, die gleichzeitig sehr spannend sind und einen gut unterhalten. Aber es sind auch Romane, die einem bestimmte Teile der Geschichte näher bringen.

In seinem aktuellen Roman erzählt er uns eine Geschichte, die um den 17. Juni 1953 in Berlin und Halle angesiedelt ist. Dieses Mal finde ich den Klappentext wieder nicht ganz so passend. Dem Klappentext nach hört es sich für mich wie so eine Art Dreiecksgeschichte an. 2 Männer buhlen um dieselbe Frau. Welcher der beiden bekommt sie am Ende? Aber das ist gar nicht die eigentliche Geschichte. Eigentlich erzählt Titus Müller nämlich mehrere Geschichten, die alle irgendwie zusammengehören. Ja, da ist die Schülerin Nelly, deren Vater in die UdSSR entführt wurde. Und ja, sie hat sowohl Kontakt zu dem sowjetischen Spion Ilja und zu dem jungen Uhrmacher Wolf. Und ja, Wolf landet wegen Nelly im Gefängnis. Aber Ilja hat auch eine ganz eigene Geschichte, die eng mit dem Politiker Lawrenti Beria verknüpft ist. Und Ilja hat eine politische Bedeutung, denn seine Aufträge führen ihn auch nach Bonn in die Nähe des damaligen Kanzlers Adenauer. Und dann gibt es noch die Geschichten in Halle. Die dortigen Hauptpersonen sind Lotte, alleinerziehende Mutter dreier Söhne, Heimeran, einem Polizisten der kasernierten Volkspolizei und Katharina und Marc. Und so erzählt uns der Autor, wie das Leben der Menschen in der DDR 1953 aussah, mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatten. Aber er klärt uns auch über die politischen Hintergründe auf. 1953 verstarb Stalin. Und für eine kurze Zeit entbrannte ein Machtkampf zwischen verschiedenen hochrangigen sowjetischen Politikern. War die UdSSR gescheitert? Wie sollte weiter mit dem Westen umgegangen werden. Und was sollte mit Deutschland geschehen. Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen den einzelnen Akteuren und spielt in Berlin, Halle, Bonn und Moskau.

Ich muss gestehen, dass der 17. Juni nie wirklich ein Thema für mich war. Es war ein Feiertag. Und es hat einen Volksaufstand in der DDR gegeben. Und das war mein Wissen. In der Schule war es auch kein Thema. Erst durch dieses Buch habe ich überhaupt verstanden, was damals in der DDR passiert ist. Und das ist es, was ich an dieser Art von Romanen so liebe. Ich werde gut unterhalten und lerne dabei auch noch etwas. Und dass diese Geschichte historisch korrekt ist, beweist uns der Autor in seinen umfangreichen Nachträgen. Im Anhang beschreibt er ausführlich den historischen Kern des Romans, er listet die Bücher auf, die ihm selbst besonders geholfen haben, und er erklärt die vielen Abkürzungen, die in der DDR und UdSSR gebräuchlich waren.

Mich hat dieses Buch sehr fasziniert. Und ich habe sehr viel draus gelernt. Allerdings hat mir etwas gefehlt. Wahrscheinlich diese von mir vermutete Dreiecksgeschichte, die es so nicht gibt. ;-)

Der Tag X
von Titus Müller
(7)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99

Oder wie wir ihn für uns nutzen können

Eine Kundin / Ein Kunde , am 03.03.2017

Haben Sie auch immer wieder damit zu kämpfen, dass sie sich selbst schlecht machen oder antreiben, bis fast gar nichts mehr geht? Kennen sie diese Personen? Den Perfektionisten? Den Antreiber? Den Kontrolleur? Den Allen-Rechtmacher? Oder den Be- und Verurteiler? Falls sie davon welche wiedererkennen, die sie regelmäßig quälen,dann ist dieses Buch vielleicht gerade das richtige für Sie. Dr. med. Jochen Peichl, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, stellt uns diese inneren Kritiker vor, erläutert, woher sie kommen und wie wir sie zu unseren Verbündeten machen können.

Jochen Peichl schafft es die Leser sehr einfach an das Thema heranzuführen. Er stellt die inneren Kritiker vor, erläutert, wann sie sich entwickeln und welchen Sinn sie eigentlich haben. Dies macht er sehr unterhaltsam und mit vielen Beispielen. Zwischendrin erläutert er einige wichtige psychologische Sachverhalte tiefergehend – seine sogenannten Vorlesungen. Und dann geht er daran zu erklären, an wen sich die inneren Kritiker wenden, und wie wir mit ihnen umgehen sollten. Denn vertreiben können wir sie nicht, aber zu unseren Verbündeten machen. Abgerundet wird das Buch durch einen Test, bei dem man herausfinden kann, welcher innere Kritiker wie stark bei einem selbst ausgeprägt ist. Außerdem gibt es eine sehr schöne Übung, die einem helfen soll zu entspannen und sich in gewissen Situationen an seinen persönlichen Wohlfühlort zurückzuziehen. Dies hätte ich mir persönlich durchaus gut als vom Autor gesprochenen Text als CD vorstellen können. Aber ich habe es mir selbst auf mein Smartphone gesprochen und auch das klappt! Und kein innerer Kritiker hat gemeckert, dass ich das doch hätte besser machen können.

Und natürlich gibt es am Ende noch einige weiterführende Literaturhinweise.

Ich fand dieses Buch sehr hilfreich. Es ist eine gute Einführung in das Thema. Es hilft, sich selbst besser zu verstehen. Allerdings würde ich die Umsetzung, d.h. das „Gespräch“ mit dem inneren Kritiker und dem inneren Kind trotzdem nicht alleine führen wollen. Da denke ich, dass man es trotzdem nur zusammen mit einem Fachmann machen sollte.

Rote Karte für den inneren Kritiker
von Jochen Peichl
(1)
Buch (Taschenbuch)
15,99

Eine fremde Welt

Eine Kundin / Ein Kunde , am 03.03.2017

Anouk Markovits ist eine in Frankreich geborene Autorin, die aber in der Zwischenzeit in den USA lebt. Ihre Familie waren Satmar-Chassidim. Sie selbst hat die Familie verlassen, um einer arrangierten Heirat zu entgehen und ein selbstbestimmtes Leben zu leben.

Kennen Sie Chassidim? Chassidim sind orthodoxe Juden, die sich als Reaktion auf Judenpogrome im Jahr 1648 in Osteuropa gegründet haben. Und Satmar-Chassidim sind darin noch einmal eine ultraorthodoxe Gruppe, die in der Stadt Szatmárnémeti (heute: Satu Mare, Rumänien) gegründet wurden. Und in dieser religiösen Gruppierung hat Anouk Markovits ihre Geschichte angesiedelt. Die Geschichte beginnt 1939 in Siebenbürgen und endet 2007 ebenfalls wieder in Siebenbürgen. Dazwischen ist aber ein Großteil der Geschichte in Paris und New York angesiedelt. Sie erzählt die Geschichte der strenggläubigen Familie um das Familienoberhaupt Zalman Stern. Zalman Stern lebt mit seiner Familie in Sibiu (ehemals Hermannstadt in Rumänien). Eines Morgens steht bei ihnen ein kleines Mädchen vor der Tür. Es ist die fünfjährige Mila, die ihre Eltern bei einem Judenpogrom verloren hat. Die Familie Stern adoptiert sie, und so wächst sie in der Familie auf. Ihr am nächsten steht die ein Jahr jüngere Tochter Atara. Die beiden Mädchen wachsen sehr eng miteinander auf. 1947 geht die Familie nach Paris. Auf der dortigen jüdischen Schule entdeckt Atara, dass sie gerne lernt. Aber dies ist den Chassidim nur sehr beschränkt erlaubt. Sie hat das Glück, dass sie mit Mila zusammen nach England auf eine hochangesehene ultraorthodoxe Seminarschule gehen darf, doch als ihre Mutter unter einer weiteren Schwangerschaft sehr leiden muss, werden die beiden Mädchen zurück nach Paris berufen. Kurz darauf heiratet Mila in einer arrangierten Hochzeit den Jungen Joseph, der in New York in der unmittelbaren Umgebung des allseits verehrten Rebbe lebt. Mila geht mit ihm in diese ungewohnt große und öffentlich ihr Judentum lebende Gemeinde und versucht alles, um endlich schwanger zu werden. Als dies auch nach 10 Jahren Ehe immer noch nicht geglückt ist, trifft sie eine schicksalsschwere Entscheidung, die das Leben von ihr und ihren Nachfahren nachhaltig beeinflussen wird. Atara hingegen flieht kurz nach der Hochzeit ihrer Adoptivschwester aus dieser sehr regiden Religionsgemeinschaft. Erst 2007 treffen die beiden inzwischen alten Frauen wieder aufeinander.

Anouk Markovits hat einen sehr informativen Roman über eine ultraorthodoxe jüdische Familie geschrieben, bei der ich sehr viel über diese Religionsgemeinschaft gelernt habe. Dieses Buch hat mich allerdings sehr verstört und fassungslos zurückgelassen. Es ist schon eine extrem fremde Welt für mich. Sie beschreibt in diesem Roman eine Gesellschaft, die ich mir in dieser Form gar nicht vorstellen kann. Die alten Texte der Thora und ihre Kommentare bestimmen das Leben komplett, der Mensch bleibt in dieser Religion auf der Strecke, Fehltritte werden nicht verziehen. Gnade kennt diese Religionsgemeinschaft nicht.

Wenn Sie also einmal etwas über diese strenggläubige Religionsgruppierung der Juden erfahren möchten, kann ich Ihnen dieses Buch sehr empfehlen. Anouk Markovits beschreibt das Leben dieser Familie sehr gut und einfühlsam. Der Roman ist zwar nicht einfach zu lesen, sprachlich aber sehr gut geschrieben und führt uns in eine ganz andere, fremde Welt.

Ich bin verboten
von Anouk Markovits
(3)
eBook
15,99

Endlich mal wieder so richtig lachen

Eine Kundin / Ein Kunde , am 27.02.2017

Dieses Buch hat mir eine liebe Freundin zum Geburtstag geschenkt. Sie meinte wohl, ich bräuchte einmal etwas Aufmunterndes. Und ihr selbst hatte es sehr gut gefallen. Rein optisch hätte ich das Buch selbst nicht gekauft, denn es wirkt durch die drei Frauen versteckt im Hintergrund so, als ob es für noch ältere Leserinnen als mich gedacht sei. Und es sieht halt einfach auch so aus, dass sich dahinter „nur“ ein lustiges Buch verbergen kann. Ein Genre, was ich eigentlich selten (vielleicht zu selten) lese. Warum nicht einfach einmal abtauchen und sich lustig unterhalten lassen? Romantisch lasse ich mich ja sehr gerne unterhalten.
Was ich bis zum Schreiben dieser Rezension nicht wusste, ist, dass es bereits der 2. Band einer Reihe ist. Theoretisch hätte ich vorher noch „Garantiert wechselhaft“ lesen sollen. Aber ich bin auch so gut reingekommen. Wenn Sie allerdings nach dieser Lektüre beschließen, das Buch möchte ich auch lesen, fangen sie mit dem 1. Band an. Dann haben Sie einfach noch mehr Spaß!

Nina, eine Berlinerin, ist im 1. Band mit ihrer Tochter nach Wiestal in die Fränkische Schweiz gezogen. Dort hat sie einen alten Gasthof von ihrem Onkel geerbt. Nach einigen Schwierigkeiten, die im 1. Band beschrieben werden, hat sie diesen Gasthof zur Zentrale ihres noch sehr jungen Modelabels „Zwiebelllook“ ausgebaut. Nach vielen Hindernissen ist sie inzwischen komplett angekommen. Und über den Inhalt des 2. Bands erzähle ich Ihnen nun nichts mehr. Genießen Sie die geschäftlichen und persönlichen Verwicklungen, denen Nina und ihre Mitstreiterinnen ausgesetzt sind.

Das Buch liest sich einfach herrlich. Besonders der fränkische Dialekt hat es mir angetan. Ich fühlte mich wie im Urlaub. Carolin Birk und Fanny Wagner haben es geschafft, dass ich mich in dieser aufregenden Geschichte richtig vergraben konnte. Ich sah mich selbst schon mittenmang, obwohl mir als kühles Nordlicht die Power der Frauen dort sicherlich schwer zu schaffen gemacht hätte. Es sind einfach liebevoll ausgedachte Originale, die das Buch bevölkern. Gundi, eine ehemalige Lehrerin, die auch als alte Dame noch auf der Suche nach der Liebe ist. Ernst, ein pensionierter Buchhalter und Ehemann einer der Schnepfen, der jetzt die Kantine vor Ort leitet und immer mal wieder kulinarische Wagnisse eingeht. Marie, die Tochter von Nina, die mit ihrem Freund Mario das Filmen für sich entdeckt hat und damit alle in den Wahnsinn treibt. Und Gustl, der am Anfang des Buches seine Steffi, die bereits hochschwanger ist, heiratet und später alle mit seinem Nachwuchs beglückt. Einfach herrlich.

Das Einzige, was mir an diesem Buch fehlt, ist am Ende der Hinweis, wo man denn nun diese fabelhafte Mode für Frauen in den Wechseljahren bekommt. Die Kleidungsstücke hörten sich alle so toll an, dass ich sofort anprobieren würden wollte.

Ein herrlich witziger Roman für Frauen in einem gewissen Alter. Und ein verrückter Roman, in dem es doch tatsächlich neben Liebe mit all ihren Hindernissen auch noch Industriespionage und Improvisationstheater geht.

Überwiegend fabelhaft
von Carolin Birk
(7)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Was wäre wenn

Eine Kundin / Ein Kunde , am 27.02.2017

Paul Auster und sein neues Buch mit dem ungewöhnlichen Titel „4321“ muss ich Ihnen ja eigentlich gar nicht mehr vorstellen. Im Feuilleton wurde das Buch seit seinem Erscheinen Ende Januar bereits ausführlich besprochen und hoch gelobt. Dadurch wird dies für meine Verhältnisse eine ungewöhnliche Buchbesprechung, denn ich erzähle Ihnen einmal nichts über den Inhalt des Buches, der auf dieser Seite sehr gut wiedergegeben wurde, sondern nur von meinen Empfindungen und Eindrücken.

Bisher habe ich mich noch nie an einen Titel von Paul Auster herangewagt. Der Autor machte mir einfach Angst, da er immer so gelobt wird und als einer der ganz Großen der ernsthaften Literatur gilt. Eine Freundin hatte mir zwar schon vor einiger Zeit den Titel „Mond über Manhattan“ als Einstieg empfohlen, und ich habe es brav gekauft, aber dabei ist es bisher geblieben. Doch diesmal haben mich die Besprechungen so gelockt, dass mich nicht einmal die 1264 Seiten abschrecken konnten. Und ich habe das Buch tatsächlich geschafft, auch wenn ich dafür fast einen ganzen Monat gebraucht habe, obwohl ich sehr viel Zeit zum Lesen hatte. Hier nun meine Eindrücke:

„4321“ liest sich ausgesprochen gut- Allerdings musste ich mich erst einmal an den Erzählstil des Autors gewöhnen. Paul Auster liebt nämlich sehr lange Sätze! Und er hat eine Art zu schreiben, die es mir nicht möglich gemacht hat dieses Buch schnell durchzufressen. Es ist ein Buch, welches man wirklich nur sehr langsam lesen kann. Die Idee, die hinter der Story und dem Titel steckt, ist genial. 4 Variationen eines Lebens. Gleiche Grundvoraussetzung, d.h. die gleichen Eltern und der gleiche Geburtsort. Alle eint, dass die Hauptperson Archi(bald) Ferguson ein super Basket- und Baseball-Spieler, als auch ein Liebhaber des geschriebenen Worts ist. Aber dann entwickeln sich die Geschichten unterschiedlich weiter. Und dies betrifft nicht nur Archie selbst, sondern auch seine Familie. Eingebettet ist die ganze Geschichte in der Zeitspanne von 1947, wo Archie geboren wurde, bis Anfang der siebziger Jahre – eine Zeit, in der sich in den USA sehr viel getan hat.

Mich hat fasziniert, wie wenig ich doch von der amerikanischen Geschichte der jüngeren Vergangenheit wusste. Dabei lese ich gerne Bücher über genau diese Zeitspanne. Paul Auster hat mir da gute Einblicke geliefert. Seine Hauptfigur Archie denkt sehr viel nach, ist teilweise politisch interessiert und reflektiert viel. Und seine Sexualität, die er bereits früh entwickelt, nimmt auch einen großen Raum ein. Teilweise war er mir einfach zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Dies war mir zu viel, da hätte man meiner Meinung nach etwas kürzen können. Sehr ungewöhnlich empfand ich die eingeschobenen Geschichten, die Archie selbst geschrieben hat. Ob die wirklich für die restliche Geschichte notwendig waren? Dazu muss man aber auch bedenken, dass ich normalerweise eher eine Leserin von Unterhaltungsliteratur bin und keine studierte Literaturwissenschaftlerin, dies also eine sehr subjektive Meinung ist.

Für mich war dies ein sehr beeindruckender Roman, der mich sicherlich noch einige Zeit auf Grund seines Inhalts beschäftigen wird. Ich hatte ursprünglich angenommen, dass es sich um eine Roman-Biografie des Autors handelt. Aber wenn dies so wäre, dann muss er noch weitere Bände schreiben, denn als der Roman endet ist Archie gerade einmal Anfang 20. Wenn ich das Buch einordnen soll, dann gehört es für mich in eine Kategorie mit den amerikanischen Autoren John Updike und John Irving. Autoren, deren Bücher für mein Empfinden vorderrangig an ihren männlichen Protagonisten und deren Befindlichkeiten und Sexualität ausgerichtet sind.

4 3 2 1
von Paul Auster
(13)
Buch (gebundene Ausgabe)
29,95

 
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