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Eine Kundin / Ein Kunde aus Marl

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, Autorin, Rezensentin, Redakteurin

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Zufall?

Eine Kundin / Ein Kunde aus Marl , am 18.04.2010

Nicht nur für Andreas Franz ist dieser Krimi der erste der 'Kieler Reihe', sondern auch für mich. Und das erste Treffen zwischen Sören Henning, Lisa Santos und mir war genauso, wie ich es mir von Herrn Franz erhofft habe, denn von den Krimis aus seiner Durant-Reihe war ich eh schon begeistert. Meiner Meinung nach sollten alle Krimis von ihm mit dem Satz beginnen 'Ziehen Sie Ihren Telefonstecker raus, stellen Sie die Türklingel ab und lassen Sie sich ein paar Stunden von Andreas Franz in die Abgründe der menschlichen Psyche ziehen!'

Das Buch beginnt mit dem Mord an einer Schülerin, die gerade von einem langen Auslandsaufenthalt zurückkehrte, in ihrem Zuhause aber nie ankam. Von Anfang an weiß der Leser, wer der Mörder ist und welche ekelhaften und grausamen Morde er verübt. Der Täter nennt sich 'Butcher' (Metzger) und dieser Name steht ihm gut zu Gesicht. Zumindest beschreibt es die Morde, die er begeht, sehr bildhaft.

Henning und Santos werden mit dem Fall beauftragt und als Butcher eines Tages selber Kontakt zu Henning aufnimmt, wird allen klar, dass der Mörder die Polizisten auf einen Weg führen möchte, auf den sie ohne weiteres nicht gekommen wären. Eine Schnitzeljagd beginnt und nach und nach fügen sich alle kleinen Puzzleteilchen zu einem Gesamtbildnis zusammen.

Wie bereits in den Durant-Fällen war es bei mir so, dass ich von der ersten Seite an gefesselt von der Story war und hineingezogen wurde, als würde ich mich in einem Strudel befinden. Selbst am Ende überschlagen sich die Ereignisse und die Geschichte ist wirklich bis zur letzten Seite spannend. Zudem ist es erschreckend, einen Serienmörder auf seinen Morden zu begleiten und zu sehen, dass er im 'wahren Leben' ein scheinbar treusorgender Familienvater ist. Nicht selten ertappt man sich dabei, an die Menschen im eigenen Umfeld zu denken und sich zu fragen 'Ob die wohl auch...?'

Die Geschichte von Butcher ist in meinen Augen sehr gut recherchiert und zeugt auch von sehr viel Wissen in psychologischen Bereich. Natürlich gibt es nie eine Entschuldigung für Morde und dennoch wird der Leser sich ab und zu dabei ertappen, dass er ein wenig Verständnis für den Täter hat, auch wenn man seine Taten natürlich nicht gut heißen kann. Ob man nun will oder nicht. Man wird sich in dieser Story irgendwie 'zuhause' fühlen und genau das ist es, was für mich die Bücher von Andreas Franz ausmachen. Ich fühle mich immer direkt von der ersten Seite an darin gut aufgehoben, was meinen Drang zu spannenden Büchern angeht.

Nun freue ich mich schon auf die beiden weiteren Teil ('Spiel der Teufel' und 'Eisige Nähe'), die bereits in meinem Stapel ungelesener Bücher auf mich warten. Ich empfehle übrigens, die Bücher der Kieler Reihe in genau dieser Reihenfolge zu lesen, denn das Leben von Henning und Santos geht anscheinend in jedem Buch ja chronologisch weiter, während die einzelnen Fälle in den Büchern in sich abgeschlossen sind.

Wieder einmal ein sehr guter Andreas-Franz-Krimi! Chapeau!

Unsichtbare Spuren
von Andreas Franz
(12)
Buch
9,99

Beckett mal anders!

Eine Kundin / Ein Kunde aus Marl , am 27.03.2010

Im Vorwort dieses Buches schreibt Simon Beckett, dass 'Voyeur' sein erster veröffentlichter Roman ist, den er zwischen 1991 und 1992 mit der Hand (!) schrieb. Deshalb seien auch hier vorab die Stimmen gewarnt, die nach dem Lesen des Buches (wie auch schon bei OBSESSION und FLAMMENBRUT) enttäuscht sein könnten, dass die älteren Werke Becketts 'nicht so gut' sind wie seine heutige David-Hunter-Serie. Sie können meiner Meinung nach auch überhaupt nicht verglichen werden, da sich der Autor erstens weiterentwickelt hat und zweitens seine ersten Bücher ganz einfach nicht im Thriller-Genre schrieb, sondern diese eher dem psychologischen Krimibereich angehören. Wobei ich beim 'Voyeur' nun behaupten möchte, dass das Buch auch nicht ins Genre Krimi gehört, sondern einfach in eine spannende und mitreißende Literaturebene mit einer guten Prise Erotik.

Der Galerist Donald lebt sehr zurückgezogen und ohne Sex auskommend, denn diesen braucht er nicht zum Leben. Doch findet er es äußerst erregend, anderen Menschen genau dabei zuzuschauen. So passiert es eines Tages, dass er seine Assistentin Anna in seiner Galerie heimlich dabei beobachtet, wie sie sich nach ihrem Dienst für ein Date mit ihrem Freund Marty umkleidet. Vor einem Spiegel stehend entblößt sie sich zunächst, um sich dann andere Kleidung anzuziehen.

Von diesem Moment an, wird Anna für Donald zum Objekt seiner obsessiven Begierde. Er möchte Anna für sich, doch stört ihr Freund Marty bei diesem Vorhaben natürlich gewaltig. Um Marty aus dem Weg zu räumen, engagiert er Zeppo, der für Geld alles tun würde und auch über Leichen geht. Dieser soll das Paar auseinanderbringen, indem er mit Anna ein Verhältnis beginnt. Doch leider ist dieser Plan nicht so einfach zu erfüllen, wie er sich vielleicht anfangs anhören mag und so passieren viele Dinge, die nicht vorhersehbar sind. Eines Tages verschwindet Marty tatsächlich und Donald und Zeppo sind nicht ganz unschuldig daran. Als Anna dann die Polizei damit beauftragt, Marty zu finden, geht es Donald und seinem Kompagnon mächtig an den Kragen.

Mich hat dieser Roman von der ersten Seite an gefesselt. Es war zwar etwas ungewöhnlich für mich, Stellen in diesem Buch zu lesen, die (untypisch für Simon Beckett) sehr erotisch bebildert waren, doch hat er es in einer Art und Weise getan, die den Leser mit Sicherheit nicht unberührt lässt. Und obwohl Sex und die Begierde eines Menschen die Hauptrolle in diesem Buch spielt, so kamen diese beiden Bestandteile nie überschwänglich oder penetrant rüber. Auch kam dieser Roman im Gegensatz zu den neueren Beckett-Romanen fast ohne Blutvergießen aus.

Eine sehr spannende, psychologisch gut recherchierte und erotikgeladene Geschichte, die man so in dieser Art von Beckett vielleicht nicht erwartet hätte, die mich aber überaus begeistert hat. Es ist schön, dass mich nun insgesamt drei ältere Werke des Autors die Zeit für mich überbrücken konnten, bis ich endlich den vierten David-Hunter-Fall in den Händen halten darf.

6 von 6 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Voyeur
von Simon Beckett
(31)
Buch
9,99

"Ohne Liebe tut das Leben weh."

Eine Kundin / Ein Kunde aus Marl , am 27.03.2010

Kurz nach ihrem 44. Geburtstag möchte Andreas, der Mann von Franziska, die Scheidung. Für Franziska bricht ein scheinbar glückliches Leben komplett auseinander. Nach einem Gespräch mit ihrer besten Freundin Tina, kommt sie zu der Erkenntnis, dass man sich am Ende einer Beziehung zwar an 'das erste Mal' mit dem Partner erinnert, jedoch nicht an das letzte Mal. Und so 'produziert' sie ein letztes Mal, welches sie für ihre eigene Erinnerung braucht. Nach der Scheidung landet sie noch einmal mit Andreas im Bett, der kurz danach aus beruflichen Gründen ins Ausland auswandert.

Dass dieses abschließende 'Techtelmechtel' nicht ganz ohne Folgen passierte, merkt sie, als sie wenig später erfährt, dass sie schwanger ist. Bei einem Geburtsvorbereitungskurs lernt sie dann das junge Mädel Lilly kennen und eine wunderbare Freundschaft entwickelt sich vom ersten Tage an. Der Vater von Lillys Kind hat nicht mehr wirklich viel Interesse an ihr und ihrem Leben und von ihren Eltern wurde sie schon vor Jahren verstoßen. So nimmt sich Franziska ihrer an und lässt Lilly in ihre Wohnung einziehen.

Als die beiden Frauen ihre Kinder bekommen, scheint die Welt in Ordnung. Auch das Hadern von Franziska, ob sie sich auf den 20 Jahre jüngeren Simon (ein Freund von Lilly) einlassen soll, wird im Laufe der Zeit bewältigt. Ich fand es toll, diese Thematik in einem Roman zu lesen und ich fand auch die Beweggründe für ein Für und Wider zu einer solchen Beziehung wunderbar aufgegriffen.

Alles scheint perfekt, bis eines Tages ein großes Unglück passiert und die heile Welt der beiden Frauen jäh auseinanderreißt....

Silke Schütze hat die Gabe, Bücher nicht nur lebhaft und bunt zu schreiben, sondern auch immer soviel Tiefgang hineinzulegen, dass man schon nach kurzer Zeit meint, die Protagonisten zu kennen. Kleine Botschaften, wie die, dass das Leben ohne Liebe weh tut, schleichen sich ins Herz des Lesers und stimmen am Ende nachdenklich.

Ein wundervolles Buch, das nicht nur unterhaltsam ist, sondern auch zu Tränen rühren wird!

2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Kleine Schiffe
von Silke Schütze
(5)
Buch
7,99

"Frietjof, Ulla, Catherine und Karlsson"

Eine Kundin / Ein Kunde aus Marl , am 13.03.2010

Wenn man die Anfangsbuchstaben der Namen in der Überschrift dieser Rezension nacheinander liest, kommt man auf das, was Rosa denkt, als ihr schier Unglaubliches passiert.

Eigentlich erfüllt sie das Klischee der verlassenen Frau perfekt. Ihre große Liebe Jan hat sie wegen seiner großen Liebe Olivia verlassen. Die Hochzeit der beiden steht kurz bevor und Rosa wünscht sich nichts mehr, als ihren Ex zurückzubekommen um ihn im besten Fall selber zu heiraten. Doch selbst als Jan ihr sagt, dass er Olivia auf jeden Fall heiraten wird und dass er Rosa einfach nicht mehr liebt, glaubt sie noch daran, ihn eines Tages zurückzubekommen.

Aber wie der Teufel es so will, kommt alles anders. Während einer Zirkusvorstellung lernt sie einen Zauberer kennen, der behauptet, andere Menschen per Rückführung in die Vergangenheit reisen lassen zu können. Da Rosa glaubt, dies sei Humbuk lässt sie sich auf das Experiment ein und erwacht kurze Zeit später tatsächlich in einem anderen Leben. Aber nicht nur das. Auch ihre Seele ist in einem anderen Körper gefangen und sie ist äußerst überrascht, als sie erkennen muss, dass sie ... 'plötzlich Shakespeare' ist. Doch hat sie zwar seinen Körper übernommen, aber Shakespeares Geist kann dennoch mit ihrem eigenen Geist kommunizieren. Und man kann sich vorstellen, dass auch Shakespeare über dieses 'Unglück' nicht gerade amused ist und so fechten die beiden anfangs wahre Kämpfe aus.

Doch es geht kein Weg daran vorbei: Die beiden müssen sich arrangieren, denn Rosa wird nur dann wieder in ihr eigenes Leben zurückkehren können, wenn sie die wahre Liebe in ihrer Vergangenheit findet. Eine überaus komische und unterhaltsame Verwicklung und Verstrickung von Situationen beginnt und hält den Leser so lange an das Buch gefesselt, bis man es am Ende mit Tränen der Rührung wieder loslässt.

David Safier ist in diesem Roman etwas Unglaubliches gelungen. Dass die Protagonisten in seinen Romanen bisher durchweg weiblich sind, weiß man inzwischen. Dass er sich unglaublich gut in die Psyche einer Frau hineindenken kann, ebenso. Aber in dieser Geschichte paart er sein Wissen über die Gedanken einer Frau mit dem Wissen eines Mannes und gepaart mit seiner lustigen Schreibweise hat mich dieser Roman bisher am meisten berührt.

Die lustigen Szenen in diesem Buch sind dominierend, aber dennoch nie überladen. Sie kommen zur rechten Zeit und es wird auch mal ernst, wenn es die aktuelle Situation erfordert. Rosa durchlebt in diesem Buch eine Wandlung, die schleichend daherkommt, aber durchaus vom Leser wahrgenommen wird.

Die Dialoge zwischen Rosa und Shakespeare klingen so real, als wäre man selber dabei und würde den beiden lauschen. Es fiel mir als Leserin leicht, den Dialogen zu folgen, obwohl die Sichtweisen ständig wechseln.

David Safier hat William Shakespeare so real geschildert, dass man irgendwann meint, man würde ihn persönlich kennen und am Ende fühlt man sich Shakespeare.... irgendwie nahe und man verspürt den Wunsch, seine Werke zu lesen um nachzuschauen, ob Rosa nicht wirklich damals in seinem Leben einen bestimmten Platz hatte. Auch, wenn dieser Roman ja die reine Fiktion ist.... aber wer weiß das schon so genau?


Plötzlich Shakespeare
von David Safier
(56)
Buch
17,95

Dieses Buch lässt keine Wünsche offen

Eine Kundin / Ein Kunde aus Marl , am 09.02.2010

In dem neuen Roman des Autorenduos 'Anne Hertz' stecken jede Menge Wünsche. Und am Ende wird dem Leser einer davon erfüllt! Nämlich der, nach jeder Menge guter Unterhaltung mit tiefsinnigen Elementen.

Meike Schäfer hat in ihrem Leben bisher nicht viel auf die Reihe bekommen. Ihr Ex-Freund Gunnar hat sie gerade sitzen gelassen und in ihrem Job als Solariumangestellte begeht sie einen folgeschweren Fehler. Doch zum Glück gibt es ihre Cousine Kiki, mit der Meike sich eine Wohnung teilt. Kiki arbeitet als Coach und gibt anderen Menschen Hilfestellung im Leben. Und so bringt sie Meike das 'Gesetz der Anziehung' näher, welches man bereits aus Büchern wie 'The Secret' kennt. Dass aber auch dabei so einiges schief laufen kann, stellt Meike fest, als ein Schicksalsschlag ihr Leben komplett verändert und sie sich fortan von einer Lüge in die nächste verstrickt.

Ich habe bisher alle Bücher der beiden Anne-Hertz-Schwestern gelesen und habe sie alle regelrecht verschlungen, aber dieses ist nun mein absolutes Lieblingsbuch. Es ist wie alle ihre Bücher, locker und leicht, aber dennoch auch immer wieder mit wunderbaren Geheimnissen und Weisheiten gespickt, aus denen der Leser so einiges für sich anwenden kann.

Bereits vor ein paar Jahren lernte ich 'The Secret' kennen und versuche seitdem, das Leben von der positiven Seite zu sehen. Doch ließ ich meine Wünsche in letzter Zeit ein wenig außer Acht. Dies änderte sich beim Lesen dieses Buches. Denn ich verspürte nach dem Beenden den absoluten Drang, mein 'Wunschbuch' weiterzuführen, das ich vor einiger Zeit begann. Es mag sich anhören wie Zufall oder Zauberei, aber nachdem ich drei Wünsche hineinschrieb, erfüllten sich zwei davon bereits am nächsten Tag.

Was mir jetzt noch zu meinem Glück fehlt ist das Armband, welches man auf dem (wieder mal) wunderschönen und unverkennbaren Cover sieht. Denn dieses Band schaut nicht nur wunderschön aus, sondern es spielt im Buch auch eine ganz besondere Rolle....

Ein toller Roman, der von der ersten Seite an fesselt, neugierig macht und den Leser dazu bringt, über sein eigenes Leben und vor allem über seine Wünsche nachzudenken. Er zaubert ein paar Tränchen in die Augen und am Ende bleibt der Wunsch nach weiteren Romanen dieses Autorenduos. Vielleicht werde ich diesen Wunsch in mein Wunschbuch schreiben. Auch wenn ich mir jetzt schon sicher bin, dass er sich erfüllen wird.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Goldstück
von Anne Hertz
(16)
Buch
8,95

Schmerz öffnet die Seele

Eine Kundin / Ein Kunde aus Marl , am 14.01.2010

Die 17jährige Ellie ist mit ihren Eltern von Köln in eine Dorfidylle im Westerwald gezogen. Dieser Umzug macht ihr schwer zu schaffen, denn sie vermisst ihre Freunde, ihr Handy hat keinen Empfang und die Einöde langweilt sie zu Tode. Doch schnell merkt sie, dass irgendwas nicht mit rechten Dingen zugeht, denn sie wird von bösen Träumen heimgesucht, die sich anfühlen, als seien sie real. Sei es ein Unwetter oder ein unbekannter Reiter, der sie auf einem Pferd zu retten scheint.

Diesen Reiter (Colin) lernt sie dann aber auch in der realen Welt kennen. Ihren Eltern gefällt es gar nicht, dass sie sich nun mit Jungs einlässt und sie bitten Ellie, ihnen den Jungen vorzustellen. Doch an dem Abend, an dem Ellie Colin mit ihrem Vater bekannt macht, bahnt sich das ganze Unglück an, denn ihr Vater reagiert äußerst boshaft, als er Colin sieht und jagt ihn aus dem Haus. Ellie verbietet er jeglichen Kontakt zu ihm und auch wenn sie sich anfangs noch an diesen Befehl zu halten scheint, so ist doch ihre Neugier auf diesen Jungen und vor allem auch das liebliche Gefühl einer aufkeimenden Verliebtheit größer als das Verbot der Eltern.

Doch ist Colin wirklich gut zu ihr? Ellie erkennt immer mehr, dass irgendwas im Argen ist mit dem Jungen, der so unheimlich und unnahbar wirkt und sie versucht, dem Geheimnis auf die Schliche zu kommen. Und auch wenn es sie anfangs ängstigt, so kommt sie doch nicht von der Ausstrahlung los, die Colin auf sie zu haben scheint. Und auch ihr Vater muss irgendeine Verbindung zu dem Jungen haben. Warum sonst verhält auch er sich auf einmal so sonderbar?

Dachte ich anfangs noch, es würde auf einen Vampirroman hinauslaufen, so wurde ich doch nach und nach über diesen Trugschluss aufgeklärt. Zum Glück, denn Vampirromane liegen mir nicht so besonders. Zwar stehlen Vampire den Menschen Blut und auch Colin scheint den Menschen etwas nehmen zu wollen, was lebensnotwendig ist, doch können die Begebenheiten unterschiedlicher kaum sein.

Das Buch hat mich mit seinen 631 Seiten so sehr in seinen Bann gezogen, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Die Seiten wirbeln nur so weiter und am Ende ist man traurig, dass man sich von den liebgewonnen Personen trennen muss. Auch Tränen in den Augen blieben am Schluss (zumindest bei mir) nicht aus.

Bettina Belitz ist mit diesem ersten Teil einer Trilogie ein Meisterwerk in der fantastischen Jugendliteratur gelungen, bei dem ich nun sehnlichst auf die beiden weiteren Teile warten werde! Ein großes Lob geht auch an die Grafikabteilung des Verlages. Als ich das Buch zum ersten Mal sah, verliebte ich mich direkt in das Cover. Dass der Inhalt mich nun auch noch ebenso begeisterte, lässt das Buch zu einem wahren Schmuckstück für mich und mein Bücherregal werden.

Chapeau für eine spannende, fantasiereiche und fesselnde Lektüre, die gleichzeitig auch das Herz nicht unberührt lässt!

4 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Splitterherz
von Bettina Belitz
(41)
Buch
19,90

Richtig richtig lustig!

Eine Kundin / Ein Kunde aus Marl , am 12.12.2009

So richtig zufrieden ist Pia mit ihrem Leben nicht. Ihr Freund Max zeigt ihr nicht unbedingt, dass er sie abgöttisch liebt, sein Bruder Crocks stört mächtig, seitdem er mit ihnen zusammen in einem Haus wohnt und der Job als Leserbriefbeantworterin der Zeitschrift XX ist auch nicht gerade lebenserfüllend.

Bis ihr neuer Chef Daniel auf die Idee kommt, sie als 'Love Sheriff' einzusetzen. Ab sofort braucht Pia nicht mehr nur schriftlich auf die Briefe ihrer Leserinnen eingehen, sondern sie kann auch todesmutig selber Hand anlegen, wenn es darum geht, die Gatten oder Freunde der Damen 'umzuerziehen'. So schleicht sie sich zum Beispiel als alte Freundin der Gattin in eine Ehe hinein, in der sie dem Gatten mal so richtig zeigt, was er an seiner Frau überhaupt hat. Und auch wenn es darum geht, aus einem eifersüchtigen Freund das Handwerk zu legen, ist sie mittendrin dabei.

Der Schreibstil von Martina Paura ist gewohnt lustig und die Gags geben sich die Klinke in der Hand. Besonders lustig fand ich auch immer die Stellen, an denen sie über die Katze der Eltern berichtet, denn diese sind im Urlaub und Pia hat das Catsitting übernommen. Da merkt man doch gleich, dass die Autorin selber Katzenbesitzerin ist, denn so kann nur jemand über die kleinen Wollknäuel schreiben, der sich damit auskennt. Wunderbar!

Nun habe ich alle Bücher von Martina Paura gelesen und warte sehnsüchtig auf das nächste Buch von ihr, um mir erneut ein paar vergnügliche, lustige Stunden auf meiner Lesecouch zu bescheren.

Love Sheriffs
von Martina Paura
(1)
Buch
8,95

Auch dich wird der König finden!

Eine Kundin / Ein Kunde aus Marl , am 11.11.2009

Bevor ich mit der eigentlichen Rezension beginne, möchte ich über die wunderschöne Gestaltung des Buches berichten. Als ich es aus der Verpackung nahm, war ich sehr erstaunt über das Gewicht. Denn obwohl es lediglich 210 Seiten beinhaltet, ist es richtig schwer. Ich legte es auf eine Waage (das habe ich zuvor noch nie mit einem Buch getan, aber ich war einfach neugierig!) 542 g wiegt es, dieses Schmuckstück, das in seiner Schönheit kaum noch zu überbieten ist.

Die Seiten sind glatt und fühlen sich wunderbar beim Umblättern an. Die Illustrationen sind auf alt gemacht, wie das ganze Buch an sich. Immerhin spielt die Geschichte im Ende des 19. Jahrhunderts und fast bekommt der Leser das Gefühl, ein eben so altes Buch in Händen zu halten.

Als ich begann, die Geschichte rund um das kleine Mädchen Milena zu lesen, wußte ich, dass es nicht nur ein Buch sein wird, welches ich lese, sondern eine kleine Entdeckungsreise, denn auf fast jeder Seite warteten Bilder, Notizzettel und andere kleine Geheimnisse auf mich.

Milenas Vater ist vor kurzer Zeit gestorben. Er war ein bekannter Marionettenspieler und starb bei einem Unfall. Am gleichen Tag verschwand auch ihre Mutter, die Milena ab und zu im Traum begegnet. Fortan wächst sie bei ihrer Großmutter, die in dem Buch 'Baba' genannt wird auf. Eines Tages geht Milena am alten Marionettentheater ihres Vaters vorbei und entdeckt dort ein Schild, auf welchem der 'Meister der Marionetten' das Theaterstück 'Legenden der Zukunft' anpreist. Gern würde Milena sich dieses Theaterstück anschauen, doch leider fehlt ihr das Geld für die Eintrittskarten.

Als sie diese eines Tages geschenkt bekommt, gibt es kein Halten mehr und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Doch meint der Schenker dieser Karten es gut mit Milena? Oder lockt er sie in eine Falle? Eine spannende Geschichte, die den Leser nicht mehr loslassen wird, beginnt.

Was mich auch sehr fasziniert hat, ist die 'Geschichte in der Geschichte', denn in einzelnen Kapiteln bekommt der Leser, wunderschön andersfarbig aufgemacht, einen Einblick in die 'Legenden der Libussa', die es laut Nachtrag der Autorin wohl wirklich gibt. So laufen eigentlich zwei Geschichten parallel, die am Ende doch eine Ganze werden.

Obwohl dieses Buch als 'Jugendbuch' deklariert ist, ist es für mich alles andere als das. Ich bin 40 Jahre alt und habe jede Seite dieses Buches genossen und ich hatte auch nie das Gefühl, als würde ich eine 'Kindergeschichte' lesen. Die Schreibweise von Joanne Owen ist bildhaft, lebhaft und mitreissend, so dass man am Ende wirklich vergisst, dass es 'nur' ein Buch ist.

Ich bin sehr begeistert und kann dieses Buch jedem Leser empfehlen, der sich gerne auf Milena und ihre Erlebnisse einlassen möchte. Ich persönlich habe mich um Jahrzehnte zurückversetzt gefühlt und jede einzelne Seite genossen.

Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes!

König der Marionetten
von Joanne Owen
(3)
Buch
14,90

"Ein Dorn im Auge"

Eine Kundin / Ein Kunde aus Marl , am 25.10.2009

Das sagt man, wenn einem eine Sache nicht so liegt und man diese gerne abschütteln könnte. Zum ersten mal gebrauche ich diesen Ausspruch allerdings positiv. Denn Wulf Dorn ist mir ab sofort ein 'Dorn im Auge', den ich nicht mehr missen möchte. Denn mit seinem Debüt hat er mich voll und ganz für sich gewonnen.

Ellen Roth ist Psychiaterin in einer Klinik, als ihr plötzlich bei einem Rundgang eine völlig verwahrloste und schlimm zugerichtete Patientin begegnet. Sie redet nicht viel, warnt Ellen aber vor dem 'schwarzen Mann', der auch sie holen wird, wenn sie nicht aufpasst. Ellen ist geschockt. Vor allem, als sie ihrem Kollegen Mark von der Patientin erzählt und dieser sich ein eigenes Bild von ihr machen will. Denn in dem Moment, in welchem Ellen und Mark das Krankenzimmer betreten, müssen sie feststellen, dass die Patientin verschwunden ist. Komischer Weise hat auch niemand sonst in der Klinik ihren Aufenthalt mitbekommen. Und nichts zeugt davon, dass es diese Patientin wirklich gegeben hat.

Schon sehr bald scheint der 'schwarze Mann', der von der unbekannten Patientin beschrieben wurde, um mit Ellen Kontakt aufzunehmen und er scheint sie sogar in ihren Träumen zu verfolgen. Ellen macht sich, trotz furchtbarer Angst, auf die Suche nach diesem Mann und begibt sich dabei auf einen Weg, der ihr zeigt, dass sie anscheinend selbst ihren Freunden nicht mehr trauen kann.

Immer wieder dreht sich die Geschichte in eine andere Richtung. Der Leser beginnt, den Personen zu vertrauen, stellt fest, dass dies ein Trugschluss ist und schon im selben Moment ändert er erneut seine Meinung. Am Ende kann man es kaum erwarten, die Seiten zu lesen und obwohl ich schon recht schnell lese, habe ich mir mal wieder gewünscht, dies noch schneller tun zu können, um an des Pudels Kern zu gelangen.

Wulf Dorn hat mit diesem Debüt nicht nur einen wunderbar spannenden, erstklassig recherchierten und fesselnden Psychothriller geschrieben, sondern vielmehr hat er sich in einem Rutsch in die Riege der besten deutschen Thrillerautoren katapultiert. Wer beim Lesen dieses Buches keine schwitzigen Hände bekommen hat und wer die Seiten nicht so schnell wie möglich weiterblättert, um endlich an die Auflösung zu kommen, ist selber Schuld.

Begriffe, die man als Laie vielleicht noch nie zuvor gehört hat, werden in dem Buch fast nebenbei so gut erklärt, dass man dem roten Faden zu jeder Zeit folgen kann. Die Geschichte ist rund, in sich schlüssig und so wahnsinnig spannend geschrieben, dass eine Störung beim Lesen (Telefon, Türklingel etc.) fast aggressiv macht. Also empfehle ich jedem Leser, sich ein paar Stunden Zeit zu nehmen, um dieses Buch in einem Rutsch zu lesen. Denn es fällt schwer, es zwischendurch weglegen zu müssen.

Wulf Dorn... ein Autor, den ich in jedem Fall im Auge behalten werde. Ich kann seinen zweiten Thriller schon jetzt kaum erwarten und hoffe, dass auch dieser wieder genauso toll geschrieben ist wie 'Trigger'. Beim Lesen dieses Buches kam es mir vor, als würde ich einen Film sehen, denn Dorn hat diese besondere Gabe, sehr anschaulich und bildlich zu schreiben.

Trigger
von Wulf Dorn
(30)
Buch
9,95

Viel Psychologie + viel Feuer + viel Spannung = Simon Beckett!

Eine Kundin / Ein Kunde aus Marl , am 10.08.2009

Vorab sei gesagt, dass Leser, die die David-Hunter-Thriller von Simon Beckett kennen und lieben, nicht den Fehler begehen dürfen, 'Flammenbrut' mit den neuen Werken des Autors zu vergleichen. Das wäre gleichzusetzen mit dem Vergleich von Äpfeln und Birnen, denen kein Apfel dieser Welt standhalten könnte.

Kate ist mitte 30, Single und wünscht sich ein Kind. Einen Mann braucht sie dazu nicht, höchstens zur Zeugung, aber in der heutigen Zeit der künstlichen Befruchtung geht auch das ohne den männlichen Menschen als Mitspieler und so wendet sie sich an eine Klinik, die diese Befruchtungen per Samenspende anbieten.

Doch so ganz kann sie sich mit dem Gedanken nicht anfreunden, dass ihr Samen eingesetzt wird von einem Mann, den sie überhaupt nicht kennt und bei dem es auch nicht möglich wäre, ihn eines Tages ausfindig zu machen.

Also schaltet sie Zeitungsanzeigen, in denen sie Samenspender sucht. Als Alex, ein anerkannter Psychologe sich eines Tages bei ihr meldet, bringt er nicht nur ihre Wunscherfüllung in greifbare Nähe, sondern auch ihre Hormone mächtig in Wallung. Doch schnell merkt Kate, dass irgendwas mit Alex nicht zu stimmen scheint.

Dieser Roman von Simon Beckett unterscheidet sich nicht nur in dem Punkt, dass es sich um keinen Thriller, sondern um einen psychologischen Kirmi (wie auch schon eines seiner anderen frühen Werke 'Obsession') handelt, sondern vielmehr auch darin, dass die Hauptperson diesmal eine Frau ist. Die Empathie, die Beckett in diesem Fall in die Psyche einer alleinstehenden Frau mit innigem Babywunsch setzt, ist greifbar, logisch, nachvollziehbar und ich finde es bewundernswert, dass der Autor es geschafft hat, die Gedankengänge einer Frau so dermaßen gut niederzuschreiben, dass ich mich sehr gut in Kate hineinversetzen konnte.

Gleichzeitig ist das Buch sehr spannend geschrieben und anhand der Szenen, in denen es um Flammen und Feuer geht, sieht man, dass Beckett verdammt gut recherchiert haben muss, was er auch im Vorwort dieses Buches erwähnt. Die Spannung steigert sich von Seite zu Seite und irgendwann kommt man an den Punkt, an dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann, weil man unbedingt wissen möchte, was es mit Alex auf sich hat.

Da ich bisher alle Bücher von Simon Beckett gelesen habe, kann ich (wie auch bereits bei 'Obsession') auch diesmal wieder sagen, dass ich alle noch kommenden Bücher von ihm lesen werde und mich darauf freue. Bereits im Winter 2009 wird eine Kurzgeschichtensammlung ('Tödliche Gabe') erscheinen, in denen wir eine David-Hunter-Geschichte finden werden. Gleichzeitig werden in diesem Buch andere namhafte Thriller-Autoren ihre Kurzgeschichten zum Besten geben.

'Flammenbrut' ist ein toller Krimi, der nicht nur Frauen sondern auch Männer in seinen Bann ziehen wird. Sehr gut recherchiert, durchdacht und mit der Liebe zur Spannung niedergeschrieben.

Prädikat: Absolut empfehlenswert!

4 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Flammenbrut
von Simon Beckett
(39)
Buch
9,99

 
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