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Name:
Andrea Koßmann
Ort:
Marl
Rezensionen:
243 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 155

nicht hilfreich: 51

Rang:
131
Über mich:

, Autorin, Rezensentin, Redakteurin

Andrea Koßmanns Rezensionen

123
auf Merkliste

50

20.06.2010

„I like Chopin”

Julius Kern - ein Name den der Liebhaber von spannenden Thrillern sich unbedingt merken sollte. Denn dieser Debütroman von Vincent Kliesch ist der Auftakt zu einer ganzen Serie von Kriminalfällen, die der Beamte aufklären muss.

In diesem Fall beschäftigt Kern sich mit der Suche nach dem sogenannten 'Putzteufel'. Ein Serienmörder, der in Berlin sein Unwesen treibt. Ungewöhnlich für seine Taten ist die Tatsache, dass er nach den Morden die Wohnungen der Opfer blitzblank putzt. Und zwar so gewissenhaft, dass ich anhand der Beschreibungen als Leserin den Reiz verspürte, selber den Putzlappen zu schwingen. Wahrscheinlich spielten unterschwellige Botschaften in diesem Thriller eine große Rolle.

Kern befasst sich mit dem Fall und das, obwohl er an einer Sache, die bereits einige Jahre zurückliegt, immer noch sehr zu knabbern hat. Denn neben seiner gescheiterten Ehe lässt auch ein Kriminalfall, den er Jahre zuvor gelöst hat, ihn nicht zur Ruhe kommen. Doch nach und nach lüften sich immer mehr verworrene und scheinbar unlösbare Geheimnisse und es scheint so, als würde der Putzteufel doch einige Spuren hinterlassen, die das LKA vielleicht bei den ersten Untersuchungen übersehen hat.

Die Geschichte besteht aus drei Erzählperspektiven, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte, da sonst die Gefahr bestünde, zuviel von der Story vorwegzunehmen. Doch eines sei sicher: Am Ende fügen sich alle Ungereimtheiten zu einer großen Klarheit zusammen und ich bin mir sicher, dass kein Leser auf diese Auflösung kommen wird. Zumindest habe ich selber nicht mit diesem Ende gerechnet.

Leser, die sich über den Titel meiner Rezension wundern sei gesagt, dass auch die Musik von Chopin in diesem Roman eine nicht unbeachtliche Rolle spielt. Und obwohl ich nicht so besonders auf diese Art der Musik stehe, läuft während des Schreibens dieser Rezension die Chopin Nocturne in G-Moll auf meinem PC ...

Was den Thriller besonders auszeichnet, sind kurze, prägnante Kapitel. Das Buch hat knapp 320 Seiten und beinhaltet 65 Kapitel, die am Ende so pageturnig sind, dass es schier unmöglich erscheint, das Buch aus der Hand zu legen. Auch der Gedanke 'nur noch dieses eine Kapitel und dann mach ich erstmal Pause', verabschiedete sich schnell aus meinem Gehirn, denn ich wollte wissen, wie es weitergeht.

Da ich mich als ziemlich hartgesottenen Thriller-Fan sehe, war ich äußerst positiv überrascht, in diesem Buch ekelige Situationen lesen zu dürfen, auf die ich in meiner Phantasie nie gekommen wäre. Da meint man, man hätte schon all die blutrünstigen Geschehnisse irgendwann mal gelesen und dann kommt so ein Vincent Kliesch daher, der mich eines Besseren belehrt und mir die Gänsehaut bietet, die ich bei einem guten Thriller erwarte.

Für mich (bisher) DAS Thriller-Debüt 2010. Ich freue mich immer sehr, wenn gerade deutsche Thriller-Autoren es schaffen, sich in mein (lesetechnisch gesehenes) kriminalistisches Herz schreiben.

Wer die Bücher von Sebastian Fitzek, Wulf Dorn und auch Andreas Franz ebenso liebt wie eine gute Portion Spannung und Thrill und diese mit der Lese-Sportart des 'Page-Turnen' vermischt um sich auf ein ganz besonderes Thriller-Menü einzulassen, wird an diesem Roman nicht vorbeigehen können.

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50

11.05.2010

„Hör auf dein Gefühl!”

Eines Tages wird der 14jährige Arthur von seinem Vater in eine Buchhandlung geführt, in welcher der Buchhändler sich schlicht 'Bücherwurm' nennt. Arthur ist angetan von der Menge der Bücher und freut sich sehr darüber, als der Bücherwurm ihm anbietet, einen Ferienjob bei ihm auszuüben. Als Arthur allerdings eines Tages in die Buchhandlung kommt und den Bücherwurm nach einem Überfall auffindet, beginnt er, Fragen zu stellen und der Buchhändler erzählt Arthur von den vergessenen Büchern, die es gilt, zu finden.

Es gibt sogenannten Bewahrer, die alles dafür tun, diese Bücher zu schützen und dann gibt es die Sucher, die auf der Suche nach diesen Schätzen sind, um Macht ausüben zu können. Der Buchhändler macht Arthur mit seiner Enkelin Larissa bekannt, die schon lange bei ihrem Grossvater lebt und schickt die beiden auf ein riesiges Abenteuer. Sie sollen das 'Buch der Antworten' finden, um es in Sicherheit zu bringen. Ihr Weg führt sie zunächst nach Amsterdam und später dann weiter nach Bologna.

Natürlich gibt es nicht nur Arthur und Larissa, die in diesem Buch die Guten darstellen, sondern auch den Gegenpart. Ein Clan, der mit aller Macht versucht, die vergessenen Bücher an sich zu reißen und damit die beiden Kinder immer wieder in Gefahr bringt. Wird es Arthur und Larissa gelingen, dieses Abenteuer zu bestehen?

Der Schreibstil des Autors hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Abenteuerlich und farbenfroh erzählt er die Suche nach den vergessenen Büchern. Tolle Zeichnungen, die immer zum jeweiligen Kapitel passen, machen ein richtiges Schmuckstück aus diesem Buch, welches mich übrigens auch von der äußeren Optik her sehr begeistert hat. Herausragend ist auch, dass Arthur neben Larissa zwar die Hauptperson dieses Buches ist, nicht aber ein Held im herkömmlichen Sinne. Was er übrigens von sich selbst auch sagt. Immer wieder erscheint Larissa als die Stärkere und Mutigere der beiden, die Arthur mitreißt und so vielleicht nach und nach die Angst aus ihm heraustreiben kann.

Wenn man dieses Buch liest, läßt man sich auf ein Abenteuer ein, aus dem man nur schwer wieder aussteigen kann. Nun frage ich mich ob es Glück oder Unglück ist, dass das Ende so endet, dass man als Leser das Gefühl bekommt, als würde jetzt erst alles so richtig anfangen. Denn auch wenn man denkt, man hätte das größte Abenteuer mit Arthur bereits erlebt, so bekommt man am Ende das Gefühl, als würde dieses erst noch bevorstehen. Deshalb freue ich mich sehr auf den zweiten Teil dieser tollen Trilogie und bin schon sehr gespannt darauf, wie die Geschichte weitergeht.

Ein Jugendbuch nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene, die innendrin Kind geblieben sind!

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buch

Unsichtbare Spuren

Andreas Franz

EUR 9,99 *
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50

18.04.2010

„Zufall?”

Nicht nur für Andreas Franz ist dieser Krimi der erste der 'Kieler Reihe', sondern auch für mich. Und das erste Treffen zwischen Sören Henning, Lisa Santos und mir war genauso, wie ich es mir von Herrn Franz erhofft habe, denn von den Krimis aus seiner Durant-Reihe war ich eh schon begeistert. Meiner Meinung nach sollten alle Krimis von ihm mit dem Satz beginnen 'Ziehen Sie Ihren Telefonstecker raus, stellen Sie die Türklingel ab und lassen Sie sich ein paar Stunden von Andreas Franz in die Abgründe der menschlichen Psyche ziehen!'

Das Buch beginnt mit dem Mord an einer Schülerin, die gerade von einem langen Auslandsaufenthalt zurückkehrte, in ihrem Zuhause aber nie ankam. Von Anfang an weiß der Leser, wer der Mörder ist und welche ekelhaften und grausamen Morde er verübt. Der Täter nennt sich 'Butcher' (Metzger) und dieser Name steht ihm gut zu Gesicht. Zumindest beschreibt es die Morde, die er begeht, sehr bildhaft.

Henning und Santos werden mit dem Fall beauftragt und als Butcher eines Tages selber Kontakt zu Henning aufnimmt, wird allen klar, dass der Mörder die Polizisten auf einen Weg führen möchte, auf den sie ohne weiteres nicht gekommen wären. Eine Schnitzeljagd beginnt und nach und nach fügen sich alle kleinen Puzzleteilchen zu einem Gesamtbildnis zusammen.

Wie bereits in den Durant-Fällen war es bei mir so, dass ich von der ersten Seite an gefesselt von der Story war und hineingezogen wurde, als würde ich mich in einem Strudel befinden. Selbst am Ende überschlagen sich die Ereignisse und die Geschichte ist wirklich bis zur letzten Seite spannend. Zudem ist es erschreckend, einen Serienmörder auf seinen Morden zu begleiten und zu sehen, dass er im 'wahren Leben' ein scheinbar treusorgender Familienvater ist. Nicht selten ertappt man sich dabei, an die Menschen im eigenen Umfeld zu denken und sich zu fragen 'Ob die wohl auch...?'

Die Geschichte von Butcher ist in meinen Augen sehr gut recherchiert und zeugt auch von sehr viel Wissen in psychologischen Bereich. Natürlich gibt es nie eine Entschuldigung für Morde und dennoch wird der Leser sich ab und zu dabei ertappen, dass er ein wenig Verständnis für den Täter hat, auch wenn man seine Taten natürlich nicht gut heißen kann. Ob man nun will oder nicht. Man wird sich in dieser Story irgendwie 'zuhause' fühlen und genau das ist es, was für mich die Bücher von Andreas Franz ausmachen. Ich fühle mich immer direkt von der ersten Seite an darin gut aufgehoben, was meinen Drang zu spannenden Büchern angeht.

Nun freue ich mich schon auf die beiden weiteren Teil ('Spiel der Teufel' und 'Eisige Nähe'), die bereits in meinem Stapel ungelesener Bücher auf mich warten. Ich empfehle übrigens, die Bücher der Kieler Reihe in genau dieser Reihenfolge zu lesen, denn das Leben von Henning und Santos geht anscheinend in jedem Buch ja chronologisch weiter, während die einzelnen Fälle in den Büchern in sich abgeschlossen sind.

Wieder einmal ein sehr guter Andreas-Franz-Krimi! Chapeau!

buch

Ausgezogen

Steffi von Wolff

EUR 12,95 *
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50

06.04.2010

„Nicht nur für Teenies!”

Als die vier Freundinnen Julia, Nicole, Saskia und Kim beschließen, bei ihren Eltern auszuziehen, um eine WG zu gründen, können sie sich eigentlich noch gar nicht so recht vorstellen, wie das Leben ohne die gute Behütung der Eltern ist. Vor allem können sie sich nicht vorstellen, dass so ein Leben arge Probleme mit sich bringen kann.

So sind sie absolut unerfahren, als sie sich eine Traumwohnung anschauen und den Vertrag unterschreiben, ohne ihn vorher richtig zu lesen. Ach ja.... und vielleicht hätten sie sich die Wohnung und vor allem auch die Nachbarn vorher mal anschauen sollen. Und warum klappt in der Theorie alles so wunderbar und in der Praxis schaut dann alles ganz anders aus?

Doch irgendwie kriegen sie alles gemeistert. Die Umzüge bestreiten einige Umwege, die durchaus mehrere 100 km lang sein können, doch nach und nach klappt alles so, wie sich die Mädels ihr Zusammenleben vorstellen. Doch klappt dies auch alles in ihren Jobs? Es treten die urkomischsten Situationen auf, die von Steffi von Wolff in ihrer gewohnt lustigen Art sehr zum Schmunzeln bringen. Natürlich dachte ich manchmal "Oh Mann... das hätten die doch wissen müssen!", aber ich glaube, mit 18 war ich auch noch nicht so erfahren wie heute und vielleicht hätte mir der ein oder andere Faux Pas damals genauso passieren können.

Ein sehr humorvolles Büchlein, das zum Lachen bringt und einige beschwingte Lesestunden beschert. Und das mit Sicherheit nicht nur Teenagern, sondern auch Erwachsenen, die im Herzen jung geblieben sind.

buch

Ausgelöscht

Cody McFadyen

EUR 19,99 *
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40

06.04.2010

„"Sonne und Mond"”

Sehnsüchtig gewartet habe ich auf den vierten Teil der Smoky-Barrett-Serie von Cody McFadyen. Ich empfehle, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen (Blutlinie, Todeskünstler, Das Böse in uns, Ausgelöscht). Denn obwohl die Handlungen in den einzelnen Büchern in sich abgeschlossen sind, so gehen die Lebensgeschichten der Protagonisten natürlich chronologisch weiter und einem Neueinsteiger würde, gerade was das Leben von Smoky Barrett betrifft, sicher einiges fehlen, wenn er mit diesem aktuellen Teil anfangen würde.

Bei einer Hochzeit wird eine verstörte, unterernährte und kahlköpfig geschorene Frau aus einem Auto geworfen und landet förmlich vor den Füßen der Hochzeitsgäste. Gleichzeitig erhält Smoky Barrett eine ominöse SMS, die mit der Frau in Verbindung zu sehen scheint. Da sich das halbe FBI unter den Hochzeitsgästen befindet, ist es logisch, dass sie sich dem Fall annehmen und herausfinden wollen, wer diese Frau ist und vor allem, was man ihr angetan hat.

Nach und nach entdecken die Ermittler, dass die unbekannte Frau bereits jahrelang in einem dunklen Raum verbracht haben muss und nach und nach lichtet sich die Flut der Geheimnisse um sie herum. Und Smoky und ihre Kollegen müssen auch erkennen, dass diese Frau anscheinend nicht das einzige Opfer eines Serienkillers ist.

Wer die anderen Bücher von McFadyen kennt, weiß inzwischen, dass er auf spektakuläre Situationen, haarsträubende und blutige Schilderungen und einem Spannungsaufbau ohne Gleichen zählen kann und der Leser wird diesbezüglich auch in diesem vierten Teil nicht enttäuscht. Doch fehlte mir wie bereits beim zweiten und dritten Teil der stockende Atem bei bestimmten Situationen, die es für mich nur im ersten Teil gab.

Das Buch ist thrillig, spannend und gut, auf jeden Fall. Und dennoch fehlte mir das 'Salz in der Suppe', dass ich aus dem ersten Teil gewohnt war. Diese Seiten, die man nur noch mit offenstehendem Mund weiterlesen kann und bei denen man den Kopf schüttelt um zu sagen 'Das kann jetzt nicht sein Ernst sein'.

Das Ende ist absolut nicht vorhersehbar und toll gelöst. Vor allem lässt es darauf hoffen, dass es noch weitere Smoky-Barrett-Fälle geben wird, bei denen ich auf jeden Fall wieder dabei sein werde. Zum Glück ist Barrett nur eine Romanfigur, denn bei all den schrecklichen Erlebnissen wäre ein realer Mensch spätestens nach dem ersten Fall bereits in der Irrenanstalt gelandet :-)

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