Neukunde?

Hier starten

Erweiterte Suche
Name:
Andrea Koßmann
Ort:
Marl
Rezensionen:
122 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 103

nicht hilfreich: 27

Rang:
222
Über mich:

, Autorin, Rezensentin, Redakteurin

Andrea Koßmanns Rezensionen

12
auf Merkliste

50

20.06.2010

„I like Chopin”

Julius Kern - ein Name den der Liebhaber von spannenden Thrillern sich unbedingt merken sollte. Denn dieser Debütroman von Vincent Kliesch ist der Auftakt zu einer ganzen Serie von Kriminalfällen, die der Beamte aufklären muss.

In diesem Fall beschäftigt Kern sich mit der Suche nach dem sogenannten 'Putzteufel'. Ein Serienmörder, der in Berlin sein Unwesen treibt. Ungewöhnlich für seine Taten ist die Tatsache, dass er nach den Morden die Wohnungen der Opfer blitzblank putzt. Und zwar so gewissenhaft, dass ich anhand der Beschreibungen als Leserin den Reiz verspürte, selber den Putzlappen zu schwingen. Wahrscheinlich spielten unterschwellige Botschaften in diesem Thriller eine große Rolle.

Kern befasst sich mit dem Fall und das, obwohl er an einer Sache, die bereits einige Jahre zurückliegt, immer noch sehr zu knabbern hat. Denn neben seiner gescheiterten Ehe lässt auch ein Kriminalfall, den er Jahre zuvor gelöst hat, ihn nicht zur Ruhe kommen. Doch nach und nach lüften sich immer mehr verworrene und scheinbar unlösbare Geheimnisse und es scheint so, als würde der Putzteufel doch einige Spuren hinterlassen, die das LKA vielleicht bei den ersten Untersuchungen übersehen hat.

Die Geschichte besteht aus drei Erzählperspektiven, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte, da sonst die Gefahr bestünde, zuviel von der Story vorwegzunehmen. Doch eines sei sicher: Am Ende fügen sich alle Ungereimtheiten zu einer großen Klarheit zusammen und ich bin mir sicher, dass kein Leser auf diese Auflösung kommen wird. Zumindest habe ich selber nicht mit diesem Ende gerechnet.

Leser, die sich über den Titel meiner Rezension wundern sei gesagt, dass auch die Musik von Chopin in diesem Roman eine nicht unbeachtliche Rolle spielt. Und obwohl ich nicht so besonders auf diese Art der Musik stehe, läuft während des Schreibens dieser Rezension die Chopin Nocturne in G-Moll auf meinem PC ...

Was den Thriller besonders auszeichnet, sind kurze, prägnante Kapitel. Das Buch hat knapp 320 Seiten und beinhaltet 65 Kapitel, die am Ende so pageturnig sind, dass es schier unmöglich erscheint, das Buch aus der Hand zu legen. Auch der Gedanke 'nur noch dieses eine Kapitel und dann mach ich erstmal Pause', verabschiedete sich schnell aus meinem Gehirn, denn ich wollte wissen, wie es weitergeht.

Da ich mich als ziemlich hartgesottenen Thriller-Fan sehe, war ich äußerst positiv überrascht, in diesem Buch ekelige Situationen lesen zu dürfen, auf die ich in meiner Phantasie nie gekommen wäre. Da meint man, man hätte schon all die blutrünstigen Geschehnisse irgendwann mal gelesen und dann kommt so ein Vincent Kliesch daher, der mich eines Besseren belehrt und mir die Gänsehaut bietet, die ich bei einem guten Thriller erwarte.

Für mich (bisher) DAS Thriller-Debüt 2010. Ich freue mich immer sehr, wenn gerade deutsche Thriller-Autoren es schaffen, sich in mein (lesetechnisch gesehenes) kriminalistisches Herz schreiben.

Wer die Bücher von Sebastian Fitzek, Wulf Dorn und auch Andreas Franz ebenso liebt wie eine gute Portion Spannung und Thrill und diese mit der Lese-Sportart des 'Page-Turnen' vermischt um sich auf ein ganz besonderes Thriller-Menü einzulassen, wird an diesem Roman nicht vorbeigehen können.

auf Merkliste

50

11.05.2010

„Hör auf dein Gefühl!”

Eines Tages wird der 14jährige Arthur von seinem Vater in eine Buchhandlung geführt, in welcher der Buchhändler sich schlicht 'Bücherwurm' nennt. Arthur ist angetan von der Menge der Bücher und freut sich sehr darüber, als der Bücherwurm ihm anbietet, einen Ferienjob bei ihm auszuüben. Als Arthur allerdings eines Tages in die Buchhandlung kommt und den Bücherwurm nach einem Überfall auffindet, beginnt er, Fragen zu stellen und der Buchhändler erzählt Arthur von den vergessenen Büchern, die es gilt, zu finden.

Es gibt sogenannten Bewahrer, die alles dafür tun, diese Bücher zu schützen und dann gibt es die Sucher, die auf der Suche nach diesen Schätzen sind, um Macht ausüben zu können. Der Buchhändler macht Arthur mit seiner Enkelin Larissa bekannt, die schon lange bei ihrem Grossvater lebt und schickt die beiden auf ein riesiges Abenteuer. Sie sollen das 'Buch der Antworten' finden, um es in Sicherheit zu bringen. Ihr Weg führt sie zunächst nach Amsterdam und später dann weiter nach Bologna.

Natürlich gibt es nicht nur Arthur und Larissa, die in diesem Buch die Guten darstellen, sondern auch den Gegenpart. Ein Clan, der mit aller Macht versucht, die vergessenen Bücher an sich zu reißen und damit die beiden Kinder immer wieder in Gefahr bringt. Wird es Arthur und Larissa gelingen, dieses Abenteuer zu bestehen?

Der Schreibstil des Autors hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Abenteuerlich und farbenfroh erzählt er die Suche nach den vergessenen Büchern. Tolle Zeichnungen, die immer zum jeweiligen Kapitel passen, machen ein richtiges Schmuckstück aus diesem Buch, welches mich übrigens auch von der äußeren Optik her sehr begeistert hat. Herausragend ist auch, dass Arthur neben Larissa zwar die Hauptperson dieses Buches ist, nicht aber ein Held im herkömmlichen Sinne. Was er übrigens von sich selbst auch sagt. Immer wieder erscheint Larissa als die Stärkere und Mutigere der beiden, die Arthur mitreißt und so vielleicht nach und nach die Angst aus ihm heraustreiben kann.

Wenn man dieses Buch liest, läßt man sich auf ein Abenteuer ein, aus dem man nur schwer wieder aussteigen kann. Nun frage ich mich ob es Glück oder Unglück ist, dass das Ende so endet, dass man als Leser das Gefühl bekommt, als würde jetzt erst alles so richtig anfangen. Denn auch wenn man denkt, man hätte das größte Abenteuer mit Arthur bereits erlebt, so bekommt man am Ende das Gefühl, als würde dieses erst noch bevorstehen. Deshalb freue ich mich sehr auf den zweiten Teil dieser tollen Trilogie und bin schon sehr gespannt darauf, wie die Geschichte weitergeht.

Ein Jugendbuch nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene, die innendrin Kind geblieben sind!

0 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

buch

Unsichtbare Spuren

Andreas Franz

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

18.04.2010

„Zufall?”

Nicht nur für Andreas Franz ist dieser Krimi der erste der 'Kieler Reihe', sondern auch für mich. Und das erste Treffen zwischen Sören Henning, Lisa Santos und mir war genauso, wie ich es mir von Herrn Franz erhofft habe, denn von den Krimis aus seiner Durant-Reihe war ich eh schon begeistert. Meiner Meinung nach sollten alle Krimis von ihm mit dem Satz beginnen 'Ziehen Sie Ihren Telefonstecker raus, stellen Sie die Türklingel ab und lassen Sie sich ein paar Stunden von Andreas Franz in die Abgründe der menschlichen Psyche ziehen!'

Das Buch beginnt mit dem Mord an einer Schülerin, die gerade von einem langen Auslandsaufenthalt zurückkehrte, in ihrem Zuhause aber nie ankam. Von Anfang an weiß der Leser, wer der Mörder ist und welche ekelhaften und grausamen Morde er verübt. Der Täter nennt sich 'Butcher' (Metzger) und dieser Name steht ihm gut zu Gesicht. Zumindest beschreibt es die Morde, die er begeht, sehr bildhaft.

Henning und Santos werden mit dem Fall beauftragt und als Butcher eines Tages selber Kontakt zu Henning aufnimmt, wird allen klar, dass der Mörder die Polizisten auf einen Weg führen möchte, auf den sie ohne weiteres nicht gekommen wären. Eine Schnitzeljagd beginnt und nach und nach fügen sich alle kleinen Puzzleteilchen zu einem Gesamtbildnis zusammen.

Wie bereits in den Durant-Fällen war es bei mir so, dass ich von der ersten Seite an gefesselt von der Story war und hineingezogen wurde, als würde ich mich in einem Strudel befinden. Selbst am Ende überschlagen sich die Ereignisse und die Geschichte ist wirklich bis zur letzten Seite spannend. Zudem ist es erschreckend, einen Serienmörder auf seinen Morden zu begleiten und zu sehen, dass er im 'wahren Leben' ein scheinbar treusorgender Familienvater ist. Nicht selten ertappt man sich dabei, an die Menschen im eigenen Umfeld zu denken und sich zu fragen 'Ob die wohl auch...?'

Die Geschichte von Butcher ist in meinen Augen sehr gut recherchiert und zeugt auch von sehr viel Wissen in psychologischen Bereich. Natürlich gibt es nie eine Entschuldigung für Morde und dennoch wird der Leser sich ab und zu dabei ertappen, dass er ein wenig Verständnis für den Täter hat, auch wenn man seine Taten natürlich nicht gut heißen kann. Ob man nun will oder nicht. Man wird sich in dieser Story irgendwie 'zuhause' fühlen und genau das ist es, was für mich die Bücher von Andreas Franz ausmachen. Ich fühle mich immer direkt von der ersten Seite an darin gut aufgehoben, was meinen Drang zu spannenden Büchern angeht.

Nun freue ich mich schon auf die beiden weiteren Teil ('Spiel der Teufel' und 'Eisige Nähe'), die bereits in meinem Stapel ungelesener Bücher auf mich warten. Ich empfehle übrigens, die Bücher der Kieler Reihe in genau dieser Reihenfolge zu lesen, denn das Leben von Henning und Santos geht anscheinend in jedem Buch ja chronologisch weiter, während die einzelnen Fälle in den Büchern in sich abgeschlossen sind.

Wieder einmal ein sehr guter Andreas-Franz-Krimi! Chapeau!

buch

Ausgezogen

Steffi von Wolff

EUR 12,95 *
auf Merkliste

50

06.04.2010

„Nicht nur für Teenies!”

Als die vier Freundinnen Julia, Nicole, Saskia und Kim beschließen, bei ihren Eltern auszuziehen, um eine WG zu gründen, können sie sich eigentlich noch gar nicht so recht vorstellen, wie das Leben ohne die gute Behütung der Eltern ist. Vor allem können sie sich nicht vorstellen, dass so ein Leben arge Probleme mit sich bringen kann.

So sind sie absolut unerfahren, als sie sich eine Traumwohnung anschauen und den Vertrag unterschreiben, ohne ihn vorher richtig zu lesen. Ach ja.... und vielleicht hätten sie sich die Wohnung und vor allem auch die Nachbarn vorher mal anschauen sollen. Und warum klappt in der Theorie alles so wunderbar und in der Praxis schaut dann alles ganz anders aus?

Doch irgendwie kriegen sie alles gemeistert. Die Umzüge bestreiten einige Umwege, die durchaus mehrere 100 km lang sein können, doch nach und nach klappt alles so, wie sich die Mädels ihr Zusammenleben vorstellen. Doch klappt dies auch alles in ihren Jobs? Es treten die urkomischsten Situationen auf, die von Steffi von Wolff in ihrer gewohnt lustigen Art sehr zum Schmunzeln bringen. Natürlich dachte ich manchmal "Oh Mann... das hätten die doch wissen müssen!", aber ich glaube, mit 18 war ich auch noch nicht so erfahren wie heute und vielleicht hätte mir der ein oder andere Faux Pas damals genauso passieren können.

Ein sehr humorvolles Büchlein, das zum Lachen bringt und einige beschwingte Lesestunden beschert. Und das mit Sicherheit nicht nur Teenagern, sondern auch Erwachsenen, die im Herzen jung geblieben sind.

buch

Voyeur

Simon Beckett

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

27.03.2010

„Beckett mal anders!”

Im Vorwort dieses Buches schreibt Simon Beckett, dass 'Voyeur' sein erster veröffentlichter Roman ist, den er zwischen 1991 und 1992 mit der Hand (!) schrieb. Deshalb seien auch hier vorab die Stimmen gewarnt, die nach dem Lesen des Buches (wie auch schon bei OBSESSION und FLAMMENBRUT) enttäuscht sein könnten, dass die älteren Werke Becketts 'nicht so gut' sind wie seine heutige David-Hunter-Serie. Sie können meiner Meinung nach auch überhaupt nicht verglichen werden, da sich der Autor erstens weiterentwickelt hat und zweitens seine ersten Bücher ganz einfach nicht im Thriller-Genre schrieb, sondern diese eher dem psychologischen Krimibereich angehören. Wobei ich beim 'Voyeur' nun behaupten möchte, dass das Buch auch nicht ins Genre Krimi gehört, sondern einfach in eine spannende und mitreißende Literaturebene mit einer guten Prise Erotik.

Der Galerist Donald lebt sehr zurückgezogen und ohne Sex auskommend, denn diesen braucht er nicht zum Leben. Doch findet er es äußerst erregend, anderen Menschen genau dabei zuzuschauen. So passiert es eines Tages, dass er seine Assistentin Anna in seiner Galerie heimlich dabei beobachtet, wie sie sich nach ihrem Dienst für ein Date mit ihrem Freund Marty umkleidet. Vor einem Spiegel stehend entblößt sie sich zunächst, um sich dann andere Kleidung anzuziehen.

Von diesem Moment an, wird Anna für Donald zum Objekt seiner obsessiven Begierde. Er möchte Anna für sich, doch stört ihr Freund Marty bei diesem Vorhaben natürlich gewaltig. Um Marty aus dem Weg zu räumen, engagiert er Zeppo, der für Geld alles tun würde und auch über Leichen geht. Dieser soll das Paar auseinanderbringen, indem er mit Anna ein Verhältnis beginnt. Doch leider ist dieser Plan nicht so einfach zu erfüllen, wie er sich vielleicht anfangs anhören mag und so passieren viele Dinge, die nicht vorhersehbar sind. Eines Tages verschwindet Marty tatsächlich und Donald und Zeppo sind nicht ganz unschuldig daran. Als Anna dann die Polizei damit beauftragt, Marty zu finden, geht es Donald und seinem Kompagnon mächtig an den Kragen.

Mich hat dieser Roman von der ersten Seite an gefesselt. Es war zwar etwas ungewöhnlich für mich, Stellen in diesem Buch zu lesen, die (untypisch für Simon Beckett) sehr erotisch bebildert waren, doch hat er es in einer Art und Weise getan, die den Leser mit Sicherheit nicht unberührt lässt. Und obwohl Sex und die Begierde eines Menschen die Hauptrolle in diesem Buch spielt, so kamen diese beiden Bestandteile nie überschwänglich oder penetrant rüber. Auch kam dieser Roman im Gegensatz zu den neueren Beckett-Romanen fast ohne Blutvergießen aus.

Eine sehr spannende, psychologisch gut recherchierte und erotikgeladene Geschichte, die man so in dieser Art von Beckett vielleicht nicht erwartet hätte, die mich aber überaus begeistert hat. Es ist schön, dass mich nun insgesamt drei ältere Werke des Autors die Zeit für mich überbrücken konnten, bis ich endlich den vierten David-Hunter-Fall in den Händen halten darf.

6 von 6 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

buch

Voyeur

Simon Beckett

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

27.03.2010

„Beckett mal anders!”

Im Vorwort dieses Buches schreibt Simon Beckett, dass 'Voyeur' sein erster veröffentlichter Roman ist, den er zwischen 1991 und 1992 mit der Hand (!) schrieb. Deshalb seien auch hier vorab die Stimmen gewarnt, die nach dem Lesen des Buches (wie auch schon bei OBSESSION und FLAMMENBRUT) enttäuscht sein könnten, dass die älteren Werke Becketts 'nicht so gut' sind wie seine heutige David-Hunter-Serie. Sie können meiner Meinung nach auch überhaupt nicht verglichen werden, da sich der Autor erstens weiterentwickelt hat und zweitens seine ersten Bücher ganz einfach nicht im Thriller-Genre schrieb, sondern diese eher dem psychologischen Krimibereich angehören. Wobei ich beim 'Voyeur' nun behaupten möchte, dass das Buch auch nicht ins Genre Krimi gehört, sondern einfach in eine spannende und mitreißende Literaturebene mit einer guten Prise Erotik.

Der Galerist Donald lebt sehr zurückgezogen und ohne Sex auskommend, denn diesen braucht er nicht zum Leben. Doch findet er es äußerst erregend, anderen Menschen genau dabei zuzuschauen. So passiert es eines Tages, dass er seine Assistentin Anna in seiner Galerie heimlich dabei beobachtet, wie sie sich nach ihrem Dienst für ein Date mit ihrem Freund Marty umkleidet. Vor einem Spiegel stehend entblößt sie sich zunächst, um sich dann andere Kleidung anzuziehen.

Von diesem Moment an, wird Anna für Donald zum Objekt seiner obsessiven Begierde. Er möchte Anna für sich, doch stört ihr Freund Marty bei diesem Vorhaben natürlich gewaltig. Um Marty aus dem Weg zu räumen, engagiert er Zeppo, der für Geld alles tun würde und auch über Leichen geht. Dieser soll das Paar auseinanderbringen, indem er mit Anna ein Verhältnis beginnt. Doch leider ist dieser Plan nicht so einfach zu erfüllen, wie er sich vielleicht anfangs anhören mag und so passieren viele Dinge, die nicht vorhersehbar sind. Eines Tages verschwindet Marty tatsächlich und Donald und Zeppo sind nicht ganz unschuldig daran. Als Anna dann die Polizei damit beauftragt, Marty zu finden, geht es Donald und seinem Kompagnon mächtig an den Kragen.

Mich hat dieser Roman von der ersten Seite an gefesselt. Es war zwar etwas ungewöhnlich für mich, Stellen in diesem Buch zu lesen, die (untypisch für Simon Beckett) sehr erotisch bebildert waren, doch hat er es in einer Art und Weise getan, die den Leser mit Sicherheit nicht unberührt lässt. Und obwohl Sex und die Begierde eines Menschen die Hauptrolle in diesem Buch spielt, so kamen diese beiden Bestandteile nie überschwänglich oder penetrant rüber. Auch kam dieser Roman im Gegensatz zu den neueren Beckett-Romanen fast ohne Blutvergießen aus.

Eine sehr spannende, psychologisch gut recherchierte und erotikgeladene Geschichte, die man so in dieser Art von Beckett vielleicht nicht erwartet hätte, die mich aber überaus begeistert hat. Es ist schön, dass mich nun insgesamt drei ältere Werke des Autors die Zeit für mich überbrücken konnten, bis ich endlich den vierten David-Hunter-Fall in den Händen halten darf.

6 von 6 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

buch

Kleine Schiffe

Silke Schütze

EUR 7,99 *
auf Merkliste

50

27.03.2010

„"Ohne Liebe tut das Leben weh."”

Kurz nach ihrem 44. Geburtstag möchte Andreas, der Mann von Franziska, die Scheidung. Für Franziska bricht ein scheinbar glückliches Leben komplett auseinander. Nach einem Gespräch mit ihrer besten Freundin Tina, kommt sie zu der Erkenntnis, dass man sich am Ende einer Beziehung zwar an 'das erste Mal' mit dem Partner erinnert, jedoch nicht an das letzte Mal. Und so 'produziert' sie ein letztes Mal, welches sie für ihre eigene Erinnerung braucht. Nach der Scheidung landet sie noch einmal mit Andreas im Bett, der kurz danach aus beruflichen Gründen ins Ausland auswandert.

Dass dieses abschließende 'Techtelmechtel' nicht ganz ohne Folgen passierte, merkt sie, als sie wenig später erfährt, dass sie schwanger ist. Bei einem Geburtsvorbereitungskurs lernt sie dann das junge Mädel Lilly kennen und eine wunderbare Freundschaft entwickelt sich vom ersten Tage an. Der Vater von Lillys Kind hat nicht mehr wirklich viel Interesse an ihr und ihrem Leben und von ihren Eltern wurde sie schon vor Jahren verstoßen. So nimmt sich Franziska ihrer an und lässt Lilly in ihre Wohnung einziehen.

Als die beiden Frauen ihre Kinder bekommen, scheint die Welt in Ordnung. Auch das Hadern von Franziska, ob sie sich auf den 20 Jahre jüngeren Simon (ein Freund von Lilly) einlassen soll, wird im Laufe der Zeit bewältigt. Ich fand es toll, diese Thematik in einem Roman zu lesen und ich fand auch die Beweggründe für ein Für und Wider zu einer solchen Beziehung wunderbar aufgegriffen.

Alles scheint perfekt, bis eines Tages ein großes Unglück passiert und die heile Welt der beiden Frauen jäh auseinanderreißt....

Silke Schütze hat die Gabe, Bücher nicht nur lebhaft und bunt zu schreiben, sondern auch immer soviel Tiefgang hineinzulegen, dass man schon nach kurzer Zeit meint, die Protagonisten zu kennen. Kleine Botschaften, wie die, dass das Leben ohne Liebe weh tut, schleichen sich ins Herz des Lesers und stimmen am Ende nachdenklich.

Ein wundervolles Buch, das nicht nur unterhaltsam ist, sondern auch zu Tränen rühren wird!

2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

auf Merkliste

50

15.03.2010

„Nichts für Sensibelchen”

Das Buch beginnt direkt mit der Situation, die während des Lesens immer wieder beim Leser mitschwingen wird. Es wird ein Mann beschrieben, dem man ein Bein Scheibe für Scheibe abgetrennt hat. Zudem wurde ihm die Zunge abgeschnitten und der Leser fragt sich die ganze Zeit, was um Himmels Willen es mit diesem Mann auf sich hat und vor allem, wer er ist. Zudem fragt man sich, was dieses Kind zu bedeuten hat, dass die Hauptdarstellerin Leni auf einer Treppe findet, als sie ihre Schwester besuchen möchte.

Dieser Debüt-Thriller der Autorin ist eines der Bücher, bei denen man am besten vom Inhalt gar nichts schreibt, denn man würde sicher dem Leser viel zu viel vorwegnehmen. Nur eines sei gesagt: Man sollte blutrünstige Thriller lieben, denn obwohl ich immer dachte, ich hätte schon alles gelesen, was man mit Menschen anstellen kann, so musste ich gestehen, dass ich mir viele Situationen in diesem Buch nicht mal im Traum hätte vorstellen können.

Die Geschichte beginnt in der Jetzt-Zeit, wird aber immer wieder mit Rückblenden in verschiedene Jahre gespeist, in denen wir die Protagonistin Leni und ihre Familie näher kennenlernen. Fragt man sich als Leser anfangs noch, warum die und die Person in der Art und Weise handeln, wie sie handeln, so wird nach und nach aufgedeckt, welche Vorgeschichte sie hatten. Und wenn man anfangs deren Handeln noch nicht verstehen oder nachvollziehen konnte, so kann man es später sehr gut, denn am Ende fängt man alle kleinen Puzzleteile auf und das entsetzliche Gesamtbild setzt sich zusammen.

Dieses Buch ist ein Puzzlespiel, in denen es um die Abgründe der menschlichen Psyche geht, um Gewalt, Mord und Verbrechen. Deshalb sollte man schon recht hartgesotten sein, denn einzelne Szenen in diesem Buch ließen selbst mir den Atem stocken.

Karla Schmidt hat mit diesem Psychothriller ein erstklassiges Debüt abgeliefert und ich bin gespannt auf weitere Bücher aus ihrer Feder. Eigentlich kaum zu glauben, dass soviel blutrünstige und krasse Phantasie in einer Autorin steckt, die selber Mutter von zwei Kindern ist. Hätte ICH dieses Buch geschrieben, hätte ich wohl Angst vor meiner eigenen Phantasie.

Chapeau!

4 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

auf Merkliste

50

13.03.2010

„ "Frietjof, Ulla, Catherine und Karlsson"”

Wenn man die Anfangsbuchstaben der Namen in der Überschrift dieser Rezension nacheinander liest, kommt man auf das, was Rosa denkt, als ihr schier Unglaubliches passiert.

Eigentlich erfüllt sie das Klischee der verlassenen Frau perfekt. Ihre große Liebe Jan hat sie wegen seiner großen Liebe Olivia verlassen. Die Hochzeit der beiden steht kurz bevor und Rosa wünscht sich nichts mehr, als ihren Ex zurückzubekommen um ihn im besten Fall selber zu heiraten. Doch selbst als Jan ihr sagt, dass er Olivia auf jeden Fall heiraten wird und dass er Rosa einfach nicht mehr liebt, glaubt sie noch daran, ihn eines Tages zurückzubekommen.

Aber wie der Teufel es so will, kommt alles anders. Während einer Zirkusvorstellung lernt sie einen Zauberer kennen, der behauptet, andere Menschen per Rückführung in die Vergangenheit reisen lassen zu können. Da Rosa glaubt, dies sei Humbuk lässt sie sich auf das Experiment ein und erwacht kurze Zeit später tatsächlich in einem anderen Leben. Aber nicht nur das. Auch ihre Seele ist in einem anderen Körper gefangen und sie ist äußerst überrascht, als sie erkennen muss, dass sie ... 'plötzlich Shakespeare' ist. Doch hat sie zwar seinen Körper übernommen, aber Shakespeares Geist kann dennoch mit ihrem eigenen Geist kommunizieren. Und man kann sich vorstellen, dass auch Shakespeare über dieses 'Unglück' nicht gerade amused ist und so fechten die beiden anfangs wahre Kämpfe aus.

Doch es geht kein Weg daran vorbei: Die beiden müssen sich arrangieren, denn Rosa wird nur dann wieder in ihr eigenes Leben zurückkehren können, wenn sie die wahre Liebe in ihrer Vergangenheit findet. Eine überaus komische und unterhaltsame Verwicklung und Verstrickung von Situationen beginnt und hält den Leser so lange an das Buch gefesselt, bis man es am Ende mit Tränen der Rührung wieder loslässt.

David Safier ist in diesem Roman etwas Unglaubliches gelungen. Dass die Protagonisten in seinen Romanen bisher durchweg weiblich sind, weiß man inzwischen. Dass er sich unglaublich gut in die Psyche einer Frau hineindenken kann, ebenso. Aber in dieser Geschichte paart er sein Wissen über die Gedanken einer Frau mit dem Wissen eines Mannes und gepaart mit seiner lustigen Schreibweise hat mich dieser Roman bisher am meisten berührt.

Die lustigen Szenen in diesem Buch sind dominierend, aber dennoch nie überladen. Sie kommen zur rechten Zeit und es wird auch mal ernst, wenn es die aktuelle Situation erfordert. Rosa durchlebt in diesem Buch eine Wandlung, die schleichend daherkommt, aber durchaus vom Leser wahrgenommen wird.

Die Dialoge zwischen Rosa und Shakespeare klingen so real, als wäre man selber dabei und würde den beiden lauschen. Es fiel mir als Leserin leicht, den Dialogen zu folgen, obwohl die Sichtweisen ständig wechseln.

David Safier hat William Shakespeare so real geschildert, dass man irgendwann meint, man würde ihn persönlich kennen und am Ende fühlt man sich Shakespeare.... irgendwie nahe und man verspürt den Wunsch, seine Werke zu lesen um nachzuschauen, ob Rosa nicht wirklich damals in seinem Leben einen bestimmten Platz hatte. Auch, wenn dieser Roman ja die reine Fiktion ist.... aber wer weiß das schon so genau?


buch

Goldstück

Anne Hertz

EUR 8,95 *
auf Merkliste

50

09.02.2010

„Dieses Buch lässt keine Wünsche offen”

In dem neuen Roman des Autorenduos 'Anne Hertz' stecken jede Menge Wünsche. Und am Ende wird dem Leser einer davon erfüllt! Nämlich der, nach jeder Menge guter Unterhaltung mit tiefsinnigen Elementen.

Meike Schäfer hat in ihrem Leben bisher nicht viel auf die Reihe bekommen. Ihr Ex-Freund Gunnar hat sie gerade sitzen gelassen und in ihrem Job als Solariumangestellte begeht sie einen folgeschweren Fehler. Doch zum Glück gibt es ihre Cousine Kiki, mit der Meike sich eine Wohnung teilt. Kiki arbeitet als Coach und gibt anderen Menschen Hilfestellung im Leben. Und so bringt sie Meike das 'Gesetz der Anziehung' näher, welches man bereits aus Büchern wie 'The Secret' kennt. Dass aber auch dabei so einiges schief laufen kann, stellt Meike fest, als ein Schicksalsschlag ihr Leben komplett verändert und sie sich fortan von einer Lüge in die nächste verstrickt.

Ich habe bisher alle Bücher der beiden Anne-Hertz-Schwestern gelesen und habe sie alle regelrecht verschlungen, aber dieses ist nun mein absolutes Lieblingsbuch. Es ist wie alle ihre Bücher, locker und leicht, aber dennoch auch immer wieder mit wunderbaren Geheimnissen und Weisheiten gespickt, aus denen der Leser so einiges für sich anwenden kann.

Bereits vor ein paar Jahren lernte ich 'The Secret' kennen und versuche seitdem, das Leben von der positiven Seite zu sehen. Doch ließ ich meine Wünsche in letzter Zeit ein wenig außer Acht. Dies änderte sich beim Lesen dieses Buches. Denn ich verspürte nach dem Beenden den absoluten Drang, mein 'Wunschbuch' weiterzuführen, das ich vor einiger Zeit begann. Es mag sich anhören wie Zufall oder Zauberei, aber nachdem ich drei Wünsche hineinschrieb, erfüllten sich zwei davon bereits am nächsten Tag.

Was mir jetzt noch zu meinem Glück fehlt ist das Armband, welches man auf dem (wieder mal) wunderschönen und unverkennbaren Cover sieht. Denn dieses Band schaut nicht nur wunderschön aus, sondern es spielt im Buch auch eine ganz besondere Rolle....

Ein toller Roman, der von der ersten Seite an fesselt, neugierig macht und den Leser dazu bringt, über sein eigenes Leben und vor allem über seine Wünsche nachzudenken. Er zaubert ein paar Tränchen in die Augen und am Ende bleibt der Wunsch nach weiteren Romanen dieses Autorenduos. Vielleicht werde ich diesen Wunsch in mein Wunschbuch schreiben. Auch wenn ich mir jetzt schon sicher bin, dass er sich erfüllen wird.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

12