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reini68.blogspot.at
Ort:
Kottingbrunn, Niederösterreich
Rezensionen:
141 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 155

nicht hilfreich: 51

Rang:
184

reini68.blogspot.ats Rezensionen

12

schulbuch

Endlich Unendlich

Markus Hengstschläger

EUR 19,95 *
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50

15.09.2008

„Schwieriges Thema leicht fassbar gemacht”

Nach seinem Bestseller Die Macht der Gene macht sich Markus Hengstschläger im gleichen Gebiet nochmals auf, um den gewogenen Leser einen Einblick seines Spezialgebiets zu vermitteln. War es das letzte Mal die Darstellung der Gendeterminierung versus der Umweltdeterminierung, so ist es dieses Mal ein Blick in die Zusammenhänge zwischen Genetik und dem Altern. Dabei wählt er mit dem Titel "Endlich unendlich" eine überzogene Beschreibung, der er ganz und gar nicht nachläuft - denn er selbst ist überzeugt, dass er gar nicht unendlich sein möchte - von unsterblich kann keine Rede sein, kann doch die beste Gentherapie Unfälle nicht ausschließen.

Hengstschläger bleibt seinem Erfolgsrezept treu, und so schreibt er für den Laien leicht verständlich. Das Ganze würzt er freilich mit einer Vielzahl an eigentlich bedeutungslosen Fakten aus seinem Leben, die aber das Buch um so leichter lesbar machen und immer wieder für Unterhaltung sorgen. Thematisch jedenfalls beschreibt er welche genetischen Grundlagen heute bereits bekannt sind, die darüber entscheiden wie schnell man altert und wie man dieses Wissen auch bereits jetzt in der Praxis anwenden kann.

Der Autor zeigt in leicht verständlicher Sprache auf, wie es im Tierversuch bereits gelungen ist, die Lebenserwartung um bis zu 100% zu erweitern. Er erklärt was in den Zellen abläuft, damit diese altern und welchen Sinn dies hat. Natürlich lässt er auch Stammzellenforschung und Klonen nicht aus. All das erklärt er für den Laien leicht fassbar. Und er wirft die entscheidende Frage auf "Länger alt sein, oder länger jung sein"! Soll heißen, wenn die Lebenserwartung verlängert wird, wird dann einfach das Sterbedatum hinausgezögert und der Mensch wird einfach mit den bekannten Beschwerden älter, oder kann die Wissenschaft es schaffen, den Alterungsprozess zu verlangsamen? Man wäre dann natürlich länger jung (zugegeben auch länger alt, aber nicht überproportional). Natürlich kann nur Letzteres Ziel der Forschung sein.

Immer wiede weist er darauf hin, dass die Genetik nicht allein glücklichmachend in diesem Bereich sein kann. Es sind auch immer die Umweltfaktoren die eine entscheidende Rolle spielen. Hengstchläger lässt auch die - häufig sehr heiß geführten - Diskussionen über moralische Aspekte der Genetik nicht außen vor, schafft es aber distanziert und sachlich zu bleiben und nicht überzogen heftig für die eine oder andere Fraktion Position zu beziehen.

Letztlich bleibt mir auch bei diesem Werk - wie bei seinem vorigen - der Wunsch, dass er in vielen Bereichen tiefer in die Thematik eingetaucht wäre. Aber ich kann gut verstehen, warum er sich so kurz gehalten hat, denn deutlich tiefer einzusteigen bedeutet auch die breite Masse die sich bisher nicht mit Genetik und Biologie beschäftigt hat zu überfordern. So bleibt mein Urteil also: Unbedingt Lesenswert für alle die sich grundlegend mit dem Thema Genetik und Auswirkungen auf das Altern beschäftigen wollen.

3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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40

19.06.2007

„Gute Basis um selbst Trainingspläne zu erstellen”

Hottenroth und Zülch haben ein durchaus beachtliches Buch geschaffen. Sie bemühen sich dem Radsportler das Handwerkszeug zu geben um eigene Trainingspläne zu gestalten. Dazu beginnen sie mit diversen Grundlageninformationen und wenden sich dann sehr schnell den einzelnen Trainingsmethoden zu. Wenn man sich für tiefer greifende Informationen nicht interessiert (oder diese bereits hat), dann mag das durchaus in Ordnung gehen. Mir persönlich wäre das ohne Vorwissen zu haben zu wenig gewesen.

Die unterschiedlichen Methoden werden kurz erläutert und nach verschiedenen Kriterien geordnet, ehe die beiden dazu übergehen die Trainingspläne für die unterschiedlichen Kategorien von Sportlern zu zeigen. Dort verwenden sie dann die vorher erläuterten Methoden und führen auch kurz in die theoretischen Konzepte hinter den jeweiligen Plänen ein.

Im Anschluss daran gibt es noch einige Informationen zu sinnvollem Krafttraining und Dehnungsübungen. Das Buch kommt insgesamt der gestellten Aufgabe durchaus nach, wenngleich der größte Nutzen wohl für Radfahrer mit deutlich mehr als 5.000 Kilometerleistung pro Jahr liegen dürfte. Als Ergänzung (am besten vorher zu lesen) empfehle ich "Alles unter Kontrolle" von Neumann, Pfützner und Hottenrott bzw. für jene die es lieber hochwissenschaftlich haben Neumann, Pfützner und Berbalk "Optimiertes Ausdauertraining"

1 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

07.05.2007

„Wenn der Pestbereiter kommt”

In Paris kommt das Grauen mit lautstarker Vorankündigung - Joss, ein ehemaliger Seemann, hat den Beruf seines Urgroßvaters ergriffen und wurde zu einem Ausrufer, der für fünf Franc Nachrichten die man ihm in eine Box wirft auf einem Platz verkündet. In letzter Zeit finden sich darunter altfranzösische und lateinische Texte, die weder Joss noch sein Hausherr, der ehemalige Lehrer Decambrais, zuordnen können. Erst als noch einige weitere Umstände offenbar werden, verstehen die beiden vor allem aber Kommissar Adamsberg den Zusammenhang. Der Unbekannte hat alte Texte über die Pest veröffentlicht und beginnt nun damit, Menschen zu erwürgen und es so aussehen zu lassen, als wären sie Pestopfer geworden.

Der Roman hebt sich durch eine wunderbare Sprache und noch viel mehr durch großartig gezeichnete Charaktere aus der Masse heraus. Besonders die Figuren sind extrem liebevoll und mit viel Persönlichkeit dargestellt, weit weg von den üblichen Klischees - eher durch die Bank Exzentriker. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Handlungsebenen ist sehr flüssig und so macht das Lesen wirklich Spaß.

"Fliehe weit und schnell" lautet der Rat den Vargas dem Mörder in den Mund legt. Ein Rat dem man dem Leser zu diesem Buch nicht geben kann. Ganz im Gegenteil. Unbedingt Lesen!

0 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

31.03.2007

„Saxon Chronicles Teil 2”

Dieser Roman stellt den zweiten Teil der Saxon Chronicles, also der Reihe um Alfred den Großen, dar. Nachdem Uhtred am Ende des ersten Teils (The Last Kingdom / Das letzte Königreich) Ubba besiegt hat und von König Alfred enttäuscht ist, kehrt er in sein neues Heim zurück. Er trifft Leofric und schafft es ihn zu überreden mit ihm auf einen Raubzug in die Saefern-Sea (Bristolkanal) zu gehen. Bald nachdem er zurück ist überrennen die Dänen Cippanhamm (Chippenham), wo der Witan tagt und der König flüchtet. Uhtred, noch immer in Ungnade beim König, flüchtet ebenfalls; er wird Alfred noch das Leben retten und zu einem seiner Heerführer aufsteigen.

Auch der zweite Teil der Saga kann auf ganzer Linie überzeugen. Sprachlich und stilistisch habe ich Cornwell immer geschätzt, vor allem aber die Entwicklung der Charaktere und die Darstellung der Lebensumstände des Mittelalters sind genial. Mit dem Icherzähler Uhtred hat Cornwell eine außergewöhnliche Figur geschaffen, die durch Beziehungen zu den beiden Seiten (Sachsen und Dänen) beider Lebensweisen und -auffassung sehr interessant darstellt. Extrem gut gelungen auch die Zeichnung Alfreds und des Klerus, die ihren Krieg viel mehr als einen Religionskrieg denn einen Territorialkrieg verstehen.

Wie bereits den ersten Teil kann ich auch den zweiten uneingeschränkt empfehlen. Bernard Cornwell gehört ganz klar zu den besten seiner Zunft. Für Herbst 2007 hat Cornwell die Veröffentlichung des vierten Teils der Saga angekündigt, wie viele Teile diesem noch folgen werden ließ er aber offen.

5 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

buch

The Pale Horseman

Bernard Cornwell

EUR 12,20 *
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50

31.03.2007

„Saxon Chronicles Teil 2”

Dieser Roman stellt den zweiten Teil der Saxon Chronicles, also der Reihe um Alfred den Großen, dar. Nachdem Uhtred am Ende des ersten Teils (The Last Kingdom / Das letzte Königreich) Ubba besiegt hat und von König Alfred enttäuscht ist, kehrt er in sein neues Heim zurück. Er trifft Leofric und schafft es ihn zu überreden mit ihm auf einen Raubzug in die Saefern-Sea (Bristolkanal) zu gehen. Bald nachdem er zurück ist überrennen die Dänen Cippanhamm (Chippenham), wo der Witan tagt und der König flüchtet. Uhtred, noch immer in Ungnade beim König, flüchtet ebenfalls; er wird Alfred noch das Leben retten und zu einem seiner Heerführer aufsteigen.

Auch der zweite Teil der Saga kann auf ganzer Linie überzeugen. Sprachlich und stilistisch habe ich Cornwell immer geschätzt, vor allem aber die Entwicklung der Charaktere und die Darstellung der Lebensumstände des Mittelalters sind genial. Mit dem Icherzähler Uhtred hat Cornwell eine außergewöhnliche Figur geschaffen, die durch Beziehungen zu den beiden Seiten (Sachsen und Dänen) beider Lebensweisen und -auffassung sehr interessant darstellt. Extrem gut gelungen auch die Zeichnung Alfreds und des Klerus, die ihren Krieg viel mehr als einen Religionskrieg denn einen Territorialkrieg verstehen.

Wie bereits den ersten Teil kann ich auch den zweiten uneingeschränkt empfehlen. Bernard Cornwell gehört ganz klar zu den besten seiner Zunft. Für Herbst 2007 hat Cornwell die Veröffentlichung des vierten Teils der Saga angekündigt, wie viele Teile diesem noch folgen werden ließ er aber offen.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

23.03.2007

„Beeindruckend”

Cædmon of Helmsby, Sohn eines angelsächsischen Thanes und der normannischen Tochter eines Feldschers, wird bei einem Überfall von dänischen Piraten so schwer verletzt, dass er nur mehr als Krüppel angesehen wird. Als Harold Godwinson, der mächtigste Mann Englands, im Auftrag König Edwards zu William (dem Herzog der Normandie der später den Beinamen "der Eroberer" tragen wird) reist, braucht er noch einen Übersetzer. Für Cædmons Vater bietet sich eine Chance, er kann den Krüppel loswerden und seinem König einen Gefallen tun. So kommt Cædmon an den Hof des späteren englischen Königs und wird zu einem seiner Ritter. Der Roman erzählt die Geschichte des jungen Angelsachsen der dem normannischen König bis zu dessen Tod nicht mehr von der Seite rücken wird, auch wenn er das eine oder andere Monat im Verließ des cholerischen Königs verbringen wird. Er berichtet über Freundschaften, Liebe, Krieg, Treue und Verrat.

Gablé hat ein großartiges Werk geschaffen, sie hält sich über weite Strecken sehr genau an die geschichtlichen Ereignisse rund um Wilhelm, die sie an Hand einiger fiktiver und vieler realer Personen erzählt. So bietet sie eine Geschichtsstunde die packender nicht sein könnte. Stilistisch und sprachlich braucht sie sich nichts vorwerfen zu lassen, in beiden Bereichen ist sie großartig. Sie schafft es immer wieder Spannung aufzubauen und kreierte so einen echten Page-Turner. Die Gestaltung der Personen ist herausragend, keine der Personen ist schwarz-weiß gezeichnet. Alle haben enormen Tiefgang und machen oft sehr interessante Entwicklungen durch.

Im Bereich der Schlachtszenen allerdings wird spürbar, dass Gablé sich nicht wirklich in dieses schreckliche Geschehen hineindenken mag. Die Schlacht von Hastings wird auf drei Seiten abgehandelt und klingt beinahe wie aus einem Schulgeschichtsbuch entnommen. Dennoch zählt Gablé bestimmt zu den größten Erzählern historischer Literatur. Gerade im Bereich des Mittelalters ging ich bisher immer davon aus, dass Bernard Cornwell der unangefochtene Meister sei. Nach diesem Roman musste ich meine Meinung revidieren, er hat eine ebenbürtige Mitstreiterin gefunden, wenngleich ihr Erzählstil doch deutlich anders ausgestaltet ist.

2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

12.03.2007

„Hochklassig”

Der nicht sehr erfolgreiche Schriftsteller Galvin Shelby, der Antiheld dieser Erzählung, wird eines Morgens von einem Fremden aus dem Süden, der an seiner Tür steht und vorgibt sich in der Adresse geirrt zu haben, überrascht. Natürlich versucht er ihm zu helfen. Gleich darauf beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Seine Frau wird verletzt, aus der Nachbarschaft verschwinden zwei Mädchen, sein Nachbar - der von ihm beneidete erfolgreiche Schriftsteller - David Amos bittet ihn um Hilfe. Vor allem aber rückt ihm der Detective der das Verschwinden der beiden Mädchen untersucht nicht mehr von der Pelle.

Der Roman ist großartig gemacht. Die Handlung wirkt teilweise verworren - hat aber doch einen klaren und guten Aufbau - und passt sich so perfekt der vorliegenden Situation an. Sowohl sprachlich als auch stilistisch hat mir Michael Saur's Roman sehr gut gefallen. Vor allem aber der Aufbau der Geschichte ist herausragend. Die Erzählugn ist jedenfalls hochgradig spannend und hat ein - zumindest für mich - überraschendes Ende.

Das Buch macht nachdenklich. Die ganze Zeit während des Lesens über, wo man es nur schwer aus der Hand legen kann - aber auch wenn man die letzte Seite gewendet hat. Ein Buch das viel mehr zu bieten hat, als bloß eine interessante Geschichte.

2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

05.03.2007

„Die Däneninvasion in Britannien”

Bernard Cornwell lernte ich schon lieben, als ich seine Artustrilogie verschlang. Und auch mit diesem Buch konnte er mich wieder voll und ganz überzeugen. "Das letzte Königreich" bildet den Auftakt zu einer Serie rund um die Entstehung des Danelag auf der britischen Insel. Es ist auch die Geschichte des Aufstiegs des ersten englischen Königs Alfred, des einzigen britischen Monarchen der den Beinamen "der Große" trägt.

Der Icherzähler der Geschichte, Uhtred, wird mit gerade mal zehn Jahren Zeuge wie die Dänen über England herfallen. Sein Vater ist Aldermann (vergleichbar einem Grafen) in Northumbria als die Dänen vor der Küste gesichtet werden. Kurz darauf wird seinem Bruder der Kopf abgeschlagen und seinem Vater vor das Tor der Burg gelegt. Im folgenden Kampf um die Stadt Eoferwic gehen sein Vater und alle seine Gefolgsleute in der Schlacht unter. Das Gemetzel überleben nur zwei Engländer, ein Priester dem die Flucht gelingt und eben Uhtred der von einem der dänischen Grafen, nämlich Ragnar, gefangen genommen wird. Ragnar nimmt sich des jungen Engländers an und macht ihn zu seinem Adoptivsohn. Uhtred steht zwischen den Fronten und weiß nicht wo er hingehört. Er ist Engländer und liebt sein Land, aber er liebt auch seinen Ziehvater und dessen Familie.

Cornwell greift zu den gleichen erzählerischen Tricks die bereits seine Artusgeschichte zu einem herausragenden Epos machte:
* Der Protagonist erzählt die Geschichte retrospektiv am Ende seines Lebens und beginnt damit in seinen Jugendjahren.
* Der Erzähler ist ein wichtiger Teil der Historie, der nicht nur immer wieder Wendungen herbeiführt sondern auch ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft ist.
* Er steht häufig mitten in den Schlachtenszenen und seine Beschreibungen der Szenerien sind glaubhaft und schildern ungeschönt die Grauen des Krieges.

Cornwell ist ein begnadeter Erzähler historischer Romane. Seine Sprache ist den Werken immer wunderbar angemessen und sein Erzählstil ist einzigartig. Er lässt die dunkle Geschichte des Mittelalters immer wieder aufblitzen und seine Berichte über die Schlachten erfordern schon einen guten Magen. Aber er ist einfach brillant, seine Figuren haben unglaublichen Tiefgang, sind niemals schwarz-weiß gezeichnet und fügen sich perfekt in den historischen Kontext ein.

So wie ich einst die Artustrilogie empfahl halte ich es auch mit diesem Roman bzw. der ganzen Serie. Eine klare Empfehlung. Aber Achtung das Warten auf den nächsten Teil könnte Ihre Geduld überstrapazieren.

5 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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30

22.02.2007

„Der Abschied von Jeremy Brett als Sherlock Holmes”

Dies ist die letzte Verfilmung mit Jeremy Brett als Sherlock Holmes. Und auch wenn man Verständnis haben muss, dass Brett hier bereits gesundheitlich schwer angeschlagen war, kann man sich den Wunsch nicht ersparen, er hätte auf dieses Abenteuer nicht mehr eingelassen. Doch zunächst zur Handlung.

Holmes wird von Albträumen geplagt. Immer wieder erwacht er von Traumbildern in denen er eine Frau sieht die am Rande des Wahnsinns zu stehen scheint. Als er dann noch beauftragt wird die plötzlich verschwundene Verlobte von Lord Simon zu suchen, wird der Fall immer mysteriöser. Die ehemalige Geliebte des Lords erzählt Holmes von zwei früheren Ehefrauen die ebenfalls an Schicksalsschläge verloren gingen. Holmes beginnt die Zusammenhänge schon bald zu vermuten und macht sich auf den Fall zu lösen.

Der Film (eigentlich eine Doppelfolge aus der dritten Staffel der Serie) basiert auf der Geschichte "Der adlige Junggeselle" aus dem Buch "Die Abenteuer des Sherlock Holmes" die erstmals 1892 im Strand Magazine veröffentlicht wurde. Dies ist einer der wenigen Fälle, wo diese ansonsten großartige Serie vom Original doch deutlich abschweift - wobei diese Irrwege viel weniger in der Handlung selbst, als viel mehr in der traumartigen Darstellung liegen, etwas das man im späten Holmes findet, das aber auf diese Geschichte nicht passt.

Auch hier sind die Features auf der DVD wieder vernachlässigbar und werden der ansonsten großartigen Serie einfach nicht gerecht. Ein bisschen mehr darf man sich für sein Geld durchaus erwarten.

1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

22.02.2007

„Die letzte großartige Verfilmung mit Jeremy Brett”

Jeremy Brett gilt zu Recht als der großartigste Darsteller von Sherlock Holmes. Gemeinsam mit Edward Hardwicke als Dr. Watson hat er die unvergesslichsten Verfilmungen des exzentrischen Detektivs des ausklingenden 19. und des angehenden 20. Jahrhunderts geschaffen. Mit diesem Film hat er jedoch seine letzte noch als großartig zu bezeichnende Vorstellung gegeben. Die beiden 1993 entstandenen Filme ("Der begehrte Junggeselle" und "Der letzte Vampir") können bei weitem diese Qualität nicht mehr halten.

Der Film basiert auf der 1905 in "Die Rückkehr des Sherlock Holmes" erschienen Geschichte "Der Fall Milverton". Holmes wird in den Fall des Kunsthändlers - vor allem aber Erpresser - C.A. Milverton gezogen. Der Bösewicht sammelt über dunkle Kanäle belastende Briefe, mit denen er Frauen mit ihrer Vergangenheit erpresst. In einem konkreten Fall soll Holmes als Verhandler mit Milverton auftreten. Holmes scheitert an der Härte des Gegenübers und begibt sich als Installateur verkleidet in das Haus des Übeltäters und lässt sich sogar auf eine leidenschaftliche Beziehung mit einem der Dienstmädchen ein. Aber all das hilft ihm nichts, er muss Milverton persönlich konfrontieren.

Robert Hardy in der Rolle des C.A. Milverton leistet einen ebenso großartigen Beitrag zum Gesamtbild wie die beiden Hauptdarsteller. Ein letztes Mal glänzt Jeremy Brett in seiner Paraderolle. Die Regie des Filmes ist sehr gut und die Kulisse ist gut gestaltet, auch das sollte in den letzten beiden Filmen des großen Briten nicht mehr der Fall sein. Die ursprüngliche Geschichte wurde erweitert um diese immerhin mehr als 100 Minuten laufende Doppelfolge aus der dritten Staffel der Serie füllen zu können, dennoch bleibt der Film immer spannend und weist keine Längen auf.

Die Produzenten der DVD haben sich leider keine Mühe gegeben und so finden sich auch keine Zusatzfeatures auf der Silberscheibe.

1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

12