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SPASSPREDIGER aus www.spassprediger.de

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Über mich:
Ich lese querbeet - bis hin zu Kartoffeln. Einer der interessantesten Stoffe, an denen ich in der letzten Zeit Geschmack gefunden habe, war übrigens ein Buch über Salz.

Meine Bewertungen

 
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TV-Sternstunde

SPASSPREDIGER aus www.spassprediger.de , am 05.11.2014

Großartige, mit exzellenten Darstellern besetzte TV-Geschichtsstunde, welche die Gratwanderung zwischen Komik und Tragik mit Bravour meistert. Nicht vom leicht klamaukig wirkenden Auftakt irritieren lassen - "Bornholmer Straße" ist, was Fernsehen aus deutschen Landen leider viel zu selten ist: ganz großes Kino, das berührt und begeistert. Bitte mehr davon!

Bornholmer Straße
(1)
Film
12,99

Am Auslieferungstag bereits zur Hälfte gelesen

SPASSPREDIGER aus www.spassprediger.de , am 03.11.2014

Hand aufs Herz: Mit "Doctor Sleep" bin ich nicht so recht warm geworden (das kann allerdings auch an meinen Erwartungen liegen, die ich als bekennender "Shining"-Fan vielleicht etwas zu hoch geschraubt hatte). "Mr. Mercedes" hat mir schon besser gefallen - und das, obwohl die Geschichte um einen Serienkiller insofern nicht für King typisch ist, als ihr jedes übernatürliche Element fehlt. "Revival", das dankenswerterweise bereits vor dem als Erscheinungstermin avisierten Stichtag an mich ausgeliefert worden ist, habe ich umgehend angefangen zu lesen - und dann tatsächlich nicht mehr aus der Hand gelegt. Knapp die Hälfte des Lesevergnügens habe ich zwar noch vor mir, aber schon jetzt kann ich guten Gewissens ein Zwischenfazit ziehen: "Revival" ist ein echter "page turner" ... und damit für mich eines von Kings besseren Werken aus jüngster Zeit - ähnlich gut gefallen wie das, was ich bisher gelesen habe, hat mir in den vergangenen Jahren nur "Joyland".

Revival
von Stephen King
(1)
Buch
22,50

Wenn die Zelle zum Gefängnis wird

SPASSPREDIGER aus www.spassprediger.de , am 20.05.2012

Irgendwo mitten in New York und gar nicht weit vom berühmten Times Square entfernt, steht eine Telefonzelle. In der steht ein Kerl, der, was immer auch um ihn herum geschieht, nicht auflegen zu wollen scheint. Weil an irgendeinem Fenster jemand steht, der ihn genau beobachtet. Und zwar durch das Zielfernrohr eines Präzisionsgewehrs.

Tja, da ist PR-Agent Stu Shepard (Colin Farrell) wohl wirklich zur falschen Zeit am falschen Ort gelandet – mitten im Visier eines Serienkillers, der, wie sich im Laufe der Handlung herausstellt, schon eine Handvoll anderer Leute auf dem Gewissen hat. .
Tatsächlich ist Stu nicht unbedingt ein Sympathieträger – aber verdient Stu wirklich schon eine Kugel in den Kopf, weil er seine Frau Kelly (Radha Mitchell) mit der jüngeren Pam (Katie Holmes) betrügt, einen Laufburschen mit vagen, unaufrichtig gemeinten Gehaltsversprechungen auf Trab hält und ausnutzt, Pizzaboten beleidigt und sich überhaupt für das Zentrum des Universums zu halten scheint … ? Der Killer findet offensichtlich, dass das völlig ausreicht.

Als eine Dame vom horizontalen Gewerbe Stu seinen Platz in der Zelle streitig zu machen versucht, spitzt sich Lage innerhalb kürzester Zeit zu: Stu darf die Zelle nicht verlassen und den Hörer nicht auflegen, wenn er nicht selbst dran glauben soll, und jemanden über seine missliche Lage informieren darf er auch nicht. Bald holen sich die Bordsteinschwalbe und ihre Kolleginnen Verstärkung, und Lude Leon (John Enos III) fackelt nicht lang, sondern rückt Stu in seiner Zelle mit einem Baseballschläger zu Leibe. Dann fällt ein Schuss, Leon sinkt tödlich getroffen zu Boden, und plötzlich ist Stus Lage misslicher denn je …

Die Zutaten in Joel Schumachers Film, der den Zuschauer bis zum doppelbödigen Schluss fesselt, sind überschaubar. So einfach die Prämisse des Films ist, so wenig effekthascherisch präsentiert sich auch die Optik des Films. Director of Photography Matthew Libatique malt mit der Kamera unterkühlt wirkende Bilder, die in ihrer Kargheit oft wie zum Leben erweckte Gemälde eines Edward Hopper wirken. Schärfe, Kontrast und Farbwerte der Blu-ray Disc lassen in meinen Augen nichts zu wünschen übrig, und gilt auch für die Tonspur. Der Audiokommentar von Schumacher, der übrigens nicht einmal auf der Verpackung ausgelobt wird, ist dröge, aber informativ; darüber hinausgehendes filmbegleitendes Material sucht man vergebens, wenn man vom quasi-obligatorischen Trailer einmal absieht.

Tipp:

Vor dem ersten Anschauen keinesfalls die komplette Besetzungsliste studieren – in der lauert nämlich eine Angabe, die einem das Rätseln und Mitfiebern bis zum überraschenden Schluss gehörig vergällen kann.

R e s ü m e e

Spannende Unterhaltung auf einer Blu-ray Disc, deren Transfer sehr gute Bild- und Tonwerte bietet, die bekennende Bonusmaterialisten aber ziemlich leer ausgehen lässt. Für Bild und Ton gibt‘s von mir vier von fünf möglichen Sternen, die originelle Grundidee des Films ist mir die Höchstnote wert. Abzüge gibt’s in der B-Note, weil die Ausstattung der Blu-ray Disc etwas üppiger hätte ausfallen können. Unterm Strich aber gern vergebene vier von fünf Telefonhörern für Colin Farrell als Unsympathen, dem ein fieser Killer zeigt, wer nicht nur am Telefon das Sagen hat.

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Nicht auflegen!
(1)
Film
15,99

Tipp für "Hardboiled"-Fans

SPASSPREDIGER aus www.spassprediger.de , am 27.02.2012

"Vixen" war nicht das erste Buch von Bruen, das ich gelesen habe, und die Geschichte um ein Gauner-Trio, das versucht, durch Erpressung zu schnellem Reichtum zu gelangen, war sicher auch nicht mein letzter Bruen.

Allerdings konnte ich mit der Figur des Inspector Brant von der Londoner Polizei, der in diesem Roman im Mittelpunkt steht, auf Anhieb nicht ganz so viel anfangen wie mit dem Protagonisten von Bruens "Jack Taylor"-Reihe. Was mir jedoch grundsätzlich zusagt, ist Bruens Schreibe und die Nähe seiner Plots zum sogenannten film noir - Klartext: Auch in Bruens Büchern kommen Leute vor, die Polizeiabzeichen tragen, aber ob die deshalb "die Guten" sind, sei dahingestellt. Brant jedenfalls ist jemand, gegen den Kriminaler Schimanski aus der "Tatort"-Reihe schon fast zahm wirkt. Allerdings sind auch Brants Gegenspieler nicht zimperlich; vor allem nicht die kaltschnäuzige Angie, deren Bösartigkeit sogar ihre abgebrühte Anwältin beeindruckt.

"Vixen" ist eine von harten Kerlen und noch härteren Frauen bevölkerte, mit gehörigem Tempo erzählte Geschichte; Langeweile hat hier nicht eine Seite lang eine Chance. Wer auf der Suche nach der idealen Lektüre ist, mit der er sein Schulenglisch auffrischen kann, sollte sich aber vielleicht nach einem anderen Buch umsehen oder sich zumindest darauf einstellen, dass das Patois von Bruens Figuren sehr farbig ist.

Fazit:

Rasant erzählte Kriminalgeschichte, die mich bis zur Schlusspointe immer mal wieder an Geschichten von Cornell Woolrich und anderen Vertretern des klassischen "Hardboiled"-Genres hat denken lassen - eine gewalttätige Story mit farbigen Figuren, die Lust darauf macht, mehr von Bruen zu lesen.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Vixen
von Ken Bruen
(1)
Buch
13,40

Die "Gotcha!"-Variante mit echten Kugeln

SPASSPREDIGER aus www.spassprediger.de , am 10.11.2010

Alle sieben Jahre rappelt’s im Karton, und zwar kräftig: Zum Gaudium gelangweilter Millionäre treten die besten Killer der Welt gegeneinander zum Kampf auf Leben und Tod an. Ausgetragen wird das jüngste Duell in der Metropole London, deren allgegenwärtige Überwachungskameras der Veranstalter kurzerhand für eine geheime, sehr exklusive Live-Übertragung der modernen Gladiatorenkämpfe anzapft.

Irgendwo an einem nicht näher bezeichneten Ort sitzen reiche Männer aus aller Herren Länder rund um einen Tisch herum und wetten auf Berufskiller, die im gesamten Stadtgebiet auf der Pirsch nach ihresgleichen sind. Damit die Damen und Herren Meuchelmörder einander auch wirklich über den Weg laufen, hat man ihnen allen im Vorfeld einen Peilsender implantiert, vermittels dessen sowohl die Veranstalter der makabren Menschenjagd als auch deren Teilnehmer sämtliche „Mitspieler“ jederzeit orten können.

Favorit ist der Titelverteidiger, ein bulliger Schwarzer namens Joshua (Ving Rhames). Im Unterschied zu verschiedenen anderen Akteuren treibt Joshua nicht die Aussicht auf den Titel oder die damit verbundene Siegerprämie an, sondern eine persönliche Vendetta: Joshua will herausfinden, wer von seinen Berufskollegen seiner Frau Mary das Lebenslicht ausgeblasen hat und warum. Außerdem mit von der Partie sind eine Chinesin namens Lai Lai Zhen (Kelly Hu), ein Parkour-Läufer (Sebastien Foucan), ein sadistischer Texaner namens Miles Slade (Liam Cunningham) und eine Reihe anderer Figuren, die aber mehrheitlich zu schnell ins Gras beißen, als dass es Sinn hätte, sich ihre Namen zu merken.

Eine unerwartete Erweiterung erfährt das Teilnehmerfeld, als der versoffene Priester MacAvoy (Robert Carlyle) sich an einer Tasse Kaffee verschluckt. Auf deren Grund ist nämlich der Peilsender von Parkour-Läufer Anton Bogart gelandet, der sich das Gerätchen auf eigene Faust quasi wieder aus den Rippen geschnitten hat. Ab sofort liegt der hadernde Gottesmann nicht mehr nur mit sich selbst im Clinch, sondern wird von den anderen Teilnehmern, die MacAvoy für einen offiziell akkreditierten Gegenspieler halten, gnadenlos gejagt. Zum Glück jedoch findet MacAvoy in Lai Lai Zhen eine unerwartete Verbündete. Die Killerin nimmt den Priester unter ihre Fittiche und besorgt erst einmal eine große Schachtel Abführmittel, auf dass MacAvoy seinen Sender wieder loswerden möge. Das ist auch dringend angeraten, denn tatsächlich ist die kleine Kapsel mehr als nur ein Wegweiser: Steht nach 24 Stunden kein Sieger im Killer-Turnier fest, wird automatisch ein in der Kapsel verborgener Sprengsatz gezündet …

Fazit: doofer, aber kurzweiliger Action-Trash in solider Heimkino-Umsetzung.

0 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
The Tournament
(1)
Film
6,99

Die einzige Ausgabe, deren Kauf sich wirklich lohnt

SPASSPREDIGER aus www.spassprediger.de , am 12.10.2010

Als vor Jahr und Tag Episoden der Zeichentrickserie „Die Peanuts“ erstmals in einer deutschen Ausgabe auf den Markt kamen, habe ich sehr schnell zugegriffen. Fast genauso schnell habe ich den Kauf des Digipacks mit 3 DVDs allerdings bereut: Die Erstausgabe aus dem Verlag Alive/Baumhaus gehört zu den qualitativ schlechtesten DVDs, die ich je zu kaufen das Missvergnügen hatte.

Die DVDs der 2008 bei Warner erschienenen Neuauflage spielen zum Glück in einer gänzlich anderen Liga: So scharf und farbenfroh sind mir Charlie Brown, Beagle Snoopy und ihre Freunde noch nie begegnet.

Spätestens an dem Punkt des 14-minütigen Specials, an dem der Sohn des im Jahr 2000 verstorbenen geistigen Vaters der Peanuts Charles Schulz bekennt, das „Halloween“-Special sei seine persönliche Lieblingsepisode, habe ich kräftig schlucken müssen. Beim gestrigen erneuten Wiedersehen habe ich nämlich auch schnell festgestellt, dass ich einen guten Kauf getan habe.

Das Special, das man neben zwei „Peanuts“-Episoden auf die DVD gepackt hat und für das man unter anderem Zeichner Bill Melendes, Produzent Lee Mendelson sowie Charles Schulz’ Witwe Jeanine und Sohn Monte vor die Kamera gebeten hat, bietet bei aller Kürze einige interessante Hintergrundinformationen über die 1966 entstandene „Halloween“-Episode – „Peanuts“-Fans, die des Englischen einigermaßen mächtig sind, werden den Kurzbeitrag „We need a blockbuster, Charlie Brown“ sicher aufschlussreich finden und dürfen darüber staunen, unter welch immens hohem Erwartungsdruck Schulz und Co. standen, als sie die längst zum Klassiker avancierten Erlebnisse der „Panuts“ am Halloween-Abend ersonnen und fürs Fernsehen umsetzten.
Linus im Kürbisfeld und Beagle Snoopy als Flieger-As erstrahlen dank Remastering in neuem, ungeahntem Glanz – ich hatte zwar erwartet, einen bildtechnisch verbesserten Film geboten zu bekommen, aber mit der Brillanz des vorliegenden Materials hatte ich nicht gerechnet: So kantenscharf und farbsatt habe ich die „Peanuts“ wirklich noch nie erlebt – der Unterschied zwischen der deutschen Erstausgabe und der Neuauflage aus dem Jahr 2008 ist nichts weniger als frappierend. Auch die Hintergründe enthüllen jetzt Details, die bisher nicht zu erkennen waren. Am Ton, der dem Alter des Films aus dem Jahre 1966 gemäß nur in Mono vorliegt, habe ich ebenfalls nichts auszusetzen, und so bleibt unterm Strich allenfalls ein einziges Manko, das aber mit der technischen Umsetzung rein gar nichts zu tun hat: Nach 47 Minuten ist der Spaß bereits vorbei – längern dauern „Der große Kürbis“, die Bonus-Episode „Alles fauler Zauber“ und das bereits erwähnte Special zusammengenommen nämlich nicht.

Davon abgesehen, kann ich die DVD allen „Peanuts“-Fans aber nur wärmstens zum Kauf empfehlen – die neuen Veröffentlichungen der „Peanuts“-Abenteuer sind offenkundig die einzigen, die den Kauf wirklich lohnen; ich selbst habe beschlossen, demnächst weitere Episoden zu kaufen.

Der Spassprediger meint:

Uneingeschränkte Kaufempfehlung für die bildtechnisch verbesserte Neuausgabe der „Peanuts”-Episoden aus dem Jahre 2008: „Der große Kürbis“ ist selbst dann noch ein ungetrübtes Vergnügen, wenn man das Bild der DVD über einen Beamer auf eine Leinwand projiziert – mit anderen Worten: Von der Bildqualität dieser DVD dürften viele andere Veröffentlichungen sich gern eine Scheibe abschneiden.

1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Die Peanuts - Der große Kürbis
(1)
Film
8,99

Der Sommer kann kommen - "Pink Martini" ist schon da!

SPASSPREDIGER aus www.spassprediger.de , am 28.04.2010

Glauben Sie an Liebe auf den ersten Klick? Ich schon, denn nachdem ich 2004 neugierig gesucht hatte, wer „Pink Martini“ sind, habe ich mich Hals über Kopf in die musikalischen Kostproben verliebt, welche die Band auf ihrer Website präsentiert. Offenkundig ist auch die Band von ihren Hervorbringungen überzeugt, denn anders als viele andere Musiker serviert das “little orchestra“ (Selbstbeschreibung) keine kleinen Appetithäppchen, sondern gleich das ganze Menü: Wer mag, kann sich die als Streaming Audio hinterlegten Alben der Band komplett durchhören. Anders gesagt: Wer eine CD von „Pink Martini“ kauft, darf vorher nicht nur den sprichwörtlichen Sack, sondern auch die Katze darin bewundern.

Überhaupt ist die Website der Band einen Besuch wert – die schnurrige Startseite wirkt wie ein großer Setzkasten und lädt zum Verweilen und Erkunden ein, in den einzelnen Rubriken gibt’s nicht nur jede Menge Infos in Textform zu entdecken, sondern neben den Hörproben auch diverse kurze Filmchen – wer den einzigen offiziellen Videoclip der Band anklickt, wird sich vielleicht erinnern, dass das eingängige “Sympathique“ vor ein paar Jahren die Werbespots eines bekannten französischen Autoherstellers musikalisch untermalen durfte. Längst bedienen sich aber nicht mehr nur Werbefilmer gern der Musik von “Pink Martini“. So kommen sich z. B. in der sehenswerten Komödie „Jede Menge Ärger“ Tim Allen und Rene Russo zu den Klängen der flotten Salsa-Nummer "Donde Estas, Yolanda?" näher, auch in anderen Spielfilmen sind mir bereits Songs von “Pink Martini“ begegnet.

Für mich sind die CDs von „Pink Martini“ aber vor allem der ideale Soundtrack für warme Nächte im Freien, und „Splendor in the grass“ knüpft ziemlich nahtlos an die Vorgänger an. Das Wiegenlied „Ninna Nanna“, das den insgesamt 14 Stücke umfassenden musikalischen Reigen eröffnet, weckt z. B. Erinnerungen an „Una Notte a Napoli“ von der CD “Hang on, little tomato“; das restliche Songmaterial spannt einen weiten Bogen zwischen Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 (wirkungsvoll mit dem Titelsong “Splendor in the grass“ verwobenen) und der Sesamstraße (“Sing“). “Splendor in the grass“, eine deutlich erkennbare musikalische Verbeugung in Richtung der legendären “Carpenters“, ist denn auch einer meiner persönlichen Favoriten.

Wer eine der anderen Veröffentlichungen der Band kennt und mag, dem kann ich “Splendor in the grass“ wärmstens empfehlen. Das 2009er Album von “Pink Martini“ hat alles, was auch die anderen Alben der Band auszeichnet und zum Hörgenuss macht, und Sängerin China Forbes knüpft erneut gekonnt ein Band zwischen verschiedenen Stilen und Sprachen. Das für meine Begriffe etwas verunglückte „Piensa en mi“ fällt zwar etwas ab, und unterm Strich reicht “Splendor in the grass“ nicht ganz an meinen persönlichen Favoriten “Hang on, little tomato“ heran; trotzdem finde ich auch die jüngste Veröffentlichung der Band herausragend und empfehle das Album deshalb gern weiter. Wer zur limitierten “Special Edition“ greift, erhält zusätzlich zur regulären CD noch eine DVD mit zehn Stücken, welche die Band live vor Publikum zeigen – Fans wird der nette Mehrwert freuen, Interessierte sind aber auch mit der regulären CD gut bedient.

Splendor In The Grass (Special Edition)
von Pink Martini
(1)
Musik
15,59 bisher 17,99

Magnum ist kein Eis

SPASSPREDIGER aus www.spassprediger.de , am 04.01.2010


Harry Callahan ist ein Fels in der Brandung. Einer, der Nägel frühstückt. Der findet, dass aller guten Dinge nicht immer drei sein müssen: Legislative, Judikative und Exekutive? Pragmatiker Callahan legt die letzten zwei auch schon mal zusammen.

Die wahrscheinlich kontroverseste Szene im ersten Teil der legendären „Dirty Harry“-Pentalogie ist denn auch die, in der Dirty Harry den von ihm zur Strecke gebrachten Killer, der sich selbst „Skorpion“ nennt, per Folter zu einem Geständnis zu bewegen sucht: Natürlich wird hier Selbstjustiz geübt, und natürlich sollten wir, die Zuschauer, das nicht begrüßen. Wir müssen Callahans Methoden nicht gutheißen, aber seine Beweggründe können wir nachvollziehen.

Auf den ersten Beitrag aus dem Jahr 1971 folgten bis zum Jahr 1988 vier weitere, die in meinen Augen weniger Fortsetzungen, als vor allem Variationen auf das Thema des ersten Teils sind. Jeder Film für sich ist durchaus spannend, aber sie erzählen die Geschichte des einsamen Rächers insofern nicht weiter, als die Figur Callahan sich nicht wesentlich weiterentwickeln kann. Anders gesagt: „Dirty Harry II – Callahan“ (1973), „Dirty Harry III – Der Unerbittliche“ (1976), „Dirty Harry kommt zurück“ (1983) und „Das Todesspiel“ (1988) sind auf Nummer Sicher gedrehte Filme für ein Publikum, das den ersten Teil der Reihe mochte.

Die Bild- und Tonqualität der Blu Ray-Version des ersten Teils der Serie „Dirty Harry“ ist angesichts des Alters erstaunlich gut – der Vorsprung gegenüber der ebenfalls lobenswerten DVD-Version mag nicht groß sein, macht sich aber spätestens bei der Projektion auf die Heimkino-Leinwand angenehm bemerkbar. Abgesehen von gelegentlichen leichten Blitzern gibt’s an der Qualität des Bildes nichts zu beanstanden, das wesentlich wäre. Der deutsche Mono-Ton kann mit dem Ton aktueller Produktionen natürlich nicht mithalten, fällt aber auch nicht negativ auf.

Auch die Zusatzausstattung kann sich sehen lassen. Bonusmaterialisten dürfen sich über die folgenden Zugaben freuen:

• Eigens für die Neuveröffentlichung des Films auf DVD und Blu Ray produzierter Audiokommentar von Filmhistoriker und Eastwood-Biograph Richard Schickel.
• Kurzfilm: „The Long Shadow of Dirty Harry“ (Standardauflösung, 26 Minuten)
• Kurzfilm: „Dirty Harry: The Original“ (Standardauflösung, 29 Minuten); zuvor bereits veröffentlicht auf der 2001 erschienenen DVD-Version von „Dirty Harry“
• Kurzfilm: „Dirty Harry's Way“ (Standardauflösung, 7 Minuten) – Promo-Clip aus dem Jahre 1971, der Eastwood und Regisseur Siegel am Set zeigt
• Interviews (Standardauflösung, 27 Minuten); Ausschnitte aus Interviews, die bereits Bestandteil der oben genannten Kurzfilmen sind
• Knapp einstündiger, 1993 produzierter TV-Beitrag „Clint Eastwood: The Man From Malpaso“ (Standardauflösung, 56 Minuten), der sich Eastwoods Karriere als Schauspieler und Regisseur widmet
• Trailer (Standardauflösung) für alle fünf „Dirty Harry“-Filme

Dirty Harry
(1)
Film
11,99

Unterirdisch, aber nicht tiefschürfend

SPASSPREDIGER aus www.spassprediger.de , am 04.01.2010

Jules Vernes Romane dienen dem Kino schon seit mehr als einem Jahrhundert als literarische Vorlagen. Eric Brevigs Leinwand-Adaption von „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ aus dem Jahr 2008 geht mit dem Klassiker sehr frei um. Leider degradiert der Film das Buch dabei zum MacGuffin.

Den Begriff des MacGuffins prägte der legendäre Kriminalfilm-Regisseur Alfred Hitchcock für „mehr oder weniger beliebige Objekte oder Personen, die in einem Film meist dazu dienen, die Handlung auszulösen oder voranzutreiben, ohne selbst von besonderem Interesse zu sein“ – treffender als die Online-Enzyklopädie Wikipedia könnte ich den Begriff des MacGuffin auch nicht erläutern; und mehr als den einen oder anderen lapidaren Verweis ist dem Film Vernes Roman nicht wert: „Ich wünschte, ich hätte das Buch gelesen“, legt das Drehbuch einer der Hauptfiguren an einer reichlich fortgeschrittenen Stelle der Handlung in den Mund. Ja, hättste mal!, möchte man Sean Anderson (Josh Hutcherson) zurufen.

Der 13-jährige Sean ist eine der drei Hauptfiguren in einer Filmhandlung, die Regisseur Brevig vor allem als Vorwand dient, einen enormen digitalen Budenzauber zu veranstalten. In Kinos, die bereits mit der erforderlichen Technik ausgestattet sind, war der Film in 3D zu bewundern. Wie stark sich der Film auf den Stereoskopie-Effekt verlässt, wird auch in der 2D-Version fürs Heimkino deutlich: Die Szenen, in denen dem Zuschauer Piranhas ähnelnde Flugfische, Lenkdrachen und Pusteblumen-Samen förmlich um die Ohren fliegen, sind wohl vor allem mit Blick auf die räumliche Tiefenwirkung konzipiert worden. Leider fehlt es dem Regie-Debütanten Brevig, der bislang vor allem als Experte für Spezialeffekte in Erscheinung getreten ist, an der visionären Kraft, um dem unterirdischen Themenpark Leben einzuhauchen.

Wo Kollegen wie Terry Gilliam oder Guillermo del Toro dem Kino mit Wonne neue Fabelwesen beschert hätten, begnügt Brevig sich damit, seine Helden von einer gefährlichen Situation in die nächste zu hetzen. Logik wie auch halbwegs intelligente Dialoge bleiben dabei leider auf der Strecke; vor allem Jungdarsteller Hutcherson muss in einem fort Dinge aufsagen, die vermuten lassen, dass die Drehbuchautoren 13-jährige Jungs vor allem vom Hörensagen kennen: „Das bedeutet mir sehr viel“, stelzt Sean zum Beispiel brav, als ihm sein Onkel Trevor (Sonnyboy Brendan Fraser) ein Erinnerungsstück an seinen verstorbenen Vater überreicht. Dass Sean und sein Onkel Trevor einander zuletzt vor sechs Jahren gesehen haben, hindert die beiden auch keineswegs daran, innerhalb von kürzester Zeit gute Buddies zu werden – Teenager von heute fremdeln offensichtlich nicht. Warum auch? „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist ja auch kein Beziehungsdrama, sondern Popcorn-Kino – trotzdem hätte dem Film eine etwas glaubwürdigere, feinfühligere Charakterzeichnung sicher gut getan.

Das Bild der Blu-ray Disc bewegt sich auf dem Niveau besserer DVDs, der Ton schneidet im Vergleich etwas besser ab. Das Bonusmaterial beschränkt sich auf einen leidlich interessanten, weil allzu oberflächlichen Audiokommentar von Regisseur Brevig und Hauptdarsteller Fraser sowie drei überaus entbehrliche Kurzbeiträge, die allenfalls für ein jugendliches Publikum von Interesse sein dürften.

Neben der 2D-Version bietet die Disc außerdem eine nach dem Anaglyphen-Prinzip aufbereitete 3D-Version; die Rot-Grün-Brille, die zur Erzielung des räumlichen Effektes benutzt werden muss, liegt familienfreundlich in vierfacher Ausführung bei.

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
(1)
Film
14,99

Alles einsteigen zum Flug mit der Ed Force One!

SPASSPREDIGER aus www.spassprediger.de , am 21.12.2009


Konzertmitschnitt trifft Reisereportage: "Flight 666" schildert das wahrscheinlich ehrgeizigste Vorhaben einer der dienstältesten Heavy Metal-Bands, mithilfe einer Boeing 757 innerhalb kürzester Zeit Stadien rund um den Erdball zu reisen und Stadien in aller Herren Länder zu bespielen. Der Film, der den abenteuerlichen Trip dokumentiert, dürfte Fans der Band das Herz aufgehen lassen, zumal die Blu Ray als Bonus auch die Konzertauftritte, die im Film nur ausschnittweise zu sehen sind, in voller Länge präsentiert. Die Qualität von Bild und Ton verdient dabei fast durchgängig Bestnoten. Mithin: Volle Punktzahl für einen Film, der die Band wie auch ihre Fans rund um die Welt in Bestform präsentiert.

Flight 666 - The Film (Blue-ray)
von Ost
(1)
Musik
21,99

 
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