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SPASSPREDIGER Top 100 Rezensent
Ort:
www.spassprediger.de
Rezensionen:
531 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 333

nicht hilfreich: 331

Rang:
61
Über mich:

Ich lese querbeet - bis hin zu Kartoffeln. Einer der interessantesten Stoffe, an denen ich in der letzten Zeit Geschmack gefunden habe, war übrigens ein Buch über Salz.

SPASSPREDIGERs Rezensionen

123
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50

22.09.2012

„Perfektes Geschenk für Düsseldorfer”

Der Anspruch, den der unter der Ägide von Clemens Looz-Corswarem enstandene Band erhebt, ist kein geringer: "das Düsseldorf-Standardwerk der nächsten Jahrzehnte" soll die knapp 900 Seiten starke Veröffentlichung sein und "den Kanon allen (sic) Wissenswerten über die Stadt" definieren.

Das klingt allenfalls bis zu dem Moment hochtrabend, in dem man sich des imposanten Werks selbst annimmt und sich darin vertieft - etwas, wofür man Zeit und Muße mitbringen sollte, denn wer sich auch nur ein bisschen für den Betrachtungsgegenstand des Buchs interessiert, wird sich in "Das große Düsseldorf Lexikon" versenken und so schnell nicht mehr auftauchen.

Mir ist es jedenfalls so ergangen. Bereits auf den ersten Seiten hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Dass es sich bei einem der Gefäße, die Maler Vincent van Gogh in seinem Stilleben "Met flessen en aardewerk" verewigt hat, um ein Düsseldorfer "Mostertpöttchen" der Marke ABB handelt, wusste ich nicht. Dass es nicht nur ein "Eau de Cologne" gibt, sondern Teile der Kölner Familie Farina sich in Düsseldorf niederließen und dort zwischen 1789 und 1874 ein "Eau de Düsseldorf" destillierten, war mir ebenfalls neu. Was die Düsseldorfer Tabelle ist, wissen Sie sicher. Aber sagt Ihnen auch die Bezeichnungen "Düsseldorfer Deckel" etwas? Und wussten Sie, dass es Düsseldorfer Planeten und einen Düsseldorfer Backstein-Expressionismus gibt? Dass die Düsseldorfer Fußgängerampel in ihrer Dreifarbigkeit deutschlandweit einmalig ist, war mir bekannt - dass die 600 Fußgängerampeln deshalb auch ein bei Touristen beliebtes Fotomotiv sind, dessen war ich mir bislang freilich nicht bewusst.

Schon beim bloßen Durchblättern entpuppt sich "Das große Düsseldorf Lexikon" als ein faktensattes, gut recherchiertes und gefällig aufgemachtes Werk, das Seite um Seite mit Informationen aufwartet, die sich in dieser komprimierten Form garantiert in keinem anderen bislang veröffentlichten Werk zur Stadt Düsseldorf und ihrer Geschichte finden lassen.

R e s ü m e e

Unbedingte Kaufempfehlung: Darüber, was Düsseldorfs großer - und lange Zeit in seiner Heimatstadt sehr stiefmütterlich behandelter Sohn - Harry Heine und "Klein-Paris"-Fan Napoleon Bonaparte zu "Das große Düsseldorf Lexikon" gesagt hätten, lässt sich nur mutmaßen. Wer sich für Düsseldorf interessiert oder sogar begeistert, für den ist "Das große Düsseldorf Lexikon" in meinen Augen jedoch ein Nachschlagewerk, dessen Anschaffung ich ohne Abstriche empfehlen kann - seit der Veröffentlichung des ebenfalls unter Mitwirkung von Clemens von Looz-Corswarem herausgegebenen "Düsseldorf-Atlas" ("Der Düsseldorf-Atlas. Geschichte und Gegenwart der Landeshauptstadt im Kartenbild") im Jahr 2004 hat kein ähnlich lesenswertes Buch über die Stadt Düsseldorf den Weg in mein Regal gefunden.

Tipp: Wer sich das veritable Werk noch vor dem 1. Februar 2013 zulegt, kommt in den Genuss des bis dahin gültigen Vorzugspreises von EUR 68. Auch das mag sich vielleicht zunächst nach einem stolzen Preis anhören, aber Interessierten kann ich versichern, dass das Buch auch dann noch jeden Cent wert sein wird, wenn der Preis im nächsten Jahr auf EUR 88 steigt. Für mich steht jedenfalls schon heute fest, dass ich Weihnachten 2012 mindestens ein Exemplar des Buchs verschenken werde.

blu-ray

Nicht auflegen!

Larry Cohen

EUR 10,99 *
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40

20.05.2012

„Wenn die Zelle zum Gefängnis wird”

Irgendwo mitten in New York und gar nicht weit vom berühmten Times Square entfernt, steht eine Telefonzelle. In der steht ein Kerl, der, was immer auch um ihn herum geschieht, nicht auflegen zu wollen scheint. Weil an irgendeinem Fenster jemand steht, der ihn genau beobachtet. Und zwar durch das Zielfernrohr eines Präzisionsgewehrs.

Tja, da ist PR-Agent Stu Shepard (Colin Farrell) wohl wirklich zur falschen Zeit am falschen Ort gelandet – mitten im Visier eines Serienkillers, der, wie sich im Laufe der Handlung herausstellt, schon eine Handvoll anderer Leute auf dem Gewissen hat. .
Tatsächlich ist Stu nicht unbedingt ein Sympathieträger – aber verdient Stu wirklich schon eine Kugel in den Kopf, weil er seine Frau Kelly (Radha Mitchell) mit der jüngeren Pam (Katie Holmes) betrügt, einen Laufburschen mit vagen, unaufrichtig gemeinten Gehaltsversprechungen auf Trab hält und ausnutzt, Pizzaboten beleidigt und sich überhaupt für das Zentrum des Universums zu halten scheint … ? Der Killer findet offensichtlich, dass das völlig ausreicht.

Als eine Dame vom horizontalen Gewerbe Stu seinen Platz in der Zelle streitig zu machen versucht, spitzt sich Lage innerhalb kürzester Zeit zu: Stu darf die Zelle nicht verlassen und den Hörer nicht auflegen, wenn er nicht selbst dran glauben soll, und jemanden über seine missliche Lage informieren darf er auch nicht. Bald holen sich die Bordsteinschwalbe und ihre Kolleginnen Verstärkung, und Lude Leon (John Enos III) fackelt nicht lang, sondern rückt Stu in seiner Zelle mit einem Baseballschläger zu Leibe. Dann fällt ein Schuss, Leon sinkt tödlich getroffen zu Boden, und plötzlich ist Stus Lage misslicher denn je …

Die Zutaten in Joel Schumachers Film, der den Zuschauer bis zum doppelbödigen Schluss fesselt, sind überschaubar. So einfach die Prämisse des Films ist, so wenig effekthascherisch präsentiert sich auch die Optik des Films. Director of Photography Matthew Libatique malt mit der Kamera unterkühlt wirkende Bilder, die in ihrer Kargheit oft wie zum Leben erweckte Gemälde eines Edward Hopper wirken. Schärfe, Kontrast und Farbwerte der Blu-ray Disc lassen in meinen Augen nichts zu wünschen übrig, und gilt auch für die Tonspur. Der Audiokommentar von Schumacher, der übrigens nicht einmal auf der Verpackung ausgelobt wird, ist dröge, aber informativ; darüber hinausgehendes filmbegleitendes Material sucht man vergebens, wenn man vom quasi-obligatorischen Trailer einmal absieht.

Tipp:

Vor dem ersten Anschauen keinesfalls die komplette Besetzungsliste studieren – in der lauert nämlich eine Angabe, die einem das Rätseln und Mitfiebern bis zum überraschenden Schluss gehörig vergällen kann.

R e s ü m e e

Spannende Unterhaltung auf einer Blu-ray Disc, deren Transfer sehr gute Bild- und Tonwerte bietet, die bekennende Bonusmaterialisten aber ziemlich leer ausgehen lässt. Für Bild und Ton gibt‘s von mir vier von fünf möglichen Sternen, die originelle Grundidee des Films ist mir die Höchstnote wert. Abzüge gibt’s in der B-Note, weil die Ausstattung der Blu-ray Disc etwas üppiger hätte ausfallen können. Unterm Strich aber gern vergebene vier von fünf Telefonhörern für Colin Farrell als Unsympathen, dem ein fieser Killer zeigt, wer nicht nur am Telefon das Sagen hat.

0 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

buch

Vixen

Ken Bruen

EUR 13,40 *
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40

27.02.2012

„Tipp für "Hardboiled"-Fans”

"Vixen" war nicht das erste Buch von Bruen, das ich gelesen habe, und die Geschichte um ein Gauner-Trio, das versucht, durch Erpressung zu schnellem Reichtum zu gelangen, war sicher auch nicht mein letzter Bruen.

Allerdings konnte ich mit der Figur des Inspector Brant von der Londoner Polizei, der in diesem Roman im Mittelpunkt steht, auf Anhieb nicht ganz so viel anfangen wie mit dem Protagonisten von Bruens "Jack Taylor"-Reihe. Was mir jedoch grundsätzlich zusagt, ist Bruens Schreibe und die Nähe seiner Plots zum sogenannten film noir - Klartext: Auch in Bruens Büchern kommen Leute vor, die Polizeiabzeichen tragen, aber ob die deshalb "die Guten" sind, sei dahingestellt. Brant jedenfalls ist jemand, gegen den Kriminaler Schimanski aus der "Tatort"-Reihe schon fast zahm wirkt. Allerdings sind auch Brants Gegenspieler nicht zimperlich; vor allem nicht die kaltschnäuzige Angie, deren Bösartigkeit sogar ihre abgebrühte Anwältin beeindruckt.

"Vixen" ist eine von harten Kerlen und noch härteren Frauen bevölkerte, mit gehörigem Tempo erzählte Geschichte; Langeweile hat hier nicht eine Seite lang eine Chance. Wer auf der Suche nach der idealen Lektüre ist, mit der er sein Schulenglisch auffrischen kann, sollte sich aber vielleicht nach einem anderen Buch umsehen oder sich zumindest darauf einstellen, dass das Patois von Bruens Figuren sehr farbig ist.

Fazit:

Rasant erzählte Kriminalgeschichte, die mich bis zur Schlusspointe immer mal wieder an Geschichten von Cornell Woolrich und anderen Vertretern des klassischen "Hardboiled"-Genres hat denken lassen - eine gewalttätige Story mit farbigen Figuren, die Lust darauf macht, mehr von Bruen zu lesen.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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50

30.08.2011

„Der Hase kommt auf den Hund”

Wer bringt die Ostereier? Natürlich der Osterbeagle! Linus hat da nicht den geringsten Zweifel. Den meldet dafür aber Charlie Browns Schwesterchen Sally an, und die Skepsis kann man ihr insofern nicht verdenken, als sie zusammen mit Linus schon mal einen ganzen Halloweenabend vergeblich auf die Ankunft des Großen Kürbis gewartet hat ...

Der Frühling ist da, und bei den Peanuts-Kids ist ordentlich was los. Im Oster-Special "Es ist doch der Osterbeagle!" lernen wir Linus' Brüderchen Rerun kennen, begleiten Snoopy und Woodstock beim Vogelhauskauf und werden Zeuge diverser vergeblicher Eierfärbversuche.

Ein ums andere Mal kauft Peppermint Patty neue Eier, denn Freundin Marcie nimmt den Begriff des Eierfärbens allzu wörtlich - dass nur die Schale eingefärbt werden soll, scheint Marcie nicht einleuchten zu wollen, und bevor Peppermint Patty sich's versieht, hat Marcie nacheinander Spiegelei, Rührei und Eiersuppe fabriziert.

Linus lassen die Vorbereitungen fürs Osterfest kalt: Warum Eier färben? Die Ostereier bringt schließlich der Osterbeagle, Punkt! Linus' Schwester, die stets pragmatische Lucy, hält sich nicht mit schöngeistigen Betrachtungen auf, sondern versteckt schon mal die zuvor bemalten Eier - nicht willkürlich irgendwie und irgendwo, sondern mit Klemmbrett und Liste bewehrt, in welche die Verstecke fein säuberlich eingetragen werden. Muss man noch erwähnen, dass die von Lucy versteckten Eier nicht dazu gedacht sind, von Hinz und Kunz gefunden zu werden, sonder nur von Lucy höchstpersönlich ... ?

Zum Glück für die restlichen Peanuts macht Beagle Snoopy Lucy einen Strich durch die Rechnung, und so behält Linus am Ende Recht: Es ist doch der Osterbeagle!

Die Oster-Episode "Es ist doch der Osterbeagle" ist eines von rund 50 TV-Specials, die in Ergänzung zur regulären TV-Serie "Peanuts" produziert wurden, und hat in meinen Augen einen Ehrenplatz gleich neben dem ersten aller Peanuts-Specials "Fröhliche Weihnachten" und dem Halloween-Special "Der große Kürbis" verdient. Insbesondere die amüsante Nebenhandlung, in der Snoopy seinem von Frühjahrsschauern völlig durchnässten Freund Woodstock ein Vogelhäuschen besorgt, sorgt für Lacher - denn kaum hat Woodstock sich häuslich eingerichtet (komplett mit Stereoanlage, Sofa und allem anderen, was der Wildvogel von heute so braucht), zwängt der neugierige Snoopy seine Nase ins Gehäus, bringt die Wohnstatt zum Absturz und damit den empörten Woodstock gegen sich auf.

Im Unterschied zum Gros der anderen "Peanuts"-Special-Veröffentlichungen aus dem Hause Warner Brothers bietet die DVD mit dem Oster-Special keine Zeichentrick-Bonusepisode, sondern nur einen kurzen Dokumentarbeitrag, in dem Produzent Lee Mendelson sowie Angehörige des im Jahr 2000 verstorbenen Peanuts-Erfinders Charles Schulz eine gute Viertelstunde lang etwas übers Oster-Special erzählen dürfen. Was geboten wird, ist durchaus interessant, und insbesondere Mendelsons Aussagen zum vergleichsweise entspannten Timing der Peanuts-Trickfilme und zum anekdotenhaft wirkenden Erzählstil kann ich gut nachvollziehen. Trotzdem wäre ich nicht böse gewesen, wenn zusätzliches Material auf die Disc gefunden hätte. An der Qualität von Bild und Ton habe ich allerdings auch diesmal nichts auszusetzen - ich drücke deshalb angesichts der relativ kurzen Spielzeit der Disc erneut beide Augen zu (leider bewegen sich die Spielzeiten sämtlicher in der Warner-"Deluxe Edition" erschienenen Peanuts-Specials im Rahmen einer knappen Stunde) und vergebe die Höchstwertung.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

dvd

The Tournament

Scott Mann

EUR 8,99 *
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30

10.11.2010

„Die "Gotcha!"-Variante mit echten Kugeln”

Alle sieben Jahre rappelt’s im Karton, und zwar kräftig: Zum Gaudium gelangweilter Millionäre treten die besten Killer der Welt gegeneinander zum Kampf auf Leben und Tod an. Ausgetragen wird das jüngste Duell in der Metropole London, deren allgegenwärtige Überwachungskameras der Veranstalter kurzerhand für eine geheime, sehr exklusive Live-Übertragung der modernen Gladiatorenkämpfe anzapft.

Irgendwo an einem nicht näher bezeichneten Ort sitzen reiche Männer aus aller Herren Länder rund um einen Tisch herum und wetten auf Berufskiller, die im gesamten Stadtgebiet auf der Pirsch nach ihresgleichen sind. Damit die Damen und Herren Meuchelmörder einander auch wirklich über den Weg laufen, hat man ihnen allen im Vorfeld einen Peilsender implantiert, vermittels dessen sowohl die Veranstalter der makabren Menschenjagd als auch deren Teilnehmer sämtliche „Mitspieler“ jederzeit orten können.

Favorit ist der Titelverteidiger, ein bulliger Schwarzer namens Joshua (Ving Rhames). Im Unterschied zu verschiedenen anderen Akteuren treibt Joshua nicht die Aussicht auf den Titel oder die damit verbundene Siegerprämie an, sondern eine persönliche Vendetta: Joshua will herausfinden, wer von seinen Berufskollegen seiner Frau Mary das Lebenslicht ausgeblasen hat und warum. Außerdem mit von der Partie sind eine Chinesin namens Lai Lai Zhen (Kelly Hu), ein Parkour-Läufer (Sebastien Foucan), ein sadistischer Texaner namens Miles Slade (Liam Cunningham) und eine Reihe anderer Figuren, die aber mehrheitlich zu schnell ins Gras beißen, als dass es Sinn hätte, sich ihre Namen zu merken.

Eine unerwartete Erweiterung erfährt das Teilnehmerfeld, als der versoffene Priester MacAvoy (Robert Carlyle) sich an einer Tasse Kaffee verschluckt. Auf deren Grund ist nämlich der Peilsender von Parkour-Läufer Anton Bogart gelandet, der sich das Gerätchen auf eigene Faust quasi wieder aus den Rippen geschnitten hat. Ab sofort liegt der hadernde Gottesmann nicht mehr nur mit sich selbst im Clinch, sondern wird von den anderen Teilnehmern, die MacAvoy für einen offiziell akkreditierten Gegenspieler halten, gnadenlos gejagt. Zum Glück jedoch findet MacAvoy in Lai Lai Zhen eine unerwartete Verbündete. Die Killerin nimmt den Priester unter ihre Fittiche und besorgt erst einmal eine große Schachtel Abführmittel, auf dass MacAvoy seinen Sender wieder loswerden möge. Das ist auch dringend angeraten, denn tatsächlich ist die kleine Kapsel mehr als nur ein Wegweiser: Steht nach 24 Stunden kein Sieger im Killer-Turnier fest, wird automatisch ein in der Kapsel verborgener Sprengsatz gezündet …

Fazit: doofer, aber kurzweiliger Action-Trash in solider Heimkino-Umsetzung.

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