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Name:
Teresa Kopp
Ort:
Pforzheim
Rezensionen:
123 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 7

nicht hilfreich: 1

Rang:
286

Teresa Kopps Rezensionen

50

15.11.2010

„Informativ und berührend in einem.”

Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen festgehalten; er erzählt von seiner Kindheit und Jugend in der DDR, wo er an der Ostseeküste aufwuchs. Mit seinem Beschluss, Theologie zu studieren, entfernt er sich immer mehr vom Regime, dem er ohnehin nie nahe stand. Er wird immer mehr zu einem bekannten Gegner des Systems.
Als die Mauer 1989 fällt, wird er Abgeordneter im ersten frei gewählten Parlament und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.

Gauck schildert die Geschichte der DDR und erzählt seine eigene in einem. Er schreibt von Unfreiheit und Familienglück zu Zeiten der DDR; von Freiheit und zerbröselnder Ehe nach dem Mauerfall.

Hervorragend.

50

15.11.2010

„Schön.”

Samuel ist Literaturdozent, liebt vor allem Kafka, hat keine Freunde und ist eigentlich immer allein, was ihn allerdings nicht sonderlich stört. Als ihm am Neujahrsmorgen eine Katze zuläuft, ist er überhaupt nicht begeistert und er will das Viech so schnell wie möglich wieder loswerden. Allerdings muss er hierfür Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen...
Schöner, kleiner Roman über Glück, Vertrauen und Freundschaft.

50

15.11.2010

„Endlich wieder Gavalda...”

Garance ist das verrückte Huhn, Lola die Harmoniebedürftige, Simon der Fels in der Brandung und Vincent ist das Nesthäkchen der Familie. Allesamt sollen sie sich planmäßig auf einer Hochzeit treffen, doch als Vincent nicht erscheint, beschließen die drei anderen, sich aus dem Staub zu machen und zu ihm zu fahren. Die vier verbringen gemeinsam einen einzigen Tag, so wie früher, wie unbeschwerte Kinder und wilde Teenies...

ebooks

Wir vier

Andreas Schäfer

EUR 7,99 *
auf Merkliste

40

15.11.2010

„Bedrückend und beeindruckend.”

Die Familie ist nicht mehr diesselbe, seit der älteste Sohn ermordet wurde. Jeder zieht sich immer mehr in sein Schneckenhäuschen zurück und sie entfernen sich immer weiter voneinander. Jeder behält seine Gefühle für sich und als der Termin der Gerichtsverhandlung näher rückt, droht alles zu zerbrechen... Andreas Schäfer beschreibt sehr gut die Entwicklung und Verarbeitung eines Familientraumas und noch nach Ende der Lektüre denkt der Leser so manches Mal an die Protagonisten des Romans. Keine leichte Kost, aber sehr lesenswert!

40

15.11.2010

„An Paris hat niemand gedacht...”

Marta verbrachte ihre Kindheit mit ihren Eltern und ihrer Schwester in Afrika, was zunächst nach einer zauberhaften, glücklichen Kindheit klingt, hätte ihr Vater ihnen nicht das Leben zur Hölle gemacht… Wieder nach Deutschland zurückgekehrt, nimmt Marta Reißaus und bricht jeglichen Kontakt zu ihrer Familie ab; sie versucht zu verdrängen und zu vergessen. Bis zu dem Moment, als ihr Vater stirbt und sei eine Nachricht ihrer Mutter erhält – nachdem sie 17 Jahre lang kein Wort miteinander gewechselt haben…

40

15.11.2010

„Ab nach Italien...”

Als Max von seiner großen Liebe Anna verlassen wird, beschließt er nach Italien auszuwandern und da sein Geld nun mal nicht für ein Haus in der Toskana reicht, kauft er sich ein ziemlich renovierungsbedürftiges „rustico“ auf einem Berg in den Marken. Dort lebt er mit Uilly, einem faulen Hirtenhund und macht dank Gino, der direkt im Dorf wohnt, Bekanntschaft mit den Bewohnern des Monte Dolciano. Gino, ehemaliger Lastwagenfahrer, derzeitiger Maurer und selbsternannter Philosoph, wird Max´ bester Freund und versucht diesem das Wesen der Italiener näherzubringen… Swidler berichtet über schwierige Kleinigkeiten des Alltags, skurrile Situation und Fettnäpfchen, in die man als Ausländer zwangsläufig tritt.

50

15.11.2010

„Drei Frauen und das Streben nach Unabhängigkeit”

Es ist die Lebensgeschichte dreier Frauen und beginnt mit Pajarita (kleiner Vogel), die nach ihrer Hochzeit mit einem italienischen Wanderzirkusmitglied vom Land nach Montevideo zieht, wo sie als Heilerin arbeitet und ihre Kinder großzieht.
Eva, Pajaritas Tochter, die als Mädchen von einem Freund des Vaters missbraucht wird, folgt als junge Frau ihrer großen Liebe nach Argentinien. Dort wird sie mit ihren Gedichten bekannt, muss aber das Land verlassen, als Perrón an die Macht kommt und kehrt nach Uruguay zurück.
Der dritte Teil handelt von Salomé, Evas Tochter, die im Alter von 18 Jahren, statt an die Uni zu gehen, sich einer Rebellentruppe anschließt, die das System verändern will – bis Salomé von der Polizei des Régimes verhaftet wird… Wunderbarer Roman über die Geschichte des 20. Jahrhunderts in Uruguay, sprachlich großartig und viel zu schnell ausgelesen.

40

15.11.2010

„Gavalda mal anders...”

Charles Balanda ist Mitte Vierzig, ein bekannter Pariser Architekt und jettet viel um die Welt, wobei er sich immer mehr von seiner Lebensgefährtin Laurence entfernt und dies nicht nur hinsichtlich der Distanz in Kilometern… Als er eines Tages, gerade von einer Geschäftsreise zurückgekehrt, seine Eltern besucht, entdeckt er bei ihnen einen an ihn adressierten Brief, der nur diesen einen Satz enthält: „Anouk ist tot.“ Diese drei kleinen Worte werfen ihn aus der Bahn und er wird plötzlich mit seiner Vergangenheit konfrontiert, woraufhin er sich auf die Suche nach Alexis, seinem damaligen besten Freund und Anouks Sohn, begibt – und dabei auf eine völlig andere Welt als die seine stößt… Gavaldas „Alles Glück kommt nie“ wirkt zunächst vielleicht auf den Leser etwas chaotisch, da absatzweise Stilebene und Erzählperspektive gewechselt werden; nach der Einlesephase allerdings entpuppt sich der Roman als wunderschön (zugegeben, mit einem ganz leichten Hang zum Kitsch) und ist nur schwer aus der Hand zu legen… Für Gavalda-Leser ein Muss!

50

15.11.2010

„Einfach großartig!”

Vielleicht wäre Mattia kein Sonderling, der sich nur wohlfühlt, wenn er hochkomplizierte Mathematikaufgaben lösen kann, wenn seine Zwillingsschwester damals nicht verschwunden wäre und er nicht diese Schuldgefühle hätte. Vielleicht wäre Alice nicht magersüchtig, wenn sie gelernt hätte, Vertrauen in sich und ihre Umwelt zu haben und dieser Skiunfall nicht geschehen wäre. Vielleicht wären beide nicht so allein, wenn sie in ihrer Kindheit diese einschneidenden Erlebnisse nicht gehabt hätten…
Giordano schafft mit Mattia und Alice zwei Charaktere, die den Leser nicht so schnell loslassen. Er schreibt und beschreibt einfühlsam, präzise und schlicht wunderbar und erreicht so, dass seine Figuren Fragen aufwerfen und uns noch lange nach Ende der Lektüre weiterhin beschäftigen. Kurz: Großartig!