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Name:
Sarah O.
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6 Rezensionen
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Rang:
5887

Sarah O.s Rezensionen

buch

Dicke Hose

Mia Morgowski

EUR 9,99 *
auf Merkliste

20

28.12.2012

„flache Chick-Lit”

"Dicke Hose" von Mia Morgowski hat mich, die ich eigentlich schon seit geraumer Zeit einen größeren Bogen um alles mache, das nach Chick-Lit aussieht oder klingt, mit seinem süßen Cover bestochen. Auch die Idee eines ausnahmsweise mal männlichen Protagonisten hat mir gut gefallen und Hoffnung gemacht. Leider habe ich mich getäuscht...

Normalerweise zeichnet einen Chick-Lit-Roman in der Regel eine etwas zickige, naive Anfang- bis Mittdreißigerin als Hauptprotagonistin aus, die sich unprofessionell und dämlich verhält und lügt, wo auch immer sie nur kann, wodurch sie von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert, aber irgendwie doch den tollsten Job und den perfektesten Typen abbekommt. Die klischeehafte Art solcher Romane lässt mich vor ihnen zurückschrecken, denn über dumme, unsouveräne Protagonistinnen, die sich unglaubwürdig, aber vorhersehbar bis zum Geht-nicht-mehr verhalten, kann ich einfach nicht lachen. Irgendwie habe ich geglaubt, bei einem männlichen Macho könnte das anders sein und es könnte sich vielleicht sogar ein halbwegs glaubwürdiger Charakter entwickeln. Was auch immer mich zu dieser Hoffnung veranlasst hat, es war falsch. Die nervigen Eigenschaften der weiblichen Protagonistinnen können eins-zu-eins auf Alex übertragen werden.

Nichts an der Figur „Alex“ ist glaubwürdig, die Situationskomik ist auf niedrigstem Fettnäpfchenniveau, der Roman hat deutliche Längen und einzig einige bissige Kommentare und eine angenehme Sprache retten das Buch ein wenig.

Fazit: Trotz männlichem Ich-Erzähler ein Parade-Beispiel für sehr flache Chick-Lit. Eine unglaubwürdige Hauptfigur, deren Verhalten nicht im Mindesten zu ihrer Hintergrundgeschichte passen will, hangelt sich von einer Lüge und von einem Fettnäpfchen zum anderen. Abgesehen von ein paar bissigen Sprüchen, ist das Witz-Niveau niedrig und bietet nichts Neues. Der Roman hat Längen und die Handlung ist unerträglich konstruiert. Für wahre Chick-Lit-Fans, die nicht nach Glaubwürdigkeit suchen, vielleicht eine unterhaltsame Lektüre, für mich aber leider eine Nerven kostende Qual. Ich kann es nicht empfehlen und gebe - auch nur knappe - 2 Sterne.

20

23.10.2012

„Psychopathen machen noch keinen Psychothriller”

"Der Architekt" von Jonas Winner versprach - sowohl optisch als auch inhaltlich - ein guter Psychothriller zu werden. Leider konnte er diese Erwartungen nicht halten.

Zuerst ein paar Worte zum Inhalt: Der mäßig erfolgreiche Drehbuchautor Ben wittert seine Chance auf seinen ersten, großen Roman. Er will über den Berliner Architekten Julian Götz berichten, der wegen Mordes an seiner Frau und seinen beiden Töchtern vor Gericht steht. Obwohl es keine aussagekräftigen Beweise gegen den Familienvater gibt, wird er beschuldigt, die drei Opfer nachts brutal erschlagen zu haben. Ben ist von dem Fall fasziniert und glaubt fest an Götz' Unschuld. Doch mit der Zeit kommen ihm Zweifel, denn den Mann und seine gesamte Familie umgeben Geheimnisse, in die Ben plötzlich mit hineingezogen wird...

Wie am Titel bereits zu erahnen, spielt die Architektur eine große Rolle in diesem Roman, der ein Psychothriller sein will, aber keiner ist. Die Grundidee hat dazu zwar das Potential und ist an sich ebenso wie die ersten Kapitel sehr viel versprechend, durch den Erzählstil des Autors konnte dieses Potential allerdings zu keinem Zeitpunkt wirklich entfalten. Problematisch war dabei zum einen schon der Schreibstil, der oft, sowohl in den erzählenden Passagen als auch in den Dialogen, hölzern wirkte, und zum anderen der Aufbau des Romans, der mehr als verwirrend war, sodass eine greifbare, vom Nervenkitzel geprägte Atmosphäre, wie sie für einen Thriller nötig ist, bei mir nicht aufkommen wollte.

Der Roman besteht im Wesentlichen aus zwei Erzählsträngen. Der Leser begleitet Ben bei seinen Recherchen zum Mordfall Götz und eine junge Frau namens Mia, die sich in rätselhafte Gesellschaft begibt. Leider dauert es sehr lange bis eine Verbindung zwischen diesen beiden Geschichten auch nur annähernd zu erahnen ist. Zudem sind beide Handlungen geprägt durch wirre, zusammenhangslos erscheinende Andeutungen, zweifelhafte Gedankengänge der Protagonisten und nicht nachzuvollziehende Entwicklungen bei den Charakteren selbst und in ihrer Umgebung, sodass ich letztendlich das Gefühl hatte, weder Mia noch Ben auch nur ansatzweise zu verstehen. Die Charaktere waren mir sowohl was die Sympathie als auch was das Verständnis für ihr Handeln angeht vollkommen fern, was dazu führte, dass ich mich nicht in die Geschichte hineinversetzen, sie mir nicht als Realität vorstellen und dadurch auch nicht mit den Protagonisten mitfiebern konnte. Wirklich spannend war es dadurch zu keiner Zeit, ein greifbarer Charakter oder ein roter Faden im Handlungsverlauf fehlten völlig.

Ganz davon abgesehen, dass das "Psycho" vor dem "Thriller" bei diesem Buch höchstens auf den Geisteszustand fast aller Charaktere anzuspielen scheint, war das Ende dann auch noch enttäuschend. Da ich die meiste Zeit des Buches im Dunkeln tappte und mich von einem wahnhaften Zustand der Protagonisten zum nächsten hangelte, hatte ich doch sehr auf eine schlüssige Auflösung des ganzen gehofft. Was aber kam, war genauso wirr und undurchsichtig, wie das gesamte Buch, unrealistisch bis zum Geht-nicht-mehr und entbehrte teilweise leider auch jeder Logik. Zudem wurden einige vorher erwähnte Aspekte von der Auflösung am Ende nicht mit eingeschlossen, sondern kommentarlos fallen gelassen. Insgesamt kann ich das Ende einfach nur als phänomenalen Unfug bezeichnen. Einfach unrealistisch

10

26.06.2012

„So leer wie ein Magen beim Fasten”

"Sieben Tage ohne" von Monika Peetz ist die Fortsetzung zu ihrem erfolgreichen und verfilmten Roman "Die Dienstagsfrauen". Den ersten Teil habe ich nicht gelesen (und verspüre auch nicht die geringste Lust das jetzt noch nachzuholen), doch dank ausführlicher Rückblenden am Anfang ist das auch gar nicht nötig, um diesen zweiten Teil zu verstehen. Nicht, dass es viel zu verstehen gäbe...


Dieses Mal gehen die fünf Frauen zum Fasten in ein Burghotel, in dessen Umgebung eine der Damen, Eva, ihren Vater zu finden hofft. Denn 1965 hat ihre Mutter dort gearbeitet und da diese ihr nie verraten wollte, wer Evas Vater ist, nimmt Eva die Suche nun selbst in die Hand.


Sicherlich erwartet man bei einem solchen Plot keine hohe Literatur, sondern recht simple Unterhaltung für Frauen. Aber selbst das funktionierte für mich bei diesem Roman nicht.
Es beginnt mit den Charakteren. Sie sind alle unerträglich flach, stereotyp und der Autorin gelingt es nicht, ihnen greifbare Persönlichkeiten mit auf den Weg zu geben, die es mir ermöglichen würden, mich näher in die Freundinnen einzufühlen und bei ihren Schicksalen mitzufiebern. Auch davon, dass diese fünf Frauen angeblich die besten Freundinnen sind, merkt man leider rein gar nichts. Sollte man mit besten Freundinnen nicht offen reden können? Schaut man sich dieses Buch an, jedenfalls nicht. Das wichtigeste für die Freundinnen ist es, den anderen möglichst alles, was sie denken oder tun, zu verheimlichen.


Das ist dann auch schon der nächste Kritikpunkt: Der Roman hat keine nennenswerte Handlung - er ist inhaltlich einfach nur leer. Die fünf Damen haben Geheimnisse, die sie hüten, aus Angst vor Konflikten untereinander. Diese Angst wird geschürt, die drohenenden Konflikte aufgebauscht bis zum Geht-nicht-mehr...und wenn es dann zur Konfrontation kommt, verpufft der Konflikt, noch bevor es überhaupt einer gewesen ist. Im positivsten Fall würde man diesen Umgang der Freundinnen miteinander vielleicht als kompromissloses Verständnis, als bedingungslose Zuneigung beschreiben - bei mir kam es durch die distanzierte Art dieses Romans aber eher als hunderprozentige Gleichgültigkeit an - fünf Frauen, die sich mehr oder weniger egal sind.


Sprachlich hat "Sieben Tage ohne" leider auch nichts zu bieten. Es ist alles sehr distanziert, wird viel zu schnell und oberflächlich runter erzählt. Es liest sich wie ein Tatsachenbericht, leider ohne berichtenswerte Tatsachen.


Fazit: Nur 1 Stern, für mich nicht lesenswert.

50

20.05.2012

„Auftakt einer vielversprechenden Krimi-Reihe”

"Zorn - Tod und Regen" ist der erste Teil einer neuen deutschen Krimireihe von Stephan Ludwig, in deren Mittelpunkt der etwas mürrische Kriminalhauptkommissar Claudius Zorn steht, und ein wirklich gelungenes Debüt, das Hoffnung auf mehr macht.

Zum Inhalt: Claudius Zorn ist Kriminalhauptkommissar in einer nicht nähere bestimmten deutschen Stadt. Einen wirklich spannenden Fall hatte er schon seit Jahren nicht mehr. Dann stört ein brutaler, aber auch rätselhafter Mord an einer Frau, zu dem zunächst auch noch die Leiche fehlt, Zorns langweiligen Alltag. Eine wirkliche Spur gibt es nicht und noch dazu stoßen Zorn und sein Kollege Schröder auf Anzeichen dafür, dass jemand versucht die Ermittlungen zu sabotieren. Ein schwieriger Fall, bei dem sich Zorn auch noch mit dem verhassten Staatanwalt Sauer rumschlagen muss. Und schon bald schlägt der Täter erneut zu...

Auch für mich klang die Beschreibung vom Kommissar Zorn zunächst ein bisschen nach Klischee. Er ist mürrisch, raucht zu viel, trinkt zu viel, ist schlecht gelaunt, gelangweilt und motzt jeden an, der ihm über den Weg läuft. Aber entgegen meiner sich bei einer solchen Beschreibung automatisch anschließenden Erwartungen ist er kein schluffiges, ungepflegtes Ekel, sondern ein ganz attraktiver 42-jähriger, der bei den Frauen gut ankommt und über dessen zynische und gereizte Art ich oft schmunzeln konnte. Zudem ist er ermittlungstechnisch ein wenig inkompetent, von der Jahre andauernden Langeweile eingerostet und fällt so manches Mal ordentlich auf die Nase, besonders durch seinen Kollegen Schröder, dem er eigentlich nichts zutraut, erlebt er einige Überraschungen, die ihn ganz schön alt aussehen lassen.

Natürlich hat "Zorn - Tod und Regen" aber auch in Sachen Spannung einiges zu bieten. Der Fall hat es in sich. Es geht ganz schön blutig und brutal zu Sache und einige Passagen werden atmosphärisch so dicht beschrieben, dass man als Leser Gänsehaut bekommen kann und Nervenkitzel verspürt. Die Perspektiven wechseln oft und gerade wenn aus der Sicht der Opfer berichtet wird, wird die Erzählweise durch den Wechsel der Zeitform ins Präsens besonders intensiv. Es gibt überraschende und erschreckende Wendungen, die für ein wahres Wechselbad der Gefühle sorgen und sich zudem am Ende glaubwürdig und schlüssig auflösen. Der lockere, flüssige Schreibstil des Autors trägt sein Übriges bei zu diesem Lesevergnügen.

Fazit: Rundum gelungen, unterhaltsame Charaktere und viel Spannung. Macht Hoffnung auf mehr. 5 Sterne.

30

20.04.2012

„Zur Halbzeit wird's langweilig”

"Ich bin der Herr deiner Angst" ist ein Thriller von Stephan M. Rother, der sich viel mit den Themen Angst und Psychologie beschäftigt und mich, obwohl ich die erste Hälfte noch wirklich spannend fand, zwischenzeitlich etwas langweilte.


Zuerst einmal aber zum Inhalt: Im Hamburger Rotlichtviertel wird ein Mann tot aufgefunden. Es handelt sich ausgerechnet um einen Polizisten aus dem Team von Hauptkommissar Jörg Albrecht, der zusammen mit seinen Kollegen die Ermittlungen aufnimmt. Als der Täter weiter mordet, kristallisiert sich schnell heraus, dass es eine direkte Verbindung zur Hamburger Kripo geben muss. Bei ihrer Recherche stoßen die Ermittler auf den vor mehr als 20 Jahren aufgeklärten Traumfänger-Fall und den Traumfänger Max Freiligrath selbst, der immer noch in einer geschlossenen Psychiatrie sitzt..


Der Thriller wird aus insgesamt drei Perspektiven erzählt, die sich gut voneinander abgrenzten und der Handlung eine gewisse Abwechslung bescherten. Die Passagen des sehr philosophisch veranlagten, leicht schrulligen und oft etwas herrischen Hauptkommissars Albrecht werden in der dritten Person erzählt, während seine Kollegin Hannah Friedrichs als Ich-Erzählerin auftritt. Dazu kommen die "Zwischenspiele", die am Anfang recht verwirrend waren und aus Sicht einer anonymen Person erzählt werden, deren Identität sich erst im Laufe des Thrillers lüftet. Während ich den Wechsel zwischen Albrecht und Friedrichs sehr gelungen und ihre verschiedenen Charaktere zusammen mit ihrer persönlichen Sichtweise auf die Dinge interessant fand, konnten mich die "Zwischenspiele" nicht wirklich überzeugen, da sie weder spannende Aspekte enthielten, noch für einen "Aha"-Effekt bei ihrer Auflösung sorgten.


Die Mordfälle und Ermittlungen sind zu Beginn des Buches auch noch sehr spannend, wenn auch für mich die ein oder andere Schlussfolgerung nicht immer schlüssig wirkte und ich mich besonders für Albrechts Faible für Sokrates nicht allzu sehr begeistern konnte. Leider brach die Spannung ab der Hälfte des Thrillers stark ein. Die Traumfänger-Geschichte konnte mich nicht so sehr begeistern, wie die aktuelle Mordserie, doch um etwas anderes drehen sich die Ermittlungen kaum noch und interessante Ansätze aus der ersten Hälfte werden kommentarlos fallen gelassen und nie wieder aufgeklärt. Stattdessen folgen endlose Psycho-Gespräche, die etwas langatmig waren und nicht einmal der weitermordende Täter konnte dann noch für Spannung sorgen, auch nicht nach halbwegs spannendem Ende.


Insgesamt leider nur mittelmäßig und drei von fünf Sterne.

buch

Oberwasser

Jörg Maurer

EUR 9,99 *
auf Merkliste

20

30.03.2012

„Lange Rede, kaum Sinn”

"Oberwasser" ist für mich der erste Alpenkrimi aus Jörg Maurers Jennerwein-Reihe und nein, es hat mir nicht besonders gefallen. Das kann zum einen daran liegen, dass ich die drei Vorgänger "Föhnlage" , "Hochsaison" und "Niedertracht" nicht gelesen habe, zum anderen aber auch daran, dass die Handlung fürchterlich wirr und vieles überflüssig war. Aber erst einmal zum Inhalt: Im alpenländischen Kurort mit Bindestrich verschwinden zwei verdeckt arbeitende BKA-Ermittler. Um jedoch in der Bevölkerung keinen Verdacht zu erwecken, dass das BKA dort kriminellen Machenschaften im großen Stil auf der Spur ist, erfinden Kommissar Jennerwein und sein Team kurzerhand einen Ersatzfall und inszenieren öffentlichkeitswirksam den Mord eines Wilderers an einem Oberforstrat. Unter dem Vorwand, das Versteck des flüchtigen Wilderers zu suchen, macht sich das Team in Wirklichkeit auf die Suche nach den verschwundenen Undercover-Ermittlern. Währenddessen findet ein Abiturient im Marokko-Urlaub eine alte deutsche Münze mit rätselhafter Gravur, ein von Strudeln begeisterter Kajakfahrer treibt sich in den Gewässern rum, ein gefoltertes Entführungsopfer schreibt in einer dunklen Höhle Tagebuch und das Bestatterehepaar Grasegger, kriminell durch und durch, kehrt mitsamt Bewährungsauflagen in den Kurort zurück...

Meine Probleme mir dem Buch sind recht einfach zusammenzufassen: Zu viele Handlungsstränge, zu viele Personenn, wenig Tiefe bei den Charakteren, keine schlüssige Ermittlungsarbeit, die der Bezeichnung Krimi gerecht werden könnte und ein Humor, der bei mir oft nicht funktionierte, da er übertrieben und oft schon zu albern war um noch intelligent zu sein.

Leider nicht überzeugend. Den Rest der Reihe werde ich wohl nie lesen.