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Marionetten. Hamburger Abendblatt krimibibliothek,  Band 1
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Marionetten. Hamburger Abendblatt krimibibliothek, Band 1

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Artikeldetails zu Marionetten. Hamburger Abendblatt krimibibliothek,...

AutorJohn le Carré

  • ISBN-103-939716-81-2
  • ISBN-139783939716815
  • Verlag Hamburger Abendblatt
  • ReiheHamburger Abendblatt...
  • Einbandartgebunden
  • Seiten400
  • Veröffentlicht05.09.2010
  • Gewicht579g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelA Most Wanted Man

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Kurzbeschreibung zu Marionetten. Hamburger Abendblatt krimibibliothek,...

Manch eine Paranoia schafft sich ihre eigenen Kreaturen. In seinem kenntnisreich komponierten Roman »Marionetten«, der im englischen Original den Titel »A Most Wanted Man« trägt, zeichnet John le Carré das düstere Bild einer Post-Nine-Eleven-Gesellschaft , die sich nicht nur durch den Terror, sondern auch (und vielleicht entscheidender) durch den Krieg dagegen verändert hat. Die handelnden Personen werden zu Getriebenen, zu hektisch Dauerreagierenden und hilflosen Marionetten ihrer eigenen Angst.
Im Zweifel gegen den Angeklagten, scheint die Maxime der Stunde zu sein. Zu spüren bekommt sie der undurchschaubare Tschetschene Issa, ein illegaler Einwanderer mit Folterspuren auf dem jungen Körper und einem seltsam dicken Bankkonto, der wie aus dem Nichts in Hamburg auftaucht und bei einer türkischen Familie Unterschlupf findet. Sein ungeklärtes Woher und Wohin, die Umstände seiner ominösen Reise und das beträchtliche Vermögen sind mit dafür verantwortlich, dass sich die Wege reichlich unterschiedlicher Personen- und Gesellschaftskreise kreuzen: Da ist der gediegene Privatbankier Brue, assimilierter Hanseat mit schottischen Wurzeln, und die engagierte junge Menschenrechtsanwältin Annabel aus bestem Hause – und auch die Aufmerksamkeit der Geheimdienste ist rasch erregt, die schließlich schon einmal übersahen, dass sich bereits Harburg als Schläferstadt für einige 9/11-Attentäter offenbar bestens empfahl.
Auch in seinem 21. Roman verbindet der Brite John Le Carré, der selbst einst in den Diensten seiner Majestät stand, eine präzise recherchierte Wirklichkeit aufs Meisterliche mit erdichteten Ereignissen, setzt fiktive Figuren in reale Handlungsorte, baut aus wahren Begebenheiten und Begegnungen eine Geschichte, die so oder so ähnlich durchaus hätte passieren können. Als einen in kollegialem Misstrauen eng verschlungenen Haufen schildert er die britischen, amerikanischen und deutschen Geheimdienstler, man pfuscht sich herzlich ins Spiel im vermeintlich gemeinsamen Kampf gegen die feindlich gesinnte Welt da draußen.

So wie John le Carré in seinem berühmtesten Roman »Der Spion, der aus der Kälte kam« das Deutschland des Kalten Krieges gesellschaftspsychologisch genau in Szene zu setzen vermochte, so gelingt ihm nun erneut die Momentaufnahme einer politisch und rechtsstaatlich eigenwilligen Zeit. Es ist kein Zufall, dass er im Vorfeld lange Gespräche mit Murat Kurnaz führte, jenem »Bremer Taliban«, der unschuldig in Guantánamo einsaß und dessen Geschichte Le Carré nun vor Augen hatte, als er die übrigens keineswegs eindeutige Figur des Issa schuf.
Der Roman profitiert zudem von der genauen Ortskenntnis und feinen Beobachtungsgabe seines Autors, der als junger Mann einige Jahre in Hamburg verbrachte, unter dem Dach des Konsulats damals für seinen Geheimdienst tätig war und – inzwischen in der Regel als Privatmann – noch immer gern an die Alster zurückkehrt. Zu den Handlungsorten in »Marionetten« zählen, neben vielen anderen, der Hamburger Hauptbahnhofsvorplatz, der Stadtteil Altona und das Foyer des gediegenen Hotels Atlantic, das so wunderbar detailgenau beschrieben ist, dass man es auch als Hamburger nach dem Lesen des Romans mit anderem Blick durchschreiten wird.

Beschreibung der Redaktion zu Marionetten. Hamburger Abendblatt krimibibliothek,...

Ein junger Muslim, aus Tschetschenien stammend, reist illegal durch die Türkei und über Schweden und Dänemark nach Deutschland ein. Im Hamburger Stadtteil Altona bittet er eine türkische Familie um Hilfe. Nur langsam finden die verängstigten Gastgeber heraus, wer der Fremde, der kein Deutsch spricht, wirklich ist und was er in der Hansestadt will. Offenbar hat er in der Türkei im Gefängnis gesessen und eine gewisse Zeit in Krankenhäusern verbracht. Körperlich ist der Mann schwer gezeichnet. Er bittet die junge Anwältin Annabel Richter, ihm zu helfen. Vor allem möchte er Einsicht nehmen in ein Schwarzgeldkonto, das offenbar sein Vater in Hamburg eingerichtet hat. Der Wunsch des jungen Illegalen: mit Allahs Hilfe Medizin zu studieren. So beginnt John Le Carrés meisterhaft komponierter Roman über unsere Gesellschaft des Verdachts nach dem 11. September 2001. In einem Netz aus privaten und politischen Interessen bewegen sich seine Figuren zwischen Gewissenlosigkeit und Nächstenliebe, eiskaltem Kalkül und Gleichgültigkeit. Die Bedrohung durch den islamistischen Terror wird zur Kulisse für ein skrupelloses Spiel der Geheimdienste.

Portrait

John le Carré:
John le Carré, geboren 1931 in Poole, Dorset, studierte in Bern und Oxford Germanistik, bevor er in diplomatischen Diensten u. a. in Bonn und Hamburg tätig war. Er lebt mit seiner Frau in Cornwall und London. 2011 wurde John le Carré mit der "Goethe-Medaille" für sein "eindrucksvolles humanistisches Plädoyer" in seinem Lebenswerk ausgezeichnet.

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