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174

Rezensionen

buch

Opfer

Cathi Unsworth

EUR 14,99 *
auf Merkliste

50

23.05.2013

„Gotham City ohne Batman”

Auf Empfehlung einer Arbeitskollegin hin, habe ich „Opfer“ voller Interesse und in Erwartung, einen gut zu lesenden Krimi zu testen, begonnen. Meine Erwartungen wurden übertroffen – ich habe schon lange nicht mehr einen so tiefgründigen und spannenden Kriminalroman gelesen.

Samantha Lamb kommt 1983 in eine idyllische Seestadt Englands, zuerst kommt sie bei den Grosseltern unter, später dann bei ihrer Mutter. Corrine, Debbie, Darren, Alex und Dale Smollet sind schon seit ihrer Kindheit hier, haben sich dem gleichförmigen Leben angepasst und wirken schon ein bisschen desillusioniert – wie auch die restlichen Bewohner. Allen voran Leonard Rivett, Polizist aus Berufung, der so manches Gesetz zurecht biegt um seine Stadt sauber zu halten, und Eric, der Besitzer des Vergnügungsparks, der, wie schon erahnt, mehr ist als das.
2003, Sean Ward, Ex-Polizist und nun Privatdetektiv will die Geschehnisse von 1984 auflösen und Corrines Unschuld an einem erst zum Schluss genannten Verbrechen beweisen. Dies gestaltet sich schwieriger als erwartet. Ohne die Hilfe der dort noch lebenden Zeitzeugen gelingt ihm dies, doch auch er muss Opfer bringen.
Drogengeschichten, Prostitution, Okkultismus und Elend verstecken sich hinter heilen Fassaden, Recht wird zu Unrecht und umgekehrt – kein Buch um nur zu entspannen!

Auch wenn wir mit Personen und Gegebenheiten nur so bombardiert werden, und ob des Schreibstils, der erst anzugewöhnen ist; dieser Krimi ist, gerade weil so an Nieren gehend, äusserst empfehlenswert. Er spielt mit unseren Erwartungen und Ängsten, löst irgendwie alles auf und doch nicht. Cathi Unsworth gelingt es, den Spannungsbogen in den richtigen Momenten schleifen zu lassen und dann wieder (vor allem gegen Ende) mit viel Action rasant hochschnellen zu lassen. Betroffenheit bleibt zurück. Die „Gassensprache“, an die man sich in einem Buch erst gewöhnen musste, passt, das Lesevergnügen ist rasch vorbei und doch hätte man gerne mehr vom fulminanten Ende gehabt.

Selber lesen und Meinung bilden.

dvd

Megamind

Tom McGrath

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

21.05.2013

„Willkommen in Metrocity!”

Ein herrlich charmantes Animationsheldenvergnügen im Kampf gut gegen böse, stark gegen schlau.
Wir haben uns amüsiert und sogar ein Tränchen verdrücken müssen. So ist Böse sehr liebenswert!

Megamind, eine blaue, ausserirdische Kreatur mit grossem Hin und hohem IQ und Metroman, Sunnyboy und supermanalike werden als Babies ausgesetzt, landen auf der Erde und liefern sich seit sie denken können einen Kampf Grips gegen Kraft. Leider fehlt es Megamind an körperlichen Superkräften, daher verliert er diese Auseinandersetzungen regelmässig.
Bis auf diesen letzen Kampf in dem Metroman stirbt, Megamind die Stadt unter Kontrolle bringen kann und sich bald nach einem Gegner sehnt.
Und natürlich ist nichts, wie es scheint.

Und die Moral von der Geschichte? Böse kann gut und Gut kann böse… Oder so ähnlich und viel mehr - oder gar nichts. Je nachdem. Ein idealer Film zum Abschalten, mit grösseren Kindern schauen und perfekt dazu geeignet Heldenfilmwünsche zu erfüllen.
Ansehen und Spass haben!

40

14.05.2013

„Kein Garten Eden”

Fans von Thrillern im Stile Karin Slaughters wird dieses Buch gefallen. Es hat alle Komponente die das Thirllerherz freut, Spannung, Grauen, brutales Gemetzel und psychologische Finesse. Und natürlich eine Frau die erfolgreich ermittelt und noch dazu die Partnerin des Hauptermittlers ist.

Beim Erkunden eines abreissreifen Hauses entdecken die Angestellten einer Baufirma einen Keller, geschmückt mit vermodernden Blumen und einem Käfig aus Menschenknochen in der Ecke, darin ein kleiner Junge, beinahe verhungert und total verängstigt.
Phil Brennan und Marina Esposito ein Pärchen im Privaten, und Eltern einer gemeinsamen Tochter, zusammarbeitend im Beruf, werden zu einem Tatort gerufen, der grauenhafter nicht sein könnte. Phil nimmt die ganze Szenerie sehr mit, ein Trauma erwacht wieder zum Leben und auch der Leser versteht im Verlauf der Geschichte, weshalb und warum.
Phil und sein Team können den Fall mit viel Action und Tatendrang selbstverständlich erfüllend aufklären, aber lesen sie selber.

Einige bestialische Morde geschehen, Menschenhandel, Korruption und Opferkult wird betrieben – kurz - Tania Carver zieht innerhalb dieser 576 Seiten alle Register.
Mich hat die Lektüre gut unterhalten, ich konnte mich gruseln, überraschen lassen und war doch sehr froh, dass die Taten sehr absehbar wirkten, sodass man es nicht als ernsthafte Gefahr um sein eigen Leib und Leben sehen musste.

Leider habe ich erst während des Lesens realisiert, dass dies Band drei einer Serie ist, ich hatte wider erwarten keinerlei Probleme die Personen auseinander zu halten, es lässt sich also auch als Einzelband betrachtet gut lesen. Allerdings halte ich nach der Lektüre den Titel der deutschen Übersetzung nicht mehr für passend.
Ideal für den „leichten“ Abend- oder Feriengenuss.

Meine Punktevergabe: gute vier Sterne.

50

06.05.2013

„Kurzweil pur!”

Ein witziger, äusserst unterhaltsamer Film der sämtliche Register des (zugegebenermassen) schlechten Geschmacks zieht und sichg erade darum für einen entspannten Filmabend lohnt.

Paul, friedlicher Zeitgenosse und höchst entspannter Alien, weilt schon seit 60 Jahren auf unserer Erde, festgehalten auf Area 51. Als er realisiert, dass er für die Menschheit unbrauchbar, ja gar auf die Abschussliste kommen kann, sobald sie die letzten Geheimnisse aus ihm herausgeholt haben, flieht er.
Leider (oder besser, zu unserem Glück) trifft er auf seiner Anhaltertour auf unsere Helden, Greame Wills und Clive Gollings, Briten, Sci Fi-Freaks und Comicfans, die hier ihre Ferien verbringen und sich alles Ausserirdische der Gegend per gemietetem Wohnmobil erschliessen wollen. Allerdings hätten sie nie gedacht, dass sich so bald eine nicht ganz alltägliche Begegnung ergibt.

Ich habe Tränen gelacht, mich amüsiert und ab und an einen kleinen Aufreger erleben müssen. Alles in Allem ein cooler Film voller Anspielungen auf Bestehendes (in Film oder Buch) und doch mit einem wunderbaren neuen Ansatz.

50

24.04.2013

„Fanatische Pastoren, hohe Berge, gnadenlose Jahreszeiten”

Ein stiller Thriller der von der Aussagekraft der Bilder, die der Autor schafft, lebt. Gut zu lesen und nicht ausschliesslich unterhaltend.

80er Jahre: Jess wächst in einfacher Gegend in einem abgelegenen, verstreut da liegenden Ort in North Carolina auf. Er wohnt mit Stump, seinem stummen Bruder, und den Eltern auf einer Tabakplantage, sein Daddy ist Farmer. Seine Mum ist sehr gläubig und dem Pastor Chambliss verfallen und gehört der örtlichen Freikirche an. An einem Sonntagabend darf Stump am Gottesdienst teilnehmen (dies ist ungewöhnlich, nur Erwachsene nehmen ansonsten an diesen Teil), stirbt während des Gottesdienstes und ebendieser kleine Bruder sieht dies alles mit an.
Eine Tragödie mit halbem Happy End.

Die Ereignisse werden aus der Perspektive von Jess und der alten Adelaide geschildert, wobei die Situationen, die Jess schildert nachhaltiger in Erinnerung bleiben als Adelaides Sichtweisen und Erinnerungen.
Vom Schreibstil her ist das in „ich“-Form gehaltene Buch den jeweils sprechenden Personen angepasst, mal verhalten, mal laut, aber unterschwellig spürt man die Ohnmacht, die in der ganzen Gegend zu stecken scheint.
Mir hat vor allem auch zugesagt, dass die biblischen Textstellen nicht überbordend vorgehalten werden und alles was zu wissen ist, erwähnt wird.

Wer Linda Castillo (Amish-Krimis) mag, wird auch dieses Buch mögen, Leser der stilleren Thriller sei dieses Buch ebenfalls empfohlen.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

50

22.04.2013

„Den inneren Frieden finden”

Gute Lektüre auf ansprechendem Niveau. Aufgrund der gewählten Themen kann man mit Sicherheit erheiternde Unterhaltungsliteratur ausschliessen, aber nachdenklich stimmende und doch leicht zu lesende literarische Krimis sind sehr selten, und dies hier ist einer der guten.

Honsa Haas wächst mit seiner Familie am Feldberg auf und ist ein ganz besonderes Kind. Seine rechte Hand ist lahm, daher konnte er sich lange Zeit dem langen Arm des Krieges entziehen. Doch nicht für immer. Sein Vater ermöglicht ihm die Flucht, der junge Mann entschliesst sich nach Prag zu reisen. Denn dort ist auch noch ein Teil der Familie (die Grossmutter, die er nie gesehen hat).
Total entkräftet sitzt der junge Honsa im Zug nach Prag und hätte ihn Lenka nicht gerettet, hätte sein Ziel nicht erreicht. Sie nimmt ihn mit zur Mutter (besser, deren Pension), und es wird alles ein bisschen besser. Er kann sich ein neues Leben aufbauen, findet Arbeit bei einem pensionierten Arzt, und deckt seine Familiengeschichte auf.
Es geht um Lüge, Rufmord und Vertrauen, Liebe, Hoffnung und Angst.

Die dichte Atmosphäre und das Wissen um das baldige Ende des zweiten Weltkriegs weben ein düsteres Netz im-und um das Buch. Sprachlich poetisch und gleichzeitig sachlich gehalten, gibt es keine vordergründig überbordenden Gefühle oder blutstriefende Action – nur Realität.

Geschichtsinteressierten und Belletristiklesern sei dieser „Krimi“ allenthalben empfohlen, es lohnt sich, den holprigen Einstieg in Honsas Welt auf sich zu nehmen.

buch

Stinas Sommer

Lena Anderson

EUR 14,99 *
auf Merkliste

50

16.04.2013

„Erfrischendes Sommerkinderbuch”

Herrlich illustiert, erfischend erzählt – ein Bilderbuch für Gross und Klein, Jung und Alt.
Die Illustrationen sind äusserst liebevoll gestaltet, voller Witz und Dingen um mit zu suchen und ergänzens ich wunderbar mit dem spritzig, frischen Text der Gross und Klein einlädt vor- oder selber zu lesen.

Stina (Christina) ist in den Ferien bei ihrem Grossvater auf einer Insel Schwedens. Sie ist begeisterte Sachensuchein und hilft ihrem Grossvater wo sie kann. Und erlebt so manches Abenteuer mit ihm, sei es beim Fischen, Sturmbeobachten oder Freunde besuchen.

Eine herrliche Hommage an die Liebe, das füreinander Dasein und ein rundum wohltuendes Buch. Wieder einmal ein Buch, dass in jedes Kinderzimmer gehört!

50

12.04.2013

„Ein herrliches Mädchenbuch!”

Ein herrliches Mädchenbuch! Als Nostalgieleser möchte ich mich herzlich beim Verlag für die Bereicherung meines Bücherregals durch „Anne, das Mädchen vom Möwenfjord“ bedanken! Ich habe es mir Anfang Woche gekauft, jeden Abend ein Buch verschlungen und kam viel zu rasch zum Ende. Ich freue mich, genoss es– und bin gleichzeitig traurig, da ich weiss, dass nun die ganze Herrlichkeit vorbei ist.

Anne Viken, ein bescheidenes, hart arbeitendes, sehr gescheites und schönes Mädchen, wächst im Möwenfjord beim Schwarzbuckel auf. Als Bauerntochter mit einigen Geschwistern und nur mit ihrer Mutter aufwachsend (ihr Vater ist gestorben), hat sie kein leichtes Leben. Sie kann zur Pfarrersfamilie in die Schule, kommt später ans Gymnasium in die grosse Stadt, lernt da ihren Jess Daell (ein Musiktalent sondergleichen) kennen. Er kommt eigentlich aus Dänemark und ist mit seiner Familie berufsbedingt schon viel gereist.
Sie lernt das Norweger Stadtleben kennen, arbeitet für Ihr Essen und ein Dach über dem Kopf und zeigt Jess in Band zwei auch dasLandleben Norwegens. Es kommt wie es kommen muss… (natürlich mit Happy End!)

Ich habe das authentische der Zeit, die Illustrationen dazwischen und die Machart des Covers geliebt. Die Übersetzung war nicht ins Moderne mit Natel & Co. transferiert, es wurde „angeläutet“, Schnürschuhe werden getragen, Kragen an Pullover gesetzt und Kleider selber genäht, wunderbar. Und ich habe mich wieder in die Teenagerintensivleserjahre zurückversetzt gefühlt.
Da kannte ich das Buch nicht, unsere Bibliothek führte es wohl nie. Aber jetzt habe ich es nachholen können und ich hoffe sehr auf mehr Trouvaillen in diesem Stil!
LESEN…

40

02.04.2013

„Die vielen Talente des Christian Tramitz!”

Christian Tramitz (Der Bullybegleiter auf Solopfaden) liest diesen „uralten“ Groschenroman (in der Hülle ist auch ein Booklet mit Informationen zur Autorin enthalten) mit dem ihm eigenen Stil und hat mich so mehr als einmal zum Lachen gebracht. Wenngleich er die Geschichte hochseriös und ohne Slapstickeinlagen vorträgt.

Ich hatte mir das Hörbuch als Bügelerleichterung gekauft und konnte mich nicht von der Geschichte losreissen, ich musste einfach wissen ob die gemeine Wildbacherin ihr Ziel erreicht und das Nachbarehepaar auseinander bringen kann. Sie bietet Spannung, Amüsement und für keusche Gemüter auch rote Wangen – halt genau das, was dieses Genre ausmacht.

Dank Herrn Tramitz (und nur wegen ihm) habe also auch ich meinen ersten Kioskroman „gelesen“ und mich gut unterhalten gefühlt, ich hätte das nicht unbedingt erwartet.

Nun wartet noch „Föhn über Brauneck“ (das zweite gelesene Werk von der gleichen Machart) auf mich, das werde ich mir nun sicher auch anhören.

50

27.03.2013

„Wie eine Palme im Wind…”

Eine fantastische Fortsetzung die grossen Hunger auf Band vier und mehr macht und trotzdem einen leicht schalen Geschmack hinterlässt. Wir drehen uns geschichtstechnisch im Kreis und die Bedrohung für die Nordländer und Menschheit generell verdichtet sich beinahe bis zur Unerträglichkeit. Was auch wieder die Qualität des Autors ausmacht und aufzeigt, welchen Sog seine Schreibe ausübt.

Inevera, Renna, Leesha, Amanvah und Sikvah. Man könnte beinahe meinen, es sei ein Buch, welches den wahren Einfluss der Frauen in dieser Welt voller Horclinge aufzeigen soll. Wir erfahren derart viel über sie und erst im letzten Achtel des dicken Wälzers (nach viel Kissentanz und Verführung) taucht der Gemahl der Dämonenkönigin auf. Diese ist ebenfalls kurz vor ihrer Paarungsphase und so herrscht ebenfalls eine unsichere und aggressive Stimmung im Horc; also auch hier müssen alle Männchen um ihre Positionen kämpfen.
Viele Entscheidungen fallen und sind mehr oder minder überraschend oder nachvollziehbar. Nie aber unlogisch und „falsch“.

Das Märchen für Erwachsene geht also weiter und die High Fantasy breitet sich in aller Farbenpracht aus. Wiederum viel zu schnell gelesen – und mein erlahmendes Interesse und sehnen nach Action nach 900 Seiten „Beiwerk“(welches natürlich auch meisterlich ausgeführt wird) wurde im letzten Teil mehr als wiedererweckt und erfüllt.

Mein Fazit: Gut zu lesen, Fans der Vorgängerbände müssen diesen Band lesen, Neuleser sollten mit dem ersten Band beginnen, ich atme tief durch und verarbeite die vielen neuen Informationen und freue mich auf Band vier.


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