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Name:
MonaLisa
Ort:
Köln
Rezensionen:
3 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 3

nicht hilfreich: 0

Rang:
9097
Über mich:

lese gern

MonaLisas Rezensionen

buch

Eisfieber

Ken Follett

EUR 9,99 *
auf Merkliste

30

19.08.2007

„Ein spannender Thriller - nicht mehr und nicht weniger”

Ein Thriller, spannend vom besorgniserregenden Anfang bis zum ? (das verrate ich hier nicht) Ende. Im Zentrum der Geschichte stehen die mit der Erforschung lebensbedrohlicher Viren verbundenen Risiken und Nebenwirkungen. Die Suche nach einem Impfstoff bietet forschenden Unternehmen zugleich hohe Gewinnchancen und die Möglichkeit, Millionen von Leben zu retten. Geraten die Viren der Hochsicherheitslabors in falsche Hände, sind hingegen Millionen von Menschenleben bedroht. In Ken Follets fiktivem Roman wird diese Gefahr, mit der wir in der heutigen Welt alle leben müssen, gerade an Weihnachten zur erschreckenden Realität.
Alles in diesem Buch erscheint stimmig: Das Thema ist hochaktuell, die Geschichte kurzweilig und nachvollziehbar, die Sprache rund und flüssig. Allerdings bin ich von Follet mehr Tiefgang gewöhnt. Vor allem die Täter und die Hintermänner - ihre Charaktere, Vorgeschichten und Beweggründe – hätte er weniger plakativ, dafür aber nuancierter und ausführlicher darstellen können. Insgesamt bleiben viele Hintergrundinformationen, die Follet-Fans gewöhnt sind, in „Eisfieber“ zu großen Teilen im Dunkeln.
P.S.: Der Mangel an Tiefgang könnte darauf zurückzuführen sein, dass ich zu „Eisfieber“ nur die 190 Seiten umfassende Kurzfassung im Bestseller-Sonderband des Reader ’s Digest gelesen und hier besprochen habe.

buch

Olympia

Anita Shreve

EUR 9,99 *
auf Merkliste

40

05.01.2006

„Nach gut 200 Seiten wird der ausdauernde Leser belohnt”

Knapp 470 Seiten erzählen gleichermaßen romantisch und sozialkritisch von einer verbotenen Liebe um 1900 sowie ihrer gravierenden Folgen für die Beteiligten und ihr soziales Umfeld.

Die 15jährige wohlbehütete, ebenso hübsche wie intelligente Olympia und der mehr als doppelt so alte Arzt Haskell geben ihrer unermesslichen gegenseitigen sexuellen Anziehungskraft nach. Daraus wird eine überaus verbotene Liebe, zumal da Haskell verheiratet, Vater von vier Kindern und obendrein ein sehr geschätzter Freund von Olympias intellektuellem Vater ist.

Die erste Hälfte des Romans beschreibt fast zu ausführlich, wie die beiden Protagonisten sich kennen und lieben lernen. Auf diesen fast 200 Seiten fehlt mir das Tempo in der Geschichte, sie plätschert so dahin. Ist zwar alles sehr nett und romantisch beschrieben, aber eben nicht fesselnd.

Das ändert sich ungefähr ab der Buchmitte, als die Affäre während Olymias groß ausgerichteter Geburtstagsfeier voller Dramatik auffliegt. Anschließend überschlagen sich die Ereignisse und entwickeln sich die Dinge nicht mehr so, wie ich das erwartet hätte. In der ersten Buchhälfte war das anders: Über 200 Seiten lang deutete alles darauf hin, dass die Affäre auffliegen würde. Über 200 Seiten lang musste ich mich als Leser durchquälen, um dann mit einem Buch belohnt zu werden, das ich nicht mehr aus der Hand legen wollte, und das mich auch jetzt noch berührt, nachdem ich es längst ausgelesen habe.

Sehr interessant fand ich die Darstellung der damaligen Moralvorstellungen und ihrer Folgen für junge Frauen. Ebenso wurden die Auswirkungen der damaligen Klassenkämpfe schön plastisch beschrieben. Hatte beim Lesen das Gefühl, nicht nur was für Herz und Seele, sondern auch was für meine Bildung zu tun – kann ja nicht schaden und macht so eine Liebesgeschichte um Klassen interessanter.

Als alter Fan von Anita-Shreve-Romanen ist mir aufgefallen, dass die Autorin ein Motiv en Detail aus einem früheren Roman übernommen hat: das Sommerhaus an der rauen Küste Neuenglands, das vormals von Nonnen bewohnt wurde. Auch die Ortschaften und die dort vorherrschenden sozialen Konflikte wiederholen sich in ihren Büchern. Für die Autorin selbst hat diese Vorgehensweise sicherlich Vorteile. Mir als Leser gefällt die daraus resultierende Freude am Wiedererkennen.

30

03.10.2005

„Ein sehr trauriges Schicksal, lebensfroh verarbeitet”

Mit ihrem über 400 Seiten starken Erstlingsroman „P.S. Ich liebe Dich“ hat die 24jährige Cecilia Ahern 2005 den Internationalen Buchpreis gewonnen. Zu recht? Ja und nein, meine ich.
Die Geschichte: Nach dem schnellen Tod ihres an einem Hirntumor erkrankten Mannes Gerry hat Holly den Boden unter den Füßen verloren. Erst als sie eine To-Do-Liste findet, die Gerry kurz vor seinem Tod für sie erstellt hat, kehrt sie behutsam, mit vielen Höhen und nicht weniger Tiefen, wieder ins „normale“ Leben zurück.
Die Geschichte ist leicht zu lesen und wirkt erfrischend und belebend, trotz des sehr traurigen Themas (früher, plötzlicher Tod der großen Liebe – wer setzt sich schon freiwillig damit auseinander?). Da werden auf lockerflockige Weise viele sympathische und einige weniger nette Charaktere eingeführt. So Holly, Gerry's trauernde junge Witwe, ihre (typische) Irische Familie, bestehend aus 2 verständnisvollen, gutmütigen Eltern, 3 völlig verschiedenen Brüdern und einer ziemlich durchgeknallten Schwester. Zur Abrundung gibt es noch die beiden besten Freundinnen von Holly, die seriöse, fest liierte Sharon und die männerjagende Karrierefrau Denise.
Der Buchpreis verwundert aufgrund des sehr einfachen, manchmal holprigen Schreibstils und der zumeist oberflächlichen, oft auch naiven Darstellung der Geschehnisse. Beides passt nicht zum zentralen, doch sehr traurigen Thema.
Ob dieses Buch auch für trauernde Leser ein lebensbejahender Trostspender sein kann? Oder fühlt sich eher so manch einer durch die Autorin in seinem Schicksal veralbert? Genau das ist die Gratwanderung, auf die sich Cecilia Ahern mit ihrem letztlich sehr erfolgreichen Roman begeben hat. Entscheidet selbst, ob die Präsidententochter den Preis verdient hat. Gut für’s Herz ist die Geschichte auf jeden Fall…

3 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.


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