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Alexia Top 100 Rezensent
Rezensionen:
360 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 396

nicht hilfreich: 83

Rang:
54
Über mich:

Ich liebe Geschichten

Alexias Rezensionen

Hörbuch

Karwoche

Andreas Föhr

EUR 12,99 EUR 9,99 *
auf Merkliste

40

15.02.2013

„Ein guter Krimi, klasse vorgelesen”

Polizeiobermeister Kreuthner kann es nicht lassen. Auf einer zwar nicht stark, aber dennoch hin und wieder von Fahrzeugen befahrenen Straße, fährt er ein Wettrennen mit einem Freund. Und wer kann gerade noch so ausweichen? Niemand anderes als sein Kollege Wallner, der mit seiner Freundin Vera auf dem Weg in den Urlaub ist. Wallners Urlaub ist danach erst einmal gehalten, denn im Wagen von Kreuthners Freund wird die Leiche einer Frau gefunden. Der Auftakt zu einem spannenden Fall.

„Karwoche“ ist spannend und kurzweilig. Ein interessanter Fall mit sehr sympathischen Figuren. Liebevoll und unspektakulär beschrieben. Mitten aus dem Leben heraus. Opa Manfred, der seinen Enkel Clemens mit seinem Aktionismus in Atem hält. Kreuthner, der Polizist, der mehr als zwei Augen zudrückt und bei dem auch seine Vorgesetzten ihre Augen mehr als fest verschließen müssen, wenn er rumwurstelt und der es immer gerade so schafft, seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen und Wallner mit seiner Freundin Vera, und, und, und… Michael Schwarzmaier liest die Geschichte so lebendig und sympathisch, dass es eine wahre Freude ist.

Hörbuch

Sorry

Zoran Drvenkar

EUR 14,95 *
auf Merkliste

20

15.02.2013

„Eine zu Anfang gute Geschichte versandet”

Man sollte sich richtig gut entschuldigen können, wenn man Bockmist gebaut hat oder was auch immer. Kann aber nicht jeder. Und so entsteht eine Geschäftsidee, die langsam aber sicher zum Selbstläufer wird. Bis…, ja bis… Aber erst einmal von vorne. Frauke, Tamara, Kris und Wolf sind noch nicht wirklich in ihrem beruflichen Leben weitergekommen. Kris hat gerade erst seinen Job verloren. Und was ihn an meisten an dieser Geschichte aufregt ist, dass sein Ex-Vorgesetzter sich nicht anständig bei ihm für den Rausschmiss entschuldigen konnte. Nur lapidares, verlegenes Herumhampeln. In Kris Augen völlig stillos. Und so entsteht die Idee zu einem wirklich guten Geschäft. Sie gründen eine Firma, die sich für andere entschuldigt Für Unternehmen, die vielleicht ihre Mitarbeiter ungerecht behandelt haben oder ähnliches. Ohne Emotionen, ohne persönliche Beteiligung, mit Abstand, mit Niveau. Dann kommt der Anruf von Lars Maybach. Und Wolf steht vor einer übel zugerichteten Leiche, bei der er sich entschuldigen soll. Für den Mörder, für Maybach. Und nichts ist mehr wie es war und jede Vernunft, jede Logik ist ausgeschaltet und eine Lawine kommt ins Rollen, die alle mit in den Abgrund reißt…

So weit so gut oder aber auch nicht. Der Anfang ist klasse. Immer wieder Rückblenden, dann die Gegenwart, alles vermischt sich bleibt aber noch nachvollziehbar. Gut vorgelesen wird die Geschichte von Sophie Kessel, Christian Berkel, Matthias Brandt und Ulrich Pleitgen. Allerdings wird die Handlung irgendwann immer undurchsichtiger, abstruser und damit auch nicht mehr nachvollziehbar. Zum Ende hin ist überhaupt kein Durchblicken mehr. Wer ist jetzt wer und hat was aus welchem Grund warum getan? Was ist Fiktion? Was Realität? Keine Ahnung. Schade um eine gute Idee.

20

15.02.2013

„Das war nichts für mich”

Jeanne Korowa ist eine ehrgeizige Untersuchungsrichterin in Paris. Beruflich ist sie mit langweiligen Fällen befasst und privat läuft es äußerst schlecht. Ihr Freund hat sie verlassen. Jeanne nutzt ihre Autorität aus, den Therapeuten ihres Ex-Freundes abhören zu lassen, um zu erfahren, was er über sie und ihre Beziehung sagt. Dabei wird sie zufällig Zeugin eines Gespräches das darauf hindeutet, dass in der Praxis ein Mann Patient ist, der für eine Serie von Ritualmorden in Paris als Täter in Frage kommt. Aber wie ein Wissen verwerten, was man auf illegalem Wege erlangt hat? Also ein Wissen, dass es gar nicht geben kann/darf? Jeanne beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und gerät in tödliche Gefahr…

„Im Wald der stummen Schreie“ ist eine abstruse, an den Haaren herbeigezogene Geschichte. Gekennzeichnet auch durch eine große Brutalität bei der Beschreibung der Opfer. Dies entspricht zwar grundsätzlich dem Stil von Grangé, der in allen Büchern, die ich bis jetzt von ihm „gehört“ habe, mit einer großen Ausführlichkeit die Qualen und Verstümmelungen der Opfer beschreibt, aber in diesem Buch noch umso mehr. Der Handlung ist dies keineswegs förderlich. Auch wird relativ schnell klar, wie die Zusammenhänge sind und wer der Täter ist. Grundsätzlich kein Beinbruch, wenn die Geschichte auch nur halbwegs stimmig wäre. Andrea Sawatzki ist eine gute Vorleserin. Das entschädigt ein wenig.

Hörbuch

Du

Zoran Drvenkar

EUR 24,95 *
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20

15.02.2013

„Du - und dann???”

Fünf Mädchen, fünf beste Freundinnen. Ein Massenmörder. Ein Massenmörder, der ganze Menschen in Zugabteilungen meuchelt, alle Bewohner eines kleinen Dorfes, Autofahrer, die im Stau stehen usw. usf. Nie gefasst wird. Kein erkennbares Motiv hat. Keine Spuren hinterlässt. Dann ein Krimineller, dessen Laufbahn mit der Ermordung seines Vaters beginnt. Mittlerweile hat er sich ein gut funktionierendes kriminelles Imperium aufgebaut. U. a. Drogen im großen Stil. Sie alle und noch einige mehr geraten durch abstruse Verstrickungen miteinander in Verbindung. Jagen sich durch Deutschland, Dänemark, Norwegen. Laufen aufeinander zu und voneinander weg und immer bleibt irgendwo eine Leiche zurück.

Nun ja… Zuerst einmal wird die Geschichte von Matthias Brandt sehr gut vorgelesen. Eine tolle Stimme, wie gemacht für das Buch. Die Handlung, auch wenn sie für Kopfschütteln sorgt, kann auch zu Anfang grundsätzlich überzeugen. Aber zum Ende hin und das war auch schon bei „Sorry“ so, will Drvenkar zu viel, alles, keine Ahnung was auch immer und verzettelt sich in seinen Fäden. Der Showdown in einem verlassenen Hotel in Norwegen… Tja, was soll man dazu sagen???

20

15.02.2013

„Langweilig - so wie das Leben von Ante Valdemar Roos”

Ante Valdemar Roos ist in zweiter Ehe mit Alice verheiratet. Auch für Alice, die zwei Töchter mit in die Beziehung brachte, ist es die zweite Ehe. Und nicht unbedingt eine glückliche. Man lebt so nebeneinander her, interessiert sich nicht wirklich für den anderen, aber besser allein zu zweit als allein. Ein Konzept, das eigentlich auch funktioniert. Eigentlich… Denn Ante Valdemar Roos gewinnt im Toto und nun steht ihm die Welt offen. Eine Welt ohne seine ungeliebte Arbeitsstelle und ohne seine Familie. Erst einmal kündigt er seinen Job, geht aber trotzdem offiziell jeden Tag zur Arbeit. Nur, dass seine Arbeitsstelle jetzt ein kleines Häuschen im Wald ist. Dort hält er sich bis zum „Arbeitsende“ auf und fährt dann wieder zurück nach Hause. Noch fährt er zurück. Denn eines Tages taucht Anna auf. Anna, ein Ex-Junkie, die aus einem Heim für junge Drogenabhängige ausgerissen ist. Anna, die Ante Valdemars Roos Leben völlig auf den Kopf stellen wird. Die in das kleine Häuschen im Wald einzieht. Und die dafür verantwortlich ist, dass Ante Valdemar Roos eines Tages nicht mehr „nach der Arbeit“ nach Hause fährt. Und die dafür verantwortlich ist, dass Inspektor Barbarotti in einem Mordfall ermitteln muss…

„Das zweite Leben des Herrn Roos“ dümpelt gemächlich vor sich hin. Unspektakulär, langweilig, langatmig. Ohne Tiefgang. Bemerkenswert ist, dass der Autor von dem Namen seines Protagonisten sehr angetan ist. Er nennt ihn nicht einfach Ante, nicht einfach Valdemar, nicht einfach Roos… Nein, immer und immer wieder geht er in die Vollen: Ante Valdemar Roos. Bis auch der letzte Hörer kapiert hat, dass es bei dieser Geschichte um niemand anderen gehen kann als um Ante Valdemar Roos. Material, um die Seiten voll zu kriegen. Sehr gemütlich vorgelesen wird die Geschichte von Dietmar Bär.

Hörbuch

Blinder Instinkt

Andreas Winkelmann

EUR 16,99 *
auf Merkliste

40

15.02.2013

„Spannend”

Blind sind seine Opfer. Das übt auf ihn einen besonderen Reiz aus. Denn dort, wo er sie gefangen hält, leben unglaublich widerliche Kreaturen. Und die Mädchen können sie nicht sehen. Hören sie nur, ertasten sie, werden von ihnen angegriffen. Ein nicht enden wollender Alptraum…

Sina verschwindet spurlos aus dem Garten ihres Elternhauses. Max, ihr großer Bruder, hätte auf das blinde Mädchen aufpassen sollen. Es sind Sommerferien. Und Max hat über Wochen nichts anderes getan, als seine Zeit mit Sina zu verbringen. Die Eltern der Geschwister verbringen ihre Tage mit Alkohol. Sie schieben die Verantwortung für Sina auf Max ab. Aber Max ist ein Teenager, er will zu seinen Freunden, er will Fußball spielen, Spaß haben. Ausgelassen und glücklich sein. Sina bittet ihn am Tag ihres Verschwindens, genau dies zu tun. Sie würde sich bis zu seiner Rückkehr im Garten aufhalten. Schaukeln, die Sonne genießen... Es wird schon nichts passieren, die Eltern werden nichts merken… Und dann…, dann ist nichts mehr wie es war… Als Max zurückkommt ist Sina spurlos verschwunden.

„Blinder Instinkt“ wird hervorragend von Simon Jäger vorgelesen. Er holt aus der Geschichte alles heraus. Die Handlung ist sehr spannend, überzeugt mit guten Protagonisten und viel Einfühlvermögen. Lediglich das Ende der Geschichte ist unbefriedigend. Da entstand schon das Gefühl, es fehlt noch etwas, um die Handlung abzurunden. Warum ist das alles passiert? Was hat der Täter mit seinen Opfern angestellt? Was war mit Sina? Vielleicht ist dies aber der Tatsache geschuldet, dass es mal wieder ein gekürztes Hörbuch war.

20

15.02.2013

„Eine Enttäuschung”

Russland, zu Beginn des 19. Jahrhundert. Europa befindet sich im Umbruch. Die Folgen der französischen Revolution sind überall greifbar. Napoleon, selbsternannter Kaiser der Franzosen, überzieht Europa mit Kriegen. Bündnisse gegen Napoleon entstehen. In der russischen Gesellschaft, die vorzugsweise französisch spricht, ist er das vorherrschende Thema. Nichtsdestotrotz lässt man es sich gut gehen. Empfänge, Bälle, alles ist vom Feinsten. Man lebt, als ob es kein morgen gibt. Ränke und Ehen werden geschmiedet. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die Familien Rostow und Bolkonski sowie Pierre Besuchow, unehelicher Sohn eines wohlhabenden Grafen, der nach dessen Tod Titel und Vermögen erbt und somit zu einer glänzenden und begehrenswerten Partie aufsteigt.

Ich hatte mir von diesem Buch viel erhofft. Und zu Anfang schien sich meine Hoffnung auch zu erfüllen. Ein fesselnder Schreibstil. Faszinierende Familienporträts, Personen, die so gut beschrieben sind, dass sie lebendig werden. Einfach nur klasse. Aber dann… Dann kam die große Ernüchterung. Tolstoi fängt an, sich zu verstricken. Zu philosophieren. Die Kriegsbeschreibungen sind schauderhaft langweilig, immer wieder nicht nachvollziehbare Sprünge, wirr, einfach ungeordnet. Ich musste mich durch jede Seite, durch jeden Satz durchbeißen. Dann die große Erleichterung, wenn die Handlung sich wieder den Familien zuwendet. Aber auch da sind mittlerweile Abstriche zu machen. Brillante Erzählkunst und zum Teil sinnloses Gefasel wechseln sich ab. Es ist ein Auf und Nieder. Nach 6 ½ Wochen konnte ich es endlich wieder ins Bücherregal stellen. Und dort wird es auch für alle Zeit bleiben.

40

15.02.2013

„Ein lesenswerter Krimi, der eigentlich kein Krimi ist”

Jack Taylor, ein bekennender und zelebrierender Alkoholiker, fliegt bei der irischen Polizei raus. Es war gar nicht so einfach für ihn, das hinzukriegen. Als er aber bei einer Verkehrskontrolle einem hohen Regierungsbeamten aufs M… haut, war das Maß dann doch voll. Und nun? Jack entschließt sich, Privatdetektiv zu werden. Bei seinem ersten Fall soll er den vermeintlichen Selbstmord eines jungen Mädchens aufklären. Gemütlich und ohne große Eile, fängt Jack an zu ermitteln. Oder wie auch immer man das nennen kann, was Jack da so treibt…

Ken Bruen ist mit Jack Taylor ein ungewöhnlicher, sich aus der Masse der Ermittler heraushebender Protagonist gelungen. Jack ist sympathisch. Sehr sympathisch. Keine Frage. Selbstironisch, süchtig, zerstörerisch, makaber, belesen (köstlich), kämpferisch, mörderisch, lethargisch, immer am Abgrund schwebend. Ein Mann, den man nicht nachgeschmissen haben möchte. Es sei denn, man hat einen Hang zur Selbstzerstörung. Jack hat auch Freunde. Z. B. Sean, den Wirt vom Grogan’s, der einzigen Kneipe in Galways, wo er noch kein Hausverbot hat. Und Sutton. Den er als seinen besten Freund bezeichnet. Und viele Gegner. Und die sind nicht unbedingt zimperlich, wenn es darum geht, Jack aufzuhalten. Autsch, das tut richtig weh… Und Jack hat seine Mutter. Auf die er aber gerne verzichten möchte. Zu katholisch. Das Buch ist für mich in kein Genre einzusortieren. Ein Krimi? Für mich eher nicht. Dafür ist dann doch zu wenig in kriminalistischer Hinsicht geschehen. Dann schon eher. Lebensberatung à la Jack Taylor, wobei man vorsichtig sein sollte, welche von seinen Weisheiten man „aufs Korn nimmt“. Die Geschichte ist humorvoll, tiefsinnig, schwachsinnig, traurig oder was auch immer und zum Ende hin überraschend gnadenlos. Wer hätte Jack so etwas zugetraut? Aber ganz egal, als was man dieses Buch bezeichnet: Für mich war es kurzweilig und unterhaltsam. Ein Lesevergnügen.

50

15.02.2013

„Vielen Dank für diese Geschichte”

Toto ist vieles, nur nicht normal. Er oder sie, sie oder er hat kein klares Geschlecht und wird erst einmal auf dem Papier zum Jungen „abgestempelt“. Toto hat keinen Menschen der ihn liebt, behütet, zärtlich zu ihm ist. Im Waisenhaus, in das er schnell abgeschoben wird, wird er wie ein Aussätziger behandelt. Einzeldusche. Ausgrenzung. Misstrauisch beäugt. Ein Freak oder was auch immer, der allein dadurch schon den Hass seiner Umwelt erzeugt, dass er selbst so ein liebevoller Charakter ist. Und Toto versteht nicht warum. Was ist so anders an ihm? Er ist genügsam bis weit über die Schmerzgrenze hinaus. Er ist voller Verständnis für die Bösartigkeiten, die ihm zugefügt werden. Er nimmt alles an. Jede Demütigung, jeden Schlag. Und immer ist da die Hoffnung in ihm, dass es vielleicht auch einmal anders kommen wird. Dass auch ihm Liebe geschenkt wird. Dass es weiter geht. Und so zieht der Hörer voller Hoffnung mit Toto durch dessen Leben. Voller Hoffnung, dass dieser besondere Mensch auch einmal in den Genuss von liebevoller Aufmerksamkeit kommen wird, von Achtung, von Verständnis, von Treue. Aber Toto hat keine Chancen. Denn ein kurzzeitiger Freund aus Kindertagen verfolgt ihn mit seinem unbändigen Hass und versucht alles, um Totos Leben gänzlich zu vernichten.


Taschentücher bereithalten. Ich habe mehr als eins gebraucht. „Vielen Dank für das Leben“ ist ergreifend, macht betroffen, hält einem selbst den Spiegel gnadenlos vor. Berg hat mit Toto eine Figur erschaffen, die rührt, die man in den Arm nehmen, drücken will. Und gleichzeitig bekommt man eine große Wut auf all diese verbohrten sogenannten Normalos, zu denen man sich selbst auch zählen kann, die Toto quälen, ihn wegen seiner Besonderheit ausgrenzen, demütigen, tyrannisieren, verachten. Totos Leid verursacht Schmerzen. Seine Hingabe an das Leben, seine Demut, die kleinen hoffnungsvollen Glücksmomente, all das wirkt tief und bleibend nach. Diese Geschichte ist ein emotionaler Trip, der die ambivalentesten Gefühle erzeugt. Teilweise ein Höllenritt, denn man selbst ist auch nicht ohne Schuld. Das wird einem mehr als klar. Wenn diese Geschichte aber dazu führt, dass man sich und sein Verhalten anderen gegenüber hinterfragt und seine Schwachstellen erkennt und versucht, etwas dagegen zu unternehmen, dann hat sich dieses Buch schon mehr als gelohnt. Es sollte Pflichtlektüre in jeder Schule werden. Der Versuch, ein wenig mehr Menschlichkeit in die Welt zu bringen. Ein besseres Miteinander. Großes Kompliment auch an Gustav Peter Wöhler, der Totos Geschichte die richtige Platt-form bietet.

40

25.01.2013

„Eine Geschichte mit Schwächen - hervorragend vorgelesen”

Annie O’Sullivan wird entführt. Und damit beginnt ein nicht enden wollender Alptraum. Fast ein Jahr ist sie in der Gewalt ihres Entführers. Ihm hilflos ausgeliefert in einer abgelegenen, schallisolierten Blockhütte. Alles wird ihr von dem Entführer vorgegeben. Wann sie essen darf, wann sie auf die Toilette darf, wie sie die Hausarbeiten zu verrichten hat etc. Wird eine Aufgabe nicht zu seiner Zufriedenheit erledigt, hagelt es Sanktionen. Annie kann nicht mehr. Sie ist am Ende. Und ahnt nicht, dass alles noch schlimmer kommen wird…


Gleich zu Anfang ist klar, dass Annie ihre Entführung überlebt hat. Sie erzählt ihre Geschichte beim Therapeuten. Vermischt Vergangenheit und Gegenwart. Grundsätzlich eine gute Idee, aber, wenn ich das Buch hätte selbst lesen müssen, hätte mich die Geschichte nicht durchgängig fesseln können. Nach einem guten Auftakt verheddert sich die Autorin zu sehr in Details. Versucht, das Grauen, das Annie durchlebt hat, eindringlich zu schildern und wirkt dabei doch sehr unpersönlich. Und gerade in Momenten tiefsten Leids, wird sie zu oberflächlich. Das Ende der Geschichte – nun ja… Darüber kann man weidlich streiten. Vorhersehbar, aber nicht stimmig. Da wäre noch viel mehr herauszuholen gewesen. Allerdings herausragend für mich und dafür auch vier Sterne, ist die Vorleserin Laura Maire. Sie liest Annies Geschichte wunderbar vor und versöhnt mit den Schwächen des Buches. Eine angenehme Stimme, die zu jeder Zeit den richtigen Ton trifft.