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525 Rezensionen
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hilfreich: 40

nicht hilfreich: 19

Rang:
37

Rezensionen

50

07.04.2013

„Einmal Himmel und zurück. Es geschehen noch Wunder!”

Für mich gehört der Tod ebenso zum Leben wie die Geburt. Eine etwas profane Aussage, aber anders möchte ich es gar nicht formulieren. Für mich heißt das persönlich, dass ich über die Thematik inzwischen ohne jegliche Ängste reden und diskutieren kann. Nicht letztendlich, dass ich viele Bücher dazu gelesen haben. Es interessiert mich auch einfach, wie andere Menschen darüber denken und welche Erfahrungen sie gemacht haben.
Die amerikanisch Ärztin Frau Dr. Mary C. Neal beschreibt in ihrem Buch „ Einmal Himmel und zurück“ ihre ganz persönlichen Nahtoterfahrungen nach einem Kajak-Unfall. Ihre ungewöhnliche Geschichte geht einfach unter die Haut und nach Beendigung der Lektüre kann ich meinen Lesern, die sich mit dem Tod ernsthaft auseinandersetzen einfach diese auf wärmste empfehlen. Ich möchte meine Rezension mit folgenden Worten beenden, die am Anfang des Buches stehen.

„Das ist der Beginn eines neuen Tages.
Gott hat mir diesen Tag geschenkt,
damit ich ihn nach meinem Willen nutze.
Ich kann ihn vergeuden
oder mich in seinem Licht entfalten
und anderen Menschen Beistand leisten.
Aber was ich mit diesem Tag mache, ist wichtig,
denn ich habe dafür
einen Tag meines Lebens eingetauscht.
Mit dem morgigen Tag wird der heutige
für immer vorbei sein.
Ich hoffe, nicht den Preis zu bereuen,
den ich dafür gezahlt habe.

Anonym.

40

19.03.2013

„Besser leben mit dem Tod. Abschied nehmen.”

Susanne Jung, von Beruf Bestatterin erzählt in ihren Buch „Besser leben mit dem Tod“ von ihrer jahrelangen Erfahrungen mit dem Tod, von Begegnungen mit Trauernden und Hinterbliebenen. Mit sehr viel Taktgefühl und geradezu liebevoll beschreibt sie das unabänderliche, den Abschied von einem geliebten Menschen. Sie macht sich stark dafür, dass es wichtig ist, klar zu definieren, dass es nicht nur wichtig ist, den würdevollen Übergang der Verstorbenen zu organisieren, sondern vor allem, die zurück bleiben, zu begleiten und zu trösten.
Einfach lesen und feststellen, dass es alles andere als nur traurig ist.

50

13.03.2013

„Die Nacht im Hotel. Eine zauberhafte Geschichte.”

Wer kennt ihn nicht, Siegfried Lenz, er ist einer der meistgelesenen, bedeutenden Schriftsteller der Gegenwartsliteratur. Mit dem zauberhaften Buch „Die Nacht im Hotel“ spricht er nicht nur die kleinen Leser an. Es ist eine unglaublich hinreißende kleine Geschichte von einen Jungen, der jeden Morgen auf dem Weg zur Schule am Bahnübergang den Reisenden des Frühzuges zuwinkt. Und er ist unendlich traurig dass niemand davon Notiz nimmt. Sein Vater, der ihn von ganzem Herzen liebt, möchte dem Abhilfe schaffen und ihm diesen Wunsch erfüllen. Doch es kommt ganz anders.
Joelle Tourlonias hat mit ihren ganz tollen wunderschönen Illustrationen das Buch zu einem wertvollen Kleinod gemacht. Ich denke, es erfreut auch so manchen Erwachsenen, der im Herzen jung geblieben ist. Und wer möchte das nicht, ich persönlich bin ganz begeistert.
Siegfried Lenz lebt mit seiner Frau abwechselt in seinem Sommerhaus in Dänemark und in Hamburg.

buch

Accabadora

Michela Murgia

EUR 8,90 *
auf Merkliste

50

12.03.2013

„Accabadora. Ein Kind des Herzens.”

„Glaubst Du wirklich, dass die Dinge,
die geschehen sollen, im richtigen Moment
von allein geschehen?“

Zufällig fiel mir das zauberhafte Buch „Accabadora“ von der italienischen Schriftstellerin Michela Murgia in die Hände. Ich hatte es bereits vor längerer Zeit gelesen aber mir war es wert, dieses noch ein zweites mal zu tun. Die Geschichte erzählt von Kindheit, Alter und dem liebevollen Zusammenleben dieser zwei Generationen.
In einem sardischen Dorf lebt die kinderlose alte Schneiderin Bonaria Urrai mit der sechsjährigen Maria zusammen. Sie ist das ganze Glück der alten Frau, deren verwitwete, arme Mutter froh ist, einen Esser weniger zu versorgen. Fill ,e anima, was soviel wie Kind des Herzens heißt wächst nun voller Liebe und Fürsorge auf. Jedoch, die stets in schwarz gekleidete etwas wortkarge Ziehmutter umgibt ein dunkles Geheimnis. Maria spürt, dass sie nicht danach fragen darf. Jedoch sehr viel später entdeckt sie die Wahrheit.

Michela Murgia ist 1972 in Cabras-Sardinien geboren. Sie studierte Theologie. Accabadora ist ihr erster Roman. Nach einigen Jahren in Mailand lebt sie heute wieder in Sardinien.

40

11.03.2013

„Ostfriesenkrimi. Auch im Norden wird gemordet.”

Die Ostfriesenkrimi von Klaus-Peter Wolf sind einfach Selbstläufer. Endlich bin ich dazu gekommen, mit der sympathischen Ermittlerin Ann Kathrin Klaasen, den ersten Fall in „Ostfriesenkiller“ zu klären. Die Geschichte ist spannend in sehr flüssigem Stil geschrieben nach dem Credo, auch in Ostfriesland schläft das Verbrechen nicht. Für uns Ureinwohner dieser so wunderschönen norddeutschen Heimat ist es ein Vergnügen den Wiedererkennungswert verschiedener Orte fest zu stellen.

In der kleinen Stadt Norden an der Küste erschüttern mehrere Morde die Menschen. Mitglieder eines Vereins, der sich um Behinderte kümmert sind die Opfer. Was haben die Mitglieder zu verbergen und wessen haben die Getöteten sich schuldig gemacht? Aber lesen Sie, liebe Leser selbst, es lohnt auf jeden Fall.

Der Autor Klaus-Peter Wolf ist in Gelsenkirchen geboren. Er lebt seit Jahren als freier Drehbuchautor und Schriftsteller in Norden. Ostfriesland ist für ihn Heimat geworden. Er scheint dieses Fleckchen Erde zu lieben und das macht seine Geschichten auch so glaubwürdig.

50

11.03.2013

„Niemand hört mein Schreien. Ein unvorstellbarer Albtraum!”

Die bekannte französische Journalistin Annick Cojean stößt in ihrem Buch „Niemand hört mein Schreien“ auf erschütternde, unvorstellbare Vorkommnisse in der libyschen Gesellschaft. Der Diktator brachte unsagbares Leid über sein Volk, die oft erst nach seinem Tod an die Öffentlichkeit kam. Unter anderem trat er die angebliche Gleichberechtigung der Frauen mit Füssen, obwohl er diese in der Öffentlichkeit immer wieder proklamierte.

Die junge wunderschöne Soraya fand den Mut das Schweigen zu brechen. Gerade erst mal fünfzehn Jahre alt wird sie aus ihrem Elternhaus entführt, nachdem der Diktator bei einem Besuch an ihrer Schule sie und andere junge Mädchen erwählt hatte. Es erwartet sie eines jahrelanges Martyrium, sie müssen jederzeit Gaddafi als Sexobjekt zur Verfügung stehen. Unsäglich Qualen und Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Doch auch der Tod des Diktators bedeutet für die jungen Frauen nicht das Ende ihres Elends. Auch heute noch leben sie in Angst, da ihre Familien sie und auch die Familien selbst sich als entehrt betrachtet. Für mich als eine selbst bestimmende, aufgeklärte europäische Frau ist es einfach unvorstellbar. Und wieder einmal zeigt sich die Tatsache, dass viele arabische Gesellschaften, unter anderem die libysche noch weit entfernt von Freiheit und Demokratie sind.

Ich persönlich bewundere den Mut der Journalistin Cojean sich dieser schrecklichen Tatsachen zu stellen und der westlichen Welt Einblick in eine immer noch fremde Welt zu gewähren. Sie hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht und wurde mit dem Prix Albert Londres ausgezeichnet.

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40

06.03.2013

„Und dennoch ist es Liebe. Geühle voller Zweifel.”

Jodi Picoult ist eine meiner Lieblingsautorinnen. Mit ihrem Roman „Und dennoch ist es Liebe“
ist ihr wieder ein Bestseller gelungen. Das Thema der Geschichte ist gekonnt gewählt, sie erzählt von Kindheit, Mutterglück, Überforderung und der alles umfassenden Liebe.

Als die junge Page den attraktiven Medizinstudenten Nicholas aus reichen, sehr guten Haus kennen und lieben lernt wähnt sie sich am Ende eines langen Weges endlich angekommen. Alles scheint perfekt und als sie schwanger wird kann sie das große Glück nicht fassen. Jedoch quälen sie schon während dieser Zeit große Fragen und Zweifel. Die Tatsache, dass ihre Mutter sie verlassen hat, als sie fünf Jahre alt war, lässt sie immer unzufriedener und unglücklicher werden. Auch die Geburt ihres Sohnes ändert nichts, ganz im Gegenteil. Als sie emotional und physisch völlig am Ende ist, verlässt sie ihre Familie und sich auf die Suche nach ihrer Mutter zu machen. Wird sie auf alle ihre Fragen eine Antwort finden und findet sie den Weg zurück zu den Menschen, die sie lieben und die letztendlich ihr Lebensinhalt ist. Lesen Sie selbst.

Jodi Picoult gehört zu den erfolgreichsten amerikanischen Schriftstellerinnen weltweit. Ihre Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt.

buch

Winterkorn

Theodor Buhl

EUR 17,95 *
auf Merkliste

40

06.03.2013

„Winterkorn. Eine etwas ungewöhnliche Zeitgeschichte.”

In dem Buch „Winterkorn“ erzählt Jule Andersen, 72 Jahre alt, dem 45 Jahre jüngeren Autoren Theodor Buhl ihre äußerst interessante Lebensgeschichte, die von Armut, Entbehrungen, Hunger und Krankheit geprägt ist.

Jule Andersen wurde 1891als fünftes von neun Kindern in Kiel geboren. Ihre Familie gehört der untersten sozialen Schicht an. Der Vater verdient den Lebensunterhalt für die Familie mehr recht als schlecht als Gelegenheitsarbeiter. Bildung und die Aussicht auf regelmäßige Arbeit ist der jungen Jule nicht möglich. Die verzweifelte Suche nach ein wenig Glück und Zufriedenheit scheitert.
Mit den zwei Ehemännern hat sie kein Glück und im Laufe der Jahre entwickelt sie eine tiefe Abneigung gegen die Männer. Doch das tut ihrem starken Selbstbewusstsein keinen Abbruch. Immer wieder hat sie ein Ohr für die Schicksale der anderen. Das macht sie so liebenswert und am Ende der Lektüre hatte sie sich in mein Herz geschlichen.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist ihre bildhafte Sprache, eine Mischung aus Hochdeutsch und norddeutscher Mundart.

Das Buch ist fast ausschließlich nach Tonbandaufnahmen entstanden, es war Theodor Buhl wichtig diese ohne Korrektur zu übernehmen. So wird dem Leser die unbändige Lust am Reden und Lachen
der Jule Andersen vermittelt. Es wird Zeitgeschichte auf nicht alltäglich Art und Weise dargestellt.

Theodor Buhl ist 1936 in Niederschlesien geboren. Während seiner Berufsjahre als Lehrer verfasste er verschiedene literarische Werke. Er hat Frau Andersen zwölf Jahre begleitet und ihre Geschichte aufgezeichnet. Er lebt mit seiner Frau in Düsseldorf.



buch

Nilowsky

Torsten Schulz

EUR 19,95 *
auf Merkliste

50

27.02.2013

„Nilowsky. Mehr als ein guter Freund.”

Die Zeit der Pubertät, aus Sicht der Eltern und Erzieher, scheinbar ein nicht zu Ende gehender Prozess. Machtkämpfe sind an der Tagesordnung, sinnlose Diskussionen und Debatten Aus der Perspektive der Heranwachsenden ist es allerdings auch nicht leichter, manchmal sind sie weder Fleisch noch Fisch.
Der Autor Torsten Schulz hat sich in seinem Roman „Nilowsky“ dieser Thematik angenommen. Es ist ihm gelungen ein zum Niederknien witziges, schräges oftmals melancholisches Panorama dieser wichtigen Zeit zu beschreiben.

Nilowsky mit Vornamen Rainer, wer ist das überhaupt? Ein eigensinniger, anfangs ein recht merkwürdiger Junge. Wie er schon spricht und dann seine anfangs nicht immer nachzuvollziehende Ansichten über das Leben, Gott und die Welt. Je mehr ich mich jedoch in die Geschichte vertiefte, umso mehr keimte in mir der Wunsch, mit dem möchte ich auch befreundet sein. Aber Rainer freundet sich mit dem gleichaltrigen Markus Bäcker an, der seinen neuen Freund beneidet um dessen lockere Auffassung vom Leben. Bis zu dem Zeitpunkt als sich Markus in die große Liebe seines Freundes, namens Carola verliebt. Da es besprochene Sache ist, dass letztendlich eine Hochzeit in absehbarer Zeit die Krönung bedeutet, scheint es das Ende der Beziehung zwischen den beiden Jungs zu sein. Aber lesen Sie doch selbst wie es ausgeht.
Es geistern viele äußerst liebenswerte und lustige Gestalten durch die Geschichte, unter anderem
die geliebte Großmutter, die nicht sterben kann, die arbeitsscheuen aber unheimlich netten Gastarbeiter, die Mozambiquaner, der versoffene Nilowsky sen. Abgründe und Höhenflüge auf dem Weg ins Erwachsenwerden und ich hatte das Gefühl, ich bin mitten drin.

Thorsten Schulz ist Autor von preisgekrönten Dokumentar- und Spielfilmen. Er lebt in Berlin.

50

27.02.2013

„Knapp am Herz vorbei. Es gibt nicht nur schwarz und weiß!”

Manchmal frage ich mich beim Lesen, was kann ich der Fiktion des Autoren zuordnen und was entspricht den Tatsachen. Aber was macht das schon, wenn man so gekonnt wie der amerikanische Schriftsteller J.R. Moehringer beide Elemente verbindet. Das ist ihm mit seinem Roman „Knapp am Herz vorbei“ auf ganz spezielle Weise gelungen. Als Vorlage dient das Leben und Wirken des legendären Bankräubers Willie Sutton.

Weihnachten 1969 wird Sutton nach siebzehn Jahren Gefängnis in die Freiheit entlassen. Ungläubig packt er seine sieben Sachen. Er hatte in seiner Vergangenheit zahllose, gewaltfrei Bank-Überfälle verübt und war im Laufe der Zeit in der Öffentlichkeit so etwas wie ein Held geworden. Die Menschen und Medien waren einfach begeistert und begrüßten seine Freilassung. Clever wie er war, verkaufte er seinen Geschichte an eine bestimmte Zeitung, die sich Exklusivrechte an seiner Biografie sicherten. Mit einem jungen ehrgeizigen Reporter und Fotografen, die ihn am Tag seiner Entlassung im Empfang nahmen machte er sich auf die Reise in seine Vergangenheit, in dem er seine Leben Revue passieren lässt. Schmerzhafte Erinnerungen wurden wach als er im irische Viertel in New-York von seiner trostlosen Kindheit und Jungend erzählt. An den Wirkungsstätten seiner Verbrecherkarriere schleichen sich immer wieder die Erinnerungen an seine große Liebe Bess ein die ihm das Herz brach. Langsam wie ein Puzzle setzt sich für den Leser, Teil für Teil ein Gesamtbild zusammen. Ich habe das Buch mit einem weinenden und einem lachenden Auge gelesen und dabei wieder mal festgestellt, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt.

Ich kann dieses wunderbare Buch meinen Lesern und Leserinnen auf wärmste ans Herz legen,es ist wieder mal Lesevergnügen pur. Ich freue mich schon heute auf sein nächstes Werk.

Der Autor Moehringer hatte bereits mit seinem ersten Roman -Tender Bar- großen Erfolg, mit dem er monatelang auf der Bestseller-Liste stand. Er wurden 1964 in New-York geboren, war lange Reporter der Los Angeles Times. Er lebt in Scottsdale Arizona.