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503 Rezensionen
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39

Rezensionen

buch

Easter Parade

Richard Yates

EUR 9,99 *
auf Merkliste

50

08.05.2013

„Easter Parade. Wie entkommt man der Vergangenheit!”

Der amerikanische Schriftsteller Richard Yates prägte wie Ernest Hemingway die internationale Literaturlandschaft. Als er bereits 1992, schwer krank an Körper und Seele, gezeichnet von Alkohlexzessen in Birmingham-Alabama starb, geriet er fast in Vergessenheit. Das wäre aber sehr bedauerlich gewesen, jedoch seine Werke wurden Gott sei Dank in den letzten Jahren wieder entdeckt und neu aufgelegt.

Sein Roman „Easter Parade“ besticht durch einen klaren, prägnanten Stil. Es ist die Geschichte zweier Schwestern, Sarah und Emily. Deren Leben nicht unterschiedlicher sich entwickelte. Geprägt durch die rastlose, alkoholkranke Mutter Pookie, die sich vom Vater ihrer Kinder scheiden ließ, versuchen sie ihrer Vergangenheit zu entkommen. Sarah flüchtet in eine scheinbar glückliche Ehe, die sich letztendlich als Trugschluss herausstellt. Emily macht beruflich Karriere , wechselt jedoch laufend ihre Partner, immer auf der Suche nach dem vermeintlichen Glück. Erst als sie ihre Stellung verliert wird ihr bewusst, wie einsam sie eigentlich ist. Beide junge Frauen müssen sich fragen: Habe ich das bekommen was ich von Leben erwartet habe. Ich wollte nur eins, geliebt werden.

Ein wunderbarer Roman, bewegend von großer Kraft der von seinem Zauber, auch nach so vielen Jahren nichts verloren hat.

buch

Eisenkinder

Sabine Rennefanz

EUR 16,99 *
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50

03.05.2013

„Eisenkinder. Die Wut der Wendegeneration.”

Nach Beendigung des Buches „Eisenkinder“ von Sabine Rennefranz dauerte es eine ganze Weile bis ich die Geschichte so richtig verdaut hatte. Wer erinnert sich nicht an die fürchterlichen Taten der rechtsradikalen Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe, Drahtzieher der Zwickauer Zelle. Sie waren fast genauso alt wie die Autorin, als damals die Mauer fiel. Während dieser Zeit durchlebten die jungen Leute die schwierigen Jahre der Pubertät. Wissenschaftler sprachen in vielen Studien von der verlorenen Generation die zwischen zwei Systemen standen. Eltern, Lehrer und andere Verantwortliche konnten keine Hilfe sein, denn sie selber waren hilflos und oft fehlte ihnen einfach die Sprache um die Dinge, die geschahen zu verstehen und zu erklären.

Der Weg der jungen Sabine Rennefranz war vorgezeichnet, sie sollte in der DDR zur Elite erzogen werden. Doch es kam ganz anders. Die Mauer fiel und sie verlor ihre ganze Orientierung. Unendliche Wut und Enttäuschung auf die Entwicklung und Vereinnahmung durch die BRD machte sie anfällig für radikale Ideen. Sie mündeten jedoch nicht im Rechtsextremismus, was leicht hätte passieren können, wie sie selber sagt. Sie ist empfänglich für die Lehren einer evangelikalen Sekte. Immer tiefer gerät sie in den Strudel dieser unheilvollen Thesen. Als sie als Missionarin aus Russland zurück nach Deutschland gekommen ist, beginnt sie zu hinterfragen und zu zweifeln. Sie löst sich letztendlich aus diesem Kreis. Es ist ein langer, schmerzhafter Weg. Ich ziehe meinen Hut vor dieser jungen Frau, wie ehrlich und ohne jegliche Beschönigung sie ihre Jahre der Selbstfindung beschreibt. Es ist aber auch die Geschichte und die ungebändige Wut ihrer Generation.

Sabine Rennefranz ist 1974 geboren. Sie wuchs in Eisenhüttenstadt auf, studierte nach der Wende Politwissenschaften in Hamburg und Berlin. Sie arbeitete bei verschiedenen Zeitungen. Für den Essay „Uwe Mundlos und ich“ erhielt sie 2012 den deutschen Reporterpreis.

50

27.04.2013

„Aus der Schatztruhe Ostfrieslands. Unsere Heimat.”

Anhand von hundert Museumsstücken begibt sich der Leser auf die spannende Reise der Ostfriesischen Geschichte. Diese reicht weit zurück und wird jeden Interessierten begeistern.
Brigitte Junge, Leiterin des Historischen Museums Aurich erzählt ganz anschaulich und sehr unterhaltsam von der Vergangenheit, auch anhand der einzelnen Objekte, unserer wunderschönen Heimat Ostfriesland.
So bezeugt das Schwert von Upstalsboom die Wehrhaftigkeit des mittelalterlichen Friesen. Das edle Brokatkleid nach französischer Mode trug die Fürstin Eberhardine Sophie Cirksena im Barock. Aber auch alltägliche Gebrauchsgegenstände und besondere Schätze dokumentieren das Leben längst vergangener Zeiten.
Übrigens denke ich, dass ein Besuch im Historischen Museum Aurich sicher sehr interessant und aufschlussreich ist.

50

27.04.2013

„Der Schrecken verliert sich vor Ort. Eine schmerzhaft Reise. ”

Ich persönlich habe viele Bücher Überlebender von Auschwitz und anderen Konzentrationslagern gelesen. Und doch fesselt mich immer wieder neue Lektüre darüber und ich kann mich nicht davon freisprechen, dass gewisse Dinge, die damals geschehen sind, aufs neue ein gewisses Grauen bei mir hervorrufen. Es ist einfach unvorstellbar wozu Menschen damals fähig waren. Dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte jedoch darf nicht in Vergessenheit geraten. Mit Ihrem Roman „Der Schrecken verliert sich vor Ort“ von der Schriftstellerin Monika Held nimmt sie den Leser mit auf ein sehr schmerzhafte Reise.

Während eines Prozesses in Frankfurt macht auch der Österreicher Heiner ehemaliger Widerstandskämpfer in Wien, als einer der Überlebenden von Auschwitz, seine Aussagen. Dort lernt er Lena, die als Dolmetscherin fungiert, kennen und lieben. Lena spürt, diesen Mann lässt sie nie wieder los. Doch kann sie auf Dauer das Leiden und die schmerzhaften Erinnerungen Heiners ertragen? Aber die Liebe hat Bestand und als die beiden dann ehemalige Mithäftlinge Heiners in Polen aufsuchen versteht und begreift Lena. Endlich versteht sie die Welt in der der geliebte Mann oft zuhause ist. Sie weiß dass er nicht anders kann. Für ihn ist Erinnerung nicht Paradies, es ist die Hölle.
Die Geschichte von Heiner und Lena ist unbeschönigte Zeitgeschichte aber auch eine Hommage an die tiefen Gefühle der Liebe. Mich hat das Buch tief berührt und sehr nachdenklich gemacht.

Monika Held ist Journalistin und lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Ihr wurde, für ihre Arbeit über das Kriegsrecht in Polen und die Hilfstransporte zu den Überlebenden von Auschwitz die Dankbarkeitsmedaille des Europäischen Zentrums der Solidarität verliehen.

40

21.04.2013

„Der Regen in Deinem Zimmer. Was wirklich zählt.”

Wer weiß das nicht, es ist schon manchmal schwer erwachsen zu werden, aber wenn dann in dieser so unerträglichen Zeit auch noch ein nahestehender Mensch stirbt, dann gerät die Welt aus den Fugen. Was mich an dem Roman „ Der Regen in Deinem Zimmer“ von der italienischen Schriftstellerin Paola Predicatori so gefangen genommen hat war zum einen die unverblümte Sprache und die Offenheit der heutigen Jugend. Gut ist es jedoch auch zu wissen und das zeigt die Thematik des Buches, dass sich gewisse Dinge immer wiederholen.

Als die siebzehnjährige Alessandra ihre Mutter durch eine Krebserkrankung verliert und sie mit ihrer Großmutter allein bleibt, scheint für sie das Leben still zu stehen. Sie zieht sich von allem zurück und setzt sich aus unerklärlichen Gründen in die letzte Bank des Klassenzimmers neben den Loser Gabriel. Dieser wortkarge Zero, wie er von seinen Mitschülern genannt wird, scheint sich für gar nichts zu interessieren. Dieses kommt Alex entgegen, so kann sie den Erinnerungen an ihre Mutter nachhängen. Schmerzhaft sind diese, denn vieles ist in der Vergangenheit nicht so gelaufen, wie es hätte sein müssen. Im Laufe der Zeit kommt sie jedoch mit sich ins Reine und sie kann ihrer verstorbenen Mutter Abbitte leisten, für all die versäumten Chancen ihre Liebe zu zeigen, wenig Verständnis aufgebracht zu haben. Es war schön zu lesen, dass ihr klar wird, wie sehr sie ihre Mutter doch geliebt hat. Doch wie sagt man so schön, das Leben geht weiter und so ist es auch.
Denn es geschieht etwas, was sie nie wollte, langsam entwickelt sich zwischen den beiden Außenseitern, ganz behutsam und leise eine unmögliche Liebe. Aber was heißt das schon?

Paola Predicatori ist Buchhändlerin, sie lebt in Mailand. Der Regen in Deinem Zimmer ist ihr erster Roman. Ich persönlich möchte mehr von ihr lesen.

50

19.04.2013

„Sechs Jahre sind die Ewigkeit. Die Odyssee eines Kindes.”

Es gibt Romanvorlagen wie sie nur das Leben vorgeben kann. So hat der russische Schriftsteller Eduard Kotschergin gekonnt in seinem Roman „Sechs Jahre sind die Ewigkeit“ sein eigenes Schicksal mit Romanelementen vermischt. Sprachgewaltig und direkt erzählt er die Odyssee eines tapferen Jungen.

Geboren 1937 verliert der kleine Eduard seine Eltern. Sein Vater wird als Dissident erschossen und seine geliebte Mutter wird für zehn lange Jahre als Spionin in ein Lager gesperrt. Der Junge kommt in ein Waisenhaus für Dissidentenkinder in Sibirien. Er überlebt die Zeit dort und als der Krieg endlich vorbei ist flieht er und macht sich auf die lange Flucht nach Leningrad wo er seine Mutter vermutet. Sechs lange Jahre ist er unterwegs, Hunger, Entbehrungen, Angst manchmal tödliche Gefahren begleiten ihn. Doch sein Mut, der ungebändige Wille und die Liebe sowie die Hoffnung führen ihn an sein Ziel.

Eduard Kotschergin zeigt dem Leser in seinem Buch ein bestürzendes Bild des zweiten Weltkrieges. Er hält uns den Spiegel menschlicher und behördlicher Niedertracht vor. Tröstlich sind aber die Momente großer Herzensgüte und Wärme. Er studierte unter anderem Zeichnen und Bühnenbild und arbeitete an verschiedenen Theatern. Er ist meiner Meinung nach ein hervorragender Schriftsteller und gilt als Künstler von internationalem Rang.

40

19.04.2013

„Die Stadt der verschwundenen Kinder. Eine fremde Welt.”

Eine Leseprobe des Buches „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ der Jugendbuchautorin Caragh o Brien machte mich neugierig. Als mein persönliches Leseexemplar vorlag und ich mich darin vertiefte war ich mehr als erstaunt und sehr angetan wie fantasievoll und lebendig die Geschichte geschrieben wurde. Was mir auch sehr gut gefallen hat war der klare prägnante Schreibstil, langatmige Passagen, die manchmal langweilig sein können, fehlen einfach und das ist gut so, denn ich bin überzeugt, dass dieses gut bei den jungen Leserinnen ankommt.

Die sechzehnjährige Gaia wächst in einer unbarmherzigen Welt auf. Es ist eine Welt die mir fremd war, jedoch konnte ich mir irgendwie vorstellen, dass bestimmte Dinge gar nicht so abwegig sind. So zum Beispiel, dass irgendwann die Energiequellen nicht mehr vorhanden sind und letztendlich der Mensch die Welt und sich selbst zerstört. Im Leben der jungen Gaia sind alle lebenswichtigen Dinge stark rationiert und nur wenigen Auserwählten, Bewohner der Enklave ist ein angenehmes Leben vorbehalten. Gaia ist wie ihre Mutter Hebamme und muss ein ungeschriebenes Gesetz erfüllen. Die ersten drei Neugeborenen müssen jeden Monat an die Enklave abgegeben werden. Als jedoch die Eltern der jungen Hebamme verhaftet werden, beginnt sie alles zu hinterfragen. Sie begibt sich in die verbotene Stadt um Vater und Mutter zu finden. Sie möchte wissen, was mit den Kindern geschieht. Findet sie Antworten? Das lieber Leser finden Sie doch selbst heraus. Aber ich kann versprechen, dass es sich lohnt.

Die Autorin wuchs in Minnesota auf, studierte Literatur und kreatives Schreiben. Sie arbeitete als Lehrerin und dass sie die Freude am Schreiben entdeckte kann ich nur begrüßen. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Connecticut.
Ich freue mich schon auf den zweiten Teil der Geschichte.

50

17.04.2013

„Der Weg der Töchter. Eine Kinheit in Nigeria. ”

Afrika, der geheimnisvolle schwarze Kontinent, der mich persönlich immer wieder fasziniert. Die Menschen leben dort nach alten, uns oft unbekannten Traditionen, Gebräuchen und Sitten. In ihrem Buch „Der Weg der Töchter“ gewährt die Autorin, Yejide Kilanko, auf ganz besondere, ansprechende Weise, oft ganz leise und fast zärtlich Einblick in das Leben und den Alltag der Menschen in ihrem Heimatland Nigeria. Ein bewegender Roman über eine Kindheit und Jugend der den Leser in eine fremde Welt entführt, voller Tabus und Geheimnissen.

Die kleine Maroyo ist fünf Jahre alt, als ihre Schwester Eniayos geboren wird. Doch die Geburt der Kleinen scheint unter keinem guten Stern zu stehen, sie leidet unter der Krankheit Albinismus. Ein Afin-Kind bedeutet bedeutet nichts Gutes und bringt nur Unglück. Doch im Laufe der Zeit verbindet die beiden Mädchen eine unerschütterliche tiefe Liebe. Doch die unbeschwerte Kindheit von Maroyo erfährt ein jähes Ende. Sie wird von ihrem älteren Cousin Bros missbraucht. Leider erfährt sie keine Hilfe und Trost von ihren Eltern, es legt sich ein Schweigen über das Haus und ihre Bewohner. Sie hat das Gefühl, selber an dem Unglück schuld zu sein. Doch Marovo ist eine Kämpfernatur und mit Hilfe und dem Verständnis von Moreinike, die ein ähnliches Schicksal erfahren hat, entwickelt sie sich zu einer starken, selbstbewussten Frau. Sie lässt die Schatten ihrer Vergangenheit hinter sich und findet in ihrem Jugendfreund Kachi Geborgenheit und Liebe.

Die Autorin wuchs als Tochter eines Universitätsprofessor behütet in Ibadan auf. Sie studierte Politikwissenschaften. Heute lebt sie mit ihrem Mann und drei Kindern in Kanada und arbeitet als Kindertherapeutin.

„Ich weine doch gar nicht, es regnet nur aus meinen Augen“
Zitat aus dem Roman.

buch

Saufit

A. J. Jacobs

EUR 19,99 *
auf Merkliste

40

16.04.2013

„Saufit. Jeder so wie er,s mag. ”

Also, nach Beendigung des Buches „Saufit“ von A. J. Jacobs fragte ich mich doch allen Ernstes, sollte ich es ihm nachmachen und mich von Stund an kasteien und in jeder Lebenslage meine verschiedenen Organe befragen, wie das bewerte Befinden ist. Oder die Lektüre dazu verwenden, meine Lachmuskeln mal wieder zu aktivieren. Ich habe mich nach reiflicher Überlegung für letzteres entschieden. Denn ich frage mich allen Ernstes, wie muss es in der Unterhose des Autoren aussehen wenn er folgendes zum Besten gibt. „Unterwäsche gesondert waschen, um die Kontaminierung anderer Wäschestücke durch Fäkalrückstände zu vermeiden“

Für die, die wirklich sauschlapp sind und ein bisschen mehr oder weniger saufit werden wollen wünsche ich persönlich viel Erfolg. Ich aber werde auch in Zukunft nicht hinterfragen, wie schädlich es ist bei einem gemütlichen Essen mit Freunden beim Griechen die Kohlenhydrate und Eiweiß nicht zu trennen und frage auch meine Leber nicht, ob ihr das zweite Glas Wein bekömmlich ist. Alles zusammen und tolle Gespräche mit lieben Menschen hinterlassen bei mir ein Gefühl der Zufriedenheit und Lebensfreude und die möchte ich mir noch lange erhalten.

Übrigens gibt es in meinem Freundes- und Bekanntenkreis einige Gesundheitsfreaks und diese werden sich über das Buch bestimmt freuen.