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Marionetten
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Marionetten

Roman

buch
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Artikeldetails zu Marionetten

AutorJohn LeCarré

Untertitel Roman

Abbildungsvermerk 22 cm

  • ISBN-103-550-08756-X
  • ISBN-139783550087561
  • Verlag Ullstein Verlag
  • ÜbersetzerRegina Rawlinson, Sabine Roth
  • Einbandartgebunden
  • Seiten368
  • Auflage7. Auflage
  • VeröffentlichtNovember 2008
  • GenreRomane
  • Gewicht692g
  • SpracheDeutsch

Leseprobe aus Marionetten

Rezensionen der Redaktion zu Marionetten

"John le Carrés Romane überzeugen wie die von Balzac, sie klagen an wie die von Zola, aber sie predigen nicht. Sie addieren sich zu einem einzigen großenhumanistischen Plädoyer." (Der Spiegel)

Kurzbeschreibung zu Marionetten

Ein junger Moslem reist illegal über die Türkei und Dänemark nach Deutschland ein. Im Hamburger Stadtteil Altona bittet er eine türkische Familie um Hilfe. Nur langsam finden die verängstigten Gastgeber heraus, wer der Fremde ist und was er in der Hansestadt will. So beginnt John le Carrés meisterhaft komponierter Roman über unsere Gesellschaft des Verdachts nach dem 11. September 2001.In einem raffiniert gesponnenen Netz aus privaten und politischen Interessenbe wegen sich seine Figuren zwischen Gewissenlosigkeit und Nächsten liebe,eis kaltem Kalkül und Gleichgültigkeit. Die Bedrohung durch den islamistischenTerror wird zur Kulisse für ein skrupelloses Spiel der Geheimdienste.

Beschreibung der Redaktion zu Marionetten

Hamburg nach 9/11. Ein muslimischer Terrorverdächtiger ist die Schlüsselfigur im gnadenlosen Wettlauf internationaler Geheimdienste. Der neue Roman von John le Carré erzählt von einer durch den Terror veränderten Gesellschaft, in der jeder Unschuldige und Schuldige gleichermaßen Statist in einem undurchschaubaren Marionettenspiel ist.
Ein junger Moslem reist illegal über die Türkei und Dänemark nach Deutschland ein. Im Hamburger Stadtteil Altona bittet er eine türkische Familie um Hilfe. Nur langsam finden die verängstigten Gastgeber heraus, wer der Fremde ist und was er in der Hansestadt will. So beginnt John le Carrés meisterhaft komponierter Roman über unsere Gesellschaft des Verdachts nach dem 11. September 2001.In einem raffiniert gesponnenen Netz aus privaten und politischen Interessen bewegen sich seine Figuren zwischen Gewissenlosigkeit und Nächsten liebe,eiskaltem Kalkül und Gleichgültigkeit. Die Bedrohung durch den islamistischen Terror wird zur Kulisse für ein skrupelloses Spiel der Geheimdienste.

Portrait

John LeCarré:
John LeCarre (eigentlich David John Moore Cornwell), geboren 1931 in Poole/England. 1956 - 1958 tätig als Lehrer in Eton. 1959 - 1964 in diplomatischen Dienst in Bonn und Hamburg. Veröffentlichungen von Spionage-Romanen, die ihn bekannt machten.

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30

03.05.2009

„Leben in Hamburg nach dem 11. September 2001”

von stjerneskud aus Stuttgart
Issa Karpow, ein Tschechene, reist illegal über Dänemark nach Deutschland ein, mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Ziel. Mehrere Tage lang heftet er sich an die Fersen des zwanzigjährigen Meliks, aber erst am Ende der Woche folgt Issa ihm bis zu seinem Elternhaus und hält dort Melik ein Pappschild entgegen. Seiner Mutter Leyla, die aus der Türkei stammen und sich gemeinsam mit Melik um die deutsche Staatsbürgerschaft bewirbt, hat Mitleid mit Issa und gewährt ihm Unterschlupf in ihrem Haus. Schließlich wird Annabelle Richter vom Fluchthafen Hamburg, die illegale Einwanderer juristisch betreuen, eingeschaltet. Sie wiederum nimmt Kontakt zu Tommy Brue auf, der Issa zu dem Erbe seines Vaters verhelfen kann. Issas Aufenthalt in Hamburg zieht weite Kreise.

Ich hatte bislang keinen von John le Carrés Romanen gelesen und wusste auch jetzt nicht worauf ich mich da eigentlich einlasse. Anfangs las sich die Geschichte noch gut, obwohl sie etwas Aberwitziges an sich hatte, aber später tat ich mich schwer damit und ich konnte nicht übermäßig viel mit ihr anfangen.

Ich konnte nicht einschätzen, in weit es der Realität in Deutschland entspricht, dass man eine Anwältin auf Schritt und Tritt verfolgen darf, ihr droht, sie gegen ihren Willen zu einem Lockvogel macht und sie ihren Mandanten verraten soll. Zum Ende hin wurde es für mich immer verworrener, ich kam mit den Namen durcheinander, konnte mich oftmals nicht mehr daran erinnern, wer wer ist, wer zu wem gehört und was für ein abgekatertes Spiel die Spezialeinheiten und Geheimdienste spielten. Für mich hätten noch ein paar offene Fragen beantwortet werden müssen.

Für die Figur des Issa konnte ich keine rechte Sympathie empfinden. Möglicherweise lag es daran, dass aus seiner Sicht die Geschichte nie erzählt wurde und man somit in Issas Gedankenwelt keinen Einblick erhält. Ich wusste nichts so recht mit ihm anzufangen und was er wirklich für einer ist. Vielleicht hätte er einfach in Schweden bleiben sollen, denn es ist doch utopisch glauben zu können, dass ihm jemand einfach so einen Medizinplatz verschaffen könnte, wenn viele andere junge Menschen diesen Berufswunsch haben und sich um einen Studienplatz bewerben, aber eine Absage erhalten. Am wenigsten mochte ich seine Denkweise Annabels betreffend, dass er sie einfach wie ein Stück Vieh auf einem Markt, in seinen Besitz bringen kann, ihr seine Kultur und seine Religion aufzwingt und sie nur noch das tun muss, was ihr der (Ehe-)Mann vorschreibt.

Es war kein Buch für mich, aber jemand anderer könnte seinen Gefallen daran finden.

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30

10.03.2009

„Gefangen im Spiel der Geheimdienste”

von villawiebke
Hamburg nach dem 11.09.2001. Issa, ein tschetschenischer Flüchtling, hält sich illegal in Deutschland auf und bittet eine ihm unbekannte türkische Familie um Hilfe. Melik, der Sohn der Familie, ist von der Bitte des Fremden völlig irritiert und versucht ihn abzuweisen. Seine Bemühungen sind nicht von Erfolg gekrönt, da seine Mutter Leyla Mitleid mit dem Schwerkranken hegt und so verstecken sie ihn gemeinsam in ihrer Wohnung. Was sie zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht ahnen können, der unbekannte Fremde ist kein unbeschriebenes Blatt mehr.

Im Verlaufe des Geschehens übernimmt die Anwältin Annabel Richter, die für eine Hamburger Hilfsorganisation tätig ist, die rechtliche Unterstützung für Issa. Von Zweifeln geplagt, versucht sie bei Issa alles richtig zu machen. Denn schon einmal hat sie einen Mandanten verloren, der trotz ihrer Unterstützung abgeschoben wurde. Voller Engagement hängt sie sich in die Sache rein, bis auch sie zur Zielperson des Verfassungsschutzes wird und mit ihnen zusammenzuarbeiten muss.

Weitere Hilfe erfährt Issa durch den Bankier Tommy Brue, der nach anfänglicher Skepsis Issa seine volle Unterstützung gewährt. Als Besitzer einer Privatbank verwaltet er das Erbe des Flüchtlings, schmutziges Geld aus Russland, angelegt vor Jahren noch von seinem Vater auf einem so genannten Lippizanerkonto. Sein Interesse an Issa besteht vorrangig darin, sich der Altlasten seines Vaters zu entledigen und die Bank von ihnen zu säubern.

All diese Geschehnisse werden zunächst unbemerkt, später aber offensichtlich, von verschiedensten Organisationen, ob nun Verfassungsschutz oder Geheimdienste überwacht und als diese ihre Chance wittern, über Issa an einen noch größeren Fisch heranzukommen, schlagen diese erbarmungslos zu. Alle Skrupel werden dabei über den Haufen geworfen und zurück bleiben letztendlich nur die Opfer. Und Opfer sind sie alle in diesem Spiel.

Der Autor John le Carre, selbst ein Ex-Agent des britischen Geheimdienstes profitiert von seinem Wissen und den Erfahrungen in dieser Branche, die er gezielt in seinen Romanen einsetzt. Sprachlich recht anspruchsvoll unter Bezugnahme einzelner, sehr relitätsnah umgesetzter Charaktere versteht er es, den Leser stellenweise gut zu fesseln. Leider stolpert dieser aber immer wieder über langatmige Passagen oder Protagonisten, denen es einfach am nötigen Tiefgang fehlt und die dadurch zunehmend blass erscheinen.

Das Thema des Buches ist sehr aktuell gewählt. Die Auseinandersetzung mit moralischen Grundsätzen unserer heutigen Zeit wird aus verschiedenen Positionen heraus verarbeitet, so dass der Leser während des Lesens gezwungen ist, des Öfteren nachdenklich einzuhalten. Alles in allem, ein gut gewählter Stoff. Und trotzdem konnte mich dieser Roman insgesamt nicht so richtig überzeugen. Es bleibt das Gefühl, dass der Autor durch das Buch einen Weg gefunden hat, seine Wut und die Unfähigkeit, Dinge verändern zu können, verarbeitet. Man selbst als Leser bleibt aber ziemlich unzufrieden zurück.

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30

09.12.2008

„Marionetten”

von Sibylle Meyer aus Rotenburg (Wümme)
Schnell wird der Leser von einem Handlungsort zum anderen gejagt, dadurch wird kaum Spannung aufgebaut, endlich einmal erreichte Spannung wird durch rigorosen Wechsel des Schauplatzes sofort wieder im Keim erstickt. Die ständig wechselnden Perspektiven sind sehr verwirrend. Le Carré beschreibt die Personen sehr detailliert, was nicht zum leichteren Verständnis beiträgt, sondern die Handlungen noch zusätzlich undurchsichtig und schlecht nachvollziehbar macht.
Für mich ist es ein aktueller Politthriller, der gut recherchiert wurde, allerdings beim Lesen sehr zäh ist.

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40

07.12.2008

„Vorurteile überall”

von axwa aus Dresden
John le Carré zeigt auch in seinem neuen Roman „Marionetten“, dass er der unumstrittene Meister des Spionageromans ist. Im Mittelpunkt steht Issa, ein junger Mann mit russisch-tschetschenischer Abstammung, der als Flüchtling in Deutschland landet und hofft hier die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen und auch Medizin studieren zu können. Seine Hoffnungen scheinen nicht unbegründet, da er Anspruch auf eine größere Summe Geld hat, welches bei einer englischen Bank hinterlegt ist. Der erste Reflex macht Issa zu einem verdächtigen Islamisten, aber bald wird dem Leser klar: bei Issa handelt sich es um einen herzensguten Jungen, der schon früher Opfer von ethnischen Vorurteilen, Polizeiverfolgung und auch Folter war. Und auch in Deutschland wird er zum Spielball der Geheimdienste.
Le Carré baut eine atmosphärisch dichte und bis zum Schluß spannende Geschichte, in der fast Niemand Herr seines Handelns bleibt. Die sprachlichen Mittel des Autors sind gewaltig und die psychologische Entwicklung der wichtigsten Protagonisten wird eindringlich und plausibel gezeichnet. Die Handlungsverläufe scheinen zwingend und unabwendbar.
Während die verschiedenen Sparten der Spionage-und Nachrichtendienste Europas sich gegenseitig austricksen, behindern und sich dabei auf die Schulter klopfen, läßt der amerikanische Geheimdienst den Rechtsstaat beiseite und setzt sich zur Wahrung amerikanischer Interessen über alle Vereinbarungen hinweg. „Amerikanische Gerechtigkeit,...Gerechtigkeit, die nicht lange fackelt.“ Ob dies nun wieder nur die Bedienung eines Klischees ist, kann ich nicht sagen, aber ich empfehle dieses Buch jedem, der Lust hat über seine eigenen Vorurteile nachzudenken.

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40

07.12.2008

„Überall Vorurteile”

von axwa aus Dresden
John le Carré zeigt auch in seinem neuen Roman „Marionetten“, dass er der unumstrittene Meister des Spionageromans ist. Im Mittelpunkt steht Issa, ein junger Mann mit russisch-tschetschenischer Abstammung, der als Flüchtling in Deutschland landet und hofft hier die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen und auch Medizin studieren zu können.

Seine Hoffnungen scheinen nicht unbegründet, da er Anspruch auf eine größere Summe Geld hat, welches bei einer englischen Bank hinterlegt ist. Der erste Reflex macht Issa zu einem verdächtigen Islamisten, aber bald wird dem Leser klar: bei Issa handelt sich es um einen herzensguten Jungen, der schon früher Opfer von ethnischen Vorurteilen, Polizeiverfolgung und auch Folter war. Und auch in Deutschland wird er zum Spielball der Geheimdienste.

Le Carré baut eine atmosphärisch dichte und bis zum Schluß spannende Geschichte, in der fast Niemand Herr seines Handelns bleibt. Die sprachlichen Mittel des Autors sind gewaltig und die psychologische Entwicklung der wichtigsten Protagonisten wird eindringlich und plausibel gezeichnet. Die Handlungsverläufe scheinen zwingend und unabwendbar.

Während die verschiedenen Sparten der Spionage-und Nachrichtendienste Europas sich gegenseitig austricksen, behindern und sich dabei auf die Schulter klopfen, läßt der amerikanische Geheimdienst den Rechtsstaat beiseite und setzt sich zur Wahrung amerikanischer Interessen über alle Vereinbarungen hinweg. „Amerikanische Gerechtigkeit,...Gerechtigkeit, die nicht lange fackelt.“ Ob dies nun wieder nur die Bedienung eines Klischees ist, kann ich nicht sagen, aber ich empfehle dieses Buch jedem, der Lust hat über seine eigenen Vorurteile nachzudenken.

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40

03.12.2008

„Ein gutes Buch :)”

von Herzallerliebst :)
Marionetten war mein erstes Buch von John Le Carré, was ich gelesen habe. Ein Leseeindruck hat mir auch schon gut gefallen und hat mich auf das Buch wirklich neugierig gemacht :) Und die Leseprobe hat auch ihre Versprechen gehalten. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Man steigt ja am Anfang direkt in die Geschichte ein, das finde ich gut. Man befindet sich direkt drin. Der Schreibstil von Le Carré gefällt mir. Es liest sich flüssig. Als ich merkte, dass das zweite Kapitel nicht an dem ersten anschließt, habe ich erstmal ein wenig gestutzt ;) Aber dann habe ich gemerkt, dass es aus einer anderen Sichtweise geschrieben ist. Und so setzt sich das auch mit jedem weiteren Kapitel fort, bis sie am Ende zusammen laufen. Man muss dann immer ein kleines Bisschen umdenken, aber man kommt gut hinter her. Mit jedem Kapitel mehr bekommt man, durch das Denken der Protagonisten über Issa, immmer wieder einen anderen Eindruck von Issa. Man wird mit den Gefühlen richtig mitgerissen. Das Buch ist spannend geschrieben und ich konnte es gar nicht aus der Hand legen :) Ein aktuelles Thema wirklich gut umgesetzt.

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20

17.11.2008

„Stark angefangen - stark nachgelassen”

von Manuela Müller aus Polling
Die Leseprobe zu diesem Buch hat mich derart beeindruckt, dass ich mir das Buch gekauft habe. Leider ein Fehlgriff.

Anfangs will man unbedingt wissen, was mit Issa auf sich hat und was Melik und seine Mutter noch mit ihm erleben. Weiter geht es allerdings mit einem Bankier, der in etwas krumme Geschäfte mit Geldwäscherei verwickelt ist und der Anwältin von Issa. Schnell wird man dann an einen Schauplatz des Geheimdienstes geführt, die ebenfalls ein Auge auf Issa geworfen. Und so läuft es weiter. Kaum kommt der leiseste Hauch von Spannung oder Neugierde auf, wird sofort abgebrochen. So quält man sich von Seite zu Seite, muss sich selbst zum Weiterlesen zwingen, in der Hoffnung, dass etwas Interessantes passiert und wird jedesmal aufs Neue enttäuscht. Und das bis zum offenen Schluss.

Der Autor hat es geschafft ein brisantes Thema in gähnende Langeweile, Klischees und Vorurteile zu packen. Das war meine zweite und endgültig letzte Begegnung mit Herrn Carre!

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20

17.11.2008

„Stark angefangen - stark nachgelassen”

von Manuela Müller aus Polling
Die Leseprobe zu diesem Buch hat mich derart beeindruckt, dass ich mir das Buch gekauft habe. Leider ein Fehlgriff.

Anfangs will man unbedingt wissen, was mit Issa auf sich hat und was Melik und seine Mutter noch mit ihm erleben. Weiter geht es allerdings mit einem Bankier, der in etwas krumme Geschäfte mit Geldwäscherei verwickelt ist und der Anwältin von Issa. Schnell wird man dann an einen Schauplatz des Geheimdienstes geführt, die ebenfalls ein Auge auf Issa geworfen.
Und so läuft es weiter. Kaum kommt der leiseste Hauch von Spannung oder Neugierde auf, wird sofort abgebrochen. So quölt man sich von Seite zu Seite, muss sich selbst zum Weiterlesen zwingen, in der Hoffnung, dass etwas Interessantes passiert und wird jedesmal aufs Neue enttäuscht. Und das bis zum offenen Schluss.

Der Autor hat es geschafft ein brisantes Thema in gähnende Langeweile, Klischees und Vorurteile zu packen. Das war meine zweite und endgültig letzte Begegnung mit Herrn Carre!

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30

16.11.2008

„Gemischte Gefühle”

von einer Kundin oder einem Kunden
Ausgerechnet das weltoffene Hamburg diente als Schauplatz der Attentäter des 11. September. Der Tschetschene Issa Kapow reist illegal über Schweden nach Hamburg. Er versteckt sich zunächst bei der türkischen Familie Melik und Leyla bis er in der Juristin Annabel eine Verbündete findet, die ihn erstmal versteckt. Aber....verdächtige Muslime wie z.Bsp. Issa geraten ins Fadenkreuz der Behörden. Egal ob BKA, BND oder andere geheime Spezialeinheiten, jeder mißtraut jedem und das große Tauziehen geht los.... Schnell ist man mitten im Geschehen.
Die Personen sind gut dargestellt und man hat das Gefühl man hätte sie schonmal irgendwo gesehen.... Bei Issa wußte ich nie so genau was ich von ihm halten sollte....ist er jetzt ein "Böser" oder eigentlich doch nur ein ganz harmloses "Kerlchen"? Die ersten 2/3 des Buches fand ich dann auch ganz spannend und interessant, leider bricht dann irgendwo der rote Faden und es wird undurchsichtig.
Leider bleibt auch am Ende alles offen und es bleiben vielen offen Fragen ...... Insgesamt ein Buch, das ich mit gemischten Gefühlen zur Seite lege und erstmal nachwirken lasse.

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20

15.11.2008

„Adrenalinlose Berg- und Talfahrt”

von D. Möhrke
Ich glaube John le Carrés Schreibstil kann man nur wirklich mögen oder aber gar nichts damit anfangen.
Zu Beginn des Buches war ich richtiggehend begeistert von seinem Schreibstil und dem rasanten Einstieg in eine vielversprechende Story. Das erste Kapitel verging förmlich im Fluge.

Dann kam jedoch für mich schon der erste Haken an diesem Buch. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit völlig anderen Figuren, als noch das erste und man wird "brutal" aus dem Zusammenhang gerissen. Dieser Szenenwechsel nahm für mich so ziemlich das gesamte Tempo aus der Geschichte.
Leider geht es dann auch so weiter, denn im 3. Kapitel wird der Leser wieder in eine neue Szene geführt. Zwar sieht man nun schon minimale Zusammenhänge zum ersten Kapitel, aber trotzdem reißt der rote Faden auf diese Weise ab. Ich mag diesen ständigen Wechsel einfach nicht und die unterschiedlichen Betrachtungsweisen bleiben lange Zeit unklar.

Dabei beginnt alles so spannend:

Melik, ein junger, türkischer Boxer, der in Hamburg lebt, trifft auf der Straße immer wieder einen ausgezehrt wirkenden Jungen. Dieser begegnet ihm an den ungewöhnlichsten Orten. Eines Tages steht er plötzlich vor seiner Haustür und bittet um Obdach. In den Zeiten nach dem 11. September sind aber alle viel misstrauischer, lebten doch einige der Attentäter zuvor in Hamburg. Jedoch führen der Glaube und das Mitgefühl von Meliks Mutter dazu, dass sie Issa, so heißt der junge Mann, aufnehmen. Melik ist davon wenig begeistert, aber je mehr er über Issa erfährt, desto mehr Mitgefühl hat er auch mit ihm.

Die Figur des Issa wird nach und nach auch in den anderen Szenen und aus Sicht anderer Personen betrachtet. Durchaus interessant ist dabei, welches Licht hier nun auf Issa geworfen wird, sind es doch vollkommen verschiedene Blickwinkel unter denen er fortan betrachtet wird. So etwa aus Sicht des Bankiers Brue oder der etwas verschroben wirkenden und geheimnisvollen Anwältin Annabel Richter. Jedoch hat auch der Geheimdienst seine Aufmerksamkeit auf Issa gerichtet. Da stellt sich für den Leser natürlich die Frage, welches Issas wahres Gesicht ist. Es handelt sich also durchaus um eine interessante Geschichte, die nicht ohne Belang ist, ja sogar gehaltvoll ist. Aber ist es nicht wie beim Essen? Gehaltvolle Nahrung muss noch lange nicht schmecken!

Mir persönlich ging zu viel der Spannung aus dem ersten Kapitel verloren. Alles wirkt darauffolgend sehr konstruiert und der Autor verliert sich des öfteren in ausufernden und langatmigen Situationsbeschreibungen, die die Geschichte in keiner Form voranbringen und auch nicht wichtig für das Verständnis sind.
Zudem kommen noch einige sprachliche Fehler hinzu, die ich als störend empfunden habe. Da hat der Übsetzer bzw. das Lektorat nicht gut gearbeitet.

Insgesamt ist es folglich ein inhaltlich interessanter, aber leider nur einigermaßen passabel umgesetzer Roman, der mich in seinem Grundtenor nicht überzeugen konnte. Zwar gab es ab und zu Lichtblicke, aber der Autor schafft es dann doch immer wieder diese zunichte zu machen. Ich fürchte, dass man ihm das nicht als Talent anrechnen kann.

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20

11.11.2008

„Leider zu oberflächlich”

von Nicole W. aus Brakel
Die Idee, ein Buch zu schreiben über unsere Gesellschaft, wie sie sich nach den Ereignissen des 11. Septembers verändert hat, fand ich gut. Die Umsetzung in Form von John le Carrés "Marionetten" lässt meiner Ansicht nach allerdings zu wünschen übrig.

In "Marionetten" geht es um Issa, einen jungen Tschetschenen, der illegal über Schweden nach Deutschland kommt und sofort in den Focus diverser Geheimdienste und anderer Organisationen kommt.
Aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt, erfährt der Leser immer direkt die doch sehr unterschiedlichen Aufassungen der diversen Protagonisten. Einen Überblick über die gesamte Situation hat tatsächlich niemand, denn in die Karten schauen lässt sich keine Organisation, geredet wird nie Klartext und jeder glaubt von sich selbst alle Fäden selbst zu spinnen und über alles informiert zu sein. Der Leser weiß allerdings, dass bis zum Ende niemand wirklich weiß, was überhaupt gespielt wird und wer da nach wessen Pfeife tanzt.

Sprachlich recht anspruchsvoll und nicht für Zwischendurch weiß le Carré sich gut auszudrücken. Allerdings konnten mich alle Charaktere zu keiner Zeit überzeugen und ich fragte mich tatsächlich das ganze Buch über, was denn nun die Intention überhaupt ist, so zu handeln wie die Protagonisten handeln. Obwohl die ganze Geschichte recht ausschweifend erzählt wird fehlte mir Tiefe an allen Ecken und Enden, sowohl bei Handlung als auch bei den Charakteren.

Insgesamt konnte mich dieser Roman leider überhaupt nicht überzeugen, denn außer vielen Vorurteilen und diversen Einblicken in Geheimdienstorganisationen, die man sich so nicht vorstellen kann, konnte ich diesem Buch leider nichts entnehmen.

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40

07.11.2008

„John LeCarré-Marionetten”

von hasewue
Bisher habe ich weder ein Buch von diesem Autor gelesen noch jemals von ihm gehört.Das Buch wird in der dritten Person erzählt und man befindet sich dadurch auch sofort im Geschehen.Das Buch ist fließend und verständlich erzählt,obwohl es in drei Handlungsstränge unterteilt ist,die widerum später in einem zusammentreffen. Dadurch wird das Buch sehr spannend und lebendig. Der Leser wird oft mit Fragen zurückgelassen und man denkt sich dann Und jetzt? Wie geht es weiter?" .So bleibt das Interesse des Lesers bestehen und die Spannung steigt weiter. Der Leser wird an das Buch gefesselt",man merkt dadurch kaum wie die Zeit vergeht und schon hat man wieder 100 Seiten gelesen. Man ist richtig in der Geschichte und im Geschehen gefangen.

Die Figuren sind auch gut und realistisch beschrieben. Sie wirken dadurch lebendig und glaubwürdig. Man kann sich dadurch gut mit den Charaktären identifizieren und sich in ihre Lage versetzten.

Das Thema und der Titel sind ebenfalls gut gewählt und das Thema ist weiterhin natürlich aktuell. So ist es dem Leser möglich alles besser zu verstehen.

Das Buch ist sehr spannend und richtig gut erzählt. Man bleibt immer im Geschehen und ich bin froh dieses Buch gelesen zu haben.

Ich kann Marionetten" von John LeCarré nur jedem sehr empfehlen.

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