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22.02.2009
„Viele Fragen bleiben offen”
von sinsa
Robert Sonntag ist die Hauptfigur dieses Romans. Er erlebt gleich zu Beginn die Beerdigung seines geliebten Großvaters. Der Mann, der im Gegensatz zu seinen Eltern immer Zeit für ihn hatte, ist gestorben. Doch das berührt Robert nicht wirklich. Er fühlt, dass sein Großvater noch immer bei ihm ist und mit ihm spricht.
Als Robert dann nach einem Reitunfall ins Koma fällt, ist es sein Großvater der ihn wieder zurückholt. Und auch später, als Robert vom Geschäftsführer der Firma seines Großvaters entführt wird, steht ihm sein Opa bei. Er macht ihm Mut, seinem Entführer zu entkommen und zu überleben.
Für einen Jugendthriller mag die Spannung genügen und auch die geringe Seitenzahl (184) ausreichen. Für mich aber blieben am Ende viel zu viele Fragen offen.
Vor allem hätte mich brennend interessiert, wie alt Robert eigentlich ist.
Bei Beginn des Buches führt Robert sich auf, wie ein altkluges Kind. So auf 14 hätte ich ihn zu Beginn schon geschätzt.
Dann vergehen einige Monate und Robert hat den Reitunfall, nach dem er ins Koma fällt, Statt das dieses Ereignis die Eltern enger zusammen bringt, befinden sie sich in einem Scheidungskrieg. Dabei geht es auch um Opas Fabrik. Dabei besagt doch das Testament, dass Robert der Alleinerbe ist.
Dafür, dass Robert ein halbes Jahr lang im Koma gelegen hat, geht es ihm dann recht schnell wieder gut. Als seine Mutter einen anderen Mann kennen lernt, spielt das nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich insofern, als das dies der Grund dafür ist, Robert in ein Internat zu schicken.
Als Robert dann von Freddy abgeholt wird, läuft er wie ein 10jähriger freudig durchs Internat und ruft sogar noch in die Sporthalle, dass er zu seinem Vater fährt. Gibt es in so einem exklusiven Internat eigentlich keine Sicherheitsvorkehrungen? Das Robert einfach so naiv in das Auto steigt und mitfährt kommt mir etwas merkwürdig vor.
Wieso ist Freddy überhaupt auf die Idee gekommen, Robert zu entführen? Wieso sollte ein hoch bezahltes Vorstandsmitglied solch ein Risiko eingehen und sich dabei noch so beschränkt aufführen, wie Freddy es in dem Buch tut?
Nach der Entführung sind sein Vater und seine Mutter plötzlich wieder ein Herz und eine Seele, und das obwohl die Mutter ja noch mit dem anderen Mann zusammen ist und sogar ein Kind von diesem bekommt. Doch nachdem die Familie wieder zu hause vereint ist, ist dieser Freund abgemeldet und der Vater freut sich sogar auf das Kuckuckskind. Hat die Scheidung jetzt, wo nichts mehr zu holen ist, keinen Reiz mehr?
Das Freddy Komplizen hatte, kommt in dem Buch deutlich zum Ausdruck. Egal wie verwirrt Freddy dargestellt wird über diesen Aspekt der Entführung verliert er kein Wort. Da bleibt zu guter Letzt auch die Frage, ob Roberts Vater nun etwas damit zu tun hatte, oder nicht.
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