Der Loose Ägypten-Reiseführer besticht – wie jedes Buch der Reihe – durch die akribische Recherche und weitreichender Erfahrung der Autoren, die Einbeziehung aller hilfreichen Hinweise der Leser und die daraus ausgewählte Vielfalt an Informationen. Gerade in einem Land, wo man sich als Europäer in manchen Regionen nicht ohne Militärkonvoi bewegen darf, wo Militär die sogenannten Sicherheit der Reisenden gewährleisten soll und ausserhalb von Touristenorten kaum jemand etwas anderes als Arabisch spricht, sind fundierte Sachkenntnisse notwendig, um bequem zu reisen. Diese Sachkenntnisse, seien sie über öffentliche Verkehrsmittel, Genehmigungen, funktionierende Hotels und seriöse Tourveranstalter vor Ort, wurden gewissenhaft über Monate hinweg zusammen gesucht, ausprobiert, zusammen getragen. Aber das alleine reicht nicht aus, um einen guten Reiseführer zu haben: Denn vielmehr ist es doch der Kontakt zwischen Gast und Gastgeber, der Reisen bereichern kann. Dafür jedoch ist Hintergrundwissen notwendig. Und so haben die Autoren ihr Schwergewicht bei den Hintergrundkapiteln auf die lebendige Geschichte des Landes gelegt und haben sich als Islamwissenschaftler gerade auch in diesem – stets aktuellen – Bereich sehr darum bemüht, einmal einen etwas anderen Blickwinkel auf Moscheen und fromme Menschen zu zeigen, als dies normalerweise geschieht. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Pharaonen und ihre Bauten dabei zu kurz gekommen wären – vielmehr wurde ein gesundes Gleichgewicht zwischen jetzt und früher geschaffen, zwischen Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten und lebendiger Kultur.