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Name:
Xirxe Top 100 Rezensent
Ort:
Hannover
Rezensionen:
391 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 47

nicht hilfreich: 24

Rang:
65
Über mich:

lese und lese und lese....und trotzdem gibt es noch immer zu viele Bücher die ich nicht gelesen habe.

Xirxes Rezensionen

50

04.06.2012

„Harry Hole unter Verdacht”

Als bei einem Bankraub eine Mitarbeiterin kaltblütig ermordet wird, ermittelt Hole gemeinsam mit einer neuen Kollegin. Doch damit nicht genug: Eine frühere Freundin von Harry wird erschossen aufgefunden - und er war an ihrem Todesabend bei ihr, kann sich jedoch an nichts erinnern. Schnell wird der Fall als Selbstmord zur Seite gelegt, doch Harry zweifelt an dieser Version - und ist bald der Hauptverdächtige. Dazu noch weitere Banküberfälle, wenn auch ohne Tote - Harry Holes Leben gerät langsam wieder in eine üble Schieflage. Und seine Freundin Rakel muss derweil in Moskau um das Sorgerecht für ihren Sohn kämpfen.
Die Geschichte ist wie gewohnt ;-) überaus spannend und nicht auf den ersten oder auch zweiten Blick zu durchschauen. Man ertappt sich dabei, den gleichen Fehler wie Harry zu machen: '...man irgendwie für eine Sache blind wird, wenn man sie so oft gesehen hat.' Die Personen, selbst die kleineren Rollen, sind überzeugend portraitiert, so dass die handelnden Figuren vor dem inneren Auge bald zum Leben erwachen.
Sehr interessant fand ich zudem die immer wiederkehrenden Exkurse zur Existenz der Zigeuner, die offenbar auch in Norwegen nur ein geduldetes Volk sind.
Und das letzte kurze Kapitel macht klar, dass man auch den fünften Band mit Harry Hole lesen muss. Denn der Mord an seiner früheren Kollegin Ellen harrt noch immer der Aufklärung.

40

20.05.2012

„Spannende Fantasygeschichte”

Zu diesem Buch gibt es ja eine Menge an begeisterten Kritiken - und nicht nur von uns 'einfachen' Lesenden ;-). Nein, auch die Presse äußerte sich enthusiastisch zu diesem Erstlingswerk eines 15jährigen, so dass ich mich doch mit einer gewissen Erwartungshaltung an das 700-Seiten-Werk heranmachte. Und war nach den ersten drei, vier Seiten erst mal enttäuscht. Ein relativ schlichter Satzbau, kurze eher wenig ausdruckstarke Satzgebilde - hmm, da muss die Geschichte ja wirklich gut sein, um einen über das Andere hinwegsehen zu lassen.
Und die Geschichte IST wirklich gut! Sogar sehr gut! Eragon, ein 15jähriger Junge kurz vor dem Eintritt ins Mannesalter, findet bei seinen Streifzügen einen blauen Stein, der sich nach einiger Zeit als Drachenei entpuppt. Er zieht das kleine Geschöpf im Verborgenen heran, das ihn jedoch schon nach kurzer Zeit überragt. Als sein Heim zerstört und sein Pflegevater ermordet wird, wird Eragon klar, dass man auf der Suche nach ihm bzw. dem Drachen ist. Zusammen mit dem Geschichtenerzähler Brom und Saphira, dem Drachen, flieht er und erfährt, welche Verantwortung nun auf seinen Schultern ruht. Denn mit ihm ist die Tradition der Drachenreiter wieder auferstanden...
Die Geschichte ist von der ersten bis zur letzen Seite spannend: Alles ist durchweg mysteriös, beginnend mit der Herkunft Eragons (Wer ist seine Mutter? Und sein Vater?), der der Drachens (Woher kommt das Ei? Wieso landet es bei Eragon?) über die Gestalt Broms (Woher kommt er? Was war er früher?) und vieler weiterer Geschehnisse. Man fällt wie Eragon von einer Überraschung in die nächste, und kaum ist ein Rätsel gelöst, taucht das Nächste auf. Klasse gemacht und bei dem Schluss muss ich unbedingt noch den zweiten Teil lesen :-)

40

07.05.2012

„Harry Hole im Glück :-)”

Hach, Harry Hole endlich mal im Glück. Ok, das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber für Harry Holes Verhältnisse geht es ihm in diesem Band streckenweise RICHTIG gut. Im Dezernat für Gewaltverbrechen hat er eine Kollegin, die ihm zugleich eine sehr gute Freundin ist und er trifft eine Frau, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Und sie sich in ihn. Doch natürlich ist dies alles zu schön um lange gut zu gehen.
Nachdem Hole im Dienst einen Secret-Service-Agenten angeschossen hat (ohne sein Verschulden), wird er umgehend zum Kommisionsleiter im Polizeilichen Überwachungsdienst (PÜD) befördert, um die Vorkommnisse zu vertuschen. Dort erhält er Informationen über den Schmuggel einer Waffe, die für Attentate vorgesehen ist. Die Spuren führen ins Nazimilieu - und dann wird Holes Kollegin ermordet.
Während Holes Geschichte zu Beginn im Rückblick der letzten vier Wochen erzählt wird, beginnt der zweite Erzählstrang mitten im II. Weltkrieg. Da anfänglich keinerlei Zusammenhänge erkennbar sind, wirkt dies zuerst recht verwirrend, doch das legt sich schnell. Zwar ist man Harry Hole wissensmäßig immer etwas voraus, doch um das Rätsel vollends zu klären, legt der Autor jede Menge mögliche Spuren, die einen immer wieder im Nebel stochern lassen. Auch Harrys Privatleben wird geschickt mit der Story verwoben und man beginnt schnell zu ahnen, dass sein Liebesleben nicht allzu einfach werden wird.
Ein fesselnder Krimi mit einer, nein, eigentlich zwei kleinen Liebesgeschichten am Rande sowie einem interessanten und spannenden Einblick in die noch nicht allzu lange vergangene Zeit der norwegischen Frontkämpfer während des II. Weltkrieges.

20

27.04.2012

„Manchmal ist etwas weniger mehr”

'Das Liebesspiel' ist eine Art Familiengeschichte, die durchaus shakespearsche Ausmaße annimmt, je mehr sich der Nebel um die Geschehnisse in der Vergangenheit lichtet.
Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive der vier Hauptpersonen: Luce, der 1957 verschwindet und dessen Schädel drei Jahre später mit einem Einschussloch aufgefunden wird. June, Luces Tochter, die bei seinem Verschwinden 11 Jahre alt war. Marne, Junes Tochter, die 2004 wieder in ihr Heimatdorf zurückkehrt aufgrund eines Anrufes ihres Bruders, der sich Sorgen um ihre Mutter macht. Und Huck, der Sohn von Ada, der früheren Geliebten Luces. Niemand weiß, wie Luce damals umkam, aber alle vermuten, dass es Adas brutaler Ehemann Silas war, der ihn aus dem Weg räumte. Auch um dem Rätsel auf die Spur zu kommen, spielt June bereits seit einigen Jahren regelmäßig Scrabble mit Ada und 2004, nach der Rückkehr Marnes, wird manches klarer. Doch dies ist nicht das einzige Geheimnis, was diese Personen miteinander verbindet. Immer mehr Beziehungen werden offengelegt und es wird immer deutlicher, weshalb sie so und nicht anders handeln konnten. Marne verliebt sich zudem in Adas jüngsten Sohn Ray, was nicht ohne Komplikationen vonstatten geht.
Macht man sich die Mühe, das Buch nach dem ersten Lesen nochmal durchzublättern #oder vielleicht sogar ein zweites Mal zu lesen#, wird man mit dem Wissen um das Geschehene vermutlich viele der Ereignisse mit einem 'Aha' oder zustimmenden Kopfnicken begleiten, denn diese erschließen sich erst jetzt voll und ganz.
Hört sich ja alles ganz gut an, warum dann aber nur zwei Sterne? Weil es einem die Sprache von Dawn Tripp wirklich schwer macht, dabei zubleiben. Die Autorin hat eine Vorliebe für poetische Formulierungen, schießt jedoch häufig über's Ziel hinaus. 'Augen trocken wie Steine', 'Wie kratzende Nägel in der eigenen schorfig-süßen Mitte', 'sein Ellbogen wie ein Flüstern', 'Er liebt sie...wie man vielleicht nur einen verwässerten Himmel lieben kann' - Ausdrücke, die entweder im Widerspruch zum vermittelten Inhalt stehen oder einfach nur unverständlich sind. Und je weiter man liest, umso häufiger tauchen solche Forumulierungen auf. Ich hatte immer öfter das Gefühl, dass es weniger um den Inhalt ging, sondern mehr um die Sprache an sich. Je literarischer und poetischer, umso besser.
Schade, das hat mir das Lesen wirklich vermiest. Denn die Geschichte an sich ist richtig gut.

40

22.04.2012

„Das endgültige Ende - oder?”

Ein bisschen ist die dritte CD um Uwe Helstieg eine Mogelpackung. Zwar wird suggeriert, dass Uwe bei seiner Ex-Freundin Sabine noch eine letzte Chance hat, doch fast die Hälfte des Hörspiels besteht aus dem allerersten Treffen der beiden. Dies ist freilich auch schön zu hören, aber doch nicht das, was man erwartet hat. Aber von vorn:
Nach dem Untergang der MS Romantik, auf der Uwe Helstieg eine Single-Kreuzfahrt gebucht hatte (s. CD MS Romantik), findet er sich auf einer kleinen Insel im Pazifik wieder. In seiner Not ruft er Sabine an, seine Ex-Freundin, und bittet sie, ihn dort abzuholen - was sie tatsächlich macht. Das Wiedersehen führt zu einem langen, intensiven Gespräch und ein Happy-End scheint in Sicht - oder?
Wie schon erwähnt, nimmt das Wiedersehen der Beiden nur einen Teil des gesamten Hörspiels in Anspruch. Aber wie gewohnt sind die Dialoge witzig und kurzweilig, wenn auch die Handlung etwas an den Haaren herbeigezogen ist. Hier ist es im übrigen empfehlenswert, die Vorläufer-CDs zu kennen. Denn die beiden Handlungsstränge sind ohne die zwei vorhergehenden Geschichten vermutlich etwas schwer zu verstehen.
Nichtsdestotrotz: 66 Minuten vergnügliche Unterhaltung sind wieder garantiert, aber nun reicht es auch. Denn es scheint selbst Jan Weiler schwerer zu fallen, genügend Stoff zusammenzubringen. Uwes letzte Chance ist deutlich kürzer als die beiden ersten Hörspiele.

buch

Rotes Gold

Tom Hillenbrand

EUR 8,99 *
auf Merkliste

40

19.04.2012

„Nicht nur für Sushifans”

Xavier Kieffer, leidenschaftlicher Koch aus Luxemburg, ist aufgrund der Beziehungen seiner Freundin zu einem Galadinner im Louvre eingeladen. Der größte Sushimeister Europas soll dort für den Pariser Bürgermeister und dessen Freunde ein Omakase, ein japanisches Überraschungsmenü zubereiten. Doch noch während der Vorspeise bricht er zusammen und stirbt im Krankenhaus - man tippt auf Fischvergiftung. Aber Kieffer hat Zweifel und beginnt, auch im Auftrag des Bürgermeisters, zu ermitteln. Seine Zweifel verstärken sich und bei seinen Recherchen stellt er fest, dass um die knappen Fischbestände der Welt ein harter Kampf geführt wird.
Wie auch im ersten Band fallen die Orts- und Landschaftsbeschreibungen ebenso wie die Schilderungen der diversen kulinarischen Köstlichkeiten recht umfangreich aus, was der Lesefreude aber keinen Abbruch tut, ganz im Gegenteil. Schwerpunkt liegt dieses Mal auf Sushi, was mich persönlich nicht so begeisterte. Das liegt aber mehr an meiner geringen Sympathie für diese Art des Essens als an Hillebrands durchaus appetitanregenden Darstellungen, die mir auf die Luxemburgische Küche wieder viel Appetit gemacht haben. Und (wie auch schon bei der Rezension des ersten Bandes) meine Bitte: Wie wäre es mit einem kleinen Rezepteteil im Anhang? Zum Beispiel Huesenziwwi und Île flottante :-)? Der dritte Bank kommt doch bestimmt, oder?
Ansonsten ist es ein spannender, recht unblutiger und unterhaltsamer Krimi, der zudem eine Menge Informationen über Fische, Fischfang und alles was damit zusammenhängt, liefert. Selbst die Liebe wird nicht ganz vergessen und so bietet dieses Buch ein kurzweiliges Vergnügen für mehrere Stunden mit einem sympathischen und den Sinnesfreuden zugeneigten Hauptdarsteller.