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Name:
Nefret
Rezensionen:
109 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 7

nicht hilfreich: 1

Rang:
339

Nefrets Rezensionen

30

26.03.2011

„Wenn nicht jetzt, wann dann?”


Liz ist Hochzeitsplanerin. Nach einem Fahrradunfall muss sie ins Krankenhaus und bittet ihre 60-jährige Nachbarin Annemie, sie zu vertreten, da Liz den Auftrag hat, die Hochzeit der reichen Juwelierstocher Nina Winter auszurichten. Die schüchterne Witwe muss nun über ihren eigenen Schatten springen.

Astrid Ruppert erzählt die Geschichte dreier unterschiedlicher Frauen. Liz glaubt nicht mehr an die Liebe, nachdem sie ihren Verlobten mit ihrer besten Freundin erwischt hatte. Nina ist selbstbewußt und steht kurz vor der Hochzeit mit einem Angestellten ihres Vaters. Annemie ist eine eher graue Maus, die keine glückliche Ehe hatte und langsam lernt, das Leben zu genießen und selbst zu gestalten.

Obwohl die Geschichte durchaus vorhersehbar ist, langweilt sie nicht. Lockerleicht fließt sie dahin, das Buch ist in einem Rutsch durchgelesen. Die Handlung spiegelt die Frühlingsgefühle, die beim Betrachten des wunderschön gestalteten Covers aufkommen, wunderbar wieder. Allerdings ist "Wenn nicht jetzt, wann dann?" ein Buch, das ich bald wieder vergessen haben werden. Ein leckeres Petit Four.


40

26.03.2011

„Das Affenhaus”

Isabel Duncan arbeitet mit Bonobos in einem Sprachlabor für Menschenaffen. Als auf das Institut ein Anschlag verübt wird, wird Isabel lebensgefährlich verletzt und die Affen flüchten. Kaum ist Isabel aus dem Krankenhaus entlassen, macht sie sich auf die Suche nach ihren Schützlingen.

"Das Affenhaus" als Thriller zu beschreiben, ist nicht passend. Denn um Nervenkitzel geht es in Sara Gruens neuestem Roman nicht primär. Vielmehr wird liebevoll von den Bonobos erzählt, die in der Lage sind, mittels einer Zeichensprache mit Menschen zu kommunizieren. Isabels Beziehung zu den Menschenaffen geht wirklich zu Herzen. So fiebert man als Leser mit und hofft, dass die Bonobos wieder wohlbehalten zu Isabel zurückkommen. Vor allem die Beschreibung der Bonobos, die ihre eigenen Persönlichkeiten und Charaktereigenschaften haben, machen den Reiz dieses Buchs aus. Hinzu kommt, dass die weiteren Figuren, allen voran Isabel und der Journalist John, lebendig und vielschichtig dargestellt sind.

Dieser gut recherchierte Roman besticht durch Spannung, Humor und Tragik, aber auch durch Gesellschafts- und Medienkritik. So kommt das Thema Tierversuche zur Sprache, Reality TV und die Oberflächlichkeit Hollywoods spielen eine wichtige Rolle. Insgesamt kommt "Das Affenhaus" dennoch nicht ganz an das großartige "Wasser für die Elefanten" ran.

20

24.03.2011

„Tristesse”


Firmin lebt mit seinen zwölf Rattengeschwistern unter einer Buchhandlung. Doch der schwächliche Firmin ist eine ungewöhnliche Ratte. Denn anstatt sich durch die Bücher zu fressen, entdeckt Firmin seine Leidenschaft für die Literatur.

Firmin ist schon ein bedauernswertes Rattenvieh. Je mehr er liest, desto mehr „vermenschlicht" er. Firmin ist Außenseiter, der in einer Traumwelt lebt, sehnsüchtig Kontakte zu Menschen und nach Anerkennung sucht, aber meist enttäuscht wird. Deshalb tut es mir Leid, dass ich diesem Buch nur zwei Sterne geben kann, aber mehr ist nicht drin.

Wenn die Erwartungshaltungen des Lesers nicht erfüllt werden, dann muss nicht der Autor schuld daran sein. Allerdings hatte ich aufgrund des Klappentextes einen Roman erwartet, in dem Literatur viel mehr verquickt würde. Ich hatte Referenzen und Parallelen zu bekannten Werken der Weltliteratur erwartet und nicht nur bloße Erwähnungen dieser Bücher.

Ohne große Höhepunkte plätscherte die Handlung dahin, so dass ich für die nur rund 200 Seiten dankbar war. Am Ende hatte ich auch kein Interesse daran, mir über eine Interpretation groß Gedanken zu machen.


30

20.03.2011

„Leise stirbst du nie”


In San Diego geht ein Serienmörder um, der Mütter mit Kindern entführt. Nachdem er die Mütter gekreuzigt hat, lässt er die Kinder frei. Sami ist eine der ermittelnden Polizisten. Als sie den Physiotherapeuten Simon kennenlernt, stellt sie schnell fest, dass er ins Täterprofil passt. Trotzdem lässt sich auf ein Treffen mit ihm ein.

Mir gefiel Daniel Annechinos Schreibstil. Ich hoffe, dass er weitere Bücher veröffentlichen wird und ich bin sicher, dass er erfolgreich sein wird, wenn er etwas an seinem Spannungs- und Handlungsbogen arbeitet. Bei "Leise stirbst du nie" fand ich es beispielsweise schade, dass von Anfang an klar ist, wer der Mörder ist. Da auch Sami schnell einen Verdacht hatte, hielt sich die Spannung etwas in Grenzen.

Außerdem passt bei Sami die Beschreibung "dümmer als die Polizei erlaub" perfekt. Als erfahrene Polizistin sollte sie eigentlich wissen, dass sie einen Verdacht nicht für sich behalten sollte, wenn sie sich bewußt in eine gefährliche Situation begibt.

Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten. Dank des relativ großen Schriftbilds hatte ich die etwas mehr als 400 Seiten schnell durch.


buch

Blaue Augen

Joanne Harris

EUR 19,99 *
auf Merkliste

40

19.03.2011

„Blauauge”


Blauauge ist der Betreiber des Blogs bösebuben. Dort berichtet er von seinem Leben als einer von drei Söhnen einer gewalttätigen und dominanten Mutter und veröffentlicht Gewaltfantasien, in denen Mord eine große Rolle spielen.

Bereits das Schreiben einer Inhaltsangabe von Joanne Harris' neuestem Roman ist schwierig, da nicht zu viel verraten werden darf. Denn der Leser weiß bis zum Schluss nicht, was Realität und was Fiktion der Blogger im Internet ist. Am Ende ist nichts so, wie es am Anfang scheint. Joanne Harris und ihre Hauptfigur Blauauge spielen ein Spiel mit doppeltem Boden.

In der Anonymität des Internets treiben sich allerlei gestrandete und gequälte Seelen rum, die ihrer Fantasie und ihren Träumen freien Lauf lessen. Und wie so häufig im Internet, entspricht die wirkliche Person hinter ihrem Avatar nicht dem Bild, das sie ihren Freunden im Netz vorgegaugelt hat.

Ich bin mir nicht sicher, ob man Joanne Harris' Buch als Thriller bezeichnen kann. Denn die eigentliche Spannung besteht in der Frage, wer versteckt sich wirklich hinter den Verfassern der Blogeinträge und Kommentare und was sind ihre Intentionen?

Auch wenn "Blaue Augen" zwischendurch einen kleinen Hänger hat, empfehle ich, das Buch bis zum Ende zu lesen, denn der Leser wird schnell feststellen, dass er aufs Glatteis geführt wurde.

Interessant ist, wie Joanne Harris mit den Farben spielt. Blauauge ist Synästhetiker.


20

18.03.2011

„Untot ohne Biss”


Voller Erwartungen hatte ich mich auf Karen Chances ersten Teil der Reihe um Cassie Palmer gestürzt. Die Inhaltsangabe klang vielversprechend und das Cover versprach einen düsteren Fantasy-Roman.

Doch anstelle von Spannung erwartete mich eine Geschichte, die mich verwirrt und zum Schluss auch gelangweilt zurück ließ.

Ein Problem ist, dass Karen Chance einfach zu viel will. So tauchen bekannte historische Figuren wie z.B. Dracula, Casanova oder Jack the Ripper als Vampire auf. Diese Idee wäre toll gewesen, wenn sie entsprechend umgesetzt worden wäre. Aber diese Chance nutzt die Autorin nicht. Dann kommen noch Geister, Werwölfe und was weiß ich hinzu. Als Cassie schließlich auch noch durch die Zeit reiste, war das eindeutig zu viel für mich.


50

18.03.2011

„Jeden Tag, jede Stunde”


Als Kinder sind Dora und Luka unzertrennlich. Dann zieht Dora um und es dauert 16 Jahre, bis die beiden sich wieder sehen. Es ist die große Liebe. Bis Luka heim reist und sich plötzlich nicht mehr meldet.

Natasa Dragnics Buch handelt von der Seelenverwandtschaft zweier Menschen, die immer wieder vom Schicksal getrennt werden, aber doch immer wieder aufeinander treffen.

Ich muss gestehen, dass mich dieses Buch weder besonders gefesselt, noch besonders berührt hat. Zum einen lag es daran, dass mir der Schreibstil der Autorin nicht besonders lag. Die kurzen, abgehackten Sätze führten dazu, dass die Handlung eher gehetzt wirkte und ich immer eine gewisse Distanz zu den Protagonisten hatte. Ich konnte nicht nachempfinden, warum Dora und Luka Seelenverwandte seien sollen und nicht ohne einander können. Selbst ihre Verzweiflung ließ mich kalt. Hinzu kommt, dass mir Luka aufgrund seiner egoistischen Haltung im Laufe der Geschichte immer unsympathischer wurde.

Ich hatte mir von diesem Buch mehr erhofft.


50

18.03.2011

„Abschluss der Trilogie”


John Cleaver ist auf der Suche nach dem Dämon "Niemand". Deshalb setzt er alles daran, "Niemand" in seine Heimatstadt zu locken, damit es zum Showdown kommen kann. Parallel dazu begeht einer Reihe junger Teenager Selbstmord.

Meine Erwartungen an den letzten Teil der Trilogie waren hoch. Doch sie wurden erfüllt. Dan Wells hat es geschafft, die Reihe zu einem würdige Ende zu bringen. Ich war neugierig, wie der Autor einen nachvollziehbaren Abschluss hinbekommen würde. Wie soll eine Reihe enden, in der die Hauptfigur gegen ihren inneren Dämon ankämpft, um nicht zu einem Serienmörder zu werden? Ohne zu viel zu verraten, kann ich nur sagen, dass die letzten Seiten mich sowohl zum Lachen als auch zum Weinen gebracht haben.

Ich wäre nicht böse, wenn es eine Fortsetzung geben würde. Die Möglichkeit besteht auf jeden Fall.


50

14.03.2011

„Wir sind die Könige von Colorado”


Amerika in den 60er Jahren: Nachdem Will seinen brutalen Vater fast mit einem Messer getötet hat, muss der Dreizehnjährige für zwei Jahre auf eine Erziehungsranch nach Colorado. Schnell findet Will dort Freunde. Doch die vier Jungen haben unter brutalen Mitsträflingen und sadistische Aufseher zu leiden.

"Wir sind die Könige von Colorado" ist kein Buch, zu dem man greift, wenn ein entspannter Abend auf dem Sofa geplant ist. Denn David E. Hiltons Erstlingsroman ist nichts für schwache Nerven. Das Buch fesselt, bewegt und erschüttert. Bereits Wills Kindheit wird schonungslos geschildert. Auf der Ranch selbst sind die Jungen Schlägen, Missbrauch und teilweise Folter ausgesetzt. Dabei geht es Schlag auf Schlag, der Leser kann kaum Luft holen - bis es zum Äußersten kommt.

Trotzdem gibt es immer wieder Lichtblicke. Denn Will findet in Colorado Freunde fürs Leben. Mit diesem Buch preist der Autor die Freundschaft. Doch das Glück währt immer nur kurz.

Dabei bedient sich Hilton einer schnörkerllosen und einfachen Sprache, die perfekt zu den Schilderungen passt.

Am Ende bleibt ein aufgewühlter Leser zurück, der feststellen muss, dass es nicht immer Gerechtigkeit im Leben gibt. Doch Freunde machen das Leben leichter.


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